Powerbauer  Oberfeldwebel

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| Erstellt am 13.09.2005 - 20:31 | |
Hallo zusammen, da ich doch recht viele Anfragen bezüglich meiner Vorgehensweise bei der Alterung meines Tigers bekommen habe, will ich Euch in diesem Tread beschreiben, wie ich es gemacht habe: Doch vorab, wen es interessiert, einige Worte zum RC Umbau. Ich habe meinen Tiger auf prop Funke umgebaut. Dafür habe ich die HL Hauptplatine entfernt und gegen eine 12 Kanal FB getauscht. Sämtliche Motoren werden über eigene Fahrregler angesteuert, auch die für die Turmdrehung und die Senkfunktion. Die Schußfunktion übernimmt ein Conrad Microschalter. Geplant ist jetzt noch ein Beier Soundmodul, wenn ich es denn noch unterkriege!

Doch nun zur Alterung: Zuerst habe ich die kleinen Fehler, die HL eingebaut hat, beseitigt. (leider hatte ich nicht gleich alle gefunden, so daß ich manchmal nacharbeiten mußte). Dann habe ich meinen Tiger an einigen Stellen mit dem Dremel „bearbeitet“, um Kampfspuren und Beschädigungen zu simulieren. Dabei ruhig manchmal etwas heftiger vorgehen. Danach habe ich das Modell mit Verdünner abgewaschen, um eventuelle Verschmutzungen durch Fett, etc. zu beseitigen. Nun folgte die Grundierung mit Tamyia XF60( leicht aufgehellt mit weiß). Anschließend Klarlack drüber um eine glattere Oberfläche zu bekommen. Jetzt kam mein Hauptproblem: Meine 1/35er hatte ich immer klassisch, also mit Ölfarben „gewaschen“ ( washing). Doch bei dem 1/16 Tiger war mir dieses Verfahren zu zeitaufwendig. Immerhin braucht Ölfarbe gut ein bis zwei Tage zum Trocknen, manchmal auch länger. Daher habe ich mir überlegt, Farbpulver zu verwenden. Hierzu habe ich mir verschiedene Farbtöne besorgt. Unter anderem schwarz, einige Braun und Grautöne. Bei der Wanne habe ich nun schwarzes Farbpulver mit Wasser gemischt und dieses Abschnitt für Abschnitt mit einem weichen Pinsel aufgetragen. Wichtig ist, auch gut die Mischung in die Ritzen zu bekommen, um diese besonders hervorzuheben. Nach der Trocknung wird nun die verbliebene Farbschicht je nach Geschmack wieder abgebürstet. Auch hier unbedingt einen weichen Flachpinsel verwenden, sonst gibt’s Streifen! Über die Ritzen nur leicht streichen, da dort ruhig das Schwarz erhalten bleiben soll. Sollte das Ergebnis noch nicht reichen, kann man jederzeit das Ganze wiederholen.


Ein großer Vorteil bei diesem Verfahren ist, daß, wenn es einem nicht gefällt, man die ganze Sache mit einem nassen Lappen wieder abwischen kann. Wenn die Farbgebung den Vorstellungen entspricht, unbedingt gleich Klarlack drüber, sonst kann es verwischen oder man bekommt Fingerabdrücke. Sobald Klarlack drauf ist, passiert nichts mehr, doch auch Korrekturen lassen sich dann nicht mehr so einfach vornehmen! Daher gut gucken, ob es einem wirklich gefällt! Um am Turm diesen Wischeffekt zu bekommen, habe ich dort das Farbgemisch z.T. im noch nassen Zustand mit einem Wattestab gewischt.

Die hinteren Auspuffblenden habe ich zusätzlich mit rostbraunem Farbpulver „behandelt. Dieses schön dick auftragen, trocknen lassen und anschließend Klarlack drüber.

Die Ketten habe ich mit Revell gunmetall grundiert. Anschließend auch hier rostfarbiges Farbpulver in Verdünner (Tamiya) gemischt und mit der Airbrush aufgetragen (ruhig etwas dicker). Wichtig hier: keine zu kleine Düse nehmen. 03 bis 05er sollte es schon sein. Auch hier nach Trocknung mit einem Flachpinsel je nach Geschmack wieder entfernen. Da der Farbauftrag bei den Ketten etwas dicker ist, kann man hier auch einen härteren Pinsel nehmen. Anschließend den Klarlack nicht vergessen!

Als nützliches Hilfsmittel hat sich meine selbst gebaute Halterung erwiesen, da man nicht nur sehr gut mit der Airbrush in die Ritzen kommt, sondern auch gleich einen Halt für die Trocknung hat. Außen auf den Auflageflächen der Ketten habe ich dann Revell Alufarbe aufgepinselt. Diese hat den Vorteil, daß, wenn man anschließend die Kette über einen Teppich streift, eine Art Abriebeindruck entsteht. Hierbei aber darauf achten, daß die Gattin nicht zusieht, sonst gibt’s Mecker ! Daher keinen zu hellen Teppich wählen. Die Innenseiten der Ketten habe ich nur an den Stellen vom Rost befreit, wo die Laufräder rollen. Kette auf der Halterung drehen und Pinsel ansetzen, bis das Ergebnis ok ist. So, daß war eigentlich alles, hoffe ich habe nichts vergessen. Mein Ziel war übrigens, einen Tiger darzustellen, der durch die Schwarzerde der Ukraine gefahren ist. Ich hoffe, dies ist mir einigermaßen gelungen. Auch wenn nicht alles bis ins Detail stimmt. Ist mein erster 1/16er.
Würde mich freuen, wenn ich einigen von Euch ein paar nützliche Tips geben konnte.
Gruß, Stefan
P.S. Das Farbpulver, welches ich verwendet habe, bekommt man übrigens in Läden für Künstlerbedarf. Dort kostet es je nach Farbton zwischen 1,50 und 2,50 pro 50g. Diese Mengen reichen locker für mehrere Panzer. In Braunschweig gibt es z.B. so einen Laden. Doch ich denke auch in anderen Großstädten. Man kann dieses Farbpulver auch selber herstellen, mit Pastellkreide, doch halte ich davon nicht so viel, weil man erstens für ein kleines Häufchen recht viel schleifen muß und zum zweiten ist es lange nicht so fein wie das o.a. Pulver. Doch jeder, wie er meint.
[Dieser Beitrag wurde am 26.01.2006 - 13:35 von Powerbauer aktualisiert]
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