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HollyvanMekeren 



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...   Erstellt am 15.07.2009 - 10:51Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Man sagt, dass die Menschen immer schlechter werden und immer weniger Vertrauen zu den anderen haben.

Das ist nicht wahr, ganz im Gegenteil, und der beste Beweis dafür sind die Kreditkarten.

Ich bin kein Lateiner, so viel weiß ich aber, dass „Kredit" etwas mit „credere" zu tun hat, und das heißt - ich habe im Wörterbuch nachgesehen -„glauben, vertrauen".

Ich glaube, ich muss mir nun endlich eine, ach was eine, ich nehme sie alle Visa, Dinnersclub, American Espress und wie sie noch so alle heißen.

Mit so einem vom Computer bestätigten Ausweis meiner Glaubwürdigkeit kann ich dann ruhig erzählen, was für ein schöner schlanker Jüngling oder was für ein kluges Kind ich war; wenn jemand dabei ironisch lächelt, zeige ich ihm meine Glaubwürdigkeitskarte, und er muss sein Lächeln zurücknehme.

Na ja... Ich weiß ... Für moralischen Kredit gibt es noch keine Karten. Die Institutionen, die sie herausgeben könnten, haben wohl doch Angst vor einer Pleite: Man kann einem Menschen eher glauben, dass er etwas bezahlen kann, als dass er die Wahrheit sagt.

Aber auch so sind die Kreditkarten eine gute und bequeme Erfindung.

Hatte man anno damals Lust auf einen Krug Wein, musste man ein Schaf zum Winzer schleppen, und er hat es zuerst gründlich abgetastet, ob es auch wirklich fett ist; oder man musste ihm ein Goldstück bringen, in das er hineinbeißen konnte. Papiergeld ist schon viel bequemer, aber unpersönlich:

Man schenkt das Vertrauen nicht mir, sondern der Notenbank. Schecks sind persönlich, fast wie eine Kreditkarte: In beiden Fällen muss man beim Einkauf eine Unterschrift leisten oder eine Geheimzahl PIN genannt, in einen eigens für Vertrauenskarten konzipierten Kasten tippen.

Die Kreditkarte - Vertrauenskarte besagt, dass ihr Inhaber genug Geld hat, um auch ohne Geld einkaufen zu können; selbst auf Reisen in fernen Ländern.

Früher brauchte man sie nicht: Wenn man jemanden kannte, wusste man, wie kreditwürdig er ist, und Unbekannten hat man eh nichts auf Pump gegeben.

Heute leben wir fast ausschließlich unter Unbekannten und jemand muss für uns bürgen.
Es ist übrigens gut so, dass wir mit Unbekannten zu tun haben, sonst würde uns nie jemand was borgen.

Ich habe nur ein Problem:
Ich bin ein gutgläubiger, vertrauensvoller Mensch und habe vor dem gedruckten Wort Respekt.

Wenn mir eine mächtige Firma auf einem glänzenden Stück Kunststoff schwarz auf weiß (oder meinetwegen rot auf blau) bestätigt, dass ich genug Geld habe, kann es passieren, dass ich es auch selbst glaube und viel mehr einkaufe als ich bezahlen kann.

Was dann? Kann man auch einen Strafverteidiger per Kreditkarte bezahlen?





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