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Charlotte 
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...   Erstellt am 10.10.2006 - 17:10Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Kempinski steht seit mehr als 100 Jahren als Synonym für Luxus.

Bereits 1862 gab es in Raschkow / Posen eine Weinhandlung die sehr erfolgreich von Moritz Kempinski, um vieles älter als sein am 10. Oktober 1843 geborener Bruder Berthold, betrieben wurde.

Berthold übernahm 1872 die neu gegründete Filiale in Berlin, Friedrichstraße 178.
Die er zusammen mit seiner Frau Helena sehr bald zu einer Weinstube mit Gastronomie ausbauen konnte. Das Geschäft wurde angenommen und lief gut. Es sicherte der Familie nicht bloß den Unterhalt, sondern verhalf ihr zu einem gewissen Wohlstand.


Leider stellte sich der erwartete männliche Nachwuchs nicht ein. Es blieb bei Tochter Frieda. Schon bald musste Kempinski expandieren. Er suchte sich in Berlin, in der Leipziger Straße 25, einen neuen Standort und kaufte dort ein entsprechendes Gebäude. 1889 eröffnete er die neue Gaststätte mit mehreren Sälen und Gaststuben, die sich als größter Betrieb dieser Art in Berlin erwies. Es sollte für alles Schichten der Berliner Gesellschaft geeignet sein. Die Sozialisierung des Luxus war Berthold Kempinskis großes Anliegen. Deshalb gab es auch halbe Portionen zum halben Preis. So konnte er an manchen Tagen bis zu 10.000
Besucher zählen und selbst Kaiser Wilhelm II speiste mit seiner Familie bei Kempinski.


Das Hotel des größten Konkurrenten Adlon, das heute zu Kempinski gehört.

Für Frieda und das Unternehmen wurde ein geeigneter Ehemann gesucht und in Richard Unger gefunden. Dieser engagierte sich für das aufstrebende Unternehmen und war für den weiteren wirtschaftlichen Erfolg verantwortlich. Er hatte eine glückliche Hand in der Unternehmensführung und entwickelte ein Konzept der Unterhaltungsgastronomie. Den Gästen wurden nicht nur köstliche Spezialitäten, sondern auch künstlerische Darbietungen geboten. Richard Unger übernahm sehr bald die Geschäfte der Firma und so übergab Berthold diese seinem Schwiegersohn unter der Voraussetzung, den Namen Kempinski beizubehalten.



Berthold Kempinski starb am 14. März 1910 in Berlin. Sein Grab befindet sich auf dem Jüdischen Friedhof Weißensee.. Die Säuleneinfassung der repräsentativen Grabstätte aus Muschelkalk ist verwittert, von der Inschrift fehlen Buchstaben



Bis zu Beginn des 1. Weltkrieges konnte Richard Unger neben der Tätigkeit in der Gastronomie ein gewaltiges Immobilienunternehmen aufbauen. Nach einer kurzen Stagnation während des Krieges verkaufte er sogar Produkte aus eigener Produktion, die unter dem Namen Kempinski firmierten. Das Geschäft florierte, so dass 1918 die prächtige Kempinski Dependance am Kurfürstendamm 27 entstand. Dort steht heute das Kempinski Hotel Bristol. Das legendäre „Haus Vaterland“ am Potsdamer Platz übernahm Kempinski & Co 1928. Hier wurde ein bis dahin in Berlin einmaliges Konzept umgesetzt, das noch heute als „Erlebnisgastronomie“ bezeichnet wird.
Schon längst stand das Kempinski für Eleganz und Extravaganz. Alles was Rang und Namen hatte logierte im *Kempinski*. Doch der Erfolg währte nur kurz.


Der Niedergang vom Kempinski begann mit dem Herrschaftsantritt der Nationalsozialisten im Januar 1933. Während der Nazi-Herrschaft wurde die Gaststätte 1937 „arisiert“, d.h. der Betrieb wurde übernommen und Teil der Aschinger AG. Richard Unger und seine Familie emigrierten in die Vereinigten Staaten. Kurz vor Kriegsende wurde das Anwesen durch einen Brand zerstört. Trotzdem konnte der Name Kempinski überleben. Nach Kriegsende kam Richard Ungers Sohn und Bertholds Enkel, Dr. Friedrich Unger, nach Deutschland zurück und begann 1951 mit der Errichtung eines Hotels am selben Ort, an dem das zerstörte Restaurant am Kurfürstendsamm 27 stand. Ein Jahr später wurde das Kempinski Hotel auf dem Familiengrundstück eröffnet.


Das moderne und fortschrittliche Fünf-Sterne-Haus war das einzige Luxushotel Berlins und blieb es auch unangefochten 20 Jahre lang.

1953 verkaufte Dr. Friedrich Unger seine Anteile. Doch der Name Kempinski lebt heute weltweit weiter.....

Juni 1992 in Berlin: Am Hotel Kempinski wird eine Gedenktafel angebracht. Familienangehörige der Kempinskis wurden nicht geladen

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[Dieser Beitrag wurde am 10.10.2006 - 19:02 von Charlotte aktualisiert]





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