EmilieMorgan unregistriert
| Erstellt am 13.08.2006 - 17:23 | |
,,Ja, ob es dein Ziel gewesen war...mich zu töten,"wiederholte Emilie leise. Emilie schaffte es einfach nicht, sich zu entscheiden, was sie momentan mehr fühlte: Hass, Wut, Trauer oder Mitleid? Es war ein guter Mix von all diesen Gefühlen. Somit fiel es ihr auch sichtlich schwer, zu entscheiden, wie sie sich vor Thomas verhalten solle. Ein Konflikt, den sie im Moment nicht im Stande war zu lösen.
Emilie versuchte zumindest, aus seiner Körpersprache eine Antwort auf ihre Frage zu bekommen, ob es sein Ziel gewesen war, sie umzubringen.
Doch es gelang ihr nicht. Ob es an Thomas lag, oder daran, dass er einfach gut Gefühle innerlich und äußerlich verstecken konnte, wusste Emilie nicht, doch es war ihr auch relativ egal. Ihr war momentan nur wichtig, ob es sein Ziel gewesen war, sie umzubringen.
Der Aurorin entging nicht, wie Thomas auf ihre Antwort hin, dass das Kind von Simon sei, die Hände zu Fäusten ballte. In dem Falle war seine Körpersprache wirklich perfekt.
,,Neidisch?"fragte Emilie wütend und mit verschränkten Armen vor der Brust. Auch die Erinnerung an Simon fiel ihr nicht leicht. Allerdings war es ein klares Ende gewesen, ein Ende, dass sie teils nachvollziehen konnte. Kein brutales und verzweifeltes Ende, nur ein trauriges Ende.
,,Ja, mutig,"wiederholte Emilie, als Thomas dieses Wort hinterfragte. Doch kurz darauf widersprach er ihr schon. Verständnisslos schüttelte sie den Kopf und schloss nach Geduld ringend die Augen.
,,Richtig, ja?"fragte Emilie zischend, ,,Also ist es in deiner Ansicht tatsächlich richtig, Menschen, die für ihre Herkunft nichts können zu töten? Menschen, die nicht nach euren Regeln tanzen zu töten? Angst, Grauen und Schrecken zu verbreiten ist also richtig?"Fassungslos hielt Emilie ihre Hand auf ihre Stirn und sah verzeifelt von Thomas zum Sternenhimmel als würde sie dort nach einer Antwort auf all die Fragen hin suchen.
,,Stell dir mal vor...unser...unser Kind hätte überlebt. Ich weiß nicht, ob es ihm besser gegangen wäre, wenn jemand wie du den Menschen das Leben so schwer gemacht hätte. Es hätte in Angst leben müssen, mit Schmerzen-,"ihre Stimme brach ab. Zu extrem schmerzte sie der Gedanke, was geschehen wäre, wenn ihr Kind überlebt hätte.
,,Und du hälst das für richtig...,"die aufkommenden Tränen wischte Emilie aufgebracht aus ihren Augen. Sie wollte nicht, dass Thomas es wert war, zu weinen.
,,Nur für mich?"widerholte Emilie mit spitzer Stimme, ,, Und für unser Kind! Aber du...du hast dich gegen uns entschieden, gegen unser Kind. Wie kann man nur so kalt sein?"
Emilie war drauf und dran auf ihn zu zu rennen, auf ihn einzuschlagen, ihren Hass, ihre Wut und ihrem Frust freien Lauf zu lassen, doch sie selber zwang sich nicht so zu handeln. Immerhin hatte ein kleiner Teil in Emilie noch Mitleid mit Thomas und ihr Verstand sagte ihr deutlich, dass dies Thomas nicht wert sei.
,,Ach ja?"fragte Emilie, als sich Thomas gerade umdrehte, nachdem er ihr erklärte, dass sie gar nichts verstanden habe, ,,Na dann erkläre es mir doch mal. Warum? Warum hast du-?"Erneut brach Emilie im Satz ab. Sie konnte es nicht aussprechen. Sie traute es sich einfach nicht zu.
Als ihre Wut wieder Überhand nahm und sie ihm vor den Kopf wurf, dass er sinnlos dahin leben würde, erkannte sie überrascht, wie er mit dem Rücken zu ihr stehen blieb.
Vielleicht war dies Anlass dazu, dass Emilie wieder etwas ruhiger wurde.
,,Das ist doch kein Leben,"sagte Emilie fast flüsternd, ,,Wieso? Wieso hast du dich nur für die Todesser entschieden? Nur um nicht zu sterben gehst du solche Konsequenzen ein? Ich versteh dich einfach nicht."
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