Dani  Champions League
     

Status: Offline Registriert seit: 22.06.2005 Beiträge: 4172 Nachricht senden | Erstellt am 13.09.2005 - 12:33 |  |
Die Marke Uefa-Cup ist beschädigt. Es gibt wenig attraktive Spiele und wenig zu verdienen. Doch das soll sich ändern. Das DSF und die deutschen Uefa-Cup-Vertreter spielen bei einer Marketing-Offensive den Doppelpass. Mittendrin statt nur dabei: VfB-Präsident Erwin Staudt. Am Anfang war das Wort. Das Wort des Kaisers. Franz Beckenbauer nannte den Uefa-Cup "Verlierer-Cup" und sprach damit das aus, was seit der Aufwertung der Champions League Realität ist: Der Stellenwert des Wettbewerbs hat gelitten. Nach Ansicht von Erwin Staudt auch infolge solcher Sprüche. "Der Wettbewerb wurde kaputtgeredet", sagt er - und findet einen eifrigen Mitstreiter. "Es war dumm von Franz, das zu sagen", meint Berti Vogts. Die Rüge des Ex-Bundetrainers hat einen simplen Grund: Vogts steht als TV-Experte auf der Lohnliste des DSF. Also bei jenem TV-Sender, der die Rechte bis 2008 erworben hat und nun bemüht ist, das Image des Wettbewerbs wieder aufzupolieren. "Wir wollen den Cup wieder zur Marke aufbauen", sagt Geschäftsführer Rainer Hüther, "und dies kann nur gelingen, wenn der Uefa-Cup wieder einen festen Sendeplatz hat." Er meint natürlich das DSF. "Wir geben dem Uefa-Cup ein Zuhause." Und zwar bis zu elf Stunden pro Spieltag. Ob das Konzept Masse statt Klasse auf-geht, ist zweifelhaft. Selbst Ex-Profi und DSF-Moderator Thomas Helmer räumt ein: "Es ist eine schwere Aufgabe, den Uefa-Cup wieder aufzuwerten." Den fünf deutschen Bundesligisten, die sich qualifiziert haben, bleibt nach dem Rückzug der ARD aber keine andere Wahl, als das Experiment mitzumachen. Auch Staudt gibt sich Mühe. "Wir brauchen diese heißen Nächte im internationalen Wettbewerb", sagt er leidenschaftlich und meint damit freilich nicht die erste Runde gegen NK Domzale. Staudt hofft auf die Qualifikation zur Gruppenphase, "die für den VfB lebenswichtig ist". Dennoch seien die Einnahmen im Vergleich zur Champions League bescheiden. Dort gibt es bis zu 15 Millionen Euro zu verdienen. Staudt schätzt, dass im Uefa-Cup nur "zehn Prozent dieser Summe" zu erzielen seien. Also doch Verlierer-Cup? Sagen wir es so: Der Wettbewerb hat durch den Wechsel vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen zum Privatsender DSF nicht unbedingt gewonnen. Die Reichweite ist geringer. Statt der bisher drei bis fünf Millionen Zuschauer dürften es beim DSF nur noch zwei Millionen sein. Auch die TV-Gelder fallen magerer aus. Nach dem Rückzug der ARD, die bis zu 900 000 Euro pro Spiel zahlte, sind die Einnahmen nun deutlich reduziert. Die Rede ist von knapp der Hälfte. Dieter Hoeneß, Manager von Hertha BSC Berlin, mahnt daher kritisch an: "Finanziell ist es nicht attraktiv. Aber wir haben zugestimmt, weil das DSF auch die zweite Liga zu einer Marke gemacht hat. Ich hoffe daher, dass irgendwann nicht nur das Marketing stimmt, sondern auch die Finanzen." Zu viele Hoffnungen sollte er sich nicht machen. Selbst die Europäische Fußball-Union Uefa wertet ihren Wettbewerb ab. Unter anderem durch die Einführung der Gruppenphase und die Fair-Play-Regelung, die den FSV Mainz 05 in den Cup spülte. "Ich gönne es Mainz, aber grundsätzlich ist es eine Farce", sagt Hoeneß. Das Ziel kann daher nur lauten: Weniger ist mehr. Uefa und DSF gehen aber den umgekehrten Weg."
Signatur ...alles wird vorüber gehn...
...man kann nicht ändern was zu ändern nicht gemacht ist... |