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...   Erstellt am 23.09.2007 - 19:08Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


"Panzer-Paul"


Es handelt sich hier nicht um eine Fiktion á la "Der dritte Weltkrieg" eines Jan van Helsing oder um Inhalte aus dem Film "Powerplay" aus dem Jahre 1980, sondern um eine wahre Geschichte, die im Hochsommer 1968 während des "Prager Frühlings" spielte.
Die Einheiten der 1. Gebirgsdivision der Bundeswehr, die (neben den Fallschirmjägern, also den Luftlandeeinheiten und den motorisierten Panzerdivisionen der Waffen-SS) bereits im Dritten Reich eine ganz besondere Vormachtsstellung innerhalb der Deutschen Wehrmacht eingenommen hatte, spielen darin eine bedeutende Rolle.



1. Gebirgsdivision der Bundeswehr. (8. Geb.Pz.Aufkl.Bat.)*

17. August 1968:

Sämtliche Einheiten befinden sich seit mehreren Tagen in Alarmbereitschaft. Der militärische Abschirmdienst MAD hat eine - vermutlich direkt bevorstehende - Invasion der CSSR durch verbündete Truppen des Warschauer Paktes gemeldet. Niemand weiß, wie sich die Situation entwickeln wird.
Bei der Bundeswehr gibt es eine totale Urlaubs- und Ausgangssperre. Sämtliche Fahrzeuge und Flugzeuge der Aufklärungseinheiten sind aufgetankt und mit scharfer Munition bestückt, die Abfangjäger in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Die Kasernen wurden weitgehend verlassen und alle Kampfeinheiten haben die – ihnen zugewiesenen - Verfügungsräume bezogen.
Die zurückgebliebenen Soldaten schlafen stets "Gewehr bei Fuß", also in Uniform und Stiefeln mit der geladenen Waffe neben dem Bett.


21.August 1968:

Die Truppen des Warschauer Paktes haben in der Nacht zum 21. August die Grenzen der CSSR überschritten, Unter ihnen befinden sich auch zwei motorisierte Schützendivisionen der NVA* (DDR), die Aufklärungsdienste verrichten sollen.

Der Bataillonskommandeur, Oberstleutnant Paul *** (49), ein ehemaliger Offizier der Waffen-SS, der inzwischen ein Panzer- Aufklärungsbataillon der Bundeswehr befehligt, entschließt sich, seinen Verfügungsraum im Bayerischen Wald zu verlassen, um mit seiner Einheit ebenfalls in die CSSR einzumarschieren. Dort könnte er im Ernstfall hinter den feindlichen Linien als vorgeschobener Feuerleitstand gegen die Truppen des Warschauer Paktes fungieren. Eine wahrlich heroische Aufgabe im Dienst für das Vaterland.
Zwar gibt es keinerlei Marschbefehle oder sonstige Vollmachten für diese Aktion, aber er betrachtet diese Aktion als "Geheime Kommandosache" ganz nach früherem Muster.
Und er weiß aus Erfahrung: Wenn die Situation mit den Truppen des Warschauer Paktes eskalieren sollte, so würde er später nicht als Kriegsverbrecher verurteilt, sondern als Held gefeiert, der die Zeichen der Zeit rechtzeitig erkannt hatte.


Philippsreut, 21.August 1968:

Eine Einheit US-amerikanischer Militärpolizei (MP)* sind an der Deutsch/Tschechischen Grenze stationiert. Sie haben strikten Befehl, nicht in eventuelle, aktive Kampfgeschehen einzugreifen, sondern lediglich Eskalationen zu verhindern. Unterstützt werden sie von deutschen Feldjägern, also der deutschen Militärpolizei. Einige von den Offizieren sprechen fließend Tschechisch und Russisch.
* MP = Military Police = United States Army Criminal Investigation Command (CIC)

Im Morgengrauen des 21. August gegen 05:10 Uhr entdecken sie auf einer unbefestigten Forststraße eine Panzerkolonne mit deutschen Hoheitsabzeichen und Tarnausrüstung, die sich relativ zügig in Richtung tschechischer Grenze bewegt. Angeführt wird diese Kolonne von mehreren Radfahrzeugen (Mungas), sowie eines Kommandeurwagens.
Ein Stopp dieser Kolonne gestaltet sich schwierig, da der Kolonnenführer auf keinerlei Warnhinweise reagiert und jeglicher Gebrauch von Schußwaffen in dieser angespannten Situation strikt untersagt ist.
Erst als zwei Jeeps der amerikanischen MP quer über den Waldweg gestellt werden, gelingt es, die Kolonne zu stoppen. Wenig später wird bei den anschließenden Vernehmungen eine zweite, gut getarnte Panzereinheit desselben Bataillons auf einer weiteren Forststraße entdeckt.
Oberstleutnant Paul *** und sein Stellvertreter, Major *** werden von den amerikanischen Militärbehörden festgenommen und nach mehreren Telefonaten mit dem US-Department und dem Verteidigungsministerium per Hubschrauber ausgeflogen. Die Panzerkolonne wird von einem Offizier der deutschen Feldjäger wieder zurück in den zugewiesenen Verfügungsraum gebracht.



... einige Zeit später:

Es ist nichts passiert, was den Weltfrieden ernsthaft gefährdet hätte. Die Tschechoslowakei wurde von "verbündeten Truppen" des Warschauer Paktes besetzt, alle Sender besetzt, die Regierung abgesetzt und Alexander Dubcek nach Moskau gebracht.
Auch die Soldaten der Bundeswehr sind in die Kasernen zurückgekehrt und die erhöhte Alarmbereitschaft wurde aufgehoben.


Noch einige Zeit später:

Oberstleutnant Paul *** wurde von einem Militärgericht der vorsätzlichen Befehlsverweigerung für schuldig befunden und mit sofortiger Wirkung auf den Rang eines Hauptmannes degradiert. Dies ist der niedrigste Offiziersstand, auf den eine Degradierung eines hochrangigen Offiziers möglich ist. Ferner wurde er in eine Ausbildungseinheit in der bayrischen Provinz versetzt und mit einer lebenslangen Beförderungssperre belegt.
In den Medien wurde diese unrühmliche Episode weitestgehend geheimgehalten. In der Bevölkerung hingegen wurde er mit dem Spottnamen "Panzer-Paul" bedacht.
Major *** hingegen konnte kein Verstoß gegen das Soldatengesetz nachgewiesen werden. Er wurde freigesprochen und auf eigenen Wunsch in eine andere Einheit versetzt.


Oberstleutnant Paul *** lebt heute nicht mehr. Er verstarb am 18. Februar 1996 im Alter von 77 Jahren an den Folgen eines Gehirnschlages. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits seit über 18 Jahren im Ruhestand. Seine Leiche wurde eingeäschert.
Heute ist diese Angelegenheit weitestgehend in Vergessenheit geraten, aber jeder ältere Angehörige der 1. Gebirgsdivision wird den Namen "Panzer-Paul" vermutlich noch kennen und sich mit einem Schmunzeln an diese "heiße Episode" im August 1968 erinnern.

Aus heutiger Sicht mag diese voreilige Aktion von "Panzer-Paul" vielleicht ziemlich blödsinnig anmuten, aber wer weiß, wie die Geschichte ihn beurteilt hätte, falls es im Sommer 1968 wirklich zu einer kriegerischen Konfrontation zwischen NATO und Warschauer Pakt gekommen wäre.
So aber gehört er einfach zu den "vergessenen Helden" unserer Zeit.
Ebenfalls ungeklärt bleibt, ob es sich wirklich nur um den Amoklauf eines Einzelnen handelte, oder ob es doch eine "Geheime Kommandosache" innerhalb der Militärbehörden gab, die – möglicherweise aus kommunikationstechnischen Problemen - von einer etwas übereifrigen Einheit der US-MP verhindert wurde.
Wir werden es wohl nie erfahren ...

(*** = Namen geändert, bzw. nicht genannt.)




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Diverse Anmerkungen:

* Bataillon ist die Bezeichnung für einen Verband in Streitkräften. In ihm sind mehrere Kompanien oder Batterien einer Truppengattung, aber zum Teil unterschiedlicher, sich ergänzender Ausrüstung zu einer organisch zusammengesetzten Truppe zusammengefaßt. Je nach Truppengattung umfaßt es ca. 300 bis 1.200 Soldaten.

* Gebirgsjägereinheiten der Wehrmacht waren im Zweiten Weltkrieg unter anderem an der Invasion Norwegens im Jahre 1940 – mit der Adolf Hitler der britischen Besetzung des neutralen Landes zuvor kommen wollte – und an der Landung auf Kreta 1941 beteiligt.

Künstlerische Berühmtheit erlangte Major der Gebirgstruppe Albert Hohenester mit seinen zahlreichen Bildbänden und Gemälden aus dem Alltag dieser Truppe.

Gebirgsjäger der Wehrmacht waren aber auch an Kriegsverbrechen beteiligt, so die 1. Gebirgs-Division an der Erschießung von 5200 italienischen Kriegsgefangenen der Division "Acqui" auf Kephalonia und Korfu. Etwa 5.200 italienische Soldaten und fast alle Offiziere, die sich den deutschen Truppen ergeben hatten, wurden nach ihrer Gefangennahme, den Befehlen des Oberkommandos der Wehrmacht folgend und allen Bestimmungen des Kriegsvölkerrechts widersprechend, getötet. Dies war eines der schwersten Kriegsverbrechen mit direkter Beteiligung von Wehrmachtseinheiten.

Die 1. Gebirgs-Division mit ihren etwa 20.000 Mann wurde von Hitler als seine "Garde-Division" bezeichnet. Sie nahm an der Besetzung des Sudetenlandes und beim "Anschluß" Österreichs teil und kam im Polenfeldzug 1939 und Westfeldzug 1940 zum Fronteinsatz.
Bei Besançon wurde sie nach der Niederlage Frankreichs auf die Eroberung Gibraltars vorbereitet. Als Franco den Durchmarsch der Deutschen durch Spanien verweigerte, wurde die Division umdirigiert und an der französischen Kanalküste zur Landung in England aufgestellt.
1941 folgten der Balkanfeldzug und der Überfall auf die Sowjetunion. Unter hohen Verlusten gelang 1942 die Überquerung des Kaukasus-Gebirges. Dabei wurde am 21. August durch die "gemischte Elbruskompanie" der höchste Gipfel des Kaukasus, der 5633 Meter hohe Elbrusgipfel bestiegen, nachdem zuvor das in 4200 Meter Höhe gelegene Elbrus-Haus mit 80 Mann sowjetischer Besatzung erobert worden war.

Als die Division im Frühjahr 1943 nach Montenegro verlegt wurde, hatte sie im bisherigen Kriegsverlauf bereits über 19.000 Mann verloren. Anfang Juli 1943 wurde die 1. Gebirgs-Division nach Westgriechenland in den Epirus verlegt. Die militärischen Erfolge der ELAS hatten eine Verstärkung der deutschen Besatzungstruppen notwendig gemacht, und als Antwort darauf sollte der Terror intensiviert werden. Auch für sie galt Hitlers Befehl vom 16. Dezember 1942:
"Wenn dieser Kampf gegen die Banden sowohl im Osten wie auf dem Balkan nicht mit den allerbrutalsten Mitteln geführt wird, so reichen in absehbarer Zeit die verfügbaren Kräfte nicht mehr aus, um dieser Pest Herr zu werden. Die Truppe ist daher berechtigt und verpflichtet, in diesem Kampf ohne Einschränkungen auch gegen Frauen und Kinder jedes Mittel anzuwenden, wenn es nur zum Erfolg führt…"

Allein in den drei Monaten zwischen Anfang Juli und Anfang Oktober 1943 zerstörte man etwa 207 Ortschaften mit 4.500 Häusern und tötete über 2.000 Griechen und Albaner, darunter Frauen, Alte und Kinder. Ein Indiz dafür, daß es höchst selten zu Gefechten mit Partisanen kam, ist die Tatsache, daß "nur" 23 Gebirgsjäger in diesem Zeitraum gefallen sind.


Die Gebirgsjäger der Bundeswehr
Nach der Gründung der Bundeswehr kam es 1956 zur Aufstellung der 1. Gebirgsdivision, weil die NATO damals einen deutschen Großverband mit Gebirgskampfbefähigung verlangte. 45 Jahre später wurde die Division im Jahr 2001 mit einem feierlichen Appell in Garmisch-Partenkirchen aufgelöst. Heute ist die Gebirgstruppe der Bundeswehr die Gebirgsjägerbrigade 23. In ihr dienen Soldaten verschiedener Truppengattungen, die aber alle das Edelweiß an Mütze und Ärmel tragen. Die einzigen Gebirgsjäger außerhalb der Gebirgsjägerbrigade 23 gehören dem Gebirgsjägerbataillon 571 in Schneeberg an, das 2008 aufgelöst werden soll.

Die Gebirgsjäger machen die eigentliche Gebirgsjägertruppe aus, (grüne Kragenspiegel). Besonders geeignete und speziell ausgebildete Bergsteiger/Kletterer und Skiläufer sind in Hochgebirgsjägerzügen zusammengefaßt, von denen jeweils einer bei der Stabs- und Versorgungskompanie des Gebirgsjägerbataillons eingegliedert ist. Der Gebirgsdienst und die Ausbildung im Gebirge werden wesentlich durch die Heeresbergführer der Bundeswehr geprägt. Heeresbergführer sind Offiziere und Unteroffiziere der Gebirgstruppe, die in Zweitverwendung für den Dienst im Gebirge eine besondere bergsteigerische und skiläuferische Ausbildung an der Gebirgs- und Winterkampfschule in Mittenwald erhalten. Sie stehen den Kommandeuren und Einheitsführern bei Ausbildung und Einsatz im Hochgebirge als Berater zur Seite.

Berühmte Gebirgsjäger:
Eduard Dietl, der "Held von Narvik" (Joseph Goebbels), war einer der bekanntesten Gebirgsjäger. Nach ihm wurden auch zwei weitere Gebirgsjägergeneräle zu Namensgebern von Bundeswehrkasernen : Ludwig Kübler und Rudolf Konrad.
Erst 1995 ließ der damals verantwortliche Bundesverteidigungsminister Volker Rühe die Generaloberst-Dietl-Kaserne in Allgäu-Kaserne sowie Mittenwalds General-Kübler-Kaserne in Karwendel-Kaserne umbenennen.
In Bad Reichenhall gibt es zudem eine General-Konrad-Kaserne.
General der Gebirgstruppen Hubert Lanz (1896-1982) war von Februar 1943 bis Kriegsende Kommandierender General des XXII. Gebirgsarmeekorps, das mit Schwerpunkt in Griechenland eingesetzt war. Er war für das Massaker auf Kephallonia verantwortlich.
In einem der Nürnberger Prozesse, dem Prozeß Generäle in Südosteuropa, wurde er als Kriegsverbrecher zu 12 Jahren Haft verurteilt, allerdings bereits 1951 aus der Haft entlassen. Er war nach dem Krieg Mitglied der FDP und dort als Berater für militär- und sicherheitspolitische Fragen tätig. Bereits 1951 wurde er Ehrenvorsitzender des Kameradenkreises der Gebirgstruppe und Vorsitzender im Traditionsverband der 1. Gebirgsdivision.

Die 1. Gebirgsdivision war die 8. Division des Deutschen Heeres Sie wurde im Jahre 2001 aufgelöst oder größtenteils zur 10. Panzerdivision in Sigmaringen abgegeben.
Ab 1993 waren Truppenteile der Division in Somalia, Mazedonien, Albanien, im Kosovo und in Bosnien im Einsatz.

Quelle: Wikipedia


* Es gab Pläne, die 7. Panzerdivision und die 11. Motorisierte Schützendivision der DDR an der Intervention zu beteiligen. Wegen der zu erwartenden verheerenden außenpolitischen Wirkungen - es wäre der erste Auslandseinsatz deutscher Truppen nach dem Zweiten Weltkrieg gewesen - wurden diese Divisionen dann aber doch nicht eingesetzt. Sie leisteten logistische Hilfe beim Einmarsch und standen direkt an der Grenze bereit, um im Falle eines möglichen, der Sowjetarmee außer Kontrolle geratenden Volksaufstandes, einzugreifen. Diverse Verbindungsoffiziere, NVA-Nachrichtensoldaten und auch MfS-Offiziere waren direkt in der ÈSSR im verdeckten oder korrespondierenden Einsatz. Mehrere Soldaten einer NVA-Nachrichteneinheit weilten auf Grund der Militäraktion im Führungsstab der Invasionstruppen bei Milovice/CSSR.
Diese Militäraktionen werden bis heute von (ost)deutscher Seite dementiert.
Der amerikanische Journalist und Augenzeuge Alan Levy berichtet allerdings, daß "ostdeutsche Truppen durch das Sudetenland rollten, als ob es wieder 1939 wäre. Sie zielten nur mit der Filmkamera auf die Menschen. Jeder, der die Faust gegen die ostdeutsche Armee erhob, wurde gefilmt - vielleicht für Walther Ulbrichts Archiv für bekannte Konterrevolutionäre."

Alan Levy wurde Augenzeuge und Chronist des Prager Frühlings. 1971 entdeckte das kommunistische Regime Notizen und er wurde mit seiner Familie ausgewiesen. Levy starb im Jahre 2004 in Prag, wohin er erst im Jahre 2001 zurückkehrte.

Quelle: Minotaurus (diverse Berichte in den Medien und bei Wikipedia.)



* Im Herbst 1981 stand die NVA bereit, um gegebenenfalls an der Seite der Sowjetarmee in Polen einzugreifen. Eine größere, militärische Intervention unterblieb jedoch auch in diesem Fall.

Mehrere Male befand sich die NVA über einen jeweils längeren Zeitraum im Zustand der erhöhten Gefechtsbereitschaft, so 1961 während und nach dem Bau der Mauer, 1962 während der Kubakrise, 1968 bei der Intervention von vier Warschauer-Vertrags-Staaten in der ÈSSR und letztmalig im Herbst 1989.

1990 wurde die NVA aufgelöst und Standorte, Einrichtungen und Ausrüstung an die Bundeswehr übergeben. Die meisten der vorhandenen Standorte wurden geschlossen und die Ausrüstung zum Teil an andere Staaten verkauft oder sogar verschenkt, so etwa Schützenpanzerwagen an die Türkei, Schiffseinheiten an Indonesien. Ein großer Teil des Unteroffizierkorps sowie nahezu das gesamte Offizierkorps wurden entlassen, nur 3.200 dieser zuletzt noch 36.000 Personen zählenden Kader wurden in die Bundeswehr übernommen. Die ehemaligen NVA-Angehörigen wurden dabei häufig in einem niedrigeren Dienstgrad eingestellt, einige traten in die Bundeswehr als Unteroffiziere ein.

Generell galt bis zum 1. März 2005 die in der deutschen Armee NVA geleistete Dienstzeit als "gedient in fremden Streitkräften". Nunmehr lautet die Bezeichnung "gedient außerhalb der Bundeswehr". Laut Einigungsvertrag ist es den ehemaligen NVA-Angehörigen nicht gestattet, in der Bundesrepublik ihren letzten Dienstgrad mit dem Anhang "a.D." (außer Dienst) zu führen.

(Quelle: www.Enzyklopädie.de)


* Prager Frühling 1968
Von westlicher Seite war für die Prager Führung keine Hilfe zu erwarten. Ein direktes Eingreifen der amerikanischen Regierung stand außerhalb jeder Diskussion, denn spätestens seit dem Ungarnaufstand im Jahre 1956 war offenkundig geworden, daß beide Supermächte stillschweigend die gegenseitigen Einflußsphären in Mitteleuropa respektierten.
Damals wurden US-Einheiten, die in Süddeutschland stationiert waren, in einer Blitzaktion unter Verletzung der österreichischen Lufthoheit trotz offiziellen Protestes der österreichischen Regierung auf Stützpunkte im Mittelmeer verlegt.
Trotzdem die sowjetische Literaturzeitung "Literatumaja Gazeta" in ihrer Ausgabe vom 28. August 1968 behauptete, daß amerikanische Spezialeinheiten von amerikanischen und deutschen Offizieren in der Schwarzenbergkaserne in Salzburg ausgebildet und dann mit großen Mengen von Waffen in die Tschechoslowakei eingeschleust worden seien, kann diese Beschuldigung der sowjetischen Presse im Gegensatz zur ungarischen Presse im Jahre 1956 als harmlos bezeichnet werden.
General Otto Krischka, er war von 1984 bis 1992 Landesgendarmeriekommandant im Burgenland, erinnerte sich noch genau an diesen Einsatz:

"Da sich beim Ungarnaufstand im Jahre 1956 die Kennzeichnung der Staatsgrenze mit rot-weiß-roten Fähnchen außerordentlich gut bewährt hatte, wurde dies neuerlich veranlaßt. Hubschrauberpiloten des Innenministeriums brachten diese Fähnchen an die Grenze. Gendarmen und Zollwachebeamte legten selbst Hand an und steckten den Grenzverlauf ab. Wie wichtig diese Entscheidung war, zeigt, daß im Grenzraum Kittsee eine sowjetische Panzereinheit von Ungarn kommend in das österreichische Hoheitsgebiet einfahren wollte. Als der Kommandant die Fähnchen bemerkte, sah er sofort seinen Irrtum ein und drehte ab. Die ungarischen Grenzeinheiten haben ebenfalls ihre Patrouillentätigkeit verstärkt und alle Wachtürme mit mehreren Soldaten besetzt.
An der Dreiländerecke (Österreich - CSSR -Ungarn) bei Deutsch-Jahmdorf kam es zu einem gefährlichen Zwischenfall, als ich mit dem Lichtbildner einige Aufnahmen machen wollte. Obwohl wir uns auf österreichischem Staatsgebiet befanden, bedrohte uns ein ungarischer Soldat mit einer MP im Anschlag. Trotzdem wir österreichisches Hoheitsgebiet nicht verlassen hatten, mußten wir unsere Arbeit sofort einstellen und uns ins Hinterland begeben. Dieser Vorfall soll zeigen, daß die Situation sehr angespannt war. Jeder einzelne Beamte mußte Fingerspitzengefühl beweisen. Die tschechischen Grenzsoldaten waren sehr zurückhaltend und kaum zu sehen. Von großem Vorteil war die Zweisprachigkeit unserer Beamten, die sich mit Soldaten und Zivilbevölkerung problemlos verständigen konnten. Dadurch wurden auch viele wichtige Details über die Lage in unserem Nachbarstaat in Erfahrung gebracht.
Als sich mit der Verhaftung der politischen Führung die Lage zum Wochenende (25. August 1968) noch zuspitzte, wurde erhöhte Alarmbereitschaft ausgelöst. Das Bundesheer wurde in den Kasernen mit scharfer Munition und Minen versorgt. Es herrschte eine äußerst angespannte Situation, in der man deutlich spürte, daß Österreich bereit war, seine Neutralität mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln zu verteidigen. Da die Grenze äußerst "dicht" war, wurden nur wenige Flüchtlinge aufgegriffen. Der große Flüchtlingsstrom wie beim Ungarnaufstand im Jahre 1956 blieb diesmal aus. Immer wieder wurde von der verunsicherten Bevölkerung zum Ausdruck gebracht, daß sie unschlüssig waren und mit einer Flucht in ein anderes Land noch zuwarten wollten. Die relativ wenigen Personen, die ihre Heimat verlassen wollten, hatten sich bei der österreichischen Botschaft in Prag Visa besorgt und kamen legal nach Österreich. Unser Botschafter in der Stadt an der Moldau war damals der spätere Bundespräsident Dr. Rudolf Kirchschläger".

Quelle: Buch von Reiner Eger: Krisen an Österreichs Grenzen
(Tatsachenberichte von: Oberst i. R. Michael Lehner: General i. R. Otto Krischka)



Viele Edelweißgrüße auch an alle Schlangenfresser und Dogfaces der US-SOF (Green Barets) und der 1st SFOD-D von einem (ehemaligen) Angehörigen einer anderen "Eliteeinheit!", den (Black Barets).
Holladrijööh!!!


.

[Dieser Beitrag wurde am 23.09.2007 - 21:07 von Minotaurus aktualisiert]





Signatur

Worte, Worte, nichts als Worte! Dazwischen manchmal ein Gedanke.
(Marcel Reich-Ranicki)

<Hauptmann>
unregistriert

...   Erstellt am 20.05.2009 - 13:25Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


schrieb
    Panzerdivisionen der Waffen-SS


Hätte es uns man noch (offiziell) gegeben. Die Grenze wäre schon deutlich eher gefallen. Nicht nur die Grenze!

Mit deutschen GruSS





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