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witchi ...
Der Burgherr (Admin) freier Ritter
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...   Erstellt am 02.08.2005 - 07:55Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Technische Begriffe
Angel (engl. tang) oder Erl
Die Angel ist der von außen unsichtbare Fortsatz der Klinge, der bei der Parierstange im Griff verschwindet. Eine gut konstruierte Angel ist essentiell für ein robustes und haltbares Schwert. Ein billiges Schwert hat meist eine kurze und sich rapide verjüngende Angel. Eine solche Waffe kann hohen Belastungen nicht lange standhalten, die Klinge kann am Heft abbrechen.
Hochwertige Schwerter zeichnen sich durch eine starke, sich nur langsam verjüngende Angel aus, die idealerweise bis zum Knauf durchgezogen sein sollte.

Balance- oder Schwerpunkt
Der Punkt der Waffe, an dem man sie auf einem (waagrecht gehaltenem) Finger balancieren kann. Je näher der Balancepunkt an der Parierstange ist, desto besser lässt das Schwert sich handhaben. Schlecht austarierte Schwerter sind plump, belasten das Handgelenk und ermüden den Träger schnell.

Carbonstahl
Siehe Stahl.

Cross guard
Englische Bezeichnung für die gerade Parierstange, die damit ausgestatteten Schwertern das typische kreuzförmige Aussehen verleiht.

Dorn
Andere Bezeichnung für die Angel.

Federstahl
Siehe auch unter Stahl. Federstahl zeichnet sich durch seine hohe Flexibilität aus, weshalb er sich gut für Schwertklingen eignet. Eine gute Federstahlklinge kann - mit einiger Kraft - um 90° gebogen werden, und springt dann wieder in die ursprüngliche Form zurück.

Fehlschärfe
Der Bereich der Klinge direkt vor dem Heft, der nicht geschärft und bei bestimmten Modellen mit Leder umwickelt ist. Der Zweck der Fehlschärfe ist, die Festigkeit der Klinge insgesamt zu erhöhen. Die Fehlschärfe geht nahtlos in die Angel über.

Fuller
Siehe Hohlkehle.

Guard
Englische Bezeichnung für jede Art von Parierstange.

Hohlkehle
Fälschlicherweise auch oft Blutrinne genannt. Eine Schwertklinge sollte in den meisten Fällen mit einer Hohlkehle versehen sein, normalerweise beginnend beim Ende der Fehlschärfe. Die Hohlkehle ist aus zwei Gründen zweckdienlich: zum einen verringert er das Gewicht der Klinge erheblich, zum anderen erhöht er auch die Zähigkeit und Bruchfestigkeit der Waffe.

J 420, 440, 440C
Siehe Stahl.

Klinge / Kante
Eine beliebte Kernfrage lautet: sollte die Klinge stumpf oder scharf sein? Rein rechtlich gibt es da übrigens keinen Unterschied - beide Arten gelten als "Hieb- und Stoßwaffen"! Stattdessen sollten zwei Hauptaspekte in Betracht gezogen werden:
- Sicherheit: wirklich scharf, im Sinne von messerscharf, sind sogenannte "Cutter". Solche Schwerter sind zu scharf für den sicheren Kampf. Normalerweise versteht man unter "scharf" bei Schwertern, daß die Kante unter 1mm stark ist.
Vorsicht! Eine stumpfe Klinge mag das Verletzungsrisiko zwar senken, aber schaltet es beileibe nicht aus. Auch mit einer völlig stumpfen Waffe kann man Knochen brechen und Köpfe abschlagen! Eine fundierte Ausbildung ist beim Kampf mit Stahlwaffen in jedem Fall absolut unerlässlich!
- Haltbarkeit: die Regel ist einfach: je breiter die Schlagkante, desto weniger Scharten fängt die Klinge, und desto länger bleibt sie intakt. Auf der Sollseite steht das höhere Gewicht einer stumpfen Klinge.
--> Insgesamt gibt es drei Sorten von funktionalen Schwertern: scharf für Schnittübungen, halbstumpf (ca. 1mm) für historische Fechtkunst, und vollstumpf (>2mm) für Schaukampf.

Knauf
Als das "rückwärtige Ende" eines Schwertes dient der Knauf vor allem als Gegengewicht zur Klinge, um die Waffe so gut wie möglich auszubalancieren. Beim Kauf sollte man unbedingt darauf achten, wie der Knauf befestigt ist - es gibt unglaublich viel Billigware, bei der der Knauf auf ein dünnes Gewinde aufgeschraubt ist! Daher immer die "Drehprobe" machen: lässt sich der Knauf abschrauben und ein dünnes Gewinde kommt ans Tageslicht, sollte man die Finger von der Ware lassen. Zum einen ist die Bruchgefahr eines solchen Gewindes hoch, zum andern haben solche Waffen meist auch minderwertige Angelkonstruktionen.
Ist der Knauf verschraubt, sollte das Gewinde möglichst kurz und dick sind; idealerweise direkt aus der Angel herausgefräst. Historisch bzw. authentisch ist jedoch der vernietete Knauf. Hier gibt es noch den Unterschied zwischen Heiß- und Kaltvernietung, wobei ersteres deutlich besser ist.

Ort
Die Spitze der Klinge.

Parierstange
Die meisten Schwerter sind mit einer Parierstange oder ähnlichem ausgestattet. Lässt man die gegnerische Klinge von der eigenen abgleiten, wird sie von der Parierstange abgehalten, bevor sie die Hand verletzen kann. Daher sollte die Parierstange mindestens so breit sein wie die Hand, wenn sie den Griff umschließt. Beim Kauf sollte man darauf achten, daß die Parierstange fest sitzt und nichts wackelt oder klappert.

Ricasso
Englisch (Italienisch?) für Fehlschärfe.

Rostfrei
Finger weg von rostfreien Schwertern! Für genauere Erläuterungen siehe unter Stahl.

Taper (engl.)
Gibt an, wie deutlich die Klinge von oben betrachtet zur Spitze hin zuläuft. Nicht zu verwechseln mit "Distal Taper" - dieser Begriff beschreibt die von der Basis zur Spitze abnehmende Klingendicke. Klingen ohne Taper nennt man gemeinhin Breitschwerter, Klingen ohne Distal Taper fallen eher in die Kategorie Keule/Schiene/Stemmeisen etc.





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Der Schmerz von heute ist die Kraft von morgen.

Savertin ...
Der Burgvogt (coAdmin)
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...   Erstellt am 02.08.2005 - 10:58Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Siehe Stahl, gerne, aber wo?





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witchi ...
Der Burgherr (Admin) freier Ritter
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...   Erstellt am 02.08.2005 - 19:21Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


gedult mein freund gedult

Stahl
Die Qualität eines jeden Schwertes steht und fällt mit dem Stahl der Klinge. Leider können viele Händler keine Auskunft über die Art des verwendeten Stahles ihrer Schwerter geben. Es gibt jedoch einige Punkte, die unbedingt zu beachten sind:

Härtung:
es gibt härtbare und nicht härtbare Stähle. Härtet man einen nicht härtbaren Stahl, ruiniert man den Werkstoff. Ebenso muss ein härtbarer Stahl auch wirklich gehärtet werden - sonst ist es, als würde man eine Pizza belegen, aber nicht backen. Genauer gesagt müsste man von "Vergütung" sprechen, denn nach dem Härten muß ein Stahl wieder "angelassen", d.h. etwas weicher gemacht werden, um brauchbar zu sein.

Legierung:
Stahl besteht aus Eisen und einem geringen Anteil Kohlenstoff, sowie je nach Legierung anderen Elementen, die der Klinge besondere Eigenschaften verleihen. Die wichtigsten seien hier aufgelistet:
- Kohlenstoff: der C-Anteil macht einen Hauptteil der Stahldefinition aus. Unter 0.35% spricht man von "Baustahl", dieser ist zu weich und absolut ungeeignet für Klingen. Interessant sind Stähle ab 0.50% C und darüber, je nach Schwerttyp bis hin zu 0.95% C, was wiederum hart an der Grenze zu "zu hart und spröde" ist. Bei einem C-Anteil von 2% spricht man wiederum von Gußeisen; würde man daraus ein Schwert machen, würde dies splittern und brechen wie Glas.
- Mangan: ist ebenfalls in fast jedem Stahl zu etwa rund 0.50% enthalten.
- Chrom: sieht hübsch aus und macht Stahl ab 13% Anteil rostfrei, aber leider auch vollkommen ungeeignet für Klingenwaffen, denn Chrom macht den Stahl hart und spröde. Ein klein wenig Chrom (maximal 1%) kann je nach Legierung auch nützlich sein.
- Silizium: verleiht dem Stahl hervorragende Flexibilität und Stärke. Ein wenig Silizium (0.35%) ist in jedem Qualitätsstahl, aber besondere Eigenschaften entfaltet es bei einem Anteil von 1.0 - 2.0%.
- Schwefel und Phosphor beeinflussen den Stahl nachteilig, daher wird ihr Anteil so gering wie irgend möglich gehalten.
- weitere Elemente wie Nickel, Molybdän, Vanadium etc. finden ebenfalls Verwendung, sind aber im Schwerter-Bereich eher exotisch. Manche Schmiede suchen sich solche höherlegierten Stähle wohl vor allem "zum Angeben" aus.

Nomenklatur:
Die deutsche Stahlnomenklatur ist einfach und transparent. Der Werkstoff wird bezeichnet durch Art und Anteil der legierten Elemente. So bezeichnet C70 einen Stahl mit 0.7% Kohlenstoffanteil. Die Zahl nach eventuellen legierten Elementen beschreibt nicht den prozentualen , sondern den proportionalen Anteil (also etwa 3=wenig, 7=viel). Ausländische Werkstoffe haben leider oft kryptischere Bezeichnungen. Die amerikanische Methode z.B. orientiert sich eher am Verwendungszweck als an der Zusammensetzung, sodaß mitunter drei verschiedene Stähöe dieselbe Bezeichnung haben können.
Stähle, denen man öfter begegnen kann, sind unter anderem:
- C60: das Arbeitstier unter den Klingenstählen, billig und nahezu unverwüstlich. Entspricht dem amerikanischen 1060. Mit einem gut gehärteten C60 kann man eigentlich nichts falsch machen.
- 55Si7: leider sehr wenig gebräuchlich, denn dieser Federstahl ist ein hervorragendes, flexibles und starkes Material. Der einzige Nachteil ist, daß er aufgrund des relativ geringen C-Gehaltes nur bis ca. 53 HRC gehärtet werden kann, ohne bruchgefährdet zu werden.
- J420 etc.: hier gilt ein absolutes Finger weg! Schwerter aus diesem Material sind hübsch anzusehen, aber absolut kampfuntauglich. So wie man keine Tassen aus Knetgummi macht, schmiedet man keine Schwerter aus J420.

Nepper, Schlepper, Bauernfänger:
Viele Anbieter von Schwertern führen den Kunden bewusst aufs Glatteis. Manchmal wird zwar eine Werkstoffbezeichnung angegeben, aber
nicht dessen Eigenschaften, ein andermal fehlt die Stahlspezifikation ganz.
Am schlimmsten aber sind die, die mit Schlagwörtern wie "High Carbon Spring Steel", "Live Steel" oder dergleichen werben, ohne genauere Details zu nennen. Das hört sich vielleicht toll an, sagt aber gar nichts über die tatsächliche Qualität aus. Zum Teil kommen solche Waffen aus Drittweltländern, wo sie aus gebrauchten (!) ausgemusterten Lastwagen-Blattfedern gefertigt werden. Immerhin ist die allgemeine Qualität des Marktangebots in den letzten Jahren soweit gestiegen, daß das heutzutage eher die Ausnahme ist.
Merke: Federstahl kann eine tolle Sache sein, der Begriff allein ist aber noch lange kein Garant für eine gute Klinge.
Andere Kuriosa: Zuweilen wird sogar "Stainless Steel" als Qualitätsmerkmal hingestellt, was nun wirklich total verquer ist. Andere Hersteller wiederum geben als Material schlicht "Stahl" an -- da könnten sie es sich auch gleich schenken; daß die Schwerter nicht aus Zinn sind, hätten wir uns fast schon selber gedacht.

Rockwell
Maßeinheit für den Härtegrad von Stahl, wird meist Synonym für die Rockwell-C-Skala benutzt (Maßeinheit HRC). Bei einem Schwert ist wichtig, daß der Stahl weder zu hart noch zu weich ist. Zu weicher Stahl verbiegt sich und bekommt schnell Dellen und Scharten, wenn man ihn biegt springt er nicht in die Ausgansposition zurück. Mit zunehmender Härte ist der Stahl auch spröder und bricht leichter. Scharfe Klingen sollten dennoch eher höhere Härtegrade aufweisen.
Handelsüblich und bewährt sind bei Schaukampfschwertern Rockwellhärten von 50-54, aber auch alles bis 56 kann gute Qualität sein. Klingen unter 50 Rockwell gelten als zu weich. Scharfe Schwerter mit schlanken Klingen benötigen högere Härtegrade, bis knapp unter 60 Rockwell (was aber wirklich die Obergrenze ist).





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