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    chris ...
    Motz Sack




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    ...   Erstellt am 08.07.2005 - 13:38Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


    Dem Forellensterben auf der Spur

    Das wegweisende bayerische Untersuchungsprogramm zum Bachforellensterben bringt neue Erkenntnisse. Je nach Einschätzung ein beruhigender Fortschritt oder beunruhigende Perspektiven.

    Mit ihrem gross angelegten Untersuchungsprogramm versuchen Landesfischereiverband Bayern (LFVB) in enger Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landesamt für Wasserwirtschaft (LfW) dem unheimlichen Bachforellensterben in den voralpinen Flüssen auf die Spur zu kommen. Grundpfeiler ist eine aufwändige Versuchsanlage an der Iller bei Kempten. In mit Illerwasser gespeisten Rinnen und Aquarien werden Testfische über Monate einem intensiven Gesundheits-Check unterzogen. Die Versuchsanlage ist leider die einzige im gesamten Alpenraum, bei der solche Testverfahren inklusive ein ausgeklügeltes System von Filtereinrichtungen eingesetzt werden können, um die Ursachen des Fischsterbens seriös zu erforschen. Für konsequenten Gewässerschutz braucht es diese detaillierte Detektivarbeit, ist man sich beim LFVB schon lange bewusst und man hat einen namhaften Teil der finanziellen Ressourcen dafür eingesetzt und starke Partner beigezogen. Mehr als 300000 Euro kostet das Projekt pro Jahr, der Freistaat Bayern und der Fischereiverband teilen sich die Kosten.

    Rätselhaft
    Noch stehen die Wissenschaftler vor einem Rätsel: Seit Mitte der Neunzigerjahre hat man erkannt, dass in voralpinen Flüssen jeweils im Sommer und Herbst Forellen sterben. Betroffen ist interessanterweise ausschliesslich die Bachforelle. Andere, ebenfalls als anspruchsvoll geltende Fischarten wie Äsche, Groppe oder Regenbogenforelle zeigen in denselben Gewässern keinerlei Gesundheitsprobleme.
    Die Krankheitsbilder bei den Forellen gleichen sich: hochgradige Blutarmut und schwerwiegende Veränderungen der inneren Organe führen innert kurzer Zeit zum Tod. An der Iller bei Kempten, wo das Projekt im Jahr 2000 gestartet wurde, kommt die Bachforelle inzwischen gar nicht mehr vor!

    Eingekreist
    Dank ihren zielgerichteten Untersuchungen können die bayerischen Fachleute die möglichen Ursachen mittlerweile näher einkreisen.
    Über Monate werden die Testfische, jeweils 30 Bachforellen pro Becken, im Flusswasser gehältert. Ihr Gesundheitszustand wird durch monatliche Blutuntersuchungen kontrolliert – jeder «Patient» ist individuell gekennzeichnet. Messsonden und eine Webkamera liefern den Fachleuten laufend Daten zur Wasserqualität und zum Verhalten der Fische. Im Spätsommer werden alle Testfische bei einem umfangreichen Untersuchungsprogramm auf Herz und Nieren untersucht: Krankhafte Gewebeveränderungen kommen dann ebenso unter die Lupe wie Laborwerte, Parasitenbefall und infektiöse Erreger. Das Wasserwirtschaftsamt Kempten und der Kemptener Fischereiverein kontrollieren die Versuchsanlage regelmässig und führen begleitende Messungen durch.
    In Zusatzversuchen werden an der Mangfall, der Ammer, der Isar und der Amper Bachforellen gemeinsam mit Regenbogenforellen in künstlichen Rinnen und Teichen gehalten, die mit unbehandeltem Flusswasser durchströmt werden. Diese deutlich weniger aufwändigen Versuche liefern wertvolle Beurteilungsgrundlagen für die Bewirtschaftung. Wenn dort auch künftig die Bachforellen sterben und die Regenbogenforellen wie bis anhin nicht, dann sind kurzfristige Anpassungen beim Besatz angezeigt. Ähnliche Diagnosen sollten auch in der Schweiz gestellt werden, um zumindest abzuklären, ob der Besatz mit Bachforellen in den betroffenen Gewässern überhaupt noch sinnvoll ist.

    Einen Schritt weiter
    In der neusten Testphase wird das Wasser über verschiedene Filter spezifisch gereinigt. Und ein Filtertyp hat nun nach neusten Mitteilungen der Forscher erstmals seit Beginn der Untersuchung das Überleben der Forellen im Flusswasser ermöglicht. Es handelt sich um die Behandlung des Wassers mit UV-Strahlung. «Ein Durchbruch» sind diese Resultate der Forschungsgruppe Schwaiger für Dr. Oliver Born vom LFVB. Die Wirksamkeit der UV-Strahlung legt für den Fischereibiologen nahe, dass es sich um einen Erreger handelt, der den Bachforellen so zusetzt. Allerdings könne es nach den bisherigen Erkenntnissen (z.B. keine Ansteckung von in Quellwasser gehälterten Fischen durch kranke Fische) keine klassische Erkrankung sein, sondern ein Virus, das nur unter bestimmten Umständen zum beobachteten Krankheitsverlauf führe und dessen Auswirkungen vermutlich von einer Vielzahl von Faktoren abhängig seien. Der Verdacht ist gross, dass es sich um eine bisher unbekannte Art oder einen ganzen Formenkreis handeln muss. Entsprechende Untersuchungen seien aber bereits angelaufen.
    Es ist einerseits eine Erleichterung, dass der Urheber des Sterbens vielleicht schon bald identifiziert ist, anderseits ist die Befürchtung berechtigt, dass eine erfolgreiche Bekämpfung eine noch viel schwerere Aufgabe sein wird.





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