Willkommen im Fruchtwein- und

Honigwein-Forum!

Der Link zum neuen Forum:

http://www.forum.fruchtweinkeller.de

Unter "Neuigkeiten" ist beschrieben wie sich "alte User" im neuen Forum mit ihrem alten razyboard-Account anmelden können.

Dieses Forum ist GESCHLOSSEN! Wirklich! Neuregistrierung ist hier zwecklos! Kommt ins neue Forum!

 

 


ForumNewsMitgliederSuchenRegistrierenMember LoginKostenloses Forum!




ErstellerThema » Beitrag als Abo bestellenThread schließen Thread verschieben Festpinnen Druckansicht Thread löschen

Yb89 



...

Status: Offline
Registriert seit: 29.08.2013
Beiträge: 2
Nachricht senden
...   Erstellt am 29.08.2013 - 23:33Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Hi liebe Fruchtwein-Freunde,

zunächst hoffe ich, dass mein Thread an der richtigen Stelle gelandet ist!

Als Hesse habe ich bereits den einen oder anderen Liter Apfelwein zu mir genommen (vielleicht auch mal zuviel auf einmal) Vor einigen Tagen haben wir wieder einmal den selbstgemachten Apfelwein eines Bekannten gekostet. Nach ein paar Gläsern stand fest
„Wir machen dieses Jahr selbst Apfelwein“. Zahlreiche Bäume sind vorhanden und durch ein beiläufiges Gespräch mit der Oma meiner Freundin ist rausgekommen, dass Sie im Besitz von Glasballons inkl. Zubehör im Gesamtvolumen von über 1.000Liter ist.

Eine der wahrscheinlich ersten Kitzinger-Buch (Ausgabe 1951) und neuere Auflagen habe ich bereits gelesen.
Zudem natürlich die Fruchtwein-Page „studiert“, die in meinen Augen wirklich richtig gut und plausibel ist -
an dieser Stelle ein großes Lob an den/die Author(en).

Lange Rede kurzer Sinn – die Apfelernte rückt näher und leider sind doch noch ein paar Fragen offen:

1. Reinigung der Gefäße
- Beide Formen anwenden oder reicht eine? (mit Brennspiritus oder Kaliumpyrosulfit-Lösung)
- Wenn ja, welcher Brennspiritus eignet sich am besten? Welche Marke oder…?
- Die Kaliumpyrosulfit-Lösung kann für mehrere Gefäße verwendet werden?!
- Nach der Reinigung nochmal mit Wasser ausspülen oder einfach nur trocknen lassen?

2. Säuregehalt
- Rezept und Kitzinger steht 6 – 8g/l
- Im Apfelmostbereich steht mindestens 8g/l - Was ist richtig?!

3. Hefe
- Sherry oder Haut Sauternes? (für alkoholstarken)
- Assmannshausen oder Steinberg?! (für normalstarken)
- Merkt / Schmeckt man den Unterschied stark untereinander? Welche Sorten sollten wir lieber? Oder eine ganz Andere?!

4. Zugabe hochprozentiger Alkohol
- Hat die Zugabe von hoch-% Alkohol großen Einfluss auf die Haltbarkeit oder macht es kaum einen Unterschied?

5. Zucker oder Honig oder Beides?
- Macht es Sinn zu mischen / Geschmacklich bemerkbar?

6. Nachzuckern
- Wie viel maximal auf einmal Nachzuckern? Gibt es eine Regel?

7. Füllhöhe bei Gärstart
- 10-15% Pufferzone
- Laut Rezept (Apfel-Cider bzw. Apfeldessertwein) – mit Wasser oder Apfelsaft bis auf das Endvolumen auffüllen .
Ist damit ein Auffüllen bis 85-90% gemeint oder…?!

8. Vinometer Ungenauigkeit
- Gibt es Markenunterschiede bzw. welches scheint am besten/genausten zu sein?

9. Abfüllen
- Egal, ob Weißglas oder Braunglas?


Ich denke, ihr könnt mir sicherlich helfen! Vorab schon einmal danke und sorry für’s zutexten!

Gruß Yannic




KommandeurMumm ...
100 Liter Wein
.........

...

Status: Offline
Registriert seit: 03.02.2012
Beiträge: 449
Nachricht senden
...   Erstellt am 30.08.2013 - 08:17Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Moin Yannick b89.

Zu der alten Lektüre: hier im Forum tauchen immer wieder Stücke des "alten WIssens" auf, die aus heutiger Sicht mitunter gesundheitsgefährdende Ratschläge beinhalten. Was in den alten Büchern steht sollte zumindest mit Vorsicht genossen werden. Halte dich im Zweifel an die Hompage...

Ad 1)
Wichtig ist, dass die Ballons/Gefäße sauber sind, womit du das erreichst ist deine Sache. Ich habe noch keines von den beiden Dingen genommen, die du erwähnst. Brennspiritus ist bedenklich wegen der Vergällungsmittel, die bei manchen Produkten zurückbleiben. Da eignet sich Isopropylalk (Isopropanol) besser, das verdampft komplett. Das würde ich aber eher für die Abschlussreinigung des Vinometers und von Pipetten nehmen, sofern vorhanden.
Allgemein: Jedwedes Reinigungsmittel muss rückstandsfrei raus sein. Egal ob KPS, NaOH (so einen Reiniger benutze ich im Moment noch) oder Alk. Wenn du eine Gärung ansetzt und da sind noch Rückstände, kannst das nach Hinten losgehen (Geschmacksveränderung, schlechte Angärung etc.)
Also: immer gut und mehrmals mit Wasser ausspülen!

Ad 2)
Die Säure muss für einen schmackhaften Wein zum Alk und dem Zucker passen. 6 - 8 g/L ist nach meiner Ansicht das Standardintervall, das zu den meisten Weinen passt. Persönlicher Geschmack vorbehalten
WOmit wir beim traditionellen Apfelmost wären: wie schon öfter erwähnt ist das Geschmackssache. Wenn dir der saure Most schmeckt, klar, dann kannst du den auch so machen. Mir schmeckt er dann nicht mehr, aber ich bin ja auch kein Hesse
Achso: wenn der Apfelwein viel Alk und auch Restsüße erhält, dann kann man natürlich auch die 8 g/L Säure machen. Der traditionelle Most enthält glaube ich kaum oder keinen Restzucker, daher wirkt der nochmal saurer.

Ad 3)
Angefangen habe ich mit robusten Hefen (Sherry + Portwein), die seltener Probleme machen. Das kann ich empfehlen, hat aber den Nachteil, dass man mit der Nachzuckermethode immer Wein + - 16 % bekommt. Heute filtere ich den Wein, da kann ich den auch bei 12 % stoppen. Hefen mit niedrigerer Alk-Toleranz neigen angeblich eher zum "Rumzicken", was einen Anfänger schonmal stark verunsichern kann.

Geschmackliche Unterschiede sollen schon vorhanden sein. Auf der diesjährigen Fruchtweintagung wurden entsprechende Versuche gemacht, leider war ich nicht dort. Das müssen andere präzisieren...

Ad 4)
Hochprozentiger Alk erhöht die Haltbarkeit in dem Maße, wie es ein höherer Alkgehalt halt tut
Sprich: Alk schützt vor Fremdkeimen und ab ca. 12 % auch vor Essigsäurebakterien. Wenn du über der Toleranzgrenze der Hefe lilegst, dann schützt der Alk auch vor späterer Flaschengärung (genaueres dazu auf der HP).
ABER: Das "Aufspritten" verändert ggf. stark den Geschmack, das muss man mögen. Der Wein schmeckt dann möglicherweise entsprechend "sprittig". In jedem Fall würde ich es vorher mal mit einer kleinen Menge testen, damit nicht der ganze Ansatz hinüber ist.

Ad 5)
Honig macht sich bemerkbar, siehe das breite Thema "Met" Insofern kann man auch beim Fruchtwein etwas Honig zugeben um den Geschmack zu verändern, klar. Hängt davon ab, was du willst. Honig ist schlechter vergärbar als Haushaltszucker, bietet sich also an, NICHT am Ende zuzugeben, wo die Hefe ohnehin schon mächtig Stress hat. Beim reinen Met ebenso: erst Honig, später mit Zucker weitermachen, wenn der Honiggeschmack stark genug ist.

Ad 6)
Die Regel ist: am Anfang im Ansatz nicht zu viel Zucker (in den Rezepten steht ja so ca. 3 kg auf 20 Liter). Danach immer dann, wenn der Zucker verbraucht ist (Geschmacksprobe). Ab ca. 10 % Alk zuckere ich immer so für 1 - 2weitere Prozente zu, das sind ca. 20 g bzw. 40 g / Liter Wein. Gegen Ende kann man noch vorsichtiger werden.

Ad 7)
Bei Maische bis zu 50% Puffer, bei Saft ca. 30 % (oder mehr, das ist dann Erfahrung).
Zum Auffüllen:
Nein, du suchst dir ja vorher eine Ansatzmenge aus, die du machen willst. Dafür hast du ja die Zutaten ausgewählt etc. Normalerweise richtet sich die Ansatzmenge nicht selten nach dem Säuregehalt und der Frage, ob man verdünnen muss oder nicht.
Beispiel: im Letzten Jahr hatte ich 40 Liter Apfelsaft mit 11 g Säure / Liter, so dass ich auf fast 60 Liter verdünnen musste. Den passenden Behälter wählst du nach der Menge aus. Oder andersherum, wenn du nur wenige Behälter hast überlegst du dir, was du da rein bekommst. Wenn du einen 20 L Ballon hast und da noch Steigraum berücksichtigen musst, machst du eine Saftgärung mit ca. 14-15 Litern. Das ist dein Endvolumen für diesen Ansatz und du gibst beim Ansetzen einfach alles dafür in den Ballon. Mach dir über den Satz mit dem Auffüllen nicht so viele Gedanken...

Ad 8)
Nimm ein "Präzisionsvinometer", die kosten nur ca. 10 Euro mehr und sind deutlich genauer. Markenunterschiede sind mir nicht bekannt (kommen die nicht alle aus dem selben Werk in China?). Die Präzisionsdinger sind auch die "einfachen", die jemand rudimentär kalibriert hat.

Ad 9)
Tja. Mir persönlich ist das egal, der Wein lagert im dunklen Keller und wird garnicht so alt, dass das Licht da so viel ausmachen kann. Ich betrachte das eher als Frage der Ästhetik und in Klarglas kann ich den Wein (und ggf. Nachgärungen) besser sehen Abgesehen davon sind die Farben unserer Weine ja nicht immer so langweilig wie bei Traubenweinen

Hoffe, das hilft dir weiter und die Anderen müssen mich nicht zu stark korrigieren

Grüße,
Hendrik




Yb89 



...

Status: Offline
Registriert seit: 29.08.2013
Beiträge: 2
Nachricht senden
...   Erstellt am 30.08.2013 - 17:33Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Hi Hendrik,

vielen Dank für die echt schnelle Antwort! Bedingt durch die Arbeit konnte ich mich jetzt erst wieder melden.

Zu 1)
Die empfohlenen Methoden hatte ich lediglich von der Page genommen – keine Ahnung, welche davon am besten ist…
Also wenn ich dich richtig verstanden habe ist dein Vorschlag lediglich „Kleinteile“ bzw. Teile die mit dem Wein in Berührung kommen mit z.B. Isopropanol zu reinigen und die Gefäße mit KPS Reinigungsmittel? + nachträglich mit Wasser ausspülen.

Richtig verstanden?

Zu 3) Hefe

Wir wollten schon eine gewisse Menge machen und verschiedene Sorten bzw. verschiedene Stärken herstellen. Für die weniger Starken kamen demnach Assmannshausen oder Steinberg und für die Stärkeren eben Sherry oder Haut Sauternes in Frage…

Zu 7) Auffüllen

Vielleicht eine dumme Frage, aber diese tut sich gerade als ich die Antwort zu Frage 7 gelesen habe trotzdem auf… Falls der Wein einen zu hohen Säuregehalt hat, ich Ihn demnach mit Wasser strecken muss, wird die Hefe und Zutatenmenge nun auf Endvolumen dosiert oder auf den Anteil an Apfelwein bzw. zu dem Zeitpunkt Saft?!


Diese Fragen / Aussagen ergebenen sich im ersten Schritt noch einmal auf deine Antworten. Das ein oder andere Fragezeichen wird wahrscheinlich in den nächsten Tagen trotzdem kommen.

Vorab noch einmal danke und ein schönes Wochenende!

Gruß Yannic




KommandeurMumm ...
100 Liter Wein
.........

...

Status: Offline
Registriert seit: 03.02.2012
Beiträge: 449
Nachricht senden
...   Erstellt am 30.08.2013 - 18:04Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Hi Yannic (ohne 'k', sorry ),

Zur Reinigung: mach dir da keinen Kopf, die Sachen müssen alle gut sauber sein, aber eben auch nicht mehr. Glasballons mit Wasser und Bürste reinigen, wenn das nicht reicht, nehme ich einen NaOH Reiniger (Pitt). Andere machen das nicht. Steril muss er vor der Gärung nicht sein.
Isopropanol ist hilfreich um Kapillaren rückstandslos Sauber zu bekommen, für mehr würde ich das erstmal nicht nehmen. Kleine Geräte spüle ich ganz normal oder packe sie in die Spülmaschine

Bei der Hefe musste schauen, was dir zusagt. Ich nehme eigentlich immer die gleiche Hefe (jetzt SIha 8 im 100g Paket). Immer die gelben Tütchen waren mir zu teuer.
Du kannst natürlich eine mit hoher und eine mit niedriger Toleranz nehmen, da spricht nichts dagegen. Sherry und Haut Sauterne habe ich auch schon benutzt, das ging ganz gut. Low-Alk-Hefen habe ich bisher nicht genommen (aus Angst vor den ganzen Post der Langjährigen hier im Forum zu den Zickereien *g*).

Zum Verdünnen:
Wenn du den Ansatz wegen der Säure verdünnen musst, dann ist natürlich das Gesamtvolumen deine Ansatzmenge. Also werden alle Zutaten auch auf diese Gesamtmenge berechnet. Bei der Hefe habe ich bisher immer ein gelbes Tütchen (7g ?) in den Ansatz gekippt, egal, wie groß der war. Mit der 100g Tüte gebe ich jetzt halt immer Pi * Daumen dazu.

Grüße!




Fruchtweinkeller ...
Administrator
..............................



Status: Offline
Registriert seit: 29.03.2004
Beiträge: 20344
Nachricht senden
...   Erstellt am 30.08.2013 - 19:31Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Kleine Ergänzung:

Apfelmost darf gerne einen hohen Säuregehalt haben weil dieser dabei Hilft unerwünschten Bewuchs zu hemmen. Durch den im Vergleich zum Apfelwein niedrigen Alkoholgehalt ist er ansonsten anfällig.

Wenn du ein Flächendesinfektionsmittel verwendest was vollständig abdampft oder sich sonstwie neutralisiert würde ich nicht mit Wasser nachspülen, insbesondere nicht wenn die Gerätschaften "halbwegs sicher" steril sein sollen, zum Beispiel wenn du den Wein nach einer Entkeimungsfiltration in einem Ballon sammelst. Deshalb mag ich Isopropanol: Es verdampft rückstandsfrei, und wenn noch etwas da ist kannst du es gut riechen





Signatur
Das Leben ist für das Prozac ein guter Test.
(Tony Soprano)

Sorry, aber ich antworte nicht auf PMs, die inhaltlich ins Forum gehören!


Ähnliche Themen:
Thema Erstellt von Antworten Forumname
Met neuling Allvater 4 fruchtweinkeller
Neuling :-) Christian2809 20 fruchtweinkeller
Neuling fragen FUH 3 fruchtweinkeller
Neuling hat Apfelweinproblem?! berninger 2 fruchtweinkeller
Neuling bei Apfelweinherstellung Schmakofatz 16 fruchtweinkeller



Regeln im Forum

Impressum, Kontakt, Haftungsausschuss, Copyright

kostenlose Counter bei xcounter.ch Besucherzähler http://counter.foren.de/count.phptext/javascript

Impressum

Dieses Forum ist ein kostenloser Service von razyboard.com
Wollen Sie auch ein kostenloses Forum in weniger als 2 Minuten? Dann klicken Sie hier!



blank