ART 

Status: Offline Registriert seit: 13.12.2006 Beiträge: 1997 Nachricht senden | Erstellt am 19.12.2006 - 17:31 |  |
Vertrauen ist eine Oase des Herzens,die von der Karawane des Denkens nie ereicht wird.
das sagte Khalill Gibran.
Da wir ja nicht einfach nur Zitate einstellen sondern darüber diskutieren wollen, habe ich mit diesem begonnen.
Ist Vertrauen eine Herzensangelegenheit?
Ich sage jaein, weil Vertrauen auch hin und wieder Beweise braucht.
|
wortundbild 

Status: Offline Registriert seit: 14.12.2006 Beiträge: 4009 Nachricht senden | Erstellt am 20.12.2006 - 10:12 |  |
Sind Vertrauensbeweise notwendig?
Ich weiß es nicht.
Braucht Vertrauen Beweise? Kann man überhaupt Vertrauen beweisen?
Was ist das überhaupt ein Vertrauensbeweis? Ein Beweis, dass man das Vertrauen eines anderen nicht enttäuscht? Oder der Beweis, dass man einem anderen vertraut? Oder beides?
Echtes Vertrauen ist meiner Meinung nach eine Sache, die langsam wächst. Denkt an den kleine Prinzen und den Fuchs. Da geht es um langsame Annäherung. Wer dabei zu schnell ist, den würde ich als vertrauensselig bezeichnen. vielleicht ist das dann jemand, der für sein (vorschnell gegebenes) Vertrauen Beweise braucht (und dann auch schnell enttäuscht sein kann, wenn er solche Beweise nicht bekommt) Wer allerdings Geduld aufbringt, abzuwarten wie sich allmählich und ganz langsam Vertrauen aufbaut, der braucht - so meine ich – keine Beweise dafür, dass dieses Vertrauen gerechtfertigt ist. (Mag sein, dass das dann die Form des Vertrauens ist, die Khalil Gibran als Herzensangelegenheit bezeichnet?)
Wie viel Zeit notwendig ist, um tragfähiges Vertrauen aufzubauen, ist natürlich auch sehr unterschiedlich. Das hängt von so vielen Faktoren ab...
Zu mir bisher unbekannten Freunden von bereits mit mir befreundeten Menschen, zu denen durch lange Bekanntschaft eine vertrauensvolle Freundschaft gewachsen ist, werde ich zum Beispiel sicher viel schneller Vertrauen finden können als zu völlig Fremden.
Zum Thema Vertrauen habe ich neulich in anderem Zusammenhang etwas über Vertrauensmissbrauch geschrieben. Ich sagte da, dass es auch eine Art von Vertrauensmissbrauch gibt, der darin besteht, dass man jemandem Vertrauen entgegenbringt, von dem man weiß (oder wissen könnte) dass er diesem Vertrauen nicht gewachsen ist. Ein Beispiel dazu begegnete mir erst vor kurzem. Und zwar handelt es sich um einen Mann, der vor ca. 40 Jahren als erster aus seinem Dorf Abitur machte. Die Dorfgemeinschaft war begeistert und gab diesem Menschen damals einen Zuschuss für seinStudium. An sich eine durchaus verständliche und begrüßenswerte Sache. ABER...
Er konnte diesem Vertrauen, das da ein ganzes Dorf in ihn hatte, diesen Erwartungen, die seine Nachbarn und Freunde in ihn setzten, einfach nicht gerecht werden. Ich kann nicht beurteilen, ob die Menschen damals hätten abschätzen können, dass sie ihm keinen guten Dienst leisteten mit diesem Stipendium. Aber das Ergebnis war, dass er immer unter diesem „Misserfolg“ litt, weil er eben das Vertrauen, das andere ihn setzten nicht durch entsprechende Leistungen erfüllen konnte.
Signatur Worte sind Bilder – Bilder sind Worte - Bildworte – Wortbilder .... |