Mediterranea, eine Insel im Mittelmeer.

Eine Insel, ein unabhängiger Kleinstaat - genau im Kreuz der vier größten Mächte dieser Zeit: Rom, Athen, Alexandrien und Karthago - ein Ort der Weisheit und des Wahnsinns, der Korruption und der Freundschaft, der Freiheit und des Kampfes, ein Schmelztiegel der Kulturen und Klassen, wo Senatoren einem illustren Leben frönen, Händler aus aller Welt die exotischsten Dinge darbieten und Sklaven um ihre Freiheit kämpfen. Erlebe das Schicksal: Tauche ein in eine Welt voller Intrigen, Kampf, Spannung, Spaß, Liebe und Hass - werde Teil von Mediterranea!

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Megaera
unregistriert

...   Erstellt am 17.03.2007 - 18:35Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Wenigstens schien der Kleine durch ihren Schlag wieder zurück in diese Welt gefunden zu haben, wie eine genauere Musterung seiner erschreckt aufgerissenen Augen ergab. Wäre dies nicht der Fall gewesen, hätte Megaera vermutlich auch alle Hoffnung fahren lassen. Und in den nächsten Tagen eine gewisse Zeitspanne für aufbauendes Krafttraining eingeplant.

Mit unbewegter Miene und unergründlichen Gedanken erwiderte die junge Diebin Tristans ängstliches Verhalten. Seine Absicht, sich am Liebsten unter der Bettdecke zu verstecken wie ein achtjähriger Junge mit Alpträumen, war fast greifbar. Aber in diesen Alptraum namens Realität hatte der junge Mann sich selbst bugsiert, zumindest entschloss sich Meg insgeheim, von dieser Theorie auszugehen. Ansonsten könnte es ihr am Ende doch schwer fallen, den bereits von ihr eingeschlagenen Pfad weiter zu beschreiten. Denn wie bereits angekündigt (und scheinbar von Tristan auch durchaus klar erkannt), wollte sie bei weitem nicht seine Freundin werden oder auch nur jemand, bei dessen Auftauchen der Nordmann ein Gefühl der Freude empfand. Die Furcht vor ihr musste größer sein als sein Verlangen nach der Droge und Megaera war entschlossen, diese Aufgabe mit Bravour zu bewältigen.

Als der Sklave seine Ängste und Fragen in einem gestammelten 'Warum' ausdrückte, anschließend noch nach den Spielzeugen fragte und dabei Augen machte wie ein getretener, ausgesetzter Welpe, den niemand auf der ganzen Welt lieb hatte, kam Meg um ein innerliches Seufzen nicht ganz herum. Äußerlich sah man nicht die kleinste Spur von Gewissensbissen, ganz im Gegenteil.
Ihre Mundwinkel verschoben sich zu einem hämischen, zynischen Lächeln und in ihren Augen lag der Ausdruck eines Dämons, dem man gerade eine frische, saftige Seele vorgesetzt hatte.
"Hör auf solche dämlichen Fragen zu stellen. Wir haben eine Abmachung, das ist das einzige, was dich noch interessieren sollte. Halt Pretoria gegenüber brav die Klappe, vergiss' deine Aufgabe nicht und überlass' den Rest mir. Die böse, kalte Wirklichkeit wird dich schneller wiederhaben, als ihr lieb ist."

Je weniger er wirklich wusste, umso mehr grauenhafte Befürchtungen und Vorstellungen konnten sich in Tristans kleinem, malträtiertem Kopf bilden und seine Angst vor ihr füttern.
Megaera versenkte ihren unheilschwangeren Blick noch einmal tief in den wasserklaren Augen und entblößte während des Lächelns einen ihrer geschärften Eckzähne. Kurz streifte ihre Aufmerksamkeit noch einmal das restliche Äußere ihres Zöglings. Pretoria würde hoffentlich von selbst darauf kommen, Tristan ein Bad und neue Kleidung zu verpassen. Und vielleicht auch ein paar Salben für die Brandnarbe. Mit dem prachtvollen Veilchen, das in wenigen Stunden in voller Blüte stehen würde, dürfte sich der Kleine allerdings noch ein Weilchen herumschlagen.
In einer Geste mäßiger und zweifelhafter Freundlichkeit durchstrubbelte Meg noch einmal Tristans blonde Haare mit einer Hand und drückte den ganzen Kopf abschließend und kurz gegen die Wand, an welche der Sklave ohnehin schon gedrückt lag. Dann wandte sie sich immer noch zufrieden vor sich hinlächelnd Richtung Tür und begann, sich auf die Geräusche im Gang zu konzentrieren. Die Hand schon auf dem Türgriff wandte sie sich ein letztes Mal zu ihrem 'Patienten' um, zwinkerte ihm genauso unschuldig zu wie zuvor in der Eingangshalle und machte sich dann auf, zu verschwinden.


tbc: Öffentliche Gebäude -> Breite Straße #2

[Dieser Beitrag wurde am 18.03.2007 - 16:50 von Megaera aktualisiert]




Tristan
unregistriert

...   Erstellt am 18.03.2007 - 16:46Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Tristan versuchte die ganze Zeit, während Ira sich noch im Raum befand, sein Zittern des Körpers zu unterdrücken, in dem er verkrampft seine Finger in die Decke seines Bettes vergrub, während er die geheimnisvolle Frau, die ihm am Anfang in der Eingangshalle noch so frisch und offen zugelächelt hatte, nun weiterhin voller Furcht anblickte.
Obwohl sich Tristan in der Realität befand und dies auch so wahrnahm, zweifelte er dennoch bei ihrem zynisch hämischen Grinsen, als sich auch wieder einer ihrer geschärften Eckzähne zeigte, ob nicht doch ein Dämon in ihr wohnte, so, wie er glaubte, dass ihn manchmal einer dieser grauenvollen Wesen heimsuchte, wie beispielsweise damals im Hospital.
Als er Iras Worte vernahm, nickte er nur stumm und langsam, sie keinen Augenblick aus den Augen lassend. Als sie sich ihm dann erneut näherte und sich ihr braun-grünen Augen in Tristans Blick bohrte, wollte er instinkttief wieder zurückweichen, nur versperrte ihm die Wand hinter ihm jegliches Flucht und so wehrte er sich nicht, als sie ihm durch seine wuscheligen blonden Haare wuselte und anschliessend seinen Kopf gegen die Wand drückte.

Sichtbare Erleichterung durchströmte ihn dann aber, als sie sich von ihm entfernte und schon an der Tür war. Das Grauen hatte vorerst ein Ende gefunden und Tristans rasendes Herz war dem mehr als dankbar, hätte er es doch auch nicht länger ausgehalten.

Als sie ihm dann ein letztes Mal so unschuldig zuzwinkerte, war dies kein Trost für ihn, sah er in ihr doch eine gefürchtete und gefährliche Frau, welche er überhaupt nicht anders einschätzen konnte, da sie ihre Mimik so perfekt ändern konnte von dämonisch-kühl, bis hin zu verschmitzt-listig, dass Tristan nie wusste, woran er war.

Und dann endlich war er alleine und dennoch blieb er noch für einige Zeit wie versteinert halb sitzend, halb liegend auf dem Bett, die Hände neben sich im Bett vergraben und starrte ungläubig auf die Tür, so, als könne diese geheimnisvolle Person jederzeit wieder in den Raum treten.
Irgendwann dann aber beruhigte sich alles in Tristan zumindest soweit, dass er sich wieder bewegen konnte und so zog er langsam die Decke über seinen Körper und auch über seinen Kopf und versteckte sich darunter, um alleine in dem halbdunklen Licht mit sich alleine sein zu können. Dabei hielt er eine Hand an seine Wange, sich des Schmerzes erneut bewusst und um die immer noch andauernden Anspannung zu lösen, weinte er stumm einige bittere Tränen.

Er fühlte sich so erbärmlich und hasste sich dafür, wie feige und schwach er war, so keimte doch irgendwo unter seinem ganzen inneren Schmerz ein wenig Hoffnung auf, vielleicht wirklich zumindest von der Opiumsucht runter zu kommen, denn auch in diesem gebrochenen jungen Mann lag noch etwas Stolz und Lebenswillen verborgen ...

... irgendwann dann aber übermannte ihn die Erschöpfung durch all das eben Erlebte und er schlief ein.




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