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Normin Ehem. Rebellanführer Administrator

Status: Offline Registriert seit: 27.05.2004 Beiträge: 7990 Nachricht senden | Erstellt am 13.09.2005 - 01:42 | |
Normin hatte nicht mehr zurück gesehen. Er bekam kaum mit, was Elená mit Jaana machte und wie sie diese zum Stadttor brachte. Er hielt noch Devlins Stein in der Hand, welchen er nun vollkommen verzweifelt anstarrte. Erst als sich Athenas Hand über die seine legte, wachte er aus seiner Trance auf, zuckte nur liecht zusammen, und doch konnte es Athena spüren. Und seinem verzweifelten Gesichtsausdruck voller Haß und Wut war ein Ausdruck der Trauer gewichen.
Was nur hatte er getan, schoß es ihm plötzlich durch den Kopf. Er hatte einen wehrlosen Menschen zusammen geschlagen. Er hatte etwas getan, was er so hasste in diesem Leben, er hatte etwas getan, was man oft genug mit ihm getan hatte. Und nun fühlte er sich nicht besser als sie, die er so hasste.
Versteinert blickte er Athena an und wollte soviel sagen. Seine Augen waren voller Verzweiflung.
Eben war er einfach nur noch ausgerastet voller Wut und Machtlosigkeit. Er war an einen Punkt angekommen, wo er seiner Wut und seiner Verzweiflung keinen Einhalt mehr bieten konnte. Da waren nur noch Emotionen gewesen: Haß, Wut, Verzweiflung, Trauer und Ohnmacht. Er fühlte sich so missbraucht - so hilflos gegen diese Gesellschsaft. Eine Gesellschaft, die Jaana vertrat. Sie war mächtig, reich und hatte trotz ihres Urteils Einfluss. Und sie hatte schreckliches getan. Nicht nur ihm, Bormin, nein, seiner Athena und seinem Bruder ... und anderen auch.
Normin hatte Fieber, aber das bekam er nicht mit. Wie oft war er in diesem leicht geschwächten Zustand, wenn man ihn bis zur Bewußtlosigkeit ausgespeitscht hatte. Und warum? Nur weil er in den Augen anderer minderwerig war. Er war bis heute nie darüber weggekommen, über diese Demütigung und alles was er erlebt hatte, hatte seinen Haß und seine Verbitterung geschürt. Er war nach seiner Amnesie, die alles austilgte, was vor 10 Jahren passiert war, nur noch verbittert.
Doch langsam begann er den Zustand zu hassen, der ihn so nur auf sich reduzierte. Er wollte etwas anderes, doch wußte er nicht was. Und doch wußte er es: Er wollte einfach nur Frieden. Seine Athena, ihr gemeinsames Kind und den Teil der Familie, deen er erst neu kennenlernen mußte: Devlin: So verrückt er auch war, so liebenswert war er mit seiner Verücktheit.
Doch aufeinmal brach wieder einmal alles über Normin zusammen und er schämte sich, sich nicht stark genug zu fühlen, wo doch ein jeder das erwartete.
Als er mit Athena auf dem Weg zum Meer war, da hielt er inne. Es war nicht das Fieber, es waren seine Gedanken und er hockte sich plötzlich auf einen Felsen. »Ich kann nicht mehr ...« sagte er nur leise. Diese Worte waren ihm noch niemals über seine Lippen gekommen. Soe waren ein Indiz für das, was er eigentlich seit Jahren verspürte. Er lämpfte ums Überleben und hatte es langsam satt. Er wollte nicht sterben - nein, aver er wollte auch nicht mehr kämpfen - rebellieren: Er wollte einfach mal ein wenig leben. Mit AThena, ihrem Kind und Devlin.
Einfach nur mal ein wenig Frieden haben.
Eine Hand fuhr zu seinem Gesicht und er bedeckte seine Augen. »Athena, ich will mich ändern. Ich will nicht auf Jaanas Stufe stehen und wehrlose Menschen quälen - so wie sie es tat. Aber ich habe es getan ...« Seine Stimme klang ehrlich und sehr leise.
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Athena unregistriert
| Erstellt am 13.09.2005 - 15:55 | |
Athena kannte das Gefühl gut. Es war wenn jeder weitere Schritt, jede Überlegung, jede Entscheidung eine unendliche Qual bedeutete. Wenn sie aufs Meer hinaussah und sich nichts sehnlichster wünschte, als diese Insel mit all ihren Problemen - nein besser noch mit all der Vergangenheit hinter sich zu lassen. Einfach aufbrechen in ein anderes Leben ohne die Probleme und die Erfahrungen die sie hier hatte sammeln müssen.
Im Grunde ging es ihr immer noch so, nur schöpfte sie immer wieder neue Kraft, nicht zuletzt aus ihrer Liebe zu Normin. Es war nicht verwunderlich, das Normin am Ende war, sowohl mit seinem körperlichen Kräften als auch mit seiner Seele und sich nur noch nach Ruhe sehnte. Das war ein schöner Traum, jedoch nicht mehr und das wußte er genauso wie sie selbst.
Athena hockte sich vor Normin und legte ihm die Hände auf die Schultern. "Du wirst nie in deinem Leben auf Jaanas Stufe stehen, Normin." sagte sie leise, aber sehr eindringlich. "Du hast sie aus deinem Gefühl heraus geschlagen, einem Gefühl, das dir zu übermächtig wurde - aus Haß, aus Rache, vielleicht auch aus einer gewissen Hilflosigkeit. Jaana ist zu Gefühlen gar nicht fähig, sie handelt aus Berechnung und zur Manipulation. Das wirst du niemals tun."
Sie strich sachte mit einer Hand über sein Haar. "Du hast dich in den letzten Monaten schon so sehr geändert, du wirst es auch noch schaffen, dich ein wenig mehr zu beherrschen. Aber alles zu seiner Zeit."
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Normin Ehem. Rebellanführer Administrator

Status: Offline Registriert seit: 27.05.2004 Beiträge: 7990 Nachricht senden | Erstellt am 13.09.2005 - 18:57 | |
Normin blickte sie nur kurz an, dann starrte er zu Boden. Ihre Worte waren wie Samt auf seiner Haut, wie ein Balsam, der sich auf seine seelischen Wunden legte und ihm Linderung verschafften. Es würde wohl noch ewig dauern, bis diese Wunden vernarbt waren - denn ganz verschwinden würden sie nie. Aber er war Athena so dankbar für ihre Worte, ihre Berührungen - ihre Liebe und er konnte im Moment nicht davon zurückgeben, außer daß er ihr nicht auswich. Stattdessen legte er seine Stirn an die ihre, spürte ihre kühle Haut auf der seinen, die glühte. Vielleicht aber auch noch vor Wut. »Du hast Recht ...« murmelte er leise und in seiner Stimme klang immer noch die Resignation mit, die er fühlte. »Und ich danke dir für deine Geduld. Aber ich weiß im Moment nicht weiter. Ich habe sogar Angst davor, Devlin zu sehen ...« Er hatte Angst davor, daß er in einem schlechten Zustand war. Aber vielleicht war es auch weit mehr, nur wußte er nicht was.
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Athena unregistriert
| Erstellt am 13.09.2005 - 19:07 | |
"Das ist ganz logisch. Du hast dich deinen Dämonen aus der Vergangenheit stellen müssen und nun fürchtest du jene, die die Zukunft für uns beide bereithält. Gib dir etwas Zeit um mit allem fertig zu werden. Gib deinem Körper Zeit die Wunden zu heilen und deiner Seele die Dinge zu verarbeiten." Athena legte ihre beiden Hände auf Normins Wange und merkte wie hoch das Fieber sein mußte. Er brauchte ganz dringend Ruhe, nicht nur bis das Fieber vorüber war, sondern auch darüber hinaus. Sie wollten die Gefangenen noch befreien und danach mußten sie sich ein wenig zurückziehen und neue Kräfte sammeln.
"Devlin braucht dich. Er braucht deine Nähe, die Sicherheit, das du zu ihm stehst und für ihn da bist." sprach sie eine Vermutung aus, nämlich was er damit meinte, Devlin nicht sehen zu wollen. "Was Devlin ganz sicher nicht braucht, sind deine Selbstvorwürfe und Schuldgefühle. Laß ihn entscheiden, ob er dich für etwas was ihm widerfahren ist, verantwortlich macht und nehme ihm diese Entscheidung nicht ab - auch wenn es dir schwer fällt..."
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Normin Ehem. Rebellanführer Administrator

Status: Offline Registriert seit: 27.05.2004 Beiträge: 7990 Nachricht senden | Erstellt am 13.09.2005 - 19:14 | |
Normin gab Athena einen sanften Kuß auf die Stirn, fasste sie an die Hände und machte sich langsam mit ihr zurück auf den Weg ins Lager der Rebellen. »Ja, Devlin braucht mich ... aber auch Selinah, Aktimedron und die anderen brauchen uns. Vielleicht haben die Kundschafter ja schon etwas heausbekommen ...« murmelte er, um sich ein wenig Hoffnung zu machen. Aber alles was er nur noch wollte, war sich hinlegen und schlafen. Nichts mehr fühlen und nicht mehr denken.
Aber er war schon sehr froh, Athena an seiner Seite, in seinem leben zu haben und das sagte er ihr dann auch: »Ich weiß nicht, was aus mir geworden wäre, wenn ich dich damals nicht hätte kennengelernt ...« Er lächelte schwach.
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Athena unregistriert
| Erstellt am 13.09.2005 - 19:50 | |
Athena lächelte und bedankte sich mit einem Kuß. Sie half Normin aufzustehen. "Nein, zuallererst bist du es selbst, der Ruhe braucht. Ich werde nach den Kundschaftern fragen und ich werde mich mit Anagoras beraten."
(weiter Normin und Athenas Kammer in den Katakomben)
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Normin Ehem. Rebellanführer Administrator

Status: Offline Registriert seit: 27.05.2004 Beiträge: 7990 Nachricht senden | Erstellt am 13.09.2005 - 20:54 | |
Normin nickte stumm. Früher war er ganz anders gewesen. Da hätte er sich schon aufgeregt, wenn irgendwer ihm gesagt hätte, was er tun und lassen sollte, auch wenn es gut gemeint war. Aber bei Athena war es etwas anderes und auch bei einigen anderen. ER GING MIT athena zurück, wobei er seltsamerweise immer wieder auf seine Hand schaute, mit der er vorhin bei Jaana so ausgerastet und sie geschlagen hatte. Er fand es nach wie vor nicht gut und es hatte keinerlei Befriedignung gebracht. Aber vielleicht war das gut so, denn, auch wenn sein Haß noch tief saß, er verspürte viel weniger Rachegefühle. Er war es eh langsam leid ...
(weiter Normin und Athenas Kammer im Lager der Rebellen)
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