Theon  Crazy wertir 

Status: Offline Registriert seit: 11.05.2008 Beiträge: 78 Nachricht senden | Erstellt am 11.05.2008 - 13:28 |  |
Name:
Theon Featherstone
Die Spitznamen aus meiner Familie dürften wohl niemanden interessieren (will ich zumindest hoffen), sonst werde ich relativ häufig Theo genannt (Theon ist scheinbar immer noch ein sehr merkwürdiger Name, aber man gewöhnt sich ja an alles…), von meinem engeren Bekanntenkreis werde ich auch regelmäßig einfach nur TH genannt.
Alter:
15.8. anno dazumal.
19 Jahre alt
Sternzeichen: Löwe (im chinesischen: Ratte)
Geburtsort: York
Beruf:
Hauptberuflich Schriftsteller, wenn man denn so was als Hauptberuf angeben will und kann. Zuhause job ich hie und da mal, nichts wirklich festes, aber es ist ja auch nicht wirklich notwenig. Ich mach’s halt nur aus Spaß an der Freude und immer schön auf der Suche nach Inspiration.
Zurzeit bin ich aber nur als Schriftsteller unterwegs, wenn überhaupt…
Familie:
Dad: Geoffrey Featherstone. Alter? Ich muss gestehen, ich hab’s nicht so mit den Jahreszahlen. Über fünfzig und Winterkind. Ein herzensguter Mann, ohne den ich heute nicht das wäre, was ich bin. Auf Grund von seinem Vater machte er nach der Schule eine Lehre zum Tischler, dann jedoch ging er studieren. Biologie. War auch jahrelang immer wieder draußen in der Wildnis, zumeist in der nordischen, und studierte Tiere. Das muss man sich so vorstellen, dass er nachts irgendwelchen Viechern hinterher gekrabbelt ist. Bis dann diese tollen Sensoren kamen, die man an die kleinen Krabbelviecher hängt und sie damit verfolgen und ihr Verhalten studieren kann. Dass er nicht nur Tiere beobachtet hat, merkt man daran, dass Mum von da kommt. Irgendwo da lernte er sie kennen, eine geborene Schwedin. Wäre er nicht immer wieder wegen der Arbeit zurückgekommen, hätten die zwei wohl nie geheiratet. Immerhin war es keine Liebe auf den ersten Blick - auf den zweiten auch nicht. Sie war die Tochter seiner Vermieterin. Eigentlich konnte er sie nicht leiden, störte sie doch immer etwas bei seinen Arbeiten oder wahlweise auch beim Schlaf – er schlief ja meist Tagsüber. Tja, und irgendwann bot er ihr an, zu zeigen, was er da eigentlich immer tat.. endete darin, dass er ihr die Sterne vom Himmel versprach und ein halbes Jahr später waren sie verlobt und Mum kam rüber nach England.
Aber ich schweife ab. Meinem Vater habe ich immer sehr viel Liebe entgegen gebracht. Er versucht mich übrigens immer zu Reisen zu bewegen. Amerika findet er dabei wohl besonders spannend. „Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten.“ Er hat mich schon immer zum Reisen aufgefordert, wäre es doch das größte Glück, wie er meinte. Inspirierend. Fördernd. Würde bei jedem Beruf weiter helfen. Wie Recht er hatte. Mein erstes Buch hab ich ihm übrigens gewidmet.
Und er ist typischer Engländer, zumindest vom Erscheinungsbild.
Mum:
Cristina Featherstone.
Mum ist gut zehn Jahre jünger als Dad. Sie ist auch heute noch eine sehr hübsche Frau, auch wenn ich manchmal denk, dass sie frühzeitig gealtert ist. Sie hat nie Wert auf Färben von Haaren gelegt, war immer ein sehr natürlicher Mensch. Vom unglaublich hellem Blond ist sie sehr früh zu Schneeweiß gewandert. Ich glaub das fing Mitte dreißig an. Sehr früh für eine Frau. Lag wohl zum größten Teil an uns, auch wenn es in der ganzen Familie vertreten ist.
Im Gegensatz zu Dad, konnte sie Reisen nie viel abgewinnen. Es fiel ihr daher auch unglaublich schwer für ihn Schweden zu verlassen. York hat sie seitdem aber auch nur noch verlassen um ihre Familie drüben zu besuchen oder ein wenig durch Großbritannien zu fahren. Urlaub in der Fremde war nie etwas für sie. Hausfrau und Mutter mit Leib und Seele. Manchmal etwas stressig und nervig, wie Mütter halt sind, weil sie alles von einem kennen und einem nur einen Gefallen tun wollen - Wundervoll!
Es gab eine Zeit, da wollte ich nicht nach Hause kommen.. wegen ihr. Aber ich liebe meine Mutter und es war bestimmt auch nicht immer so einfach mit mir.
Geschwister:
Einen Bruder. Vier Jahre jünger. Hört, wenn er es denn tut, auf den Namen Julien. Keine Ahnung, warum er unbedingt so genannt werden musste, aber ich weiß auch nicht, warum ich Theon heiße. Ich persönlich halte seinen Namen für.. weibisch. Aber wenn ich ihm das sage…
Nein, er ist ein ganz liebes Kerlchen, das von allen eigentlich nur Juli genannt wird (was seinen Namen natürlich noch weibischer macht….). Er ist ein leidenschaftlicher Musiker, wechselt die Bands, in denen er spielt aber so oft, wie seine Unterwäsche. Was genau er mit seinem Leben vorhat, weiß wohl nur er selbst, ich will und kann darüber keine Vermutungen aufstellen.
Wir hatten aber immer ein sehr gutes Verhältnis. Braucht er ein offenes Ohr, bin ich für ihn da. Alles was ihm auf dem Herzen liegt, ist bei mir gut aufgehoben. Ich weiß von Freunden, dass wir ein sehr eigenartiges Verhältnis haben, wenige Brüder gehen so herzlich miteinander um - mich stört es kein Stück, ich kann es mir gar nicht anders vorstellen und will das auch nicht!
Aussehen & Erscheinungsbild:
Mit seinen 1.80 m gehört er nicht zu den größten Menschen, doch das macht rein gar nichts, da Theon trotzdem die gesamte Aufmerksamkeit auf sich ziehen kann – selbst ohne ein Wort zu sagen. Er hat eine unheimlich positive, sonnige Ausstrahlung, was meist auch von seinem Lächeln widergespiegelt wird. Gleichzeitig scheint er sehr verspielt zu sein, sooft wie er Grimassen schneidet, so tut als wäre was los.
Er erscheint für seine Größe immer wieder recht zierlich zu sein, doch entgegen der allgemeinen Vorstellung hat er durchaus einiges an Kraft. Man sieht ihm an, dass er regelmäßig Sport betreibt. Der Schriftsteller hat sehr gepflegte Hände, schlanke, flinke Finger. Vermutlich wäre er ein guter Klavierspieler. Gleichzeitig weisen seine Fingerkuppen Spuren vom Gitarrenspielen auf.
Hält man es länger aus Theons Blick zu fangen, wird einem bewusst, dass selbst langweiliges grau-grün verdammt interessant sein kann. Je nach Laune scheinen sie mehr grau zu sein, in anderen Momenten wirkt es fast so, als hätte er tiefgrüne Augen. Er hat einen sehr intensiven Blick, forschend, analysierend, betrachtend. Spürt man diese Augen zum ersten Mal auf sich, macht sich unweigerlich das Gefühl in einem breit, vollkommen offen für den jungen Mann zu sein. Als könne er in die Tiefen der eigenen Seele blicken, ohne den kleinsten Widerstand wahrzunehmen.
Gewisse Menschen sagen, er habe sanft, sinnliche Lippen, die geradezu zum Küssen einladen würden. Dann wieder lächelt er auf seine zuckersüße Art, entblößt dabei ganz leicht seine Zähne. Mag stimmen, dass das verlockend wirkt, aber ein übermäßig großer Drang besteht eigentlich nicht. Nicht mehr, als bei anderen, gut aussehenden Männern auch. Was jedoch faszinierender ist: Selbst wenn Theon gerade nicht lächelt, sieht man ihm an, dass er viel lächelt. Flüchtige Spuren, die normalerweise erst bei wesentlich älteren Menschen zu bemerken sind. Eine sachte Vertiefung von der Nase ausgehend an den Wangen entlang laufend.
Theon hat keine besonders aussagekräftige Nase, eher den normalen Durchschnitt, sein Kinn schiebt sich nicht übermäßig deutlich, prägnant hervor. Dafür hat er eine recht hohe Stirn. Denkerstirn. Schmale Augenbrauen. In der rechten einen kleinen Ring, was seinem Gesicht unweigerlich etwas Freches, Rebellisches gibt. Und schlussendlich seine Haare. Blond, schulterlang. Sehr feines Haar. Er trägt es meist offen, ab und zu bindet er es jedoch stramm zurück. Ansonsten hängen ihm meist ein paar Strähnen ins Gesicht. Eigentlich nicht unbedingt die allgemeine Vorstellung eines jungen Schriftstellers.
Theons Kleidungsstil lässt sich nicht einfach so in gewisse Schranken weisen. Vermutlich, weil er ihn selbst einfach nicht definiert. Er steckt sich selbst sowohl in Jeans als auch mal in etwas feinere Klamotten. Leinenhosen, einfache Sweatshirts. Kapuzenpullover, Hemd. Es ist ihm eigentlich relativ egal, zumindest solange es irgendwie gut aussieht. Meist sieht man Theon jedoch in schwarzen oder weißen Sachen (Ausnahme natürlich Jeans, die muss einfach blau sein). Oft hat er eine Mütze auf dem Kopf.
Theon scheut sich nicht Schmuck zu tragen. So finden sich an ihm hin und wieder Ketten wieder, wobei es zugegebenermaßen immer nur eine ist, mal trägt er einen Ring am linken Zeigefinger, Bänder oder Tücher um die Handgelenke. Links trägt er meist eine Uhr. Gleichzeitig kann man ihn auch manchmal vollkommen ohne Schmuck erwischen – selbst ohne sein geliebtes Piercing – ein Ring in der rechten Augenbraue - wagt er sich manchmal ins Freie. Außerdem lackiert er sich die Finger hin und wieder – schwarz oder weiß.
Charakter:
Wer könnte einen bitte besser beschreiben, als irgendwelche außen stehenden Personen? In diesem Fall meine ich durchaus keine Fremden, die würden mich vermutlich wiederum nicht gut genug kennen…. Nein, ich habe mein kleines Brüderchen zu Rate gefragt.
Julien:
Theons Charakter? Relativ einfach, der erste Eindruck sagt viel, der zweite mehr. Er ist ein wundervoller Mensch. Der selbst Lob abkann, er freut sich zwar wie ein Irrer über jedes positive Wort, aber bleibt eigentlich immer auf dem Boden der Tatsachen. Kritik kann er zwar verkraften, mag er aber nicht wirklich. Was selbst ein Blinder bemerkt. Er trägt sein Herz im Gesicht. Heißt das nicht so? Wie auch immer, selbst Leute, die ihn nicht kennen, erkennen leicht, wenn ihm etwas nicht zusagt, er verletzt ist oder so was.
Guck? Sag ich doch. Ganz leicht zu sehen, dass ihm das jetzt etwas zu nah geht, dass es ihm lieber wäre, ich hätte das jetzt nicht geschrieben. Und doch läuft er keiner Situation davon. Er sucht höchstens Distanz zu etwas, was er nicht mehr verkraftet. Was beendet werden muss. Er zieht Schlussstriche konsequent durch. Halbe Sachen sind sehr schwer zu verkraften, wenn man so nach Perfektion in einem Bereich strebt. Und doch lebt er damit, dass es eben Dinge gibt, die nicht perfekt sind, sogar verdammt mangelhaft, um genau zu sein. Aber selbst in seiner schlechtesten Verfassung ist er noch wundervoll! Selbst wenn er betrübt ist oder eigentlich schlecht drauf, kann er sich nicht von seinem strahlenden Gemüt befreien. Theon hat eine unglaublich positive Ausstrahlung, die unheimlich viele Leute in den Bann schlägt.
Wir hatten es mal, dass wir uns in ein Café gesetzt haben. An einem Nachbartisch war ein Kind am plärren und direkt vor unserer Nase saß ein Paar, das sich ganz unschön gezofft hat. Ich hab die ganze Zeit damit gerechnet, dass die Frau gleich aufspringen und ihm das Getränk irgendwo hin kippen würde. Von dem Kind ganz zu schweigen. Meine Nerven lagen blank, obwohl ich eigentlich nen tollen Tag hatte. Und dann kam Theon rein, ich glaub er war am telefonieren und hatte deswegen draußen gewartet, auf jeden Fall kam er später, setzte sich nur hin, hatte ein strahlendes Lächeln auf den Lippen, war einfach so wie immer. Die Frau wurde ruhig, das Kind fing an zu lachen. Die gesamte Stimmung lockerte auf. Möglich, dass es nur in meinen Augen so schien, aber ich glaube, dass es an ihm lag.
Noch mal zurück zu dem Weglaufen. Er läuft nicht weg - wirklich! -, aber ich glaube, dass er nicht so gerne über sich Gerede hört. Eigentlich war er immer ein sehr unbekannter Mensch. Er hatte seinen Freundeskreis - zum großen Teil im Internet, die ihn nicht als Person, sondern als Gedanken, als Stimme kannten -, aber niemand Unbekanntes hat ihn je angesprochen und um ein Autogramm gebeten oder so. Dieser ganze Wirbel um seine Gestalt.. verunsichert ihn manchmal, auch wenn er darum bemüht ist, das nicht zu zeigen. Er lacht viel, klar. Aber eigentlich.. wenn man dahinter sieht. Wenn man mal auf die Momente achtet, wo er lächelt, strahlend lächelt, wenn man ihm dann in die Augen sieht, ist er ruhig. Es ist nicht so, dass es ihn nicht erreicht, im Gegenteil. Nur Theon.. er ist kein so gesprächiger Typ. Klar, er kann reden, klar er quatscht hie und da viel, das tut jeder. Aber eigentlich denkt er viel mehr, als er sagt. Ich hab ihn irgendwann mal gebeten seine Gedanken von einem Tag aufzuschreiben. Er hat nur gequält gestöhnt und gemeint, ich sollte mal wieder auf den Boden kommen. Er hat mir schließlich eine Stunde im Ansatz zusammen geschrieben. Ich muss sagen.. soviel denk ich vielleicht mit Glück am ganzen Tag.
Überall, wo er hingeht, hat er was zu schreiben bei sich. Hat sich in den letzten Jahren verstärkt, weil er wesentlich mehr neue Dinge erlebt, aber früher sah man ihn schon stellenweise einfach stundenlang vor einem der Stadttore sitzen und in sein Buch kritzeln. Ich weiß nicht was, aber es war viel und es wurde mehr und mehr. Geduld zeichnet sich hierbei wohl sehr stark aus. Er kann aus jeder Situation irgendeinen Gedanken greifen und den weiter spinnen, bis ein Plot darum entsteht. Ich glaub so hat er sein erstes Buch geschrieben. Aber ich weiß es nicht. Er hat mir das nie erklärt, wie das funktioniert. Ich weiß auch nicht, woher genau es kommt, dass stellenweise irgendein Pferd mit ihm durchgeht. Eben noch total ruhig, schnell noch was niederschreiben und im nächsten Moment stürzt er sich schon auf einen, macht irgendeinen Scheiß und lacht sich so was von krank darüber. Theon ist sich für kaum etwas zu schade. Sind mehr Menschen in seiner Umgebung und wird es dann plötzlich ruhig um ihn, lockert er die Stimmung auf. Ich glaub, er verträgt Ruhe nicht, wenn er in Gesellschaft ist.
Tja, und dann hat Theon so ein paar andere Seiten. Ich bin fest davon überzeugt, dass er ein ordnungsliebender Mensch ist. Ich fand es früher immer frustend, dass Mum immer nur mich angemault hat, weil ich aufräumen müsste. Könnte aber auch daran liegen, dass er Streit nicht abkann. Er beugt so was lieber vor.. oder versucht ihn abzuschwächen. Früher hat er das auch durchaus mal damit erreicht, dass er einfach nicht nach Hause kam oder später. Heute auch nicht mehr. Heute würde er sich in solchen Moment Mum einfach stellen und ihr sagen, dass er erwachsen ist, nicht mehr zuhause lebt und machen kann, was er möchte. Er ist ein sehr willensstarker Mensch und gleichzeitig ist er so sanft, zart. Ich mein, klar, ich bin der Jüngere, aber in manchen Hinsichten ist er so zerbrechlich oder wirkt es. Selbst ich halte ihn manchmal für.. schwächer. Und doch, steht er hier und strahlt wie die Sonne, als hätte es keine Wolken gegeben.. Apropos hier stehen: Pünktlichkeit geht Theon am Arsch vorbei. Termine? Schön und gut. Ein bisschen Unruhe stiften und Wirbel schaffen – perfekt. Er liebt die Aufmerksamkeit.. und hasst sie gleichzeitig. Und je später man kommt, desto mehr bekommt man. Desto mehr Leute sind da, um ihn zu sehen.
Die Eigenschaften der Ratte (noch immer mein chinesisches Sternzeichen):
Die Ratte ist ein humorvoller und oft charmanter Mensch, der die Geselligkeit liebt. Sie ist ein Gruppenwesen, das am liebsten bei allen Aktivitäten Mitstreiter hat.
(Juli hat dergleichen ja eben schon gesagt. Ich scheine es nicht zu mögen, wenn es um mich ruhig wird und ja, ich fühle mich in Gesellschaft durchaus wohler als in Einsamkeit - beides hat natürlich seine Vorzüge.)
Im Zeichen der Ratte Geborene sind kreativ, spontan und offen für alles Neue. Ihr Enthusiasmus lässt sie viele Dinge in Gang setzen, doch ihr mangelndes Durchhaltevermögen fördert nicht unbedingt das Beenden des Begonnenen.
(Mangelndes Durchhaltevermögen - nun gut, ich gehe davon aus, dass es auch immer Ausnahmen gibt und selbst wenn nicht, lege ich sie nicht in allen Angelegenheiten an den Tag. Kreativ – auf jeden Fall. Spontan – durchaus auch. Offen für alles Neue – nun, würde ich sonst das Neue suchen?)
Ihre Energie, ihr Ehrgeiz und ihre Hartnäckigkeit helfen der Ratte, ihre Vorhaben schnell voranzutreiben. Wenn es darum geht, etwas durchzusetzen, scheuen sie sich manchmal auch nicht davor, andere zu manipulieren oder sich über Gegebenheiten engstirnig hinwegzusetzen. Solch ein Verhalten löst nicht immer Begeisterung unter ihren Mitmenschen aus.
(Klar, ich werde nicht von allen gemocht - wird keiner. Und klar, das hängt auch mit meiner Art und Weise zusammen. Ich bin auch durchaus bereit zu manipulieren, wobei man dabei natürlich noch ins Auge fassen muss, welche Art des Manipulierens…)
Die Ratte ist begehrt als verständnisvoller, oft sogar weiser Berater, doch für sich selbst kann sie nur schwer Entscheidungen treffen. Sie steht sich selbst im Weg, weil sie weder anmaßend noch überheblich wirken möchte und sich deshalb oft in den falschen Situationen zurück hält.
(Weiser Berater. Na ja, ich weiß ja nicht. Aber vermutlich muss jeder Schriftsteller eine gewisse Moral und damit Weisheit verkörpern, also auch das. Und ja klar, es fällt einem viel leichter, für andere zu entscheiden, als für sich selbst, wer kennt das denn bitte nicht?)
Eine erfolgreiche Ratte kann aber auch zu Machthunger und Gewinnsucht neigen. Andere Ratten versuchen ihr Glück herauszufordern, indem sie eine Leidenschaft für Glücksspiele entwickeln.
(Kann! Muss nicht. Und ich gehöre auch nicht zu den anderen Ratten. Ich habe keinen Hang zu Glücksspielen, soweit kommt das ja noch.. wobei vermutlich jeder eine Sucht hat. Aber nein, Glücksspiele nicht und Machthunger, Gewinnsucht… Blödsinnig.)
Da ich immer wieder gefragt wurde, ob es wirklich stimmt, hier auch noch ein paar Worte zu meiner sexuellen Orientierung:
Ich bin homosexuell und stolz drauf!
Ich hatte nie Interesse an Frauen. Sicher, früher war ich darum bemüht so zu sein wie andere, es zumindest mal zu versuchen. Aber ein Kuss hat gereicht und ich bin geradezu in Panik ausgebrochen. Keine Sache, die wiederholt werden musste. Man kann mich also durchaus zu den Menschen zählen, die sehr früh wussten, wo sie stehen. Für mich gab es nie ein richtiges Probieren (außer eben der Kuss, aber das war ja eher andersrum.. oder so), nur ein Suchen und Experimentieren. Ich lebe meine Sexualität durchaus aus. Vorurteile? Mir doch egal. Ich brauch Männer nicht zum Kumpel und was Frauen denken… entweder sie kommen mit mir klar oder haben Pech gehabt. Ich habe aber durchaus weibliche Freunde, in der Hinsicht taugen sie schon zu etwas.
Man kann vermutlich von Glück reden, dass ich bisher noch keine ernsthaften Auseinandersetzungen wegen meiner Orientierung hatte, ich glaub sonst würde ich damit nicht mehr ganz so offen leben können. Aber ich bewege mich halt auch absichtlich in gewissen Kreisen und versuche andere zu meiden. Reine Vorsichtsmaßnahmen, man hört ja doch immer wieder unschöne Sachen.
Und weil ich grade – welch eine Überraschung – so schön im Schreibfluss bin, werd ich auch gleich mal ein paar Sachen nennen, die ich besonders mag (oder eben überhaupt nicht…). Zuallererst sind vermutlich Männer zu nennen, was ich meinem Outing ja schon begründet habe, oder? Ich mein, klar, ich könnte hier jetzt alle Vorzüge auflisten, aber das würde doch etwas den Rahmen sprengen.
Ich liebe Sonnenschein! Irgendwie ist man gleich viel besser drauf, wenn die Sonne da ist, man kann viel mehr machen, es ist einfach.. Sommer. Toll! Und hey, da ich kein Vampir bin, hab ich nun auch wirklich keine Probleme mit Sonnenlicht. Oh, außerdem macht es im Sonnenschein viel mehr Spaß schwimmen zu gehen. Gut, man kann auch bei Regen.. aber das ist wirklich.. na ja. Es ist nicht unbedingt meine Wunschvorstellung. Regen.. und schwimmen. Sehr geil… Was aber auch daran liegen mag, dass ich schlechtem Wetter allgemein nicht so viel abgewinnen kann…
Gleichzeitig kann man im Sonnenschein so richtig schön dösen. Einfach den Tag verschlafen, wobei ich dazu eigentlich auch noch ein Bett vorziehe und jemanden zum Kuscheln.. oder sonstige Aktivitäten ausüben. Aber man kann ja nicht alles haben, ich würde mich also statt einem Kuschelpartner auch durchaus mit einem Buch zufrieden geben. Direkte Lieblingsschriftsteller oder –Bücher.. Gut, hat wohl jeder. Aber ich lese eigentlich alles, was in meine Hände gerät und spannend scheint. Fantasy, SciFi, Historisch… Tolkien ist übrigens ein verdammt genialer Schriftsteller, auch wenn gewisse Leute sich regelmäßig darüber beschweren, wie langwierig seine Werke hin und wieder sind. Ich les ihn gerne und auch immer wieder. Kann aber auch daran liegen, dass er mich mit zum Schreiben inspiriert hat. Nein, nicht ausschließlich, aber irgendwie hat wohl jeder Schreiber, den ich mit jungen Jahren gelesen hab, mich dahin geführt, dass ich selbst schreibe und ohne Schreiben könnte ich inzwischen wirklich nicht mehr leben! Und mit Schreiben geht eine der wohl genialsten Erfindungen der Moderne einher: Das Internet. Einfach eine geniale Erfindung. Ohne die man zwar durchaus auch leben könnte, aber ohne wäre inzwischen doch einiges sehr viel komplizierter. Ich gestehe, dass ich es nicht immer nur für ernste Dinge benutze. Chatten und was nicht alles, muss ja auch sein. Man kann nicht immer nur Internetforschungen anstellen, nicht wahr?
Übrigens glaube ich, dass ich hier auch Julien nennen sollte. Er mag mich zwar immer wieder reichlich nerven, aber ich hab den Kleinen einfach unheimlich lieb. Ich wüsste gar nicht, wie ich ohne ihn klar kommen sollte. Auf den Kleinen ist einfach Verlass und er ist mir schon oft eine Hilfe gewesen, wo andere nicht mal wussten, dass ich alleine nicht klar komme. Übrigens hat er mich sehr stark zur Musik geführt, auch wenn er es vielleicht nicht so bewusst mitbekommen hat. Wegen ihm kann ich wohl irgendwie auch so ein bisschen Gitarre spielen, bin ich Musik allgemein recht offen gegenüber. Oftmals braucht man einfach Musik im Leben. Um irgendwelche Situationen zu unterstreichen oder hervor zu heben oder so… Auf das Singen bin ich jedoch ohne ihn gekommen. Ich praktiziere es zwar nicht mehr so sehr, aber ich singe sehr gerne und dabei nicht nur unter der Dusche. Ach und ohne Musik könnte man natürlich nicht tanzen! Was nun wirklich eine Schande wäre, denn was wäre die Welt ohne Tanz? Menschen haben schon immer getanzt und ich glaube nicht, dass sie irgendwann damit aufhören werden. Es wird also auch immer Musik geben, was ich beides ein sehr schönen Gedanken finde.
Es mag zwar sein, dass ich es wirklich hasse in der Nacht schlafzuwandeln – was ich nur bei Vollmond mache -, nichtsdestotrotz gehe ich unheimlich gerne in der Nacht spazieren. Mit Sternen über einem. Vorzugsweise sollte es natürlich ruhig sein, sonst ist die ganze Atmosphäre zerstört.. aber gut, das ist wohl verständlich, oder?
Ich bin also durchaus auch ein Mensch, der auf eine etwas andere Perspektive der Dinge achtet. So gehe ich auch unheimlich gerne ins Kino oder Theater – Schauspielerei an sich finde ich unheimlich interessant, auch wenn ich mich daran nicht unbedingt probieren möchte. Ich guck mir gerne Kunstausstellungen an. Dabei ist es relativ gleich, ob es moderne Kunst ist oder nicht. Ich kann jeder Form von Kunst irgendetwas abgewinnen – selbst wenn mir eine eher ablehnende Haltung entlockt wird, es ist eine Reaktion, oder nicht? Man könnte schon fast sagen, dass es zwingend notwenig ist, dass ich Tim Burton daher auch mag. Oder zumindest seine Filme. Der Mann arbeitet sosehr mit Kunst und ist gleichzeitig unheimlich genial. Ganz ehrlich, wenn es einen berühmten Menschen gibt, den ich gerne mal kennen lernen würde, dann wäre es Tim Burton, nur um ihm zu sagen, dass er einen großartigen Job macht und bloß nicht aufhören soll!
Ich bin unheimlich gerne auf Achse. Ich möchte die ganze Welt kennen lernen, jeden Flecken besuchen. Reisen, soweit es mir möglich ist. Jedes mal, wenn ich Koffer pack, ergreift mich so eine kribbelige Aufregung. Freudige Erwartung. Ich weiß echt nicht, wie gewisse Menschen einfach still an einem Ort verharren können, bis das Leben an ihnen vorbei gestrichen ist, ohne irgendetwas gesehen zu haben… Außerdem zeichnet jedes Land eine eigene Kultur, eine eigene Sprache aus. Und Sprachen haben auch eine enorm große Anziehungskraft auf mich. Ich werde zwar wohl niemals alle beherrschen – ich gestehe, ich habe nicht mal den Anreiz dazu -, trotzdem ist es unheimlich geil Leuten zuzuhören, die eine andere Sprache sprechen als ich. Ich finde es unglaublich interessant! Und hey, ich kann Tolkien schon verstehen, dass er sich eine eigene Sprache aufbauen wollte. Möchte ich zwar auch nicht.. verstehen kann ich es aber trotzdem. Übrigens gibt es nichts Schlimmeres als einen Gedanken zu verlieren, den man eigentlich aufschreiben möchte. Leider gibt es so was relativ häufig und anstatt einer eventuell perfekten Formulierung, muss man sich mit etwas zweitklassigem zufrieden geben…
Ich weiß, es mag etwas absurd klingen, aber ich kann meine Tante Betty eigentlich überhaupt nicht ausstehen. Sie ist sone olle Schrulle, die kein Kind hat, dafür einen Mann, der mehr Zeit außerhalb des Hauses verbringt, als drin. Sie weiß immer alles besser, kritisiert an allem herum und wundert sich dann auch noch, wenn man nicht unbedingt immer bei ihr sein will oder muss. Sie ist zwar nicht ordentlich, aber bei ihr muss alles sauber und perfekt sein. Sie ist zwar nicht schuld, aber ich kann Hausarbeit eigentlich nicht ausstehen und hey, ich habe immerhin eine Sache mit meiner Tante gemein: Unordnung mag ich noch weniger. Ich hoff, sie weiß das nicht, sonst darf ich ihr Haus auf Fordermann bringen… Außerdem muss bei ihr immer alles pünktlich geschehen und Pünktlichkeit ist nun wirklich spießig! Ich hasse nichts mehr, als gehetzt zu werden, am besten noch völlig grundlos. Und ich weiß, dass sie genau das weiß.. wird also sehr angenehm werden…
Ach, noch zwei Sachen: Milch kann ich nicht ab. Wird mir immer schlecht von. Wobei ich Kakao dagegen total gerne trinke und scheinbar auch unbegrenzt vertrage. Klar, einige Leute behaupten, es sei absolut nicht gut für die Figur, aber dank Sport habe ich damit kein Problem: Take-away food vom Chinesen. Da kann ich nicht nein sagen. Und ich brauch es verhältnismäßig regelmäßig. Ich liebe das Essen einfach!
Geschichte:
Theon kam an einem warmen Sommerabend im August zur Welt. Nachdem er, wie so viele andere Neugeborene vor ihm, stolz und lautstark kundtat, er sei nun auch endlich anwesend, verfiel er in einen erholsamen Schlaf. An der Brust seiner geliebten Mutter, unter dem wachsamen Blick seines vor Glück strahlenden Vaters. Man kann wohl mit Recht behaupten, er habe in dem Moment seiner Geburt eine viel gerühmte Eigenart verraten, denn in den folgenden Monaten gab er sich ganz seiner Leidenschaft , dem Schlaf hin. In seinen wachen Momenten beobachtete Theon schon damals aus hellen, leuchtenden Augen seine Umwelt. Alles wollte er sehen, alles fand er spannend. Gleichzeitig hatte er nie eine quengelnde Art am Leib, machte es seiner Mutter mit seinem ruhigen Gemüt sehr einfach.
Die ersten vier Jahre seiner Lebens strichen mehr oder weniger ereignislos an Theon vorbei. Das erste Erlebnis, an welches er sich wirklich noch erinnert, ist die Ankunft seines kleinen Brüderchens. Seine Mum erzählte später jedem, der es hören wollte, wie fasziniert, ja geradezu andächtig der kleine Blondschopf vor dem winzigen Baby gestanden hätte. Behutsam suchte er die Nähe des neuen Familienmitglieds und konnte es doch gar nicht erwarten endlich einen Spielkameraden zu haben.
In diesen ersten Jahren teilten sich Theon und Julien ein Zimmer. Damit hatten sie gleichzeitig nämlich auch Platz für ein gemeinsames Spielzimmer der Brüder, was für das damalige Alter wohl wichtiger war als getrennte Zimmer. Geoffrey und Cristina waren immer wieder davon überrascht, dass Theon am frühen Morgen solange ruhig war, bis sein Bruder endlich aufgewacht war. Dann erst tobte er Krach machend herum. Erfolgreich lebte er Julien also vor, wie sich kleine Jungs zu verhalten hatten und kaum dass der Jüngere gehen konnte, tapste er Theon hinterher. Bei Julien ging die Laufentwicklung also wesentlich schneller vonstatten, wogegen Theon sehr früh sprechen konnte. Beides also etwas schneller in der Entwicklung als andere Kinder. Zudem von ihrem forschenden Vater sehr gefördert - Theon kannte das Arbeitszimmer und Büro des Vaters in der Universität genauso gut wie das Spielzimmer der Brüder -, stellte sich in der Schule schnell heraus, dass Theon ungemein unterfordert war. Er selbst empfand die anderen Kinder geradezu als doof und suchte ihre Nähe nicht, gab sich vielmehr weiterhin nur mit Julien ab. Somit wurde er als schwieriger Schüler abgestempelt. Cristina bekam anfänglich Briefe der Lehrer, die ein solches Kind ungewöhnlich fanden, später Anrufe und Besuche. Oft genug bereitete ihr dieser Umstand heftige Kopfschmerzen. Dann kam Julien in die Schule und sehr schnell stellte sich heraus, dass bei ihm genau das Gleiche wieder passieren sollte. Das erste Mal in seinem Leben musste Theon einen Streit zwischen seinen Eltern mit anhören. Voller Sorgen und Angst weinte er sich spät in der Nacht in den Schlaf.
Entgegen Theons damaliger, sehr naiven Annahme die Welt würde untergehen, sollten sich seine Eltern streiten, besserte sich die Lage für die beiden Brüder erheblich. Kurz nach dem Streit sorgte Cristina dafür, dass die beiden Jungs auf eine Privatschule kamen. Theons Meinung bezüglich seiner Mitschüler besserte sich zwar nicht gerade, aber seine Lehrer forderten ihn immerhin stärker. Nichtsdestotrotz gab es nun auch endlich ein paar Leute, mit denen er mehr zu tun hatte. Unter Freunden verstand er zwar etwas vollkommen anderes, aber er hing mit ihnen rum, sah sie nachmittags, half ihnen sogar bei Schulsachen. Sie waren vermutlich auch der einzige Grund, weshalb er hin und wieder Hausaufgaben hatte - sehr zum Leidwesen seiner Lehrer. Aber schon damals konnten sie nie ernsthaft etwas gegen seine Schulmoral sagen, denn was er mündlich beisteuerte und die Ergebnisse sämtlicher Tests reichten aus, um ihn nicht rügen zu können.
Theons „Freundeskreis“ blieb über die Jahre der Gleiche: Komische Vögel, die von der Allgemeinheit als strange abgestempelt wurden, aus seinem Jahrgang. Sie drifteten allesamt in Szenen ab, zogen Theon dabei zwar nie mit sich, förderten jedoch sein Verständnis und seine Akzeptanz. Trotz ihrer Verschiedenartigkeit konnte man sie ohne weiteres als eine Clique bezeichnen, zu der sich nicht einfach so ein neues Gesicht mischen konnte. Und obwohl Theon besagte Freunde hatte, behaupteten doch sehr viele Menschen in der Zeit, er würde mehr und mehr zu einem Einzelgänger werden. Immer häufiger kam es vor, dass er sich zurück zog und ganz für sich allein irgendwelche Sachen schrieb. Er ließ nicht einmal Julien an dieser Entwicklung teilhaben. Um genau zu sein entfernten sich die beiden Brüder sogar etwas von einander: Julien verfolgte mit seinem Schlagzeug mehr und mehr seine musikalische Laufbahn und ging Theon damit gehörig auf die Nerven, der zwar Gesangsunterricht nahm und hin und wieder auf einer Gitarre herumspielte, sonst aber kein Interesse daran hatte etwas mehr mit der Musik zu tun zu haben. Abgesehen davon war Theon gerade klar geworden, dass er nicht… normal war.
Es hatte ihn nie sonderlich gewundert, dass er kein Interesse für das einzige Mädchen seines Freundeskreises entwickelt hatte - Sie war ein Kumpel. Wie sollte da also mehr sein? Doch als er realisierte, dass er plötzlich Interesse an einem der anderen Jungs besagten Freundeskreis hatte… verunsicherte es Theon doch gewaltig. Homosexualität war bis dahin nur insofern ein Begriff gewesen, als dass es bei gewissen Tieren vorkam. In seinem Bekanntenkreis gab es das nicht… oder er wusste nichts davon.
Mit gerade mal fünfzehn Jahren traute Theon sich jedoch kein Stück irgendetwas zu versuchen. Sicher, er selbst behauptete eine wesentlich größere Toleranzgrenze zu haben - seinen Freunden traute er dergleichen aber keineswegs zu. Es musste erst noch ein Jahr vergehen und es musste zu einer erneuten Annäherung der beiden Brüder kommen, bevor Theon etwas Selbstbewusstsein in dieser Sache bekam.
Julien hatte es inzwischen irgendwie geschafft das jüngste Mitglied einer Teenieband aus der Nachbarschaft zu werden - für alle anderen war es nur fun, für Julien eine Herausforderung, die er mit Bravour meisterte. Sehr zu Theons Missfallen nistete sich besagte Band im Keller der Featherstones ein. Ruhige Minuten? Nix da!
Wollte Theon etwas Ruhe haben, musste er das Haus verlassen. Nachdem er sich mit Julien darüber gestritten hatte, erklärte er sich bereit bei den Proben dabei zu sein und zu zuhören - nicht wissend, dass sämtliche Bandmitglieder auch immer wieder Freunde anschleppten. So natürlich auch an dem Tag. Theon war hin und weg - nicht von der Musik, sondern von dem zwei Jahre älteren Kerl, der da saß und den Bemühungen der Band folgte. Sie lauschten beide der Musik, gleichzeitig unterhielten sie sich aber auch die ganze Zeit. Die nächsten Male war Theon immer anwesend - Leon ebenfalls. Der Blondschopf wagte aber nicht einmal sich irgendetwas vorzustellen, enttäuscht zu werden hätte er wohl nicht vertragen. Umso mehr überraschte es Theon, als der Ältere ihn fragte, ob er nicht was mit ihm unternehmen wollte und dass er sich nach jedem Mal ein neues Treffen organisierte - Theon konnte nicht nein sagen.
Tagelang schwebte er in leerem Raum. Unwissend, was genau eigentlich mit ihm geschah. Und dann ging es plötzlich ganz schnell. Theon wurde von den ganzen neuen Erfahrungen und Eindrücken geradezu übermannt. Trotzdem war er so glücklich wie noch nie. So glücklich, dass er es ganz und gar nicht vertrug, wenn seine Mutter meinte ihn wegen irgendetwas anpampen zu müssen, so glücklich, dass er ganz gut ohne Freunde klar kam. So oft es ihm möglich war schlief er bei Leon. Jede freie Minute verbrachten sie zusammen.
Nach zwei Monaten fand Theon den Mut seine Mutter in Kenntnis zu setzen. Er fürchtete sich zwar davor seine Eltern zu informieren, aber mehr noch, sie könnten es anders herausfinden. Julien riet ihm - der in Theons Augen einfach unglaublich toll war, so wie er sich verhielt, so wie er keinerlei Probleme mit seinem schwulen Bruder hatte -, erst einmal nur mit ihrer Mutter zu reden. Sie würde vermutlich wesentlich mehr Probleme machen als ihr Vater. Theon passte für sein coming-out also eine Forschungsreise seines Vaters ab. Natürlich hatte er geahnt, dass seine Mutter nicht einverstanden wäre - einige von Leons Freunden hatten dergleichen erwähnt -, vorbereitet war er aber trotzdem nicht. Weder auf ihr geschocktes Schweigen, noch auf ihr Schimpfen, ihr Fluchen, ihr Drohen und schließlich das tiefe Seufzen, die Umarmung, der versöhnende Kuss. Zwar trug Cristina nach außen hin eine Maske der Akzeptanz zur Schau, Theon und Julien bemerkten jedoch sehr schnell, dass es eigentlich ganz anders war. Gleichzeitig wussten die Brüder jedoch auch, dass Cristina sich Vorwürfe wegen ihrer Erziehung machte, es ging nicht so sehr um die Vorliebe ihres Sohnes. Theon gab sich die größte Mühe seiner Mutter zu zeigen, dass er trotzdem ihr Mustersohn war - nichts half. Schlussendlich war er so zermürbt, dass er sogar mit Leon Schluss machte - natürlich gab es in Folge dessen noch mehr Tränen von Cristina.
Als Geoffrey endlich zurückkehrte, war Familie Featherstone mit dem Latein am Ende. Cristina warf sich heulend in die Arme ihres Mannes, Theon stand stumm an der Seite, bereit seinem Vater sofort alles zu erzählen und Julien stand neben seinem Bruder, stärkte ihm den Rücken. Im ersten Moment rechnete Theon mit einer Wiederholung, so fassungslos wie sein Vater ihn anstarrte. So als ob er ihm gerade erzählt hätte, Kühe könnten fliegen und Affen, also auch die Menschen, seien Aliens. Geoffrey tat aber keinem Familienmitglied den Gefallen, seine Frau nachzuahmen, vielmehr nahm er Theon in den Arm und fragte, wer sein Freund denn sei und wann er ihn kennen lernen würde. Umso mehr schockierte es ihn zu hören, dass Theon längst wieder alleine da stand.
Hatte Theon sein Schreiben vorher so gut wie vollständig sein lassen, so stürzte er sich nun wesentlich intensiver darauf. Es war also auch kein Wunder, als er kurze Zeit später etwas vollendet hatte, das man getrost Buch nennen konnte. In einem Anfall von Wahnsinn ließ er sich damit sogar von Julien zu einem Verlag schleppen…
Mit noch nicht mal siebzehn Jahren hatte er damit sein erstes Buch veröffentlicht, weitere sollten folgen. Genauso, wie nun immer häufiger Männer in Theons Leben traten. Mit kaum einem blieb er länger als einen Monat zusammen, mit den Wenigsten solange. Und zwischen diesen ganzen Veränderungen seines Lebens beendete er auch noch die Schule mit Glanzleistungen.
Unlängst war er in England zu einer kleinen Berühmtheit geworden. Ab und zu wurde er zu Lesungen gebeten. Radio, Zeitung und Fernsehen traten an ihn heran und baten ihn um Interviews. Es war also auch kein Wunder, als größere, englische Schriftsteller Kontakt zu ihm aufnahmen. Sie hätten seine Stimme so interessant gefunden und wollten ihn fragen, ob er nicht Interesse an Hörbüchern hätte. Damit zogen sie ihn eindeutig großen Hörbücherlesern vor und Theon nahm, ohne großartig darüber nachzudenken an. Gleichwohl bemerkten seine Freunde sehr schnell, dass er, je näher sein 20. Geburtstag kam, sich mehr und mehr von allen Dingen frei schaufelte. Sie hatten keine Ahnung warum, aber er schien sich von allem zu trennen, was ihn in England festhielt. Geoffrey wusste genauso wenig bescheid, ahnte daher auch nicht, was seine ständigen Reden von Reisen bewirken konnten. Nur Julien war im Bilde. Nur er wusste, dass Theon England hinter sich lassen wollte und nach Schweden, der Heimat seiner Mutter aufbrechen wollte. Doch bevor Theon das in die tat umsetzen sollte, bat seine Tante väterlicherseits, Tante Betty, ihren Neffen, sie doch mal für einige Zeit besuchen zu kommen. Da ihm keine gescheite Ausrede einfallen wollte - in den entscheidenden Momenten entzog sich selbst einem Menschen wie ihm, der rettende Gedanke -, blieb Theon nichts anderes übrig, als nach Schottland aufzubrechen. Und die gute Frau konnte auch nicht einfach in einer Stadt wohnen, nein, sie lebte auf dem Land - was zugegeben sehr gut zu ihr passte und eigentlich auch kein Problem für Theon war. Nur die Vorstellung in nächster Zeit diese Frau die ganze Zeit auf der Pelle zu haben.. Nun gut, immerhin war er ja doch alt genug um tun und lassen zu können, was er wollte.
[Dieser Beitrag wurde am 12.05.2008 - 17:00 von Theon aktualisiert]
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