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Mopsi 
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...   Erstellt am 04.08.2005 - 15:23Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Sowohl über die systematische Zusammengehörigkeit der Katzen als auch über die Abstammung unserer Hauskatzen gibt es selbst unter den Spezia­listen noch immer keine einheitliche klare Auffassung. Sicher ist jedoch, dass die Hauskatze der Art Felis silvestris entstammt. Unklar ist nur, von welcher der zahlreichen Unterarten die Domestikation ihren Ausgang genommen hat. Überall auf der Erde, wo wilde Kleinkatzen vorkommen, gibt es wahrscheinlich auch Kreuzungen zwischen ihnen und den dort lebenden gewöhnlichen Hauskatzen. Das trifft auch auf unsere einheimische Europäische Wildkatze zu. Immer wieder kommt es vor, dass umherstreunende rollige Hauskatzen von Katern der Wildkatze erfolgreich gedeckt werden. Deshalb aber alle diese Unterarten in irgendeiner Form als Ahnen der Hauskatze zu betrachten wäre verfehlt. Für die Domestikation der Katze spielen verschiedene Faktoren eine ausschlaggebende Rolle. Anzunehmen ist, dass es vor Jahrtausenden nicht nur ein Ausgangszen­trum gegeben hat, sondern mehrere Unterarten der Felis-silvestris-Art als Ahnformen in Betracht kommen. Ein Wissenschaftler führt als Beweis dafür, dass auch unsere europäischen Hauskatzen von der Falbkatze abstammen, an, dass die Primärfellmusterung europäischer Hauskatzen-Embryonen eine Querstreifung und kein Fleckenmuster aufweist. Auch die besondere Wärme- und Trockenheitsliebe der Hauskatze könnten darauf hinweisen.

Erste Schritte einer Domestikation der Katze sind vor 4 bis 4 ½ Jahrtausenden am Oberen Nil in Ägypten zu suchen. Als alleinige Stammform nahm man bisher ausschließlich die dort lebende Falbkatze, eine hellfarbige Unterart, Felis silvestris lybica, aus den nordafrikanischen Wüstensteppen an. Diese Falbkatze war und ist ein Kulturfolger, das heißt, sie zeigte schon von jeher ein stärkeres Anlehnungsbedürfnis an die Menschen als alle anderen Wildkatzen-Unterarten einschließlich unserer Europäischen Wildkatze. Sicher ist, dass die Falbkatze eine Stammform unserer Hauskatzen ist, aller Wahrscheinlichkeit nach jedoch nicht die einzige. So ist als eine weitere eventuell als Stammform in Betracht zu ziehende Wildkatze, die cremegraue Buschfalbkatze, Felis silvestris ocreata, aus dem äthiopischen Hochland zu nennen.

Ein anderer Wissenschaftler hat darauf hingewiesen, dass die Katze in Vorderasien schon wesentlich früher als in Ägypten gehalten worden ist. Die wohl ältesten bisher bekannten Katzendarstellungen stammen aus der Zeit 6000 v. u. Z. aus dem Gebiet Anatoliens. Bei Hacilar fand man Statuetten, die Frauen darstellten, die mit Katzen spielten. Damit ist bewiesen, dass die Katze schon vor nunmehr 8000 Jahren den Menschen begleitete.

Im späten 6. oder frühen 5. Jahrtausend v. u. Z. wurden Katzen in Jericho in Jordanien gehalten. Im Südirak scheint die Katze im frühen 3. Jahrtausend v. u. Z. bereits allgemeiner verbreitet gewesen zu sein. In diesen Gegenden lebten wieder andere wilde Falbkatzen-Unterarten, Felis silvestris tristrami und Felis silvestris iraki, die dort ebenfalls als Ahnformen in Frage kommen. Wahrscheinlich jedoch müssen wir alle diese dort gehaltenen Katzen noch als gezähmte Wildtiere betrachten. Es ist nämlich ein deutlicher Unterschied zu machen zwischen einer Zähmung als zufälliger, bei allen Wildtieren möglicher Gewöhnung an den Menschen und einer über unzählige Generationen laufenden dauerhaften Domestikation. Auch aus dem jungsteinzeitlichen Ägypten, aus der Zeit der Badari­Kultur um etwa 4000 v. u. Z., sind durch Funde und Bilder Falbkatzenhaltungen bekannt geworden. Erst im Neuen Reich Ägyptens werden Funde und Abbildungen immer häufiger, die auf eine Hausbarmachung, eine echte Domestikation hinweisen. Vor allem ägyptische Grabbilder zeigen Katzen als Jagdhelfer, als Spielgefährten des Menschen und als Göttersymbol. Eine wichtige Voraussetzung für diese Domestikation der sehr ortstreuen und territorial gebunden lebenden Katze war also die Sesshaftigkeit eines Volkes, die in der Hochkultur Ägyptens auf jeden Fall vorhanden war. Sicher ist die Katze auch in vielen anderen Teilen Afrikas von nomadisierenden Hirtenvölkern gezähmt worden, doch zu einer echten Domestikation kam es hier nicht.

Somit ist aber auch erwiesen, dass zwischen den ersten Nachweisen einer Haltung von Katzen und ihrer wirklichen Domestikation Jahrtausende liegen, eine Zeitspanne, die bei keinem anderen Haustier so lange währte. Das ist auf die bekannte Tatsache zurückzuführen, dass die Katze eben das einzige Haustier ist, das nicht gesellig, sondern ungesellig einzelgängerisch lebt. Auf Kreta lässt sich dann die Hauskatze vor etwa 4000 Jahren (ungefähr 2000 v. u. Z.), in China vor rund 2500 Jahren, über Indien eingeführt, nachweisen. Um 800 v. u. Z. erscheint die Hauskatze in der altchinesischen Literatur. Neben dem Tiger, der auf den Feldern die Wildschweine vernichtet, wird sie als Vertilgerin der schädlichen Mäuse als heilig verehrt. Außerdem ist die Katze zu dieser Zeit ein Symbol für die Langlebigkeit. Unter verschiedenen Dynastien bis etwa um 200 v. u. Z. fanden zur Ehrung der Katze und des Tigers seltsame Riten statt.

In Griechenland und Rom erwähnt man die Katze als hochgeschätzte Mäusevertilgerin sogar erst vor 2000 Jahren, das heißt also um die Zeitenwende. In England wurde sie vor rund 1000 Jahren eingeführt und seinerzeit dort so geschätzt, dass man ihre Tötung mit schweren Strafen ahndete. Im mitteleuropäischen Gebiet kann die Hauskatze erst seit dem 14. Jahrhundert nachgewiesen werden.







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