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zapageck  50 Liter Wein
 

Status: Offline Registriert seit: 11.09.2009 Beiträge: 62 Nachricht senden | Erstellt am 14.09.2009 - 23:20 |  |
Hallo zusammen
Mein langsamer Rechner hat Schuld. Punkt.
Deshalb habe ich jetzt 27 Liter Flüssigkeit in der Küche stehen, von der ich hoffe das es so etwas wie Met wird. Doch ich fang am besten vorn an.
Wie sicher viele hier bin ich bei einem Mittelalterfest mit Met infiziert worden. Und wie ihr ja wisst, ist eine Folge davon ja die Überzeugung selbst Met machen zu müssen.
Ich hatte zwar keine Ahnung wie das geht, aber schon früher war mein Motto: „man muß nicht alles wissen, man muß nur wissen wo es steht“ Also habe ich als moderner Mensch Onkel Google befragt.
Dabei stieß ich ziemlich schnell auf eine vielversprechende Adresse, nämlich „Honigweinkeller“. Doch als ich den Link anklickte öffnete sich nur ein Werbebanner am oberen Bildschirm. Jedenfalls in den ersten 3 Sekunden. Dann hatte ich schon den „Zurück“ Butten geklickt, mit dem Gedanken „Auch nur Werbeseite, also Mist“
Etwas später fand ich einen anderen Link der mich in irgendein Forum führte in dem jemand seine Metherstellung in den höchsten Tönen lobte und auch ausführlich begründete warum nur seine Methode die richtige ist.
Klasse dachte ich. Die Seite genau studiert und die benötigten Sachen besorgt.
Los ging es also.
8 Liter Wasser abkochen und in den Gärballon
7 kg Honig mit 8 Liter Apfelsaft mischen und aufkochen
(Begründung klang einleuchtend: Vitamine werden zwar zerstört, aber wir wollen Met und keinen Multivitaminsaft herstellen)
Auch in den Gärballon und abkühlen lassen
Dann 6g Nährsalze und 10ml Milchsäure hinzu (wir wollen keinen sauren Met, deshalb nur 10 ml)
Starteransatz dazu. Fertig
Die Gärung setzte auch am nächsten Tag ein, und bluberte eine Woche gut durch. Dann wurde sie weniger. Also weiter nach Anweisung. 3 Tage nicht schütteln dann von der Hefe abziehen weil der Met sonst verdirbt. Beim Abziehen auch gleich mit 2g Kaliumpyrosulfid
schwefeln um die bösen Microorganismen abzutöten.
Eigenartiger Weise ließ nach dieser Aktion die Gärung fast ganz nach.
Aha dachte ich, Honig ist alle. Also schnell 1kg Honig in einem Liter Wasser kochen und nach dem Abkühlen in den Met kippen. Leider interessierte das den Met überhaupt nicht. Ebensowenig wie die Zugabe neuer Hefe.
Mittlerweile kommt nur noch ein kleines müdes Bläschen wenn ich den Ballon kräftig schwenke.
Hier eine kleine Zeitschiene zur Übersicht:
Angesetzt am 24.08.
Abgezogen am 5.09
Nachsüßen am 7.09
Seid dem 10.09 keine Gäraktivität
12.09. eine Starterkultur Hefe zugegeben.
Da ich mir nach der Aktion mit den Abziehen doch nicht mehr so sicher war ob des alles so sein muß, machte ich mich noch mal im Internet schlau. Durch Zufall klickte ich wieder den Link zum Honigweinkeller an. Dabei wurde ich aber abgelenkt und als ich wieder auf den Monitor sah, begrüßte mich euer Forum. Da hab ich nun viel gelesen, auch vieles was ich falsch gemacht habe. Und da ich nicht weiß ob aus meinem Met was wird, habe ich parallel dazu einen neuen angesetzt. Allerdings diesmal (fast) nach der Anleitung vom Honigweinkeller. Und der blubbert seit gestern auch munter vor sich hin.
Dem ersten Ansatz werde ich noch die nächsten 5 Tage täglich schwenken. Sollte bis dahin weiterhin keine Gärung stattfinden, werde ich ihn noch mal mit 2g schwefeln, eine Woche ruhig stellen und ihn dann in einen anderen Ballon zur Reife ziehen. Mal sehen was draus wird.
[Dieser Beitrag wurde am 02.10.2009 - 22:20 von zapageck aktualisiert]
Signatur Guter Wein, in Maßen getrunken,
schadet auch nicht in größeren Mengen. |
zapageck  50 Liter Wein
 

Status: Offline Registriert seit: 11.09.2009 Beiträge: 62 Nachricht senden | Erstellt am 14.09.2009 - 23:24 |  |
13.09.09
Der erste Ansatz:
Weiterhin keine Gäraktivität, beim kräftigen schwenken ein kleiner Blubb
Der zweite Ansatz:
4,5 kg Honig
3 Liter Kirschsaft
2 Liter schwarzer Johannisbeersaft
1 Liter naturtrüber Apfelsaft
7 große geriebene Äpfel
60 ml Milchsäure
15 ml Antigel
9g Hefe Nährsalz
2g Tannin
Trockenhefe Portwein
destilliertes Wasser
alle Zutaten hatten Zimmertemperatur
Trockenhefe in 50 ml Wasser auflösen, stehen lassen.
Den Honig in den 25-Liter-Ballon, 4 Liter Wasser dazu, mittels schwenken den Honig auflösen.
Kirsch, Johannisbeer und Apfelsaft dazu, schwenken.
Geriebene Äpfel und Antigel dazu, schwenken
Den Ballon mit destilliertem Wasser bis 26 Liter auffüllen
(in den späteren Lagerballon passen 25 Liter bis spundvoll)
Säuregehalt mit Milchsäure auf 6,5 eingestellt,
Nährsalz in etwas Wasser aufgelöst und zugegeben.
2g Tannin zugegeben.
Alles gut geschwenkt, dann die rehydrierte Hefe dazu (stand 1 Stunde), schwenken.
Gärbeginn etwa 4 Stunden später.
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zapageck  50 Liter Wein
 

Status: Offline Registriert seit: 11.09.2009 Beiträge: 62 Nachricht senden | Erstellt am 14.09.2009 - 23:26 |  |
14.09.09
Erster Ansatz: keine Veränderung
Zweiter Ansatz:
Stürmische Gärung, etwa 2 Blasen pro Sekunde.
Ballon mehrmals täglich geschwenkt, im Ballon wirbeln die feinen Apfelbestandteile umher,
die gröberen Bestandteile sammeln sich auf dem Schaum und werden beim schwenken wieder untergemischt.
P.S.
Farbe sieht toll aus, kräftiges dunkelrot
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zapageck  50 Liter Wein
 

Status: Offline Registriert seit: 11.09.2009 Beiträge: 62 Nachricht senden | Erstellt am 15.09.2009 - 22:55 |  |
15.09.09
Erster Ansatz (Tag 23)
Habe heute den ersten Ansatz gründlich „untersucht“. Wider Erwarten hat sich der Geschmack seit der letzten Verkostung wesendlich gebessert. Eigentlich schon recht lecker, nur zu süß. Jedenfalls für meinen Geschmack. Er ist jetzt sehr lieblich, ich hätte lieber halbtrocken.
Da der Säuregehalt so ziemlich im Keller war, etwa 3g/l, habe ich ihn heute mit Milch- und Zitronensäure auf 6,2 g/l eingestellt. Auch in der Hoffnung die Süße etwas zu kompensieren.
Hoffe das war nicht zu spät. Gekostet habe ich nach der Säuerung nicht mehr, soll sich erst mal alles richtig verbinden. Außerdem hoffe ich das während der Reifelagerung noch etwas Süße vergeht.
Vinometer zeigt 14 Umdrehungen an.
Im Röhrchen tut sich beim normalen stehen gar nichts mehr. Beim kräftigen schwenken entsteht 1cm Schaum, aber es entweichen nur wenige Blasen dem Gärröhrchen.
Jetzt bin ich unsicher ob die Gärung wirklich vorbei ist oder sie sich ganz langsam ewig fortsetzt. Werde also noch eine Woche warten, täglich schwenken und sehen ob sich am Geschmack oder Alkoholgehalt was ändert.
Bin auf jeden Fäll wieder optimistisch, hatte schon die Befürchtung die Ratten der Kanalisation glücklich machen zu müssen.
Aber eines weiß ich jetzt schon: Ich ziehe nie wieder Wein nach der Hauptgärung bzw. während der Gärung von der Hefe ab.
Zweiter Ansatz (Tag 3)
Stürmische Gärung läuft super, 1-2 b/sek, mehrmals täglich schwenken, durch den Fruchtsaft riecht es angenehmer als beim ersten Ansatz.
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Tompson 1000 Liter Wein
    

Status: Offline Registriert seit: 10.05.2004 Beiträge: 3512 Nachricht senden | Erstellt am 17.09.2009 - 12:58 |  |
Nur für den Fall, daß Du enttäuscht bist, weil keiner antwortet: Du hast ja alles schon selbst erkannt, richtige Schlüsse gezogen und gehst mit dem ersten Versuch selbstkritisch-vernünftig um.
Übrigens ging das vielen hier so 
Signatur Der liebe Gott schuf den Menschen aus Lehm.
Der Mensch schuf den Wein aus Reben.
Also: Halten wir den Lehm schön feucht... |
MoeJoe 100 Liter Wein
  

Status: Offline Registriert seit: 27.08.2008 Beiträge: 129 Nachricht senden | Erstellt am 17.09.2009 - 16:27 |  |
Man glaubt echt nicht was für einen stuss man sonst so ließt 
Signatur Zahme Vögel singen von Freiheit,
Wilde Vögel fliegen... |
volk73 500 Liter Wein
   

Status: Offline Registriert seit: 10.09.2004 Beiträge: 703 Nachricht senden | Erstellt am 17.09.2009 - 17:02 |  |
und vor den Informationen hier und den eigenen Erfahrungen hätten wir es doch wohl alle auch geglaubt, oder?
Zum Beispiel hatte ich einfach Glück vor meinem ersten Ansatz dieses Forum und die zugehörigen Webseiten zu finden.
Wenn man nix weiß klingt alles erstmal schlüssig, auch wenn es genauerem Ansehen nicht mehr standhält. Eine Gute Präsentation sagt halt noch nix über den Inhalt aus 
Daher an dieser Stelle nochmal Vielen Dank an Beide Forenbetreiber für die Geduld und die Weitergabe des fundierten Wissens. 
Ich kann es noch immer nicht alles im Detail begründen, aber in der Anwendung waren bisher alle Hinweise Gold wert und haben funktioniert. 
Signatur Inverse Julia function - "orbit" traces Julia set in two dimensions. z(0) = a point on the Julia Set boundary; z(n+1) = +- sqrt(z(n) - c)
"Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden." Oliver Hassencamp |
JasonOgg  1000 Liter Wein
    

Status: Offline Registriert seit: 13.08.2007 Beiträge: 1947 Nachricht senden | Erstellt am 17.09.2009 - 21:56 |  |
Dem schließe ich mich an.
Und Danke an die Pflege des Forums, die Arbeit sollte man auch nicht unterschätzen.
Vor allem weil Begründungen geliefert, diskutiert und von anderen bestätigt werden.
Eine Begründung wie "wir wollen ja keinen Multivitaminsaft" kann man sich schenken.
Signatur Was lange gärt wird gut. |
zapageck  50 Liter Wein
 

Status: Offline Registriert seit: 11.09.2009 Beiträge: 62 Nachricht senden | Erstellt am 17.09.2009 - 23:16 |  |
Hallo
vielen Dank für Eure Antworten (ehrlich gesagt ein klein wenig enttäuscht war ich schon das es keine Antworten gab :wideeyed
und natürlich auch vielen Dank an die Betreiber des Forums.
Zu meinen Ansätzen gibt es nicht viel neues. Ansatz eins sagt mittlerweile nicht mal mehr beim schütteln blubb. Dafür beginnt er sich zu klären. Vielleich sollte ich jetzt schon schwefeln und ihn dann eine Woche stehen lassen. Bevor ich ihn in den Reifeballon ziehe. Was meint ihr?
Ansatz zwei gärt froh und munter weiter. Allerdings minimal weniger stürmisch.
Freudige Nachricht: meine Feinwaage ist endlich da. Morgen kann ich sie von der Post abholen. Der Paketbote hatte wohl keinen Nachbarn angetroffen um sie abzugeben. Aber egal,Hauptsache ich muß zum abwiegen nicht mehr in die Apotheke.
Eine Frage hab ich aber noch.
wenn ich meinen zweiten Ansatz nachhonigen muß, kann ich dazu problemlos etwas aus dem Ansatz abzapfen, den Honig darin auflösen und wieder zurückgeben? Oder ist das aufgrund des Sauerstoffs nicht ratsam? Der Ballon ist ziemlich voll und ich habe die Befürchtung das sich beim schwenken nicht der ganze Honig löst. Als Menge denke ich das 750g Honig auf 26 Liter Wein zum nachhonigen ok ist.
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Fruchtweinkeller  Administrator
         

Status: Offline Registriert seit: 29.03.2004 Beiträge: 13411 Nachricht senden | Erstellt am 17.09.2009 - 23:50 |  |
Solange die Gärung läuft ist eine kurzzeitige Belüftung unkritisch. Etwas Sauerstoff kann die Gärfreudigkeit der Hefchen sogar fördern.
Signatur Jede Null verzehnfacht das Problem.
(Graf Fito)
Sorry, aber ich antworte nicht auf PMs, die inhaltlich ins Forum gehören! |