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suraija ...
Miss_Godoj
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...   Erstellt am 28.11.2007 - 21:51Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Die Weltpremiere von „Tokio Hotel – Zimmer 483. Live in Europe" sucht sich weise einen dunklen Ort. UCI, Othmarschen, das Multiplexkino kurz vor der Autobahnauffahrt. Eine gute Wahl: Im Kino kommen die Bilder richtig gut rüber, der Dolby-Sound knallt und bollert, dass es eine Freude ist.

Das Weltpremieren-Publikum, vielleicht 50 Gören, vielleicht auch 70, etwa fünf Mütter, drei Jungs, zwei Väter und noch drei bis vier Männer und Frauen, in diese viel zu groß geratene Schuhschachtel verirrt haben, kann sich in den Plüschsitzen richtig voll ausleben. Im Kinosessel verschmilzt es mit dem Tourpublikum der Band, das, so sehen wir es auf der DVD (erschienen bei Universal), vor allem hüpft und schreit. Kreischt. Textsicher, laut, so laut es Bill Kaulitz, der Sänger des Quartetts, wünscht. Und fordert. Befiehlt. Zunächst sieht man Tokio Hotel, vier sehr junge Gestalten, in einem mächtigen Mahlwerk. Man sieht Bill, Tom, Gustav und Georg auf Tour, auf und hinter der Bühne, vor, beim und nach dem Konzert, beim Soundcheck und in den langen Zwischenzeiten, wo Popstar sein vor allem eines heißt: Warten.

Vier Jungs, die gerne singen

Sex and Drugs and Rock'n 'Roll? Das war vorgestern, Opa. Man sieht die vier in ihrem schnieken Luxusbus, in Hotelzimmern, öden Künstlergarderoben und Multifunktionshallen – vier junge Männer im Auge eines Orkans. Vier Jungs, die gerne singen, Gitarre oder Bass oder Schlagzeug spielen, und einer schminkt sich auch gerne die Augen düster und kämmt seine Haare zu einer voll wilden Stachelschweinfrisur. Das ist Tokio Hotel. Sonst tun sie, was von ihnen verlangt wird. Dennoch sieht man die schiere Panik in ihren Augen, wenn sie gleich raus müssen, raus auf diese überdimensionalen Bühnen, Riesa, Warschau, Prag, Zürich, hin und her durch Europa, wochen-, mit Unterbrechungen monatelang.

Man sieht, wie sie sich auf der Bühne verwandeln, vor allem Bill, der Sänger der Band, ein schmales Kerlchen, dessen Styling oszilliert zwischen der Künstlichkeit von Manga-Comics, der Düsternis einer Fledermaushöhle und der antiseptischen Androgynität nach dem Vorbild Michael Jacksons. Ist er erst einmal auf der Bühne, besetzt er flugs all die Showposen, die die Geschichte des Stadionrock geschaffen hat. Der Film zeigt jedoch, dass sie selbst staunen über all das, was sie hier erleben, darüber, wie ihr Erfolg funktioniert, in Deutschland ohnehin, aber auch in Ländern, in denen ihre Sprache fremd ist. Wo sie doch eigentlich ganz normal sind, ein bisschen Rock, ein bisschen Schnulze, so rebellisch wie eine verzerrte Gitarre, so sinnlich wie eine Marmeladenstulle und so seriös wie ein korrekt gespielter Backbeat. Später sehen wir das Weltpremierenpublikum tanzen, sechs Mädchen, direkt vor der Leinwand, und singen tun sie auch. Aber leider hört man das nicht so, denn der Mitschnitt des Tokio-Hotel-Konzerts vom 2. Mai in Oberhausen füllt gerade die Leinwand, und die Rockmusik der Knabencombo ist doch lauter als sechs Mädchen. Aber die Begeisterung ist voll echt.





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