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Corvin unregistriert
| Erstellt am 11.12.2005 - 14:07 | |
Salene war von ihrer Suche nach Ryan zurückgekehrt, ohne Erfolg. Gestern Abend hatte sie KC's Pferd in den Stall gebracht und war danach leise in die Mall gegangen. Heute war der 24. Dezember, Spätnachmittag. Die Mallrats hatten in der ganzen Mall Geschenke füreinander versteckt, und vor allem den jüngeren Mitgliedern, darunter KC, Andy, Tally und sogar Cloe, die doch schon für ihr Alter ziemlich reif war, machte es Riesenspaß, die verborgenen Kleinigkeiten zu suchen. Selbst Cloudy rannte herum und schnüffelte sämtliche Ecken ab, als sei sie fest davon überzeugt, daß man einen Knochen für sie versteckt hatte. Nun, da die Geschenke-Sucherei schon fast vorbei war, saß Salene in der Küche und starrte gedankenverloren aus dem Fenster. Obwohl sie nach außen hin bereits wieder die alte zu sein schien, fühlte sie sich tief innen von Gott und der Welt betrogen. Oder war es nicht doch Zoot, der ihr diese Strafe auferlegte? Salene wußte es nicht. Sie war völlig verwirrt. Was hatte sie denn böses getan, daß sie zuerst ihr Kind und dann auch noch Ryan gänzlich verloren hatte? Sie hatte sich doch nur den Chosen angeschlossen, um ihr Kind zu schützen! Und war es denn so falsch gewesen, daß sie gedacht hatte, es wäre nicht richtig, wenn ihr Kind nie seinen Vater kennenlernte und stattdessen Zoot als einzige Hoffnung und Lebenszweck haben sollte? Sie hatte nur gewollt, daß ihr Kind glücklich würde, daß es nicht so unglücklich würde wie sie! Doch am Ende hatte sie, Salene, nur die Mallrats verraten, schlimmer noch als May. Es war ein Wunder, daß sie sie noch nicht aus der Mall vertrieben hatten... "Verdammt Salene!" Kaum hörbar sprach sie mit sich selbst, als sie sich die Tränen aus dem Gesicht wischte. "Sei keine Heulsuse! Wahrscheinlich hast du es nicht anders verdient!" "Was sollst du nicht anders verdient haben?" ertönte eine leise, tiefe Stimme hinter ihr, und eine Hand berührte sanft ihre Schulter. Salene drehte sich um und sah Lex an. "Alles..." flüsterte sie. "Einfach alles... Ich habe doch alles falsch gemacht, was man falsch machen konnte..." "Was genau meinst du?" "Ich habe die Mallrats verraten! Zoot hat mich dafür bestraft... Hätte ich nur anders gehandelt und wäre von Anfang an bei den Mallrats geblieben..." "Ach, Salene!" Amber, die soeben die Küche betreten hatte und Salenes Worte gehört hatte, sah sie verständnisvoll und mitleidig an. "Du warst schwanger, und du hattest Angst um dein Kind! Genau wie Trudy hast du aus Verzweiflung gehandelt. Das kann dir doch keiner zum Vorwurf machen! Wäre ich in deiner Lage gewesen, hätte ich bestimmt das gleiche gemacht." Salene schluchtze auf. "Aber Ryan... Er war so enttäuscht von mir, als ich ihn zuletzt gesehen hab. Selbst wenn er noch lebt, wird er mir bestimmt nicht verzeihen, daß ich jetzt sogar sein Kind verloren habe..." Amber setzte zu einer Antwort an, doch Lex, der immer noch hinter Salene stand, warf ihr einen Blick zu und hob die Hand, woraufhin Amber verdutzt schwieg. "Salene", Lex' Stimme klang ungewohnt leise und sanft, "ich denke, wir sollten uns mal unterhalten. Irgendwo, wo wir in Ruhe ungestört miteinander reden können. Einverstanden?" Er streckte ihr die Hand entegen. Amber hob erstaunt die Augenbrauen. Was, um Gotteswillen, war denn in Lex gefahren? So etwas wie er jetzt, tat normalerweise nur Bray... Salene nickte und griff unsicher nach Lex' ausgestreckter Hand. "Okay..." Verwundert sah Amber den beiden nach, wie sie hinausgingen. Achselzuckend machte sie sich an die ersten Vorbereitungen für das Weihnachtsessen; sie dekorierte den Tisch mit den vielen Sachen, welche die Kleinen gesammelt und gebastelt hatten: Tannenzweige, Kerzen, Weihnachtsmänner und Engel aus Papier. Tai San betrat gemeinsam mit Bray, Pride und May die Küche. Die vier hatten eben noch die restlichen Zutaten für das geplante Weihnachtsessen besorgt. "Huh, wir sind aber spät dran!" fiel es Bray auf. "Da müssen wir uns mit dem Kochen aber beeilen!" "Nur keine Hektik", beruhigte Tai San ihn. "Wenn ihr euch jetzt Hals über Kopf in die Arbeit stürzt, brennt am Ende noch etwas an." "Da hat sie recht", pflichtete Pride bei. "Wir sollten uns beeilen, aber uns dennoch soviel Zeit lassen, wie für die einzelnen Gerichte notwendig ist. Amber mußte über Prides gewählte Ausdrucksweise lächeln. "Natürlich", Bray grinste ihn ebenfalls an. "Ich hatte eigentlich vor, statt Himbeersoße für die Nachspeise Bratensoße zu verwenden..." "Gut", entgegnete Pride mit todernster Mine. "Dann schmier ich mir Senf auf meinen Kuchen, sowas soll gut für die Verdauung sein!" "Okay", Amber schielte zu May und Tai San hinüber. "Dann werden wir euch zeigen, was wahrer PFEFFERkuchen ist..." Die fünf grinsten sich an und kicherten plötzlich los. "Darf man auch mitlachen?" Keiner hatte bemerkt, daß Ebony in der Tür stand. "Oder ist das 'ne Privatparty?" Amber warf Bray einen Blick zu, fragend und gleichzeitig wissend. Obwohl keiner der Mallrats Ebony richtig leiden konnte, fand Amber selbst es nicht richtig, sie nicht zur Weihnachtsfeier eingeladen zu haben. Bray seufzte verhalten und ging auf die einstige Anführerin der Locos zu. "Nein... Natürlich nicht, hier ist jeder willkommen, Ebony." "Das freut mich aber", erwiderte sie, nicht ohne einen schnippischen Unterton. "Es kommt mir nämlich äußerst seltsam vor, daß Leute wie Trudy, Salene oder May hier scheinbar zur Familie zu gehören, ich aber nach wie vor nicht wirklich dazugehöre!" Amber, die neben Bray stand, sah in Ebonys Augen und merkte, daß der aufreizende Tonfall ihrer Erzfeindin nur deren Verletztheit überspielen sollte. "Möchtest du uns vielleicht bei den Vorbereitungen für die Feier helfen?" schlug sie vorsichtig vor. "Ich weiß nicht", Ebony sah sie auf ihre herablassende Art an. "Kochen ist nicht gerade mein Stil..." Bevor noch irgend jemand etwas sagen konnte, kamen Tally und Andy aufgeregt in die Küche geschliddert. "Alice und Ellie sind zurück", rief Andy außer Atem. "Die haben zwei riesige Gänse dabei!" "Die armen Gänse!" protestierte Tally bereits. "Unsinn!" Wie aufs Stichwort kam Alice mit ihrer Schwester in die Küche. "Gans oder Truthahn gehört zum Weihnachtsessen einfach dazu!" Da bemerkte sie Ebony. "Oh, schön dich zu sehen! Ich wußte gar nicht, daß du auch zum Fest kommst." Ebony wich ihrem Blick aus. "Ich auch nicht", murrte sie leise. Etwas hilflos sah Alice in die Runde, denn sie hatte keinesfalls beabsichtigt, Ebonys Gefühe zu verletzen, was aber offensichtlich geschehen war. Andy rettete unbewußt die Situation: "Hey, was ist eigentlich mit der Weihnachtsdekoratin im Partyraum? Dort hängt noch überhaupt nichts, alles ist kahl!" Ellie ergriff die Gelegenheit beim Schopf. "Trudy und ich sind für die Dekoration verantwortlich. Aber wir haben gar keine wirkliche Weihnachtsdekoration. Hier in der Mall sind nur Sachen, die man für Geburtstagsparties und ähnliche Feste braucht... Ebony, könntest du uns da nicht helfen?" "Wenn ihr meint..." Ebony zuckte die Schultern. "Komm doch bitte mit", bat Ellie sie. "Können wir auch mithelfen?" riefen Tally und Andy wie aus einem Munde. "Klar doch", Ellie lächelte, als sie die vor Vorfreude glänzenden Augen der Kinder sah, und abermals wandte sie sich an Ebony: "Bitte, wir brauchen deine Hilfe wirklich!" "In ordnung", stimmte Ebony zu; es klang jedoch ohne wirkliche Emotion. "Ja, ich komme mit und helfe euch."
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Ebony  Tribe: Mallrats Sicherheitschefin

Status: Offline Registriert seit: 03.07.2006 Beiträge: 48 Nachricht senden | Erstellt am 11.12.2005 - 16:07 | |
hach es weihnachtet sehr..............mehr bitte vio schatzss
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We know when to kiss
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Corvin unregistriert
| Erstellt am 12.12.2005 - 14:14 | |
Jack und Luke saßen beide im Eingangsbereich der Mall rum und schwiegen sich an: Luke auf dem Brunnenrand und Jack auf der untersten Treppenstufe. Sie hatten zwar zur Kenntnis genommen, daß der andere in der Nähe saß, aber sie beachteten einander nicht. Beide kamen sie sich überflüssig in all dem Weihnachtsrummel vor; beide kamen sie sich überflüssig in der Mall vor. Beide waren wegen Ellie geblieben, die jedoch voll an den Vorbereitungen für das Fest engagiert war. "Und", brach Jack schließlich doch das gespannte Schweigen. "Was hast du jetzt vor?" Luke hob kaum den Kopf. "Keine Ahnung. Was hast du vor?" "Weiß nicht", murrte Jack. Wieder Stille. Dann: "Was soll das ganze überhaupt?" Luke zuckte die Schultern. "Mußt du wissen. Die Mall war bereits dein Zuhause, bevor ich kam." "Es geht nicht darum", gab Jack aufgebracht zurück. "Ich will nur, daß Ellie glücklich wird. Aber wenn du es bist, der ihr zu ihrem Glück verhilft, bin ich nur im Weg! Weshalb sollte ich dann hier bleiben?" "Ja, denkst du, mir geht es anders?!" Luke schlug mit der Faust auf den Brunnenrand. "Ich bin der Meinung, nur du kannst Ellie glücklich machen. Ich hätte längst weggehen sollen, um euch das alles zu ersparen..." "Ach, jetzt fällt dir das ein?!" Jack konnte einen Hauch von Zynismus nicht unterdrücken. "Jetzt, wo es zu spät ist?" "Es ist nie zu spät..." "Hat Zoot dir das gesagt?" "Jack!" Luke blickte auf. "Werd nicht unfair, bitte!" "Ich soll unfair werden? Ich?" Jack schnaubte wütend. "Wer hat seinen besten Freund wegen der Chosen verloren? Wer hat seine einzige Freundin AN einen Chosen verloren? Soviel ich weiß, warst das NICHT du!" "Es tut mir ja leid", Luke stützte das Gesicht in die Hände. "Ich wollte das alles nicht. Es ist einfach passiert..." "Mhm..." Jack trommelte nervös mit den Fingern am Treppengeländer rum. "Sie hat mich vom ersten Tag an fasziniert", fuhr Luke fort. "Ihre Stärke, ihr Mut, die Chosen im Geheimen zu bekämpfen, und daß sie die Hoffnung nie aufgegeben hat. Sie ist ein lieber Mensch, Jack, und ich finde, du hast sie verdient." "Tze... Daran hättest du früher denken müssen." "Ich hab viele Fehler gemacht, das stimmt. Darunter waren welche, die nie wieder gut zu machen sind, aber ich schwöre dir, ich werde versuchen das mit Ellie wieder hin zu kriegen! Bitte, du mußt mir glauben." "Würde ich gern. Aber wie soll ich dir glauben? Nach all dem, was du getan hast?" "Vertrau einfach in das Gute, Jack." antwortete Luke leise. "Nicht in Zoot oder sowas - sondern hoffe einfach weiterhin, daß alles gut wird..."
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Corvin unregistriert
| Erstellt am 16.12.2005 - 20:34 | |
Salene sah sich erstaunt um, als sie sah, wohin Lex sie geführt hatte: zu einer Kirche. "Was... Was hat das zu bedeuten?" fragte sie verwirrt. "Gehen wir rein?" fragte Lex zurück. "Ich war lange nicht mehr in so einem Gebäude..." "Okay." Salene verstand zwar immer noch nicht, was Lex ausgerechnet hier wollte, aber sie dachte sich, er würde schon wissen, was er tat. So drückte sie die Klinke der schweren Holztür hinunter und stieß die Tür auf. Lex folgte ihr, als sie die Kirche betrat. Salene ging automatisch den Mittelgang entlang, bis sie vor dem großen Kreuz stand, welches ganz vorne angebracht war. Lex hockte sich dicht vor die Absperrung und schaute sich um. Die Sonne, die durch die bunten Glasfenster schien, ließ Lichtflecken in verschiedenen Farbtönen auf dem Boden und an den Wänden erscheinen. Nach einigen Minuten ergriff Lex das Wort. "Salene", fragte er leise. "Du weißt, was es bedeutet, innerlich einsam zu sein, nicht wahr?" Sie nickte nur, und ihre Augen wurden wieder feucht. "Ich versteh einfach nicht..." "Shhh..." Lex berührte sanft ihren Arm, als sie sich neben ihn setzte. "Ich weiß wie du dich fühlst. Ich habe sehr oft im Leben das selbe gefühlt. Auch, als ich klein war." "Du meinst deinen Vater?" "Ja. Aber ich habe nie aufgegeben, verstehst du? Ich... Ich habe mir ein Ziel gesetzt - ein eigenes, ganz persönliches Ziel, das ich verfolgt habe, bis ich es erreicht hatte. Es waren mehrere Ziele hintereinander, und so habe ich, zumindest nach außen hin, meinen Stolz bewahrt. Dennoch habe ich auch viel falsch gemacht. Ich habe andere ausgenutzt, und sogar die Zuneigung und Liebe anderer. Was wahre Freundschaft bedeutet, habe ich meistens nur einseitig erfahren... Zu nehmen, ohne zu geben, ist keine wahre Freundschaft, Salene. Du aber hast im Leben viel mehr gewonnen als ich!" "Findest du?" "Allerdings. Ryan liebt dich wirklich, Salene, und ich bin sicher, daß er dein Verhalten versteht, wenn er die ganze Geschichte erfährt." Lex stützte nachdenklich das Kinn in die Hand. "Und weshalb sollte er dir Vorwüfe machen, weil du das Kind verloren hast? Genau deswegen hast du doch so gehandelt, weil du Angst hattest, daß deinem Baby etwas passiert! War es nicht so?" "Doch." Salene seufzte. "Na also. Als Zandra damals starb, mit unserem ungeborenen Kind im Bauch, war ich dermaßen wütend auf alles und jeden, am meisten jedoch auf mich selbst. Weil ich ihr nie das gegeben hab, was sie eigentlich verdiente. Ich habe sie nur wegen ihrem tollen Aussehen geheiratet, nicht aus Liebe. Trotzdem vermiß ich sie heute, Zandra und das Baby. Ich sehne mich danach, ihr das zu geben, was ich in der Zeit mit ihr versäumt habe, ihr zu geben: meine Freundschaft und Liebe. Du hast das oft gegeben, Salene. Denk nur allein an Brady, Patsy und Cloe." "Stimmt." Salene runzelte kurz die Stirn. "Ich habe versucht, da zu sein, als sie niemanden hatten." "Du hast es nicht nur versucht", erwiderte Lex ernst. "Du WARST für sie da, und es wurde dankbar geschätzt... Naja... Mit Ausnahme von Trudy, am Anfang. Aber danach habt ihr euch wieder vertragen, oder?" "Trudy hat mir erklärt, weshalb sie sich so verhalten hat", sagte Salene. "Sie fühlte sich einfach überfordert, in allem. Sie mußte zuerst mit sich selbst klar kommen..." "So wie jeder von uns", bestätigte Lex. "Trudy hat dafür lange gebraucht - die Chosen haben ihre Unsicherheit und ihre Ängste ausgenutzt, deshalb das ganze Getue von wegen 'Verehrte Mutter', nehme ich an. Jedenfalls hat sie es uns so erklärt, und es klang mehr als nur ehrlich. Aber was ich sagen will, ist: Jeder einzelne von uns hat Sorgen und Ängste, von denen er einige nicht wagt mit anderen zu teilen. Dennoch gibt es eine Zukunft, Salene. Deshalb sind wir hier! Ich dachte auch, nachdem Zan gestorben war, nun ist alles vorbei, nichts hat mehr einen Sinn. Mir war eine Zeitlang alles egal, am wenigsten hab ich mich um mich selbst gekümmert. Aber ich habe den Sinn meines Lebens wieder entdeckt! Tai San hat mir dabei sehr geholfen, doch nicht nur sie war es, sondern alle Mallrats. Im vergangenen Jahr habe ich soviel gelernt, was mir vorher überhaupt nicht bewußt war: wie wichtig der Zusammenhalt eines Tribes ist, wie wichtig die Selbstachtung ist. Du, Süße, bist gerade erst dabei es zu lernen. Jeder Mensch braucht unterschiedlich lang dafür und begreift auf unterschiedliche Weise. Bitte mach dich nicht selbst fertig, Salene!" Salene sah Lex lange schweigend an. Schließlich meinte sie: "Ich kann kaum glauben, daß diese Worte von dir kommen, Lex. Das letzte Mal hast du so ähnlich geredet, als du... Als es dir nicht besonders gut ging..." "Als ich besoffen war, meinst du wohl." Lex schwieg einen Moment und fuhr dann fort: "Auch ich habe Gefühle", er schluckte und strich sich nervös eine schwarze Haarsträhne aus der Stirn. "Ich zeige sie nur nicht oft." "Das solltest du aber, Lex." Salenes Stimme zitterte, aber diesmal nicht vor Tränen, sondern vor unterdrücktem Erstaunen. "In dir steckt viel mehr, als wir bisher auch nur geahnt haben." "Das hat Alice auch zu mir gesagt." Lex hob den Blick und sah Salene in die Augen. "Ich selbst denke, ich habe Dank ihr, Tai San und den anderen Mallrats bereits einen kleinen Bruchteil des Weges hinter mir, der noch vor mir liegt. Ich wäre allerdings froh, diesen Weg nicht allein gehen zu müssen. Wenn du möchtest, warte ich auf dich, damit wir uns gegenseitig helfen können." Sie nicke. "Und - Salene?" "Ja?" "Bitte erzählt keinem von dieser Unterhaltung. Das würde meinem Ruf schaden!"
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Corvin unregistriert
| Erstellt am 20.12.2005 - 18:51 | |
Nein, weiter nach rechts", rief Ebony. "Nach rechts, Tally! Und noch ein Stückchen nach oben!" Tally streckte sich und befestigte den riesigen Weihnachtsstern, der einst wohl als Schaufensterdekoration hergehalten hatte, an der Wand über der Bühne. Ebony drehte sich um und rief Andy und Ellie zu: "Wie kommt ihr mit den Lichterketten klar?" "Null Problemo!" Andy grinste sie an. "Das war echt 'ne Superidee von dir, aus den alten Lagerhallen der Kaufhäuser das ganze Zeug zu holen." "Tja." Ebony nahm eine Glitzergirlande aus eine der Kisten, stieg auf einen Stuhl und hängte die Girlande an die Decke. "Man muß sich nur in der Stadt auskennen..." Ein Lächeln huschte über Ellies Lippen. Noch vor einer knappen Stunde hatte Ebony die vier anderen mehr widerwillig zu einem Stadtviertel geführt, wo noch nicht alle Geschäfe restlos geplündert waren. Einiges hatten sie auch aus dem alten Hotel geholt, wo früher die Locos gehaust hatten. Und jetzt war Ebony, genau wie die anderen drei, mit vollem Eifer dabei, den großen Partyraum zu dekorieren. "Also ich finde, Sterne und Girlanden haben wir jetzt genug", meinte Trudy. "Was könnte man denn noch gebrauchen?" Andy und Tally sahen sich fragend an. "Einen Weihnachtsbaum!" fief Andy. "Früher, Zuhause, hatten wir jedes Jahr einen!" Ebony zog die sekundenlang die Augenbrauen kraus und schaute zu Ellie und Trudy hinüber. "Wir sind hier in der Stadt", meinte sie dann. "Hier gibt es doch kaum Bäume." "Im Park schon", widersprach Tally. "Da gibt es sogar kleine Tannen!" "Nun, das würde unserem Baumfreak Pride aber nicht gefallen, wenn wir einfach so einen fällen würden!" "Wir können ihn ja auch ausgraben", rief Andy. "Ach bitte, Ellie, Trudy, sagt doch ja!" Trudy wußte nicht so recht, was sie antworten sollte, und auch Ellie schien ratlos. Ebony hielt scheinbar einen Weihnachtsbaum für Kinderkram, doch für die Kinder gehörte er einfach zum Weihnachtsfest dazu. "Ich stiefel doch jetzt nicht zum Park, nur um irgend einen Baum auszubuddeln!" Ebony betrachtete kopfschüttelnd Tally und Andy. "Das dauert erstens ewig, und zweitens - was soll dieser Aufstand überhaupt?" Andy verschränkte die Arme, und Tally zog einen Schmollmund. "Das ist gemein! Früher hatten wir immer einen Weihnachtsbaum!" Ebony rollte die Augen. "Aber jetzt ist heute! Die Welt hat sich verändert, und..." "Muß sich deshalb auch Weihnachten ändern?" rutschte es Ellie heraus. "Garantiert wird kein Weihnachtsmann erscheinen", spottete Ebony auf ihre gewohnte Art. "Da könnte genausogut Zoot aufkreuzen und dem Guardian einen Heiratsantrag machen!" Trudy warf ihr einen vorwurfsvollen Blick zu, beschloß jedoch dann, nicht auf Ebonys sarkastische Andeutung einzugehen. Stattdessen sagte sie: "Mir fällt da was ein - ist unten in der CD-Abteilung nicht diese große eingetopfte Palme?" "Ja, die ist da noch, warum?" fragte Ellie. "Wieso nehmen wir nicht die als Weihnachtsbaum", schlug Trudy vor. "Eine Palme ist fast so groß wie ein Tannenbaum, sie ist grün, und man kann sie ebenso festlich dekorieren!" "Wow, was dir alles einfällt, Trudy", rief Ellie überrascht. "Das ist spitze!" posaunte Andy heraus. "Hm, keine schlechte Idee", gab auch Ebony zu, und ihre Munwinkel zuckten. "Der Baum ist wenigstens schon eingetopft..." "Okay, dann sind alle einverstanden?" erkundigte sich Trudy noch einmal. Ellie und Ebony nickten. "Jaaaa!" Tally und ihr Bruder schlugen ein. "Na dann kommt", Trudy lächelte. "Ja, holen wir das Grünzeug", stimmte Ebony zu.
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Corvin unregistriert
| Erstellt am 23.12.2005 - 21:14 | |
KC warf Cloe eine weitere CD zu, die sie geschickt auffing. "Können wir die gebrauchen?" "Nein, da sind keine Weihnachtslieder drauf." Cloe schüttelte den Kopf. "KC, das ist Heavy Metal!" "Warum nicht?" KC grinste. "Wär doch cool!" "Na wenn du meinst..." Cloe kicherte. "Haben wir überhaupt genügend Batterien für den CD-Player?" wollte KC wissen. "Klar, wir haben doch einen ganzen Haufen gesammelt, extra für heute! Jetzt müssen wir uns aber um die Musik kümmern." "Also in diesem Regal hab ich schon alle CDs durch", sagte KC bedauernd. "Da sind keine Weihnachts-CDs bei..." "Dann müssen wir wohl oder übel Heavy Metal nehmen!" erwiderte Cloe gespielt ernst. "Heavy Metal?" Ellie, die gemeinsam mit Trudy, Andy, Tally und Ebony hereingekommen war, sah die beiden halb lachend, halb entsetzt an. "Das ist nicht euer Ernst!" "Oh doch!" KC nickte - und er meinte es wirklich ernst. "Wir finden einfach keine Weihnachtslieder", erklärte Cloe die Lage. "Wir haben schon jedes Regal mindestens zweimal abgesucht..." "Guckt mal, was wir gefunden haben!" Andy und Tally kamen aus einem der Nebenzimmer, eine riesige Kiste schleppend. "Lauter Weihnachtszeug für den Baum!" Ebony und Trudy hatten unterdessen zu zweit die eingetopfte Palme hochgehievt. "Ellie, wäre nett, wenn du uns helfen würdest!" ließ Trudy vernehmen, denn auch wenn sie zu zweit waren, konnten sie und Ebony den Baum kaum heben. "Oh, ja, ich komme!" Ellie packte mit an, und wenig später konnte man eine wandelnde Palme mit sechs Beinen beobachten, die im Partyraum verschwand. Tally und ihr Bruder schleppten die Kiste mit der Tannenbaumdekoration hinterher. "Also, was machen wir jetzt?" Cloe sah KC fragend an, doch bevor dieser antworten konnte, ertönte von außerhalb der CD-Abteilung Jacks Stimme: "Hör endlich auf mir nachzurennen!" "Ich? Dir nachrennen?" Luke klang genau wie Jack äußerst genervt. "Ich renn dir nicht nach - du rennst mir nach!" "So ein Blödsinn! Was willst du eigentlich von mir? Hast du nicht schon genug angestellt?" "Ich sagte doch schon, ich werde es wieder gut machen!" "Dann laß mich gefälligst in Ruhe!" "Mach ich doch!" KC tauschte mit Cloe einen Blick; dann sprang er auf und lief nach draußen zu den beiden Streithähnen. "Hey, könnt ihr uns vielleicht helfen? Cloe und ich sind bei der Party DJs, aber wir finden keine Weinachts-CDs." "In den Lagerräumen sind vielleicht welche", gab Jack mürrisch zur Antwort. "Schau da nach..." "Und was ist mit der Beleuchtung?" fiel es Cloe ein. "Jack, nur du kennst dich mit dem Elektronik-Kram aus!" "Ich hab vielleicht andere Probleme! Zum Beispiel das da!" Er deutete auf Luke. "Ihr benehmt euch schlimmer als Tally und Andy", bemerkte KC trocken. "Als ob du viel Wert auf Weihnachten oder Moral legen würdest", brummte Luke. "Rede du nicht von Moral!" brauste Jack auf. "Wer hat denn Ellie verführt?" "Jetzt seid endlich ruhig!" Cloe drängte sich zwischen die beiden. "Es gibt noch so viel zu tun, und ihr habt nichts anderes im Sinn, als euch zu streiten! Ihr könntet auch mal was vernünftigeres machen, findet ihr nicht auch? Luke!" Sie sah ihn an. "Du kannst doch gut organisieren, nicht wahr? Und du, Jack, bist der geborene Bastler und Techniker. Wie wäre es, wenn ihr zur Abwechslung mal zusammenarbeitet, ohne euch gegenseitig ständig auf die Füße zu treten?" "Wobei soll ich bitte mit dem zusammenarbeiten?" Jack musterte Luke abfällig. "Die ganze Beleuchtung zum Beispiel. Nicht nur der Partyraum, auch die übrigen Mall und draußen am Haus! Sollen wir Weihnachten im Stockfinsteren feiern?" "Ich könnte die alte Disco-Light-Anlage wieder aufmöbeln", meinte Jack achselzuckend, "aber was den Rest betrifft..." "Ähm... Ich weiß, wo Fackeln sind. Die könnten wir draußen aufstellen oder an den Wänden anbringen", warf Luke vorsichtig ein. Jack sah ihn an, und Cloe gab ihm mit einer Geste zu verstehen, daß er weiterreden sollte. "Na ja", fuhr Luke unsicher fort, "wir könnten statt elektronischem Licht auch Kerzen nehmen..." "Hm, stimmt." Jack legte stirnrunzelnd die Hand ans Kinn. "Also das mit den Fackeln ist wirklich gut, finde ich. Aber wie bringen wir die dann an den Wänden an?" "Dort wo die Fackeln sind, gibt es auch entsprechende Halterungen dafür", erklärte Luke. "Die können mit einem Bohrer..." Cloe grinste und winkte KC zu sich heran. "Ich glaub wir lassen die beiden jetzt mal in Ruhe", flüsterte sie ihm zu. "Komm, wir sehen im Lagerraum nach, ob dort noch CD's rumliegen."
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Corvin unregistriert
| Erstellt am 24.12.2005 - 11:54 | |
Amber hatte soeben das Backblech mit den fertigen, noch heißen Plätzchen zum Abkühlen auf den Küchentisch gestellt. "Finger weg, Bray!" rief sie, als sie aus den Augenwinklen sah, wir ihr Freund sich 'rein zufällig' in die Nähe der Plätzchen begab. "Die sind für heute Abend!" Pride, der mit Tai San damit beschäftigt war, das Gemüse für den Auflauf vorzubereiten, grinste: "Bray, die Naschkatze..." "Solange er nach der Party keinen Kater hat", spottete May, die am Tisch saß und bei den späteren Bratäpfeln das Kerngehäuse rausschnitt und sie mit Rosinen, Mandeln und Honig füllte. "Alice", rief Amber hinaus in den Flur, "der Ofen ist jetzt frei! Du kannst den Braten bringen." Alice betrat die Küche und lächelte etwas verlegen. "Da gibt es ein Problem... Irgendwie tun mir plötzlich die Gänse leid..." Pride sah sie erstaunt an. "Ich denk du bist auf 'ner Farm großgeworden? Da ist so etwas doch Alltag..." "Ja, eben das wundert mich ja auch", gab Alice zu, "aber seit Andy die eine Gans Ferdinand genannt hat, und Tally die andere Gans Mathilde, bring ich es einfach nicht übers Herz, die beiden Vögel braten zu wollen, geschweige denn rupfen..." "Oh je", Amber lächelte. "Genauso war das damals mit Cloes Huhn Henrietta - bis Lex es gegessen hat... Cloe hat damals so geweint..." "Tja, dann müssen wir unser Menü eben umgestalten", schlug Tai San vor. "Statt Braten können wir ja auch Tofu essen..." "Tofu?" Bray verzog angeekelt das Gesicht. "Bitte nicht! Alles, nur nicht Tofu!" "Da muß ich dir recht geben." Auch May sah alles andere als begeistert aus. "Tai San, wie kommst du bitte auf Tofu? Das ist ja grauenhaft!" "War ja nur ein Vorschlag..." Tai San zuckte die Schultern. "Natürlich bevorzuge ich auch natürliche Sachen, wie zum Beispiel frischen Salat, aber sowas ist ja nicht jedermanns Geschmack." "Aber was machen wir denn jetzt wirklich?" erkundigte sich Alice. "Der Braten sollte doch der Höhepunkt des Menüs werden, und in weniger als drei Stunden beginnt die Party!" "Wie wäre es mit gebratenem Fisch und anschließend Käseplatte?" fiel es Pride ein. Amber schüttelte den Kopf. "Pride, wo willst du in der Stadt bitte auf die Schnelle Fisch herkriegen? Wir sind leider nicht mehr bei den Gaians." "Hm, stimmt auch wieder..." Ratlos schauten sich alle an. "Ich hab's" rief May plötzlich aus. "Wie wäre es denn mit Nudeln? Die mag so gut wie jeder - und mit Gemüse dazu?" "Du meinst, unser Gemüseauflauf wird dann als Beilage zu den Nudeln angeboten?" überlegte Tai San. "Ja, warum eigentlich nicht?" "Man kann ja auch verschiedene Nudelsorten nehmen und zusammenwerfen", ging Amber ebenfalls auf Mays Vorschlag ein." "Ja", stimmte Bray zu. "Ich könnte versuchen, die Soße aus pürierten Tomaten und ein paar Fertigmischungen zu mixen." "Die Idee ist phantastisch!" rief Alice anerkennend, und auch Pride pflichtete bei: "Ja, bei Nudeln können wir uns sicher sein, daß sie jedem schmecken!" "Also dann, worauf warten wir noch?" May erhob sich vom Stuhl. "Auf, zur Nudelsuche!" Somit machten Amber, May, Alice und Bray sich auf, zwischen den Fertiggerichten im Lagerraum die nötigen Sachen herauszusuchen.
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Corvin unregistriert
| Erstellt am 26.12.2005 - 16:39 | |
Als Salene eine halbe Stunde später zurück in die Mall kam, duftete es bereits im ganzen Haus nach Essen. Amber, die mit zwei Dosen Spaghettisoße in den Händen gerade den Flur durchquerte, bemerkte sie, und wollte wissen, ob es ihr jetzt besser ginge. "Ja, danke", gab Salene zur Antwort. "Ich hab mit Lex geredet und über vieles nachgedacht. Vielleicht hab ich das einfach mal gebraucht..." Sie lächelte ein bißchen. "Und wo ist Lex jetzt?" fragte Amber. "Er wollte noch etwas erledigen gehen, aber er wollte bis heute Abend zurück sein." Amber grinste. "Wahrscheinlich hat er Angst, bei den Vorbereitungen mithelfen zu müssen und hat sich deswegen abgesetzt... Na ja, ist egal, wir kommen auch so zurecht, ohne ihn." "Kann ich euch vielleicht noch bei irgend etwas helfen?" erkundigte sich Salene. "Ja, wir haben noch keinen, der die Nachspeise vorbereitet. Wir haben zwar Bratäpfel, aber für einen richtigen Nachtisch konnten wir uns noch nicht entscheiden." "Haben wir im Vorratslager nicht noch Puddingpulver und Sprühsahne?" "Ja, hab ich eben dort gesehen", rief Bray, der soeben, vollkommen mit Nudelpackungen beladen, an den Mädchen vorbeiging. "Ich denke, daraus läßt sich was machen", meinte Salene. "Ich schau mal nach, was ich gebrauchen kann." Mit diesen Worten verschwand sie in Richtung Lagerraum, wo sie prompt auf Tally, Andy und Trudy traf. "Oh, helft ihr auch beim Kochen?" "Nein", Andy schüttelte den Kopf, "wir dekorieren den W..." Er erntete einen Rippenstoß von Tally, die fortfuhr: "Wir dekorieren den Partyraum, zusammen mit Ebony, Trudy und Ellie." "Ach so..." Salene nahm ein paar Päckchen Puddingpulver aus dem Regal, griff nach der Sprühsahne und ging wieder hinaus. "Fast hättest du unsere Überraschung verraten", motzte Tally ihren Bruder an. "Entschuldigung, war keine Absicht", verteidigte Andy sich. Trudy ging dazwischen, bevor die Geschwister sich anfingen zu streiten. "Also, woran habt ihr denn gedacht, was ihr außer den Dekorationen am Baum aufhängen wollt?" "Süßigkeiten!" rief Tally. "Ja, und Nüsse!" warf Andy aufgeregt ein. "Gut, da drüben steht ein Korb." Trudy deutete in eines der unteren Regale. "Am Besten ist, ihr tut die gesammelten Süßigkeiten - oder auch Nüsse - dort hinein. Dann müßt ihr nicht alles einzeln in den Partyraum tragen." Voller Begeisterung fingen die Geschwister an, die Regale nach den gewollten Naschereien abzusuchen. Trudy half ihnen dabei. Nach einer Viertelstunde war bereits der halbe Korb voll mit Lutschern, Schokoladentafeln, Schoko-Eiern, Kaugummis, Gummibärchen und Lakritzschnecken. Andy hatte sogar drei Packungen gemischter Nüsse gefunden, und Tally hatte in den oberen Reihen eine Packung buntgeringelter Zuckerstangen entdeckt. Fröhlich Jingle Bells vor sich hinpfeifend, trugen die drei ihre Ausbeute in den Partyraum.
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Corvin unregistriert
| Erstellt am 28.12.2005 - 13:25 | |
Puh, endlich haben wir's geschafft!" Jack und Luke stellten die Verstärkeranlage, die sie an den tragbaren, batteriebetriebenen CD-Player anschließen wollten, ab. "Hast du die Discolights schon kontrolliert?" fragte Luke. Jack nickte. "Ja, hab ich. Funktioniert einwandfrei!" Ebony, die noch schnell eine letzte Girlande, die an der Decke hing, mit Glitzersternchen besteckt hatte, drehte sich zu ihm um: "Sag mal... Wozu sind eigentlich die ganzen Laternen in Sternform gut, die du hier überall aufgehängt hast? Ist es nicht ein bißchen gefährlich, da Kerzen reinstellen zu wollen? Die Dinger hängen dann ja schließlich in der Luft!" "Das Problem ist schon gelöst!" Ellie kam in den Partyraum, in der Hand mehrere Laternenstäbe schwenkend, die auch durch Batteriebetrieb zum Leuchten gebracht werden konnten. "Der Lagerraum ist die reinste Fundgrube, was Elektrosachen betrifft!" "Das hätte ich dir auch sagen können", grinste Jack. "Seid ihr bald fertig da drinnen?" hörte man plötzlich Brays Stimme vom Flur aus. "Die ersten Gäste kommen schon!" "Himmel, die Kerzen für den Baum!" rief Trudy aus. Ebony sprang von der Leiter. "Tally, Andy, ihr geht mit Trudy passende Kerzen suchen! Ich häng die restlichen Süßigkeiten und Figuren am Baum auf." "Danke!" Trudy nickte ihr zu, und zusammen mit den Kindern lief sie hinaus, um kleine Kerzen für die Palme aufzutreiben. Im Vorbeilaufen bemerkte sie Tai San und Salene auf dem Flur, die die letzten Servietten als Dekoration für den langen Buffet-Tisch zu fächerähnlichen Gebilden falteten. "Wie viele Gäste sind denn schon da?" erkundigte sich Trudy. "Ungefähr fünf!" war Tai Sans Antwort. "Braucht ihr mit dem Buffet noch Hilfe?" "Nein, danke sehr! Wir sind gleich fertig." "Ja, die Nachspeise kommt später auf einen Extra-Tisch", erklärte Salene. Amber kam aus der Küche und blickte fragend in die Runde. "Sagt mal, hat jemand von euch Lex gesehen?" Allgemeines Kopfschütteln. "Glaubt ihr, ihm ist etwas passiert?" fragte Salene vorsichtig. "Unsinn!" Trudy schüttelte den Kopf. "Der wird sich irgendwo vergnügen, wie immer, wenn er sich vor der Arbeit drückt..." Andy und Tally, die vorausgelaufen waren, hatten in verschiedenen Zimmern der Mall kleinere Kerzen gefunden, die sie jetzt, beide Hände voll, Trudy zeigten. "Meinst du, die reichen?" "Sicher", Trudy lächelte. "So viele brauchen wir auch gar nicht. Ich hab nämlich schon eine Idee, was genau wir damit machen... Kommt mit!" Die Geschwister folgten Trudy. Zurück im Partyraum, sahen sie, daß Ebony auf der Leiter stand und gerade das letzte Schmuckstück für die Weihnachtspalme auf die Spitze des Baumes setzte: Den großen Stern aus weißem Tonpapier, den die Kinder mit silbernem und goldenem Glitzerspray übersprüht hatten. Nun kamen auch Cloe und KC mit einer ganzen Kiste voller CDs. "Wir haben die halbe Stadt abgeklappert", erklärte Cloe, während sie sich eine widerspenstige Haarsträhne aus dem Gesicht strich. "Aber wir haben gefunden, wonach wir gesucht haben!" KC zeigte den anderen stolz eine CD mit dem Titel: [I]Christmas Rock'n Roll.[/I] "In der Kiste sind noch mehr, ganz verschiedene." fügte er hinzu. Cloe grinste ihn an. "Sogar Heavy-Metal-Weihnachtslieder..." Sie legte eine CD ein und drückte auf die Play-Taste. "Luke, probier mal, ob der Verstärker funktioniert!" bat Jack. Luke schaltete das Gerät ein. Sofort ließ der scharfe Heavy-Metal-Bass die Halle erzittern. "Mach das leiser!" brüllte Ellie dagegen an, und Cloe beeilte sich, den CD-Player leiser zu stellen. "Okay, wie wir alle hören konnten", Jack rieb sich das Ohr, da er genau neben einer der großen Boxen gestanden hatte, "sind sämtliche Geräte funktionsfähig..." "...und sämtliche elektronischen und kerzenähnliche Lichter ebenfalls", schloß Luke zufrieden. "Und wir sind auch fertig", rief Trudy und deutete auf die große Topfpalme: Sie war überall mit Lametta, Weihnachtsfiguren, Süßigkeiten, versilberten und vergoldeten Nüssen, Sternenketten und Glitzergirlanden behangen. Ganz unten, in der Erde des großen Tontopfes, steckten im Kreis um den Stamm des Baumes viele kleine Kerzen, die nur darauf warteten, angezündet zu werden. Tally und Andy grinsten vor Aufregung und Stolz übers ganze Gesicht. Auch über Ebonys Lippen huschte ein Lächeln, als sie die glücklichen Gesichter der Kinder sah. "Tja, dann kann die Party ja steigen!" meinte KC.
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Corvin unregistriert
| Erstellt am 29.12.2005 - 12:57 | |
Und die Party stieg! Es war ein voller Erfolg. Mehrere Gäste aus befreundeten Tribes waren gekommen, wie zum Beispiel den Gaians oder den Gulls. Alle waren begeistert von der Weihnachts-Palme, die leuchtend und funkelnd in der Mitte des großen Raumes stand und sätmliche Blicke auf sich zog. Das Buffet, welches bereits am Anfang des Festes eröffnet worden war, damit sich jeder zwischendurch, wenn er wollte, etwas zu Essen oder zu Trinken holen konnte, war nach einer Stunde an manchen Ecken und Enden fast leergegessen. Salene hatte verschiedene Puddingsorten mit Schoko-, Vanille- und Erdbeergeschmack in kleine Schüsseln gefüllt und mit Sprühsahne und Schokoraspeln garniert, und auch von dieser Nachspeise waren bereits einige Schüsselchen leergefuttert worden. Daß Tally und Andy beide auf einmal Schokoschnuten hatten, störte allerdings keinen. Amber stand am Rande des Partyraumes und ließ sich gerade eine Schoko-Ei schmecken, als Bray leise hinter sie trat und sie sanft zu sich umdrehte. "Fohe Weihnachten, Schatz!" Er hielt ihr eine kleine, quadratische Schachtel vor die Nase. "Für mich?" fragte Amber erstaunt. "Ja - mach sie doch auf." Bray lächelte sie an. Behutsam nahm Amber den Deckel der kleinen Schatulle ab. Sie schluckte und starrte ungläubig auf den Inhalt. "Bray!" Sie war so überrumpelt, daß sie nicht wußte, ob sie ihm jetzt um den Hals fallen sollte oder nicht. So vorsichtig, als könnte sie ihn zerbrechen, nahm sie den Silberring aus der Schachtel. "Soll das etwa heißen, das...?" Er beugte sich vor und sah ihr tief in die Augen. "Ja, Amber. Willst du mich heiraten?" "Oh Bray!" Sie fiel ihm jetzt wirklich um den Hals. "Natürlich will ich das! Jetzt sogar doppelt, wo ich doch unser Kind bekomme!" Er nahm sie zärtlich in die Arme. "Ich liebe dich!" Er drückte ihr einen Kuß auf die Lippen. "Entschuldigung, ich möchte euch nicht stören", Alice war hinter Amber getreten und sah zwischen ihr und Bray hin und her. "Aber ich frage mich, was mit Salene ist." Sie zeigte hinüber zum Weihnachtsbaum, wo Salene ganz allein stand und die Kerzen betrachtete. "Sie sieht so einsam aus, da drüben..." "Als sie bei den Vorbereitungen geholfen hat, sah sie noch ganz glücklich aus", sagte Amber. "Ich habe mich wirklich gewundert, worüber sie mit Lex heute Morgen gesprochen hat..." "Wo steckt der überhaupt? Ist er etwa immer noch nicht aufgetaucht?" fragte Bray. Amber verneinte. "Hoffentlich ist ihm nichts passiert", begann nun auch Alice zu überlegen. "Lex stellt doch immer wieder was dummes an..." "Ho, ho, ho!" hallte plötzlich eine laute Stimme, wie durch ein Mikrophon, so daß alle sich erstaunt umsahen. KC rannte durch den Raum, flüsterte Cloe etwas zu, und die drehte die Musik leiser. Jack, der den Raum für kurze Zeit verlassen hatte, schlich sich unauffällig an Ellies und Lukes Seite. "Ho, ho, ho!" ertönte es abermals, und in der Tür erschien eine große Gestalt mit weißem Bart, roter Mütze und rotem Mantel. "Der Weihnachtsmann!" Tally und Andy rissen Mund und Augen auf vor Staunen. Amber sah Bray fragend an, doch dieser schüttelte den Kopf. Auch er hatte keine Ahnung, woher der Weihnachtsmann plötzlich kam, geschweige denn, wer hinter diesem Kostüm steckte. "Frohe Weihnachten wünsche ich euch allen!" rief die bärtige Gestalt mit tiefer, gemütlicher Stimme, und kam weiter ins Zimmer hinein. Alle hatten einen großen Kreis gebildet und starrten fasziniert zu dem Weihnachtsmann, der nun geradewegs zu der Weihnachtspalme stapfte. Genau vor Salene blieb er stehen. "Wie ich hörte, warst du dieses Jahr besonders brav!" Salene lächelte verwirrt und sah zu der großen Gestalt, die vor ihr stand, auf. Der Weihnachtsmann zwinkerte ihr zu. Plötzlich wußte Salene, daß sie die Stimme des Weihnachtsmannes kannte, und dann fiel ihr auch ein, woher. "RYAN!" schluchtzte sie überglücklich und fiel ihrem Freund um den Hals. Ryan nahm den weißen Bart ab. "Hey, Salene... Lang nicht mehr gesehen." Er umarmte sie zärtlich. Die anderen Mallrats standen da und starrten verwundert zu der Szene hin. Amber beugte sich zu Bray vor. "Der wirkliche Weihnachtsmann ist jemand anderes", flüsterte sie. Bray wandte den Kopf und schaute in die Richtung, in die Amber wies. Dort stand Lex, in den Türrahmen gelehnt, und sah lächelnd zu dem glücklich wiedervereinten Paar hinüber. Das blitzende Discolicht erlosch, und stattdessen war das Zimmer erfüllt vom Schein unzähliger Fackeln und Kerzen. Auch ein paar Sternlaternen warfen ihr Dämmerlicht in den Raum. Cloe fing ein Zwinkern von KC auf und legte den Schmusesong Stille Nacht, heilige Nacht ein. Und mitten zwischen den tanzenden Paaren waren Salene und Ryan, zusammengeführt von einem Jungen, der sich selbst und allen anderen klargemacht hatte, daß Weihnachten mehr als nur ein einfaches Fest ist: Das Fest der Liebe.
[CENTER]Ende[/CENTER]
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