DelFina18  ~Kraine no Aikosha~
    

Status: Offline Registriert seit: 17.03.2007 Beiträge: 246 Nachricht senden | Erstellt am 13.04.2008 - 00:07 |  |
Und die nächste Kurz-FF... Allerdings finde ich des Ende diesmal ein wenig abgehackt... Ach, egtl gehört es auch ein wenig zu den Stupid Productions... Egtl sollte die Story auch ganz anders werden... Nuja, jetz is sie halt so...
Snowed in
Raine war wieder einmal tief in eines ihrer Bücher vertieft und merkte nicht mehr, was um sie herum geschah. Sie sah nicht, wie Sheena Zelos wieder einmal eine Kopfnuss verpasste, weil dieser sie wohl wieder einmal hatte umarmen wollen, sie hörte nicht, wie Genis in Preseas Gegenwart stotterte, sie merkte nicht, dass Colette einmal mehr stolperte und dabei eine Vase umstieß, die daraufhin in tausend Teile zersplitterte und sah auch nicht, wie Lloyd ihr wieder aufhalf und ihr immer wieder sagte, sie solle sich nicht entschuldigen und sie bemerkte auch nicht, dass Regal und Dirk sich über verschiedene Rezepte unterhielten.
Sie waren in Lloyds und Dirks Haus. Es gab keinen bestimmten Grund, warum sich die Gruppe hier versammelt hatte, sie hatten es alle nur als notwendig empfunden, sich mal wieder zu treffen. Allerdings hatte niemand damit gerechnet, dass sie das Haus nicht mehr so schnell verlassen würden. Über Nacht hatte nämlich ein Schneesturm Besitz von Iselia ergriffen und sie waren vollkommen zugeschneit, so dass ihnen nichts anderes übrig blieb, im Haus zu bleiben.
„Du verdirbst dir noch die Augen, wenn du weiterhin im Dunkeln liest“, sagte auf einmal jemand.
Raine sah auf und entdeckte Kratos, der eine Kerze neben ihr anzündete. Er war schon vor geraumer Zeit wieder von Derris-Kharlan zurückgekehrt und wohnte vorübergehend bei Lloyd und Dirk.
„Danke. Ich habe gar nicht bemerkt, dass es schon so dunkel ist“, erwiderte Raine lächelnd.
„Dann muss dieses Buch ziemlich spannend sein“, meinte Kratos.
„Ja, das ist es auch. Es beschreibt den Zusammenhang zwischen dem Thoda-Geysir und der versunkenen Stadt Lyuros.“
„Falls es Lyuros wirklich gegeben hat. Ich bezweifle es ein wenig“, sagte Kratos. „Es war schon ein Mythos, als ich noch ein Kind war.“
„Oh, aber es gibt Beweise, dass es diese Stadt gegeben hat“, meinte Raine. „Es wurden schon viele Artefakte im Meer gefunden, zum Beispiel antike Teller und Vasen. Außerdem wurden unter Wasser schon ein paar Ruinen gefunden. Ich würde sie mir zu gerne mal ansehen…“
„Das sind alles keine Beweise, dass es sich dabei um Lyuros handelt. Es könnten auch andere Städte sein, die auf Grund des ansteigenden Meeresspiegels versunken sind. Aber es gibt keine Beweise dafür, dass es sich dabei um Lyuros handelt, jene mythische Stadt, die im Meer versunken sein soll, damit sich die dortigen Einwohner vor den Einflüssen der restlichen Welt schützen und ihre einzigartige Kultur bewahren konnten“, argumentierte Kratos. „Wenn du diese Ruinen dir mal ansehen willst, warum tust du es dann nicht?“
Raine seufzte. „Du weißt ganz genau, warum ich sie mir nicht ansehen kann.“
„Manchmal muss man seine Ängste überwinden, um seine Träume zu erfüllen“, sagte Kratos.
„Es ist mir nicht so wichtig, diese Ruinen zu sehen. Zumindest nicht so wichtig, dass ich mich dafür in die eisigen Hände des unberechenbaren Meeres begebe.“
„Es ist nicht gut, wenn man seine Ängste nicht irgendwann überwindet, Raine“, meinte Kratos.
„Vielleicht werde ich sie ja irgendwann überwinden“, sagte Raine nur und vertiefte sich wieder in ihr Buch.
Früh am Morgen ging Kratos nach draußen. Der Sturm hatte soweit nachgelassen. Das war auch gut so, denn der Schnee reichte Kratos jetzt schon bis zu den Knien. Der Schnee würde wohl noch eine Weile liegen bleiben.
Kratos stapfte durch den Schnee und ging in den Wald, um zu trainieren. Er durfte sein Training nicht vernachlässigen. Aber nach einer Weile fing es wieder an zu schneien. Die Schneeflocken wurden immer dicker und der Wind immer schärfer und deswegen beschloss Kratos, zurückzukehren. Doch der Schneesturm raubte ihm die Sicht, so dass er nicht mehr sagen konnte, in welcher Richtung das Haus lag. Er irrte durch die Gegend und bereute langsam, dass er sich nicht wärmer angezogen hatte. Als Engel war er zwar nicht ganz so kälteempfindlich, aber im Gegensatz zu Colette damals konnte er die Kälte immer noch spüren. Und momentan war es ziemlich kalt.
Er fing an vor Kälte zu zittern und als ob das nicht schon schlimm genug war, machte sich in ihm langsam eine Gleichgültigkeit breit. Er wusste, wenn er nicht bald das Haus erreichte, würde er im Sturm sterben. Aber vielleicht war das ja richtig so. Vielleicht hatte er es verdient, so zu sterben. Er hatte all die Jahre ein Herz aus Eis gehabt und damit so viele Menschen getötet und jetzt sollte er durch die Kälte sterben. Es war schon ein wenig ironisch.
Erschöpft brach er im Schnee zusammen und ließ den Schnee langsam eine Schicht über ihm bilden.
Als Raine aufwachte und aus dem Fenster schaute, stellte sie seufzend fest, dass es immer noch schneite. Sie ging nach unten und bemerkte, dass sie noch allein war. Die anderen schienen alle noch zu schlafen.
Aber es dauerte nicht lange, bis Lloyd stürmisch die Treppe hinunter gesprungen kam und auf dem Weg zur Tür gegen Raine stieß.
„Lloyd, was ist los?“, fragte Raine, nachdem sie wieder aufgestanden war.
„Dad ist verschwunden!“, erklärte Lloyd. „Er muss nach draußen gegangen sein!“
„Was?! Aber das wäre purer Selbstmord!“, bemerkte Raine besorgt.
Lloyd nickte. „Ich muss ihn finden!“ Er war schon auf dem Weg zur Tür, aber Raine hielt ihn auf.
„Lloyd, bei diesem Wetter kannst du nicht nach draußen gehen! Es ist zu gefährlich!“
„Aber was wird dann aus Dad? Professor, Sie wollen bestimmt doch auch nicht, dass er stirbt!“
Raine sah bedrückt zu Boden. „Nein, natürlich nicht… Aber er würde es mir nie verzeihen, wenn ich dich jetzt gehen lassen würde. Wir müssen abwarten, bis der Sturm nachgelassen hat.“
„Bis dahin könnte es zu spät sein!“, rief Lloyd verzweifelt.
„Was macht ihr für einen Krach?“, fragte Genis verschlafen.
Wir erklärten ihm und den anderen, die kurz darauf ebenfalls auftauchten, die Situation.
„Raine hat Recht, Lloyd. Wir können bei diesem Wetter nichts machen“, sagte Sheena.
„Aber so wird Dad sterben…“
„Lass uns beten, Lloyd“, meinte Colette aufmunternd. „Vielleicht hört der Sturm dann ja auf.“
Die ganze Zeit über herrschte eine bedrückte Stimmung. Alle sahen angespannt alle paar Minuten aus dem Fenster, nur um festzustellen, dass der Sturm immer noch kein bisschen nachgelassen hatte.
Nun war es Raine, die langsam ungeduldig wurde. „Wir müssen etwas tun…“
„Raine, wir können nichts tun!“, erinnerte sie Genis. „Das hast du selber gesagt!“
„Ich weiß, aber… wir können doch nicht einfach nur hier sitzen und nichts tun! Es treibt mich noch in den Wahnsinn!“ Sie dachte kurz nach, rannte dann nach oben in ihr Zimmer und zog sich so warm wie möglich an. Sie ging wieder nach unten und öffnete die Tür.
„Raine?! Was hast du vor?!“, fragte Genis alarmiert.
„Ich werde nach Kratos suchen“, antwortete Raine ruhig.
„Bist du jetzt vollkommen übergeschnappt, Raine?!“, fragte Sheena ungläubig. „Du wirst da draußen nichts sehen und dich verirren!“
„Ich werde es schon irgendwie schaffen“, sagte Raine und trat nach draußen, bevor sie jemand davon abhalten konnte.
Sheena hatte Recht, sie sah wirklich kaum etwas. Aber ein bisschen konnte sie halt doch sehen. Sie stemmte sich gegen den Wind und ging in Richtung Wald. Sobald sie dort angekommen war, wurde es natürlich schwieriger, sich zu orientieren. Sie setzte einfach einen Fuß vor den anderen, in der Hoffnung, dass es sie zu Kratos bringen würde. Nach einer Weile war sie der Meinung, ein leichtes bläuliches Schimmern zu sehen. Je weiter sie ging, desto sicherer war sie sich, dass es nicht nur Einbildung war.
Dann sah sie die Quelle des Lichts. Es waren Kratos’ Flügel, die schon halbwegs vom Schnee bedeckt waren, genau wie er selbst. Raine schob den Schnee beiseite und versuchte ihn zu wecken.
„Kratos! Kratos, wach auf!“ Sie rüttelte ihn an der Schulter, aber er bewegte sich nicht. Er war wie leblos.
Raines Herz krampfte sich zusammen. Er durfte noch nicht tot sein… Sie drehte ihn um, so dass sein Gesicht nach oben lag und überprüfte, ob er noch atmete. Als sie sah, wie sich sein Brustkorb hob und senkte, atmete sie erleichtert aus. Aber wenn sie ihn nicht bald ins Warme bekam, würde er auf jeden Fall sterben. Doch wie sollte sie das anstellen? Sie konnte ihn nicht tragen, dafür war er zu schwer. Sie hätte jemanden mitnehmen sollen… Nun, dafür war es jetzt zu spät. Sie suchte in ihren Taschen nach irgendetwas Nützlichem und fand eine Schachtel Streichhölzer. Aber was würden die ihr bringen? Das Holz in diesem Wald war durch den Schnee nass und selbst wenn sie schaffte, ein Feuer zu entfachen, so würde dies durch den Schnee und Wind schnell wieder ausgehen.
In diesem Moment wusste sie, dass sie unglaublich dumm gewesen war. Wie war sie auf die Idee gekommen, sie allein könnte Kratos retten? Sie war so naiv gewesen… Sie legte sich neben Kratos, kuschelte sich an ihn. Das war die einzige Art, wie sie ihn wenigstens ein wenig wärmen konnte. Sie lag dabei auf seinen Flügeln und merkte, dass diese ein wenig Wärme abgaben. Vermutlich waren sie der Grund dafür, dass Kratos noch lebte. Sie hatten ihn die ganze Zeit halbwegs warm gehalten.
Aber das spielte jetzt auch keine Rolle mehr. Raine schloss langsam die Augen und schließ ein.
Genis ging besorgt auf und ab. „Sie ist schon so lange weg! Wir sollten nach ihr suchen!“
„Vielleicht hast du Recht… Ich glaube, der Sturm lässt auch langsam nach“, bemerkte Regal.
„Worauf warten wir dann noch? Retten wir Rainechen!“, rief Zelos voller Tatendrang und zog sich seinen Mantel an.
Auch die anderen zogen sich warm an und traten dann nach draußen, um nach Kratos und Raine zu suchen.
Kratos hob müde seine Lider. Er war sich ziemlich sicher, dass er nun im Paradies war. Nein, nicht im Paradies. Er hatte es nicht verdient, dort zu sein. Er war wohl eher in der Hölle. Aber für die Hölle war es erstaunlich kalt hier.
Als Kratos sich allerdings umsah, stellte er fest, dass er immer noch im verschneiten Wald von Iselia war. Und zu seiner großen Verwunderung war er nicht alleine hier. Neben ihm lag Raine. Ihre Lippen waren blau verfärbt. Sie musste dringend ins Warme. Aber vermutlich galt für ihn das Gleiche. Seine Glieder fühlten sich steif an und er fror erbärmlich. Dann stellte er fest, dass seine Flügel draußen waren, obwohl er sich nicht daran erinnern konnte, sie hervorgeholt zu haben. Vielleicht war es ein Reflex von ihm gewesen, um sich ein wenig zu wärmen. Er stand auf und hob Raine dann hoch. Es war nicht ganz leicht mit seinen Armen, die sich taub anfühlten, aber er biss die Zähne zusammen und stapfte dann durch den Schnee.
Die Sichtverhältnisse waren inzwischen wesentlich besser. Es schneite nicht mehr ganz so heftig und so konnte Kratos die Rauchfahne von Dirks Haus ausmachen und ging in die Richtung. Als er aus dem Wald trat, sah er die anderen, die sich anscheinend gerade auf die Suche begeben wollten.
Erleichtert kamen sie Kratos entgegen. Regal nahm ihm Raine ab, als er fast zusammenbrach und Lloyd stützte ihn. Sie betraten Dirks Haus, das so warm war, dass es auf Kratos’ Haut brannte.
Dirk holte schnell Decken und Matratzen und erklärte, dass Kratos und Raine sich vor den Kamin hinlegen sollten, damit sie wieder richtig aufgewärmt wurden. Danach bereitete er noch Tee für alle zu.
Als Raine aufwachte, war ihr ziemlich warm, also schlug sie die Decke zurück. Erst jetzt realisierte sie, dass sie nicht mehr im eisigen Wald lag, sondern auf einer Matratze vor dem Kamin in Dirks Haus. Kratos lag neben ihr.
„Du bist wach“, stellte er fest.
„Ja“, antwortete Raine. „Wie sind wir hierher gekommen?“
„Ich bin im Wald aufgewacht und habe dich zum Haus zurückgetragen. Die anderen kamen mir dann auch schon entgegen, sie wollten sich wohl gerade auf die Suche nach uns begeben.“
Raine nickte. „Dann ist ja noch einmal alles gut gegangen…“
„Warum bist du nach draußen gegangen?“, fragte Kratos. „Du hättest da draußen erfrieren können.“
„Und du etwa nicht?“, fragte Raine scherzhaft. „Irgendjemand musste ja nach dir suchen…“
„Ich habe gehört, du hast Lloyd davon abgehalten zu gehen. Und dann hast du es selber gemacht. Das passt nicht zu dir.“
„Ich hatte es einfach satt, nichts tun zu können. Und du hättest es mir nie verziehen, wenn ich Lloyd hätte gehen lassen“, erklärte Raine.
„Stimmt. Aber genauso wenig verzeihe ich es den anderen, dass sie dich haben gehen lassen“, sagte Kratos.
Raine sah ihn fragend an. „Warum?“
Kratos drehte sich zu ihr um und strich ihr eine Strähne aus dem Gesicht. „Du bist mir sehr wichtig, Raine.“
Raine spürte eine leichte Röte in ihrem Gesicht aufsteigen. „Aber warum?“
Sie sah Kratos erwartungsvoll an.
Kratos seufzte, lehnte sich dann zu ihr vor und küsste sie.
Sie war erst geschockt, aber dann entspannte sie sich und legte ihre Arme um seinen Nacken, um ihm noch näher zu kommen. Als die beiden sich schließlich lösten, um Luft zu holen, fragte Kratos: „War das Antwort genug?“
Raine grinste und nickte, bevor sie wieder ihre Lippen auf seine presste.
by Fina, 12.4.2008
Signatur
Crynil, do rical nade;
Elran, do tilial nade;
Mina, ris fris antaras nideras ko offim desto;
Boli dyx strimur syrax windalk!
© by DelFina18
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