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Lavida 

Status: Offline Registriert seit: 14.12.2006 Beiträge: 3293 Nachricht senden | Erstellt am 29.04.2008 - 10:58 |  |
Ein Grabstein mit integriertem Flachbildschirm - die Idee dazu stammt aus Holland. So soll es den Angehörigen ermöglicht werden, Erinnerungen auf den Grabstein zu laden und mit Hilfe einer Fernbedienung abzuspielen.
In Deutschland übernimmt den Verkauf der futuristischen Grabsteine der Tischlermeister Carsten Glaser. Mittlerweile läuft der eingebaute Computer bis zu zwei Stunden am Stück.
Grabsteine - seit Jahrhunderten wird mit ihnen der Toten gedacht. Ein Tischlermeister aus Greven will diese Trauerkultur jetzt revolutionieren und digitale Grabmale auf Deutschlands Friedhöfe bringen. Wetterfeste Flachbildschirme machen's möglich.
weiter.....
Fröhlich lächelnd winkt Tante Martha ihrem Neffen Tom von dem Bildschirm an ihrem Grabstein entgegen. Vor ihr flackern 84 Kerzen auf einer Sahnetorte. Tante Martha holt tief Luft, bläst ihre Wangen auf und pustet die Kerzen aus, lächelt - und dann ist der Bildschirm dunkel, der Film vorbei. Vor zwei Jahren ist Tante Martha gestorben. Seitdem passiert immer dann, wenn Neffe Tom an ihrem Grab vorbei schaut, etwas, das es noch auf keinem deutschen Friedhof gegeben hat: Es flimmert ein Geburtstags-Video von Tante Marthas 84. über einen im Grabstein eingelassenen Flachbildschirm. Willkommen im Zeitalter des Digisteins.
weiter.........
Grabsteinbilder im Stern
Brauchen wir am Grab ein Erinnerungsvideo, um uns an den Verstorbenen zu erinnern?
Ist dies die neue Trauerkultur, die auch Jugendliche an das Grab der Großeltern holt?
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wortundbild 

Status: Offline Registriert seit: 14.12.2006 Beiträge: 4085 Nachricht senden | Erstellt am 24.09.2008 - 21:47 |  |
einganz anderes Beispiel moderner Trauer"kultur" wird aus Dessau berichtet.
Dort überlegt man, eine Urnenpyramide anzulegen.
http://www.tagesspiegel.de/kultur/Pyram … 72,2619915
Ist das die völlige Anonymisierung im Tod?
Soll es keine individuelle Form des Andenkens und Gedenkens mehr geben?
Signatur Worte sind Bilder – Bilder sind Worte - Bildworte – Wortbilder .... |
Paula 

Status: Offline Registriert seit: 23.04.2008 Beiträge: 502 Nachricht senden | Erstellt am 24.09.2008 - 23:17 |  |
Bestattungen werden immer ausgefallener und skurriler. Vor zwei Wochen war in Aachen die Bestattungsmesse Ein Beitrag zum Ideenevent - Beerdigung
Der Weg unter die Erde muss nicht langweilig sein.
Der traditionelle Sarg hat, wenn es nach den Ausstellern der Branche geht, ausgedient.
Mit Formen wie Gitarren, Muscheln, Herzen u.v.m. will man den Abschied des Verstorbenen zu einem unvergesslichem, einmaligem Event machen.
Aber was folgt nach einer glamorösen Bestattung?
Gräber sind ungepflegt, weil Angehörige sich nicht um die Pflege kümmern oder es nicht können, oder es gar keine Angehörigen mehr gibt, und die Beerdigungsfeier nach dem letzten Willen des Verstorbenen ausgerichtet wurde.
Wir haben eine neue Trauerkultur. Es ist die anonyme Feuerbestattung.
Mir gefällt die Idee mit der Pyramide. So bleiben Tote in Erinnerung.
Der Standort Dessau ist perfekt. Dessau war schon immer die Stadt der Kunst und Kultur (Bauhaus, Woerlitzer Gartenreich)
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besucherin

Status: Offline Registriert seit: 28.08.2008 Beiträge: 127 Nachricht senden | Erstellt am 25.09.2008 - 07:10 |  |
ein freund von uns hat als diplomarbeit ein *totenhaus* zum thema gemacht.
er wollte in berlin an ein platz eine ringförmige gebäude bauen, mit fächer für urnen.
ich finde diese idee gar nicht so abwegig.
ich werde jetzt ein wenig böse für zarte gemüter:
da wir menschen, dank medikamente und medizin immer älter werden, müßten wir von amts wegen als *sondermüll* entsorgt werden.
was sich so in grundwasser inzwischen rumtummelt, angefangen von hormone alle art über diverse rauschgifte, betablocker......da kann einem schon kodderig werden.
da helfen auch kein geigenförmige oder recycelbare särge (die gibt es auch).
meine eltern ruhen in unterkirche von ein alte kirche in sopron.
dort hat man die kolumbarium der benediktiner mönche aufgeräumt, und erweitert.
ich für meine person möchte verbrannt werden und meine urne soll auf die anonyme blumenwiese beigesetzt werden.
Signatur "Jeder sieht, was Du scheinst. Nur wenige fühlen, wie Du bist."
Niccolò Machiavelli |
<Sternenfee> unregistriert
| Erstellt am 25.09.2008 - 12:57 |  |
wortundbild schrieb
einganz anderes Beispiel moderner Trauer"kultur" wird aus Dessau berichtet.
Dort überlegt man, eine Urnenpyramide anzulegen.
http://www.tagesspiegel.de/kultur/Pyram … 72,2619915
Ist das die völlige Anonymisierung im Tod?
Soll es keine individuelle Form des Andenkens und Gedenkens mehr geben?
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Warum muss es ein Grab mit einem eigenem Stein sein?
Meine Enkelkinder ( 13,15 Jahre) waren noch nicht einmal am Grab ihrer Urgroßeltern, die noch vor ihrer Geburt verstorben sind.
Andenken gibt es in den Fotoalben, aber dafür interessieren sich meine Enkelkinder auch nicht mehr. Wer weiß, vielleicht irgendwann wieder.
Ich werde auch verbrannt, das habe ich festgelegt, meine Kinder wissen es. Ich möchte unter einem Baum liegen ohne Name, Kreuz und Stein.
Hat man eigentlich vor den Ausgrabungen gewusst, wer in den Pyramiden lag?
Ich denke nicht. Könige und Pharaone waren auch anonym bestattet.
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<Minotaurus> unregistriert
| Erstellt am 25.09.2008 - 23:14 |  |
besucherin schrieb
ich für meine person möchte verbrannt werden und meine urne soll auf die anonyme blumenwiese beigesetzt werden. |
Sternenfee schrieb
Ich werde auch verbrannt, das habe ich festgelegt, meine Kinder wissen es. Ich möchte unter einem Baum liegen ohne Name, Kreuz und Stein. |
Das dürfte sich etwas schwierig gestalten lassen, falls euere sterblichen Überreste in Deutschland beigesetzt werden sollten. Denn es gibt immer noch das deutsche Bestattungsgesetz, das eine Grabstätte zwingend vorschreibt.
Eine wahre Goldgrube für die Bestattungsindustrie. 
Ich werde nach meinem Ableben dieses blödsinnige Gesetz umgehen und meine letzte Reise nach Schneverdingen in Holland antreten.
Dort ist es möglich, seine Asche auf einer Blumenwiese verstreuen zu lassen, in Deutschland leider nicht.
Es ist bereits alles geregelt, ich wollte immer schon mal gerne nach Holland. 
Obwohl - es heißt, der Minotaurus stirbt nie. 
Na ja, wir werden sehen. 
Unsterbliche Grüße vom Mino. 
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Romi

Status: Offline Registriert seit: 31.07.2007 Beiträge: 1472 Nachricht senden | Erstellt am 26.09.2008 - 00:09 |  |
Ihr habt vielleicht egoistische Träume....*gg
Manchmal mögen es die Hinterbliebenen ganz gern, einen Ort der Stille aufzusuchen, an dem sie mit ihren Verstorbenen in meditativen Gedanken allein sein können.
Meine Enkelmädchen denken da ein wenig anders als die von Sternenfee.... 
Konservative Grüße
von Barbara
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<Minotaurus> unregistriert
| Erstellt am 26.09.2008 - 01:48 |  |
Romi schrieb
Ihr habt vielleicht egoistische Träume....*gg |
Na ja, was man(n) eben so träumt... 
Romi schrieb
Manchmal mögen es die Hinterbliebenen ganz gern, einen Ort der Stille aufzusuchen, an dem sie mit ihren Verstorbenen in meditativen Gedanken allein sein können. |
Schon richtig. Dieser Ort muß aber nicht unbedingt eine Grabstätte sein.
Zum Thema Tod und Trauer habe ich bereits hier etwas geschrieben, was ich - nach wie vor - für gültig halte.
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besucherin

Status: Offline Registriert seit: 28.08.2008 Beiträge: 127 Nachricht senden | Erstellt am 26.09.2008 - 08:00 |  |
@mino,
mein mann, bzw.seine urne wurde in karlsruhe am friedhof auf der sogenannte *anonyme blumenwiese* beigesetzt.
dass ist ein ca. 30x30m große feld, wo der friedhofs verwaltung jedes jahr wiesenblumen samen streuen lässt.
wo die urnen sind??? weiss niemand.
ein einzige weg durchschneidet diese wiese.
und so möchte ich es für mich auch haben.
Signatur "Jeder sieht, was Du scheinst. Nur wenige fühlen, wie Du bist."
Niccolò Machiavelli |
Romi

Status: Offline Registriert seit: 31.07.2007 Beiträge: 1472 Nachricht senden | Erstellt am 26.09.2008 - 08:03 |  |
Lieber Mino, du hast meinem Konjunktiv in den Imperativ übertragen.... was für dich gültig ist, muss nicht für alle gültig sein. Ich kenne einige alte Menschen, die den täglichen Weg zum Friedhof als ihr einziges Tagesprogramm haben. Lassen wir doch jeden Menschen seine Entscheidung treffen. Ich persönlich gehe gerade im Herbst recht gerne durch Friedhöfe, sehe mir die Familiengräber an und lese ihre Geschichten, sehe mir die Menschen an, die diese Gräber pflegen.
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