Kerstin 

Status: Offline Registriert seit: 31.07.2005 Beiträge: 1 Nachricht senden | Erstellt am 31.07.2005 - 18:35 |  |
Sehr geehrte Frau Dr.Ludwig,
ich bin weiblich ,56 Jahre alt und hatte in den 80er Jahren eine missglückte Laparoskopie, bei der mir der Dünndarm perforiert wurde. Durch die damit verbundene diffuse Peritonitis musste ich mich in den nachfolgenden Jahren zweimal einer operativen Beseitigung eines Bridenileus unterziehen. Seit dieser Zeit weiß ich, dass ich am Sigma-Rektum Übergang eine siphonartige Abknickung mit Fixierung an der Bauchdecke und einen derben Narbenstrang zwischen Rektum und Vagina habe. Da ich die Beschwerden in den letzten acht Jahren durch Laxantien und entsprechende Lebensführung gut im Griff hatte, haben mir mehrere Ärzte von einer weiteren OP abgeraten.
Seit Anfang Mai, nach einem Sportunfall mit Muskelriss des Bauchstreckers, habe ich nun erneut eine Subileus Symptomatik bescheinigt bekommen. Trotz Movicol Einnahme kann ich nur bleistiftdünne, geringe Stuhlmengen absetzen. Rektoskopie und Defäkographie ergaben eine Fissur sowie eine große,vordere Rektozele mit Intussuzeption. Da eine Darmspiegelung o.B. erst 18 Monate zurück liegt, ist nun ein Kolonkontrasteinlauf verordnet worden, um eine eventuelle Obstruktion in den oberen Bereichen des Dickdarmes zu suchen.
Nach dieser Ellen langen Einleitung meine konkreten Fragen:
Macht ein Kolonkontrast roentgen Ihrer Meinung nach einen Sinn?
Würde beim Kolonkonrast auch eine innere Hernie entdeckt werden können?
Sollte ich zusätzlich oder statt dessen energisch um eine CT oder MRT bitten? (Dazu müsste ich allerdings in eine größere Klinik fahren, weil es diese Geräte in unserer Kleinstadt nicht gibt)
Da ich durch Verdauungsprobleme und Schmerzen seit Mai sehr belastet bin und durch meine Vorgeschichte auch wohl traumatisiert bin, möchte ich die Vermutung meines Hausarztes, dass es sich wohl um funktionelle Störungen handele, erst nach einer umfassenden Auschlussdiagnostik annehmen. Es würde mir in meinem Entscheidungsprozess sehr helfen Ihre fachliche Meinung zu erfahren. Mit Dank im Voraus,
Kerstin K.
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DrLudwig 

Status: Offline Registriert seit: 03.06.2005 Beiträge: 274 Nachricht senden | Erstellt am 02.08.2005 - 19:51 |  |
Hallo, leider ist mein Fachwissen auf dem Gebiet der Gastroenterologie begrenzt, da ich "nur" Orthopädin, Reha-Ärztin und Schmerztherapeutin bin. Ich verstehe Ihr Dilemma. Ein Colon-KE erscheint jedoch aufgrund Ihrer vielfältigen Beschwerden notwendig, wenn auch sicher unangenehm. Mit anderen Methoden (CT, MR) hat man das Risiko entweder Hohlorgane nicht gut beurteilen zu können oder zu perforieren (Coloskopie). Da sich die Frage stellt wo die Engstelle sitzt, kann man mit dem Colon-KE die beste Aussage treffen.
Signatur Dr. med. Claudia Ludwig |