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sonnenschein9 unregistriert
| Erstellt am 31.01.2006 - 07:15 | |
hallöchen
war mal wieder klasse...
lg sunny
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excoriacion  3 Federn 5 Fransen


Status: Offline Registriert seit: 11.01.2006 Beiträge: 16 Nachricht senden | Erstellt am 07.02.2006 - 15:39 | |
danke an euch beide!  neuer teil: -------------
Zusammen mit Katja schlenderte Katerina über den Parkplatz zur Mensa. Glückselig erzählte sie ihrer besten Freundin von den Rosen, die sie bekommen hatte. „Ihr seid gerade einmal zwei Wochen zusammen und er schenkt dir schon Blumen? Meine Fresse, der muss ja ein ganz schön schlechtes Gewissen haben.“ Verunsichert blickte Katerina ihrer Freundin im Gehen ins Gesicht. „Meinst du wirklich? Kann er das denn nicht einfach aus…“ Sie kam gar nicht dazu, ihren Satz zu beenden. „Aus Liebe?“ Katja lachte schrill auf. „Mein Gott Kind, dein Macker kann dir doch auch anders zeigen, dass er dich liebt.“ Sie ließ ihren Worten eindeutige Handzeichen folgen. „Aber wieso schickt der dir Blumen?“ Sie zog zweifelnd eine Augenbraue hoch und lachte noch einmal kopfschüttelnd beim Anblick von Katerinas Gesichtsausdruck. „Ach Katerina, jetzt mach dich doch nicht gleich so fertig. Als ob ich irgendeine Ahnung von Kerlen hätte. Ich war ein einziges Mal mit einem in der Kiste, aber ansonsten hab ich doch echt nichts abgekriegt“, sagte sie lächelnd. Katja verfiel nämlich auch äußerst gern einmal in Selbstmitleid, wenn es um ihre etwas fülligere Figur ging. Auch Katerina musste grinsen und beließ es also dabei, sich über den Strauß einfach nur zu freuen. Nur fror sie etwas, da die versiffte Jacke noch zu Hause in der Waschmaschine schleuderte. So musste sie wohl oder übel mit zwei dicken Pullovern auskommen, die sie sich übereinandergezogen hatte. Neidvoll blickte sie auf die Heerscharen von Studenten, die alle denselben Weg hatten wie sie und auf die Mensa zusteuerten, allesamt dick in Winterjacken und Mäntel gehüllt. „Weißt du, was es zu essen gibt?“, fragte Katerina ihre Freundin, die sich mittlerweile bei ihr eingehakt hatte. „Ich hab nämlich heute Morgen nicht gefrühstückt.“ „Keine Ahnung.“ Kurz vor dem Mensaeingang summte es in Katerinas Umhängetasche. „Eine SMS!“ Sie kramte in der Tasche nach ihrem Handy. Sie hatte es so eilig, zu lesen, dass sie die unbekannte Nummer total übersah. „Er will sich mit mir zum Essen treffen. Aber nicht hier, sondern in der Stadt.“ „Wer, Steffen?“ „Ja, wahrscheinlich, oder?“, grinste sie. „Na gut, dann lass ich dich mal ziehen. Grüß deinen Freund schön von mir!“ Sie drückten sich einen Kuss auf die Wange und trennten sich voneinander. Katerina eilte schnellen Schrittes in Richtung Innenstadt, ihre Absätze klackerten über das graue Pflaster und eine leichte Windböe jagte ihr eine Gänsehaut über den Rücken.
Ein, zwei Regentropfen fallen aus der trüben Himmelsbrühe. Ich kann noch immer nicht glauben, wozu ich fähig war. Grau und kalt zieht der Fluss vorüber. Unter der Brücke ist man windgeschützt, dennoch trete ich aus ihrem Schatten hervor, hinein in den kalten Regen. Dann halte ich in der Bewegung inne. Ich ziehe mein Taschenmesser aus der Hose, lasse es aufschnappen. Die Spitze setze ich auf die Außenseite meines ausgestreckten linken Arms. Die Nacht war schrecklich, ich konnte nicht schlafen. Kein Auge konnte ich zutun, ohne den Leichnam davonschwimmen zu sehen. Wo finde ich Erlösung? Wo wird alles besser? Wut und Hass und Verzweiflung durchbohren gemeinsam mit der Messerspitze meine Haut. Ich beiße die Zähne aufeinander und lasse mich auf den Boden sacken, setze mich aufrecht. Millimeter um Millimeter fährt die Klinge weiter nach oben. Und weiter, ganz langsam. Wo sie entlanggefahren ist, quillt langsam Blut aus der Wunde. Langsam aber sicher führe ich das Messer weiter und beobachte mit Tränen, Kälte und Härte in den Augen, was passiert. Mein Unterkiefer zittert. Ich habe Angst und schreckliche Schmerzen. Länger und länger wird der blutrote Streifen. „Ey du Idiot! Was machst du denn?“ Erschrocken lasse ich das Messer fallen und sehe, wie ein Mädchen mit zerrissener Kleidung auf mich zugelaufen kommt. Fassungslos richte ich meine Augen auf die gut zehn Zentimeter lange Wunde an meinem Außenarm, kann den Blick unmöglich abwenden. Es geht nicht. Blut läuft in Strömen, vermischt sich mit Regen, der in Bächen von oben auf mich herabfällt. Die Wunde ist nicht tief, aber es ist erschreckend, zu was ich fähig bin. Sie ist bei mir angelangt, ich nehme kaum wahr, dass sie sich bückt und mir im strömenden Regen etwas um den Arm bindet. Aber ich habe sie erkannt. Natürlich. Es tut so weh. Alles tut so weh.
Der plötzliche Regen zwang Katerina, sich unter den Arkaden der Fußgängerzone zwischen den Menschenmassen durchzuquetschen. Ihr Herz schlug höher, als sie an Steffen dachte. Durch die Köpfe der Leute kam das besagte Lokal in Sicht. Modern eingerichtet, Lifestylegäste, neu und „in“, all diese Begriffe passten wie die Faust auf’s Auge. Was um alles in der Welt wollte Steffen in so einem Laden? Er würde schon seine Gründe haben. Dankbar für die warme Luft, die sie umfing, als sie eintrat, suchte sie in der Menge nach Steffen. Sie erkannte einige Gesichter aus der Uni wieder, allerdings niemanden, den sie wirklich kannte. Als sie sicher war, dass sie ihren Freund nicht übersehen hatte, wählte sie kurzerhand selber einen freien Tisch aus und nahm Platz. Um sich die Zeit zu vertreiben blätterte Katerina durch ihre Aufzeichnungen. Journalismus und Fotografie im zweiten Semester. Eine junge Kellnerin trat an den Tisch. „Kann ich schon was bringen?“ Irgendwie wirkte ihr Auftreten kühl, auch wenn die Stimme freundlich klang und die Dame lächelte. Ein Blick auf die Armbanduhr verriet Katerina, dass sie noch eine halbe Stunde hatte, bis sie wieder losmusste. „Nur ein Wasser erst mal, danke“, sagte sie seufzend und sah sich vorsichtshalber noch einmal um. Kein Steffen. Resigniert und leicht angenervt holte sie ihr Handy aus der Tasche, die neben ihr auf dem freien Hocker lag, und wählte Steffens Nummer. „Scheiß Mailbox“, murmelte sie und warf das Mobiltelefon wieder zurück in die Tasche. Die Bedienung brachte das Wasser. Die halbe Stunde verging, ohne dass Steffen erschien. Passanten mit und ohne Schirm spazierten, hetzten und wandelten an den großen Fenstern des Lokals vorbei, gegen die der Regen rücksichtslos und unentwegt trommelte. Na warte, dafür brauchst du aber eine ziemlich gute Entschuldigung, dachte Katerina, stand auf, zahlte und beeilte sich, zurück zum Unigebäude zu kommen. Eines der Augenpaare schaute ihr nachdenklich hinterher. ----------------
sagt mir mal bitte, ob die teile zu lang sind, dann bastel ich in zukunft kleinere 
exe
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sonnenschein9 unregistriert
| Erstellt am 11.02.2006 - 17:53 | |
war wieder mal supi.
nein zu lang sind die teile nciht, aber ein wenig zu kleine schrift ich kann ohne brille nciht lesen und die hab cih nicht mit 
lg sunny
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excoriacion  3 Federn 5 Fransen


Status: Offline Registriert seit: 11.01.2006 Beiträge: 16 Nachricht senden | Erstellt am 11.02.2006 - 18:52 | |
ok, dann bemüh ich mich demnächst mal um größere buchstaben!
was denn, niemand lust noch kommi zu schreiben? *motivier* würd mich freuen!
exe
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PadfootsMate  5 Tintenfässer 1 Feder


Status: Offline Registriert seit: 12.01.2006 Beiträge: 158 Nachricht senden | Erstellt am 12.02.2006 - 20:01 | |
doch ich, hab den teil gar nicht gesehn. Schade dass das ***** gerettet wurde. Der hätte ruhig sterben können. Des sag ich jetzt einfach mal so, weil der mir gegen den Strich geht. Bringt einfach so ein so schönes Pärchen auseinander *grml* Ich hätt den wahrscheinlich auch nicht sterben lassen. Naja, was solls. Schreib schön weiter und zu lang sind se net. Grüße Paddi
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Liebe Leut, ab 28. August 2006 bin ich in den USA. Ich komm wahrscheinlich um den 30.Juni 2007 wieder. Ich wünsch euch viel Spass hier und alles Gute, wir lesen uns^^ |
excoriacion  3 Federn 5 Fransen


Status: Offline Registriert seit: 11.01.2006 Beiträge: 16 Nachricht senden | Erstellt am 15.02.2006 - 13:58 | |
@padfoot: dankeschön! tja, diesmal gings dem noch nicht an den kragen, aber vll kommt das ja noch 
es geht weiter: (und diesmal in größerer ausführung)
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III
Mit klappernden Zähnen und zusammengezogenen Augenbrauen stand Katerina im Nieselregen unter der blätterlosen Eiche und einem blauschwarzen Abendhimmel, der mit einer Handvoll Sterne besprenkelt war. Wenn Steffen gleich um die Ecke kam, würde sie sich nicht eher von ihm umarmen lassen, bis er ihr nicht glaubwürdig erklärt hatte, weshalb er sie versetzt hatte. Die Minuten verstrichen und noch zweifelte sie nicht daran, dass er sie wie immer hier abholte, damit sie zusammen zum Pub spazieren konnten. Noch waren die Falten auf ihrer Stirn keine Sorgen- sondern lediglich Wutfalten. Der eisige Wind pustete gegen ein Gesicht, das noch nicht ausgeheult und nass von Tränen war. Bisher ärgerte sie sich einfach über Steffen, nichts weiter. Und als er auch in den nächsten zwanzig Minuten nicht auftauchte, war es ihr auch schon fast egal, wo er blieb. Sie konnte den Abend auch ohne Probleme selbst gestalten, wenn sie wollte. Es galt noch, Fotos zu entwickeln, vielleicht auch die einen oder anderen Dinge für ihr Referat nachzulesen. Letzteres würde wohl das Nachsehen haben, wie so oft bei Katerina, aber in der Kneipe hätte sie ohnehin nicht lernen können, also brauchte sie sich auch kein schlechtes Gewissen einzureden. Ganz in Gedanken versunken war sie losgeradelt, als ihr urplötzlich der Einkauf einfiel, den sie heute Morgen ihrem Bruder versprochen hatte. Es war erst halb acht, der Laden hatte demnach noch nicht geschlossen. Der Weg dorthin führte sie in die Nähe des Piano Pub. Na ja, eventuell konnte sie ja auf dem Rückweg doch noch kurz einen Blick hineinwerfen.
Ich sehe sie, immerzu sehe ich sie vor mir. Ich kann an nichts anderes denken. Nur ihr Bild wabert durch meine Gedanken. Ich sehe meine Umgebung, ohne sie wahrzunehmen. Die düsteren, schmalen Altstadtstraßen schaffen es nicht, bis zu meinem Bewusstsein vorgelassen zu werden. Es ist, als stände ein unsichtbarer Wächter davor, um alles aufzuhalten, was nach Einlass fragt. Höchstens die Düsternis wird durchgelassen. Unbewusst und ziellos setze ich meine Schritte voreinander, vielleicht setzt ein leichter Regen ein.
„Katy!“ Eben das hatte sie vermeiden wollen. Katerina kramte nach dem herzlichsten Lächeln, das sie bei all dem Ärger finden konnte. Vermutlich sah es etwas aufgesetzt aus. „Hallo Tina! Du bist ja doch da. Ich hatte dich gerade eben am Tresen überhaupt nicht gesehen.“ Glaubhaft genug? „Wo hast du deinen Freund gelassen?“ Tina machte eine entschuldigende Handbewegung, balancierte ihr Tablett an Katerina vorbei und steuerte auf einen halb besetzten Tisch zu. Es gab zu dieser Zeit kaum Kundschaft. Die kam nach Katerinas Erfahrung immer erst später. Aber Steffen nicht. Der hätte schon längst hier sein müssen. Sein Platz am Klavier, von dem die schwarze Farbe nebst Schrammen und Macken abzublättern begann, war leer. Und aus Tinas Worten schloss sie, dass er sich auch bisher nicht hatte blicken lassen. Als Tina zurückkam, fragte Katerina daher: „Hat Steffen sich denn abgemeldet oder so?“ Tina zuckte die Schultern. „Da muss ich gleich hinten mal den Chef fragen. Ich weiß von nichts, du.“ Zusammen mit Katerina stolzierte Tina wieder an die Theke. „Warte mal ’ne Sekunde, ich komm gleich zurück.“ Tina verschwand durch eine Tür und kam kurz darauf auch schon wieder herausgehüpft. „Sorry, Katy, mit Steffen kann ich nicht dienen. Kommt ihr nicht sonst immer zusammen? Ist was passiert?“ „Was soll schon passiert sein? Ich habe keine Ahnung, wo der steckt. Ich hab heute Mittag zwar eine SMS bekommen, aber mein lieber Lebensabschnittsgefährte ist nicht aufgetaucht“, erzählte Katerina. Eine Spur von Bitterkeit schwang in ihrer Stimme mit. Schwungvoll wischte Tina mit einem Lappen über die Spüle. „Seine Vertretung kann eigentlich auch nicht; wir haben vorhin schon mal angerufen. Hat eine Verletzung. Aber er hat dann zähneknirschend trotzdem zugestimmt, er wollte nicht auch noch seinen Job verlieren.“ Ein ungutes Gefühl machte sich in Katerina breit, als sie fragte: „Soll das heißen, ihr wollt Steffen rausschmeißen?“ Bedauernd blickte Tina sie unter ihren langen Wimpern hindurch an. „Ich habe keine Ahnung, Katy Liebes, aber du weißt selbst, dass der Job schon länger auf der Kippe stand. Unser Steffen war noch nie der Zuverlässigste. Und so völlig ohne Absage fehlen…“ Ein faltiger Fünfzigjähriger gesellte sich zu ihnen. Eine nicht angezündete Zigarette im Mundwinkel baumelnd fragte er: „Tanja?“ „Immer noch Tina. Und das hier ist Kalle. Kalle – Katy, eine Freundin von mir.“ Kalle und Katerina schüttelten sich die Hand. Katerinas Blick fiel auf seinen Armverband. „Soll ich jetzt gleich anfangen zu spielen?“, wollte er wissen. „Ja, so früh wie möglich!“ Kalle hängte seine Jacke an den Haken neben der Tür, bestellte sich noch ein Pils und setzte sich ans Klavier. „Und so will der spielen?“ Katerina konnte nicht glauben, dass es mit einer Armverletzung angenehm war, ein solches Instrument zu spielen. „Offensichtlich. Aber er hat schon gesagt, besonders schnelle Sachen kriegt er nicht hin. Aber besser als nichts, oder?“ Katerina blieb Tina eine Antwort schuldig. „Sag mal Katy, hat denn der Typ dich jetzt erreicht?“ „Was für ein Typ?“
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und eure kommis bitte 
exe
[Dieser Beitrag wurde am 15.02.2006 - 13:59 von excoriacion aktualisiert]
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PadfootsMate  5 Tintenfässer 1 Feder


Status: Offline Registriert seit: 12.01.2006 Beiträge: 158 Nachricht senden | Erstellt am 15.02.2006 - 18:14 | |
Der Typ sie erreicht hat? Also, mein Detektivsinn (der nicht besonders herausragend ist) sagt mir, dass dieser Typ, der Steffen ermordet hat, irgendwann vorher Tina nach Katys Nummergefragt hat. Dann hat er Katy die Sms geschrieben und Tina will jetzt wissen, ob er sie erreicht hat, richtig? War auf jeden fall wieder super!!!!! Immer weiter so! Paddi
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Liebe Leut, ab 28. August 2006 bin ich in den USA. Ich komm wahrscheinlich um den 30.Juni 2007 wieder. Ich wünsch euch viel Spass hier und alles Gute, wir lesen uns^^ |
sonnenschein9 unregistriert
| Erstellt am 21.02.2006 - 11:08 | |
cool...war wieder mal toll...danke dass du an die große schrift gedacht hast
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excoriacion  3 Federn 5 Fransen


Status: Offline Registriert seit: 11.01.2006 Beiträge: 16 Nachricht senden | Erstellt am 21.02.2006 - 17:29 | |
@paddi: hey hey, clever kombiniert
bin stolz auf dich!!
@sunny: herzlichsten dank!
so here we go
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Wie sie an einem felsigen Abgrund hängt und wie er versucht, sie herunterzuziehen, das sehe ich. Sie wehrt sich nicht, mein Gott, sie wehrt sich überhaupt nicht, vertraut ihm blind und lässt sich ins Verderben stürzen. Und ihr sorgloses Gesicht. Und ich will ihr doch nur helfen. Helfen. Wie weit? Aber man muss doch handeln, bevor jede Hilfe zu spät kommt!? Wie dröhnende, donnernde Musik stürmt alles auf mich ein.
„Wie hieß er denn gleich?“, überlegte Tina kopfkratzend.
„Von wem redest du?“ Mittlerweile verstand Katerina gar nichts mehr.
„Na der, der gestern kam, als ihr grade raus ward. Ihr müsst euch superknapp verpasst haben!“ Tina legte eine kurze Redepause ein, denn zwei Gäste wollten den Weg zur Toilette wissen. „Auf jeden Fall hat er dich gesucht. Ich hab ihm natürlich gesagt, dass ihr eben zur Tür raus seid. Er hat dann voll den Zirkus gemacht, weil es ja ach so wichtig wär. Hat nach deiner Handynummer gefragt. Ist doch okay, dass ich ihm die gegeben hab?“
Etwas durcheinander nickte Katerina. „Schon in Ordnung. Und du weißt echt nicht mehr, wie er hieß?“ Ihr Gehirn arbeitete angestrengt. Wer sollte ihr da nachts um zwei in die Kneipe folgen?
„’Ne Brille hatte er auf. Schwarze kurze Haare. Ich bin doch in so was nicht so gut“, entschuldigte sich Tina für die recht dürftige Beschreibung. „Aber aus deiner Reaktion schließe ich, dass er sich nicht gemeldet hat? Komm, mach dir keinen Kopf, wenn es wichtig gewesen wäre, dann hätte er dich doch angerufen.“
Katerina zog verwirrt ihr Handy aus der Tasche und sah verständnislos ihre entgangenen Anrufe durch. Da hatte in der Nacht und auch tagsüber niemand versucht, sie zu erreichen. Gespannt linste ihr Tina über die Schulter. „Und ’ne SMS wahrscheinlich auch nicht, oder?“
„Heute nur die von Steffen.“ Sie stutzte, als sie über der Nachricht nicht „Steffen“ sondern eine unbekannte Nummer angezeigt sah. „Aber das kann doch nicht sein … Ich dachte, die ist von Steffen?“
Den Kopf überfüllt wie eine Hauptverkehrsschlagader eilte Katerina durch den dichten Verkehr nach Hause. Die Tür war kaum hinter ihr ins Schloss gefallen, da hatte sie auch schon den Telefonhörer am Ohr und lauschte angestrengt dem sanften Tuten, flehte innerlich, dass Steffen abnahm. Und mit jedem Tuten, das zu hören war, schwand ihre Zuversicht und wuchs ihre Sorge. „Nimm ab!“, zischte sie nervös und zerknautschte mit der linken Hand ihre Jacke, die sie angespannt festhielt. Als der Anrufbeantworter den Rufton ablöste, schmiss sie den Hörer auf die Gabel und begann, im Zimmer auf und ab zu laufen, in Gedanken bei Steffen und allen Unglücken, die ihm hätten zustoßen können. Sie wählte noch einmal, und als sie ihn auch auf seinem Handy nicht erreichen konnte, wurde sie von Angst gepackt.
Selbst der Fluss, der einst Erinnerungen an früher hervorrief, beruhigt mich nicht mehr. Ich kann auf ihn starren soviel ich will, der Zauber ist erloschen. Verglommen. Zum wiederholten Male schließe und öffne ich meine Augen, doch es taucht nicht die Moldau mit all ihren Windungen und verzierten Brücken vor mir auf, es ist derselbe graue Fluss wie immer, der trostlos dahinzieht und mich im Stich lässt. Nimm mich mit.
Und so kehre ich ihm den Rücken und erklimme die Stufen, die wieder in den Alltag führen, der mich so wenig berührt wie das Mondlicht den Grund des Flusses.
Das Telefon reichte ihr nicht, sie musste sich Gewissheit verschaffen.
Entschlossen schritt sie auf die Wohnungstür zu. Doch die schwang auf, noch ehe Katerina sie erreicht hatte. Im Türrahmen stand Ondrej, völlig zerzaust und durchnässt, er wirkte etwas planlos. Er hielt inne und blickte seine Schwester einen Moment lang an. Dann fasste er sich sichtlich und öffnete seine nasse Jeansjacke. „Ahoj. Jak se máš?“, grüßte er schlaff.
„Hallo und tschüss, ich muss noch mal weg.“
In seinen Augen flackerte für einen Augenblick Panik auf, er kam auf sie zu und legte unschlüssig seinen Arm auf ihre Schulter. „Was ist passiert?“
Sie ließ sich nicht beirren und entgegnete mit Nachdruck: „Dasselbe könnte ich dich fragen. Steffen ist krank geworden. Kann nicht mal mehr ans Telefon gehen. Es könnte auch sonst was passiert sein. Bitte, Ondrej, ich muss weg.“
Er stellte sich ihr in den Weg. In seinem Zustand wäre es ihr ein Leichtes gewesen, an ihm vorbei zu kommen, aber Katerina war nun völlig durcheinander. Das war nicht ihr Bruder. Ihr Bruder war gefasst, ihr Bruder war kein Häufchen Elend, er war alles, aber doch nicht so. Die Augen dieses Mannes irrten orientierungslos durch den Raum, blieben an ihren Füßen hängen.
„Ondrej? Was zum Teufel ist los mit dir?“, fragte sie verwirrt und wusste langsam nicht mehr, wo ihr der Kopf stand. Unschlüssig ging sie einen Schritt auf ihn zu und nahm ihn in den Arm, ihr Pullover wurde bei der Berührung mit seiner Jacke ganz nass, was sie jetzt allerdings am wenigsten störte. Alles, woran sie dachte, waren Steffen und ihr rätselhafter Bruder.
Es war, als ob ein Gemisch aus Ewigkeit und Rastlosigkeit diesen Moment der Umarmung angehaucht hätte, er verstrich, jedoch nicht, ohne Katerinas Verzweiflung noch ein Stück tiefer zu treiben.
„Ich muss weg, Ondrej, ich weiß nicht, was los ist, ich weiß überhaupt nichts mehr.“ Erschrocken spürte sie, wie er an ihrer Schulter anfing zu schluchzen. Jetzt bekam sie wirklich Angst um ihn. „Soll ich Jiri Bescheid sagen? Dass er vorbei kommt?“
„Vergiss es!“, verneinte er mit belegter Stimme.
„Er ist dein bester Freund, natürlich sollte ich ihn holen.“
Er sah mit leeren Augen zu ihr auf. „Jiri ist seit heute für mich gestorben. Lass gut sein.“
Sie schüttelte den Kopf. „Ist es wegen ihm, bist du deshalb so drauf?“ Jiri, der Cousin der beiden, war vor fünf Jahren mit ihnen aus Tschechien nach Deutschland gekommen und für sie bald schon so etwas wie ein zweiter Bruder. Er und Ondrej wichen seit Jahren nicht von der Seite des anderen. Eigentlich. Katerina waren schon des Öfteren Zweifel an dieser Freundschaft gekommen, nun sah sie sich bestätigt.
Als Ondrej immer noch nicht antwortete, fuhr sie fort: „Hör mal, ich komme heute nicht so spät wieder, ich verspreche es dir. Aber ich muss jetzt nach Steffen sehen, es könnte wirklich etwas passiert sein.“
Einen Augenblick lang zeigte Ondrej keinerlei Reaktion. Dann drückte er sie ganz fest an sich und begann, bitterlich zu weinen.
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und jetz die kommis!
exe
Signatur ..............carpe diem..! |
yulivee  3 Federn 5 Fransen


Status: Offline Registriert seit: 20.02.2006 Beiträge: 71 Nachricht senden | Erstellt am 21.02.2006 - 21:26 | |
Hey, find ich echt klasse, deine Story.
Hoffentlich geht es bald weiter...
yulivee
Signatur Mistelzweig AG
Vier Gryffindors und der Stein der Weisen -> hier im Fanfictionbereich ;)
Auch im Fanfictionbereich:
Gegen den Sturm |