Orgelsmann  Power User
    

Status: Offline Registriert seit: 25.01.2006 Beiträge: 104 Nachricht senden | Erstellt am 27.01.2006 - 15:08 |  |
Thema und Anfrage zur Verkabelung Mit der Verkabelung habe ich schon das Tollste erlebt. Da hat zum Beispiel jemand bei einem Auftritt einen selbsterstellten "Blindstecker" verwendet. Es war das abgeschnittene Stück einer Spiral-Telefonschnur! Kein Wunder, daß der Veranstalter mich rief und um Hilfe bat. Da wir des öfteren mit einer größeren Anzahl stets wechselnder Spieler auftraten, haben wir einige wenige streng einzuhaltende Regeln uns selbst auferlegt: SEX-(6)Regeln:
Ruhe bewahren - Ruhe bewahren - Ruhe bewahren
Keine Sorge - es klappt sowieso nicht 1. Die Mitwirkenden stellen ihre Instrumente an der Stelle auf, die ihnen vom Dirigenten, d.h. vom Spieler der Mutter-Orgel (bei uns etwas hochtrabend Orchesterleiter oder musikalische Leitung genannt) angewiesen wird.
Jeder Mitwirkende hat sein Verbindungskabel auf die Orgel zu legen
2. Danach haben die Spieler sich von den Orgeln so weit zu entfernen, daß ein ungestörtes Verkabeln möglich ist.
´3. Die Verkabelung wird nur vom Orchesterleiter alleine durchgeführt. Ebenso wird der Orchesterleiter die einzelnen Orgeln hochfahren, auf Orchester programmieren, die Percussionen einrichten (HiHat, Glockenspiel, Pauke, Trommel) und alleine eine Funktionsprobe durchführen.
4. Bei einer Funktionsprobe wird von der Mutterorgel ein beliebiges Stück mit Schlagzeug-Arrangement eingegeben und gestartet. Nun wird an jeder einzelnen Orgel gehört, ob die Ventile und die Glockenspiele arbeiten. Dies stört auch keine bereits anwesenden Zuhörer und die Verantwortung liegt ganz alleine beim Orchesterleiter.
5. Zum Abschluß des Aufbaus wird mit einem kurzen Stück eine echte Orchesterprobe durchgeführt. Hierzu hat jeder Spieler den Platz hinter seiner Orgel einzunehmen, seine volle Aufmerksamkeit auf die musikalische Leitung zu richten und das vorgegebene Stück bis zum Abbruch durch die Mutterorgel zu spielen.
6. Es ist den Spielern strengstens untersagt, selbständig die Verkabelung zu ändern, zu unterbrechen oder während des Spiels bei einer Unterbrechung dies laut und deutlich durch Zuruf bekanntzumachen "Verbindung gestört"! Dies bemerkt die Mutterorgel selbst und kann dann entsprechend handeln. Diese Regelungen lesen sich vielleicht sehr kompliziert, lassen sich in einem persönlichen Gespräch jedoch einfach erklären und vermitteln. Es ist etwas anderes, ob ich mit drei oder vier Gruppen zu jeweils drei oder vier Instrumenten spiele, oder in einer einzigen Gruppe zu 15 - 20. Bei unserem Auftritt in Arnsberg mit 55 Orchesterorgeln haben wir fast eine Stunde gebraucht, um alles ordnungsgemäß zu verkabeln. Und dann waren noch zwei Instrumente dabei, deren Akku den Geist aufgegeben hatte, sodaß wir nach langer Fehlersuche mit 53 endlich beginnen konnten Abgebrochene Stecker-Nasen, teilweise abgerissene Kabel (passiert sehr häufig, wenn die Kabel nicht auf dem Boden anliegen und sich jemand drin verheddert), defekte Brücken- oder Blindstecker - dies alles sind Fehlerquellen, die wir mittlerweile mit unserem System zu 99% so früh erkennen, daß es beim Orchesterspiel nicht mehr zu Problemen kommt. So lassen sich in der Regel auch Tanzbären von Hofbauer problemlos einbauen. Lediglich die Kombination von Hofbauer-Kabel-System und Hofbauer Funk (Orchester verkabelt, Tanzbären frei herumlaufend) hat häufiger zu Störungen bzw. Ausfall der Tanzbären geführt.
Siehe hierzu auch die Bedienungsanleitung von Rolf Gregor und Herbert Kirchartz für das System 2000, die auf Wunsch (20 DIN A4-Seiten) zur Verfügung gestellt wird.
Zusammenfassend darf ich sagen, daß mir dieses System als das bisher zuverlässigste erscheint. Gruß und viel Kabel-Musik-Spaß
Herbert
[Dieser Beitrag wurde am 29.01.2006 - 18:25 von Orgelsmann aktualisiert]
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