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Das Boot - Albertcamus

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Bilderelse ...

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...   Erstellt am 26.06.2008 - 15:43Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Meine Lieben alle, die Ihr auch über Euch selber lachen könnt,

ich schreibe also schon jahrelang Tagebuch. Machen ja viele.
Manchmal lese ich darin herum und grinse mir eins. Ich hoffe sowas kann ich bei Euch auch erzeugen und wenns nur Schadenfreude ist, weil Ihr Euch gerade besser fühlt.

Über die lausigen Launen einer alternden Malerin oder Shoppen ist Scheiße


22.03.2007

Nun hatten wir Frühlingsanfang und es hat ein wenig geschneit. Natürlich taut alles schnell wieder weg aber frühlingshaft ist es draußen wahrlich nicht. Ich bleibe in der Wohnung und grummle, denn scheinbar hat mich Mutti angesteckt. Mein Hals ist innen rot und ich fühle mich reichlich lustlos, mal von dem widerwärtigen Geschmack im Maul abgesehen. Dennoch werde ich mich zusammenreißen und versuchen nicht zu jammern. Vielleicht male ich nachher. Bernd fand mein letztes Bild nicht unübel. Ich bin mir nicht so sicher, ob es mir selber zusagt. Ich möchte es gerne einmal bei wenigen Strichen belassen und dennoch etwas Aussagefähiges erreichen. Das ist schwierig. Immer wieder male ich Feinheiten und das Bild wird dadurch nicht besser. So kommt es mir jedenfalls vor. Mir fehlt offenbar der Mut und der Schwung auch einmal ein Bild richtig zu versauen. Immer wieder kann ich es nicht einfach malen, einfach und schlicht, aber gut. Ich bin ein verkackter Kleingeist, der es immer schön machen möchte. Selber will ich auch schön aussehen, aber ich sehe zum Kotzen aus…jedenfalls jetzt und heute. Klavier habe ich ein paar Tage auch nicht mehr geübt. Das ist schlecht. Pest und Schande über mich. Ich habe scheinbar schwankende Stimmungen. Na ja, die alternde Frau! Man kennt das. Bloß gut, dass es Bernd gibt. Der macht mir Feuer. Ich würde mich sonst hemmungslos gehen lassen und den ganzen Tag im Bademantel misslaunig in der Wohnung herumlungern, vor dem PC hocken und Schwachsinn schreiben. Also ich gehe jetzt dann einmal in das Bad und versuche ein menschliches Antlitz zu erlangen, falls dies überhaupt im Moment möglich ist.

23.03.2007

Bernd ist heute nach Dortmund. Das Wetter ist nicht aufbauend. Aber es ist Freitag, was für Bernd große Bedeutung hat. Für mich schon lange nicht mehr, denn ich habe jeden Tag Freitag. Ich kränkle außerdem. Nein, es hat mich nicht schlimm erwischt, aber es reicht, um sich beschissen zu fühlen. Ich werde dann zu Mutti rüber latschen, um nach dem Rechten zu sehen. Sie wird sich auch nicht gerade glänzend fühlen. Ich wage kaum nach ihrem Befinden zu fragen, es kommt eine ellenlange entnervende Antwort mit dramatischen Darstellungen ihres grippalen Infektes, der ja angeblich fast eine Diphtherie geworden wäre. Zum Glück nur fast…und dann kommt die Erörterung der ärztlichen Bemerkungen und Handlungen. Aber die Lunge wäre frei! Das klingt dann immer als würde sie das bedauern. Sie kokettiert mit Krankheiten. Das war schon immer so. Ein Schwachsinn! Aber meine Mutters Leiden müssen ernst genommen werden. Dies war und ist ihr Anspruch. Sie sind ihren Reden nach immer furchtbar schlimm und mit „irrsinnigen“ Katastrophen verbunden. Ich mag manchmal gar nicht rüber gehen, tue ich es aber nicht, plagt mich allerdings mein Gewissen sehr. Ich weiß, meine Sätze klingen böse. Ich bin halt auch nicht gut drauf. Nur dieses Tagebuch darf davon wissen.

30.03.2007

So. mein Tagebuch hatte nun auch Pause. Das Klavier übrigens auch immer noch. Aber ich denke jeden Tag selbstvorwurfsvoll daran und verfluche meine Trägheit. Meine Erkältung klingt ab. Ich versuche so zu tun als ob ich eigentlich gar nichts habe. Bernd hat trotzdem ein neues Fieberthermometer gekauft.
Wir waren in der Woche abends im Gartenmarkt, um Frühjahrsblüher zu kaufen, um es ein wenig österlich in unserer Wohnung zu gestalten, natürlich auch im Garten. Ich mache mich am nächsten Tag ans Werk. Ganz nett die bunten Blümchen! Die Sonne scheint und es ist warm. Ich schleppe mein Deckchair aus dem Keller, denn ich möchte mich sonnen. Die Ostersachen zum Schmuck der Wohnung sind verschollen. Wir haben schließlich im Keller schwer aufgeräumt. Ich glaube Bernd ist ganz froh darüber.

Das Wetter ist wundervoll. Ich bin müde. Allerdings ist letzteres nichts Neues. Ich finde, dass ich schrecklich aussehe. Man muss etwas unternehmen, denke ich und beschließe in die Stadt zu pilgern, ins Solarium. Das hilft immer ein wenig. Außerdem befriedigt der Gang mein Gewissen von wegen mangelnde Bewegung und so. darüber hinaus möchte ich ein Kleid haben. Ein Kleid für Rom! Ich gehe also auf Shoppingtour, was etwas äußerst Seltenes für mich ist. Ich hoffe, etwas Passendes zu finden und sehe aber nur Scheißeklamotten. Da hängen Kleider, die ziehen einem die Latschen aus: grellgelbe Hängerchen oder hühnerkackfarbene häre Gewänder, die wirklich jede Frau hässlich aussehen lassen würden. Manche Kleider haben Muster, die mich nur kopfschüttelnd, den Tränen nahe, vorbeiziehen lassen. Ich möchte wirklich rein gar nichts anprobieren. Inzwischen war ich tatsächlich in zwanzig Klamottenläden und meine Füße sagen mir, ich solle allmählich nach Hause wandern…auch ohne Kleid. Schließlich gehe ich noch bei Zara rein. Also gut, zwei Kleider erregen meine Aufmerksamkeit und ich wage tatsächlich eine Anprobe. Das eine knittert schon beim Anschauen, sieht aber wenigstens nicht schlecht aus an mir. Das andere ist irgendwie wieder nicht genehm, zu dunkel, die Ärmel zu kurz, die Taille zu hoch angeschnitten, aber es knittert nicht, der Stoff ist gut. Ich finde mich aber wieder einmal zu dick, insbesondere meine Oberarme, die da so aus den kurzen Ärmeln schlaff heraushängen. Außerdem sehe ich im grellen Licht der Anprobekabine, dass ich ältlich aussehe. Somit bin ich mies drauf. Ich kaufe also zur Strafe nichts. Shoppen ist Kacke lautet mein hartes Urteil heute. Dann war ich dennoch und gerade deswegen im Solarium und latsche anschließend langsam enttäuscht nach Hause. Es geht schließlich nun immer sachte bergauf.

Am Abend ruft Bernd an und ist schrecklich (ist aber ein großes Glück für mich!!!) guter Dinge, möchte mich groß zum Essen ausführen. Oh Gott! Ich sage aber ganz locker ja und verspreche mich schön zu machen. Was kann ich bloß tun? Haare waschen, ein wenig Augenbrauen anstreichen, Lippenstift, gutes Parfüm und eine helle Jeans, die noch nicht kneift, ein sportliche Bluse und die grüne Lederjacke. Bernd meint ich sehe Klasse aus. Donnerwetter! Ich bin wieder mit mir versöhnt und Bernd verspricht auch, dass ich mir vielleicht lieber in Rom ein schönes Kleid aussuchen soll. Noch mal Donnerwetter!
Wir bekommen einen Tisch bei Käfers…schöner teurer Laden. Das Essen war aber nicht ganz so gut wie erwartet. Tja, man kann nicht alles haben.

Und was ich noch sagen wollte: Nora (meine Schwester) findet meine Bilder wohl reichlich blöd. Schwächt aber diese Aussage ein wenig mit der Bemerkung ab, dass die Übertragung per Mail einiges an Ausstrahlung verschlucken würde. Nun, mir gefallen auch nicht alle ihrer Werke und die Motive, die sie immer wieder wählt, sind ziemlich wiederkehrend. Sie sagt aber auch, dass es ihr auf das Zusammenspiel der Farben ankäme. Das ist ein gutes Argument. Ich finde aber auch Inhaltliches sehr wichtig. Das Einbringen der Persönlichkeit eben (in der Hoffnung, dass es gelingt, wenigstens ansatzweise).
Sich über Bilder zu öffnen, das ist eine Herausforderung, denn es erfordert auch vom Betrachter mehr als nur Fantasie und Geduld. Wer will dies heute schon noch aufwenden, ganz besonders dann, wenn der Hersteller des Bildes ein Nichts in der Welt der Künstler ist, nur ein Autodidakt, ein Dilettant, ein Möchtegern. Niemand, selbst die Anverwandten und Vertrauten nicht, unterziehen sich dabei großer Mühen.
Ein Bild gefällt oder eben nicht. Wenn einer nur geneigt ist draufzuschauen, ist dies schon eine große Gnade. Danke, danke. Es fehlt allerdings auch die gute Präsentation. Die Bilder liegen oder stehen stiefmütterlich auf einem ungeordneten Haufen. Was soll dabei rüberkommen? Nichts halt. Ich bin ein wenig entmutigt. Manchmal möchte ich den ganzen Klump einsammeln und in den Keller bringen oder am besten gleich in die Tonne drücken. Dann wäre Ruhe, man hätte den Fernseher, vielleicht hin und wieder ein Buch, die Blümelein im Garten und den lieben Sonnenschein. Man könnte auf Volksfesten saufen und shoppen gehen, oder zum Partygänger mutieren. Heidewitzka!...
Ach, nein. Das ist mir zu gewöhnlich, zu unsensibel und viel zu dämlich, auch wenn diese scheinbar sehr unterhaltenden Zeitvertreibungen unheimlich viele Menschen heutzutage bevorzugen. Ganze Branchen leben davon.
Ich merke schon, dass ich heute böszungig bin. Ich höre jetzt somit lieber auf.





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ist der erste Schritt des Verstehens.
Zunächst im Selbstversuch!

Gudrun 

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...   Erstellt am 26.06.2008 - 17:17Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ähm ja, Heidewitzka!..., es war mir ein Vergnügen und irgendwie Deja vu!



PS: Schön langsam gewinnst du einen echten Fan an mir, Bilderelse.

[Dieser Beitrag wurde am 26.06.2008 - 17:18 von Gudrun aktualisiert]




Chrissi ...

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...   Erstellt am 01.07.2008 - 17:21Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo Helga,

fang ich mal mit dem Titel, und dem 22.3. an.....

Die lausigen Launen lasse ich gelten. Kann manchmal sogar schön sein, schlechte Laune zu haben. Mal so richtig vor sich hin motzen, nölen.
Alternde Malerin? Da musst Du den Tag aber wirklich sehr schlecht drauf gewesen sein. Wir altern zwar alle, von Geburt an, aber so richtig alternd empfinde ich meist bei ab 80-jährigen.
Shoppen ist Scheiße? Ein Satz, extra für mich geschrieben, erfunden. Prima Feststellung!

Helga schrieb
    Ich wage kaum nach ihrem Befinden zu fragen, es kommt eine ellenlange entnervende Antwort mit dramatischen Darstellungen ihres grippalen Infektes....

    Das klingt dann immer als würde sie das bedauern. Sie kokettiert mit Krankheiten.


Hurra, das gefällt mir. Wir haben hier im Hause so einen Typen wohnen. Hat jeden Tag ´nen anderen Furz. Kann natürlich auch nie arbeiten wg seines Rückens, und und und.
Als er mal wieder mit einer neuen Krankheit zugange war, riet ich ihm mal seinen Arzt zu fragen ob er vielleicht Hypochonder hätte. Seine ganzen Gebrechen hörten sich stark danach an! Das ist jetzt mein Ernst! Zum Arzt war er wohl nicht, aber den anderen im Haus erzählte er, er hätte jetzt zu allem auch noch "Hypochonder" bekommen. Das wäre sehr gefährlich.
Mann, hab ich mir einen gefeixt!!!

Helga schrieb
    Und was ich noch sagen wollte: Nora (meine Schwester) findet meine Bilder wohl reichlich blöd. Schwächt aber diese Aussage.............(in der Hoffnung, dass es gelingt, wenigstens ansatzweise).


Höre ich da so etwas wie Konkurrenzkampf raus?
Gerade Du weißt doch, die Meinungen über Kunst sind grundverschieden.

War aber nett, uns einen kleinen Blick in Dein Tagebuch werfen zu lassen.

Liebe Grüße
Chrissi





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Ein Tag ohne Lachen, ist ein verlorener Tag!

Bilderelse ...

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...   Erstellt am 02.07.2008 - 09:20Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Liebe Chrissi,

soeben habe ich eine Antwort auf Deinen netten Kommentar verfasst, da fliege ich raus. Eine dämliche Partnerschaftsseite poppt auf und schmeißt mich total raus. Frechheit! Warum das geht, weiß natürlich keiner.

Danke, dass Du meine Tagebauch auch gelesen hast. Natürlich schreibe ich darin nicht nur über meine miesen Stimmungen. Nein, meistens über gute Gefühle aber auch über alles, was mir so im Schädel herumgeistert. Das ist so schön und hilft über vieles hinweg. Das arme Tagebuch hält still.

Mit meiner Schwester konkurriere ich nicht. Sie malt ganz anders als ich, aber wir tauschen uns aus und jeder sagt etwas über die gemalten Bilder. Da kommt schon mal ein kritisches Wort und das nehmen wir nicht übel, denn wir wissen, unser Geschmack ist nicht identisch. Das ist natürlich in Ordnung.
Ich kann mit Kritik ganz gut umgehen, wenn ich nicht geade ganz gezielt nieder gemacht werden soll. Das war früher im Job manchmal so, war so mobbingmäßig vom Chef ausgehend. Das war schon heftig und ich hatte zu knabbern.

Nein, meine Bilder und Texte, Gedichte, Geschichten können nach Herzenslust kritisiert werden. Da bin ich robust und begründe im Fall aller Fälle etwas. Oder ich sag einfach und fröhlich: "Nö, mein Ding ist trotzdem gut!"

Dir liebe heiße Sommergrüße (hier heute immer noch über 30 Grad!) Aber ich habs ja gut, bin Daheim und kann die Beine im kühlen Arbeitszimmer hochlegen.

Helga

P.S. Wo ist in den Smylies mein lieber pfeifender Vogel??? Bei mir ist er auf einmal weg.





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