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<Andi>
unregistriert

...   Erstellt am 02.12.2004 - 14:49Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo Ihr Denkanstoßer!

Muß mal was zu den "Jammerossis" loswerden! Habe als gebürtiger Wessi vor fünf Jahren eine Fa. in Thüringen eröffnet mit einem nicht unbeträchtlichen Invest. Jeden den ich damals um Rat fragte (leider alles Wessis), oder um dessen Meinung bat hat mir abgeraten mich belächelt oder gar an meinem geistigen Zustand gezweifelt. Hab's trotzdem riskiert und siehe da ich erlebte die wohl angenehmste Überraschung (nach der Geburt meiner Kinder) meines Lebens!?! Habe äußerst motivierte Mitarbeiter gefunden die noch so richtig was bewegen "wollen", bin herzlichst in der Region aufgenommen worden und unser junges Unternehmen konnte sich super entwickeln. Probleme gibt es auf der ganzen Welt, natürlich ganz unterschiedlicher Art, aber eines durfte ich lernen, gejammert, wenn man das so bezeichnen will, wird im Westen deutlich mehr als im Osten. Ich sage immer "Wir klagen auf höchstem Niveau"!
Und jetzt zum Punkt meiner Zeilen. Den neuen Bundesländern und deren Bevölkerung wird die Zukunft gehören. Sie sind innovativ, zukunftsorientiert, motiviert und teils von ihrer Vergangenheit beflügelt alles besser zu machen.
Natürlich sind die Rahmenbedingungen mit entscheitend und wegweißend aber der Wille wird entscheiden und davon erlebe ich bei den Ossis viel mehr als bei den Wessis. Vieleicht liest's ja die/der ein oder andere und kann dem was abgewinnen ich finde euren "Denkanstoß" jedenfalls klasse und kann nur sagen weiter so.




hartmutholzhey 



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Beiträge: 73
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...   Erstellt am 03.12.2004 - 08:33Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Danke Andi für diesen besonders mutmachenden Beitrag. Als Bestätigung dafür, daß wir nicht allein so denken - ein aktueller Liedtext :


WIR SIND WIR
Paul van Dyk & Peter Heppner

Tag und tag, jahr und jahr,
Wenn ich durch diese straßen geh',
Seh' ich wie die Ruinen dieser Stadt
Wieder zu Häusern aufersteh'n.

Doch bleiben viele fenster leer,
Für viele gab es keine wiederkehr.
Und über das was g'rad noch war
Spricht man heute lieber gar nicht mehr.

Doch ich frag,
Ich frag mich wer wir sind.
Wir sind wir, wir stehn hier
Aufgeteilt besiegt und doch,
Schließlich leben wir ja noch.

Wir sind wir, wir stehn hier,
Das kann's noch nicht gewesen sein,
Keine zeit zum traurigsein.

Wir sind wir, wir stehn hier. wir sind wir.

Auferstanden aus ruinen,
Dachten wir, wir hätten einen traum vollbracht.
Vierzig jahre zogen wir an einem strang,
Aus Asche ham' wir Gold gemacht.

Jetzt ist mal wieder alles anders,
Und was vorher war ist heute nichts mehr wert.
Jetzt könn' wir haben was wir woll'n,
Aber wollten wir nicht eigentlich viel mehr.

Und ich frag,
Ich frag mich wo wir stehn.
Wir sind wir, wir stehn hier
Wieder eins in einem Land,
Superreich und abgebrannt.

Wir sind wir, wir stehn hier,
So schnell kriegt man uns nicht ein
Keine zeit zum bessersein.

Wir sind wir, wir stehn hier. wir sind wir.

Wir sind wir.
Aufgeteilt, besiegt und doch,
Schließlich gibt es uns ja immer noch.

Wir sind wir
Und wir werden's übersteh'n
Denn das leben muss ja weitergeh'n.

Wir sind wir.
Das ist doch nur 'n schlechter lauf,
So schnell geben wir doch jetzt nicht auf.






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hartmutholzhey 



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...   Erstellt am 03.12.2004 - 08:48Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


und noch ein Nachtrag

Wir sind Wir

8. Mai 1945: Ein Land ist geschlagen, geteilt und liegt in Trümmern. Der einst von deutschem Boden ausgegangene Krieg war erbarmungslos auf das eigene Land zurückgefallen. Nun sind es die Deutschen, die im Elend, ohne Heimat und ohne Hoffnung leben. Allein 15 Millionen Menschen flüchten aus den deutschen Ostgebieten oder werden vertrieben. Ein Land in Tränen: 4 Millionen Deutsche sind während des Krieges an den Fronten gefallen und bei Luftangriffen auf die Städte ums Leben gekommen. Die Stunde Null.


Doch die bietet die Chance zum Neuanfang. Die Fünfziger Jahre im deutschen Westen, es ist die Zeit des Mutes und des Aufbaus. Und der Wunder: Das „Wirtschaftswunder“, das „Fräuleinwunder“ und das „Wunder von Bern“, jener legendärer Sieg der deutschen Mannschaft im Endspiel um die Fußballweltmeisterschaft am 4. Juli 1954. „Wir sind wieder wer“, so heißt es. Man richtet sich in seinem kleinen, bescheidenen Wohlstand ein. Und möchte die Vergangenheit vergessen. Denn das Land ist moralisch diskreditiert. Auschwitz wird weltweit das Synonym für den Holocaust und der im deutschen Namen begangenen Massenverbrechen während des Zweiten Weltkrieges.


In den sechziger Jahren lehnt sich die Jugend gegen das Verdrängen auf, aber auch gegen die Traditionen der Eltern. Es ist die Zeit der Rebellion, Emanzipation und der Individualisierung. Und des Fortschrittsglaubens. Aufschwung und Wohlstand scheinen auf ewig sicher. In den 70ziger und 80ziger Jahren dann die Ernüchterung: Die Wirtschaft stagniert, die Arbeitslosigkeit steigt, die Umweltschäden nehmen zu. „No Future“ macht die Runde. Doch die Mehrheit der Deutschen lassen den Kopf nicht hängen. Sie versuchen, die Wirtschaft wieder anzukurbeln und gleichzeitig neue Standards im Umweltschutz zu entwickeln.
Im Osten des Landes herrscht die Diktatur der SED. Die Menschen leben im „real existierenden Sozialismus“, ohne Freiheit, eingemauert von ihrem eigenen Regime.


Als in der UdSSR Glasnost und Perestrojka eingeführt werden und das vorher starre System des Ostblocks immer mehr aufweicht, gehen die DDR-Bürger 1989 auf die Straße. Sie demonstrieren friedlich für bürgerliche Grundrechte, die es im Westen schon seit Jahrzehnten gibt. Die Staatsmacht steht schon bereit und will den Aufstand blutig niederschlagen. Doch am Ende beugt sich die Staatsmacht, der Mut der Demonstranten wird belohnt. Am 9. November 1989 öffnet sich die Mauer. Deutschland wächst wieder zusammen. In einem freiheitlichen und demokratischen Rechtsstaat. Es ist die erste friedliche Revolution auf deutschem Boden.


Die Wiedervereinigung ist aber nur ein kurzes emotionales Strohfeuer. Denn bald treten wieder wirtschaftliche Spannungen in den Vordergrund, vor allem aufgrund der unterschiedlichen ökonomischen Entwicklungsstufen beider deutscher Teile. Neid, Missgunst und Vorurteile herrschen vor, die vom dummen und armen „Ossi“ und dem arroganten und geldgierigen „Wessi“. Doch die ungeteilte Solidarität während der Jahrhundertflut an der Oder im Sommer 2002 zeigt, dass sich die Deutschen trotz aller Zwistigkeiten als ein Volk begreifen und in der Not zu einander stehen.


Die Geschichte Deutschlands in den letzten 50 Jahren ist eine wechselvolle mit vielen Brüchen. Eines hat sie aber gezeigt: Dass sich die Deutschen in beiden Staaten, wenn es drauf ankam, den großen politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen gestellt und die Probleme angepackt haben. Heute stehen wir wieder an einem Wendepunkt. Wir stehen vor einer dringend notwendigen Erneuerung Deutschlands, die uns viele Kräfte und Entbehrungen kosten wird. Dazu brauchen wir vor allem eines: Mut und das Selbstvertrauen, um die Dinge endlich anzupacken. Es liegt an uns, die Erfolgsgeschichte der zweiten deutschen Demokratie weiter zu schreiben.


Manfred Oldenburg







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<Andi>
unregistriert

...   Erstellt am 06.12.2004 - 21:20Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo Hartmut, vielen Dank für die beiden "Wir sind Wir", ein guter Text zur rechten Zeit. Genau das was wir brauchen, denn "Mutmacher" braucht das Land und kein Gejammere. Alles hört irgendwannn mal auf und eine neue Zeit beginnt. Damit gibt es neue
Chancen, wie in den Texten es zu lesen ist.
Mutmacher kann übrigens jeder werden!?!
Jeder der was bewegt, etwas anders, besser und schneller macht, neue Ideen umsetzt, egal ob selbstständig oder angestellt das geht überall.
Nur positives Denken wird uns weiterbringen und zuletzt das wichtigste: Nur Miteinander halten wir die Karre in Bewegung. Wo kein Miteinander da kein Erfolg, auch überall so ob im großen oder kleinen. Und nun neu nachgedacht und morgen was anders g'macht. In diesem Sinn.....




<Frühling>
unregistriert

...   Erstellt am 16.12.2004 - 08:09Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Tennt nicht mehr in Ossis und Wessis.
Es gibt überall Menschen mit Problemen, die sich sehr ähneln, vielleicht sogar gleich sind. Es gibt überall engagierte Menschen und solche die es auch den verschiedensten Gründen nicht (mehr? ) sind. Es gibt hier Bundesbürger die gut aufgenommen wurden, und es gibt auch Sachsen, Thüringer ect. die es in Bayern, Baden-Würtemberg worden sind. Der ein oder andere fühlt sich weder dort noch hier wohl, alles ist möglich und liegt nicht unbedingt daran aus welcher Himmelsrichtung er kam/kommt.
Hier wäre eine Möglichkeit, die künstliche Trennung medienmäßig nicht mehr zu unterstüzten, z.B. Überschrift: "Jammerbundesbürger". Denn was bringt uns ein gegenseitiger Vorwurf?

Kein Bundesland ist , wie es vor 15 oder 20 Jahren war. Es hat sich allgemein viel geändert.Leider nicht so, wie es die Bürger sich erwünschten, erhofften. Es wäre Zeit, die Energie in eine Lösung zu investieren, nicht um unsensibel sich in Worten zu verlieren. Es wurde doch schon genug versäumt.




<Karsten73>
unregistriert

...   Erstellt am 19.12.2004 - 22:26Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Jammer-Ossi? Ich bin 45jähriger Ossi. Ich sage meine Meinung und fühle mich teilweise genauso ungerecht behandelt wie viele andere Ossis und auch Wessis, also Bürger dieser Republik. Und ich habe auch einmal das Recht zu jammern. Aber eben nur einmal und dann habe ich als mündiger Bürger das Recht und die Pflicht etwas gegen die Dinge die mich bedrücken zu unternehmen. Und hierfür gibt es viele Möglichkeiten. Einbringen ist die Devise. Und wenn unsere Arbeitsleistung und unsere Erfahrung keiner mehr zu einem Preis haben will, der ein menschenwürdiges Überleben ermöglicht, dann müssen wir etwas dafür tun, daß der Mensch wieder als Mensch und nicht als Ware gesehen wird. Also Demokratie ausüben, wählen, streiten, aufklären, anpacken. Daher sind Menschen, die gegen die unmenschlichen Auswüchse dieser Gesellschaft protestieren, keine Jammer- Ossis oder Jammer-Wessis, sondern wichtige demokratische Kräfte. Nehmen wir uns mit demokratischen Mitteln das, was uns diese Gesellschaft verweigern will. Und mit Gesellschaft sind nicht die Unternehmer unserer Heimat gemeint, sondern Poltiker, die auch diesen Unternehmern das Leben schwer machen mit Bürokratie und Regelungswahn.




Karsten73 ...



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...   Erstellt am 30.01.2005 - 19:06Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Eine recht interessante Diskussion, die klar macht, daß jede Medaille zwei Seiten hat. Auch ich bin gegen Alimentierung ohne jede Gegenleistung. Aber man muß sehen, daß egal was wir veranstalten, es nie wieder Arbeit für alle geben wird. Dazu ist der Fortschritt der Technik zu groß. Diktieren in den Computer, kassieren ohne Kassierer, Stellwerke ohne Stellwerker, Fahrzeuge ohne -führer (hier gibt es schon lange Projekte), Stapeln ohne Staplerfahrer, selbst Operationen hat man schon von Robotern ausführen lassen- also woher noch Arbeit. Außerdem ist Arbeit auch nur ein Mittel, nicht das Ziel. Sonst brauchte die Menschheit nicht mehr forschen, denn mit jedem Forschungsergebnis gehen zwangsläufig Arbeitsplätze verloren. Man muß nur neu definieren, welche Gegenleistung die Gesellschaft braucht und ob es immer Erwerbstätigkeit im herkömmlichen Sinne sein muß. Und Einkommen ohne Gegenleistung gibt es auch in anderen Bereichen, nämlich im Bereich des Kapitaltransfers. Alimentierung oder besser Leistungsbezug ohne Gegenleistung ist lediglich beim klein- und mittelständischen Unternehmer bzw. Unternehmen ausgeschlossen. Daher beneide ich keinen dieser Unternehmer. Auch wenn ich nicht vor Mitleid zerfliesse, dies will sicher auch keiner, aber die Klein- und Mittelständler sind der Prellbock der Nation. Daher bitte keine Neiddiskussionen.
Denken wir alle mal vorurteilsfrei über Alternativen nach (www.grundeinkommen.de). Und über die Tatsache des Verlustes von Arbeitsplätzen zu jammern macht keinen Sinn. Daß Politiker dies tun, verschleiert das wahre Problem. Es ist schon fast ein Naturgesetz, daß es keine Arbeit im herkömmlichen Sinne mehr geben wird. Auch mit Lohndumping wird dies nicht mehr zu ändern sein. Wer glaubt schon, daß es möglich sein wird,Maschinen und Computer in den "Lohnkosten" zu unterbieten. Also schließen wir das Kapitel "Arbeit für alle" ab und suchen nach der Zukunft.




hartmutholzhey 



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...   Erstellt am 15.04.2005 - 19:15Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


test





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