Draiman  Member

Status: Offline Registriert seit: 01.04.2008 Beiträge: 879 Nachricht senden | Erstellt am 12.12.2008 - 10:51 |  |
Use Your Illusion II von Guns N’ Roses
Tracklisting:
1. "Civil War" (Axl Rose, Slash, Duff McKagan) – 7:43
2. "14 Years" (Izzy Stradlin, Rose) – 4:21
3. "Yesterdays" (Rose, West Arkeen, Del James, Billy McCloud) – 3:16
4. "Knockin' on Heaven's Door" (Bob Dylan) – 5:36
5. "Get in the Ring" (Rose, Slash, McKagan) – 5:41
6. "Shotgun Blues" (Rose) – 3:23
7. "Breakdown" (Rose) – 7:05
8. "Pretty Tied Up" (Stradlin) – 4:48
9. "Locomotive" (Rose, Slash) – 8:42
10. "So Fine" (McKagan) – 4:06
11. "Estranged" (Rose) – 9:24
12. "You Could Be Mine" (Stradlin, Rose) – 5:44
13. "Don't Cry (Alternate Lyrics)" (Rose, Stradlin) – 4:44
14. "My World" (Rose) – 1:24
Personnel:
* Axl Rose – lead vocals, piano
* Slash – lead guitar
* Izzy Stradlin – rhythm guitar, backing vocals, lead vocals (track 2)
* Duff McKagan – bass, backing vocals, lead vocals (track 10)
* Matt Sorum – drums, percussion
* Dizzy Reed – piano, organ, keyboards, backing vocals
Additional personnel:
* Steven Adler – drums, percussion (track 1)
* Howard Teman – piano (track 10)
* Shannon Hoon – vocals (track 13)
* Johann Langlie – keyboards, drums and sound effects (all in track 14)
* Josh Richman - speech (track 4)
* The Waters – backing vocals (track 4)[8]
Released: September 17, 1991

Jetzt werden einige sagen, warum macht er für Guns N’ Roses einen eigenen Thread auf? Vorab, bin kein großer Fan von Guns N’ Roses, aber das Album hat bei mir eine Geschichte, so schlecht finde ich das Album übrigens gar nicht.
Wir schreiben das Jahr 1991, irgendwann im August. Drückende Hitze über der Stadt seit Wochen, jeden Tag weit über plus 30 Grad Celsius und keine Wolke weit und breit zu sehen. Das schlimmste an der Geschichte war aber, kein brauchbarer Wind seit langen, wir drei, zwei Freunde und ich wurden schon richtig depressiv. Der Wetterbericht würde jeden Tag bis ins kleinste verfolgt, ein jedes noch so winzige Tief in Europa ausgespäht und die Zugrichtung genau beobachtet. Dann war der denkwürdige Tag, ein Mittwoch gekommen, der Wetterbericht sagte einen Temperatursturz vorher, ein Sturmtief von der Nordsee war im anrollen. Es war für uns der schönste Tag im Leben, Freitag wurde gleich blau gemacht, zu der Zeit ging das noch. Campingbus mit 7 Surfbretter, 15 Segel, 10 Masten, 10 Gabelbäumen, Neopren in Hülle und Fülle aufgefüllt. Es war für uns klar, vor eintreffen des Sturmtiefs wird es ablandigen Wind mit 7 Beaufort geben, das heißt, das Wasser so glatt wie mit einer Klinge abgezogen, Speedheizen bis zum abwinken. Duck Jibe und 360 wie aus einem Guss fahren. Wir, und noch ein paar Nasen waren zu der Zeit sowieso die aller größten am See unten. Das beste kommt aber noch, starker NW Wind heißt, ganz brutalen Hackwind mit weit über 9 Windstärken, Wellenbildung mit Abschußrampen zu springen, natürlich nicht zu vergleichen mit Hookipa auf Maui, kein Schiffsverkehr und keine Boote draußen, der ganze See nur für uns Windsurfer. Was hat das jetzt alles mit Guns N’ Roses zu tun, kommt noch. Am Donnerstag am Abend ging es vollgestopft mit zig Konserven und anderen Fressalien, kochen konnte ja keiner von uns, runter zum See auf den Campingplatz.
Endlich geschafft, wir waren angekommen, alles noch am Abend ausgeräumt und 15 Riggs aufgebaut. Der Platz ist in Parzellen eingeteilt, ein jeder hat seine bestimmte Fläche. Neben uns stand so ein kleines Kuppelzelt mit drei Mädchen, so um die 17 bis 19 Jahren. Wir kamen natürlich gleich ins Gespräch, die drei waren sehr nett. Und jetzt kommt es, sie hatten so einen Kofferradio mit und hörten wirklich rund um die Uhr eine CD von Guns N’ Roses, man sagte uns: Die CD kommt in den nächsten Tag erst raus. Die drei hatten auch ein schwarzes T-Shirt von G&R mit lauter so kleinen Totenköpfe hinten drauf an. Nicht das ihr denkt, da lief aber nichts, ihr wisst schon was ich meine, zu der Zeit hatte ich sowieso nur Windsurfen im Kopf. So wie es kommen musste, wir schliefen im Kuppelzelt, die Mädchen im Campingbus, hatten ja einen Stromanschluß und Kühlschrank der bei plus 30 Grad natürlich seine Vorteile hat. Sie kochten auch für und schauten das alles fest angebunden und versperrt war, meine unser Surfzeug. Fliegende Bretter und Riggs wollten wir nicht haben, es gab schon zig Verletzte die von herum fliegen Teil getroffen wurden. Mitunter kann das Lebensgefährlich werden. Wir unterhielten uns am Abend prächtig mit den Mädels, redeten über Gott, Musik und die Welt, aus den 8 feinen Boxen im Bus dröhnte natürlich Use Your Illusion II von G&R, immer und immer wieder die gleiche CD. Bei Knocking On Heaven's Door, ist ein Bob Dylan Song aus Pat Garrett jagt Billy the Kid wurde immer lautstark mitgesungen. Wir sangen natürlich auch mit, bis Sonntag kannte ich einen jeden Track in und auswendig.
Zurück zum Windsurfen, es ist so gekommen wie wir es erhofft haben. Am Freitag der ablandige konstante SO Wind. Wassertemperatur plus 29 Grad, Windstärke 5 bis 7. Sind nur mit Short gefahren, Segelgrößen von 7,4 über 5,7 bis 5,2 m2 runter sowie Bretter von 3,2 über 2,9 bis 2,6 m. Fast so geil wie in Sotavento auf Fuerteventura. Am Abend waren wir zum Umfallen müde, Essen stand schon am Tisch, es wurde sehr nett gequatscht, aus den Boxen natürlich wie könnte es anders sein G&R, störte mich nicht im geringsten.
Samstag war es dann so weit, um die Mittagszeit verfinsterte sich der Himmel auf der anderen Seite, die schrille Sirene fing an über den See zu fegen, Sturmwarnung. Alle Badenixen verschwanden sofort. Wir fuhren gleich zum Strand und tauschten die Riggs auf Größen von 4,2 bis 3,8 m2 und stürmten wieder ins Wasser. Eltern mach sich bekannlich Sorgen um ihre Kinder, auf einmal standen Mama und Papa, nicht meine Eltern, beim Bus. Wir waren im Wasser, wo den sonst. Mama leicht irritiert, war es der richtig Bus, ja, was machen drei Mädchen im Bus. Gleich wurden Fragen über Fragen gestellt, der Bus genau untersucht, speziell die Schlafsäcke. Da die drei aber so nett waren, war auch Mama gleich beruhigt, nur die Musik war ihr zu laut. In der Nach fiel die Temperatur in den Boden, von über 30 auf plus 10 Grad, der Wind wurde immer stärker.
Am Sonntag stand unser Windmesser zwischen 10 und 12 Windstärken, fliegendes Wasser war angesagt. Trockenanzug, selbst gebaute Bretter mit 2,3 m und Segel mit 2,8m2, das ist Taschentuchgröße waren angesagt.
Am Abend mussten wir leider die Heimreise antreten, ein jeder von uns bekam eine CD und ein T-Shirt geschenkt, hab ich heute noch. Adressen und Telefonnummer wurden ausgetauscht, man sagte sich, wir sehen uns sicher wieder. Wie ist es gekommen, wir haben nicht angerufen, sie haben uns nicht angerufen und ich hab nichts mehr von den drei Mädels gehört. Könnte mich heute noch selber Ohrfeigen. Übrigens, die drei waren aus Deutschland, wenn ich mich nicht irre waren sie aus der Gegend um Düsseldorf. Das war die Geschichte, immer wenn ich G&R höre muss ich an die drei netten Mädels denken, heute sind das sicher ganz tolle Damen.
Was lernen wir aus der Geschichte, nicht warten bis der andere anruft, selber den ersten Anruf tätigen. Wie sagte Carles Bronson zu Claudia Cardinale in Spiel mir das Lied vom Tod: Einer wartet immer! Ein beschissener Satz.
Wenn jemand das hier liest und sich wieder erkennen sollte, sofort bei mir melden, die Rede ist von Podersdorf am Neusiedlersee!
Signatur Verdammt ich lebe noch! |