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Frohwalt ...
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...   Erstellt am 16.06.2008 - 19:40Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Im Tagebuch eines preußischen Feldwebels aus Brandenburg steht unter dem 22. März 1813, in Berlin:

22. ist Ri S. in nahere Bekanntschaft getreten.

Ri S. ist das Namenskürzel, das er für seine seit mindestens 1812 Angebetete verwendet, während des Feldzuges 1812 hatten sie sich regelmäßig geschrieben, die Briefe sind aber leider nicht erhalten.

Kann mir jemand sagen, was genau dieser Ausdruck "in nähere Bekanntschaft treten" damals bedeutet hat ?





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Und frisch hinaus, da wo wir hingehören ! ins Feld, wo aus der Erde dampfend jede nächste Wohltat der Natur und durch die Himmel wehend alle Segen der Gestirne uns umwittern; wo wir, dem erdgebornen Riesen gleich, von der Berührung unsrer Mutter kräftiger uns in die Höhe reißen; wo wir die Menschheit ganz und menschliche Begier in allen Adern fühlen; wo das Verlangen, vorzudringen, zu besiegen, zu erhaschen, seine Faust zu brauchen, zu besitzen, zu erobern, durch die Seele des jungen Jägers glüht; wo der Soldat sein angebornes Recht auf alle Welt mit raschem Schritt sich anmaßt und in fürchterlicher Freiheit wie ein Hagelwetter durch Wiese, Feld und Wald verderbend streicht und keine Grenzen kennt, die Menschenhand gezogen.

Nanny ...
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...   Erstellt am 16.06.2008 - 22:55Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Da denke ich mir folgendes, da ich ähnliche Formulierungen auch zwischen Bettina von Arnim mit Goethe gelesen habe.

Man war sich formell vorgestellt worden und es kam auch zu Besuchen, Treffen auf Bällen oder Salonabenden... und wie hier, auch Schriftverkehr.




Frohwalt ...
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...   Erstellt am 17.06.2008 - 09:55Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


In diesem Fall hatten sich aber beide schon vorher mindestens ein ganzes Jahr über geschrieben.

Heimlich kann das kaum geschehen sein, da der Feldwebel (24 Jahre alt) auf ihre Briefe geantwortet hat.

Könnte die Formulierung im Kontext Arnim-Goethe vielleicht auch nur bedeuten, daß man sich im Gespräch näher kennen und schätzen gelernt hat, und nun nicht mehr nur Konversation betreibt, sondern sich auch über ganz Privates und Persönliches unterhält - also gleichsam eine Art Vorstufe zur Freundschaft ?





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Und frisch hinaus, da wo wir hingehören ! ins Feld, wo aus der Erde dampfend jede nächste Wohltat der Natur und durch die Himmel wehend alle Segen der Gestirne uns umwittern; wo wir, dem erdgebornen Riesen gleich, von der Berührung unsrer Mutter kräftiger uns in die Höhe reißen; wo wir die Menschheit ganz und menschliche Begier in allen Adern fühlen; wo das Verlangen, vorzudringen, zu besiegen, zu erhaschen, seine Faust zu brauchen, zu besitzen, zu erobern, durch die Seele des jungen Jägers glüht; wo der Soldat sein angebornes Recht auf alle Welt mit raschem Schritt sich anmaßt und in fürchterlicher Freiheit wie ein Hagelwetter durch Wiese, Feld und Wald verderbend streicht und keine Grenzen kennt, die Menschenhand gezogen.

Justine_de_Farinot ...
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...   Erstellt am 17.06.2008 - 10:12Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hier müßte man natürlich Details über die Bekanntschaft der beiden wissen, aber interessant wäre, warum er dies überhaupt in seinem Tagebuch vermerkt, wenn er doch schon so lange in Korrespondenz mit der Dame stand.
Man könnte beinahe annehmen, es sei etwas besonderes geschehen und er wolle sich das Datum durch den Eintrag merken.
Andernfalls wüßte ich jedenfalls nicht, daß es eine spezielle Umschreibung für etwas anderes wäre...





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Der Charakter offenbart sich nicht an großen Taten; an Kleinigkeiten zeigt sich die Natur des Menschen.
(Rousseau)

Nanny ...
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...   Erstellt am 17.06.2008 - 10:25Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Frohwalt schrieb

    :::, daß man sich im Gespräch näher kennen und schätzen gelernt hat, und nun nicht mehr nur Konversation betreibt, sondern sich auch über ganz Privates und Persönliches unterhält - also gleichsam eine Art Vorstufe zur Freundschaft ?


Genauso hatte ich es auch gemeint. Bettina von Arnim pflegte auch mit anderen Literaten dieser Zeit gleichfalls einen ähnlichen Umgang.

@Justine, da die Briefe ja leider verloren gingen, werden wir das qwohl leider nicht erfahren. Schade





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