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xiaohu ...





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...   Erstellt am 04.03.2007 - 19:56Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Vielen ist bekannt, dass der Zen-Buddhismus (Chan-Buddhismus) sehr vieles vom Daoismus übernommen hat/mit Daoismus gemeinsam hat.

Dass es verschiedene Praktiken für dies und jenes gibt, ist klar. Der Daoismus selbst hat auch von Schule zu Schule unterschiedliche Praktiken und unterschiedliche Schwerpunkte.

Jedoch würde mich interessieren, was so die Kernunterschiede zwischen der zen-buddhistischen Lehre und der daoistischen Lehre ist.

Vielleicht kann mir jemand eine kompetente Antwort liefern.





xiaohu





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Crysta ...





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...   Erstellt am 05.03.2007 - 17:31Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Der Chan-Buddhismus/Zen-Buddhismus soll angeblich eine Mixtur aus dem Daoismus und Konfuzianismus sein. Ob dies wirklich zutrifft, entzieht sich meiner Kenntnis.

Wie der Daoismus auch, verfolgt der Chan-Buddhismus (chin.), bzw. der Zen-Buddhismus (jap.) das gleiche Ziel. Das Ziel der Erleuchtung.

Ich habe mich leider nur kurz in die Sache einlesen können, jedoch ist mir aufgefallen, dass beim Chan-Buddhismus/Zen-Buddhismus von wesentlich weniger Methoden gesprochen wird um die Erleuchtung zu erlangen, als beim Daoismus. Ob das nun am Umfang der Textquelle liegt, weiß ich nicht genau.

Beim Chan-Buddhismus/Zen-Buddhismus wird davon gesprochen, den Weg der Erleuchtung mit Hilfe von Meditation und so genannter Sentenzen (Sentenz= Sinnspruch, der eine vorher geschilderte Situation oder Erkenntnis in einem Satz zusammenfasst und zu allgemeiner Bedeutung erhebt) zu beschreiten.

Beim Daoismus hingegeben lese ich von Methoden wie Meditation (Qigong, Taijiquan), Konzentration, Visualisation, Imagination (das Vermögen bei wachem Bewusstsein mit geschlossenen Augen gegenständliche innere Bilder wahrzunehmen), Atemtechniken, Alchemie, Ritual und Magie aus Geist und Körper und Ernährungsregeln. Sie wollen auf diese Weise eins mit dem Universum werden.

@Xiaohu

Ich hoffe ich bin diesem Thema etwas näher gekommen
Vielleicht kannst du mir sagen, ob zumindest hier mal die Unterschiede in die richtige Richtung gehen?

Leider habe ich die Unterschiede der Lehre an sich, nicht so schnell nachlesen, bzw. herausfinden können. Es gibt zu viele Texte, durch die man sich wirklich erst einmal lesen muss. Zumindest für diejenigen, die sich mit dem Thema noch nicht all zu sehr befassten.

Aber das Kind werden wir wohl auch noch schaukeln

Grüße Cry





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xiaohu ...





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...   Erstellt am 06.03.2007 - 21:50Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Es ist tatsächlich so, dass ich wirklich aus Unwissen frage.

Ein ganz krasser Unterschied ist, glaube ich, folgender:

Daoismus lehrt, dass man trotz töten die Erleuchtung erlangen kann. (NICHT FALSCH VERSTEHEN!!! Anmerkung: Um diesen Satz richtig verstehen zu können, bedarf es eines Vorwissens darüber. Es soll das Töten NICHT gut heißen!!! Nehmt diese Information als solche einfach in euch auf und fertig.)

Buddhistische Lehren allgemein (und ich denke, da schließt sich auch der Zen-Buddhismus mit ein) lehrt, dass ein Mörder die Erleuchtung nicht erlangen kann.


Was ich beim Daoismus etwas verwirrend finde (-noch-) ist die Anzahl der Richtungen/Schwerpunkte, auf die sich diverse Schulen fixieren.


Aber ich denke, es gibt sicherlich ein paar wirklich konkrete Unterschiede, die diese Lehren von einander unterscheiden. - Und letztendlich ist es doch wieder eins. ;o)

@crysta Danke für Deinen interessanten und lesenswerten Eintrag.





xiaohu





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Crysta ...





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...   Erstellt am 07.03.2007 - 20:54Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo xiaohu,

wie Du schon sagtest, heißt der Daoismus das Töten selbstverständlich auch nicht gut.

Ich würde den Satz "die Erleuchtung trotz Töten zu erlangen" so verstehen, dass man um zu Überleben (sei es jagen, um seine Nahrung zu sichern, oder aber bei einem Kampf mit Mensch oder Tier) im äußersten Notfall töten darf.

Wer aus Ruhm, Macht oder Gier tötet, handelt gegen das Dao und wird auch so die Erleuchtung nicht erlangen.

Grüße Cry





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Hagen ...
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...   Erstellt am 09.03.2007 - 11:58Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


@ alle

also Leute, keine Religion der Welt lehrt, daß Töten etwas gutes ist. Weder Daoismus noch sonst irgendeine.

Ich weiß, worauf Xiao Hu abziehlt. Er meint, daß "Töten" ebenso ein Teil des Dao ist, und somit "gelebt" bzw. "akzeptiert" werden muß.

Cry hat es richtig getroffen. Wenn das Töten zum selbstzweck wird (Töten aus Habgier, Sammeln von Pelzen, Jägertrophäen usw.) dann ist es natürlich absolut falsch.
Unsere urzeitlichen Vorfahren haben nur getötet, um zu überleben (also nach Eßbarem gejagt). Mit diesem Hintergrund wäre das "Töten" daoistisch in Ordnung. Aber sobald man anfängt die Lagerhallen zu füllen, also quasi auf Vorrat tötet, dann geht das schon wieder in die falsche Richtung.

Der heutige Mensch tötet auf Vorrat und geht damit am Dao vorbei.


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Kikumon ...



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...   Erstellt am 09.03.2007 - 15:09Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ich bin zwar auch gegen die derzeitige Entwicklung, dass man auf gut Glück Nutztiere schlachtet (oder Nahrungsmittel an sich verschwendet) und letzendlich viel davon weggeworfen werden muss, weil es nicht verkauft werden konnte; aber wenn man bedenkt, dass viele Menschen allein dadurch überleben können, dass wir in der Lage sind Vorräte anzulegen, wäre es dann nicht wieder im daoistischen Sinne eben das zu tun?

Sozusagen mit Verstand nach "Notwendigkeit Fleisch-Hammstern", anstatt es an wirtschaftlichen Zahlen festzumachen (im Sinne: "letzten Monat waren es 5 t, also bestellen wir diesen wieder 5 t").





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Hagen ...
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...   Erstellt am 11.03.2007 - 17:59Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Das Dao ist ständig im Wandel. Ganz klar überleben viele Menschen auch dadurch, daß wir heute in der Lage sind, Nahrungsmittel zu lagern und über die ganze Welt zu versenden.

Das ist auf jeden Fall innerhalb des Dao.

Nur soll man sich vor der Maßlosigkeit und der Gewohnheit hüten. Zu oft geht die Lagerung Wege, die übertrieben sind. Durch die Gier sind viele Tiere vom Aussterben betroht bzw. bereits ausgestorben (man denke auch an die Felle der Tiere nicht nur an das Fleisch).

Maßhalten, also das Gleichgewicht von Yin und Yang sind die Qualitäten des Dao.





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kikumon ...



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...   Erstellt am 15.03.2007 - 12:01Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


@ sifu
Also spielt hir auch wieder der Gedanke der Mäßigung eine Zentrale Rolle! Oder hab ich das falsch verstanden?
Ich muss wirklich sagen, man findet überraschend viele übereinstimmungen zwischen asiatischen Religionen und grichischen Philosophie-Ansätzen!

@ all
Aber zurück zum Thema:
Ich würde sagen, obwohl es im Zen Buddhismus ähnlich wie im Gong Fu viele verschiedene Strömungen gibt - die sich warscheinlich auch von Land zu Land ändern -, ist der größte Unterschid zum Daoismus der, dass die Anhänger des Zen ihren Körper nicht unbedingt gut behandeln müssen um erleuchtet zu werden.
Im Zen kann man die Erleuchtung zwar auf jede erdenkliche Art und Weise erlangen, vornehmlich wird aber der Meditationsweg eingeschlagen, indem der Meister den Schülern bestimmte Koans (die oben von crysta erkläreten Sentenzen) aufgibt, die sie wärend der Meditation lösen sollen.
Die Koans können jedoch nicht mit Logik gelöst werden, sondern der Schüler muss auf den Sinn hinter den Worten kommen um so unter Aufsicht des Meisters geistig aufzusteigen. Die Meditation kann zwar auch im gehen durchgeführt werden (die Bezeichnung dafür hab ich leider vergessen) wird aber meisten im doppelten Lotussitz durchgezohgen (allein das Sitzen ist schon eine Qual!).

Der Legende nach hat ja Darmoh die Lohan Techniken nur erfunden, um den Shaolin Mönchen die Möglichkeit zu geben, vom ewigen Meditieren abzusehen und ihre Körper zu trainieren. Man muss des sich mal bildlich Vorstellen, den ganzen Tag im doppelten Lotus meditieren, Hausarbeiten erledigen, wieder meditieren und ab und zu vegetarische kost essen -> da muss der Organismus ja irgendwann aufgeben!
(einer anderen Legende zufolge verlor Darmoh auch alle Gliedmassen, was für mich ein Zeichen dafür ist, dass einige seiner Schüler das Meditieren so anstrengend empfanden, dass sie diese Alliteration aufschrieben!)

Beim Daoismus hingegen nimmt der Körper keine unwichtige Position ein, da er ja ebenfalls zum Dao gehöhrt und damit nicht mutwillig beschädigt werden sollte. Demzufolge spielt im Daoismus das Körpergefühl eine zentrale Rolle (kummulieren von physe und psyche), wärend im Zen eher das lösen des Geistes vom Körper erreicht werden soll (separier).

Das zeigt sich ja auch in den Kampfkünsten der Shaolin bzw Wu Dang Kloster.
Findet ihr nicht?


@ xiaohu

Danke übrigends, man tut was man kann!





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Hagen ...
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...   Erstellt am 15.03.2007 - 12:33Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


kikumon schrieb

    @ sifu
    Also spielt hir auch wieder der Gedanke der Mäßigung eine Zentrale Rolle! Oder hab ich das falsch verstanden?
    Ich muss wirklich sagen, man findet überraschend viele übereinstimmungen zwischen asiatischen Religionen und grichischen Philosophie-Ansätzen!



@ kikumon

Ganz genau. Gerade im Daoimsus (und ich denke dies gilt für viele philosophischen Religionen bzw. Weltanschauungen auch) gilt immer die Mäßigkeit. Also der Ausgleich zwischen Yin und Yang.

[Dieser Beitrag wurde am 09.11.2008 - 18:04 von Hagen aktualisiert]





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