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Anja ...
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...   Erstellt am 25.01.2006 - 17:46Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Auf der Suche nach ihren Idolen sind die Fans der Magdeburger Band "Tokio Hotel" sehr ausdauernd. Aus ganz Deutschland rufen sie in Magdeburg an, um auf irgendeine Weise an Bill, Tom, Georg und Gustav heranzukommen. Seit September ist ihr Drang ungebrochen, Telefonnummern zu wählen von Leuten, die dieselben Nachnamen wie die jungen Musiker haben. In der Hoffnung, einen Verwandten zu erwischen.

"So kann das nicht mehr weitergehen, ich möchte endlich Ruhe haben", sagt Wilfriede Schäfer. Die 68-jährige Rentnerin aus der Alten Neustadt bekommt seit September fast täglich mehrere Anrufe. Nicht von Freunden oder Bekannten, sondern von Fans der Gruppe "Tokio Hotel". Der Schlagzeuger der Teenie-Band heißt Gustav Schäfer. Da er nicht im Telefonbuch zu fi nden ist, sind seine Fans auf der Suche nach Verwandten, um an ihr Idol heranzukommen. Sämtliche Schäfers aus Magdeburg werden angerufen.

Bei der Internetauskunft ist 151-mal der Name Schäfer allein für die Landeshauptstadt registriert. Selbst wenn man die Suche aufs Stadtzentrum eingrenzt, bleiben immer noch mehr als 40 übrig.

Bei Wilfriede Schäfer klingelt das Telefon mehrmals täglich, immer ab Mittag, zur Schulschluss-Zeit, oftmals auch sonntags, dann bis in die Nacht hinein. Ebenso geht es vielen anderen "Schäfers", die die Volksstimme befragte. Gerade ältere Leute können die Anrufe nicht einordnen, weil sie nicht wissen, wer Gustav ist. "Schäfers gibt es viele, da kann man schon mal den falschen erwischen", sagte beispielsweise Gerald Schäfer aus Sudenburg. Der Rentner hatte sich nur gewundert, warum sich derzeit so viele Anrufer bei der Telefonwahl vertun. Renate Schäfer aus Olvenstedt hat sich gegen die vielen Anrufe lautstark zur Wehr gesetzt: "Ich habe laut gerufen und gepfiffen", erzählt sie. "Nun ist Ruhe – toi, toi, toi!"

Auf diese Ruhe hofft Wilfriede Schäfer bisher vergebens. Auch sie versucht, den Anrufern "in aller Deutlichkeit" klarzumachen, dass der Musiker Gustav weder bei ihr wohnt noch in irgendeiner Weise mit ihr verwandt ist. Auch hat die fast 69-Jährige eine rote Pfeife neben dem Telefon liegen, um Anrufer durch Pfi ffe abzuschrecken. Nichts half bisher. Sohn Jürgen und Schwiegertochter Andrea (auch sie haben lange Zeit Anrufe von "Tokio Hotel"-Fans erhalten) haben Oma Schäfer deshalb zu Weihnachten ein neues Telefon geschenkt. Angeschlossen ist vor allem ein Anrufbeantworter, so dass die ältere Dame nicht ständig zum Telefon rennen muss. "Die Jungs von ,Tokio Hotel’ mögen ja nett sein", sagt Wilfriede, die über die Band und deren Musik von ihrem Enkel Björn aufgeklärt wurde. "Das ist aber noch lange kein Grund, fremde Leute zu belästigen. Das nervt!"

Wie kann man sich wehren gegen ständige Anrufe?

"Energisch deutlich machen, dass es keine Verbindung zur Band ,Tokio Hotel’ gibt", sagt Ilona Ellrich, Mitarbeiterin der Kripo-Beratungsstelle Magdeburg. Sie rät außerdem zu einem Anrufbeantworter. Dessen Begrüßungstext könnte den Anrufern bereits eine Abfuhr erteilen. Möglich wäre auch eine Anrufrückverfolgung ("Fangschaltung", um den Anrufern klarzumachen, dass sie mit Konsequenzen zu rechnen haben. Letzte Hilfe: Eine neue, geheime Telefonnummer.

Das alles kostet Nerven, Zeit und vor allem Geld. Bei einer Anrufrückverfolgung ist je nach Aufwand mit 20 Euro pro Nummer zu rechnen, sagt Diana Saupe, Pressesprecherin von T-Com. Mindestens 51 Euro müssen für den Tausch der Telefonnummer gezahlt werden. Die Kosten könnten auch höher liegen, je nach Anforderung, "es ist sehr aufwändig, alle Datenschutzgründe zu berücksichtigen".
Für eine geheime Telefonnummer haben sich bereits Verwandte der Musiker und Familien mit denselben Nachnamen entschieden, bestätigt TCom-Sprecherin Saupe. Listing und Kaulitz waren jeweils nur dreimal in der Landeshauptstadt registriert, entsprechend groß war bei ihnen der Telefonterror. Lediglich der Vater von einem der Musiker ist noch dienstlich zu erreichen, weil es beruflich nicht anders geht. Privat- und Mobiltelefon hat er abgemeldet. Er freut sich zwar über den Erfolg der Jungs, Anrufe bei ihm sind jedoch ebenfalls zwecklos: "Ich kann den Mädchen auch nicht weiterhelfen", betont er und hofft, dass seine Telefonnummer aus den Listen der Fans gelöscht wird.

Einige Schäfers wollen oder können aus beruflichen Gründen ihre Telefonnummer nicht ändern. Beispielsweise, weil sie ihren Namen in der Firmenbezeichnung tragen. So berichtet der Chef des Autohauses Schäfer: "Wir wurden andauernd wegen Gustav Schäfer belästigt. Die Anrufe kamen vor allem als R-Gespräche. Da blieb uns nichts anderes übrig, als immer wieder aufzulegen." Fast täglich auch die Anrufe bei Wolfgang Schäfer Gaststätte & Pension. Der Chef klagt: "Zu Weihnachten war es ganz extrem. Wir hatten Besuch, und mehrmals in der Stunde klingelte das Telefon. Auch gestern hatten wir wieder drei Anrufe."

Strafanzeige wegen ständiger Belästigung

Die Schäfers werden belagert und belästigt. Manch einer überlegt sogar, Anzeige wegen ständiger Belästigung bei der Polizei zu erstatten und eine Fangschaltung herstellen zu lassen. Wenig Chancen sieht dafür Ilona Ellrich von der Kripo-Beratungsstelle. "Es liegt keine massive Bedrohung vor, kein strafrechtlicher Hintergrund", erklärt sie. Vielmehr wählten die Musikfans "aus Versehen" die falsche Nummer.
Relative Ruhe herrscht mittlerweile bei Charlotte Kaulitz. Die Rentnerin aus dem Neustädter Feld hatte bis zum Herbst bergeweise Fanpost für "Tokio Hotel" erhalten. Dabei hat sie absolut nichts mit Sänger Bill und seinem Bruder Tom zu tun. Zunächst klebte sie einen Zettel mit dieser Botschaft an ihren Briefkasten ("Bill und Tom unbekannt". Dann hatte sie bei der Post erreichen können, dass ihre Briefe bereits in der zentralen Verteilungsstelle handverlesen und aussortiert werden. Fanpost verirrt sich nun nur noch selten zu der 82-Jährigen. Zum Glück ist auch der Telefonterror vorbei, betont sie. Von morgens bis nach Mitternacht war die alte Dame angerufen worden – ebenso ihre Verwandten im Weser-Bergland und in der Nähe von Düsseldorf. Wie wahrscheinlich viele der im Internet zu findenden 40 Familien mit dem Namen Kaulitz. Im Oktober hat sich Charlotte eine Geheimnummer von der Telekom geben lassen. "Endlich ist Ruhe", sagt sie, dazu könne sie Betroffenen raten.

Eine geänderte Telefonnummer ist allerdings nicht immer eine Ruhe-Garantie: Jugendliche Fans, die sich für einfallsreich halten, rufen mittlerweile in der Nachbarschaft an und fragen nach der neuen Telefonnummer…





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