forenlogo

 

Aktuell


Einloggen

Einladung

Suchen


Neuer Thread ...


ErstellerThema » Beitrag als Abo bestellenThread schließen Thread verschieben Festpinnen Druckansicht Thread löschen

Minka
unregistriert

...   Erstellt am 08.12.2007 - 08:13Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen




S. Maria Novella Florenz
Fresko aus der Florentiner Schule XIV. Jh.


Dies ist mein liebstes Verkündigungs-Bild.
Der Engel rauscht nicht herein und erschrickt
Maria. Nein, hier ist Lauschen angesagt.

Der Engel hat Knie und Hände in Demutshaltung,
und lauscht, ob Maria bereit sei, diese unge-
heure Botschaft zu empfangen.
Maria lauscht hinaus, war da was? ein Rauschen,
vor der Tür? Ja, ist das überhaupt eine Tür?

Zuvor braucht sie, um dies zu begreifen, den
Heiligen Geist, der ihr vom Himmel geschickt
wird, nicht vom Vater-Gott, nein, der Sohn
selbst ist es!

und, schaut, der Bodenteppich unter Marias
Füßen geht durch die Wand zum Engel hin! Die
Verbindung ist geschaffen, durchs Lauschen
und Stille sein.

Entdeckt selber noch Geheimnisse in diesem
wunderbaren Bild.

Ingeborg

[Dieser Beitrag wurde am 09.12.2007 - 08:24 von Minka aktualisiert]




CarpeNoctem ...



...

Status: Offline
Registriert seit: 19.02.2007
Beiträge: 530
Nachricht senden
...   Erstellt am 08.12.2007 - 19:01Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Vielen Dank für dieses wunderbare Bild.
Es gibt viel zu entdecken. Das Geheimnis ist
sich einzulassen auf die Zeit, in der dieses Bild entstanden ist, sich einzulassen auf die biblische Geschichte, die dieses Bild erzählt.


Dazu passen diese Worte von Victor Hugo

Erscheinung


Einen weißen Engel sah ich über mich sich neigen.
Sein beglänzter Flug hat Sturm zur Ruh gebracht
Und das ferne Meerestoben schon zum Schweigen.
- Engel, was nur willst du tun in dieser Nacht ?
Er entgegnet: Deine Seele will ich fangen. -
Und ich hatte Furcht: ich sah ein Weib vor mir.
Meine Arme hob ich, und ich sprach die bangen
Worte: - Was dann bleibt mir; denn du fliehst von hier ?
Und er sagte nichts. Der Himmel, schattenschwer,
Erlosch... - Und nimmst du meine Seele, schrie ich sehr,
Sage mir, wohin, wohin willst du sie geben ?




Minka
unregistriert

...   Erstellt am 08.12.2007 - 19:05Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


lieber, lieber Klaus,

danke für dieses Gedicht, ja, so ergänzt
sich Weihnachten.

Ich schreib mirs auf.

Ingeborg




Westallgaeuer
unregistriert

...   Erstellt am 08.12.2007 - 23:57Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Liebe Ingeborg, ich habe dazu ein Gedicht von Rilke gefunden, das ich übrigens, (mit einigen Erläuterungen) morgen im Gottesdienst verwende.

Die Worte des Engels

Du bist nicht näher an Gott als wir;
wir sind ihm alle weit.
Aber wunderbar sind dir
die Hände benedeit.
So reifen sie bei keiner Frau,
so schimmernd aus dem Saum:
ich bin der Tag, ich bin der Tau,
du aber bist der Baum.

Ich bin jetzt matt, mein Weg war weit,
vergieb mir, ich vergaß,
was Er, der groß in Goldgeschmeid
wie in der Sonne saß,
dir künden ließ, du Sinnende,
(verwirrt hat mich der Raum).
Sieh: ich bin das Beginnende,
du aber bist der Baum.

Ich spannte meine Schwingen aus
und wurde seltsam weit;
jetzt überfließt dein kleines Haus
von meinem großen Kleid.
Und dennoch bist du so allein
wie nie und schaust mich kaum;
das macht: ich bin ein Hauch im Hain,
du aber bist der Baum.

Die Engel alle bangen so,
lassen einander los:
noch nie war das Verlangen so,
so ungewiss und groß.
Vielleicht, dass Etwas bald geschieht,
das du im Traum begreifst.
Gegrüßt sei, meine Seele sieht:
du bist bereit und reifst.
Du bist ein großes, hohes Tor,
und aufgehn wirst du bald.
Du, meines Liedes liebstes Ohr,
jetzt fühle ich: mein Wort verlor
sich in dir wie im Wald.

So kam ich und vollendete
dir tausendeinen Traum.
Gott sah mich an; er blendete...

Du aber bist der Baum.

Rainer Maria Rilke, 21.7.1899, Berlin-Schmargendorf




Minka
unregistriert

...   Erstellt am 09.12.2007 - 07:22Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


wie wunderbar, lieber Fidelis,
und das heute im Gottesdienst,
da werden die Menschen lauschen!

Vor lauter Lauschen und Staunen sei still,
du mein tieftiefes Leben.
Dass du weisst, was der Wind dir will
eh noch die Birken beben.
Und wenn dir einmal das Schweigen sprach,
lass deine Sinne besiegen,
jedem Hauche gib dich, gib nach,
er wird dich lieben und wiegen.

Und dann, meine Seele, sei weit, sei weit,
dass dir das Leben gelinge,
breite dich wie ein Feierkleid
über die sinnenden Dinge.

Rainer Maria Rilke

[Dieser Beitrag wurde am 09.12.2007 - 08:29 von Minka aktualisiert]





Ähnliche Themen:
Thema Erstellt von Antworten Forumname
Verkündigung/van der Weyden Minka 1 just_for_fun
Florenz Lavida 0 just_for_fun
Kaffeehauskultur in Florenz 0 just_for_fun
Neuer Thread ...



KalenderBarbaraMärz Neue Seite 1

© Collage by Romi



Impressum

Dieses Forum ist ein kostenloser Service von razyboard.com powered by:
Geizkragen Preisvergleich. Top-Produkt im Preisvergleich: HP (Hewlett Packard) Q5951A
Wollen Sie auch ein kostenloses Forum in weniger als 2 Minuten? Dann klicken Sie hier!



blank