Steppenwolf  Dichter
 

Status: Offline Registriert seit: 18.07.2005 Beiträge: 139 Nachricht senden | Erstellt am 21.07.2005 - 09:11 |  |
Hallo Maren. Mein erster Gedanke, als ich dieses Gedicht las war, ob Du in dieser Phase über den Tod nachgedacht hast oder einen menschlichen Verlust verarbeitest, den Du im Gedicht metaphorisch als Halle darstellst. Die Verarbeitung schmerzt, deshalb " Mief der Vergangenheit " Kann aber auch sein, daß ich völlig daneben liege, jedenfalls kann man sich gut mit dem Gedicht indetifizieren. Verlust und Vergänglichkeit kennt und fürchtet jeder. Steppenwolf
|
Steppenwolf  Dichter
 

Status: Offline Registriert seit: 18.07.2005 Beiträge: 139 Nachricht senden | Erstellt am 21.07.2005 - 11:21 |  |
Hallo Maren,falls mein Beitrag zweimal ankommt, sehe es mir bitte nach,bin ja noch neu. Das Gedicht finde ich schön,mich würde interessieren ,ob Du den Tod eines Menschen oder die eigene Angst vor dem Tod in diesen Zeilen ( die Du vielleicht metaphorisch mit der Halle,- oder wie eine Hülle...?) verarbeitest oder verarbeitet hast.Ich weiß, die Frage ist persönlich, mußt nicht darauf antworten, war nur so ein Gedanke. Gruß Steppenwolf
|
MarenS  Superuser
      

Status: Offline Registriert seit: 14.11.2004 Beiträge: 758 Nachricht senden | Erstellt am 21.07.2005 - 16:25 |  |
@ Steppenwolf
Kein Problem, Steppenwolf...lächel Zu deiner Frage: Es geht hier nicht um den Tod eines Menschen, nein, es wird etwas bewusst zurück gelassen. Vielleicht magst du unter diesem Gesichtspinkt selbst nochmal nachdenken, ansonsten hat Totenvogel in seinem Kommentar den Nagel so ziemlich auf den Kopf getroffen. Solltest du noch Fragen haben, so melde dich ruhig.
Grüße von Maren
Signatur Nein! Warum?...the witch...kann alleine! www.gisa-wagner.de |
schwarzbeere  Neuling

Status: Offline Registriert seit: 29.01.2007 Beiträge: 22 Nachricht senden | Erstellt am 18.02.2008 - 15:28 |  |
Liebe MarenS
Beim Aufsuchen eines meiner Texte, zu dem ich einen Kommentar erhalten, fand ich den Hinweis auf deinen Text, der von dem Steuerprogramm des Forums als themenverwandt zitiert wurde.
Ob diese Verwandtschaft, die sich auf einige Worte bezieht, die in beiden Texten vorhanden, über die Aussage etwas besagt, will ich hier nicht verfolgen, da ich es als unwesentlich betrachte. Also gebe ich dir hier meine Reaktion auf deinen Text und nicht einen etwaigen Vergleich oder eine Wertung!
Was mir auffiel (ich wollte « aufstoßen » schreiben, doch dies wäre ein Geschmacklosigkeit, für die keine Anlass rechtfertigend vorliegt), ist deine Wortwahl, die mich an jene in Operntexten erinnerte, und als ich dein Profil ansah, fand ich es amüsant, dort den Namen eines der Großen der deutschen Opernschöpfer zu finden, was sicher ein Zufall sein mag, mich aber in der vorher eingeschlagenen Interpretationsrichtung bestärkte.
Bereits die « Hallen » (erste Assoziation zur « Zauberflöte » und ihren Zarastro), die dann als die hohen Hallen nochmals beschworen werden, liegen vor dem erlebenden Ich in der (« Götter »-)dämmerung, und haben ihre « Hehrheit » (also ihre Verehrenswürdigkeit, Heiligkeit, etc) für dieses verloren. Dass du aber aus dieser fast sakralen Sprache dann in die verbale Schäbigkeit des « Mief » absteigst, ist, wie man in Österreich sagen würde, eine « Watschen », also eine sprachliche Ohrfeige, die du dem wohlmeinenden Leser verpasst, der sich aus dem Bayreuth seiner Phantasie in den Hinterhof der Unratkratzer versetzt fühlt.
Was hat dich da so hinterm linken Ohr gebissen, dass du den rechten Ausdruck nicht mehr suchen wolltest? (da du eine gewisse Schwäche – oder siehst du es als deine Stärke an? – für Englisch zu haben scheinst: appears you cultivate occasionally „a bee in your bonnet“ but this is the way poets and other immature people like to behave…
Daher mit besten Grüßen. Schwarzbeere
|
MarenS  Superuser
      

Status: Offline Registriert seit: 14.11.2004 Beiträge: 758 Nachricht senden | Erstellt am 05.06.2008 - 12:19 |  |
Werte Schwarzbeere,
lass dir als erstes gesagt sein, dass ich Schwarzbeeren liebe! Sofort sehe ich vor mir Berge mit lichten Wäldern und Böschungen übersät mit Schwarzbeersträuchern und mich mittendrin, auf allen vieren krabbelnd und Beeren klaubend.
Sei bedankt für deinen ausführlichen Kommentar. Du liegst sicher in manchem richtig auch wenn ich nicht an Zarathustra dachte als ich von den Hallen schrieb...sicher hat meine Liebe zu Gedichten wie auch zur Musik und somit auch zu mancher Oper meinen Wortschatz mitgeprägt. Doch liebe ich meine Zeit mit ihrer Musik und ihrer Sprechweise ebenso (meist) und da ich heute lebe und heute schreibe verbinde ich, wenn es für meine Begriffe so sein muss, die eher althergebrachte Ausdrucksweise mit der heutigen.
Es soll mitnichten eine 'Watschen' für den Leser sein aber doch ein heftiges Rütteln. Ichsetze dir hier ein anderes Gedicht, in dem es wohl dem Leser ähnlich geht...auch da überlegte ich anschließend lange und beließ es doch so, weil es genau die Wirkung hat, die ich erwünschte.
Nicht lohnenswert
Sieh nur jene Dornen dort,
sie bemühen sich zu stechen,
deinen Lebensweg zu brechen,
doch du schreitest weiter fort.
Böse Ränke sie bereiten
aus vermeintlich sich'rem Hort
wagen mit gefälschtem Wort
deine Ehre zu bestreiten.
Lass sie ranken, lass sie welken,
denn auch ihnen naht der Herbst,
lass sie diese Kuh nur melken,
unwert, dass den Baum du kerbst!
MarenS
Übrigens habe ich deine Zeilen gelesen und sie gefielen mir gut!
Grüße von Maren
Signatur Nein! Warum?...the witch...kann alleine! www.gisa-wagner.de |