
| Forum | News | Mitglieder | Suchen | Registrieren | Member Login | Kostenloses Forum! |
| Ersteller | Thema » Beitrag als Abo bestellen | | ||
DelFina18 ![]() ~Kraine no Aikosha~ Status: Offline Registriert seit: 17.03.2007 Beiträge: 246 Nachricht senden |
Es war ein stürmischer und regnerischer Tag. Wie immer, wenn solches Wetter herrschte, saß ich drinnen und las ein Buch. Genis saß am Tisch und bastelte etwas; Lloyds Geburtstag stand vor der Tür. Ich hatte mein Geschenk schon vor Tagen gekauft, es war ein Buch, in dem stand, wie man richtig lernte. So etwas konnte Lloyd gut gebrauchen, doch natürlich war mir klar, dass er dem Buch nur einen kurzen Blick widmen würde und es dann für die nächsten Jahre in einer Ecke landen würde, zusammen mit den anderen unberührten Büchern, die ich ihm über die Jahre geschenkt hatte. An ihm waren Hopfen und Malz verloren, aber ich gab die Hoffnung nicht auf. Vielleicht würde der Tag kommen, an dem auch Mister Lloyd Irving mal ein Buch lesen würde. Während ich mich wieder meinem Buch widmete, merkte ich, dass ich dieselbe Seite jetzt schon zehnmal gelesen hatte, ohne die Worte wirklich in mich aufzunehmen. So etwas kam nur selten vor und es war ein Zeichen für mich, dass ich mich nicht auf das Buch konzentrieren konnte. Meine Gedanken waren ganz woanders… Ich erinnerte mich an etwas aus der Vergangenheit. Unsere Gruppe war in Izoold. Der salzige Meereswind wehte uns entgegen und erinnerte mich jede Sekunde daran, dass wir in einem Dorf am Meer waren. Schlimmer war aber die Gewissheit, dass wir am nächsten Tag mit einem Boot übers Meer nach Palmacosta fahren würden. Allein bei dem Gedanken drehte sich mir der Magen um. Warum konnten wir nicht einfach den Weg übers Land in Richtung Hima nehmen? Mir waren stärkere Monster ehrlich gesagt lieber als die unberechenbare See… Aber der Rest der Gruppe war fest entschlossen, übers Meer zu fahren, also musste ich mich fügen, so wenig es mir auch gefiel. Und letztendlich hatte ich schon am Anfang der Reise gewusst, dass ich früher oder später auf einem Boot landen würde. In der Nacht konnte ich nicht schlafen und lag stundenlang wach. Immer wieder wanderten meine Gedanken zu der bevorstehenden Bootsfahrt. Mein Magen drehte sich um und ich beschloss, ein wenig frische Luft zu schnappen. Draußen ging es mir schon wesentlich besser. Ich vertrat mir ein wenig die Beine im Dorf und betrachtete die Sterne. Auf einmal ertönte eine Stimme und ich erschrak fürchterlich. „Man kann die Sterne heute gut sehen.“ „Kratos! Sie haben mich erschreckt!“, keuchte ich. Der Söldner trat aus dem Schatten. „Tut mir Leid.“ Wir schwiegen eine Weile und begnügten uns damit, den sternenübersäten Himmel zu betrachten. Schließlich fragte ich leise: „Wäre es nicht besser, den Weg übers Land in Richtung Hima zu nehmen? Das Meer birgt so viele Gefahren…“ Kratos sah mir direkt in die Augen, als wollte er ergründen, was meine wahren Gründe waren, einen anderen Weg vorzuschlagen. Bei seinem durchdringenden Blick bekam ich eine leichte Gänsehaut, denn ich wusste, dass er die Wahrheit herausgefunden hatte. „Der Weg nach Hima ist länger und beschwerlicher. Außerdem liegt das nächste Siegel auf der anderen Seite des Meeres und die Auserwählte muss die Siegel so schnell wie möglich brechen. Deswegen ist es das Klügste, das Meer zu überqueren.“ Ich kam mir vor wie ein kleines dummes Kind, dass das Offensichtliche nicht erkannte. „Ja, aber…“ Ich suchte verzweifelt nach Argumenten, aber ich wusste, dass ich keine finden würde. „Sie haben Angst vor Wasser“, bemerkte er seelenruhig. „N… Nein, das ist nicht wahr!“ Ich wollte nicht, dass er meine Schwäche kannte, während er für mich ein Buch mit sieben Siegeln blieb. „Es ist nichts, wofür Sie sich schämen müssen, Miss Sage. Ihnen wird nichts passieren, das verspreche ich Ihnen. Ich werde Sie beschützen.“ Für eine Sekunde meinte ich, ein leichtes Lächeln auf seinem Gesicht zu sehen, bevor er zurück zum Gasthaus ging. Ich spürte die Röte in mein Gesicht steigen und stand verwirrt da, die Augen auf den Rücken dieses geheimnisvollen Mannes gerichtet. Ich musste wohl lächeln, denn Genis bemerkte: „Du scheinst glücklich zu sein, Raine.“ Ich sah in das Gesicht meines Bruders und erkannte Erleichterung darin. Er hatte gemerkt, dass ich in letzter Zeit nicht besonders fröhlich gewesen war. „Ich habe mich nur an etwas erinnert…“, murmelte ich. Genis nickte. „Denkst du, Lloyd wird mein Geschenk gefallen?“ Ich betrachtete die kleine Holzfigur, die mein jüngerer Bruder geschnitzt hatte. Sie stellte Noishe dar. Wann hatte mein Bruder gelernt, so gut Holzfiguren zu schnitzen? Ich bekam immer weniger von ihm mit. Mir wurde klar, dass er langsam erwachsen wurde. Es schockierte mich, andererseits freute es mich auch. Ich war froh zu sehen, dass Genis zu einem jungen, selbstbewussten, wenn auch teilweise immer noch vorlauten Mann heranwuchs. „Bestimmt wird dein Geschenk ihm gefallen.“ Ich schenkte Genis ein kleines Lächeln. Er grinste und meinte: „Sie ist noch nicht fertig und auch nicht so gut wie eine von Lloyds oder Preseas Figuren, aber es ist ein Anfang, nicht wahr?“ Ich nickte zustimmend. Draußen regnete es immer noch. In mir stieg eine weitere Erinnerung auf. Ich rannte durch die Straßen von Meltokio. Ich war durchnässt vom Regen und fror erbärmlich. Zu allem Übel hatte ich mich auch noch verlaufen. Diese Stadt war einfach riesig und Gasthäuser gab es wie Sand am Meer. Da war es schon ein Kunststück, jenes zu finden, wo sich die Freunde aufhielten. Ich blieb stehen und schaute mich um. Ich strich mir eine nasse Strähne aus dem Gesicht und versuchte mich daran zu erinnern, in welcher Richtung das richtige Gasthaus lag. „Verdammt sei diese Stadt!“, murmelte ich wütend und entschied mich letztendlich, nach rechts zu gehen. Mein Blick wanderte zu den Häusern auf meiner linken und rechten Seite und so sah ich nicht, wo ich hin lief. Mit einem Mal stieß ich mit jemandem zusammen. Aber wer sollte bei diesem Wetter…? „Du erkältest dich noch, wenn du weiterhin durch die Straßen von Meltokio irrst.“ Verwirrt blickte ich demjenigen ins Gesicht, gegen den ich gelaufen war. „K… Kratos? Was machst du hier?“ In meiner Stimme war nichts weiter als Verblüffung, doch im nächsten Moment kam ich wieder zu mir und sprang zurück. „Was willst du?!“, fragte ich wesentlich wütender. „Ich habe nicht vor, gegen dich zu kämpfen, Raine. Ich bin nur zufällig hier.“ „Du hast uns verraten!“, schrie ich hysterisch. „Dabei dachte ich… Ich dachte… man könnte dir vertrauen…“ Ich zitterte. Ob vor Wut oder vor Kälte vermochte selbst ich nicht zu sagen. Kratos sah mir nicht direkt in die Augen und murmelte: „Du kannst mir immer noch vertrauen…“ „Damit du mich wieder verrätst?! Das… könnte ich nicht noch einmal ertragen…“ Meine Augen füllten sich mit Tränen. Ich war selber erstaunt über meine Gefühle. Warum nahm es mich so sehr mit, dass Kratos uns verraten hatte? Kratos kam näher auf mich zu. Ich wich nicht zurück, war gefesselt von einer unsichtbaren Macht. Er wischte mir die Tränen weg. Bei der Berührung wurde mir heiß und kalt zugleich. Ich merkte gar nicht, dass sich unsere Gesichter langsam näherten, ich spürte nur auf einmal seine sanften Lippen auf meinen. Eine Weile standen wir einfach nur im Regen und küssten uns. Schließlich flüsterte er: „Ich verspreche dir, irgendwann wird alles gut. Vertrau mir bitte, Raine.“ Dann ließ er seine Flügel erscheinen und flog davon. Eine einzelne blaue Feder fiel auf den Boden. Ich hob sie auf und drückte sie an meine Brust. Ich schloss meine Augen und murmelte: „Ich vertraue dir, Kratos Aurion…“ Als ich sie wieder öffnete, bemerkte ich, dass ich vor dem Gasthaus stand, in dem sich meine Freunde einquartiert hatten. Ich trat ein und bekam von meinen besorgten Freunden Handtücher gereicht. Ich zeigte niemandem die Feder und behielt auch das Treffen mit Kratos für mich. Genis murmelte etwas und holte mich damit zurück in die Gegenwart. Ich brauchte eine Weile, bis ich seine Worte vollständig verstand. „Ob die Figur Presea wohl auch gefallen wird?“ Er wurde leicht rot bei dem Gedanken an das rosahaarige Mädchen und ich sah, wie er sich jetzt sichtlich mehr Mühe mit dem Vollenden der Figur gab. Ich lächelte amüsiert. Er wurde wirklich schnell erwachsen. Er konnte es bestimmt nicht mehr erwarten, seine kleine Freundin wieder zu sehen. An Lloyds Geburtstag würden wir schließlich alle unsere Freunde wieder sehen – bis auf Kratos. Traurig betrachtete ich die Regentropfen, die das Fenster hinab liefen. Der Himmel weinte – etwas, das ich nicht konnte, so sehr ich es auch versuchte. Stattdessen wurde ich innerlich von einem Schmerz aufgefressen, der eine Leere in mir hinterließ. Und diese Leere konnte nur eine Person füllen. Eine Person, die zusammen mit einem Planeten aus purem Mana sich immer weiter von dieser Welt entfernte. Ich stellte mir immer wieder die Frage, warum Kratos nach Derris-Kharlan zurückgekehrt war. Mithos war besiegt, die Welten vereint und Kratos erneut ein Freund. Es schien alles gut – so wie er es gesagt hatte. Aber dann erfuhren wir, dass Kratos nach Derris-Kharlan zurückkehren wollte. Es brach mir das Herz. Er hatte mich erneut verraten, wenn auch diesmal anders. „Du hast mir versprochen, dass alles gut werden würde!!! Du hast mich gebeten, dir zu vertrauen und nun verrätst du mich schon wieder!!!“, schrie ich mit Tränen in den Augen. „Es tut mir Leid, Raine… Aber noch ist nicht alles gut. Jemand muss sich um die verbliebenen Exspheres auf Derris-Kharlan kümmern, bevor sie noch mehr Schaden anrichten“, erklärte er ruhig. Er hatte mir den Rücken zugewandt. „Aber wer sollte sie schon benutzen?! Dort oben ist keiner mehr und so schnell kommt dort auch keiner hin! Wenn Derris-Kharlan erst mal weit genug weg ist, dann…“ „Wir können nicht mit Sicherheit sagen, dass dort niemand mehr ist. Wir dürfen kein Risiko eingehen. Ich kann nicht zulassen, dass noch einmal jemand die Exspheres für seine Zwecke missbraucht. Ich habe es schon einmal zugelassen… Deswegen ist es meine Aufgabe, mich um dieses Problem zu kümmern.“ Ich war der Verzweiflung nahe. „Dann nimm mich wenigstens mit!“ Kratos schüttelte den Kopf. „Dein Platz ist hier bei deinem Bruder und den anderen. Sie wären zutiefst bestürzt, wenn du weggehen würdest.“ „Was ist mit Lloyd?! Du lässt ihn schon wieder im Stich!“, brachte ich hervor. „Lloyd… hat es bis jetzt auch ganz gut ohne mich geschafft. Er braucht mich nicht mehr.“ Die Tränen liefen unaufhörlich mein Gesicht hinab. „Das ist nicht wahr! Ich bin mir sicher, er braucht seinen richtigen Vater! Und ich brauche dich…“ Kratos drehte sich zu mir um und kam auf mich zu. Er gab mir einen letzten, langen Kuss, dann drehte er sich wieder um und ging in Richtung Wald von Iselia, um Lloyd abzuholen. „Mach’s gut, Raine…“, sagte er. Ich fiel schluchzend auf die Knie und verbarg mein Gesicht in den Händen. „Raine?! Hey, Raine! Wach auf!“ Müde öffnete ich die Augen und sah Genis, der mich wachrüttelte. Eine einzelne Träne lief mein Gesicht hinab. Ich wischte sie schnell weg. „Ich muss eingeschlafen sein…“, murmelte ich. „Das habe ich gemerkt…“, meinte Genis seufzend. „Du solltest ins Bett gehen, wenn du müde bist, Raine.“ Ich nickte gähnend. Am nächsten Tag war Lloyds Geburtstag. Wir begaben uns nach dem Frühstück auf den Weg zu seinem Haus. Wir überquerten gerade den kleinen Bach, als wir lautes Gepolter vom Haus her hörten. „Das muss Colette gewesen sein…“, meinte Genis grinsend. Ich seufzte nur. Ich wollte gerade an die Tür klopfen, als diese geöffnet wurde. In der Erwartung, Lloyd stünde mir gegenüber, öffnete ich den Mund, um ihm alles Gute zu wünschen, aber kein Wort kam mir über die Lippen, als ich sah, wer wirklich vor mir stand. Im ersten Moment hielt ich es für einen Traum, dann für einen Streich, den mir mein Geist spielte. Mit geöffnetem Mund stand ich da, mein Geschenk für Lloyd glitt mir langsam aus den Händen. „Hey, Kratos, du bist ja wieder da!“, bemerkte Genis fröhlich. „Ja.“ Dieses eine Wort brach schließlich die Mauer, die seit Kratos’ Verschwinden meine Tränen zurückgehalten hatte und weinend und schluchzend fiel ich in seine Arme, klammerte mich an ihn und wollte ihn nie wieder loslassen. Genis und die anderen, die uns schließlich bemerkt hatten, schauten mich und Kratos verwirrt an, aber ich nahm sie nicht weiter wahr. Ich hörte nur Kratos’ Stimme leise flüstern: „Ich habe dir doch versprochen, dass irgendwann alles gut wird.“ „Ja…“ Ich sank noch tiefer in seine Arme. „Ja, das hast du…“ Signatur Crynil, do rical nade; Elran, do tilial nade; Mina, ris fris antaras nideras ko offim desto; Boli dyx strimur syrax windalk! © by DelFina18 ![]() | |||
| Ähnliche Themen: | |||
| Thema | Erstellt von | Antworten | Forumname |
| Tales of Symphonia - The Power of Love | DelFina18 | 0 | hinonokankurou |
| Tales of Symphonia - Forever Love | DelFina18 | 2 | hinonokankurou |
| Tales of Symphonia - Forever Love | DelFina18 | 2 | kazenogaara |
| suche tales TALES OF SYMPHONIA sehr dringend | joey15 | 2 | master_yugi |
| Tales of Symphonia | Rai | 8 | astarothchan |
| Geburtstagsliste: |
| Heute hat nur 1 User Geburtstag |
| sandtigerhai (20) |