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<garnold>
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...   Erstellt am 28.07.2009 - 16:01Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Zwei Ereignisse im Kurland, am 27. Juli.1944. und 24. 9. 1944.
Wer erinnert sich daran? Wer könnte mehr zu den Umständen wissen oder sie bestätigen?

Als früherer Angehöriger der Kriegsmarine bin ich dabei, meine Erinnerungen über die Ereignisse im Kurland, insbesondere von 1944 bis 1945, nieder zu schreiben. Ich würde mich freuen, wenn jemand sich an das eine oder andere der beiden folgenden, für mich denkwürdigen Ereignisse erinnern würde:

Am 27.7.1944. kam ich auf meiner Rückkehr vom Urlaub zu meiner Einheit in Reval in der Nähe von Riga in ein Urlauberlager von mehreren Hundert Mann, welche am Nachmittag zum Sturmbataillon gegen einen an diesem Tag erwarteten russischen Grossangriff auf Riga und Umgebung aufgestellt worden waren. Doch gegen Abend wurden alle Marineangehörige mit Ziel Reval, darunter auch ich, herausgeholt und in einen im Hafen von Riga liegenden Frachter verlegt, um nach Reval verschifft zu werden. Noch während der Überfahrt kam über Funk die Meldung, dass alle Mann aus dem zusammengewürfelten Urlauberbataillon wahrscheinlich umgekommen oder bestenfalls in Gefangenschaft geraten waren. Ich habe bis heute keinerlei Bestätigung bzw. Berichte, auch nicht im Internet, über dieses Ereignis gefunden.

Für ein weiteres Ereignis, das am 24.September 1944 stattfand, fehlt mir ebenfalls jede Bestätigung. Reval war am Vortag gefallen. Ich hatte die Gelegenheit, mich mit einer versprengten Sanitätsgruppe nach Süden im bereits eingeschlossenen Kurlandkessel ab zu setzen, als fast unerwarteter Weise der Kessel während mehreren Stunden gesprengt werden konnte und ein Teil der Armee, mit mir dabei, durchgeschleust wurde. Auch über diese zeitweilige Sprengung des Kurlandkessels an jenem Tag konnte ich bisher keinerlei Zeugen oder Berichte finden. Ich wäre froh, wenn jemand mehr darüber Bescheid wüsste und ich davon erfahren könnte.

G. Arnold. garnold@pt.lu




adrian ...

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...   Erstellt am 28.07.2009 - 17:38Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo Arnold,

erst einmal fasziniert mich, dass es noch jemanden aus der Kriegsgeneration gibt, der sich im Internet an die Interessenten und Kameraden wendet. Ich sage hier mal "Herzlich Willkommen". Leider kann ich nichts zu den Vorgängen sagen, aber ich will gern mal checken, ob es irgendwo Informationen dazu gibt. Hilfreich wären ganz bestimmt Hinweise auf den Namen von Einheiten, die dabei waren bzw. in der Nähe lagen, weil oftmals man in den Kriegstagebüchern Informationen auch zu solchen Ereignissen findet. Die Kriegstagebücher vieler Einheiten sind auf Mikrofilm gebannt und lagern in den USA. Dort kann man sie bestellen und bekommt sie auf CD, da wohl die Mikrofilme sehr viel teurer sind.
Ich hoffe, wir hören von Dir, und nochmals danke für Dein Engagement. Mein Vater war ebenfalls in Kurland bei der 126. Inf.Div., daher mein Interesse an den damaligen Vorgängen.

Gruß
Werner





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<garnold>
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...   Erstellt am 29.07.2009 - 14:31Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo Werner.
Vielen Dank für die prompte Antwort. Meine Einheit lag in Reval und bekam daher nichts mit von meinen „Irrfahrten“. Bei der massiven Räumung von Reval verpasste ich umständehalber den letzten Transport auf See und gelangte als einer der allerletzten Wehrmachtsangehörigen in Reval zusammen mit einer versprengten Sanitätsgruppe aus dem Narwaraum nach Süden und somit geradezu unerwartet aus dem kurzzeitig gesprengten Kessel. Ich kann demnach leider keine nützlichen Angaben über benachbarte Einheiten machen. Vielen Dank für deine Bemühungen.
G. Arnold.




adrian ...

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...   Erstellt am 29.07.2009 - 17:50Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo Arnold,

welches war denn Deine Einheit, ich hatte einen Onkel, der auch bei der Kriegsmarine, allerdings bei der III. Marineflakbrigade in Brest bzw. bei Brest war. Mitunter waren ja die Marineeinheiten zusammen mit den Heeresdivisionen unterwegs bzw. trafen sich irgendwo. Ich will mal die Standortbedingungen Reval prüfen, vielleicht lässt sich da etwas finden. Aber toll finde ich, dass Du geantwortet hast, denn die meisten kommen nur einmal und erhoffen sich mit einer Antwort eine Lösung.
Melde mich wieder.

Gruß
Werner


[Dieser Beitrag wurde am 29.07.2009 - 18:05 von adrian aktualisiert]





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<garnold>
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...   Erstellt am 05.08.2009 - 13:54Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo Werner.
Danke für dein Interesse und deine Ratschläge. Bin inzwischen der Sache vielleicht etwas näher gekommen, insofern ich zumindest eine Bestätigung der Lage bei Riga am 27. 7. 1944 gefunden habe. In seinem Buch „Todeskessel Kurland“ schreibt F. Kurowski auf Seite 9: „Die Rote Armee erreichte am 26. Juli Schaulen. Am folgenden Tage befahl die HGr Nord den Ausbruch der HGr unter Oberst Mäder aus Schmalen nach Libau. Etwa zur gleichen Zeit erhielt die 2. Baltische Front Weisung „ mit allem, was sie hatte, auf Riga durchzustossen und die HGr Nord von Ostpreussen zu trennen“. Damit hatte der Kampf um Kurland begonnen“. Von einem Urlauberbataillon geht allerdings keine Rede.

Was den Ausbruch aus dem Kurlandkessel am 24. 9.1944 betrifft, so habe ich an dem Tag, ausser der versprengten Sanitätsgruppe, die mich in einem zum Operationsraum umgebauten Bus mitnahm, leider keinerlei Verbindung zu irgend einer Einheit gehabt und blieb noch im grossen Durcheinander des allgemeinen Rückzugs während mehreren Tagen auf mich selber gestellt.




adrian ...

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...   Erstellt am 26.08.2009 - 19:35Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo garnold,

beim Googlen hab ich folgenden Link zu Reval gefunden, zwar nicht sehr ergiebig, aber er zeigt eindeutig die Situation, in der ihr euch dort 1944 befunden habt,
http://www.wlb-stuttgart.de/seekrieg/ks … e/1944.htm
und vielleicht gelingt es Weiteres zu recherchieren.

Gruß
Werner





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<garnold>
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...   Erstellt am 07.09.2009 - 10:36Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo Werner!
Vielen Dank für all deine Bemühungen und deine Google-Forschungen, die doch viele Informationen liefern und mir weiter geholfen haben. Andererseits wäre es schon erstaunlich, wenn man noch nach so vielen Jahren jemand finden würde, der sich präzise an die Ereignisse vom 27.7.1944 (Schicksal des Urlauberbataillons bei Riga) und vom 24.9.1944 erinnern könnte bzw. dabei gewesen wäre. Was mich betrifft, so verwunderlich es auch scheinen mag, ich hatte jedenfalls die unerwartete und nur wenige Stunden dauernde Chance, irgendwie hinter der russischen Front, also über Land, aus Estland und dem Kurland heraus zu kommen. Leider scheint keine Chronik von diesem doch bemerkenswerten Ausbruch eines Teiles der Armee irgedwelcheNotiz genommen zu haben.
Alles Gute
G.Arnold

P.S. In deinem Kommentar vom 28.7.09 schreibst du, dass dein Vater bei der 126. Inf. Div. gewesen ist. Es gibt da eine interessante „der LANDSER“ Ausgabe mit Titel „ Oberstleutnant Heinz Hogrebe“ (mit dem ich persönlich sehr gut befreundet war) von der 126. I.D., Regiment 422. In dieser Ausgabe werden u. a. die schweren Kämpfe der 126. I.D. um den Wolchowkessel beschrieben. Aber wahrscheinlich bist du sowieso besser darüber informiert.




adrian ...

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...   Erstellt am 07.09.2009 - 19:28Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo Arnold,

danke recht herzlich für Deine Gedanken und die Antworten. Ich glaube, ein Forum lebt vom Geben und Nehmen.
Wenn ich richtig informiert bin, wurde mein Vater, glaube ich zumindest, im Wolchow-Kessel verwundet. Ich bin nicht besser als Du informiert, habe zwar die Divisionsgeschichte der 126. Inf.Div. gelesen, habe aber nicht in die Tiefe geforscht. Mein Vater kam im Sommer 1947 sehr krank aus der Gefangenschaft aus Russland zurück. Er hatte es einer jungen Ärztin zu verdanken, dass er mit auf den Transport kam und so den z.T. unmenschlichen Bedingungen in den Gefangenenlagern den Rücken kehren konnte. Sein Bruder blieb leider wie so viele andere auch in Stalingrad. Mein Vater war im AR 126, dort Funker. Ich oder besser wir wissen viel zu wenig aus der Zeit. Die Landser-Information ist gut, werde mal versuchen, da heran zu kommen.

Herzliche Grüße
Werner


[Dieser Beitrag wurde am 07.09.2009 - 19:29 von adrian aktualisiert]





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