Mondnixe unregistriert
| Erstellt am 24.04.2008 - 07:57 |  |
Bislang hielt ich meinen beruflichen Ehrgeiz für eher ungefährlich und kompatibel.
Für etwas, das zusammen mit meiner Lust am Mutter sein, elegant in die berühmte „Vereinbarkeit von Beruf und Familie" mündet.
Ich bin gerne Mutter. Und habe nie verstanden, dass Mütter neben Beruf, Haushalt, Kinder noch Zeit haben für Vereine.
Nun bin ich keine besonders leidenschaftliche oder auch nur talentierte Vereinsfreundin. Ich mag sie, doch sie passen nicht zu mir, weil sie zu zeitintensiv sind.
Ich habe zwei Kinder, einen Mann, einen Hund, eine Katze und ein Meerschweinchen, dazu einen Beruf und Haus, dazu der Garten und reichlich Elternabende. Für aktives Vereinsleben habe ich keine Zeit.
Obwohl das töricht ist,sagt man. Kontakte und Ehrenämter sind alles, höre ich von allen Seiten.
Für mich gibt es keinen wichtigeren Kontakt als den zu meinen Kindern.
Sie sind abends nicht gerne allein. Wollen kuscheln und dass ich physisch anwesend bin, wenn die nächtlichen Monster aus den Schränken kriechen.
Oft bringe ich es einfach nicht übers Herz, zu einer Abendveranstaltung zu gehen. Oder ich bin einfach zu müde.
Und dann kam die Einladung zum Klassentreffen.
Ich rief meine alte Schulfreundin an und sagte, ich könnte an diesem Abend nicht, weil mein Sohn Geburtstag hat.
Meine Freundin meinte, das sei doch egal, das Essen sei doch erst abends - und ich wagte nicht ihr zu erzählen, was für eine Sorte Mutter ich bin. Plötzlich schämte ich mich.
Beruflicher Ehrgeiz ist ja okay, aber mütterlicher? Ich fühlte mich wie eine Glucke. Denn ja, wenn es hart auf hart kommt, entscheide ich mich immer für meine Kinder. Und es kommt oft hart auf hart.
Sie schlagen sich die Knie auf. Schreiben eine Sechs. Fühlen sich diskriminiert. Sie verstehen nicht, warum die Welt ungerecht ist. Und halten ihren Geburtstag für den wichtigsten Tag im Jahr.
Vom Klassentreffen kann mir meine Schulfreundin am nächsten Wochenende erzählen. Ich habe sie spontan eingeladen und sie hat zugesagt mit den Worten: „Meine Kinder krieg ich schon irgendwo unter.“ Meine Antwort: "Bring sie mit!"
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Paula 

Status: Offline Registriert seit: 23.04.2008 Beiträge: 1349 Nachricht senden | Erstellt am 24.04.2008 - 21:59 |  |
Wer berufstätig ist und Mutter, hat in der Regel gelernt beides zu vereinbaren und zu organisieren, mit der logischen Folge, dass die wenige gemeinsame Freizeit den Kindern und nicht Vereinen, Chats, Foren und Wellness gehört.
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