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...   Erstellt am 26.03.2010 - 19:21Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Frühjahr 2010
Erinnerungen und Gedanken von unserer unvergessenen Schwenkeschule

Wer vor über 70 Jahren von den ehemaligen Aussiger Mädchen und Knaben, aus Kleische und dem Fabriksviertel zur Schwenkeschule ging, wird sicher so Manches aus dieser Zeit noch in Erinnerung haben. Dieses große stattliche Gebäude bestand aus 2 Teilen, links die Mädchenschule und rechts die Knabenschule, mit je einem eigenen Eingang. Dahinter war eine große Turnhalle mit Pausenhof angebaut.
Möchte als ehemaliger Schüler dieser Schule einige Gedanken zu Papier bringen.1929 wurde ich in die 5-klassige Volksschule aufgenommen, danach begann die 3-klassige Bürgerschule, nach welcher einige Schüler, so auch ich den freiwilligen einjährigen Lehrkurs (die neunte Klasse) besuchte. In dieser Klasse wurden Knaben und Mädchen zusammen, besonders in Buchführung, Gabelsberger Stenografie, Schreibmaschine und auf kaufmännischem Gebiet unterrichtet. 2zweimal die Woche mussten wir in der Handelsschule, in der Schmeykalstraße, Schreibmaschine, mit 10 Fingern lernen. Auffallend war, dass damals 1937 bereits über 20 Prozent Tschechen und Tschechinnen unsere Mitschüler waren.
Von Anfang an war Herr Franz Kuttin Direktor der Knabenschule. An folgende Lehrerinnen und Lehrer kann ich mich noch erinnern. Frau Klingöhrl, Frau Deuse waren beide strenge aber korrekte Lehrerinnen. Wer Erdkunde, Geografie, Geschichte, Deutsch, Tschechisch und Religion unterrichtete weiß ich leider nicht mehr. Herr Pschenicka war unser sympathischer Turn und Sportlehrer. Es war unser liebstes Fach.
Damals haben wir in den Sportstunden auf dem Sportplatz leidenschaftlich gern Schlagball
(wie in Amerika bekannt) gespielt. Da hatte jeder sein eigenes Schlaghölzl. Auch war die Turnhalle hinter der Schule für alle Sportarten gut eingerichtet. Kann mich auch noch gut erinnern, dass wir im Sommer öfter Nachmittag gemeinsam mit unseren Sportlehrer ins Kleischer Warmbad zum Schwimmen gingen. Herr Pschenicka hat uns viel, betreffs Schwimmen und erste Hilfe beigebracht.
Auch haben wir öfter kleine Wanderungen hinauf zum Striesowitzer Berg, vorbei an der interessanten Seilbahn der Chemischen mit seinen Kohle oder Asche befüllten Hunteloren unternommen. Das typische Klappergeräusch der Hunteloren, welche ja unmittelbar an unserer Schule vorbei fuhren, habe ich noch heute als besondere Melodie im Ohr. Oben im Wald des Striesowitzer Berges haben wir an der guten Quelle immer prima gutes Wasser getrunken. Auch kann ich mich noch an einige geführte Wanderungen zur Ferdinandshöhe, zum hoch interessanten Elbhafen, wo die Kohle noch mit großen schweren Schubkarren über eine schmale Bohle in die Zillen gekippt wurde und Manches mehr, gut erinnern.
Am 7. März 1935 wurde vormittags in jeder Klasse der 85. Geburtstag vom damaligen Präsidenten der Tschechoslowakischen Republik Thomas Garrigue Masaryk begangen. Zum Schluss der Feier mussten wir erst in Tschechisch, „Kde domov muj“. dann in deutsch die Staatshymne „Wo ist mein Heim mein Vaterland“ singen. Nach dieser einstündigen Feierstunde hatten wir schulfrei, was für uns das Wichtigste war.
Auch sollten wir ehemaligen Schüler das Schreibwarengeschäft mit dem freundlichen Besitzer, schräg gegenüber der Schule in der Schwenkestraße nicht vergessen, welches uns all die Jahre mit Schreibwaren und Anderem gut versorgte
Nach der Schul- und Lehrzeit begann für uns Alle eine sehr schwere Zeit. Wer hätte damals nach 1938 daran gedacht, dass wir paar Jahre später dieses uns lieb gewonnene Stückchen Erde, unsere Aussiger Heimat, auf eine derart menschlich unwürdige, dramatische Art für immer verlieren würden.
Unsere Schulfreunde und all die vielen Bekannten und Freunde sind in ganz Deutschland und anderen Ländern verstreut worden, was das Ende unserer alten Heimat und besonders das Ende unserer sudetendeutschen, deutsch-böhmischen Volksgruppe bedeutet.
Euer Schulfreund H. Lorenz





Signatur
Karl Heinz Kralowetz


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