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wob100 ...
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...   Erstellt am 30.08.2006 - 17:11Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Hallo Freunde des 993
Da wir des öfteren auf das Thema Luftgekühlte Motoren und das zu verwendende Motorenoel angesprochen werden, habe ich mir darüber einige Gedanken gemacht, die ich hier in der Technikecke des MB einstelle.
Unsere Elfer haben Boxermotoren verbaut, somit also liegende Zylinder, nach links und rechts arbeitende Kolben, liegende Ventildeckel und ein in der Mitte geteiltes Kurbelgehäuse das abgedichtet ist.
Der Hauptunterschied zum konventionellen Reihenmotor sind in der Tat die liegenden Zylinder. Ohne diese Konstruktion fände der Sechszylindermotor im Heck des Elfers gar keinen Platz und könnte nie so tief eingebaut werden (tiefer Schwerpunkt). Zudem kann mit der Trockensumpfschmierung auf die Oelwanne verzichtet werden, was die Einbautiefe zusätzlich noch begünstigt.
Die Konstruktion unseres Motors hat aber, von der Seite des Oels aus betrachtet, auch Nachteile. Die Oelabstreifringe an den Kolben haben mehr zu tun als in einem konventionellen Motor um das Motorenoel vom Brennraum fernzuhalten, die Dichtung der beiden Kurbelgehäusehälften kann lecken und auch die liegenden Ventildeckel sowie andere Teile neigen vermehrt zu Oelleckagen.
Durch die verschiedensten Oel-Diskussionen in Foren und mit Freunden ist mir klar geworden, dass das verwenden von zu dünnen Oelen in unseren Motoren früher oder später zu Problemen führt. Der Oelverbrauch durch den Verbrennungsvorgang im Brennraum ist hoch, da zu dünnes Oel von den Oelabstreifern und Kolbenringen z.T. nicht zurückgehalten werden kann. Zudem neigen sämtliche Dichtungen inkl. den Problemzonen zum Lecken.
Mittlerweile scheinen auch die PZ dies gemerkt zu haben, wie uns uliqu993 mitgeteilt hat
(danke Uli).
Das von den Porschezentren gerne eingesetzte, vollsynthetische Hochleistungs-Leichtlauf-Motorenoel, „Mobil 1- 0W-40“, ist sicher ein top Produkt, leider aber für unsere Motoren nicht geeignet. Wer schon mal selber eingefüllt hat, weiss warum. Das Nuller-Oel ist schon in kaltem Zustand so dünn wie Wasser. Dass da die Motoren zu lecken beginnen, liegt auf der Hand.
Den Porschezentren Absicht zu unterstellen wäre nicht angebracht, obschon die Vorteile ihrerseits auf der Hand liegen. –Das Mobil ist schweineteuer, der Verbrauch hoch und die „möglichkeit“ einen leckenden Motor in die Werkstatt zu bekommen, ebenso. Man würde also dreifach profitieren…….-Obschon ich nochmals betonen möchte, dass das Mobil 1 in Porschezentren sicher nicht mit Absicht verwendet wird. Vielmehr lernt man nun aus der Erfahrung.

Welches Motorenoel, resp. welche Viskosität soll man denn nun verwenden?

Da unsere Motoren luftgekühlt sind, übernimmt das Motorenoel nicht nur die Schmierung des Motors, sondern hilft auch Wärme abzuführen. Desshalb hat unser Elfer einen potenten Oelkühler im Frontbereich des rechten Radlaufes und eine Gesamtoelmenge von 11,5 Liter um die Kühlung mit Wärmeabfuhr zu unterstützen.
Grundsätzlich bieten alle bekannten Hersteller Oele in verschiedenen Viskositäten an. Wenn wir als Beispiel Castrol nehmen, werden für unsere Fahrzeuge auf deren Homepage zwei Oele empfohlen.

- Castrol GTX5 Magnatec 10W-40
- Castrol Formula RS 10W-60

Die Bezeichnung „10W“ gibt Aufschluss über die Fliesseigenschaften in kaltem Zustand. Somit können wir bei beiden Oelen sagen, dass sie in kaltem Zustand deutlich dicker sind, als z.B. das Mobil 1 0W-40, was natürlich unserem Boxermotor besser bekommt.
–Der Wert „40“ beim Magnatec sowie „60“ beim Formula RS gibt Aufschluss über die Fliesseigenschaften bei 100 Grad.
Die „40“er Oele sind teilsynthetisch und die „60“er vollsynthetisch. Dies ist auch hier bei Castrol so.
Mitentscheidend bei der Beurteilung der Oele und deren Viskosität ist unter anderem auch der Flammpunkt, der beim Magnatec bei 218 Grad liegt und beim Formula RS bei 258 Grad. –Also deutlich höher. Der Flammpunkt ist der Punkt, wo das Oel nicht mehr Wärme ertragen kann und beginnt zu verkohlen.

Sämtliche bekannten Hersteller haben 10W-40, 10W-60 oder Racing-Viskositäten im Angebot.
Eine gute Wahl sind auch die Oele von Motul, die Synthetiköle auf "Esterbasis" herstellen, die bei starker Wärmetechnischer beanspruchung besonders stabil sind.
Mehr über Motul könnt Ihr über unseren Moderator Peter Luderer „CS993“ erfahren. Er wird Euch sicher gerne weiterhelfen, -eine PM genügt.

Zusammenfassend kann man sagen, dass in unsere Luftgekühlten Boxermotoren kein Oel unter dem Wert „10W“ eingefüllt werden sollte. Auf der Wärmeseite würde ich für den Durchschnittsfahrer, der keine Racingabsichten hat, ein teilsynthetisches „40“er empfehlen.
Wenn jemand seinen Elfer viel am Limit bewegt, des öfteren Rennstrecken besucht, macht ein „60“er auf jeden Fall Sinn aufgrund der höheren Sicherheit im oberen Wärmebereich. –Was aber nicht heisst, dass ein „40“er nicht vollgasfest wäre.

Viel Spass beim Auswählen des Oels wünscht….

Bernhard / wob100


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[Dieser Beitrag wurde am 30.08.2006 - 21:27 von wob100 aktualisiert]





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Andreas
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...   Erstellt am 30.08.2006 - 17:48Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Perkekt -auch für den Laien- beschrieben.

Meine Hochachtung........

Gruß
Andreas




Thomas993 ...
Webmaster, Admin, Elfer GTR Club Member
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...   Erstellt am 30.08.2006 - 19:14Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Hallo und Salü Bernhard,

wie schon per PM mitgeteilt, einfach perfekt verfasst, in sich schlüssig und als Information zum Thema Motorenöl im 993er wunderbar beschrieben .

Beste Grüße nach Bern vom Thomas





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MKone ...
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...   Erstellt am 30.08.2006 - 22:13Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Hallo und ebenfalls Salü Bernhard ,

hier gibt es aber auch nicht das Geringste zu beanstanden - einfach perfekt.

ein Salut auf den Autor & Meisterschrauber

... Michael




uliqu993
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...   Erstellt am 04.09.2006 - 12:23Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


hallo bernhard,

auch von mir ein danke für deine ausführungen.

die shell hat meinem teilegroßhändler mitgeteilt, das porsche in aller kürze auf 5W-40 umsteigt.

ich werde wohl auf castrol umsteigen, das kann man hier an jeder ecke zu moderaten preisen kaufen,

grüße
uli




wob100 ...
Moderator, Elfer-GTR Club Member
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...   Erstellt am 05.09.2006 - 15:45Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Hallo Leute

Danke für Euer Lob. Ich denke, der Text wird auch für die "Laien" etwas Klarheit schaffen.

@ Uli
5W-40 ist für meinen Geschmak immer noch zu dünn.
Ich denke, das Castrol Formula RS 10W-60 ist sicher eine sehr gute Wahl. Für den "Normalfahrer" wird aber sicher die Magnatec 10W-40 -Variante reichen.

Liebe Grüsse von

Bernhard

[Dieser Beitrag wurde am 05.09.2006 - 15:46 von wob100 aktualisiert]





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CS993
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...   Erstellt am 05.09.2006 - 16:42Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Hallo!

Dann muss ich auch nochmal.

Die Viskosität allein macht noch kein Öl aus - wenngleich ich mit Bernhard völlig einher gehe, was die 0er und 5er Öle betrifft.

Es gibt eine Werbung da bestellt ein Typ das 2. Beste Essen für seine Frau.

Div. Aussagen in Sachen Motoröl erinnern mich immer an diese Werbung.

Konstruieren wir mal einen Fall, der nicht so ganz weit her ist:

Vorgeschichte - "mir langt ja ein 5W-40 da ich ja kein Rennfahrer bin"!
Nun sind wir unterwegs in den Dolomiten - ein Pass folgt dem nächsten.
Bereits am 1. Pass ist uns der Kühlventilator des Ölkühlers ausgefallen!

Wer es sofort bemerkt hebe die Hand!!!???

Reicht mir jetzt das 2.- oder 3. Beste Öl?

In einer solchen Situation, in die die ich jeden Tag kommen kann, bin ich froh um jedes Tröpfchen
High Tech, dass ich im Öltank dabei habe.

Ein beachtenswerter Punkt ist die Druckaufnahmefähigkeit eines Öles.
Zum Verdeutlichen:
Mineralisches Motoröl hat eine Druckaufnahme von
800 Kg/cm²
Ein Spitzenöl wie meines bringt es dagegen auf
22.000 Kg/cm²

Ein weiterer Punkt ist die Scherstabilität eines Öl's - auch hier würde ich die Werte beim Hersteller erfragen, bevor ich es in meinen 11er kippe.

Gemessen werden hier die sog. Scherverluste - dabei wird das Öl unter Druck durch eine Düse gepresst und dann gemessen was übrigbleibt und was sich durch die dadurch entstande Beanspruchung verflüchtigt hat.

Ein guter Wert ist hier 0,00

Man sollte sich vor Augen halten, das die Differenz zwischen einem günstigen Öl und einem Top-Produkt im Bereich einer Tankfüllung liegt - wenn man jährlich wechselt - bei 20.000 Km Intervall ist es ca. eine halbe Füllung.

Also Jungs und Mädels - ihr bestellt doch auch nicht das 2.Beste Weizen im Biergarten - oder?

Ciao
Peter






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Heute haben 2 User Geburtstag
Dirk (75), 1967turbo (53)



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