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Arthur 
Pendragon
Kronprinz von Camelot
Head of the Knights of Camelot


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...   Erstellt am 11.01.2011 - 21:34Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


„Beeil Dich, Merlin!”, drang eine befehlsgewohnte, fordernde Stimme durch das Dickicht des Waldes. Es war früh am Morgen. Erste Sonnenstrahlen bahnten sich ihren Weg über den Horizont und tauchten den Himmel in ein rosiges Licht. Doch im dichten Unterholz war davon kaum etwas zu bemerken. Nur langsam erhellte sich der Wald unter dem dichten Blätterdach. Der morgendliche Gesang der Vögel schallte durch den abziehenden Frühnebel. Und nur das stete Knacken trockener Zweige verriet die Anwesenheit zweier Fremder in diesem natürlich Idyll. Arthur Pendragon, Sohn und Kronprinz des Königs von Camelot stieg mit sicherem und gewohntem Schritt über Wurzeln und abgestorbene Bäume. Er war seit gut einer Stunde unterwegs und näherte sich mit der Zielstrebigkeit und dem Orientierungssinn eines Jägers seinem Ziel. Die rauen Temperaturen zu dieser morgendlichen Tageszeit gewöhnt, trug der junge Mann über seinem Hemd eine wärmende Jacke, warme Hosen und Stiefel. An der linken Seite seiner Hüfte ruhte an einem Gürtel sein getreues Schwert. Gepäck trug er nicht.
Aber in Arthur’s Augen war es auch nicht seine Aufgabe, sich abzuschleppen. Erstens generell, immerhin war er der Prinz. Und zweitens auch gerade in dieser Situation. Immerhin hatte er einen guten Grund für diesen frühen Ausflug. Und dieser Grund durfte dann auch das Gepäck und alles Übrige tragen: Merlin. Der grauenhafteste Diener, den er je gehabt hatte. Faul, diskussionsfreudig und in Sachen Männlichkeit eine wirkliche Niete. Gut, Arthur musste zugeben, dass Merlin’s Mut einen gewissen Grad erreichte. Immerhin hatte er seinen persönlichen Diener schon des Öfteren in gefährlichen Situationen in seiner Nähe gehabt. Und obwohl Merlin weder in der Lage war, ihm eine Lanze zu reichen, noch sonst wie in einem solchen Moment nützliche Dienste zu leisten, musste er ihm eines lassen: Dass er trotz seiner Wehrlosigkeit nie die Flucht ergriffen hatte, obgleich er immer die Möglichkeit dazu gehabt hatte. Arthur hätte ihn sicher nicht aufgehalten, immerhin setzte er das Leben von Menschen - auch das seines Dieners - nicht leichtfertig aufs Spiel. Doch Merlin war stets an seiner Seite geblieben. Freilich hätte der Kronprinz es nur sehr widerwillig offen zugegeben. Aber diese Standhaftigkeit und dieser Mut beeindruckten ihn sehr. Sie machten jedem Ritter Ehre. Und das rechnete er Merlin hoch an.
Vielleicht hatte sich deshalb schon seit einiger Zeit in ihm das Verlangen entwickelt, seinen hoffnungslos überforderten Diener ein wenig mit der Kunst vertraut zu machen, sich mit den Mitteln eines Kampfes zu erwehren. Nicht, dass er allzu große Hoffnungen hatte, bei Merlin irgendetwas zu bewirken. Jedenfalls redete sich der Prinz dies ein. Tief in seinem Innern allerdings standen die Dinge schon anders. Sonst hätte er sich wohl kaum die Mühe gemacht, hier durch den Wald zu stiefeln und seine Pflichten zu vernachlässigen. Schließlich hatte er sich bei seinem Vater für seine Abkömmlichkeit entschuldigen müssen. Er hatte eine persönliche Jagd zur Stärkung seines Geschicks und zur Bereicherung der Trophäen-Sammlung Camelot’s als Ausrede benutzt. Er konnte ja wohl kaum angeben, dass er seinem Diener Privatunterricht geben wollte. Dies hätte nicht nur jeder Hofsitte widersprochen, es wäre auch mit seinem Stolz unvereinbar gewesen. Genau deshalb hatte er auch den Schutz des Waldes gewählt. Auf dem Ausbildungsplatz hätte er zwar bessere Möglichkeiten gehabt, Merlin zu trainieren und sich außerdem des Vergnügens zu erfreuen, ihn vor versammelter Ritterschaft bloßzustellen. Andererseits wäre es ihm aber auch peinlich gewesen, wenn alle Welt erfuhr, was für einen Taugenichts er doch zum Diener hatte. Es war so schon manchen Tag kaum zu übersehen, wenn Merlin an seiner Seite hilflos durch die Gegend tapste. Da musste er dieses Bild, dass seine Fähigkeiten - insbesondere sein Urteilsvermögen und seine Führungsqualitäten - gleichsam in schlechtes Licht setzen konnte, nicht auch noch verdeutlichen.
Dass Hintergrund der Wahl des diskreten Ortes tief in seinem Herzen auch die Bemühung war, Merlin selbst nicht vor dem Rest des Hofstaats in Verlegenheit zu bringen - immerhin war dem Junge mit dem Schwert oder anderen Dingen nicht viel zuzutrauen -, war dem Prinzen nicht bewusst. Immerhin leugnete er die Tatsache hartnäckig, dass sein Diener auch eine Art Freund, wenn er ehrlich zu selbst sein konnte, sogar der wertvollste von allen, geworden war. Es entbehrte schließlich jedem hoheitlich angemessenem Verhalten. Und nichts musste Arthur vor seinem Vater mehr beweisen, als seine Fähigkeit, in Uther’s Augen würdig zu sein, die Krone des Prinzen von Camelot zu tragen. Freundschaft mit jemandem wie Merlin, der keinerlei Klasse besaß, war da nun mehr als unwürdig. Freilich, auch der König bezeichnete seinen Hofarzt und langjährigen Vertrauten hin und wieder als Freund. Aber zum einen war Gaius in den Augen seines Vaters von anderem Format als Merlin. Und zum anderen bezweifelte Arthur - ganz tief in seinem Herzen, zu tief, um es vor seinem Diener offen zugeben zu können - dass seine Beziehung zu Merlin in irgendeiner Weise mit der anderen vergleichbar war. Uther hätte Gaius für Aussagen, wie sie Merlin des Öfteren ihm gegenüber aussprach ohne Zweifel mehr als nur gerügt. Arthur hingegen musste sich zuweilen eingestehen, dass Merlin seine wahre Einstellung und sein Verhalten hin und wieder doch recht gut zu deuten wusste. Und - selbstverständlich nach ordentlicher Zurechtweisung, der einen oder anderen hübschen Strafarbeit und der seinerseitigen, vornehmen Leugnung solcher Behauptungen - dachte er insgeheim doch über ihren Wahrheitsgehalt nach. Was er natürlich Merlin gegenüber so nie erwähnte, wie er glaubte. Das wäre ja auch noch schöner gewesen. Obwohl der Prinz angesichts des fortwährenden Verhaltens seines Dieners in jener Art, des Öfteren zweifelte, ob er sich nicht doch das eine oder andere mal verriet. Er glich das dann mit scharfer Kritik über jede Kleinigkeit, Schwerstarbeit und Missachtung aus. Und nur ganz selten hatte er Merlin bisher, wenn auch auf seine ganz eigene Art, aber hoffentlich unmissverständlich genug, gezeigt, wie sehr er ihn wirklich schätzte. Nicht in allen Einzelheiten natürlich. Und es waren zumeist auch sensible Momente des Abschieds gewesen, in denen er der trügerischen Hoffnung erlegen war, endlich von ihm befreit zu werden. Aber solches Glück hatte nie lange angehalten.
Und nur deshalb stapfte er jetzt hier herum, Merlin wer wusste schon wie viele Meilen hinter ihm, ganz sicher über die dutzendste Baumwurzel gestolpert oder gar irgendwo hängengeblieben. Wobei der Prinz diese vorwurfsvolle Beurteilung unabhängig von der Tatsache traf, dass sein Diener wie ein Lastpferd beladen war. Er hatte ihn alles mitnehmen lassen, was er für einen längeren Aufenthalt im Wald und eine einigermaßen brauchbare Grundausbildung - oder in Merlin’s Fall für den kleinsten Anfang davon - brauchen würde: Einen Sack Kleidung zum Wechseln, Decken, Kochgeschirr, zwei Kettenhemden, zwei Armbrüste, einen Morgenstern, ein zweites Schwert - gut verhüllt, damit Merlin sich nicht gleich beschwerte, wieso er nicht auch dieses am Gürtel trug -, Seile und weitere unverzichtbare Dinge. Und natürlich hatte er Merlin nichts von seinem Vorhaben erzählt und die Fragen nach der Notwendigkeit all dieser Dinge mit einem „Frag nicht soviel, pack ein, was ich gesagt habe, Merlin!“ abgetan. Manchmal konnte es ja wirklich anstrengend sein, wenn man sich ständig vor seinem eigenen Diener rechtfertigen musste. Noch dazu einem, der selten um eine Antwort verlegen schien. Wenn er in anderen Dingen nur auch so pfiffig und begabt gewesen wäre. Und Arthur wusste nicht recht, ob er sich auf die kommenden Stunden und Tage freuen oder sich eher um seine Nerven sorgen sollte. Denn als er die Lichtung betrat, die Ziel seines Ausflugs war, erinnerte er sich daran, dass er für gewöhnlich nur Männer ausbildete, die bereits trainiert und im Kampf erprobt waren. Ich hoffe, Du bist es wert, Merlin, dachte der junge Prinz zu sich selbst. Aber im tiefsten Innern wusste er, dass er sich davon nicht mehr zu überzeugen brauchte. Dennoch klangen seine Worte, die er in das Dickicht des Waldes rief, in dem sein Diener noch immer nicht zu sehen war, rau und ungeduldig: „Verdammt Merlin, brauchst du eine extra Einladung?“ Und zu sich fügte er mit einem Augenrollen leise hinzu: „Jede Schnecke ist schneller als Du.“





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Du hast etwas an Dir, Merlin... Ich weiß nur noch nicht, was es ist ...

~ Arthur in "Der Ruf des Drachen" ~


Wie kann ich zugeben, dass ich andauernd an sie denke ... oder dass mir mehr an ihr liegt als an jedem anderen ...
Wie kann ich zugeben, dass ich nicht weiß, was ich tun werde, falls ihr etwas passiert ...

~ Arthur in "Lancelot und Guinevere" ~

Merlin ...
Zauberlehrling
Treu ergebener Diener
Mädchen für alles
Rattenfänger
und
Prinzenretter


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...   Erstellt am 08.01.2012 - 22:49Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Es war kein leichtes Los, welches Merlin ertragen musste. Angefangen bei den gefühlten fünf Zentnern, die der junge Mann mit sich durch den Wald schleppte. Eigentlich hatte er frische Luft gern und auch Ausflüge in den Wald gefielen ihm eigentlich immer sehr. Die Ruhe, die frische Luft und einfach dieses unbeschreibliche Gefühl, welches die Natur in dem jungen Zauberer auslöste. Hier war vieles so magisch. Es wuchsen unter jedem Strauch und an fast jedem Baum irgendwelche Kräuter, die eine magische Wirkung besaßen. Selbst die Bäume schienen etwas erzählen zu wollen, wenn der Wind die Blätter leise zum Rascheln brachte. Merlin atmete tief ein und blieb einen Moment stehen. In diesem Moment war es ihm ziemlich egal, dass sein Herr ein ganzes Stück vorausgegangen war. Arthur schien all dies gar nicht zu sehen und auch nicht zu spüren. Aber der Kronprinz von Camelot war ja schließlich auch kein Zauberer. Wie idyllisch es doch an diesem Morgen war. Eigentlich war dies genau der richtige Tag für einen Spaziergang durch den Wald. Aber der Prinz schien etwas anderes geplant zu haben. Denn ein Spaziergang war es höchstens für Arthur selbst, aber nicht für seinen treuen Diener. Der junge Mann wusste noch immer nicht, was der Prinz vorhatte. Merlin glaubte, dass Arthur einmal wieder auf die Jagd gehen wollte. Eine Tätigkeit, die Merlin alles andere als gut hieß. Gut, wenn es ums Überleben ging, dann konnte er sich schon damit abfinden, dass Tiere geschossen wurden. Aber zum Spaß? Nein, das würde Merlin wenn möglich auch verhindern. Wenn er da an die Sache mit dem Einhorn zurückdachte. Jagen war überhaupt nichts Gutes. Wer wusste schon ob er nicht statt einem Reh eine verzauberte Hexe vor sich hatte oder vielleicht das geliebte Haustier eines Trolls, dessen Tod den Hass seines Herren über Camlot hereinbrechen ließ? Nun ja, bisher hatte der junge Zauberer nur ein paar wenige Waldtiere entdeckt und keines davon schien auch nur im Geringsten eine Gefahr darzustellen. Was Merlin aber wunderte war die Tatsache, dass Arthur diese Geschöpfe gar nicht gesehen hatte. Wollte der Prinz etwa gar nicht jagen? Merlin zuckte mit den Schultern und machte sich wieder auf den Weg um Arthur einzuholen. Wahrscheinlich würde er den Grund dieses Ausflugs früh genug erfahren. Und eigentlich war er sich noch nicht einmal sicher ob er den Grund überhaupt wissen wollte. Vielleicht war es ja eine Schatzsuche und am Ende würden sie gegen Greife oder irgendwelche abscheulichen Kreaturen kämpfen müssen. Ein Glück, dass sich der junge Mann inzwischen recht gut auf seine magischen Fähigkeiten verlassen konnte. Schließlich ging es hier nicht nur um sein Leben, sondern auch ganz besonders um das seines Herrn. Und es war nicht gerade einfach immer auf Arthur aufzupassen, denn dieser schaffte es immer wieder spielend sich in tödliche Gefahr zu bringen. Wie schade nur, dass er nicht bemerkte, dass es meist seinem Diener zu verdanken war, dass sie heil aus der ganzen Sache wieder herauskamen. Andererseits war es aber auch zu gefährlich den Prinzen einzuweihen; dass Merlin ein Zauberer war, durfte er nicht erfahren, aber gegen ein bißchen Anerkennung hätte der junge Mann dennoch nichts einzuwenden. Doch wie sagte man so schön, man kann im Leben nicht alles haben. Vor allem nicht, wenn man Arthur Pendragon diente. Eigentlich hatte sich Merlin diese Arbeit ja auch nicht ausgesucht. Aber es war nun einmal sein Schicksal auf den jungen Kronprinzen Acht zu geben und dafür zu sorgen, dass er später König wurde und Camelot in eine bessere Zukunft führte. Wie könnte Merlin besser auf ihn aufpassen, als ihm zu dienen und somit immer an seiner Seite zu sein? Ein wenig machte es den Zauberer aber schon stolz für Arthur arbeiten zu können. Und inzwischen war der 'königliche Arsch' ja auch gar nicht mehr so schlimm, wie bei ihrem ersten Treffen. Da war irgendwas in ihm, dass Merlin gefiel oder zumindest dafür sorgte, dass der Junge seine Mission nicht mehr ganz so schwarz sah wie noch einige Monate vorher.
Ganz in Gedanken vertieft, hatte Merlin eine Wurzel übersehen und war promt darüber gestolpert. Scheppernd landete er mit allem Gepäck ziemlich unsanft auf dem Boden. "Nichts passiert", rief er laut in die Richtung in die er Arthur vermutete. Er seufzte kurz und drückte sich dann wieder hoch. Selbst wenn er nun alle Viere von sich strecken und sich totstellen würde... Arthur würde sicher nicht kommen um ihm zu helfen. Da konnte der Diener des Prinzen auch direkt selbst wieder aufstehen. Arthur war schon nicht verkehrt, aber bestimmte Dinge musste Merlin ihm noch beibringen. Hilfsbereitschaft und Rücksicht auf andere nehmen zum Beispiel. Aber vielleicht schaffte ja gerade dieser Ausflug, auf dem er mit dem Prinzen allein war, den perfekten Rahmen für die eine oder andere Lektion. Vielleicht gab sich Arthur wenn er allein und so weit vom Schloss entfernt war, ja auch viel menschlicher und netter, als wenn er vor seinen Rittern und seinem Vater immer wieder zeigen musste, wie toll, stark und unbesiegbar er doch war. Merlin gefiel der Gedanke den Prinzen ein bischen zu erziehen und ein Grinsen huschte über Merlins Gesicht. Ja, genauso würde er es machen. Die Zweisamkeit nutzen. Er konnte ja nicht ahnen, dass Arthur auch ein paar Lektionen für ihn geplant hatte.
Ein paar krächzende Laute durchbrachen die Stille und Merlin wandte seinen Blick nach oben. Er suchte die Baumkronen ab, konnte aber nichts erkennen. Doch wenigstens erinnerte ihn dieses Geräusch daran, dass es möglich war, dass irgendwo in diesem Wald eine Gefahr auf Arthur lauerte und dass Merlin, auch wenn er keine große Lust hatte, sich ein wenig beeilen sollte um den Prinzen einzuholen. Also sammelte er endlich das gesamte Gepäck wieder ein und lief, so schnell er unter dem Gewicht laufen konnte, in die Richtung in die Arthur verschwunden war. Es dauerte nicht lange, bis er den Prinzen wieder sehen konnte. Vielleicht war er ja absichtlich langsam gegangen, damit Merlin ihn einholen konnte? Bei diesem Gedanken huschte ein Lächeln über Merlins Gesicht. Arthur konnte also doch nett sein. Doch zu früh gefreut. Arthurs Stille schallte durch den Wald und rief nach Merlin. Gut, ganz ehrlich... Arthur brüllte wie ein großer wütender Bär. Ein Grund für Merlin nun absichtlich noch ein wenig langsamer zu gehen. Er wollte seinem Herrn schließlich nicht die Freude nehmen, ihn noch ein weiteres Mal rufen zu müssen. Noch hatten Arthurs Lektionen ja nicht angefangen, also sollte sich der Prinz ruhig noch ein bischen sicher fühlen und seinen Emotionen freien Lauf lassen. Solche Gefühlsausbrüche sollte es ja schließlich bald nicht mehr geben. Vielleicht nahm sich der junge Zauberer ein wenig zu viel vor. Aber wenn man nicht irgendwann einmal anfing etwas ändern zu wollen, dann würde es sich niemals ändern. Also war es nun auch einmal an der Zeit seinen Herrn zu überraschen. Gut, ohne Zauberei wäre es vielleicht auch gegangen, aber nicht mit all diesen metallisch-scheppernden Dingen in seinem Gepäck. Der junge Zauberer konzentrierte sich, streckte seine Hand aus und richtete sie vor sich auf den Boden. "Plega Átemian", flüsterte Merlin und seine Pupillen leuchteten einen Moment lang golden. Dann schien alles wieder wie vorher zu sein. Nur bewegte sich der junge Mann nun lautlos. Er grinste breit, darüber, dass der Zauber wirklich geglückt war. Nun konnte er sich Arthur nähern ohne bemerkt zu werden. Ein schelmisches Grinsen huschte über sein Gesicht und er machte sich auf den Weg Arthur einzuholen. Nun konnte er den Prinzen direkt vor sich sehen und auch wenn es nicht nötig gewesen wäre, legte Merlin die letzten Schritte auf Zehenspitzen zurück. "Ihr habt gerufen, Sire?", flüsterte er Arthur direkt ins Ohr und machte dann, für den Fall, dass Arthur in Panik sein Schwert ziehen sollte, einen leichtfüßigen Schritt nach hinten. Selbst das Gepäck schien nicht mehr so schwer wie vorher zu sein, aber das war sicher nur das erleichternde Gefühl eines kleinen Spaßes.





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...   Erstellt am 12.01.2012 - 23:26Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Was trödelt dieser Nichtsnutz nur wieder so lange herum?, fragte sich Arthur, während er den Blick über die Lichtung schweifen ließ. Der Platz hatte sich nicht verändert, seit er das letzte Mal hier gewesen war. Die Überreste eines Lagerfeuers waren auf der anderen Seite noch erkennbar. Vermutlich hatten vor nicht allzu langer Zeit hier Durchreisende Rast gemacht. Obwohl die Lichtung an keinem Hauptweg lag. Sie war sehr abgeschieden. Doch dadurch bot sie einen herrlichen Ausgangspunkt für Jagdausflüge. Er selbst hatte schon des Öfteren hier gerastet, wenn er auf Jagd war. Aber der Prinz rechnete nicht damit, hier anderen Jägern zu begegnen. Er kannte die ansässigen Jäger und ihre Jagdzeiten. Und die Gesetze Camelot’s zur Jagd waren streng und der hiesige Wald gehörte zu den Ländereien des Königs selbst. Ohne sein Wissen sollte es niemand wagen, hier dem Wild nachzustellen.
Aber heute war auch er nicht zur Jagd hier. Er jagte höchstens der fixen Idee nach, er könne irgendwo in Merlin doch so etwas wie einen echten Mann entdecken. Arthur seufzte innerlich. Einen Mann, der nicht einmal den Weg durchs Unterholz findet. Die Götter allein wussten, wo sein Diener stecken mochte. Nicht einmal mehr das Knacken von Ästen und Zweigen, die er geräuschvoll niedertrampelte, wenn er nicht gerade wieder über sie stolperte, war zu hören. Und Arthur rechnetet damit, dass er Merlin nicht vor Sonnenuntergang wiedersehen würde. Der Junge ist auch zu nichts zu gebrauchen. Und dennoch. Die Stille, die plötzlich eingetreten war, schien ihn zu beunruhigen. Auch wenn er es sich nur schwer eingestehen konnte. Er machte sich Sorgen. Ein paar Mal ließ der Prinz seinen Blick ins Dickicht, aus dem er gekommen war und aus dem ihm sein hilfloser Diener eigentlich folgen sollte, schweifen. Doch Merlin war nirgends zu sehen.
Ach was, sagte er bei sich und wandte sich wieder um. Merlin war schließlich kein kleines Kind mehr. Vermutlich war er zielsicher in die falsche Richtung gelaufen. Wenn man den Jungen nicht an die Leine legte… Doch Arthur spürte, dass seine Anschuldigungen nicht ganz den vorwurfsvollen Klang hatten, den er ihnen gerne gegeben hätte. Vielleicht konnte er sich einreden, dass Merlin schon zurecht kommen würde und es ihm im Grunde ja auch egal sein konnte. Doch irgendwo tief in ihm - doch nicht so tief, wie er sich weismachen wollte - wusste er es besser. Vielleicht sollte er sich auf die Suche…
Aber der Prinz kam nicht dazu, den Gedanken zu Ende zu denken, noch sich tatsächlich auf den Weg zurück zu machen. Denn just in diesem Moment spürte er, dass er nicht länger alleine war. Seiner Instinkte waren gut und geschärft und hatten ihn in dieser Hinsicht selten im Stich gelassen. Sein Körper spannte sich, als er in der nächsten Sekunde schon eine Stimme dicht neben seinem Ohr wahrnahm. Der Prinz fuhr herum, noch bevor er die Stimme identifiziert hatte. Und obwohl der unerwartete Besucher offensichtlich einen Schritt rückwärts getan hatte, war Arthur gewandt und schnell genug, um dessen Arm noch zu erwischen. Er packte hart zu. Bereit, einen Gegner abzuwehren, der vielleicht stärker war als er und seine Waffe schon angriffsbereit in den Händen hielt. Doch nun wurde ihm die Stimme gewahr und das Gesicht, in das er blickte, war eines, mit dem er in diesem Moment wahrlich nicht gerechnet hatte.
„MERLIN“, entfuhr es ihm laut und leichte Verärgerung klang in dieser Anrede mit. Immerhin hätte er ihn auch verletzten können. Welcher Narr schlich sich so leichtsinnig an ihn heran? Na wer wohl?, beantwortete er sich die Frage selbst. Doch er entspannte sich wieder. Der gefährlichste Gegner, mit dem er hier rechnen musste, war der Leichtsinn seines Dieners. Oder andere nervtötende Eigenschaften. „Wird aber auch Zeit“, fuhr er wenig freundlich fort, ohne auf das eben Geschehene weiter einzugehen. Doch er ließ Merlin‘s Arm los, als er bemerkte, dass er diesen immer noch in festem, sicher nicht ganz schmerzfreiem Griff hielt. Beinahe lag ihm dafür eine Entschuldigung auf den Lippen. Doch er unterdrückte sie. Immerhin war es Merlin’s eigene Dummheit gewesen. Obwohl er zugeben musste, dass er auch ein klein wenig beeindruckt war, dass Merlin es geschafft hatte, sich an ihn heranzuschleichen. Dazu gehörte doch schon einiges.
Auf der anderen Seite war Arthur über den Umstand, dass er seinen Diener nicht hatte kommen hören und dieser sich unbemerkt hatte an ihn heranschleichen können auch ein wenig verärgert. Verärgert über sich selbst und seine Unachtsamkeit. Obwohl er den Frust ob seiner eigenen ungeschützten Deckung gerne mit Frust auf Merlin verwechselte. Etwas grimmig blickte er deshalb drein, als er - ohne Merlin vorher zu Wort kommen zu lassen - in ziemlich beißendem Tonfall hinzufügte: „Und erklär mir gar nicht erst, wo du solang gesteckt hast. Ich will es nicht wissen.“





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...   Erstellt am 22.01.2012 - 20:47Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Merlin ließ sich auf seinem Weg durch den Wald viel mehr Zeit als der Kronprinz. Wahrscheinlich wäre dieser auch zutiefst überrascht, wenn Merlin ihm wirklich einmal direkt auf den Fuß folgen würde. Nun ja, für den jungen Zauberer, der so viel mehr sah als Arthur, hätte dies sogar ein recht schöner Ausflug werden können. Merlin liebte Wälder, vorausgesetzt man begegnete dort nur netten und harmlosen Tieren und nicht etwa Greifen oder anderen hungrigen Geschöpfen die sich liebendgern auf ihn stürzen würden. Vor allem durfte er seine Zauberkräfte vor Arthur ja nicht einsetzen und ob dieser so geschickt einen Greif niederstrecken würde, wie es Lancelot geschafft hatte... Aber Merlin war schon wieder in seine Gedanken vertieft und war, durch das schwere Gepäck, dass ihm beim Träumen immer mal in die eine, mal in die andere Richtung schob, ein ganzes Stück hinter Arthur zurückgeblieben. Aber warum sich auch hetzen. Hier war nichts los, es war ein vollkommen ruhiger Tag, da wäre es ja eine Schande, ihn nicht zu genießen. Aber wenn Merlin an das Gepäck dachte, dann musste er sich leider eingestehen, dass es nicht so aussah als würden sie ein gemütliches Picknick an einem lauschigen Plätzchen machen. Vielmehr sprachen die ganzen Waffen dafür, dass Arthur irgendwas im Schilde führte. Und es sah sehr nach Arbeit aus. Harter Arbeit. Wer konnte es Merlin verdenken, dass er um so mehr trödelte? Er war nun mal kein Ritter, wollte auch nie einer werden, aber als Diener des Prinzen war er schon mehr zu einem Knappen mutiert, als er es je für möglich gehalten hätte. Wenigstens fiel es ihm inzwischen nicht mehr ganz so schwer all die schweren Rüstungsteile zu schleppen und Schwerter mit einer Hand zu heben - auch wenn dies immer nur für ein paar Sekunden klappte - aber immerhin.
Er würde es natürlich niemals zugeben, aber die Arbeit machte ihm Spaß. Gut, es war nicht die Erfüllung - noch nicht - aber er mochte Arthur. Und es würde ihm auch gefallen, öfter mal Ausflüge mit dem Prinzen in den Wald zu unternehmen. Ganz ohne diese vielen Ritter, die Merlin immer nur so komisch ansahen und vor denen er sich immer ganz besonders ungeschickt aufführte. Vielleicht würde ja auch dieser Tag noch schön werden, und wenn nicht, dann würde Merlin schon irgendeinen Ausweg finden. Doch fürs erste musste er seinen Herrn finden. Aber natürlich nicht ohne einen kleinen Spaß. Gaius hätte ihm sicher nun gesagt, dass er Zauberei nicht zum Spaß einsetzen sollte. Aber Merlin musste doch üben... vielleicht würden ihn die dunklen Mächte bald erneut herausfordern und dann musste er gewappnet sein um Arthur erneut ungesehen das Leben retten zu können.
Es war wirklich ein Spaß sich lautlos bewegen zu können. Ohne Zauberei würde das Merlin nie gelingen, selbst ohne schepperndes Gepäck nicht. Arthur würde erstaunt sein, da war sich der Zauberer vollkommen sicher. Er hatte sich lautlos an den Prinzen angeschlichen und für den Fall, dass dieser eine ruckartige Bewegung ausführen würde, war Merlin direkt einen Schritt weit ausgewichen. Aber er hatte die guten Reflexe seines Herrn unterschätzt. Merlin kam nicht weit, vielmehr fühlte er einen Schmerz an seinem Arm, als hätte ihn jemand in einen Schraubstock gespannt. "Au!", sagte er nur halblaut und schaute Arthur fragend an. Er versuchte sich nicht anmerken zu lassen wie weh ihm Arthurs fester Griff tat, denn dann hätte er dem Prinzen nur wieder einen Grund gegeben, ihn als Schwächling zu bezeichnen. Auf das "MERLIN", lächelte der jungen Zauberer nur verlegen. Gut, so hatte er sich seinen Spaß nicht vorgestellt. Beim nächsten Mal würde ein kleiner Schritt also nicht ausreichen... Man durfte den Prinzen von Camelot also nicht unterschätzen, zumindest wenn es um Kampf, Muskelkraft und Reflexe ging. Merlin rieb sich unauffällig die Stelle an der Arthur zugepackt hatte. Ja, der Prinz konnte grob sein...
"Tut mir leid, Sire. Ihr wart einfach zu schnell für mich... was ja eigentlich auch kein Wunder ist... ich trage ja das ganze Gepäck... und Ihr...", Merlin hielt für einen Moment inne, als ihm bewusst wurde in welche Richtung seine Worte gerade zu gehen schienen "... und Ihr tragt die Verantwortung... was ja viel mehr und viel wichtiger ist", er nickte deutlich um seinen Worten noch mehr Nachdruck zu verleihen. Merlin, pass lieber auf was du sagst... du bist hier ganz tief im Wald... ganz allein mit Arthur... "Ich sollte vielleicht jetzt mal meinen Mund halten... Richtig?", murmelte er weiter vor sich hin und schaute Arthur kurz bei dem letzten Wort an. Der Zauberer hatte es sich vorgenommen für die nächsten Minuten nichts zu sagen und daher nickte er nur, als Arthur meinte, er wolle gar nicht wissen warum er solange gebraucht hatte.
Merlin schaute sich um. Es war wirklich ein schönes, idyllisches Plätzchen. Fast zu schön um wahr zu sein. "Sind wir am Ziel? Ich meine, wenn ich mir das Gepäck anschaue, dann hätte ich eher erwartet, dass wir in die Schlacht ziehen... Aber dieser Ort gefällt mir... hier könnte man ein gemütliches Picknick machen...", meinte Merlin an seinen Herrn gewandt. Was konnte Arthur nur an diesem Ort wollen? "Wir warten jetzt aber nicht bis zur Dämmerung im Gebüsch um Fuchs und Hase zu erschießen, wenn die sich gerade Gute Nacht sagen, oder Sire?", Merlin musste bei dieser Formulierung innerlich grinsen, aber nach Außen hin versuchte er ernst zu bleiben. Er mochte es nicht Tiere nur so zum Spaß zu jagen und er würde es irgendwann auch sicher schaffen Arthur von seinem Standpunkt zu überzeugen.





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...   Erstellt am 05.02.2012 - 01:07Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Nein, er wollte wirklich nicht wissen, was Merlin getrieben hatte. Zum einen hatte er sich oft genug dessen Ausreden anhören müssen, um ungefähr zu wissen, was jetzt auf ihn zukommen würde. Andererseits war er aber auch zu verärgert, um ernsthaftes Interesse an dem zu haben, was seinen Diener vielleicht tatsächlich schuldlos aufgehalten hatte. Und wieso sollte er das auch? Er war bloß ein Diener. Und ER der Prinz. Er musste überhaupt niemandem die Chance geben, sich zu erklären. Am allerwenigsten Merlin, der es jeden Tag aufs Neue nur darauf anzulegen schien, ihm den letzten Nerv zu rauben. Wie hatte er nur jemals einwilligen können, diesen Jungen als seinen Diener zu akzeptieren? Gut, nicht dass er anfangs eine Wahl gehabt hätte. Doch dieser sogenannte persönliche Diener des Prinzen, den sein Vater ihm vor die Nase gesetzt hatte, machte ihm von Anfang an nichts als Ärger. Er konnte keine Arbeit ordentlich und ohne zu nörgeln ausführen, war unpünktlich, von seinem vorlauten Mundwerk ganz zu schweigen, brachte ihn ständig dazu, Dinge zu tun, die er eigentlich gar nicht tun wollte…
Und zu guter Letzt schaffte er es jetzt auch noch, sich geräuschlos an ihn heranzuschleichen. Eigentlich hätte er ihn für dieses respektlose Verhalten an den nächsten Baum binden sollen. Ja, vielleicht sollte er das wirklich tun. Zumal Merlin sich ja wohl überhaupt nicht darum scherte, wer oder was ER war. Vermutlich hielt er ihn für seinen Spielkameraden bei einem Picknick-Ausflug. Und an dieser inneren Einstellung Arthur’s änderte auch der Umstand nichts, dass Merlin - nachdem er schon wieder angefangen hatte, sich über das Gepäck zu beschweren, das er tragen musste - sich tatsächlich vornahm, endlich mal den Mund zu halten. Na endlich!, wollte Arthur schon ausrufen. Er hat es kapiert. Ein Wunder. Allein die Erkenntnis, dass seine Stammelei und sein sinnloses Geplappere einem den letzten Nerv töten konnte, war schon ein Segen für sich und Anerkennung wert. Und die Umsetzung wäre … Aber was machte er sich falsche Hoffnungen? Arthur kannte Merlin. Gut genug. Und zu lange. Wie oft hatte er ihm schon den Mund verboten, wie oft hatte Merlin versprochen, endlich die Klappe zu halten? Es hatte nie lange gewährt und schon kurz darauf durfte er sich wieder Merlin’s gesammelte Weisheiten und Sinnlosigkeiten zu Gemüte führen. Eigentlich musste ihm sein Diener auf Knien dafür danken, dass er trotz all dieser vorlauten Bemerkungen, sogenannten klugen Sprüche und Respektlosigkeiten noch immer sein Diener sein durfte. Jeder andere hätte ihn schon nach den ersten Tagen auf die Straße gesetzt.
Na gut, er hatte es auch getan. Er hatte ihn gleich in den ersten Tagen entlassen, weil er es Merlin zu verdanken hatte, dass der König und der gesamte Hofstaat ihn für einen Feigling hielten, als er Ritter Valient bei einem Turnier des Betruges durch Magie anklagte. Aber als Valient sich verraten und damit auch dem König klar war, dass sein Sohn kein Feigling war, hatte er ihn wieder eingestellt. Nicht, weil er erst einen Beweis dafür gebraucht hätte, dass Merlin die Wahrheit sagte. Nein, er hatte ihm geglaubt, von Anfang an. Doch er war stolz und verletzt gewesen. Aber er hatte ihm Unrecht getan, weil Merlin im Grunde keine Schuld traf. Und anders als sein Vater konnte er das auch zugeben. Er hatte sich sogar entschuldigt. Auf seine Art. Doch er fragte sich heute noch, warum er nicht diese verdammte Chance genutzt hatte, Merlin loszuwerden.
Ja, wieso nicht? Arthur’s Blick ruhte auf Merlin, der sich abgewandt hatte und die Lichtung zu begutachten schien. Wieso hatte er diesen unscheinbaren, vorlauten und nervtötenden Jungen nicht schon längst von seiner Seite gewiesen? Aber er hätte wohl keine gute Antwort darauf geben können. Schon gar nicht wo dieser Nerventod just in diesem Moment seinen guten Vorsatz, ihn mit seinen klugen Worten zu verschonen, über den Haufen warf und, ohne dazu aufgefordert worden zu sein, seine Meinung kundzutun, wirklich wahrhaft bedeutende Bemerkungen von sich gab. Gut, auch ER konnte der Lichtung sehr viel Positives abgewinnen und wusste deren Schönheit durchaus zu schätzen. Aber hielt Merlin ihn für blind? Oder hielt er das hier wirklich für einen harmlosen Ausflug? Und der Hinweis auf ein Picknick bestätigte den Prinzen in der Annahme, Merlin hielt ihn für einen billigen Spielkameraden, der ihm an diesem herrlichen, arbeitsfreien Morgen Gesellschaft leisten würde.
Was hatte er sich nur dabei gedacht, zu glauben, er würde ein paar Stunden oder gar Tage allein mit Merlin aushalten? Das war schlimmer, als in eine Grube mit giftigen Schlangen zu fallen. Und denen konnte er wenigstens den Kopf abschlagen. Doch gerade als er Merlin darauf aufmerksam machen wollte, dass sie sicher nur zum picknicken den halben Morgen durchs Unterholz gestapft waren, wo in Camelot eine ganze königliche Küche auf ihn wartete, ließen ihn erneute - garantiert äußerst wichtige - Worte aus Merlin’s Mund innehalten. Ob der Junge eigentlich überhaupt wusste, dass man Könige und Prinzen nur ansprach, wenn einem das Wort erteilt wurde? Aber an Merlin waren solche Hinweise auf das Protokoll ja ohnehin verschwendet, wie er schon oft genug festgestellt hatte. Ihm fehlte sowohl das Verständnis für den Sinn dieser Etikette als auch die Fähigkeiten, sich solche Dinge zu merken. Und es war auch wieder eine dieser ganz intelligenten Fragen, die er sich nun anhören musste. Eine jener tollen Fragen, die Merlin so auszeichnete.
„OH ja, Merlin“, antwortete der Prinz sofort und ziemlich gereizt. „Du wirst dich dort drüben“ - dabei zeigte er auf einen ziemlich großen Dornenbusch am Rande der Lichtung - „ins Gebüsch hocken und warten. Und sollten es sich Fuchs und Hase heute Abend in deinem Bett in Camelot gemütlich machen, weil du hier in ihrem sitzt, dann werde ich kurzerhand eben einfach dich erschießen und übers Feuer hängen.“ Arthur warf Merlin bei diesen Worten einen wenig freundlichen Blick zu, der ihm unmissverständlich davor warnen sollte, noch mehr so geistreiche Kommentare zum Besten zu geben. Er brauchte jetzt wirklich nichts, was seine Laune noch schlechter machte. War er wirklich so gereizt, wie er gerade klang? Und war es wirklich Merlin, der dafür verantwortlich war? Oder war er nicht vielmehr wütend auf sich selbst, weil es Merlin gelungen war, ihn so zu überraschen? Der Prinz forschte in seinem Innern nach dem wahren Grund dafür, dass er seinen Diener gerade behandelte, als hätte dieser ihm eine verpasst. Nun, im Grunde hatte er das auch … indem er sich so angeschlichen hatte. Aber war das wirklich ein Grund, ihn gleich so runter zu machen? Arthur kannte ihn doch. Er wusste wie leichtsinnig und unbedacht Merlin sein konnte. Und es hatte doch all die Zeit nichts daran geändert, dass er ihn weiter als Diener duldete … und wollte. Grundgütiger. Wieso standen sie dann schon wieder hier und machten sich gegenseitig das Leben schwer?





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~ Arthur in "Lancelot und Guinevere" ~

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...   Erstellt am 07.03.2012 - 18:41Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Sie waren die zwei Seiten einer Medaille. Genau das musste sich Merlin immer wieder ins Gedächtnis rufen. Denn das war die einzige Antwort die es auf die Frage, warum er es sich eigentlich immer wieder aufs Neue antat, Arthur als Diener zur Seite zu stehen, gab. Arthur brauchte ihn. Vielleicht wusste dieser das nicht und wenn er es doch wusste, dann gab er es nicht zu. Aber Merlin wusste es und das war das Einzige was zählte. Er würde für Arthur da sein, auf ihm aufpassen und wenn es sein musste auch seine dreckigen Socken waschen. Aber wie hält man es Seite an Seite mit dem Kronprinzen von Camelot aus? Ohne durchzudrehen oder zu einem Ja-Sager ohne eigene Meinung zu werden? Nur mit Humor. Es war nur immer wieder schade, dass Arthur nicht den gleichen Sinn für Humor wie Merlin besaß. Das würde vieles einfacher machen. Andererseits, wo wäre da die Herausforderung und der Spaß? Merlin wusste ganz genau wie viel er sich bei seinem Herrn herausnehmen durfte. Und wenn er es sich ganz genau überlegte, war Arthur nicht auf ihn böse, wegen des Anschleichens, sondern wahrscheinlich viel mehr auf sich selbst, weil er Merlin erst im letzten Moment bemerkt hatte. Ja, genau so musste es sein. Ein leichtes Grinsen erschien auf Merlins Gesicht, welches für Arthur wahrscheinlich vollkommen unerklärlich erscheinen würde. Aber dieser musste ja auch nicht alles wissen. Gut, dass der Prinz keine Gedanken lesen konnte und auch wieder schade für Merlin, dass er selbst diese Fähigkeit ebenfalls nicht besaß. Was würde er manchmal dafür geben Arthurs Gedanken lesen zu können. Und manchmal war ihm schon seine Intuition zu viel des Guten und er würde niemals wissen wollen was zusätzlich genau im Kopf des Prinzen vor sich ging.
Sie hatten es beide nicht leicht miteinander. Ob Arthur wohl jemals auch zu dieser Einsicht kommen würde, dass er für Merlin auch kein Zuckerschlecken war? Was hatten sie schon alles gemeinsam überstanden... Merlin hatte eigentlich gedacht, dass sich ihr Verhältnis in den vielen Monaten, die er nun schon auf Camelot zugebracht hatte, verändert hatte. Irgendwie enger geworden war. Aber konnten sie jemals so etwas wie Freunde werden? Wollte Merlin das überhaupt? Der Freund eines so arroganten, unausstehlichen und rauhen Mannes wie Arthur werden? Klar, es würde nie so werden wie mit Will oder auch mit Lancelot, das war ja klar, allein von Standesfragen her. Aber sonst? Irgendetwas war doch zwischen ihnen, das konnte selbst Arthur nicht leugnen. Wenn dies nicht so wäre, dann würde ihm Arthur sein Gestammel, die Ehrlichkeit und das ständige Plappern ohne zu Ende gedacht zu haben, niemals durchgehen lassen. Merlin wusste ja, wie Arthur mit anderen Menschen umging und ob er es sehen wollte oder nicht, Merlin genoß eine Sonderstellung. Ein klein wenig war der Zauberer auch stolz darüber. Dafür musste er aber auch die Socken des Prinzen waschen, seine Launen kurz nach dem Wachwerden ertragen, für ihn kochen, Rüstungsteile polieren und viele andere Dinge erledigen, welche die Ritter zum Beispiel nicht tun mussten. Da hatte er sich eine besondere Behandlung eigentlich auch verdient. Aber dieser Ausflug in die Natur... Der junge Zauberer wusste noch immer nicht was er davon halten sollte. Es würde kein Picknick geben, das war dem jungen Mann längst klar, aber vielleicht konnte er das ändern, indem er solange auf Arthur einredete, bis er seinen Willen durchgesetzt hatte? Nein, das würde nicht klappen, höchstens andersherum und ganz ehrlich, Merlin wollte sich nicht geschlagen geben. Klar, am Ende würde er keine Wahl haben, aber jetzt schon aufgeben? Nein, er wollte Arthur und sich nicht den Spaß verderben. Daher konnte der Zauberer sein Versprechen mal für mehrere Augenblicke den Mund zu halten, nicht länger einhalten. Würde er nicht anfangen zu sprechen, dann hätte es der Prinz sicher ein paar Sekunden später getan. Also was regte sich Arthur nur so auf? Als ob sie hier her gekommen waren um die Stille zu genießen. Merlin warf einen musternden Blick auf seinen Herrn und hob für einen Sekundenbruchteil die Augenbrauen. Kam es dem Zauberer nur so vor oder war Arthur an diesem Morgen ganz besonders schlecht gelaunt? Die Kommentare waren es nicht, die Merlin verunsicherten. Vielmehr waren es die Blicke, Gesten und der Tonfall des Prinzen, die Merlin überzeugten, dass es vielleicht doch nicht der richtige Zeitpunkt war um Arthurs Nerven noch unnötig weiter zu strapazieren. Wer konnte wissen wodurch der junge Diener die schlechte Laune am Ende ausbaden musste. Und wie gesagt, sie waren ganz allein irgendwo tief im Wald und ganz weit von Camelot entfernt. Vielleicht war es ja auch eine Überraschung, die Arthur für seinen Diener geplant hatte und Merlin war unbewusst dabei alles kaputt zu machen. Vielleicht hatte sich der Prinz ja besonders viel Mühe dabei gegeben und die schlechte Laune rührte einfach daher, dass Arthur darüber beleidigt war, dass Merlin seine Mühe überhaupt nicht anzuerkennen schien. Also musste sich der junge Mann einfach mal ein wenig zusammenreißen. Wahrscheinlich meinte es der Prinz einfach nur gut und zumindest eine Chance sollte er ihm deshalb geben. Was konnte er schon tun? Sie waren nun einmal hier und so schnell ließ sich das nicht ändern. Inzwischen kannte er seinen Herrn gut genug um zu wissen, dass dieser nie aufgab, bevor er sein Ziel erreicht hatte. Der Junge konnte ja erstmal abwarten und schauen was auf ihm zukam und notfalls gab es ja immernoch die Möglichkeit mit Magie nachzuhelfen.
"Ich schmecke aber sicher ganz scheußlich... außerdem versteht Ihr nicht gerade viel vom Kochen... ich würde mir auch nochmal gut überlegen, ob Ihr mich erschießen wollt, denn dann müsstet Ihr ja selbst das ganze Zeug", Merlin deutete auf die Unmengen an Gepäck, "wieder zurück nach Camelot schleppen... es wäre also unklug mich hier zu erschießen, wartet lieber damit bis wir zurück sind, wenn Ihr es dann immernoch wollt...", Merlin sagte all dieses ganz ohne eine Miene zu verziehen. Er wusste, dass Arthur es nicht ernst gemeint hatte, aber ganz konnte Merlin es natürlich nicht sein lassen, einen kleinen Kommentar dazu abzugeben. Er konnte halt nicht aus seiner Haut, genauso wie Arthur das nur selten gelang.
"Gut, da wir das nun geklärt hätten...", Merlin schaute sich um, streckte die Arme aus und reckte sich. "Also, Sire, ich bin ganz ohr... was genau tun wir hier?" Dabei schaute Merlin Arthur mit echtem Interesse an. "Wirklich ein sehr schöner und ruhiger Ort... ich bin mir sicher, dass man hier ganz viele Dinge tun kann...", Merlin ließ seinen Blick weiter schweifen, während er dies sagte, doch als er wieder den Blick seines Herrn traft, verstummte er. Er legte kurz einen Finger an seine Lippen und nickte dabei, um Arthur zu zeigen, dass er nun wirklich still sein würde. Was genau hatte der Prinz vor? Vor allem im Hinblick auf das ganze Gepäck? Rüstungsteile, Waffen, Schilde... das konnte doch eigentlich nur eines bedeuten. Nein... das würde Arthur nie von Merlin verlangen. Oder doch? Merlin sah ein wenig unsicher zum Gepäck hinüber und dann wieder zu Arthur. Er war selbst darüber erstaunt, dass es ihm immer noch gelang den Mund zu halten. Obwohl ihm wieder ein paar Fragen und noch mehr Kommentare auf der Zunge brannten. Doch in diesem Moment durfte er Arthur nicht noch mehr reizen. Später vielleicht wieder, aber in diesem Augenblick würde er es lieber lassen. Denn Arthur solange zu reizen, bis sie wieder nach Camelot zurückgingen, würde ja offensichtlich nicht funktionieren. Also musste der junge Zauberer diese Sache nun irgendwie überstehen. Augen zu und durch...





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Arthur 
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...   Erstellt am 10.03.2012 - 02:52Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ja. Das war eine Frage, die er sich immer wieder stellen musste. Warum um alles in der Welt machten sie sich immer wieder das Leben schwer? Er konnte ja nun kaum behaupten, dass das Zusammenleben mit Merlin Tag für Tag nicht an seinen Nerven zerrte. Dass er nicht Kommentar um Kommentar ertrug, obwohl er seinen Diener für mindestens jeden zweiten dieser Art mit gutem Recht in den Kerker hätte werfen können. Dass er sich nicht das eine um das andere mal fragte, ob Merlin überhaupt wusste, WER er war. Und dennoch … obgleich ihn dieser unverschämte Kerl beinahe mehrmals täglich an den Rand des Wahnsinns trieb. Wenn er es nicht tat… WENN er zur Abwechslung mal wirklich tat, was man ihm sagte. Wenn er wirklich mal die Klappe hielt. Wenn er sich tatsächlich einmal so benahm, als wisse er, dass er dem Kronprinzen von Camelot diente… Ja dann … Dann fehlte ihm auch etwas. Dann fehlten ihm die frechen Worte, die überaus geistreichen Kommentare, ja sogar der stumme Widerstand, den Merlin gegen so viele seiner Entscheidungen aufzubringen schien.
Freilich. Er gab es ungern zu. Und ganz sicher würde er das auch nie zugeben. Doch wenn er tief in sich hineinhorchte, wenn Arthur ehrlich zu sich selbst war, dann leugnete er diese Tatsache öfter, als er vor seinem eigenen Gewissen verantworten konnte. Denn natürlich kam er nicht umhin, einzuräumen, dass Merlin schon länger sein persönlicher Diener war, als jeder andere vor ihm. Obwohl er nie einen vorlauteren, einen respektloseren Mann in seinen Diensten gehabt hatte. Irgendwie hatte er es geschafft, es nun schon mehr als ein Jahr mit Merlin auszuhalten. Und Merlin mit ihm. Nicht, dass sich Arthur für jemanden hielt, mit dem man es als Diener nicht aushalten konnte. Immer hätte jeder dankbar sein sollen, die Ehre zu haben, sein Diener sein zu dürfen. Aber Merlin war, wenn er von Morgana’s steten Sticheleien einmal absah, zweifellos der erste und einzige, der ihn - und das nicht gerade selten - immer wieder darauf aufmerksam machte, was es doch für eine Qual war, sein persönlicher Diener zu sein. Und … und das war zweifellos das bemerkenswerteste an dieser Angelegenheiten und etwas, dass Arthur sich beim besten Willen nicht erklären konnte … ihm war diese Ansicht nicht gleichgültig. Was der Prinz freilich Merlin gegenüber nie zeigte. Das wäre ja auch noch schöner gewesen. Aber er dachte viel öfter über die Beschwerden nach, als ihm gut tat. Eigentlich hatten sich Diener überhaupt nicht zu beschweren. Schon gar nicht solche vorlauten wie Merlin. Eigentlich hätte er ihn schon hunderte Male zum Teufel wünschen sollen.
Und trotzdem stand er jetzt hier. Trotzdem hatte er seinen Vater belogen. Um einem frechen, altklugen, nörgelnden Diener davor zu bewahren, eines Tages seinem eigenen Schatten zum Opfer zu fallen. Einem Diener, der natürlich auch um eine prompte Antwort auf einen zugegeben nicht sehr freundlichen Vorschlag nicht verlegen war. Aber eigentlich hatte Arthur sich ja denken können, dass Merlin die passenden Gegenargumente dazu einfallen würden, wenn er als Braten über dem Feuer enden sollte. Ja, es hätte ihn sogar sehr gewundert, wenn es nicht so gewesen wäre, oder wenn der gute Junge tatsächlich die Klappe gehalten hätte. Und wenn er ehrlich war, musste der Prinz ja zugeben, dass sein Diener nicht so unrecht hatte. Sowohl was das Kochen anging, als auch das Gepäck. Aber wenn Merlin so weitermachte, dann schwor er sich bei allem, was ihm heilig war, dass er den letzten Teil dieser kleinen Argumentation, „…wartet lieber damit bis wir zurück sind, wenn Ihr es dann immernoch wollt…“, tatsächlich in die Tat umsetzen würde. Denn oooh ja, dann würde er es wollen.
Doch Arthur kam nicht dazu, seinen lieben Diener auf diese bestehende Gefahr aufmerksam zu machen. Denn gerade so, als erwarte er keine weitere Gegenwehr auf diesen Kommentar, plapperte Merlin weiter. Und das „Gut, da wir das nun geklärt hätten…“ war jedenfalls wieder mal ein typisches Beispiel dafür, dass dieser ihm wirklich noch den letzten Nerv raubte und keinerlei Respekt vor seinem Titel hatte. Welcher nicht völlig vertrottelte Diener bitte nahm sich die Freiheit heraus, eine durch seine eigene absolute Unfähigkeit eingeleitete Diskussion mit seinem Prinzen eigenmächtig sooo zu beenden? Nur der dümmste, idiotischste Diener, der sich auf Erden finden ließ. Und ausgerechnet ER musste mit ihm gesegnet sein. Es war wirklich hoffnungslos. Da half auch kein tief Durchatmen oder die Ausrede, dass der arme Kerl ja nichts für seine Dummheit konnte. Und Arthur ließ laut schnaufend den Kopf hängen, um Merlin zu zeigen, dass er endgültig an dessen Verstand zweifelte.
Ihm brannte die Frage auf der Zunge, was zum Teufel er nur mit ihm anstellen solle. Aber noch ehe er diese auch nur aussprechen konnte, wechselte sein lieber Diener, wie er das so hervorragend gut konnte, das Thema. Und hatte er wirklich gerade „Sire“ gesagt? Hatte er sich wirklich daran erinnert, mit WEM er sprach? Und was noch bemerkenswerter war. Zeigte er zur Abwechslung mal wirklich Interesse an dem Umstand, dass sie sicher nicht ohne Grund hier waren? Nahm er die Sache letzten Endes doch noch ernst? Arthur fiel es fast schwer, nicht zu glauben, dass er sich das vermutlich auch nur einbildete. Aber es lag wirklich etwas in Merlin‘s Blick, das so etwas wie echtes Interesse hätte sein können. Doch wenn dem so war, wenn er sich wirklich dafür interessierte, wieso er ihn hierher geführt hatte …. WIESO zum Teufel hielt er dann nicht einfach mal die Klappe und ließ ihn antworten? Der Prinz spürte, wie es schon wieder in ihm zu brodeln begann. Es war doch wirklich zum verrückt werden. Er hätte Merlin an den nächsten Baum binden können, wenn er nur die Hoffnung gehabt hätte, das ihn das für einen Moment mal ruhig stellen würde. Und auch wenn sein Diener sich bei seinen Worten in der Weltgeschichte umsah, warf er diesem einen Blick zu, der mehr als deutlich ausstrahlte, dass er kurz davor war, die Geduld zu verlieren. Ein Halt endlich die Klappe, Merlin hätte es nicht besser ausdrücken können.
Und ob er es glaubte oder nicht. Als Merlin dieses Blickes gewahr wurde, verstummte er doch tatsächlich? Mehr noch, er legte den Finger auf die Lippen und gab ihm zu verstehen, dass er nun aber wirklich schweigen würde. Jedenfalls konnte Arthur das nur inständig hoffen. Denn er bezweifelte, dass er diese Plapperei noch sehr viel länger würde ertragen können. Jede Räuberbande war leichter zu bändigen als DIESER Diener. Er musste verrückt sein, sich das anzutun. Er musste verrückt sein, hier zu sein. Musste verrückt sein, Merlin nicht zum Teufel zu jagen, weil er seine Nerven schon am frühen Morgen derart strapazierte, dass es für eine ganze Woche reichen würde. Er musste … Nein, er WAR verrückt. Dass er sich DAS antat. Und er musste ganz tief durchatmen, um in diesem Moment, in dem sein noch Diener wirklich mal für ein paar Sekunden die Klappe hielt, nicht laut loszubrüllen. Denn er hätte ihm wirklich so einiges zu sagen gehabt. Von der Tatsache, dass ein weiteres Wort genügte, um am nächsten Baum die Nacht zu verbringen, bis hin zu der Frage, ob er sich jemals schon Gedanken um eine neue Arbeit gemacht hatte, wenn er diese wirklich privilegierte Anstellung verlor, sobald sie wieder in Camelot waren…
Doch etwas hielt ihn davon ab. Etwas, das ihn immer davon abhielt, Merlin zuteil werden zu lassen, was dieser eigentlich verdiente. Etwas … das er nicht erklären konnte, so sehr er sich auch bemühte. Vielleicht hatte er ja einfach ein zu gutes Herz, um diesem armen, vom Schicksal mit so wenig Verstand gesegneten jungen Mann auch noch mit Worten zu tadeln, die er eh nicht verstehen konnte. Ja, das musste es sein. Das konnte auch der einzige Grund dafür sein, dass er jetzt wirklich hier war. Doch eines entging dem jungen Prinzen nicht: Merlin hielt tatsächlich die Klappe. Länger als ein paar Sekunden. Und das, obwohl ihm tausend neue Kommentare, tausend neue kluge Fragen schon ins Gesicht geschrieben standen. Spätestens ab dem Zeitpunkt, an dem sein Diener das mitgeführte Gepäck sehr argwöhnisch beäugte und sich ihm dann wieder zuwandte. Aber er schwieg. Noch immer. Und Arthur kostete diesen äußerst wohltuenden Moment der Stille absichtlich länger aus, als er Merlin‘s Geduld einschätzte. Mit einem forschenden Blick, der allmählich in etwas herausforderndes wechselte. Doch er hörte kein Wort. Beinahe beängstigend, wie er zugeben musste.
Und weil er ja kein Unmensch war, ergriff er dann doch endlich das Wort. Aber er konnte das ganze Geplappere nicht so gänzlich kommentarlos übergehen. Das wäre dann doch zuviel des Guten gewesen. „Du hast es jetzt?“, fragte er deshalb und versuchte, möglichst ernst zu schauen, obwohl ihn Merlin‘s beinahe schuldbewusstes Schweigen schon sehr amüsierte. „Ich meine, wirklich… ganz ehrlich?“ Doch bevor sein Diener noch auf die Idee kam, sein Schweigegelübde zu unterbrechen, ehe ER auch mal zu Wort gekommen war, fuhr Arthur lieber gleich fort. „Sehr schön“, sagte er und dabei breitete sich tatsächlich so etwas wie Entspannung auf seinen Zügen aus. „Dann darf ich ja vielleicht jetzt auch mal was sagen.“ Und ein leicht neckischer Tonfall mischte sich in seine Stimme, als er hinzusetzte: „Du weißt schon … so als Prinz … zu meinem Diener… der seinem Prinzen zuhört, wenn dieser das Wort ergreift … und erst den Mund aufmacht, wenn er dazu aufgefordert wird …“ Worte, denen Arthur mit einer bedeutsamen Handbewegung zusätzlich Ausdruck verlieh.
Doch dann wurde er ernster. Seine Anspannung war verflogen. Für einen Moment von Merlin‘s nervigen Geplappere verschont zu werden, tat ihm gut. Er wusste, dass Merlin ihm nun tatsächlich seine Aufmerksamkeit schenkte. Und er erinnerte sich daran, warum er eigentlich hier war. Und wie wichtig ihm diese Sache war. Er hatte einen Grund gehabt, weshalb er hierher gekommen war. Weshalb er sich von seinen Pflichten am Hofe befreit hatte. Weshalb er seinen Vater belogen hatte… Weil es etwas gab, das ihm wirklich am Herzen lag. Etwas, das ihn schon seit einer ganzen Weile beschäftigte: Immer wieder war Merlin dabei gewesen, wenn sie auf Patrouillen oder Missionen in Kämpfe verwickelt worden waren, wenn nur Schwerter sie davor bewahrt hatten, Camelot nie wieder zu sehen. Und immer wieder hatte er mit angesehen, wie sein Diener zwischen die Fronten geraten war. Wie er von ihm getrennt worden war, wie sein Schwert nicht sie beide hatte schützen können. Einem Wunder war es zu verdanken, dass Merlin diese Gefechte bisher stets unbeschadet überstanden hatte. Doch wie lange konnte er auf dieses Glück vertrauen? Wie oft konnte er noch darauf vertrauen, dass sein Diener sich hinter einem Baum verstecken, den Waffen derjenigen ausweichen konnte, die es doch eigentlich nur auf ihn abgesehen hatten? Wie groß war die Chance, dass es ihm immer gelingen würde, einen Diener zu schützen, den er nicht verlieren wollte?
In diese Gedanken versunken, mit einem nachdenklichen Ausdruck im Gesicht, ging Arthur zu dem Stapel Gepäck herüber, das Merlin in der Nähe abgelegt hatte. Er schnürte ein langes Bündel auf und zog langsam ein Schwert hervor. Es war ein gutes Schwert. Eines seiner Schwerter. Auch wenn das vermutlich keine Rolle spielte. Merlin würde den Unterschied sowieso nicht bemerken. Mit dem Schwert in der Hand, wandte sich der Prinz wieder zu seinem Diener um, ging einige Schritte auf ihn zu. Ohne ihn anzusehen, den Blick auf das Schwert gerichtet, ergriff er wieder das Wort: „Merlin…“ Dabei bemerkte er nicht den ernsten Tonfall in seiner Stimme, der mehr davon ausstrahlte, wie wichtig ihm diese Sache war, als ihm lieb gewesen wäre. Und er suchte nach den richtigen Worten. Vor diesem Moment hatte er sich keine Gedanken darüber gemacht, wie er Merlin begreiflich machen würde, weshalb er ihn hierher gebracht hatte, ohne dass dieser annehmen musste, er würde sich um ihn sorgen. Nein, eigentlich hatte er nicht vor, seinem Diener auf die Nase zu binden, dass er schon viel zu oft Angst um sein Leben gehabt hatte, weil er weder mit einem Schwert noch einer sonstigen Waffe umzugehen wusste, um sich zu verteidigen.
Also besann sich der Prinz auf das einzige Mittel, das ihm - wenn er sich nicht für Schweigen oder Abwehr entschied - half, Situationen zu erklären, ohne seine Gefühle preiszugeben: Ironie. Er rief sich zurück in die Wirklichkeit. „Du wolltest doch wissen, was genau wir hier tun“, wiederholte er in Spannung aufbauendem Tonfall Merlin‘s Worte, ohne zu registrieren, dass er sich dieser erstaunlich gut erinnern konnte. Dann beendete er den gedankenversunkenen Blick auf das Schwert und richtete diesen stattdessen auf Merlin. Und für einen kurzen Augenblick ruhte unbewusst noch etwas in seinen Augen, das seine sorgenvollen Gedanken widerspiegelte, bis sich ein leichtes, herausforderndes Grinsen auf seine Züge legte und diesen Ausdruck vertrieb. „Nun … wir wollen dein angeborenes Geschick mit dem Schwert ein wenig verfeinern“, fuhr er in ironischem Tonfall fort, wobei er mit der linken Hand auf die lederne Schwertscheide klopfte.





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...   Erstellt am 12.04.2012 - 19:38Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Merlin hatte sich inzwischen längst mit seinen Pflichten als Diener des Kronprinzen abgefunden und auch irgendwie mit seinem Schicksal, dass er ausgerechnet Arthur beschützen und begleiten sollte, bis dieser König von Camelot war und das Land in eine bessere Zukunft geführt hatte. Und irgendwie musste man sich die Zeit ja erträglich machen. Merlin war keineswegs dumm, aber als vorlaut konnte man auf jeden Fall bezeichnen. Aber war es nicht genau das, was dem Zusammensein mit Arthur einen gewissen Reiz verlieh? Schließlich war Merlin nur ein einfacher Diener, zumindest in den Augen seines Herrn. Doch der junge Mann wusste ganz genau, dass Arthur diese Forderung brauchte. Zu dem Prinzen passte kein Diener der zu allem Ja und Amen sagte, sondern einer mit dem er sich kabbeln konnte, der die Ernsthaftigkeit aus ihrem Zusammensein heraushielt, denn ernst war das Leben auch so schon viel zu genug. Was tat man nicht alles für andere? Alles was Merlin tat hatte einen bestimmten Sinn, er verhielt sich nicht ohne Grund so plappernd, vorlaut und direkt seinem Herrn gegenüber, sondern er musste den Arthur, der einmal König von Camelot werden würde, aus diesem arroganten Königssohn herausholen. Denn auch, wenn er es vielleicht bei ihrer ersten Begegnung anders gesehen hatte, Arthur besaß ein gutes Herz, er hatte nur viele Jahre lang nicht gelernt dieses zu zeigen. Allein die Tatsache, dass sich der Prinz so gut wie alles von Merlin gefallen ließ, ließ ja auch darauf schließen, dass Arthur ihn ebenfalls respektierte und ihn sogar mochte. Dabei kannten sie sich noch gar nicht so lange und dennoch meinte der junge Zauberer seinem Herrn gut genug zu kennen um ihn ganz genau zu verstehen. Vielleicht lag es auch an seiner Zauberkraft, dass er einfach aufmerksamer war als andere Menschen. Aber Merlin spürte dennoch, wenn es Zeit war mit Späßen aufzuhören und Arthur lieber in Ruhe zu lassen. Es war wohl mehr als nur ein Spiel, dieser ganz besondere Umgang miteinander, etwas, was beide brauchten, aber vorher nie gehabt hatten. Merlin hatte vor Arthur nie jemanden wie ihn kennen gelernt und bei dem Kronprinzen war es wahrscheinlich genauso. Kann man etwas vermissen, was man vorher noch gar nicht kannte? Merlin war sich nicht sicher, aber er wusste auf jeden Fall, dass ihm Arthur fehlen würde. Gut, kein Außenstehender würde das verstehen, aber all diejenigen sahen ja immer nur die harte Arbeit, die der junge Mann verrichten musste und nicht die menschliche Ebene zwischen Arthur und ihm, die ganz in ihrem Innern ja mehr einer Freundschaft glich, als einem Verhältnis zwischen einem Diener und seinem Herrn. Merlin wollte den Kronprinzen nicht missen, gut die eine oder andere Aufgabe würde er sicher gern abgeben, aber im großen und ganzen war er doch froh darüber wie es im Moment war. Zumindest zwischen Arthur und ihm, denn dieser Ausflug war ihm noch immer nicht geheuer. Aber wenigstens verlief die Unterhaltung ganz angenehm und Merlin behielt mal wieder, so wie oft, das letzte Wort. Es überraschte ihn nicht, dass Arthur den Kopf hängen ließ, denn die Ausdauer und das Redetalent des jungen Zauberers sollte man niemals unterschätzen. Doch Merlin versprach sich innerlich, dass er den Prinzen das nächste Mal gewinnen lassen würde. Es war ja schließlich wichtig für sein Selbstwertgefühl und auch wenn Arthur eigentlich genug davon besaß, so war er sich dessen, vielleicht auch wegen Uther, nicht immer bewusst. Also musste Merlin mal ein wenig Respekt zeigen, sonst würde Arthur irgendwann anfangen Feuer zu spucken und das wollte Merlin möglichst verhindern. Aber es war wirklich nicht einfach den Mund zu halten, vor allem wenn Arthur ihm Blicke zuwarf oder kleine Gesten machte, die Merlin eigentlich nur noch mehr anstachelten. Aber irgendwann musste sich sogar der größte Krieger einmal ergeben und er hatte sich ja eh bereits vorgenommen seinen Herrn mal gewinnen zu lassen. Warum sollte er dies nicht direkt in diesem Moment mal tun? Also hielt der junge Mann wirklich einmal den Mund. Keiner wusste wie lange das andauern würde, aber zumindest hatte Arthur die Chance nun etwas zu sagen oder zu tun. Und was tat Arthur? Er atmete tief und atmete noch tiefer und Merlin wollte ihn schon fragen ob alles in Ordnung sei. Aber dann besann er sich eines besseren und wartete einfach ab. Das war wohl einer dieser Momente in denen ein einziges weiteres Wort reichen würde und dann würde Arthur irgendetwas ganz unüberlegtes tun. Also lieber die Natur genießen, dem Gezwitscher der Vögel und dem Rauschen des Windes in den Blättern zuhören und den letzten Moment genießen, bevor Merlin erfahren würde, warum sie überhaupt hier waren. Aber er hatte eine Vermutung und diese schien sich wohl zu bewahrheiten. Nun gut, da musste er dann wohl einfach durch. Ein Zurück gab es nicht. Und auch im Bezug auf das Schweigen gab es kein Zurück. Ob er nun wollte oder nicht, er musste weiter schweigen, zumindest solange, bis Arthur irgendwas gesagt hatte. Nur irgendetwas, irgendetwas das er kommentieren konnte. Allein die Blicke, die sie austauschten hätten für dutzende von Kommentaren gereicht, aber manches musste eben nicht ausgesprochen werden. Sie stellten einander auf die Probe, wer würde als erster wieder sprechen und ganz ehrlich, Merlin gefiel dieses Spiel nicht. Es war viel angenehmer, wenn sie mit einander sprachen, sich herausforderten und nicht einfach nur da standen und sich anschwiegen. Das war so unnatürlich und verlor auch immer mehr seinen Reiz. Lange würde Merlin es nicht mehr aushalten, aber aufgeben wollte er eigentlich auch nicht. Dafür war er selbst zu stolz und noch hatte sich Arthurs Miene und ganze Haltung nicht entspannt. Also musste der junge Zauberer noch ein wenig durchhalten. Und dann sprach ihn Arthur direkt mit zwei Fragen an. Das war wirklich gemein, denn Merlin öffnete schon den Mund um etwas bestätigendes zu sagen. Aber er schloss ihn dann doch wieder und nickte einfach nur. Schließlich hatte der Kronprinz immer noch nicht gesagt was er eigentlich sagen wollte. Und bevor er nicht erklärt hatte, warum sie hier waren, auf dieser idyllischen Lichtung am frühen Morgen, durfte ihm Merlin nicht ins Wort fallen. So gern er das auch tun würde. Aber wie war das mit Herausforderungen? Ohne sie war das Leben ja deutlich langweiliger. Also beließ er es mit dem Nicken und schwieg weiterhin. Na endlich. Arthur begann zu sprechen, aber wieder noch mit soviel Vorrede, dass Merlin sich wirklich zusammenreißen musste. Er nickte wieder und wartete ab. Der neckische Tonfall von Arthurs Worten über Herren, Diener und dass man nur dann sprach wenn man dazu aufgefordert wurde, zauberte Merlin ein leichtes Grinsen auf die Lippen, was aber nach einer Sekunde wieder einem gezwungen ernsthaften Ausdruck weichen musste. Merlin blieb auf jeden Fall nicht verborgen, dass sich Arthur entspannte. Wieder ruhiger atmete und im ganzen etwas lockerer wirkte. Konnte er es vielleicht bald wagen sein Schweigen wieder zu brechen ohne eine Katastrophe heraufzubeschwören? Er wusste es noch nicht und bevor er Gewissheit hatte, wollte er lieber nichts riskieren. Arthur war zum Gepäck hinüber gegangen, was Merlin mit interessiertem Blick immer noch schweigend verfolgte. War dies nun der Moment um Angst zu kriegen? Ach woher denn. Auch wenn Arthur oft etwas rau, mürrisch und verärgert tat, Merlin war sicher, dass er ihm nie etwas antun würde. Der Kronprinz hatte ein Schwert aus dem Gepäck hervor geholt und Merlin beobachtete ihn dabei. Was sollte das werden? Nur eines war sicher, zum Ritter würde ihn Arthur bestimmt nicht schlagen. Aber der Tonfall und der ernste Ausdruck auf seinem Gesicht, als er Merlins Namen sagte, machten dem jungen Zauberer deutlich, dass was auch immer nun auf ihn zukommen würde, für Arthur sehr wichtig war. Das erkannte Merlin auch an dem Schwert. Natürlich kannte er es, es war eines von den wenigen, welches Arthur sehr oft benutzte. Es lag sehr gut in der Hand, war leicht, ließ sich auch relativ gut polieren. Wollte Arthur etwa damit gegen ihn kämpfen? Merlin schaute verwundert zu seinem Herrn und dann zu dem Schwert in dessen Hand. Endlich sprach Arthur und Merlin nickte nur wieder zur Bestätigung. Konnte der Kronprinz endlich mal zur Sache kommen? Nein, er musste es spannend machen. Es schien ihm viel zu viel Spaß zu machen andere Menschen auf die Folter zu spannen. Und dieser Blick mit dem er das Schwert betrachtete... wirkte fast liebevoll. Wie kann man eine Waffe nur so anschauen? Merlin zuckte mit den Schultern. Er war schließlich kein Krieger, womöglich konnten nur Krieger so etwas verstehen. Aber etwas anderes verstand er nun. Noch in der Sekunde bevor Arthur es aussprach. Dies hier sollte ein Kampftraining werden. Ganz weit weg von jeder Menschenseele. Und dafür hatte er all das Gepäck durch den Wald geschleppt und war mitten in der Nacht aufgestanden? „Das ist nicht Euer Ernst...“, fragte Merlin. Nun war es geschehen, er hatte das Schweigen gebrochen. Und obwohl unendlich viele Wörter nun aus seinem Mund hätten heraussprudeln müssten, so wusste er im ersten Moment nicht was er sagen sollte. Er hatte zwar schon befürchtet, dass er mal wieder mit dem Schild die Schläge des Prinzen abfangen musste, aber er hatte sich keine Gedanken darüber gemacht, dass Arthur ihm möglicherweise auch ein eigenes Schwert in die Hand drücken könnte. Inzwischen konnte Merlin ein Schwert richtig halten und auch schon ein paar Schläge parieren, aber gegen Arthur antreten? Das war unmöglich... außer natürlich mit Hilfe von Zauberei. Aber wenn er auf einmal viel zu gut kämpfte, würde er seinen Herrn nur misstrauisch machen. Er hoffte sehr, dass der Prinz Rücksicht auf ihn nahm. Wobei, er würde es sich dreimal überlegen Merlin ernsthaft an den Rand seiner Kräfte zu bringen, denn dann müsste er das Gepäck und Merlin ja irgendwie zurück nach Camelot bekommen. „Na gut... wenn Ihr wisst worauf Ihr Euch da einlasst... Es nutzt ja sicher eh nichts, wenn ich Euer großzügiges Angebot ablehne, oder Sire?“, Merlin lächelte Arthur an, richtete sich ein wenig auf, sicherte seinen Stand und versuchte einen etwas ernsteren Blick aufzusetzen. Wahrscheinlich drückte er dadurch alles mögliche aus, nur nicht Mut, Bereitschaft und Kampfeswille. Aber sie waren ja auch erst am Anfang, das Einschüchtern des Gegners war sicher eine Lektion die auch noch an die Reihe kommen würde. Auf was hatte sich Merlin da nur eingelassen?





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...   Erstellt am 23.04.2012 - 00:14Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Es war ein seltsamer Moment. Und Arthur kam sich angesichts der Situation beinahe etwas albern vor. Er hatte ernsthaft vor, Merlin den richtigen Umgang mit dem Schwert zu lehren. MERLIN! Der sich allein schon beim Anblick einer Klinge fast verletzte. Was hatte er sich nur dabei gedacht? Und er fühlte sich von Merlins „Das ist nicht Euer Ernst...“ seltsam bestätigt. Nein, das konnte wirklich nicht sein Ernst sein. Aber der Prinz ließ sich davon nichts anmerken und grinste seinen Diener nur herausfordernd an. Denn allein Merlins Blick und die Tonlage seiner Frage waren die Sache ja wert. Und er versuchte, die Tatsache, dass er keinesfalls zum Vergnügen oder um Merlin zu ärgern, hierher gekommen war, zu ignorieren. Wollte ihm das auch nicht wirklich gelingen. Denn natürlich war es sein Ernst. Er hätte sich nicht soviel Zeit genommen für ein Spiel, das er genauso auch in Camelot hätte haben können. Doch natürlich musste sein neuer Schüler davon nichts erfahren. Und er würde davon auch nichts erfahren.
Dennoch war Arthur - seltsamerweise - fast dankbar, als Merlin mit dem ihm so eigenen Humor auf das großzügige Angebot, das er ihm unterbreitet hatte, reagierte: „Na gut... wenn Ihr wisst worauf Ihr Euch da einlasst... Es nutzt ja sicher eh nichts, wenn ich Euer großzügiges Angebot ablehne, oder Sire?“ Statt des Widerstandes, den er eigentlich erwartet hatte, lächelte Merlin ihn an und nahm eine Haltung ein, die seiner Meinung nach wohl so etwas wie eine Kampfstellung sein sollte. Der Prinz versuchte, ein amüsiertes Lächeln zu unterdrücken. Das, was sein Diener vielleicht als sicheren Stand auffasste, hätte er mit einem bloßen leichten Stoß sicher zunichte gemacht. Und der ernste Blick… Konnte Merlin, wenn er ihm nicht gerade weismachen wollte, wie falsch er sich gerade verhielt oder welch absurde Gefahr hinter der nächsten Ecke lauerte, wirklich ernst gucken? Aber Arthur bewunderte Merlins Tapferkeit, oder wie immer er dessen Einsatz in diesem Moment auch bezeichnen sollte.
Die Worte seines Dieners klangen kurz in seinem Kopf wider. Natürlich wusste er, worauf er sich da einließ… die schrecklichsten und vergeudetsten Stunden seines Lebens. Aber was tat man nicht alles. Deshalb erstarb das Grinsen auf seinen Zügen absichtlich und wich stattdessen einem entschlossenen Du hast keine Wahl Ausdruck. „Ganz richtig, Merlin“, unterstützte er diesen mit einem äußerst ernsten Tonfall. Doch obgleich der Prinz äußerlich versuchte, seinem Diener damit klarzumachen, dass das Angebot keineswegs verhandelbar war, schwang in seiner Stimme dennoch etwas mit, das verriet, dass Merlin im Grunde sehr wohl eine Wahl hatte. Aus seiner Sicht freilich nur die Wahl, weiterhin vor jedem Schwert davonzulaufen, wenn er nicht vorher davon erschlagen wurde, und sich den Rest seiner Tage als Feigling betiteln zu lassen. Zur Sicherheit, dass unter seinen ernsten Worten aber auch diese Botschaft wirklich bei seinem Diener ankam, schob Arthur nach einigen Sekunden ein leichtes Grinsen nach. Schließlich war ihm, auch wenn er es Merlin nicht auf die Nase band, diese Sache wichtig und er wollte keine Trotzreaktion bei diesem auslösen, die sicher jede Lehrstunde von vornherein zum Scheitern verurteilt hätte.
Doch dann wurde der Prinz wieder ernster. Nicht wie eben gespielt, um seinem Diener auf seine Art entgegenzutreten, sondern so ernst, wie er es immer wurde, wenn ihm eine Sache wichtig war, wenn er sich auf etwas konzentrierte, das eine Bedeutung für ihn hatte. Er blickte Merlin einen Augenblick mit ernster Miene an. Aber angesichts von dessen Auftreten in diesem Moment vermischte sich dieser unbewusste Ernst schnell mit dem Gefühl, dass die ganze Sache noch sehr amüsant werden konnte. Daher huschte ein nicht böse gemeintes Grinsen über Arthurs Züge, als er ansetzte: „Also was immer DAS“, dabei deutete er mit dem Schwert auf Merlin und diese äußerst komische Körperhaltung, die einem festen Stand nur sehr vage nahe kam, „werden soll …“ Nun, freilich vermochte der kleinste Windstoß seinen Diener umzuwerfen. Aber selbst ihm ließ sich - so nahm der Prinz jedenfalls an - beibringen, wie man sicher genug stand, um einem feindlichen Angriff standzuhalten. Doch bevor er ihm zeigte, wie man es besser machte, konnte Arthur einem anderen Drang nicht widerstehen. „HIER“, rief er laut und warf Merlin das Schwert zu. Was er natürlich nicht getan hätte, wenn dieses nicht noch in der ledernen Scheide gesteckt hätte. Der Junge hätte sich vermutlich die ganze Hand abgesäbelt.





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Du hast etwas an Dir, Merlin... Ich weiß nur noch nicht, was es ist ...

~ Arthur in "Der Ruf des Drachen" ~


Wie kann ich zugeben, dass ich andauernd an sie denke ... oder dass mir mehr an ihr liegt als an jedem anderen ...
Wie kann ich zugeben, dass ich nicht weiß, was ich tun werde, falls ihr etwas passiert ...

~ Arthur in "Lancelot und Guinevere" ~

Merlin ...
Zauberlehrling
Treu ergebener Diener
Mädchen für alles
Rattenfänger
und
Prinzenretter


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...   Erstellt am 22.05.2012 - 20:15Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Merlin hatte bereits befürchtet, dass dies kein angenehmer Tag für ihn werden würde. Vielleicht hätte er einfach in seinem Bett liegen bleiben sollen und Arthur hätte sich jemand anderen für diesen 'Ausflug' als Begleiter aussuchen müssen. Aber nein, Merlin war nun einmal sein Diener und auch irgendsoetwas wie sein Beschützer ob man es nun glaubte oder ob nicht. Es war Merlins Schicksal Arthur dazu zu verhelfen ein guter König zu werden und Camelot in eine bessere Zukunft zu führen. Also hätte ihn die leise Stimme in seinem Innern eh nicht mehr in Ruhe schlafen lassen, wäre der Prinz allein in die große weite Welt aufgebrochen. Also was half es? Merlin war sich sicher, dass er diesen Tag schon irgendwie überstehen würde. Ob er das aber auch in einem Stück tun würde, das blieb noch abzuwarten. Was konnte Arthur schon groß mit ihm anstellen? Schließlich brauchte er ihn ja noch, zumindest zum Tragen des Gepäcks und auch für viele andere Dinge, die dem Prinzen in diesem Moment wohl sicher nicht einfallen würden. Aber inzwischen kannte Merlin seinen Herrn gut genug um zu wissen, dass es eh keinen Sinn hatte dieses 'Angebot' abzulehnen. Arthur würde dies sowieso nicht zulassen und wenn sich der junge Zauberer weigerte, dann würde der Prinz sicher nur noch gemeiner sein. Das wollte Merlin auf jeden Fall vermeiden. Es würde so schon eine Tortour werden, daran gab es keinen Zweifel. Hoffentlich erinnerte sich Arthur ab und zu mal daran, dass Merlin nicht einer seiner Ritter war, keiner werden wollte und auch nie einer werden würde. Doch viel Hoffnungen machte sich der junge Diener nicht, dass Arthur Rücksicht auf ihn nehmen würde. Das von ihm gesagte “Ganz richtig“ begleitet von einem sehr ernsten Gesichtsausdruck, unterstrich diese Vermutung. Es würde also kein Zuckerschlecken werden.
„Ihr habt ja recht... vielleicht kann ich noch einiges von Euch lernen...“, murmelte Merlin vor sich hin und innerlich sah er ein, dass er sich zwar auch mit Zauberei verteidigen konnte, aber da er dies ja nicht zeigen durfte, hatte es schon einen unübersehbaren Vorteil, wenn man wenigstens in der Lage war ein Schwert richtig zu halten und ein wenig damit umgehen konnte. Aber dieses Grinsen irritierte ihn dann doch ein wenig. Was hatte das nun zu bedeuten? Sicher nicht, dass alles nur ein Scherz gewesen war... vielleicht war es aber ein Zeichen dafür, dass Arthur doch ein wenig auf ihn Rücksicht nehmen würde. Also lächelte Merlin ein wenig verlegen als Antwort. Er hatte das Gefühl, dass er in den letzten Minuten so wenig gesagt hatte wie schon lange nicht mehr. Die Tatsache, dass Arthur wohl bald mit einem Schwert auf ihn losgehen würde, machte ihn sprachlos und ein wenig verlegen. Er musste sich einfach seinem Schicksal ergeben und das Beste daraus machen. Schade nur, dass der Prinz seine Bemühungen nicht als solche betrachtete. „Eine Kampfstellung...“, sagte er sehr leise als eine Art Erklärung. Na toll, sie waren nun also an dem Punkt angekommen an dem Arthur anfing sich über ihn lustig zu machen. Was würde erst passieren, wenn Merlin das Schwert mehrfach fallen gelassen hatte? Die ganze Sache machte ihm immer weniger Spaß, aber dadurch wurde sein Blick deutlich ernster. Irgendwie verspürte er den Wunsch es Arthur zu zeigen. Nicht um ihn stolz zu machen, sondern um sich selbst zu beweisen, dass er sich nicht unterkriegen ließ, von nichts und niemanden. Schon gar nicht von einem selbstverliebten Prinzen, der so gemein war ihm ohne Vorbereitung das Schwert zu zu werfen. Doch Merlin fing es auf. Er hatte keine Ahnung wie er das geschafft hatte, war im ersten Moment sehr perplex und schaute das Schwert in seiner Hand ungläubig an. Doch das dauerte nur einen kleinen Moment, dann schaute er zu Arthur mit einem Blick als wollte er 'Na da staunt Ihr aber' damit ausdrücken. Merlin fasste den Griff des Schwertes und zog dieses aus der Scheide heraus. Es war nicht sehr leicht, aber auch nicht zu schwer, soweit Merlin es beurteilen konnte. Es fühlte sich ungewohnt in seiner Hand an. Er bewegte seine Hand und vollführte ein paar Schläge in die Luft vor sich, was aber eher danach aussah als wollte er die Luft vor sich in Scheibchen hacken, statt sie kontrolliert in Scheiben zu zerschneiden. Doch so schnell gab der junge Zauberer nicht auf. Vielleicht brauchte er aber doch ein wenig Hilfe. „Warum sieht das bei Euch immer so elegant aus und bei mir nicht?“, fragte er schließlich an Arthur gewandt und ließ die Klinge noch ein paar Mal ungeschickt durch die Luft fahren. Er gab es nicht gern zu, aber scheinbar gab es doch noch etwas, was er von Arthur lernen konnte.





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