derchefderII  Läufer
 

Status: Offline Registriert seit: 15.01.2006 Beiträge: 32 Nachricht senden | Erstellt am 09.11.2007 - 14:17 |  |
Ein zutiefst deprimierter Berichterstatter möchte seiner Chronistenpflicht genügen. Also das Doppelwochenende gegen Halle I und II.
Bei ersteren hatten wir noch nie den Hauch einer Chance, aber immerhin konnten wir fast in Stärkstbesetzung antreten und -so das Kalkül- wenn wir vorn (Becker/Höpfel) die Klötzer zusammenhalten geht ja vielleicht doch was.
Letztendlich blieb auch für dieses Jahr die Einschätzung "chancenlos" richtig, auch wenn es einige auch angenehme Überraschungen gab.
1. Weitzer -Becker 0,5:0,5
Hier gibt es eigentlich nicht viel zu vermelden, nach begonnener Eröffnung war wohl für beide die Aussicht auf Vorteil gering sowie der gegenseitige Respekt groß.
2. Höpfel - Müller 0:1
Sicherlich diiie große Überraschung (zumindest für mich) aber ein verdienter Sieg für Frank.
Thomas eröffnete scharf bzw. sprang ihn bildlich "mit den nackten Arsch ins Gesicht". Mit einem chancenreichen Figurenopfer brach er aber auch die Brücken hinter sich ab. Ob nun der Angriff nicht genau genug geführt wurde oder die Verteidigung einfach nur optimal war, vermag ich nicht zu sagen. Auf jeden Fall wendete sich das Blatt, der Angriff konnte abgeschlagen und so die Partie gewonnen werden.
3. Römling - Engelmann 1:0
Jacob ist für meinen Geschmack - vor allem bei der Besetzung hinter ihm - zu weit vorn aufgestellt. Ich weiß nicht, ob Halle ihm einen großen Gefallen getan hat.
Die Partie lief jedenfalls recht unspektakulär ab, der Eröffnungsvorteil von Sven verdichtete sich im Mittelspiel beständig und so war der Punkt folgerichtig. Auf jeden Fall von Sven sauber behandelt.
4. Neukirch - Schirrmeister 1:0
Mir fällt neben Detlev eigentlich nur noch "Papi" Bönisch ein, welcher mit zunehmenden Alter auf so konstant hohem Niveau spielt.
Ralf stand beständig in der Defensive in schwieriger Stellung. Nachdem die Qualität verloren ging, war eigentlich nur noch Technik gefragt. Und da die zweifelsfrei vorhanden ist, stand letztendlich das Ergebnis schnell fest.
5. Limpert - Jahn 0,5:0,5
Tja, was soll man sagen? 90 Minuten gedrückt, einen Elfmeter verschossen, also am Schluss nur unentschieden.
Ich hatte mich gut vorbereitet, extra eine Variante, welche ich eigentlich nicht spiele auf das Brett gebracht. Es lief wirklich optimal, nach einer Ungenauigkeit plante Constanze aus Verzweiflung (O-Ton) ein Bauernopfer. Es hätte außerdem ein zwangsweiser Damenabtausch mit gedecktem Frei-/Mehrbauern und starkem Läuferpaar folgen können.
Was aber, wenn der Gegner das Opfer nicht würdigt sondern statt dessen vereinfacht ??
Dann ist ihm halt nicht zu helfen und er brach sich nicht über das dann schnelle Ende der Partie zu wundern.
6. Eckhardt - Just 1:0
Wolfgang hat in diesem Jahr wohl kein Glück mit den Frauen ?!
Irgendwie ging die Eröffnung aber auch völlig daneben, denn Claudia konnte das Zentrum recht schnell aushebeln. Irgendwie müntze sich der Vorteil dann in einen Bauerngewinn und im T-S-Endspiel half Wolfgangs bekannte Findigkeit nur noch zur Verlängerung de Partie.
7. Greger - Reipsch 0:1
Ich sagte während des Wettkampfes im Spass schon zu Anton das die Besetzung der Bretter 7 und 8 mit Reipsch/Csulits wirklich eine Frechheit bzw. grobe Unsportlichkeit ist. Wie soll man da hinten zu Punkten kommen.
Ubald machte es sich aber auch wieder selber schwer, in dem er ihm eigentlich bekannte Stellungstypen am Brett wieder neu erfinden will und wie immer in verheerende Zeitnot kam. Jens musste dann eigentlich nur noch verwalten und bei Ubalds dann erzwungenermaßen schnellen Zügen auf Fehler warten.
So wird sich Ubald sicherlich über die Art und Weise des Verlustes ärgern und sich vor allem überlegen müssen, doch von seinen "Stellungstypeneröffnungen" auf Hauptvarianten umzustellen, um nicht ab dem 5. Zug in große Analysen zu verfallen. Dann ein weniger gebräuchlichen Zug zu bringen, kann den Gegner eher Probleme bereiten.
(Als Referenz siehe Greger-Gempe 1:0 vor einigen Jahren)
8. Csulits - Dobierzin 1:0
Sehr schade !! Olaf spielte gewohnt sicher und kam ohne Nachteil in das Mittelspiel und konnte m.E. vor der Zeitkontrolle sogar einen Vorteil erarbeiten.
Aber ein Fehler genügte, um Anton wieder ins Spiel zu bringen und das tat er dann auch im Endspiel ohne Gnaden. Mit den wie die Fliegen fallenden Bauern war dann schnell Schluss.
Also am Schluss eine klare Sache, das Unterhaus von Halle ist aber auch eine Klasse für sich.
Am Sonntag ereignete sich das eigentliche Drama, in dem ich wieder einmal eine Hauptrolle spielen durfte.
1. Dietze - Weitzer 0,5:0,5
Frank kam schon am Sonnabend als "wandelnde Leiche" mit irgendwas Grippalem. Daher bot er schnell Remis an und Steffen ließ sich erweichen.
2. Römling - Gregor 1:0
Sven kam mit gegen den Sizi-Drachen etwas ins schwimmen, ich denke George hatte Vorteil. Vor allem sein zentraler, alles beherrschender Springer und der Druck auf der halboffenen g-Linie sah bedrohlich aus. Aber zum Glück ist es beim Schach nicht immer so einfach wie der erste Anschein suggeriert und Sven hatte auch in den im Nachgang analysierten Varianten Ressourcen.
George schlug einen vergifteten Bauern (schwer zu sehen!) geriet damit in eine sich "sich selbst einmal generierende" Fesselung in der Diagonalen, welche dann in eine Kreuzfesselung mutierte. Der Gewinn des Turmes und der Partie war die Folge. Sehr schön.
Ein perfektes Ende eines für Sven optimal verlaufenden Wochenendes.
3. Schirrmeister - Pichler 0,5:0,5
In der Partie passierte nicht wirklich viel, Ralf erzielte schnell Ausgleich und so plätscherte die Partie vor sich hin. Angesichts der sich abzeichnenden Katastrophen war der Remisschluss vielleicht etwas voreilig, aber wer Ralf kennt, weiß das ihm das Spiel "mit der Brechstange" völlig fremd ist. Ich neige eigentlich auch dazu, in solchen Fällen auf die Möglichkeit zu bauen, das Partien noch drehen können (wie bei Sven), statt bei einer Vielzahl von noch laufenden Partien einen Spieler zum "auf-Sieg-spielen" zu verdonnern.
4. Limpert - Puls 0:1
Große Katastrophe! Die Eröffnung verlief gut, meine Vorbereitung trug wieder Früchte.
Bei dem Versuch, den Druck zu erhöhen, griff ich jedoch fehl und verlor dann in den nächsten vier bis fünf Zügen völlig den Faden, dann den ersten und zweiten Bauern und schließlich die Partie.
Steffen entkorkte in der kritischen Stellung ein doppeltes Bauernopfer, welches stellungsgerecht war und bei bester Verteidigung von Schwarz mindestens Kompensation bei Rückgewinn eines Bauern zur Folge gehabt hätte. Das ärgerliche war aber nicht der Verlust des kleinen Stellungsvorteiles, sondern das fehlende Konzept, beim Versuch die Klötzer zusammenzuhalten. Hier fehlt eindeutig die Spielpraxis.
5. Hartwig - Just 0,5:0,5
Auch eine Partie der vergebenen Möglichkeiten, wenngleich Wolfgangs Vorteil wahrscheinlich eindeutiger war und die Partie nicht verloren ging.
Er kämpfte wie gewohnt bis zum letzten Bauern. Aber ist der Punch noch nicht da oder war einfach nicht mehr zu holen? Die Analysen werden es zeigen.
6. Greger - Hentzgen 0,5:0,5
Von der Partie habe ich wegen meiner eigenen Probleme nicht viel mitbekommen. Ich habe nur die üblichen strategisch angelegten Stellungen gesehen. So gilt sicherlich das oben gesagte.
7. Hayder - Dobierzin 1:0
Olaf war der zweite Ritter von der traurigen Gestalt dieses Wettkampfes. Die Eröffnung verlief noch gar nicht schlecht, irgendwo passierte im Mittelspiel aber eine Ungenauigkeit.
Florian spielte die Partie ab diesem Punkt aber sehr stark weiter, wickelte nach dem Bauerngewinn in ein Bauernendspiel ab und hatte da keine Mühe.
8. Gerhardt - Glaser 0,5:0,5
Hatte Dirk im Partieverlauf Vorteil ? Ich denke schon. Ob der sich schon zum Gewinn hätte verdichten lassen, kann ich nicht sagen.
Auf jeden Fall "vergaß" er irgendwann die Stellung zu öffnen, denn nachdem sich die jeweils sieben Bauern ineinandergeschoben hatten und Dirk auch noch den falschen Läufer besaß, war nichts mehr zu machen.
Damit war die dritte Niederlage perfekt. Jetzt hilft uns nur, in den nächsten Runden auf Punkte zu hoffen. Ob uns das gerade gegen die derzeitigen Überflieger aus Coswig glückt?
Warum nicht, es kann nur besser werden.
Signatur Man hat vom Schach gesagt, dass das Leben nicht lang genug dazu ist, -
aber das ist ein Fehler des Lebens, nicht des Schachs. - Christian Morgenstern |