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DelFina18 ![]() ~Kraine no Aikosha~ Status: Offline Registriert seit: 17.03.2007 Beiträge: 246 Nachricht senden |
Wow, ich habe es mal wieder geschafft, eine Kurzgeschichte zu schreiben... Und die ist kürzer als TPoL, aber wesentlich besser als 'Nie wieder'. (Finde ich zumindest XDDD) Nun, bildet euch euer eigenes Urteil... Es war eine sternenklare Nacht. Das Feuer prasselte und wärmte uns. Die Kinder waren schon längst am Schlafen, Kratos hielt wieder einmal zusammen mit Noishe Wache. Ich drehte mich von einer Seite auf die andere, aber mir wurde bald klar, dass ich nicht müde genug war, um einzuschlafen. Seufzend stand ich also auf, legte mir die Decke um die Schultern und gesellte mich zu Kratos. Er sah nur kurz auf, sagte aber nichts. Schweigend saßen wir da und betrachteten die Sterne. „Es sind so viele“, sagte ich, um die Stille zu brechen. „Ob jemand sie mal alle gezählt hat?“ „Wohl kaum. Das Licht der Sterne braucht hundertzwanzig Jahre, um uns zu erreichen. Es könnte also sein, dass die Sterne, die wir heute sehen, schon längst nicht mehr existieren. Außerdem kann man nicht immer alle sehen. Das Gedächtnis ist auch nicht gut genug, um sich zu merken, welche Sterne man schon gezählt hat und welche nicht“, erwiderte Kratos. Ich war erstaunt, wie viel auf einmal er reden konnte, wenn er nur wollte. Anscheinend schien ihn dieses Thema wirklich zu interessieren. Ich hatte mich noch nicht oft mit den Sternen beschäftigt, aber ich hatte es schon immer schön gefunden, sie zu betrachten. Sie waren irgendwie beruhigend. „Ich habe es oft versucht“, riss mich Kratos aus den Gedanken. Verwirrt sah ich ihn an. „Was?“ „Sie zu zählen. Ich habe es schon oft versucht. Jede Nacht. Aber irgendwann habe ich es aufgegeben. Sterne gibt es wie Sand am Meer. Und ich glaube kaum, dass schon einmal jemand auf die Idee gekommen ist, die Sandkörner eines Strandes zu zählen.“ Ich lachte leise. „Nein, wohl eher nicht… Wenn du so oft die Sterne ansiehst, dann kennst du dich doch bestimmt auch mit Sternenbildern aus, oder?“ Kratos nickte. Er zeigte mir ein paar und erzählte mir über sie. Ich war beeindruckt, was für Sternenbilder es alles gab und wie ihre Geschichte war. Wir redeten die ganze Nacht über Sterne und deren Bedeutung, aber wir hatten noch längst nicht über alles geredet. Jedes Mal, wenn ich nicht schlafen konnte, setzte ich mich also zu ihm und ließ mir ein wenig mehr über die Sterne erzählen. Ich fand es so interessant, dass ich bald gar nicht mehr schlafen wollte, sondern mir von Kratos erzählen lassen wollte, welche Geschichte das Sternenbild Kassiopeia hatte, wie man Orion erkannte und was für Sternenbilder es noch alles gab. Aber ich freute mich abends nicht nur auf das Gespräch mit Kratos, weil ich mehr über die Sterne erfuhr, sondern auch, weil ich es genoss, mit Kratos zu reden. Weil ich so viele Nächte nicht schlief oder wenn nur wenig, war ich häufig müde, wenn ich mich abends zu Kratos setzte. „… und deswegen hat dieses Sternenbild seinen Namen bekommen“, endete Kratos wieder einmal einen seiner Vorträge. „Hmm…“, machte ich nur. Ich hatte Schwierigkeiten, meine Augen offen zu halten. „Raine, du bist müde. Du solltest dich schlafen legen“, sagte Kratos sanft. Ich schüttelte den Kopf. „Nein, ich… will noch mehr hören…“ Ich gähnte herzhaft. „Ein anderes Mal.“ Ich seufzte. „Ich will noch nicht schlafen… Ich bin noch nicht müde…“ „Du bist schon halbwegs eingeschlafen, Raine.“ „Gar nicht wahr…“, murmelte ich. Kratos lächelte leicht. „Du benimmst dich wie ein kleines Kind, Raine.“ „Mir egal…“ Ich merkte nicht, wie ich langsam zur Seite kippte und mein Kopf auf Kratos’ Schulter landete. Ich war viel zu müde. Ich merkte nur noch, wie Kratos mich hoch hob, mich neben meinen Bruder legte und mich zudeckte. Die nächsten Nächte sagte er jedes Mal, ich sollte mich schlafen legen, damit ich meinen ganzen verlorenen Schlaf nachholen konnte. Stur wie ich war, protestierte ich natürlich erst einmal, aber er bekam mich doch immer dazu, mich schlafen zu legen. Es war zur Gewohnheit geworden, mit Kratos über die Sterne zu reden, wenn ich nicht schlafen konnte. Aber wenn ich jetzt eine Nacht nicht schlafen konnte, war er nicht da. Ich hatte niemanden, mit dem ich reden konnte, bis ich müde war, denn die einzige andere Person, die bei mir war, war mein Bruder und der konnte nur selten mal nicht schlafen. Wir waren auf unserer Reise, um es den Halbelfen zu erleichtern, von anderen akzeptiert zu werden. Kratos war auf Derris-Kharlan und es gab keine Gewissheit, dass er jemals zurückkehrte… Aber er hatte mir versprochen, zurückzukommen und mir den Rest zu erzählen, den er von den Sternen wusste. Das einzige, was ich jetzt nachts machen konnte, wenn ich nicht schlafen konnte, war in die Sterne zu sehen und dabei nach einem lila leuchtenden zu suchen. Vielleicht war Derris-Kharlan ja noch nah genug, um den Planeten als Stern zu sehen. Eine Nacht fand ich tatsächlich einen lila Stern und mein Herz machte einen Sprung. Ich fragte mich, ob Kratos von Derris-Kharlan aus die Welt vielleicht auch als Stern sah und ob er ihn in diesem Augenblick sah. Dann schob sich eine Wolke vor den lila Stern und ich seufzte. In diesem Moment hatte ich das Gefühl, mir wäre alle Hoffnung genommen worden. Die Hoffnung, Kratos jemals wieder zu sehen. Auf einmal traf mich die Erkenntnis wie ein Schlag. Ich vermisste Kratos! Nicht die Geschichte der Sterne, die konnte ich auch immer noch in Büchern nachlesen. Nein, ich vermisste Kratos, unsere Gespräche, seine sanfte Stimme… Er musste zurückkommen. Ich würde jedenfalls warten. Diese Nacht gewitterte es heftig und es war kein Wunder, dass ich nicht schlafen konnte. Ich stand auf und holte mir ein Glas Wasser, obwohl ich wusste, dass mir das beim Einschlafen auch nicht helfen würde. Ich beschloss, ein Buch zu lesen, während es blitzte und donnerte. Leider brachte das auch nicht viel, denn ich konnte mich nicht wirklich darauf konzentrieren. Ich seufzte, stand auf, zog mir meinen Regenmantel an und ging nach draußen. Frische Luft war jetzt, was ich brauchte. Ich ging ein paar Schritte und blieb dann stehen. Ich hatte auf einmal das Gefühl, das jemand hinter mir stand. Es war kein unangenehmes Gefühl, nicht so eins, das man hatte, wenn ein Mörder hinter einem steht oder so, sondern eher, wie wenn es jemand Vertrautes war. Ich drehte mich also langsam um und erkannte nichts als Konturen. Erst als es blitzte, erkannte ich die rotbraunen Haare und das Schwert an seiner linken Seite. Kratos war zurück. Sofort fühlte ich mich besser. „Du erkältest dich noch, wenn du weiterhin hier draußen bleibst“, sagte Kratos. „Und du erst recht. Du hast nicht einmal einen Regenmantel“, erwiderte ich lächelnd. Wir gingen also in mein Haus und ich holte ein paar Handtücher, damit Kratos sich abtrocknen konnte. „Schade, dass der Himmel heute bedeckt ist… Ich hätte gerne mehr über die Sterne erfahren“, seufzte ich. Kratos lächelte. „Für mich gibt es nur einen Stern, über den ich mehr erfahren möchte.“ „So?“, fragte ich verwirrt. „Der Stern, der auch leuchtet, wenn die Wolken alle anderen bedecken.“ „Hat dieser Stern auch einen Namen?“, fragte ich neugierig. Kratos nickte und kam auf mich zu. Mir wurde auf einmal warm und mein Herz schlug schneller. „Der Stern heißt Raine“, sagte Kratos und umarmte mich. „Mein Stern…“ Ich lächelte und ich kuschelte mich in seine Arme. Wir brauchten nichts weiter zu sagen. Wir wussten auch so, was der andere für einen selbst empfand. Und wenn noch nicht bis jetzt, dann doch spätestens nach dem leidenschaftlichen Kuss, den wir teilten. Es hörte auf zu gewittern und der Himmel klärte sich auf. Aber diese Nacht hatten wir etwas Besseres zu tun, als die Sterne zu beobachten. Signatur Crynil, do rical nade; Elran, do tilial nade; Mina, ris fris antaras nideras ko offim desto; Boli dyx strimur syrax windalk! © by DelFina18 ![]() | |||
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