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...   Erstellt am 04.11.2009 - 16:56Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Südfrankreich
6.Teil


Nun, wir wollten noch nach Tulon, eine Stadt, die in den Reiseführern nicht erwähnt wird. So schön ist sie tatsächlich auch nicht, dennoch bleiben wir ein wenig länger, denn auf einem Platz überrascht uns eine Band, die superaffengeile Bluesmusik zu Gehör brachte. Wir setzen uns also hin, trinken eine Orangina und lauschen ganz begeistert. Donnerwetter, was für ein Zufall! Bernd ärgert sich manchmal über die dreisten Leute, die uns die Sicht nehmen. Rücksichtsvoll ist eigentlich kaum jemand. Ein paar Musik begeisterte Penner schubsen sich gegenseitig in den Brunnen und stören manchmal die Band bis der Restaurantchef sie irgendwie weglotst.

Wir brechen dann auf und fahren zurück nach Aix. Der letzte Abend soll mit einem besonderen Essen gewürdigt werden. Wir hatten da schon etwas ausgespäht, ein Restaurant neben einem schönen Brunnen mit deutscher Karte. Der Wirt verspricht, uns in einer halben Stunde einen Tisch zu reservieren. Das klappt sogar, wenn auch sicher nur zufällig. Wir essen gut und teuer, werden sehr freundlich bedient (ist leider auch nicht immer Standard). Der Ober taucht allerdings schon mal den Wischlappen für die Tische in den Brunnen, wahrscheinlich um den Weg zu sparen. Tagsüber stehen allerdings die Hunde darin und der eine oder andere taucht mal ein Körperteil zur Erfrischung rein. Nun, wir übersehen das. Man will ja nicht als pingelig gelten. Der Wirt verabschiedet uns mit Handschlag wie zur Familie gehörend. Die Zeche war ja auch nicht ganz unerheblich. Egal, es war ein schöner Abend, der Ausklang eines tollen und heißen Tages.

Am Parkplatz gibt es noch ein kleines Gerangel mit Halbstarken, die uns die Ausfahrt blockierten. Die Sache drohte fast zu eskalieren, Bernd war auf 180. Man nahm drohende Haltungen ein und schrie herum. Ich stand etwas abseits und überlegte schon, ob ich mich mit der Handtasche bewaffnet ins Gefecht stürzen sollte. Lieber nicht! Schließlich entschlossen sich die Bengels doch lieber, ihre Karre wegzufahren. Bernd hatte lautstark mehrmals mit der Polizei gedroht, obwohl wir gar nicht wussten, wie man diese im fremden Land ruft. Nun, die Sache war noch glimpflich abgelaufen. Glück gehabt!

Am nächsten Tag verließen wir Aix en Provence. Wir wollten zunächst nach Cassis, einem kleineren aber dennoch auch sehr reizvollen Badeort am Meer. Es war noch nicht so voll auf den Straßen, die Temperaturen sehr angenehm, so war ich gerne bereit ein paar Sachen anzuprobieren. Bernd wollte mir eine Freude bereiten. Er schenkte mir eine tolle weiße Bluse von Blanc du Nil. Hatte er sich in Aix doch auch ein weißes Hemd gekauft, wollte es aber am liebsten mir schenken. Na ja, Bernd möchte mir immer etwas Gutes tun und mich irgendwie verwöhnen. Das hatte ich früher in meinem ersten Leben nie erlebt.
In Cassis füllten sich allmählich die Straßen und es wurde auch merklich heißer, so brachen wir rasch auf. Noch einmal das Mittelmeer in seiner ganzen Pracht im Dunst der Hitze von oben.

Wir wollten für eine Stippvisite nach Marseille, einer riesigen Welt- und Hafenstadt, unter anderem auch bekannt für ihre gute Bouillabaisse. Bernd wollte sie unbedingt im Hafen essen, eventuell auch mich dazu verführen. Nun, ich kostete wenigstens. Hat mich aber nicht vom Hocker gerissen! Die Ossis halt…haben keine Ahnung! Wir pilgerten ein wenig umher, fotografierten (ich mit Begeisterung bunte lebensgroße Kühe, aus den vielfältigsten Materialien kreiert, die witzigerweise überall herumstanden). Bernd kauft mir auf Wunsch ein paar Petitfours, gekühlt, teuer, sehr süß (eines hätte gereicht!!) Nun, ich wollte sie so wie in Frankreich hergestellt und üblich, einmal kosten. Kann man maaal naschen…aber sollte man lieber lassen, falls man nicht unbedingt zunehmen möchte. Die Franzosen lieben es süß und ich meine nicht nur das ewige Baguette oder Croissant-frühstück mit Marmelade. Es gibt Läden mit Süßigkeiten, Boulangerien, Patisserien, wie sie hier heißen, mit Gebäck und Backwaren…oh, oh, oh! Man muss aufpassen. Ist aber auch nicht ganz billig die ganze Pracht (eine kleine schnucklige Obsttorte kostet stattliche 20 Euro). Im Supermarche ist sicher alles etwas billiger. Man kennt das. Manche Geschäfte haben auch einen besonderen und teuren Vogel, ganz wie Zuhause. Nun, es gibt immer Leute, die so was brauchen.

Dann tippelten wir noch durch ein weniger vornehmes Viertel mit vielen Läden, wo die Einwohner ihre Lebensmittel kaufen. Die Waren sahen noch sehr gut und frisch aus, es herrschte ein munteres Treiben, Multi, Kulti, kein Touristenrummel, die Häuser nicht ganz so malerisch, Gerüche, Gestalten auch Geschrei. So scheinen viele zu leben. Wie mag es in den Wohnungen aussehen?
Im Parkhaus gibt es noch einen Stau am Kassenautomat. Es ist furchtbar heiß, alles flucht, die Franzosen werden auch ungnädig und beschweren sich. Kaum einer kommt mit dem bekackten Automaten klar. Wir warten bis alle weg sind, dann meistert Bernd die Sache. Schließlich sind wir froh, dass der Parkhausbalken sich hebt und wir weiter können…aufatmen.





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Erkennen wollen
ist der erste Schritt des Verstehens.
Zunächst im Selbstversuch!

Stefan ...
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...   Erstellt am 15.11.2009 - 13:09Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Helga schrieb
    Tagsüber stehen allerdings die Hunde darin und der eine oder andere taucht mal ein Körperteil zur Erfrischung rein.


Das gibt doch erst die richtige Würze.
Irgendwie werden die Regeln der Hygiene in den südlichen Ländern wohl etwas großzügiger ausgelegt? Ich kann mich da an Fleischereien erinnern, die ihre dicken Fleischstücke einfach VOR dem Laden aufgehängt hatten. Die Fliegen haben sich gefreut und außer den (deutschen?) Touristen hat es auch niemanden gestört.

In einem sehr guten Restaurant (das Essen war sehr lecker und trotzdem günstig) lag eine Katze auf dem Tresen. Mit ihrem Schwanz wedelte sie immer durch den Salat der dort stand. Fand ich lustig, Salat hatte ich sowieso nicht bestellt.

Helga schrieb
    ... ob ich mich mit der Handtasche bewaffnet ins Gefecht stürzen sollte.


Die armen Halbstarken! Wahrscheinlich hast Du ein Hufeisen in Deiner Handtasche, als Glücksbringer natürlich. Es hat ja auch geholfen!

Verrückte und Kriminelle gibt es leider überall. Uns wurde in Südfrankreich zwei Mal das Auto aufgebrochen. Zum Glück ohne größere Verluste und mit sehr geringen Schaden. Waren wohl Profis am Werk?

Helga schrieb
    Na ja, Bernd möchte mir immer etwas Gutes tun und mich irgendwie verwöhnen. Das hatte ich früher in meinem ersten Leben nie erlebt.


Manchmal dauert es leider länger bis man die wirklich große Liebe findet. Aber dann ... wird das Leben RICHTIG SCHÖN! Deshalb fehlt mir meine Süße auch soooooo sehr!

Helga schrieb
    Wir wollten für eine Stippvisite nach Marseille, einer riesigen Welt- und Hafenstadt, unter anderem auch bekannt für ihre gute Bouillabaisse.


Na ja, ob die Bouillabaisse nur wirklich sooooo gut ist? Bin zwar kein Ossi, aber mir schmeckt sie auch nicht. So lange es Alternativen gibt, esse ich "so ein Zeug" bestimmt nicht wieder.

Helga schrieb
    Es gibt Läden mit Süßigkeiten, Boulangerien, Patisserien, wie sie hier heißen, mit Gebäck und Backwaren…oh, oh, oh! Man muss aufpassen. Ist aber auch nicht ganz billig die ganze Pracht (eine kleine schnucklige Obsttorte kostet stattliche 20 Euro). Im Supermarche ist sicher alles etwas billiger.


Im Supermatsche (wie wir immer gesagt haben) ist es schon billiger. Aaaaaber längst nicht so erlebnisreich wie in den Patisserien. Und mal hier und mal da ein Stückchen probieren geht im Supermarche auch nicht.


Mit von Südfrankreich träumenden Grüßen

Stefan





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Macuser sind nicht eingebildet. Sie sehen einfach besser aus....


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