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Uriel ...
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...   Erstellt am 07.06.2009 - 22:08Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


APOSTOLISCHES SCHREIBEN
ALS MOTU PROPRIO ERLASSEN
SUMMORUM PONTIFICUM
ÜBER DEN GEBRAUCH DER RÖMISCHEN LITURGIE
AUS DER ZEIT VOR DER REFORM VON 1970
VON PAPST BENEDIKT XVI.



DIE SORGE DER PÄPSTE ist es bis zur heutigen Zeit stets gewesen, dass die Kirche Christi der Göttlichen Majestät einen würdigen Kult darbringt, „zum Lob und Ruhm Seines Namens“ und „zum Segen für Seine ganze heilige Kirche“.

Seit unvordenklicher Zeit wie auch in Zukunft gilt es den Grundsatz zu wahren, „demzufolge jede Teilkirche mit der Gesamtkirche nicht nur hinsichtlich der Glaubenslehre und der sakramentalen Zeichen übereinstimmen muss, sondern auch hinsichtlich der universal von der apostolischen und ununterbrochenen Überlieferung empfangenen Gebräuche, die einzuhalten sind, nicht nur um Irrtümer zu vermeiden, sondern auch damit der Glaube unversehrt weitergegeben wird; denn das Gesetz des Betens (lex orandi) der Kirche entspricht ihrem Gesetz des Glaubens (lex credendi).“

Unter den Päpsten, die eine solche gebotene Sorge walten ließen, ragt der Name des heiligen Gregor des Großen heraus; dieser sorgte dafür, dass sowohl der katholische Glaube als auch die Schätze des Kultes und der Kultur, welche die Römer der vorangegangenen Jahrhunderte angesammelt hatten, den jungen Völkern Europas übermittelt wurden. Er ordnete an, dass die in Rom gefeierte Form der heiligen Liturgie – sowohl des Messopfers als auch des Officium Divinum – festgestellt und bewahrt werde. Eine außerordentlich große Stütze war sie den Mönchen und auch den Nonnen, die unter der Regel des heiligen Benedikt dienten und überall zugleich mit der Verkündigung des Evangeliums durch ihr Leben auch jenen äußerst heilsamen Satz veranschaulichten, dass „dem Gottesdienst nichts vorzuziehen“ sei (Kap. 43). Auf solche Weise befruchtete die heilige Liturgie nach römischem Brauch nicht nur den Glauben und die Frömmigkeit, sondern auch die Kultur vieler Völker. Es steht fraglos fest, dass die lateinische Liturgie der Kirche – mit ihren verschiedenen Formen in allen Jahrhunderten der christlichen Zeit – sehr viele Heilige im geistlichen Leben angespornt und so viele Völker in der Tugend der Gottesverehrung gestärkt und deren Frömmigkeit befruchtet hat.

Dass aber die heilige Liturgie diese Aufgabe noch wirksamer erfüllte, darauf haben verschiedene weitere Päpste im Verlauf der Jahrhunderte besondere Sorgfalt verwandt; unter ihnen ragt der heilige Pius V. heraus, der mit großem seelsorglichen Eifer auf Veranlassung des Konzils von Trient den ganzen Kult der Kirche erneuerte, die Herausgabe verbesserter und „nach der Norm der Väter reformierter“ liturgischer Bücher besorgte und sie der lateinischen Kirche zum Gebrauch übergab.

Unter den liturgischen Büchern des römischen Ritus ragt das Römische Messbuch deutlich heraus; es ist in der Stadt Rom entstanden und hat in den nachfolgenden Jahrhunderten schrittweise Formen angenommen, die große Ähnlichkeit haben mit der in den letzten Generationen geltenden.

„Dasselbe Ziel verfolgten die Päpste im Lauf der folgenden Jahrhunderte, indem sie sich um die Erneuerung oder die Festlegung der liturgischen Riten und Bücher bemühten und schließlich am Beginn dieses Jahrhunderts eine allgemeine Reform in Angriff nahmen“. So aber hielten es Unsere Vorgänger Clemens VIII., Urban VIII., der heilige Pius X., Benedikt XV., Pius XII. und der selige Johannes XXIII.

In jüngerer Zeit brachte das Zweite Vatikanische Konzil den Wunsch zum Ausdruck, wonach mit der gebotenen Achtsamkeit und Ehrfurcht gegenüber dem Gottesdienst dieser ein weiteres Mal reformiert und den Erfordernissen unserer Zeit angepasst werden sollte. Von diesem Wunsch geleitet hat Unser Vorgänger Papst Paul VI. die reformierten und zum Teil erneuerten liturgischen Bücher im Jahr 1970 für die lateinische Kirche approbiert; überall auf der Erde in eine Vielzahl von Volkssprachen übersetzt, wurden sie von den Bischöfen sowie von den Priestern und Gläubigen bereitwillig angenommen. Johannes Paul II. rekognoszierte die dritte Editio typica des Römischen Messbuchs. So haben die Päpste daran gearbeitet, dass „dieses ‚liturgische Gebäude’ […] in seiner Würde und Harmonie neu“ erstrahlte.

Andererseits hingen in manchen Gegenden durchaus nicht wenige Gläubige den früheren liturgischen Formen, die ihre Kultur und ihren Geist so grundlegend geprägt hatten, mit derart großer Liebe und Empfindung an und tun dies weiterhin, dass Papst Johannes Paul II., geleitet von der Hirtensorge für diese Gläubigen, im Jahr 1984 mit dem besonderen Indult „Quattuor abhinc annos“, das die Kongregation für den Gottesdienst entworfen hatte, die Möglichkeit zum Gebrauch des Römischen Messbuchs zugestand, das von Johannes XXIII. im Jahr 1962 herausgegebenen worden war; im Jahr 1988 forderte Johannes Paul II. indes die Bischöfe mit dem als Motu Proprio erlassenen Apostolischen Schreiben „Ecclesia Dei“ auf, eine solche Möglichkeit weitherzig und großzügig zum Wohl aller Gläubigen, die darum bitten, einzuräumen.

Nachdem die inständigen Bitten dieser Gläubigen schon von Unserem Vorgänger Johannes Paul II. über längere Zeit hin abgewogen und auch von Unseren Vätern Kardinälen in dem am 23. März 2006 abgehaltenen Konsistorium gehört worden sind, nachdem alles reiflich abgewogen worden ist, nach Anrufung des Heiligen Geistes und fest vertrauend auf die Hilfe Gottes, BESCHLIESSEN WIR mit dem vorliegenden Apostolischen Schreiben folgendes:

Art. 1. Das von Paul VI. promulgierte Römische Messbuch ist die ordentliche Ausdrucksform der „Lex orandi“ der katholischen Kirche des lateinischen Ritus. Das vom hl. Pius V. promulgierte und vom sel. Johannes XXIII. neu herausgegebene Römische Messbuch hat hingegen als außerordentliche Ausdrucksform derselben „Lex orandi“ der Kirche zu gelten, und aufgrund seines verehrungswürdigen und alten Gebrauchs soll es sich der gebotenen Ehre erfreuen. Diese zwei Ausdrucksformen der „Lex orandi“ der Kirche werden aber keineswegs zu einer Spaltung der „Lex credendi“ der Kirche führen; denn sie sind zwei Anwendungsformen des einen Römischen Ritus.

Demgemäß ist es erlaubt, das Messopfer nach der vom sel. Johannes XXIII. promulgierten und niemals abgeschafften Editio typica des Römischen Messbuchs als außerordentliche Form der Liturgie der Kirche zu feiern. Die von den vorangegangenen Dokumenten „Quattuor abhinc annos“ und „Ecclesia Dei“ für den Gebrauch dieses Messbuchs aufgestellten Bedingungen aber werden wie folgt ersetzt:

Art. 2. In Messen, die ohne Volk gefeiert werden, kann jeder katholische Priester des lateinischen Ritus – sei er Weltpriester oder Ordenspriester – entweder das vom seligen Papst Johannes XXIII. im Jahr 1962 herausgegebene Römische Messbuch gebrauchen oder das von Papst Paul VI. im Jahr 1970 promulgierte, und zwar an jedem Tag mit Ausnahme des Triduum Sacrum. Für eine solche Feier nach dem einen oder dem anderen Messbuch benötigt der Priester keine Erlaubnis, weder vom Apostolischen Stuhl noch von seinem Ordinarius.

Art. 3. Wenn Gemeinschaften der Institute des geweihten Lebens und der Gesellschaften des apostolischen Lebens – seien sie päpstlichen oder diözesanen Rechts – es wünschen, bei der Konvents- bzw. „Kommunitäts“-Messe im eigenen Oratorium die Feier der heiligen Messe nach der Ausgabe des Römischen Messbuchs zu halten, die im Jahr 1962 promulgiert wurde, ist ihnen dies erlaubt. Wenn eine einzelne Gemeinschaft oder ein ganzes Institut bzw. eine ganze Gesellschaft solche Feiern oft, auf Dauer oder ständig begehen will, ist es Sache der höheren Oberen, nach der Norm des Rechts und gemäß der Gesetze und Partikularstatuten zu entscheiden.

Art. 4. Zu den Feiern der heiligen Messe, von denen oben in Art. 2 gehandelt wurde, können entsprechend dem Recht auch Christgläubige zugelassen werden, die aus eigenem Antrieb darum bitten.

Art. 5 § 1. In Pfarreien, wo eine Gruppe von Gläubigen, die der früheren Liturgie anhängen, dauerhaft existiert, hat der Pfarrer deren Bitten, die heilige Messe nach dem im Jahr 1962 herausgegebenen Römischen Messbuch zu feiern, bereitwillig aufzunehmen. Er selbst hat darauf zu achten, dass das Wohl dieser Gläubigen harmonisch in Einklang gebracht wird mit der ordentlichen Hirtensorge für die Pfarrei, unter der Leitung des Bischofs nach der Norm des Canon 392, wobei Zwietracht zu vermeiden und die Einheit der ganzen Kirche zu fördern ist.
§ 2. Die Feier nach dem Messbuch des sel. Johannes XXIII. kann an den Werktagen stattfinden; an Sonntagen und Festen kann indes ebenfalls eine Feier dieser Art stattfinden.
§ 3. Gläubigen oder Priestern, die darum bitten, hat der Pfarrer auch zu besonderen Gelegenheiten Feiern in dieser außerordentlichen Form zu gestatten, so z.B. bei der Trauung, bei der Begräbnisfeier oder bei situationsbedingten Feiern, wie etwa Wallfahrten.
§ 4. Priester, die das Messbuch des sel. Johannes XXIII. gebrauchen, müssen geeignet und dürfen nicht von Rechts wegen gehindert sein.
§ 5. In Kirchen, die weder Pfarr- noch Konventskirchen sind, ist es Sache des Kirchenrektors, eine Erlaubnis bezüglich des oben Genannten zu erteilen.

Art. 6. In Messen, die nach dem Messbuch des sel. Johannes XXIII. zusammen mit dem Volk gefeiert werden, können die Lesungen auch in der Volkssprache verkündet werden, unter Gebrauch der vom Apostolischen Stuhl rekognoszierten Ausgaben.

Art. 7. Wo irgendeine Gruppe von Laien durch den Pfarrer nicht erhalten sollte, worum sie nach Art. 5 § 1 bittet, hat sie den Diözesanbischof davon in Kenntnis zu setzen. Der Bischof wird nachdrücklich ersucht, ihrem Wunsch zu entsprechen. Wenn er für eine Feier dieser Art nicht sorgen kann, ist die Sache der Päpstlichen Kommission „Ecclesia Dei“ mitzuteilen.

Art. 8. Ein Bischof, der für Bitten dieser Art seitens der christgläubigen Laien Sorge tragen möchte, aber aus verschiedenen Gründen daran gehindert wird, kann die Sache der Päpstlichen Kommission „Ecclesia Dei“ berichten, die ihm Rat und Hilfe zu geben hat.

Art. 9 § 1. Der Pfarrer kann – nachdem er alles wohl abgewogen hat – auch die Erlaubnis geben, dass bei der Spendung der Sakramente der Taufe, der Ehe, der Buße und der Krankensalbung das ältere Rituale verwendet wird, wenn das Heil der Seelen dies nahelegt.
§ 2. Den Bischöfen ist die Vollmacht gegeben, das Sakrament der Firmung nach dem alten Pontificale Romanum zu feiern, wenn das Heil der Seelen dies nahelegt.
§ 3. Die geweihten Kleriker haben das Recht, auch das Römische Brevier zu gebrauchen, das vom sel. Johannes XXIII. im Jahr 1962 promulgiert wurde.

Art. 10. Der Ortsordinarius hat das Recht, wenn er es für ratsam hält, eine Personalpfarrei nach Norm des Canon 518 für die Feiern nach der älteren Form des römischen Ritus zu errichten oder einen Rektor bzw. Kaplan zu ernennen, entsprechend dem Recht.

Art. 11. Die Päpstliche Kommission „Ecclesia Dei“, die von Johannes Paul II. im Jahr 1988 errichtet wurde, fährt fort mit der Erfüllung ihrer Aufgabe.
Diese Kommission soll die Form, die Amtsaufgaben und die Handlungsnormen erhalten, mit denen der Papst sie ausstatten will.

Art. 12. Dieselbe Kommission wird über die Vollmachten hinaus, derer sie sich bereits erfreut, die Autorität des Heiligen Stuhles ausüben, indem sie über die Beachtung und Anwendung dieser Anordnungen wacht.

Alles aber, was von Uns durch dieses als Motu Proprio erlassene Apostolische Schreiben beschlossen wurde, ist – so bestimmen Wir – gültig und rechtskräftig und vom 14. September dieses Jahres, dem Fest der Kreuzerhöhung, an zu befolgen, ungeachtet jeder anderen gegenteiligen Anordnung.

Gegeben zu Rom, bei Sankt Peter, am 7. Juli, im Jahr des Herrn 2007, dem dritten Jahr Unseres Pontifikats.


Nichtapprobierte Arbeitsübersetzung - zur Verfügung gestellt von der Deutschen Bischofskonferenz.

****
LITTERAE APOSTOLICAE
MOTU PROPRIO DATAE

BENEDICTUS XVI

Summorum Pontificum cura ad hoc tempus usque semper fuit, ut Christi Ecclesia Divinae Maiestati cultum dignum offerret, «ad laudem et gloriam nominis Sui» et «ad utilitatem totius Ecclesiae Suae sanctae».

Ab immemorabili tempore sicut etiam in futurum, principium servandum est «iuxta quod unaquaeque Ecclesia particularis concordare debet cum universali Ecclesia non solum quoad fidei doctrinam et signa sacramentalia, sed etiam quoad usus universaliter acceptos ab apostolica et continua traditione, qui servandi sunt non solum ut errores vitentur, verum etiam ad fidei integritatem tradendam, quia Ecclesiae lex orandi eius legi credendi respondet».

Inter Pontífices qui talem debitam curam adhibuerunt, nomen excellit sancti Gregorii Magni, qui tam fidem catholicam quam thesauros cultus ac culturae a Romanis in saeculis praecedentibus cumulatos novis Europae populis transmittendos curavit. Sacrae Liturgiae tam Missae Sacrificii quam Officii Divini formam, uti in Urbe celebrabatur, definiri conservarique iussit. Monachos quoque et moniales maxime fovit, qui sub Regula sancti Benedicti militantes, ubique simul cum Evangelii annuntiatione illam quoque saluberrimam Regulae sententiam vita sua illustrarunt, «ut operi Dei nihil praeponatur» (cap. 43). Tali modo sacra liturgia secundum morem Romanum non solum fidem et pietatem sed et culturam multarum gentium fecundavit. Constat utique liturgiam latinam variis suis formis Ecclesiae in omnibus aetatis christianae saeculis permultos Sanctos in vita spirituali stimulasse atque tot populos in religionis virtute roborasse ac eorundem pietatem fecundasse.

Ut autem Sacra Liturgia hoc munus efficacius expleret, plures alii Romani Pontifices decursu saeculorum peculiarem sollicitudinem impenderunt, inter quos eminet Sanctus Pius V, qui magno cum studio pastorali, Concilio Tridentino exhortante, totum Ecclesiae cultum innovavit, librorum liturgicorum emendatorum et «ad normam Patrum instauratorum» editionem curavit eosque Ecclesiae latinae usui dedit.
Inter Ritus romani libros liturgicos patet eminere Missale Romanum, quod in romana urbe succrevit, atque succedentibus saeculis gradatim formas assumpsit, quae cum illa in generationibus recentioribus vigente magnam habent similitudinem.

«Quod idem omnino propositum tempore progrediente Pontifices Romani sunt persecuti, cum novas ad aetates accommodaverunt aut ritus librosque liturgicos determinaverunt, ac deinde cum ineunte hoc nostro saeculo ampliorem iam complexi sunt redintegrationem». Sic vero egerunt Decessores nostri Clemens VIII, Urbanus VIII, sanctus Pius X, Benedictus XV, Pius XII et beatus Ioannes XXIII.

Recentioribus autem temporibus, Concilium Vaticanum II desiderium expressit, ut debita observantia et reverentia erga cultum divinum denuo instauraretur ac necessitatibus nostrae aetatis aptaretur. Quo desiderio motus, Decessor noster Summus Pontifex Paulus VI libros liturgicos instauratos et partim innovatos anno 1970 Ecclesiae latinae approbavit; qui ubique terrarum permultas in linguas vulgares conversi, ab Episcopis atque a sacerdotibus et fidelibus libenter recepti sunt. Ioannes Paulus II, tertiam editionem typicam Missalis Romani recognovit. Sic Romani Pontifices operati sunt ut «hoc quasi aedificium liturgicum [...] rursus, dignitate splendidum et concinnitate» appareret.

Aliquibus autem in regionibus haud pauci fideles antecedentibus formis liturgicis, quae eorum culturam et spiritum tam profunde imbuerant, tanto amore et affectu adhaeserunt et adhaerere pergunt, ut Summus Pontifex Ioannes Paulus II, horum fidelium pastorali cura motus, anno 1984 speciali Indulto “Quattuor abhinc annos”, a Congregatione pro Cultu Divino exarato, facultatem concessit utendi Missali Romano a Ioanne XXIII anno 1962 edito; anno autem 1988 Ioannes Paulus II iterum, litteris Apostolicis “Ecclesia Dei” Motu proprio datis, Episcopos exhortatus est ut talem facultatem late et generose in favorem omnium fidelium id petentium adhiberent.

Instantibus precibus horum fidelium iam a Praedecessore Nostro Ioanne Paulo II diu perpensis, auditis etiam a Nobis Patribus Cardinalibus in Concistorio die XXIII mensis martii anni 2006 habito, omnibus mature perpensis, invocato Spiritu Sancto et Dei freti auxilio, praesentibus Litteris Apostolicis DECERNIMUS quae sequuntur:

Art. 1. Missale Romanum a Paulo VI promulgatum ordinaria expressio “Legis orandi” Ecclesiae catholicae ritus latini est. Missale autem Romanum a S. Pio V promulgatum et a B. Ioanne XXIII denuo editum habeatur uti extraordinaria expressio eiusdem “Legis orandi” Ecclesiae et ob venerabilem et antiquum eius usum debito gaudeat honore. Hae duae expressiones “legis orandi” Ecclesiae, minime vero inducent in divisionem “legis credendi” Ecclesiae; sunt enim duo usus unici ritus romani.

Proinde Missae Sacrificium, iuxta editionem typicam Missalis Romani a B. Ioanne XXIII anno 1962 promulgatam et numquam abrogatam, uti formam extraordinariam Liturgiae Ecclesiae, celebrare licet. Conditiones vero a documentis antecedentibus “Quattuor abhinc annos” et “Ecclesia Dei” pro usu huius Missalis statutae, substituuntur ut sequitur:

Art. 2. In Missis sine populo celebratis, quilibet sacerdos catholicus ritus latini, sive saecularis sive religiosus, uti potest aut Missali Romano a beato Papa Ioanne XXIII anno 1962 edito, aut Missali Romano a Summo Pontifice Paulo VI anno 1970 promulgato, et quidem qualibet die, excepto Triduo Sacro. Ad talem celebrationem secundum unum alterumve Missale, sacerdos nulla eget licentia, nec Sedis Apostolicae nec Ordinarii sui.

Art. 3. Si communitates Institutorum vitae consecratae atque Societatum vitae apostolicae iuris sive pontificii sive dioecesani quae in celebratione conventuali seu “communitatis” in oratoriis propriis celebrationem sanctae Missae iuxta editionem Missalis Romani anno 1962 promulgatam habere cupiunt, id eis licet. Si singula communitas aut totum Institutum vel Societas tales celebrationes saepe vel plerumque vel permanenter perficere vult, res a Superioribus maioribus ad normam iuris et secundum leges et statuta particularia decernatur.

Art. 4. Ad celebrationes sanctae Missae de quibus supra in art. 2 admitti possunt, servatis de iure servandis, etiam christifideles qui sua sponte id petunt.

Art. 5, § 1. In paroeciis, ubi coetus fidelium traditioni liturgicae antecedenti adhaerentium continenter exsistit, parochus eorum petitiones ad celebrandam sanctam Missam iuxta ritum Missalis Romani anno 1962 editi, libenter suscipiat. Ipse videat ut harmonice concordetur bonum horum fidelium cum ordinaria paroeciae pastorali cura, sub Episcopi regimine ad normam canonis 392, discordiam vitando et totius Ecclesiae unitatem fovendo.
§ 2. Celebratio secundum Missale B. Ioannis XXIII locum habere potest diebus ferialibus; dominicis autem et festis una etiam celebratio huiusmodi fieri potest.
§ 3. Fidelibus seu sacerdotibus id petentibus, parochus celebrationes, hac in forma extraordinaria, permittat etiam in adiunctis peculiaribus, uti sunt matrimonia, exsequiae aut celebrationes occasionales, verbi gratia peregrinationes.
§ 4. Sacerdotes Missali B. Ioannis XXIII utentes, idonei esse debent ac iure non impediti.
§ 5. In ecclesiis, quae non sunt nec paroeciales nec conventuales, Rectoris ecclesiae est concedere licentiam de qua supra.

Art. 6. In Missis iuxta Missale B. Ioannis XXIII celebratis cum populo, Lectiones proclamari possunt etiam lingua vernacula, utendo editionibus ab Apostolica Sede recognitis.

Art. 7. Ubi aliquis coetus fidelium laicorum, de quo in art. 5 § 1 petita a parocho non obtinuerit, de re certiorem faciat Episcopum dioecesanum. Episcopus enixe rogatur ut eorum optatum exaudiat. Si ille ad huiusmodi celebrationem providere non potest res ad Pontificiam Commissionem “Ecclesia Dei” referatur.

Art. 8. Episcopus, qui vult providere huiusmodi petitionibus christifidelium laicorum, sed ob varias causas impeditur, rem Pontificiae Commissioni “Ecclesia Dei” committere potest, quae ei consilium et auxilium dabit.

Art. 9, § 1. Parochus item, omnibus bene perpensis, licentiam concedere potest utendi rituali antiquiore in administrandis sacramentis Baptismatis, Matrimonii, Poenitentiae et Unctionis Infirmorum, bono animarum id suadente.
§ 2. Ordinariis autem facultas conceditur celebrandi Confirmationis sacramentum utendo Pontificali Romano antiquo, bono animarum id suadente.
§ 3. Fas est clericis in sacris constitutis uti etiam Breviario Romano a B. Ioanne XXIII anno 1962 promulgato.

Art 10. Fas est Ordinario loci, si opportunum iudicaverit, paroeciam personalem ad normam canonis 518 pro celebrationibus iuxta formam antiquiorem ritus romani erigere aut rectorem vel cappellanum nominare, servatis de iure servandis.
Art. 11. Pontificia Commissio “Ecclesia Dei” a Ioanne Paulo II anno 1988 erecta, munus suum adimplere pergit.
Quae Commissio formam, officia et normas agendi habeat, quae Romanus Pontifex ipsi attribuere voluerit.

Art. 12. Eadem Commissio, ultra facultates quibus iam gaudet, auctoritatem Sanctae Sedis exercebit, vigilando de observantia et applicatione harum dispositionum.
Quaecumque vero a Nobis hisce Litteris Apostolicis Motu proprio datis decreta sunt, ea omnia firma ac rata esse et a die decima quarta Septembris huius anni, in festo Exaltationis Sanctae Crucis, servari iubemus, contrariis quibuslibet rebus non obstantibus.

Datum Romae, apud Sanctum Petrum, die septima mensis Iulii, anno Domini MMVII, Pontificatus Nostri tertio.
***

1 Institutio generalis Missalis Romani, Editio tertia, 2002, 3972 Ioannes Paulus Pp. II, Litt. ap. Vicesimus quintus annus (4 Decembris 1988), 3: AAS 81 (1989), 899.
3 Ibid.
4 S. Pius Pp. X, Litt. Ap. Motu proprio datae Abhinc duos annos (23 Octobris 1913): AAS 5 (1913), 449-450; cfr Ioannes Paulus II, Litt. ap. Vicesimus quintus annus (4 Decembris 1988), 3: AAS 81 (1989), 899.
5 Cfr Ioannes Paulus Pp. II, Litt. ap. Motu proprio datae Ecclesia Dei (2 iulii 1988), 6: AAS 80 (1988), 1498.






Der Begleitbrief des Papstes zum Motu Proprio "Summorum Pontificum"






Liebe Brüder im Bischofsamt,

hoffnungsvoll und mit großem Vertrauen lege ich den Text eines neuen als Motu Proprio erlassenen Apostolischen Schreibens über den Gebrauch der römischen Liturgie in ihrer Gestalt vor der 1970 durchgeführten Reform in Eure Hände, die Hände der Hirten. Das Dokument ist Frucht langen Nachdenkens, vielfacher Beratungen und des Gebetes.

Nachrichten und Beurteilungen, die ohne ausreichende Kenntnis vorgenommen wurden, haben in nicht geringem Maße Verwirrung gestiftet. Es gibt sehr unterschiedliche Reaktionen, die von freudiger Aufnahme bis zu harter Opposition reichen und die sich auf ein Vorhaben beziehen, dessen Inhalt in Wirklichkeit nicht bekannt war.

Dem Dokument standen näherhin zwei Befürchtungen entgegen, auf die ich in diesem Brief etwas näher eingehen möchte.
An erster Stelle steht die Furcht, hier werde die Autorität des II. Vatikanischen Konzils angetastet und eine seiner wesentlichen Entscheidungen – die liturgische Reform – in Frage gestellt. Diese Befürchtung ist unbegründet. Dazu ist zunächst zu sagen, daß selbstverständlich das von Papst Paul VI. veröffentlichte und dann in zwei weiteren Auflagen von Johannes Paul II. neu herausgegebene Missale die normale Form – die Forma ordinaria – der Liturgie der heiligen Eucharistie ist und bleibt. Die letzte dem Konzil vorausgehende Fassung des Missale Romanum, die unter der Autorität von Papst Johannes XXIII. 1962 veröffentlicht und während des Konzils benützt wurde, kann demgegenüber als Forma extraordinaria der liturgischen Feier Verwendung finden. Es ist nicht angebracht, von diesen beiden Fassungen des Römischen Meßbuchs als von „zwei Riten“ zu sprechen. Es handelt sich vielmehr um einen zweifachen Usus ein und desselben Ritus.

Was nun die Verwendung des Meßbuchs von 1962 als Forma extraordinaria der Meßliturgie angeht, so möchte ich darauf aufmerksam machen, daß dieses Missale nie rechtlich abrogiert wurde und insofern im Prinzip immer zugelassen blieb. Im Augenblick der Einführung des neuen Meßbuchs schien es nicht notwendig, eigene Normen für den möglichen Gebrauch des bisherigen Missale zu erlassen. Man ging wohl davon aus, daß es sich um wenige Einzelfälle handeln würde, die fallweise am jeweiligen Ort zu lösen seien. Dann zeigte sich aber bald, daß vor allem in Ländern, in denen die Liturgische Bewegung vielen Menschen eine bedeutende liturgische Bildung und eine tiefe innere Vertrautheit mit der bisherigen Form der liturgischen Feier geschenkt hatte, nicht wenige stark an diesem ihnen von Kindheit auf liebgewordenen Gebrauch des Römischen Ritus hingen. Wir wissen alle, daß in der von Erzbischof Lefebvre angeführten Bewegung das Stehen zum alten Missale zum äußeren Kennzeichen wurde; die Gründe für die sich hier anbahnende Spaltung reichten freilich viel tiefer. Viele Menschen, die klar die Verbindlichkeit des II. Vaticanums annahmen und treu zum Papst und zu den Bischöfen standen, sehnten sich doch auch nach der ihnen vertrauten Gestalt der heiligen Liturgie, zumal das neue Missale vielerorts nicht seiner Ordnung getreu gefeiert, sondern geradezu als eine Ermächtigung oder gar als Verpflichtung zur „Kreativität“ aufgefaßt wurde, die oft zu kaum erträglichen Entstellungen der Liturgie führte. Ich spreche aus Erfahrung, da ich diese Phase in all ihren Erwartungen und Verwirrungen miterlebt habe. Und ich habe gesehen, wie tief Menschen, die ganz im Glauben der Kirche verwurzelt waren, durch die eigenmächtigen Entstellungen der Liturgie verletzt wurden.

So sah sich Papst Johannes Paul II. veranlaßt, mit dem Motu Proprio „Ecclesia Dei“ vom 2. Juli 1988 eine Rahmennorm für den Gebrauch des Missale von 1962 zu erlassen, die freilich keine Einzelbestimmungen enthielt, sondern grundsätzlich an den Großmut der Bischöfe gegenüber den „gerechtfertigten Wünschen“ derjenigen Gläubigen appellierte, die um diesen Usus des Römischen Ritus baten. Der Papst hatte damals besonders auch der „Priester-Bruderschaft des heiligen Pius X.“ helfen wollen, wieder die volle Einheit mit dem Nachfolger Petri zu finden, und hatte so eine immer schmerzlicher empfundene Wunde in der Kirche zu heilen versucht. Diese Versöhnung ist bislang leider nicht geglückt, aber eine Reihe von Gemeinschaften machten dankbar von den Möglichkeiten dieses Motu Proprio Gebrauch. Schwierig blieb dagegen die Frage der Verwendung des Missale von 1962 außerhalb dieser Gruppierungen, wofür genaue rechtliche Formen fehlten, zumal die Bischöfe dabei häufig fürchteten, die Autorität des Konzils werde hier in Frage gestellt. Hatte man unmittelbar nach dem Ende des II. Vaticanums annehmen können, das Verlangen nach dem Usus von 1962 beschränke sich auf die ältere Generation, die damit aufgewachsen war, so hat sich inzwischen gezeigt, daß junge Menschen diese liturgische Form entdecken, sich von ihr angezogen fühlen und hier eine ihnen besonders gemäße Form der Begegnung mit dem Mysterium der heiligen Eucharistie finden. So ist ein Bedarf nach klarer rechtlicher Regelung entstanden, der beim Motu Proprio von 1988 noch nicht sichtbar war; diese Normen beabsichtigen, gerade auch die Bischöfe davon zu entlasten, immer wieder neu abwägen zu müssen, wie auf die verschiedenen Situationen zu antworten sei.

Als zweites wurde in den Diskussionen über das erwartete Motu Proprio die Befürchtung geäußert, eine erweiterte Möglichkeit zum Gebrauch des Missale von 1962 werde zu Unruhen oder gar zu Spaltungen in den Gemeinden führen. Auch diese Sorge scheint mir nicht wirklich begründet zu sein. Der Gebrauch des alten Missale setzt ein gewisses Maß an liturgischer Bildung und auch einen Zugang zur lateinischen Sprache voraus; das eine wie das andere ist nicht gerade häufig anzutreffen. Schon von diesen konkreten Voraussetzungen her ist es klar, daß das neue Meßbuch nicht nur von der rechtlichen Normierung, sondern auch von der tatsächlichen Situation der gläubigen Gemeinden her ganz von selbst die Forma ordinaria des Römischen Ritus bleibt.
Es ist wahr, daß es nicht an Übertreibungen und hin und wieder an gesellschaftlichen Aspekten fehlt, die in ungebührender Weise mit der Haltung jener Gläubigen in Zusammenhang stehen, die sich der alten lateinischen liturgischen Tradition verbunden wissen. Eure Liebe und pastorale Klugheit wird Anreiz und Leitbild für eine Vervollkommnung sein. Im übrigen können sich beide Formen des Usus des Ritus Romanus gegenseitig befruchten: Das alte Meßbuch kann und soll neue Heilige und einige der neuen Präfationen aufnehmen. Die Kommission Ecclesia Dei wird im Kontakt mit den verschiedenen Institutionen die sich dem usus antiquior widmen, die praktischen Möglichkeiten prüfen. In der Feier der Messe nach dem Missale Pauls VI. kann stärker, als bisher weithin der Fall ist, jene Sakralität erscheinen, die viele Menschen zum alten Usus hinzieht. Die sicherste Gewähr dafür, daß das Missale Pauls VI. die Gemeinden eint und von ihnen geliebt wird, besteht im ehrfürchtigen Vollzug seiner Vorgaben, der seinen spirituellen Reichtum und seine theologische Tiefe sichtbar werden läßt.

Damit bin ich bei dem positiven Grund angelangt, der mich veranlaßt hat, mit diesem Motu Proprio dasjenige von 1988 fortzuschreiben. Es geht um eine innere Versöhnung in der Kirche. In der Rückschau auf die Spaltungen, die den Leib Christi im Lauf der Jahrhunderte verwundet haben, entsteht immer wieder der Eindruck, daß in den kritischen Momenten, in denen sich die Spaltung anbahnte, von seiten der Verantwortlichen in der Kirche nicht genug getan worden ist, um Versöhnung und Einheit zu erhalten oder neu zu gewinnen; daß Versäumnisse in der Kirche mit schuld daran sind, daß Spaltungen sich verfestigen konnten. Diese Rückschau legt uns heute eine Verpflichtung auf, alle Anstrengungen zu unternehmen, um all denen das Verbleiben in der Einheit oder das neue Finden zu ihr zu ermöglichen, die wirklich Sehnsucht nach Einheit tragen. Mir kommt da ein Wort aus dem zweiten Korintherbrief in den Sinn, wo Paulus den Korinthern sagt: „Unser Mund hat sich für euch aufgetan, Korinther, unser Herz ist weit geworden. In uns ist es nicht zu eng für euch; eng ist es in eurem Herzen. Laßt doch als Antwort darauf … auch euer Herz weit aufgehen!“ (2 Kor 6, 11–13). Paulus sagt das in anderem Zusammenhang, aber sein Anruf kann und soll uns gerade auch in dieser Sache berühren. Machen wir unser Herz weit auf, und lassen wir all dem Raum, wozu der Glaube selbst Raum bietet.

Es gibt keinen Widerspruch zwischen der einen und der anderen Ausgabe des Missale Romanum. In der Liturgiegeschichte gibt es Wachstum und Fortschritt, aber keinen Bruch. Was früheren Generationen heilig war, bleibt auch uns heilig und groß; es kann nicht plötzlich rundum verboten oder gar schädlich sein. Es tut uns allen gut, die Reichtümer zu wahren, die im Glauben und Beten der Kirche gewachsen sind und ihnen ihren rechten Ort zu geben. Um die volle communio zu leben, können die Priester, die den Gemeinschaften des alten Usus zugehören, selbstverständlich die Zelebration nach den neuen liturgischen Büchern im Prinzip nicht ausschließen. Ein völliger Ausschluß wäre nämlich nicht in Übereinstimmung mit der Anerkennung des Wertes und der Heiligkeit des Ritus in seiner erneuerten Form.

Abschließend, liebe Mitbrüder, liegt mir daran zu betonen, daß diese neuen Bestimmungen in keiner Weise Eure Autorität und Verantwortlichkeit schmälern, weder hinsichtlich der Liturgie noch was die Seelsorge an Euren Gläubigen anbelangt. In der Tat steht jedem Bischof das Recht zu, in der eigenen Diözese die Liturgie zu ordnen (vgl. Sacrosanctum Concilium, Nr. 22: „Sacrae Liturgiae moderatio ab Ecclesiae auctoritate unice pendet quae quidem est apud Apostolicam Sedem et, ad normam iuris, apud Episcopum“).

Nichts wird folglich der Autorität des Bischofs weggenommen, dessen Aufgabe in jedem Fall jene bleibt, darüber zu wachen, daß alles friedlich und sachlich geschieht. Sollten Probleme auftreten, die der Pfarrer nicht zu lösen imstande ist, kann der Ordinarius immer eingreifen, jedoch in völliger Übereinstimmung mit den im Motu Proprio festgelegten neuen Bestimmungen.

Außerdem lade ich Euch, liebe Mitbrüder, hiermit ein, drei Jahre nach dem Inkrafttreten des Motu Proprio dem Heiligen Stuhl über Eure Erfahrungen Bericht zu erstatten. Wenn dann wirklich ernsthafte Schwierigkeiten aufgetreten sein sollten, können Wege gesucht werden, um Abhilfe zu schaffen.

Liebe Brüder, dankbar und zuversichtlich vertraue ich Eurem Hirtenherzen diese Seiten und die Bestimmungen des Motu Proprio an. Seien wir stets eingedenk der Worte des Apostels Paulus, die er an die Ältesten von Ephesus gerichtet hat: „Gebt acht auf euch und auf die ganze Herde, in der euch der Heilige Geist zu Bischöfen bestellt hat, damit ihr als Hirten für die Kirche Gottes sorgt, die er sich durch das Blut seines eigenen Sohnes erworben hat“ (Apg 20, 28).

Der mächtigen Fürsprache Mariens, der Mutter der Kirche, vertraue ich diese neuen Bestimmungen an und erteile Euch, liebe Mitbrüder, den Pfarrern in Euren Diözesen und allen Priestern, die Eure Mitarbeiter sind, sowie allen Euren Gläubigen von Herzen meinen Apostolischen Segen.

Gegeben zu Sankt Peter, am 7. Juli 2007





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~ Papsttreu - Marianisch - Dogmentreu ~


Matth 5:11 Selig seid ihr, wenn sie
euch schmähen und verfolgen und lügnerisch allerlei
Arges wider euch reden um meinetwillen!

„Wer Maria nicht ehrt, sich Gnaden verwehrt!“
„Gepriesen sei der Herr durch der Engel Lobgesang“


Hl. Gottesmutter Maria Hl. Joseph von Nazareth Hl. Apostel Johannes Hll. Engel Hl. Uriel Hl. Beda Venerabilis Hl. Thomas von Aquin Hl. Pseudo-Dionysius Hl. Nikolaus von Myra Hl. Cäcilia Hl. Christina Mirabilis Hl. Maria Kreszentia Höß Hl. Johannes Don Bosco Hl. Johannes Maria Vianney Hl. Hildegard von Bingen Hl. Pater Pio Hl. Bernhard von Clairvaux Sel. Maria Deluil-Martiny Sel. Anna Katharina Emmerick Mechthild Thaller-Schönwerth Gisela-Maria

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...   Erstellt am 10.07.2009 - 00:02Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Der NOM (Novus Ordo Missae). Messkanones ohne Ende. So hat’s begonnen:

Messbuch und Erzbischof Bugnini

Oft wird über "Freimauerer im Vatikan" gesprochen. Wie uns bekannt ist, weiss der Hl. Vater über diese Zweifel einiger Mitkatholiken, beweisbar jedoch ist diese Annahme nicht. Es gibt nur einen einzigen Fall, der bekannt wurde, den Seiner Exzellenz Erzbischof Bugnini. Wir beziehen uns hier auf öffentliche Ansprachen von Alfons Kardinal Stickler und des europaweit bekanntesten Wissenschaftlers in Sachen Kirche und Freimaurerei, Prof. Dr. Dr. Robert Prantner, Wien.

Im Folgenden geben wir mit freundlicher Genehmigung des Autors einen öffentlichen Vortrag von Prof. Dr.Dr. Prantner wörtlich wieder.

"Es war in der Zeit nach dem II. Vatikanischen Konzil, als die neue Messliturgie vom Kardinalpräfekten der Kongregation für den Gottesdienst, Seine Eminenz James Kardinal Knox und dem Erzbischof-Sekretär dieser Kongregation, S. E. Msgr. A. Bugnini unterschrieben wurde. Von Letzterem wird angenommen, dass er Freimaurer war. Wieso wusste man das?

Die Schwester eines pensionierten Pfarrers, der in einer Seitenstrasse zur Via della Conciliatione wohnte und ihm den Haushalt besorgte, war zugleich Bedienstete im Vatikan. Allabendlich, wenn die Büros sich leerten, entsorgte sie den angefallenen Papierabfall. Eines Tages fand sie im Papierkorb des Erzbischofs ein Blaupapier (damals gab es noch keine Kopiergeräte - man schrieb auf der Schreibmaschine mit Kohlepapier). Da es mehrere, wohl Entwurfs-Exemplare, davon gab, nahm sie eines mit nach Hause und zeigte es ihrem Bruder. Dieser staunte nicht schlecht und wurde erst recht neugierig, als er in der Ansprache die Worte las:
>.
Das Papier gelang innert zwei Tagen zu Papst Paul VI., der blitzartig handelte. Er bestellte den Erzbischof zu sich und eröffnete ihm, dass er sei. >
Man behauptet, es sei eine Strafe gewesen. Jedenfalls hat Paul VI. hat es verabsäumt, die im damaligen Kirchenrecht ausgesetzte Exkommunikatikon zu verhängen, stattdessen wurde er in den diplomatischen Dienst des Vatikans versetzt und zum apostolischen Nuntius – also Stellvertreter des Papstes - in Teheran ernannt. Es war die Anfangszeit der Machtübernahme von Ayatollah Khomeini. Bugnini selbst ist kurz darauf an einem furchtbaren Krebsleiden daselbst gestorben."
(Schweizer FATIMA-BOTE)

[Dieser Beitrag wurde am 10.07.2009 - 00:03 von Benedetto aktualisiert]





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Wir aber verkünden Christus, den Gekreuzigten! (1 Kor 1,23)

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...   Erstellt am 10.07.2009 - 00:08Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


„Deutsches Messbuch“ oder „Römisches Messbuch in deutscher Sprache“?

In einem ersten Schritt, unter dem Titel „Wandlungsworte im Wandel“, wurde der Versuch unternommen, das seit 1974 approbierte Deutsche Messbuch mit dem Missale Romanum des sel. Papstes Johannes XXIII. zu vergleichen. Ich ging davon aus, dass beide Messbücher im Ganzen wie auch in den Einzelteilen Gültigkeit besitzen. Ferner wurde am Schluss für zwei gleichberechtigt nebeneinander stehende rö-misch-katholische Mess-Riten plädiert, was ein „Verbot“ des einen und eine „Ungül-tigkeit“ des anderen von vornherein ausschliesst.
Es sei noch der Hinweis vorausgeschickt, dass jüngere Priester mit wenigen Aus-nahmen noch nie nach der Editio typica des Neuen Messordo in lateinischer Sprache die hl. Messe zelebriert haben und somit kaum zu einem tieferen Vergleich angeregt wurden.

Konkreten Anlass zu den folgenden Überlegungen gab die in Bearbeitung befindliche deutsche Übersetzung der Editio typica Missalis Romani 2000. Wenn man das Latein in der katholischen Kirche – leider - nicht mehr richtig beherrscht, soll hier trotzdem ein Ausrufezeichen dahingehend gesetzt werden, nicht erneut alles völlig unbesehen unbesehen zu übernehmen!

Neuschöpfung oder Übersetzung?

Dass Worte verschieden interpretiert werden können, ist nichts Neues! Bei einer wortgetreuen Übersetzung der lateinischen Originalausgabe („Editio typica“) hinge-gen dürfte der Rahmen der möglichen Interpretationen einerseits sehr eingeschränkt sein, andererseits würde der „Originalton“ des Messbuchs – gültig für die ganze ka-tholische Kirche – auf die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche weltweit ausstrahlen. Nicht „neue biblisch-wissenschaftliche Erkenntnisse“ (die jederzeit durch neue Forschungen überholt werden kann) betrachten wir als massgeblich, in die hei-lige Liturgie aufgenommenen zu werden, sondern einzig und allein das, was über-setzt werden musste, und das ist die lateinische „Editio typica“! Ein Abweichen davon hat sicher nicht viel mit „Gültigkeit“ zu tun, sondern eher mit den aus dem Abweichen folgenden Interpretationen.

In seiner Erklärung zur Instruktion „Redemptionis sacramentum“ sagt Bischof Ger-hard Ludwig Müller, Regensburg, in diesem Zusammenhang treffend: „Betrachtet man hingegen die nun mehr als 40 Jahre andauernde Rezeptionsgeschichte, so bie-tet sich dem Betrachter ein eher diffuses Bild unterschiedlicher liturgietheoretischer Ansätze, die scheinbar den wesentlichen Kern der Liturgie verschüttet haben. Hierbei spielen persönliche pastorale Anschauungen eine Rolle, die sich dem Text der Kon-stitution mit den entsprechenden subjektiven Vorgaben nähern und ihn gleichsam als Legitimationssteinbruch verwenden. Dem grundsätzlichen Anliegen der Konstitution wird dies nicht gerecht. Besonders verhängnisvoll sind die Folgeerscheinungen: Li-turgie wird durch den Verzicht auf übergeordnete normgebende Instanzen zum Spielball persönlicher Vorlieben der für die Liturgie Verantwortlichen und zugleich deren Phantasie unterworfen. Die vorliegende Instruktion der Gottesdienstkongrega-tion versteht sich hingegen als eine Rückführung der Liturgie und ihres äußeren Voll-zugs auf die Übereinstimmung mit ihrem sakramentalen Wesen“. (kath.net, 22.11.2005)

Um diesem Bischofswort gerecht zu werden, beschränken wir uns heute auf die Edi-tiop typica des „Missale Romanum“, und hier speziell auf die erste Ausgabe des neuen „Ordo Missae“ nach dem II. Vatikanum, herausgegeben von der Typis Poly-glottis Vaticanis, promulgiert durch die Apostolische Konstitution von Papst Paul VI. „Missale Romanum“ vom 3. April 1969 und dem Dekret der Ritenkongregation vom 6. April 1969 „Ordine Missae“. Die Angabe: „Ordo Missae (OM)“ bezieht sich im Fol-genden auf dieses Werk. Das Missale Romanum des sel. Papstes Johannes XXIII. ziehen wir heute in unsere Überlegungen nicht mit ein.
Obwohl es auch an anderen Stellen der deutschen Übersetzung eine Anzahl von Abweichungen gibt, benützen wir für den hier angestellten Text-Vergleich beispielhaft nur einige Stellen des ersten Hochgebetes des OM und des Deutschen Messbuchs.

Einige Beispiele

Diese „verhängnisvollen Folgeerscheinungen“, von denen der Bischof spricht, sind unserer Meinung nach die Frucht jener Saat, die sich von allem Anfang an Abwei-chungen vom Originaltext der Editio typica erlaubte und somit weiteren „Neuerungen und Interpretationen“ Tür und Tor öffnete. Dabei geht es sicher nicht nur um die Wor-te „Alle“ oder „Viele“ bei der hl. Wandlung, sondern auch um andere Übersetzungs-stellen im aktuellen „Deutschen Messbuch“. Zur Klarstellung noch einmal: Es geht nicht um die Gültigkeit - sondern um das, was übersetzt hätte werden sollen!


Im OM: Im „Deutsches Messbuch“ so übersetzt:

a) „Te igitur“

… Dominum nostrum, supplices rogamus ac petimus, ut accepta habeas et benedicas  haec dona, haec munera, haec sancta sacrificia

Übersetzt:
Nimm diese heiligen, makellosen Opferga-ben an und segne sie.
Die verkürzte Wiedergabe ist offensichtl
ich

b) „Commemoratio pro vivis“

… pro se suisque omnibus; pro spe salutis et incolumitatis suae: tibique reddunt vota sua aeterno Deo, vivo et vero.

wurde so übersetzt:

… für sich und für alle, die ihnen verbunden sind, für ihre Erlösung und für ihre Hoffnung auf das unverlierbare Heil. Vor dich, den ewigen, lebendigen und wahren Gott, brin-gen sie ihre Gebete und Gaben.

Würde es in der Übersetzung heissen: „Für ihre unverlierbare Hoffnung“ auf das ewi-ge Heil, könnte man den Text „durchgehen“ lassen. Doch schon die Hoffnung ist ver-lierbar! Gäbe es ansonsten Atheisten? Gäbe es Menschen, die zwar gerne an eine Seelenwanderung, an eine Reinkarnation glauben, denn an das eine ewige Heil? Die Aussage einer „Hoffnung auf das unverlierbare Heil“ widerspricht eindeutig katholi-scher Lehre! Von dieser Sinngebung her könnte man auch die Einführung der Wand-lungsworte „für Alle“ zu interpretieren beginnen.
Gehen wir erst von einer Theorie des „unverlierbaren Heils“ aus, müssten wir die ganze Lehre der Kirche über Sünde, Sühneopfer Jesu, Nachlass der Sünden in der hl. Beichte, ja sogar die Hölle und das Jenseits vergessen! Das Heil ist eben nicht „unverlierbar“! Hingegen die Hoffnung auf das ewige Heil sollte uns nicht abhanden kommen!

Die Universalität der für uns dargebrachten stellvertretenden Genugtuung Christi in Verkündigung und im Kreuzesopfer ist nur auf die objektive Erlösung zu beziehen. Demnach hat Christus für alle Menschen, ohne Ausnahme, hinreichend Sühne gelei-stet. Die subjektive Aneignung der Erlösungsfrüchte – und darin besteht unser per-sönlicher Anteil an der vollkommenen Erlösung durch Christus – ist jedoch von der Erfüllung bestimmter Bedingungen abhängig, so: Vom Glauben (Mk 16,16): „Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet werden; wer aber nicht glaubt, wird ver-dammt werden“; von der Beobachtung der Gebote Gottes (Hebr 5,9): „Und so vollen-det, ward er allen, die ihm gehorchen, Urheber ewiger Erlösung“.

Das Konzil von Trient sagt über die einzig mögliche Rechtfertigung für das ewige Heil folgendes aus: „Die heiligmachende Gnade macht den Gerechten [„Gerecht“: in Ver-bindung mit der Sündenfreiheit nach der hl. Beichte] zu einem Kind Gottes und ver-leiht ihm ein Anrecht auf das Erbe des Himmels. (Dogma de fide).
Von einem „unverlierbaren Heil“ gerade bei der unblutigen Erneuerung des Kreuzes-opfers Christi zu sprechen, scheint immerhin mehr als gewagt!

c) „Quam oblationem“


Quam oblationem tu, Deus, in omni-bus, quaesumus, benedictam, adscrip-tam, ratam, rationabilem, acceptabi-lemque facere digneris: ut nobis Corpus er Sanquis fiat dilectissimi Filii tui, Domini nostri Jesu Christi.

In der Übersetzung:

Schenke, o Gott, diesen Gaben Segen in Fülle und nimm sie zu eigen an. Mache sie uns zum wahren Opfer im Geiste, das dir wohlgefällt: zum Leib und Blut deines geliebten Sohnes, unseres Herrn Jesus Chri-stus.

Bei der Übertragung ins Deutsche ist hier ein Element hinzugekommen, das es so im Originaltext des OM nicht gibt: Das „wahre Opfer“, das dem Herrn wohlgefällt, wird hier zu einem „Opfer im Geiste“. Dass es sich hier nicht um den Heiligen Geist, die Dritte Göttliche Person, handelt, sonst müsste es der Klarheit wegen nicht „im Gei-ste“, sondern „im Heiligen Geiste“ heissen, lässt die Frage offen, in „welchem Geiste“ das „wahre Opfer“ dargebracht werden soll, damit es „für uns“ („ut nobis fiat“ – genau diese Worte aber fehlen!) zum Leib und Blut Jesu Christi werde?
„Mache sie uns“, bezieht sich auf die Gaben, die Gott aufgeopfert werden, während im Originaltext das „für uns“ auf den Leib und das Blut Christi hinweisen. Dasselbe? Bei oberflächlichem Hinsehen ja! Aber nur so! Die verkürzte Aussage, dass „es zum Leib und Blut“ werde unter Weglassung des im Lateinischen Text vorhandenen „für uns“ wird in diesem Zusammenhang dem Sinn der realen Erneuerung des Opferto-des Christi in der Feier des hl. Messopfers nicht vollumfänglich gerecht. Als gesicher-te Lehrmeinung gilt, dass der Sinn für das „Leib-und-Blut-Werden“ im hl. Messopfer in der Vereinigung mit Christus besteht, eben: „für uns“, wobei wir lediglich die Gaben darbringen. Die Hauptfrucht der Gesaltenwandlung liegt demnach in der zum See-lenheil notwendigen Empfang der hl. Eucharistie, ist sie doch die innigste Vereini-gung des Empfängers mit Christus: „Für die Erwachsenen ist der Empfang der Eu-charistie mit der Notwendigkeit des Gebotes (necessitate praecepti) zum Heile not-wendig!“ (sent. serta / sichere Lehrmeinung der Kirche!)
Christus selbst hat diese innige Gemeinschaft mit ihm gewollt, die zum Vorbild die Einheit des Sohnes mit dem Vater hat: „Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich bleibe in ihm“ (Joh 6,56).
So „unwesentlich“ scheint mir diese Weglassung dann doch auch nicht!

d) „Qui, pridie“

… et elevatis oculis in coelum, ad te Deum Patrem suum omnipotentem, tibi gratias agens benedixit, fregit, deditque discipulis suis, dicens: …:

Übersetzung:

… erhob die Augen zum Himmel, zu dir, seinem Vater, dem allmächtigen Gott, sagte dir Lob und Dank, brach das Brot, reichte es seinen Jüngern und sprach: …

Im Originaltext des OM heisst es: „Dir danksagend segnete er es…“. In der deut-schen Übersetzung sind hier eher zwei von einander getrennte Momente auszuma-chen: Die „Lob- und Danksagung“ und das anschliessende Brotbrechen. Im lateini-schen Original zählen die Wörter „segnen, brechen und austeilen“ zur Danksagung. Die Sinnentstellung dieses Textes besteht nun genau in dieser Trennung beider Tä-tigkeiten Jesu, der, nach dem OM, „gratias agens benedixit, fregit et dedit“ – Gott dankend segnete, brach und gab... Nicht nur, dass die „Segnung“ keine Erwähnung im deutschen Text findet, vielmehr ist der Grund, wofür Jesus Gott dankte, nicht mehr ersichtlich. Warum hat Jesus „seine Augen zu seinem Vater, dem allmächtigen Gott,“ erhoben? Das erhellt aus seinen eigenen Worten vor diesem heiligen Gesche-hen: „Gar sehnlich habe ich danach verlangt, dieses Opfermahl mit euch zu essen, bevor ich leide!“ (Lk 22,15). „Als er hinausgegangen war, sagte Jesus: Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht, und Gott ist in ihm verherrlicht. Wenn Gott in ihm ver-herrlicht ist, so wird Gott auch ihn in sich verherrlichen“ (Joh 13,31f).
Natürlich ist der deutsche Text biblisch korrekt. Bei Lk heisst es (22,19): „Alsdann nahm er Brot, dankte, brach es, gab es ihnen…“.

Darum zum wiederholten Male die Frage nach dem, was übersetzt hätte werden soll-te? Es wären noch viele ähnlich gravierende Übersetzungen des „Deutschen Mess-buchs“ aufzuzeigen. Bei allen aber geht es nicht in erster Linie um eine „Textinterpre-tation“, sondern vielmehr um eine Glaubensinterpretation!

Sicherlich kamen hier keine weltbewegenden – gar „Ungültigkeit“ mit sich ziehende Befunde zur Sprache.
Aber: Übersetzung oder Neuschöpfung im „Deutschen Missale“ – das ist die hier aufgeworfene Frage!
Oder sind es doch „Kleinigkeiten“, um mit den Worten von Bischof G.L. Müller zu en-den, von „unterschiedlichen liturgietheoretischen Ansätzen, die scheinbar den we-sentlichen Kern der Liturgie verschüttet haben?“.

Nun steht eine neue Übersetzung der liturgischen Bücher bevor. Die genauen Anga-ben, nach welchen diese Übersetzung zu erarbeiten ist, kann nachgelesen werden in der durch Papst Johannes Paul II. approbierten „Instruktion“ der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung über den „Gebrauch der Volksspra-chen bei der Herausgabe der Bücher der römischen Liturgie“ („Instructio quinta“ , Fünfte Instruktion „zur ordnungsgemäßen Ausführung der Konstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils über die heilige Liturgie". Rom 2001).

[Dieser Beitrag wurde am 10.07.2009 - 00:17 von Benedetto aktualisiert]





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Wandlungsworte im Wandel

Am 30. September 2000 erschienen die von Papst Johannes Paul II. approbierten Rubriken des Missale 2000. Wo liegen die Unterschiede zu den bisherigen Normen?

1) Rubriken im Umfeld der Wandlungsworte

Was die Rubriken vor und nach den Konsekrationsworten anbelangt, ist kein Unterschied zwischen dem Missale 2000 und dem Novus Ordo Missae, der im Jahr 1968 von Papst Paul VI. promulgiert wurde, erkennbar.

Als Rubriken bezeichnet man die kirchlichen Handlungsanweisungen, die den Ablauf der heiligen Messe regeln.

Unterschiede werden aber deutlicher, wenn wir einen Blick auf das Missale von 1962 werfen, das von Papst Johannes XXIII. herausgegeben wurde. Dieses Missale zeigt, wie weit das Zweite Vatikanum und der das Konzil einberufende Papst in der Reform des heiligen Messopfers gehen wollten.
In Punkt VIII.5 des „Ritus servandus in celebratione Missae“ – Reihenfolge der Meßzelebration – schreibt das 1962-Meßbuch zur Wandlung des Brotes vor: „distincte, reverenter et secreto – deutlich, ehrfurchtsvoll und still spricht der Priester die Konsekrationsworte über der Hostie“.
Bei der Wandlung des Weines: „attente, continuate et secreto – aufmerksam, ohne Unterbrechung und still – verba consecrationis Sanguinis“.
Beide Male wird deutlich von „Konsekration“ gesprochen.
Das Letzte Abendmahl Jesu wird nicht erwähnt. Durch das Wort des Priesters werden die Gaben in Leib und Blut Jesu Christi verwandelt.
Christus selber vollzieht Sein Opfer unter den Gestalten. Dieses Geheimnis kleidet sich in die Form des Einsetzungsberichtes. Der Priester schildert, was der Herr beim Letzten Abendmahl tat, indem er es gleichzeitig selber tut.
Dieser Bericht ist keine Erzählung vor Zuhörern, wie das Evangelium, sondern ein Wieder-Darstellen vor dem göttlichen Vater. Der Vater wird dabei angeredet.
Auch benutzt der Priester nicht die Worte der Evangelisten, sondern einen eigenen liturgischen Text.
Der Einsetzungsbericht schließt mit dem Auftrag des Herrn an seine Apostel, daß sie Seiner gedächten, wann immer sie tun, was Er getan hat.
Sowohl vor als auch nach der Erhebung der heiligen Hostie und des Kelches verehrt der Priester die heiligen Gestalten durch eine Kniebeuge.

Im Meßordo des seligen Papstes Johannes XXIII. lauten die Konsekrationsworte beim Brot: „Hoc est enim Corpus meum“ – Das ist mein Leib.
Beim Kelch: „Hic est enim Calix Sanguinis mei, novi et aeterni testamenti: mysterium fidei: qui pro vobis et pro multis effundetur in remissionem peccatorum“ – Das ist der Kelch meines Blutes, des Neuen und ewigen Bundes, Geheimnis des Glaubens, das für euch und für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden.
Nachdem der Priester den Kelch auf den Altar gestellt hat spricht er in lateinischer Sprache: „Haec quotiescumque feceritis, in mei memoriam facietis“ – Tut dies, sooft ihr es tut, zu Meinem Gedächtnis“.

Blicken wir jetzt in das Meßbuch für die Bistümer des deutschen Sprachgebietes. Es ist die authentische Ausgabe für den deutschen liturgischen Gebrauch.
Das Meßbuch wurde von der deutschen Bischofskonferenzen genehmigt und vom damaligen Präfekten der Gottesdienstkongregation, James Kardinal Knox, und seinem Sekretär, Erzbischof Annibale Bugnini, bestätigt.
Es widerspiegelt die unter Papst Paul VI. eingeführten Neuerungen im heiligen Messopfer und wurde 1974 für den deutschen Sprachraum approbiert.

Dort heißt es bei den ‘Allgemeinen Einführungen’ unter Nr. 55d über den Einsetzungsbericht:
„Durch Christi Wort und Tun wird das Opfer vollzogen, das der Herr beim Letzten Abendmahl eingesetzt hat, da er seinen Leib und sein Blut unter den Gestalten von Brot und Wein darbrachte, sie den Aposteln zum Essen und Trinken reichte und zugleich den Auftrag gab, dieses Mysterium weiterhin zu begehen.“
Wir berücksichtigen hier nur das Erste Hochgebet des Novus Ordo Missae. Er ist stark an den Meßkanon des tridentinischen Ritus angelehnt.
Dort wird die Konsekration mit dem folgenden Hinweis eingeleitet:
„In den folgenden Texten werden die Herrenworte klar und deutlich vorgetragen, wie es ihr Charakter verlangt… Er [der Priester] verneigt sich ein wenig (außer wenn er dem Volk zugewandt steht): „Nehmet und esset alle davon: Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird.“
Und zum Kelch: „Er verneigt sich ein wenig (außer wenn er dem Volk zugewandt steht): „Nehmet und trinket alle daraus: Das ist der Kelch des neuen und ewigen Bundes, mein Blut, das für euch und für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Tut dies zu meinem Gedächtnis.“

Folgende Unterschiede fallen besonders auf.

• Die Wandlungsworte
Sie beginnen nicht mit der Aussage „Das ist“, sondern mit der in der geschichtlichen Perspektive verharrenden Einleitung: „Nehmet und…“.
Ebenso enden die Wandlungsworte nicht mit den Konsekrationsworten, sondern mit einem Zusatz, der dem Römischen Meßkanon von Papst Johannes XXIII. nicht entspricht.
Dies muß gesagt sein, weil im Meßbuch Papst Pauls VI. dieses Hochgebet – ohne auf die Unterschiede hinzuweisen – als „Römischer Meßkanon“ bezeichnet wird.
Im deutschsprachigen Meßbuch ist bei der Konsekration des Weines, abweichend vom lateinischen Original des Novus Ordo Missae, vom Blut, das „für alle“ vergossen wird, die Rede.
Natürlich schließt Gott niemand aus der Teilhabe an der Heilsgnade aus. Jedoch scheint zwischen „alle“ und „viele“ mehr als nur eine stilistische Differenz zu sein.
Es ist interessant, daß gerade der Novus Ordo Missae, der sich an die biblische Form bei den Konsekrationsworten anlehnt, hier ein Wort benützt, das so in der Heiligen Schrift nicht zu finden ist.
Während die Konsekrationsformel im Meßbuch von Papst Johannes XXIII. ein aus der Tradition hervorgegangener liturgischer Text der Kirche ist, lehnt sich die Konsekrationsformel im Meßbuch von Papst Paul VI. eher an biblische Formeln. Bei näherem Hinsehen ergibt sich, dass die „liturgische“ Konsekrationsformel zwar aufgegeben, eine rein biblische aber nicht übernommen wurde.
Die hl. Schrift bietet vier sprachlich verschiedene, inhaltlich jedoch identische Einsetzungsworte an. Mt und Mk überliefern die sogenannte petrinische Form: „Hoc est Corpus meum“ – Das ist mein Leib - beim Brot und beim Wein: „Hic est sanguis meus novi testamenti, qui pro multis effundetur“ – Das ist mein Blut des Neuen bundes, das für viele vergossen wird. Mt fügt dem noch hinzu: „in remissionem peccatorum“ – zur Vergebung der Sünden.
Lk und Paulus überliefern die sogenannte paulinischer Form: „Hoc est Corpus meum neum, quod pro vobis datur“ (Lk) - Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird beim Brot und beim Kelch: „Hic est calix novum testamentum in sanguine meo, qui pro vobis fundetur“ – Das ist der Kelch des Neuen Bundes in meinem Blute, das für euch vergossen wird.

• Die Konsekrationsformel
Dass die Konsekrationsformel über den Kelch ins Deutsche mit „für alle“ übersetzt wurde statt wie im lateinischen Original „pro multis – für viele“, entbehrt jeder liturgischen und biblischen Legitimation. Unser Thema beschränkt sich hier nur auf das Aufzeigen der Unterschiede der erwähnten Messbuchausgaben. Über die sakramentale und eschatologische Dimension der deutschen Messbuchausgabe, die sich auch an anderen Stellen gravierende Fehlübersetzungen und Abweichungen von der editio typica in lateinischer Sprache leistet, soll in einem nächsten Entwurf die rede sein.
Bei ihren Abendmahlsfeiern beanspruchten die Reformatoren des 16. Jahrhunderts den Bezug zum biblischen Text, um den Unterschied im neuen Verständnis des Konsekrationsgeschehens hervorzuheben, indem sie ein Bibelzitat an die Stelle der überlieferten liturgischen Konsekrationsformel setzten.

• Die Kniebeuge
Im Novus Ordo Missae macht der Priester nur nach der Erhebung der konsekrierten Gestalten ein Kniebeuge.
Während im Missale von Papst Johannes XXIII. die Kniebeugen der Anbetung dienen – „genuflexus adorat“ – niederkniend betet er an –, sagt das Deutsche Meßbuch nur: „und macht eine Kniebeuge“.
Natürlich ist jede Kniebeuge eine Anbetung und muß auch so interpretiert werden.
Der Text des deutschen Meßbuches kommt trotzdem eher einer Verflachung des Inhalts der Kniebeuge gleich.

Um eine bessere Kontinuität zwischen dem Missale von Johannes XXIII. und jenem von Paul VI. zu gewährleisten, könnte man zwei Konsequenzen für die Zelebration des Novus Ordo Missae im Bereich der Wandlungsworte ziehen.
Man setzt eine kleine Pause zwischen den Worten „Nehmet und esset alle davon“ und „Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird“ ein.
Ebenso sollte auch bei der Konsekration des Weines verfahren werden.
Nach den Wandlungsworten über den Kelch sollte durch eine kleine Pause auf den liturgischen Vollzug der heiligen Wandlung durch den Priester „in persona Christi“ hingewiesen werden, indem die Worte „Tut dies zu meinem Gedächtnis“ zwar vor der Kniebeuge, aber getrennt von den Wandlungsworten gesprochen werden.


2) Neuanfang und Konsequenzen

Bei der Gegenüberstellung des durch Papst Johannes XXIII. erneuerten tridentinischen Ritus mit dem Novus Ordo Missae von Papst Paul VI. ist ein völliger Neuanfang gegenüber der jahrhundertealten kirchlichen Tradition unübersehbar.

Während sich Papst Johannes XXIII. noch streng an die Vorgaben des Missale des heiligen Papst Pius V. (+1572) hielt und diese erneuerte, war der Novus Ordo Missae unschwer als ein von der Tradition unabhängiger und eigenständiger Ritus erkennbar.
Auf den ersten Blick scheint im Novus Ordo Missae die Anmerkung „außer wenn er dem Volk zugewandt steht“ von nicht so großer Tragweite zu sein.
Man ging offensichtlich bei der Abfassung der Rubriken für den Novus Ordo Missae davon aus, daß es nicht zwangsläufig einen zum Volk hin gewendeten Altar geben muß.
Es gibt keine Anhaltspunkte anzunehmen, daß diese Rubriken nur für eine Übergangszeit ins Meßbuch geschrieben wurden. Demgegenüber scheint die Zelebration zum Volk hin heute als die Regel.
Die Frage wird immer offen bleiben: War die Einführung des Volksaltars im Novus Ordo Missae gewollt oder wurde sie im Nachhinein von Modernisierern zur Norm erhoben?
Die Tatsache, daß der feststehende Zelebrationsaltar zum mobilen Altar wurde und der Altarstein mit dem Reliquiengrab von Märtyrern nicht mehr verlangt wird, deutet eher darauf hin, daß der Volksaltar zumindest im Ansatz angestrebt wurde.
Heute steht die Römische Kirche somit de facto vor zwei Riten, die sich im Laufe der Jahre immer mehr voneinander unterscheiden.
Es bleibt darum zu hoffen, daß das Meßbuch des seligen Papstes Johannes XXIII. in Zukunft gleichberechtigt neben dem Novus Ordo Missae und ohne jede Einschränkung benützt werden darf.
Es sollte ohne jeden Vorbehalt dem Priester freigestellt sein, welchen Ritus er zelebrieren will. Der Neue Ordo Missae darf eindeutig als ein zweiter, natürlich gültiger, weil vom Papst promulgierter römisch-katholischer Ritus angesehen werden.

Die Behauptung, daß das Volk durch die Zelebration verschiedener Riten gespalten werde, ist ebenso fadenscheinig wie die Behauptung, daß die Kirche nicht das Recht hätte, Riten neu zu gestalten. Jeder Priester der lateinischen Kirche sollte ohne Vorbedingung das Recht haben, das heiligen Messopfer in beiden gültigen Riten der Lateinischen Kirche zu zelebrieren.
Dies umso mehr als der selige Papst Johannes XXIII. die Rubriken des erneuerten tridentinischen Ritus durch ein Motu proprio vom 25. Juli 1960 approbierte.
Damit beendete dieser große Papst eine lange Phase der liturgischen Erneuerungen, die lange unter seinen Vorgängern begonnen hat.
Es sei hier nur an die Erneuerung der Karwoche unter Papst Pius XII. erinnert.
Der erneuerte tridentinische Ritus kann und darf weder als der alleingültige, noch als der alleinverbotene betrachtet werden. Er ist das große Finale der schon unter dem heiligen Papst Pius X. begonnenen Liturgiereform.

Es fällt schwer zu glauben, daß Johannes XXIII. oder die Konzilsväter an eine Umgestaltung der Liturgie im Ausmaß gedacht haben, wie es im Novus Ordo Missae zur Tatsache wurde. Papst Johannes XXIII., der das Konzil einberief, hat mit dem Abschluß der iturgischen Erneuerung einen Schlußakkord gesetzt.
Nicht von ungefähr war auch das erste Dokument des Konzils eine Liturgiekonstitution. Damit wollte wohl der selige Papst Johannes XIII. seiner soeben abgeschlossenen Liturgiereform das Siegel des Konzils aufprägen.
Es ist nicht einzusehen, warum mehrere nebeneinander gleichberechtigt stehende Liturgien – und dafür tritt der Schreiber dieser Zeilen ein – nicht der Schönheit und der liturgischen Vielfalt unserer Kirche dienen, sondern eine Spaltung im gläubigen Volk hervorrufen könnten.

Es sollte sowohl in den Priesterseminaren als auch in der Pfarreiseelsorge der erneuerte Ritus des seligen Papstes Johannes XXIII. gleichermaßen und parallel zum Neuen Ordo Missae gelernt und zelebriert werden.
Dem gläubigen Volk aber müßte in echtem katholischem Glauben der Sinn der Riten erschlossen werden.
Ein Ungehorsam gegenüber der Kirche kann bei gleichzeitiger Zelebration beider Meßriten nicht vorliegen, da der erneuerte lateinische Meßritus Papst Johannes XXIII. nie abgeschafft, zurückgezogen, außer Kraft gesetzt oder verboten wurde.
Wer dies behauptet, widersetzt sich in eklatanter Weise dem liturgischen Willen des seliggesprochenen Papstes. Einen Ungehorsam sehen wir eher darin, wenn beide Riten untereinander vermischt werden bzw. Elemente des einen Ritus in den anderen übernommen werden. Auf das Verbot eines solchen Vorgehens muss nicht extra hingewiesen werden.

Die Kirche kann daher Papst Benedikt XVI. nicht genügend danken, dieses Problem mit SUMMORUM PONTIFICUUM aus der Welt geschafft zu haben.

Mehr und mehr setzt sich die Erkenntnis durch, daß es sich hier um zwei schöne, von der Kirche approbierte Meßriten handelt. Das schließt ein Gegeneinander beider Riten vernünftigerweise aus und sollte ein Plädoyer für ein friedliches Miteinander sein.





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Wir aber verkünden Christus, den Gekreuzigten! (1 Kor 1,23)

Benedetto ...
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...   Erstellt am 14.11.2009 - 00:59Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


[Zitat=Benedetto]
„Deutsches Messbuch“ oder „Römisches Messbuch in deutscher Sprache“?

In einem ersten Schritt, unter dem Titel „Wandlungsworte im Wandel“, wurde der Versuch unternommen, das seit 1974 approbierte Deutsche Messbuch mit dem Missale Romanum des sel. Papstes Johannes XXIII. zu vergleichen. Ich ging davon aus, dass beide Messbücher im Ganzen wie auch in den Einzelteilen Gültigkeit besitzen. Ferner wurde am Schluss für zwei gleichberechtigt nebeneinander stehende rö-misch-katholische Mess-Riten plädiert, was ein „Verbot“ des einen und eine „Ungül-tigkeit“ des anderen von vornherein ausschliesst.
Es sei noch der Hinweis vorausgeschickt, dass jüngere Priester mit wenigen Aus-nahmen noch nie nach der Editio typica des Neuen Messordo in lateinischer Sprache die hl. Messe zelebriert haben und somit kaum zu einem tieferen Vergleich angeregt wurden.

Konkreten Anlass zu den folgenden Überlegungen gab die in Bearbeitung befindliche deutsche Übersetzung der Editio typica Missalis Romani 2000. Wenn man das Latein in der katholischen Kirche – leider - nicht mehr richtig beherrscht, soll hier trotzdem ein Ausrufezeichen dahingehend gesetzt werden, nicht erneut alles völlig unbesehen unbesehen zu übernehmen!

Neuschöpfung oder Übersetzung?

Dass Worte verschieden interpretiert werden können, ist nichts Neues! Bei einer wortgetreuen Übersetzung der lateinischen Originalausgabe („Editio typica“) hinge-gen dürfte der Rahmen der möglichen Interpretationen einerseits sehr eingeschränkt sein, andererseits würde der „Originalton“ des Messbuchs – gültig für die ganze ka-tholische Kirche – auf die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche weltweit ausstrahlen. Nicht „neue biblisch-wissenschaftliche Erkenntnisse“ (die jederzeit durch neue Forschungen überholt werden kann) betrachten wir als massgeblich, in die hei-lige Liturgie aufgenommenen zu werden, sondern einzig und allein das, was über-setzt werden musste, und das ist die lateinische „Editio typica“! Ein Abweichen davon hat sicher nicht viel mit „Gültigkeit“ zu tun, sondern eher mit den aus dem Abweichen folgenden Interpretationen.

In seiner Erklärung zur Instruktion „Redemptionis sacramentum“ sagt Bischof Ger-hard Ludwig Müller, Regensburg, in diesem Zusammenhang treffend: „Betrachtet man hingegen die nun mehr als 40 Jahre andauernde Rezeptionsgeschichte, so bie-tet sich dem Betrachter ein eher diffuses Bild unterschiedlicher liturgietheoretischer Ansätze, die scheinbar den wesentlichen Kern der Liturgie verschüttet haben. Hierbei spielen persönliche pastorale Anschauungen eine Rolle, die sich dem Text der Kon-stitution mit den entsprechenden subjektiven Vorgaben nähern und ihn gleichsam als Legitimationssteinbruch verwenden. Dem grundsätzlichen Anliegen der Konstitution wird dies nicht gerecht. Besonders verhängnisvoll sind die Folgeerscheinungen: Li-turgie wird durch den Verzicht auf übergeordnete normgebende Instanzen zum Spielball persönlicher Vorlieben der für die Liturgie Verantwortlichen und zugleich deren Phantasie unterworfen. Die vorliegende Instruktion der Gottesdienstkongrega-tion versteht sich hingegen als eine Rückführung der Liturgie und ihres äußeren Voll-zugs auf die Übereinstimmung mit ihrem sakramentalen Wesen“. (kath.net, 22.11.2005)

Um diesem Bischofswort gerecht zu werden, beschränken wir uns heute auf die Edi-tiop typica des „Missale Romanum“, und hier speziell auf die erste Ausgabe des neuen „Ordo Missae“ nach dem II. Vatikanum, herausgegeben von der Typis Poly-glottis Vaticanis, promulgiert durch die Apostolische Konstitution von Papst Paul VI. „Missale Romanum“ vom 3. April 1969 und dem Dekret der Ritenkongregation vom 6. April 1969 „Ordine Missae“. Die Angabe: „Ordo Missae (OM)“ bezieht sich im Fol-genden auf dieses Werk. Das Missale Romanum des sel. Papstes Johannes XXIII. ziehen wir heute in unsere Überlegungen nicht mit ein.
Obwohl es auch an anderen Stellen der deutschen Übersetzung eine Anzahl von Abweichungen gibt, benützen wir für den hier angestellten Text-Vergleich beispielhaft nur einige Stellen des ersten Hochgebetes des OM und des Deutschen Messbuchs.

Einige Beispiele

Diese „verhängnisvollen Folgeerscheinungen“, von denen der Bischof spricht, sind unserer Meinung nach die Frucht jener Saat, die sich von allem Anfang an Abwei-chungen vom Originaltext der Editio typica erlaubte und somit weiteren „Neuerungen und Interpretationen“ Tür und Tor öffnete. Dabei geht es sicher nicht nur um die Wor-te „Alle“ oder „Viele“ bei der hl. Wandlung, sondern auch um andere Übersetzungs-stellen im aktuellen „Deutschen Messbuch“. Zur Klarstellung noch einmal: Es geht nicht um die Gültigkeit - sondern um das, was übersetzt hätte werden sollen!


Im OM: Im „Deutsches Messbuch“ so übersetzt:

a) „Te igitur“

… Dominum nostrum, supplices rogamus ac petimus, ut accepta habeas et benedicas  haec dona, haec munera, haec sancta sacrificia

Übersetzt:
Nimm diese heiligen, makellosen Opferga-ben an und segne sie.
Die verkürzte Wiedergabe ist offensichtl
ich

b) „Commemoratio pro vivis“

… pro se suisque omnibus; pro spe salutis et incolumitatis suae: tibique reddunt vota sua aeterno Deo, vivo et vero.

wurde so übersetzt:

… für sich und für alle, die ihnen verbunden sind, für ihre Erlösung und für ihre Hoffnung auf das unverlierbare Heil. Vor dich, den ewigen, lebendigen und wahren Gott, brin-gen sie ihre Gebete und Gaben.

Würde es in der Übersetzung heissen: „Für ihre unverlierbare Hoffnung“ auf das ewi-ge Heil, könnte man den Text „durchgehen“ lassen. Doch schon die Hoffnung ist ver-lierbar! Gäbe es ansonsten Atheisten? Gäbe es Menschen, die zwar gerne an eine Seelenwanderung, an eine Reinkarnation glauben, denn an das eine ewige Heil? Die Aussage einer „Hoffnung auf das unverlierbare Heil“ widerspricht eindeutig katholi-scher Lehre! Von dieser Sinngebung her könnte man auch die Einführung der Wand-lungsworte „für Alle“ zu interpretieren beginnen.
Gehen wir erst von einer Theorie des „unverlierbaren Heils“ aus, müssten wir die ganze Lehre der Kirche über Sünde, Sühneopfer Jesu, Nachlass der Sünden in der hl. Beichte, ja sogar die Hölle und das Jenseits vergessen! Das Heil ist eben nicht „unverlierbar“! Hingegen die Hoffnung auf das ewige Heil sollte uns nicht abhanden kommen!

Die Universalität der für uns dargebrachten stellvertretenden Genugtuung Christi in Verkündigung und im Kreuzesopfer ist nur auf die objektive Erlösung zu beziehen. Demnach hat Christus für alle Menschen, ohne Ausnahme, hinreichend Sühne gelei-stet. Die subjektive Aneignung der Erlösungsfrüchte – und darin besteht unser per-sönlicher Anteil an der vollkommenen Erlösung durch Christus – ist jedoch von der Erfüllung bestimmter Bedingungen abhängig, so: Vom Glauben (Mk 16,16): „Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet werden; wer aber nicht glaubt, wird ver-dammt werden“; von der Beobachtung der Gebote Gottes (Hebr 5,9): „Und so vollen-det, ward er allen, die ihm gehorchen, Urheber ewiger Erlösung“.

Das Konzil von Trient sagt über die einzig mögliche Rechtfertigung für das ewige Heil folgendes aus: „Die heiligmachende Gnade macht den Gerechten [„Gerecht“: in Ver-bindung mit der Sündenfreiheit nach der hl. Beichte] zu einem Kind Gottes und ver-leiht ihm ein Anrecht auf das Erbe des Himmels. (Dogma de fide).
Von einem „unverlierbaren Heil“ gerade bei der unblutigen Erneuerung des Kreuzes-opfers Christi zu sprechen, scheint immerhin mehr als gewagt!

c) „Quam oblationem“


Quam oblationem tu, Deus, in omni-bus, quaesumus, benedictam, adscrip-tam, ratam, rationabilem, acceptabi-lemque facere digneris: ut nobis Corpus er Sanquis fiat dilectissimi Filii tui, Domini nostri Jesu Christi.

In der Übersetzung:

Schenke, o Gott, diesen Gaben Segen in Fülle und nimm sie zu eigen an. Mache sie uns zum wahren Opfer im Geiste, das dir wohlgefällt: zum Leib und Blut deines geliebten Sohnes, unseres Herrn Jesus Chri-stus.

Bei der Übertragung ins Deutsche ist hier ein Element hinzugekommen, das es so im Originaltext des OM nicht gibt: Das „wahre Opfer“, das dem Herrn wohlgefällt, wird hier zu einem „Opfer im Geiste“. Dass es sich hier nicht um den Heiligen Geist, die Dritte Göttliche Person, handelt, sonst müsste es der Klarheit wegen nicht „im Gei-ste“, sondern „im Heiligen Geiste“ heissen, lässt die Frage offen, in „welchem Geiste“ das „wahre Opfer“ dargebracht werden soll, damit es „für uns“ („ut nobis fiat“ – genau diese Worte aber fehlen!) zum Leib und Blut Jesu Christi werde?
„Mache sie uns“, bezieht sich auf die Gaben, die Gott aufgeopfert werden, während im Originaltext das „für uns“ auf den Leib und das Blut Christi hinweisen. Dasselbe? Bei oberflächlichem Hinsehen ja! Aber nur so! Die verkürzte Aussage, dass „es zum Leib und Blut“ werde unter Weglassung des im Lateinischen Text vorhandenen „für uns“ wird in diesem Zusammenhang dem Sinn der realen Erneuerung des Opferto-des Christi in der Feier des hl. Messopfers nicht vollumfänglich gerecht. Als gesicher-te Lehrmeinung gilt, dass der Sinn für das „Leib-und-Blut-Werden“ im hl. Messopfer in der Vereinigung mit Christus besteht, eben: „für uns“, wobei wir lediglich die Gaben darbringen. Die Hauptfrucht der Gesaltenwandlung liegt demnach in der zum See-lenheil notwendigen Empfang der hl. Eucharistie, ist sie doch die innigste Vereini-gung des Empfängers mit Christus: „Für die Erwachsenen ist der Empfang der Eu-charistie mit der Notwendigkeit des Gebotes (necessitate praecepti) zum Heile not-wendig!“ (sent. serta / sichere Lehrmeinung der Kirche!)
Christus selbst hat diese innige Gemeinschaft mit ihm gewollt, die zum Vorbild die Einheit des Sohnes mit dem Vater hat: „Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich bleibe in ihm“ (Joh 6,56).
So „unwesentlich“ scheint mir diese Weglassung dann doch auch nicht!

d) „Qui, pridie“

… et elevatis oculis in coelum, ad te Deum Patrem suum omnipotentem, tibi gratias agens benedixit, fregit, deditque discipulis suis, dicens: …:

Übersetzung:

… erhob die Augen zum Himmel, zu dir, seinem Vater, dem allmächtigen Gott, sagte dir Lob und Dank, brach das Brot, reichte es seinen Jüngern und sprach: …

Im Originaltext des OM heisst es: „Dir danksagend segnete er es…“. In der deut-schen Übersetzung sind hier eher zwei von einander getrennte Momente auszuma-chen: Die „Lob- und Danksagung“ und das anschliessende Brotbrechen. Im lateini-schen Original zählen die Wörter „segnen, brechen und austeilen“ zur Danksagung. Die Sinnentstellung dieses Textes besteht nun genau in dieser Trennung beider Tä-tigkeiten Jesu, der, nach dem OM, „gratias agens benedixit, fregit et dedit“ – Gott dankend segnete, brach und gab... Nicht nur, dass die „Segnung“ keine Erwähnung im deutschen Text findet, vielmehr ist der Grund, wofür Jesus Gott dankte, nicht mehr ersichtlich. Warum hat Jesus „seine Augen zu seinem Vater, dem allmächtigen Gott,“ erhoben? Das erhellt aus seinen eigenen Worten vor diesem heiligen Gesche-hen: „Gar sehnlich habe ich danach verlangt, dieses Opfermahl mit euch zu essen, bevor ich leide!“ (Lk 22,15). „Als er hinausgegangen war, sagte Jesus: Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht, und Gott ist in ihm verherrlicht. Wenn Gott in ihm ver-herrlicht ist, so wird Gott auch ihn in sich verherrlichen“ (Joh 13,31f).
Natürlich ist der deutsche Text biblisch korrekt. Bei Lk heisst es (22,19): „Alsdann nahm er Brot, dankte, brach es, gab es ihnen…“.

Darum zum wiederholten Male die Frage nach dem, was übersetzt hätte werden soll-te? Es wären noch viele ähnlich gravierende Übersetzungen des „Deutschen Mess-buchs“ aufzuzeigen. Bei allen aber geht es nicht in erster Linie um eine „Textinterpre-tation“, sondern vielmehr um eine Glaubensinterpretation!

Sicherlich kamen hier keine weltbewegenden – gar „Ungültigkeit“ mit sich ziehende Befunde zur Sprache.
Aber: Übersetzung oder Neuschöpfung im „Deutschen Missale“ – das ist die hier aufgeworfene Frage!
Oder sind es doch „Kleinigkeiten“, um mit den Worten von Bischof G.L. Müller zu en-den, von „unterschiedlichen liturgietheoretischen Ansätzen, die scheinbar den we-sentlichen Kern der Liturgie verschüttet haben?“.

Nun steht eine neue Übersetzung der liturgischen Bücher bevor. Die genauen Anga-ben, nach welchen diese Übersetzung zu erarbeiten ist, kann nachgelesen werden in der durch Papst Johannes Paul II. approbierten „Instruktion“ der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung über den „Gebrauch der Volksspra-chen bei der Herausgabe der Bücher der römischen Liturgie“ („Instructio quinta“ , Fünfte Instruktion „zur ordnungsgemäßen Ausführung der Konstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils über die heilige Liturgie". Rom 2001).


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Die Instruktion Universae Ecclesiae zur 'Alten Messe'



Die Päpstliche Kommission „Ecclesia Dei“ hat die Instruktion mit den Ausführungsbestimmungen zur Anwendung des Motu proprio „Summorum Pontificum“ zur Liberalisierung des so genannten alten Ritus veröffentlicht. Die Instruktion trägt den Namen „Universae Ecclesiae“:

Päpstliche Kommission Ecclesia Dei

Instruktion über die Ausführung des als Motu proprio erlassenen Apostolischen Schreibens Summorum Pontificum von Papst Benedikt XVI.


I.Einleitung

Das am 7. Juli 2007 als Motu proprio erlassene Apostolische Schreiben Summorum Pontificum von Papst Benedikt XVI., das am 14. September 2007 in Kraft getreten ist, hat der ganzen Kirche den Reichtum der römischen Liturgie besser zugänglich gemacht.

Mit diesem Motu proprio hat Papst Benedikt XVI. ein universalkirchliches Gesetz erlassen, um den Gebrauch der römischen Liturgie, wie sie 1962 in Geltung war, neu zu regeln.

Der Heilige Vater ruft darin zuerst die Sorge der Päpste um die Pflege der heiligen Liturgie und um die Anerkennung der liturgischen Bücher in Erinnerung und bekräftigt dann ein Prinzip der Tradition, das seit unvordenklicher Zeit anerkannt und auch in Zukunft zu bewahren ist: „Jede Teilkirche muss mit der Gesamtkirche nicht nur hinsichtlich der Glaubenslehre und der sakramentalen Zeichen übereinstimmen, sondern auch hinsichtlich der universal von der apostolischen und ununterbrochenen Überlieferung empfangenen Gebräuche, die einzuhalten sind, nicht nur um Irrtümer zu vermeiden, sondern auch damit der Glaube unversehrt weitergegeben wird; denn das Gesetz des Betens (lex orandi) der Kirche entspricht ihrem Gesetz des Glaubens (lex credendi)“.(1)

Der Heilige Vater erinnert zudem an jene Päpste, die sich in herausragender Weise für dieses Anliegen eingesetzt haben, besonders an den heiligen Gregor den Großen und den heiligen Pius V. Der Papst unterstreicht auch, dass in der Geschichte der liturgischen Bücher das Missale Romanum, das im Lauf der Zeit bis zum seligen Papst Johannes XXIII. verschiedene Erneuerungen erfahren hat, einen besonderen Platz einnimmt. Im Gefolge der liturgischen Reform nach dem II. Vatikanischen Konzil hat Papst Paul VI. im Jahr 1970 ein neues Messbuch für die Kirche des lateinischen Ritus approbiert, das dann in verschiedene Sprachen übersetzt worden ist. Papst Johannes Paul II. hat im Jahr 2000 dessen dritte Ausgabe promulgiert.

Verschiedene Gläubige, die im Geist der liturgischen Formen vor dem II. Vatikanischen Konzil geprägt worden sind, haben den innigen Wunsch ausgesprochen, die alte Tradition zu bewahren. Daher hat Papst Johannes Paul II. mit dem von der Heiligen Kongregation für den Gottesdienst 1984 erlassenen Spezialindult Quattuor abhinc annos die Erlaubnis erteilt, den Gebrauch des vom seligen Papst Johannes XXIII. promulgierten römischen Messbuchs unter bestimmten Bedingungen wieder aufzunehmen. Darüber hinaus ersuchte Papst Johannes Paul II. mit dem Motu proprio Ecclesia Dei von 1988 die Bischöfe, diese Erlaubnis allen Gläubigen, die darum bitten, großzügig zu gewähren. In diese Linie stellt sich Papst Benedikt XVI. mit dem Motu proprio Summorum Pontificum, das einige wesentliche Kriterien für den Usus antiquior des römischen Ritus angibt, die hier in Erinnerung gerufen werden sollen.

Die Texte des römischen Messbuchs von Papst Paul VI. und des Missale, das in letzter Ausgabe unter Papst Johannes XXIII. erschienen ist, sind zwei Formen der römischen Liturgie, die „ordentliche“ (forma ordinaria) beziehungsweise „außerordentliche“ Form (forma extraordinaria) genannt werden. Dabei handelt es sich um zwei Gebrauchsweisen des einen römischen Ritus, die nebeneinander stehen. Beide Formen sind Ausdruck derselben lex orandi der Kirche. Wegen ihres ehrwürdigen und langen Gebrauchs muss die außerordentliche Form mit gebührender Achtung bewahrt werden.

Das Motu proprio Summorum Pontificum wird von einem Brief begleitet, den der Heilige Vater am selben Tag (7. Juli 2007) an die Bischöfe gerichtet hat. Darin gibt er zusätzliche Erklärungen über die Angemessenheit und die Notwendigkeit des Motu proprio; es ging darum, eine Lücke zu schließen und den Gebrauch der römischen Liturgie, die 1962 in Geltung war, neu zu regeln. Dies wurde vor allem deswegen erforderlich, weil es zum Zeitpunkt der Einführung des neuen Messbuchs nicht als nötig erachtet worden war, den Gebrauch der 1962 geltenden Liturgie durch entsprechende Richtlinien zu regeln. Da die Zahl der Gläubigen zunimmt, die darum bitten, die außerordentliche Form gebrauchen zu können, ist es notwendig geworden, darüber einige Normen zu erlassen.

Unter anderem hält Papst Benedikt XVI. fest: „Es gibt keinen Widerspruch zwischen der einen und der anderen Ausgabe des Missale Romanum. In der Liturgiegeschichte gibt es Wachstum und Fortschritt, aber keinen Bruch. Was früheren Generationen heilig war, bleibt auch uns heilig und groß; es kann nicht plötzlich rundum verboten oder gar schädlich sein“. (2)

Das Motu proprio Summorum Pontificum stellt einen wichtigen Ausdruck des Lehramtes des Papstes und der ihm eigenen Sendung (munus) dar, die heilige Liturgie der Kirche zu regeln und zu ordnen, (3) und zeigt seine pastorale Sorge als Stellvertreter Christi und Hirte der Gesamtkirche. (4)

Sein Schreiben hat folgende Ziele:

allen Gläubigen die römische Liturgie im Usus antiquior anzubieten, da sie ein wertvoller Schatz ist, den es zu bewahren gilt;

den Gebrauch der forma extraordinaria all jenen wirklich zu gewährleisten und zu ermöglichen, die darum bitten.

Dabei ist vorausgesetzt, dass der Gebrauch der 1962 geltenden römischen Liturgie eine Befugnis ist, die zum Wohl der Gläubigen gewährt worden ist und daher zugunsten der Gläubigen, an die sie sich primär richtet, ausgelegt werden muss;

die Versöhnung innerhalb der Kirche zu fördern.

II. Aufgaben der Päpstlichen Kommission Ecclesia Dei

Der Heilige Vater hat der Päpstlichen Kommission Ecclesia Dei für den Bereich ihrer Zuständigkeit ordentliche, stellvertretende Hirtengewalt verliehen, insbesondere für die Aufsicht über die Einhaltung und die Anwendung der Vorschriften des Motu proprio Summorum Pontificum (vgl. Art. 12).

§ 1. Über die besonderen Befugnisse hinaus, die ihr von Papst Johannes Paul II. verliehen und die von Papst Benedikt XVI. bestätigt worden sind (vgl. Motu proprio Summorum Pontificum, Art. 11-12), übt die Päpstliche Kommission diese Hirtengewalt auch dadurch aus, dass sie als hierarchischer Oberer die ihr rechtmäßig vorgelegten Rekurse gegen einzelne Verwaltungsakte von Ordinarien entscheidet, die dem Motu proprio zu widersprechen scheinen.

§ 2. Die Dekrete, mit denen die Päpstliche Kommission diese Rekurse entscheidet, können ad normam iuris beim Obersten Gerichtshof der Apostolischen Signatur angefochten werden.

Es kommt der Päpstlichen Kommission Ecclesia Dei zu, nach vorheriger Approbation durch die Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung für die etwaige Herausgabe der liturgischen Texte für die forma extraordinaria des römischen Ritus zu sorgen.

III. Besondere Normen

Diese Päpstliche Kommission erlässt nach Abschluss der Erkundigungen bei den Bischöfen der Welt kraft der Autorität, die ihr verliehen worden ist, und der Befugnisse, die sie besitzt, gemäß can. 34 des Codex des kanonischen Rechtes die vorliegende Instruktion, um die rechte Interpretation und Anwendung des Motu proprio Summorum Pontificum zu gewährleisten.

Die Zuständigkeit der Diözesanbischöfe

Nach dem Codex des kanonischen Rechtes müssen die Diözesanbischöfe über das gottesdienstliche Leben wachen, damit das Wohl der Gläubigen gesichert ist und in ihrer Diözese alles sich in Ruhe, Würde und Frieden vollzieht. (5) Sie sollen dabei stets der Gesinnung (mens) des Papstes folgen, die im Motu proprio Summorum Pontificum klar zum Ausdruck kommt. (6) Im Fall von Auseinandersetzungen oder begründeten Zweifeln über gottesdienstliche Feiern in der forma extraordinaria wird die Päpstliche Kommission Ecclesia Dei entscheiden.

Nach Maßgabe des Motu proprio Summorum Pontificum ist es Aufgabe des Diözesanbischofs, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Achtung der forma extraordinaria des römischen Ritus zu gewährleisten.

Der coetus fidelium (vgl. Motu proprio Summorum Pontificum, Art. 5 § 1)

Ein coetus fidelium („Gruppe von Gläubigen“) kann dann als stabiliter existens („dauerhaft bestehend“) im Sinn von Art. 5 § 1 des Motu proprio Summorum Pontificum betrachtet werden, wenn er aus einigen Angehörigen einer bestimmter Pfarrei besteht, die sich aufgrund der Verehrung für die Liturgie im Usus antiquior zusammengefunden haben, auch nach der Veröffentlichung des Motu proprio, und die darum bitten, dass die außerordentliche Form in der Pfarrkirche oder in einem Oratorium oder einer Kapelle gefeiert werde.

Ein solcher coetus kann auch aus Personen bestehen, die aus verschiedenen Pfarreien oder Diözesen stammen und die zu diesem Zweck in einer bestimmten Pfarrkirche, einem Oratorium oder einer Kapelle zusammenkommen.

Für den Fall, dass ein Priester mit einigen Personen gelegentlich in eine Pfarrkirche oder in ein Oratorium kommt, um in der forma extraordinaria nach Art. 2 und 4 des Motu proprio Summorum Pontificum zu zelebrieren, soll der Pfarrer, der Kirchenrektor oder der für eine Kirche verantwortliche Priester diese Feier zulassen, wobei freilich die Erfordernisse der regulär festgelegten Gottesdienstordnung in der jeweiligen Kirche zu beachten sind.

§ 1. Für Entscheidungen in Einzelfällen soll sich der Pfarrer, der Rektor oder der für eine Kirche verantwortliche Priester von seiner Klugheit sowie von seelsorgerischem Eifer und vom Geist großzügiger Gastfreundschaft leiten lassen.

§ 2. Wenn es sich um kleinere Gruppen handelt, soll man sich an den Ortsordinarius wenden, um eine Kirche zu finden, in der diese Gläubigen sich versammeln und solche Gottesdienste mitfeiern können. Auf diese Weise soll den Gläubigen die Teilnahme erleichtert und eine würdigere Feier der heiligen Messe gewährleistet werden.

Auch an Heiligtümern und Wallfahrtsorten soll den Pilgergruppen, die darum bitten, die Feier in der forma extraordinaria ermöglicht werden, wenn ein geeigneter Priester zur Verfügung steht (vgl. Motu proprio Summorum Pontificum, Art. 5 § 3).

Die Gläubigen, die Gottesdienste in der forma extraordinaria erbitten, dürfen nicht Gruppen unterstützen oder angehören, welche die Gültigkeit oder Erlaubtheit der heiligen Messe oder der Sakramente in der forma ordinaria bestreiten und/oder den Papst als Obersten Hirten der Gesamtkirche ablehnen.

Der sacerdos idoneus (vgl. Motu proprio Summorum Pontificum, Art. 5 § 4)

Im Bezug auf die Frage nach den notwendigen Voraussetzungen dafür, dass ein Priester für „geeignet“ gehalten werden kann, um in der forma extraordinaria zu zelebrieren, ist Folgendes zu beachten:

Jeder Priester, der nach Kirchenrecht nicht daran gehindert ist, muss als geeignet betrachtet werden, die heilige Messe in der forma extraordinaria zu feiern. (7)

Bezüglich des Gebrauchs der lateinischen Sprache ist eine grundlegende Kenntnis erforderlich, die es erlaubt, die Worte richtig auszusprechen und deren Bedeutung zu verstehen.

Bezüglich der Vertrautheit mit dem Ablauf des Ritus sind jene Priester als geeignet zu vermuten, die von sich aus in der forma extraordinaria zelebrieren wollen und diese bereits früher verwendet haben.

Die Ordinarien werden ersucht, dem Klerus die Möglichkeit zu bieten, eine angemessene Hinführung zu den Feiern der forma extraordinaria zu erhalten. Dies gilt auch für die Seminare, die für eine geeignete Ausbildung der zukünftigen Priester durch das Studium der lateinischen Sprache sorgen müssen (8) und, wenn die pastoralen Erfordernisse dies nahelegen, die Möglichkeit bieten sollen, die forma extraordinaria des Ritus zu erlernen.

In Bistümern, wo es keine geeigneten Priester gibt, können die Diözesanbischöfe die Mitarbeit von Priestern der Institute erbitten, die von der Päpstlichen Kommission Ecclesia Dei errichtet worden sind, sei es für die Feier von Gottesdiensten, sei es für das eventuelle Erlernen derselben.

Das Motu proprio gewährt jedem Welt- und Ordenspriester die Erlaubnis, die Messe sine populo (oder mit Beteiligung nur eines Messdieners) in der forma extraordinaria des römischen Ritus zu feiern (vgl. Motu proprio Summorum Pontificum, Art. 2). Daher brauchen die Priester für solche Feiern gemäß dem Motu proprio Summorum Pontificum keinerlei besondere Erlaubnis ihrer Ordinarien oder Oberen.

Die liturgische und kirchliche Disziplin

Die liturgischen Bücher der forma extraordinaria sind nach ihren eigenen Vorschriften zu gebrauchen. Alle, die nach der forma extraordinaria des römischen Ritus zelebrieren wollen, müssen die entsprechenden Rubriken kennen und sind dazu verpflichtet, diese bei den gottesdienstlichen Feiern genau zu beachten.

In das Missale von 1962 können und müssen neue Heilige und einige neue Präfationen eingefügt werden. (9) Dazu werden eigene Regelungen erlassen werden.

Wie in Art. 6 des Motu proprio Summorum Pontificum vorgesehen, können die Lesungen der heiligen Messe nach dem Missale von 1962 entweder nur auf Latein oder auf Latein und in einer volkssprachlichen Übersetzung oder, in gelesenen Messen, nur in der Volkssprache vorgetragen werden.

Im Bezug auf die mit der Feier der Messe verbundenen disziplinarischen Regelungen finden die Vorschriften des geltenden Codex des kanonischen Rechtes Anwendung.

Das Motu proprio Summorum Pontificum ist darüber hinaus ein Spezialgesetz und derogiert daher für den ihm eigenen Bereich von jenen nach 1962 erlassenen Gesetzen, die sich auf die heiligen Riten beziehen und unvereinbar sind mit den Rubriken der liturgischen Bücher, die 1962 in Kraft waren.

Firmung und heilige Weihen

Das Motu proprio Summorum Pontificum (vgl. Art. 9 § 2) hat die Erlaubnis bekräftigt, für den Ritus der Firmung die alte Formel zu verwenden. Daher ist es nicht erforderlich, in der forma extraordinaria die erneuerte Formel aus dem Ordo Confirmationis von Paul VI. zu gebrauchen.

Im Bezug auf Tonsur, niedere Weihen und Subdiakonat hat das Motu proprio Summorum Pontificum keinerlei Veränderung der Vorschriften des Codex des kanonischen Rechtes von 1983 eingeführt. Folglich gilt in den Instituten des geweihten Lebens und in den Gesellschaften des apostolischen Lebens, die der Päpstlichen Kommission Ecclesia Dei unterstehen: Derjenige, der ewige Gelübde abgelegt hat oder einer klerikalen Gesellschaft des apostolischen Lebens endgültig eingegliedert ist, wird durch den Empfang der Diakonenweihe als Kleriker diesem Institut beziehungsweise dieser Gesellschaft inkardiniert, nach Vorschrift von can. 266 § 2 des Codex des kanonischen Rechtes.

Nur in den Instituten des geweihten Lebens und in den Gesellschaften des apostolischen Lebens, die der Päpstlichen Kommission Ecclesia Dei unterstehen, und in jenen, die weiterhin die liturgischen Bücher der forma extraordinaria verwenden, ist der Gebrauch des Pontificale Romanum von 1962 für die Spendung der niederen und höheren Weihen erlaubt.

Breviarium Romanum

Den Klerikern wird gemäß Art. 9 § 3 des Motu proprio Summorum Pontificum die Möglichkeit gegeben, das Breviarium Romanum zu verwenden, das 1962 in Geltung war. Es muss vollständig und in lateinischer Sprache gebetet werden.

Die drei österlichen Tage

Der coetus fidelium, welcher der früheren liturgischen Tradition folgt, kann auch die drei österlichen Tage in der forma extraordinaria feiern, sofern ein geeigneter Priester vorhanden ist.

Wenn keine Kirche oder Kapelle ausschließlich für diese Gottesdienste zur Verfügung steht, sollen der Pfarrer oder der Ordinarius in Abstimmung mit dem geeigneten Priester günstige Lösungen suchen, ohne eine eventuelle Wiederholung der Gottesdienste des österlichen Triduum auszuschließen.

Die Riten der Ordensgemeinschaften

Der Gebrauch der eigenen liturgischen Bücher der Ordensgemeinschaften, die 1962 in Geltung waren, ist gestattet.

Pontificale Romanum und Rituale Romanum

Der Gebrauch des Pontificale Romanum und des Rituale Romanum wie auch des Caeremoniale Episcoporum, die 1962 in Geltung waren, ist nach Nr. 28 dieser Instruktion erlaubt, unbeschadet der Vorschrift in Nr. 31.

Papst Benedikt XVI. hat in der dem unterzeichneten Präsidenten der Päpstlichen Kommission Ecclesia Dei am 8. April 2011 gewährten Audienz die vorliegende Instruktion gutgeheißen und deren Veröffentlichung angeordnet.

Rom, am Sitz der Päpstlichen Kommission Ecclesia Dei, am 30. April 2011, Gedenktag des hl. Pius V.

William Kardinal Levada
Präsident

Prälat Guido Pozzo
Sekretär

(1) Benedikt XVI., Apostolisches Schreiben Motu proprio Summorum Pontificum, I: AAS 99 (2007) 777; vgl. Grundordnung des Römischen Messbuchs, 3. Auflage 2002, Nr. 397.
(2) Benedikt XVI., Brief an die Bischöfe anlässlich der Publikation des Motu proprio über die Liturgie in ihrer Gestalt vor der 1970 durchgeführten Reform (7. Juli 2007): AAS 99 (2007) 798.
(3) Vgl. CIC, can. 838 §§ 1 und 2.
(4) Vgl. CIC, can. 331.
(5) Vgl. CIC, cann. 223 § 2; 838 § 1 und § 4.
(6) Vgl. Benedikt XVI., Brief an die Bischöfe anlässlich der Publikation des Motu proprio über die Liturgie in ihrer Gestalt vor der 1970 durchgeführten Reform: AAS 99 (2007) 799.
(7) Vgl. CIC, can. 900 § 2.
(8) Vgl. CIC, can. 249; II. Vatikanisches Konzil, Konst. Sacrosanctum Concilium, 36; Erklärung Optatam totius, 13.
(9) Vgl. Benedikt XVI., Brief an die Bischöfe anlässlich der Publikation des Motu proprio über die Liturgie in ihrer Gestalt vor der 1970 durchgeführten Reform: AAS 99 (2007) 797.








Signatur

~ Papsttreu + Marianisch + Dogmentreu ~

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„Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater, denn durch mich!“ (Joh 14:6)

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