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| Erstellt am 13.10.2006 - 20:54 |  |
HADSCHI HALEF OMAR : Abenteuer in Nordafrika von Wulf Lesiner u. Roland Schmid (Bad Segeberg 1955 u. 1959, Elspe 1964)
Hinweise?
Das vorliegende Textbuch ist die 3.Auflage (!) aus dem Jahr 1964. – Die Autoren führen vorab die zahlreichen arab. Wörter auf und sogar die Noten für die Tonlage beim Gebetsaufrauf. – Für den Fall, dass kein Kamel für Krüger Bei vorhanden ist, gibt es eine Alternative, ihn auf Hilujahs Pferd mit Damensattel zu setzen (es war aber immer ein Kamel da, wenn auch mit z.T. erheblichen Problemen).
Es wird beschrieben, dass die Darsteller von Faled u. Tarik im Kampf mit Seilen gesichert sind und wie Faled gegen eine Puppe ausgetauscht wird, die an seiner statt hinabstürzt.
Hintergrund?
Das Stück ist aus „Durch die Wüste“, „Allah ´il Allah“ und „Merhameh“ zusammengestellt.
1963, bei „Durch die Wüste“, machte sich Leisner beim Karl-May-Verlag anscheinend unbeliebt, weil sein Stück inhaltlich ein nicht viel anderes als „Hadschi Halef Omar“ war, ohne dass aber Schmid erwähnt wurde.
Handlung?
I.Akt:
Im Homra-Gebirge wird der franz. Kundschafter Galingré vom Russen Aksakow u. dem Türken Sadik Effendi ermordet. Sie finden die gesuchten Dokumente nicht. – Kara u. Halef kommen. Sadik: Sie hätten die Schüsse gehört u. den Toten gefunden. – Kara erkennt: Schlucht ist Sackgasse, die beiden also die Mörder. Er lässt sie aber gehen, um vergeblich Gesuchtes zu finden. - Fund in Galingrés Turban: Plan mit Geheimweg für Waffenkarawane an die Beni Suef, die einen Krieg anfangen und so den Einfluss des Sultans und des Zars stärken sollen.
Die El-Homra unter Scheik Achmed, Krüger Bei mit seinen Soldaten und die Gastfreunde Sadik und Aksakow kommen, die Kara und Halef des Mordes bezichtigen. Doch Kara und Krüger Bei sind alte Bekannte. Sadik u. Aksakow werden festgenommen.
Krüger Bei will Kabinettstück bringen: der Pascha von Tunis hat sich in die Beduinin Hiluja verguckt, die Krüger heiraten, sich gleich wieder scheiden lassen, an den Pascha weiterreichen und eine Beförderung einstreichen soll.
Ben Hamalek kommt mit Hilujah und ihrer Dienerin Haluja. Hilujah lüftet Schleier und guckt Kara verzweifelt an. Halujah zu Kara: Sie und Hilujah von den Beni Abbas, Schwester von Badija, der Khanuma der Beni Sallah u. Gebieterin der Wüste, seien auf dem Weg zu den Beni Sallah von Tuareg entführt worden.... Ben Hamalek befiehlt Halujah zurück. Hilujah u. Halujah gehen zum Umziehen ins Zelt. Verschleierte Frau kommt heraus (Murmelt bei der Trauung ihren Namen „Halujah“!). Scheidung folgt. – Kara hakt wegen des Namens nach. Die alte Halujah lüftet ihren Schleier.
Ben Hamalek hat Sadik u. Aksakow befreit und flieht nun mit Hilujah und dem Brautgeld.
Statt Verfolgung will Kara über einen Homra-Geheimweg den Fliehenden den Weg zur Oase Sokna abschneiden. – Krüger schickt Soldaten weg und reitet auf Hilujahs Kamel.
II. Akt:
Sadik und Aksakow treffen Beni Suef unter Scheik Mehmed. Diese haben die Waffenkarawane getroffen und Hilal, den Bruder des designierten Beni-Sallah-Scheiks Tarik, der sich der Karawane angeschlossen hatte, mitgenommen. Aksakow verplappert sich fast: Tarik werde eh nicht Scheik. Faled werde...
Sadik u. Aksakow verlangen Hilals Tod. – Mehmeds Bruder Amram, Ali und Ibrahim bleiben mit Hilal zurück. Amram erschießt Hilal hinterrücks. – „Das Singen des Sandes" (ein Sandsturm), ist zu hören. Sie galoppieren zur Karawane zurück.
Kara und Halef fangen Hamalek und Hilujah ab. Kara besiegt Hamalek, schenkt ihm Leben, muss ihm Pistole aus der Hand schießen. Krüger nimmt sein Geld zurück, wird noch von Hamalek getreten. El-Homra wollen Rache u. jagen Hamael nach.
Halef entdeckt sterbenden Hilal, der von Waffenkarawane stammelt.
Amram, Ali und Ibrahim kommen zurück. Hilal identifiziert Amram und stirbt. – Amram gesteht. Will aber den Grund des Mordes, die Karawane, nicht verraten. Aber Kara weiß ja schon bescheid. Amram: Aber jetzt sei die Karwane im Sandsturm versunken. – Kara: Amram soll uns hinführen. Ali und Ibrahim sollen zu den Beni Suef zurück, die sollen friedlich bleiben.
III. Akt:
Gebetsszene und anstehende Scheik-Wahl bei den Beni Suef am Versammlungsort im Bett der Steine.
Sadik und Aksakow haben auch den Beni Sallah Waffen zum Kampf gegen die Beni Suef angeboten, da kommen Hilujah, Halujah, Kara, Halef, Krüger Bei und Amram samt toten Hilal. Amram wird von den Sallah fast zerrissen.
Sadik u. Aksakow missmutig, ihr Kandidat, der Riese Faled, aber zuversichtlich. - Khanum Badija hält flammende Rede gegen Krieg.
Faled gegen sie. Gesetzesmäßig müsste die Scheikwitwe Badija den Bruder des verstorbenen Scheiks, also ihn, heiraten, aber ihr Herz gehöre trotzdem Tarik! Entweder Pflichterfüllung oder Kampf auf Leben und Tod mit einem Herausforderer! - Kara bezichtigt Sadik u. Aksakow des Doppelspiels und zeigt Wegplan der Karwane und Plan ihres jetzigen Ortes unter dem Sand. – Halef bringt Beleidiger Faled zu Fall. Kara zerreißt Lageplan vor Aksakows Augen. – Wegen Gastfreudnschaft kann Halef die beiden Sendlinge nur davonjagen.
Tarik, Halef und Krüger Bei fordern Faled heraus. Der Berliner Zeugs singende Krüger wird aber für verrückt gehalten und disqualifiziert. Kara springt ein. Bedingung: im Falle seines Sieges soll Tarik Badija heiraten, weil er ja ein Fremder und Christ sei. Rat einverstanden, ehrfühliger Tarik protesiert erst.
Kara siegt im Kampf mit Säbeln. Faled bittet um Gnade und wird als Feigling verstoßen.
Badija soll hinauf in die Römer-Ruine, um Allah zu danken. – Hilujah überzeugt Rat und Scheik Tarik, keinen Krieg gegen die Beni Suef zu beginnen, sondern Blutrache zu überwinden u. Frieden zu schließen wie einst zwischen den Abbas und den Sallah. Tarik verbrüdert sich mit erschüttertem Amram. Er schenkt ihm Hilals Kleider für seine zerrissenen. Feier.
Da bedrängt Faled in der Ruine Badija. Tarik stürzt Faled im heftigen Kampf hinab. – Die Beni Suef greifen an, Scheik Mehemd hält wegen der Kleider Amram für Tarik und erschießt ihn. – Sterbender Amram fordert Brüdershaft von Mehmed und Tarik. Amram wird weggetragen.
Kara und Halef verabschieden sich.
Fazit?
„Merhameh“ kenne ich nicht. „Durch die Wüste“ und „Allah ´il Allah“ habe ich in meinem fernen Hause und vor vielen Jahren mal gelesen. An meinem Heimfahrt-Wochenende konnte ich zumindest in „Allah ´il Allah“ mal kurz reinschauen.
Galingé wurde eigentlich ja von anderen ermordet und ich erinnere mich jetzt auch nicht, dass er ein französischer Agent war. Also zumindest hier ein bisschen gemixt. Ansonsten scheint mir „Hadschi Halef Omar“ aber May-konform zu sein und auch sinnig aufgebaut zu sein.
Für eine heutige Inszenierung würde man sich natürlich nicht wieder jedes Mal in einsamen Felsenschluchten treffen müssen und nur ein Bauwerk errichten können. Die Handlung könnte man ab dem 2.Akt überarbeiten. Die vielen langen Dialoge im 3.Akt waren zu langatmig und der arabischen Wörter wurde es zu viel. Blumig-arabische Ausdruckweise. Leider blieben Titel wie „Königin der Wüste“(Badija wurde so geannt) und „Löwenonkel“(Krüger zu Kara) unerklärt.
Kara schien ja schon einige Abenteuer in Nordafrika erlebt zu haben – war er denn nicht eigentlich neu da *grübel*?
Halef und Krüger Bei sind super drauf. Krüger berlinert und Halef veruscht noch, Kara zum Islam zu bekehren, ihm einen ellenlangen Namen zu geben und ihn mit Hilujah zu verkuppeln. Allerdings ist Halef keine solche Hauptfigur, dass er dem Stücktitel "Hadschi Halef Omar" gerecht wird. Ich hätte „Durch die Wüste“ bevorzugt.
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Elspefan
      

Status: Offline Registriert seit: 13.05.2006 Beiträge: 2369 Nachricht senden | Erstellt am 14.10.2006 - 23:02 |  |
Ja, den Silbersee habe ich damals in der Showhalle gesehen.
Die Möglichkeiten sind in der Halle ein bisschen begrenzt, zumindest, was wilde Reiterszenen (Verfolgungsjagden etc.) und große Pyrotechnik angeht. Ansonsten war die vorstellung aber she rreizvoll, fand ich. Gelungen war in meinen Augen die Eröffnungsszene mit dem Großen Bären rechts oben auf dem Felsen. Eindrucksvoll auch der (Kunst-) Schnee und die anderen (üblichen) Effekte, wie Regen, Gewitter und Sternenhimmel. Da liegt wirklich die Stärke der Halle. Wetter u.ä. kannst du draußen nicht nachbilden, da musst du nehmen, was kommt. Aber in der halle kannst du Tag und Nacht simulieren, Sonne und Regen, alles. Auch die Lichttechnik ist spitze und leistungsfähig. Von daher finde ich es echt schade, dass die Elsper so schnell Abschied von Karl-May-Stücken in der Halle genommen haben. Es müssen keine actionbetonten Stücke sein. Sie hätten das "Kontrastprogramm" bieten können, was ein bisschen mehr Gefühl zeigt.
Also, kurzes Fazit: Mir hat die Silbersse-Aufführung damals gefallen. (Obwohl ich da noch ein bisschen jünger war...)
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Elspefan
      

Status: Offline Registriert seit: 13.05.2006 Beiträge: 2369 Nachricht senden | Erstellt am 15.10.2006 - 14:19 |  |
Ja, Bludau hat die Vorgeschichte eingeflochten. Es wurde gezeigt, wie der Weiße die Zeichnung von Nintropan-hauey bekam. Wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, wurde das auch mit einem netten Stunt verbunden.
Das Bühnenbild war, so weit ich mich erinnere, so wie es immer ist. Ein paar Bäume und Kakteen wurden ergänzt.
Pyrotechnik war lautstärkemäßig kein Problem, da es nicht so Rieseneffekte waren wie auf der großen Bühne.
Herrlich war Hans Kahlert. Ich liebe ja diese Hosenträgergeschichte.
Wer die Regie geführt hat, weiß ich gerade nicht auswendig. Vielleicht steht das bei festspiel-web.de.
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