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<Betonhof>
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...   Erstellt am 18.06.2007 - 13:47Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


„Das Ende ist mein Anfang“, so heißt der etwas verwirrende Titel des Buches, das ich wärmstens als Urlaubslektüre empfehlen möchte.

„Ich bin einfach kein Intellektueller. Ich verstehe die Dinge zwar, sie interessieren mich auch und öffnen mir die Augen, doch in Wirklichkeit bin ich kein Kopf-, sondern ein Körpermensch. Diese Berge, Folco, diese Berge! Eines Morgens habe ich oben auf dem Kamm einen Marienkäfer gesehen. Und hatte plötzlich das Gefühl, dieser Käfer zu sein, Folco, nicht ein Elefant, sondern dieser Marienkäfer. Ich folgte ihm mit dem Blick, er krabbelt hierhin und dorthin und schließlich gelangt er ans Ende eines Grashalms, breitet seine kleinen, samtigen Flügel aus und – hui – flog er davon. Doch nicht etwa zu einem anderen Grashalm, sondern ins Unendliche. Unter uns gähnte ein mehrere hundert Meter tiefer Abgrund, und dieser wunderbare kleine Kerl mit den glänzenden, gepunkteten Flügeln flog auf die Berge zu. Da, Folco, glaub mir, habe ich wirklich gespürt, dass mein Leben ein Teil von alldem war“.

Der, der so spricht, ist der italienische Journalist und Autor Tiziano Terzani, der im Frühling 2004 seinem Sohn von der große Reise des Lebens berichtet, von der seinen, aber auch von der unseren, wie mir scheint, falls wir ihn richtig verstehen.
Zu diesem Zeitpunkt ist der Reisende bereits schwer vom Krebs gezeichnet und die täglichen Gespräche, die Folco aufzeichnet, währen daher oft nur eine Stunde.
Frei von der Leber weg, und doch, oder gerade deshalb empfindet der Leser die Schilderungen umso eindrucksvoller.

Und es ist wahrhaftig erzählenswert, es lohnt sich hinein zu hören, in dieses Leben, das in Oberitalien in ärmsten Verhältnissen beginnt, jedoch nicht den vorgegebenen Pfaden folgt, sondern hinausführt die Welt. Der Protagonist selbst, kann es sich nicht erklären, weise geworden, weit entfernt davon eigene Verdienste in Rechnung zu stellen, fühlt er sich geführt, vom Schicksal oder wie man es immer nennen mag. Er jedenfalls, so seine Resümee, habe diese Entscheidungen nicht getroffen, die ihm den größten Teil seines Lebens nach Asien verschlugen, wo er als Korrespondent des SPIEGEL arbeitete.

Er erlebt die Enttäuschungen des kommunistischen Versprechens in China, den Vietnamkrieg und die Hölle den Pol-Pot-Regimes in Kambodscha, die Schönheit und Widersprüchlichkeit Indiens und Japans und seine Berichte darüber sind keine aus den Ausländerghettos der Journalisten, sondern eigenes Erleben, zumeist auch mit der ganzen Familie, inmitten der einheimischen Bevölkerung. Dass das zuweilen nicht ungefährlich ist, versteht sich von selbst, in Anbetracht der Umstürze, die sich in den jeweiligen Ländern zu dieser Zeit abspielen.
Schließlich gibt er auf, überzeugt, dass wahre Veränderung nur in jedem Einzelnen passieren kann.

„Terziani verbindet in seiner Erzählung Lebensweisheit mit spiritueller Offenheit und Kritik an westlichen Lebensmodellen. Seine Botschaft will er verstanden wissen als „Hymne auf die Eigenständigkeit, auf die Möglichkeit zu sein was du willst“, eine Aussage, mit der ich dem Klappentext nur beipflichten kann - und die es einem ermöglicht, nach dem Urlaub mit neuer Kraft ans Werk zu gehen, wenn möglich mit einem kleinen Augenblick des nachdenklichen Verweilens.




Stefan ...
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...   Erstellt am 18.06.2007 - 23:47Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo Betonhof,

schön wieder etwas von Dir zu hören/lesen.

Deine Buchempfehlung liest sich interessant, macht mich neugierig auf mehr. Habe also gleich mal bei unserer Bücherei geguckt (online natürlich, so modern sind sie schon) und... gibt es da natürlich nicht.
Dafür kriegste Konsalik, alle Bände, manche sogar doppelt und dreifach. Nun ja, sie "leben" ja nun mal vom "Massenmarkt".
Über Windows kriegste da schließlich auch Bücher ohne Ende und auch aktuell. Über Apple gerade zwei Stück, von "1870".

Also hab ich noch bei Amazon.de geguckt und mehrere begeisterte Kritiken drüber gelesen. Und auch das hier gefunden.

Nun kämpfe ich mit mir, ob ich es bestelle. Nee, ich frage erst mal in der Stadtbibliothek ob sie es über die Fernleihe besorgen können.

Ferne liebe Grüße

Stefan





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Chrissi ...

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...   Erstellt am 21.06.2007 - 18:07Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo Betonhof,

nachdem ich nun Deinen ja doch bisschen mageren Auszug und dann noch Stefans Link gelesen habe kann ich auch nur sagen, hört, nein liest sich so, dass man weiterlesen möchte.
Wir werden es uns also besorgen.

Vielleicht haben wir ja so ein Glück wie mit "Sofies Welt"? Dass ich das Buch super fand hatte ich Dir ja schon geschrieben. Dass wir es leider, da ja aus der Bücherei, wieder abgeben mussten ja auch. Aber, dass wir es für sage und schreibe 2 Euro bei einem Antiquariat Buchverlag gekauft haben weißt Du noch nicht oder? Mensch, hab ich mich gefreut!

Liebe Grüße
Chrissi





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Gudrun 

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...   Erstellt am 23.06.2007 - 19:13Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ganz in meinem Sinne, die Botschaft!

Ich stutze ein bißchen wegen der Kommentare. Ist irgendwas mit den Bücherpreisen passiert, das ich wissen sollte???

Egal, in Wirklichkeit kann ich mich dem TT nur anschließen

[Dieser Beitrag wurde am 23.06.2007 - 19:23 von Gudrun aktualisiert]




Stefan ...
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...   Erstellt am 27.06.2007 - 11:46Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Gudrun schrieb
    Ist irgendwas mit den Bücherpreisen passiert, das ich wissen sollte???


Hallo Gudrun,

bei neuen Büchern ist die Preisbindung leider immer noch nicht aufgehoben.

Zum Glück gibt es ja auch die Möglichkeit gebrauchte Bücher zu kaufen. Dank Internet ist das auch noch einfacher geworden.

Hier klicken für suchen ohne Ende.

Gut, bei aktuellen Titeln ist die Chance auf ein Schnäppchen sehr gering aber sonst....

Viel Spaß beim Einkaufen.

[Dieser Beitrag wurde am 27.06.2007 - 14:28 von Stefan aktualisiert]





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