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wortundbild unregistriert
| Erstellt am 24.02.2008 - 01:27 |  |
Diesen Zeitungskommentar vom vergangnenen Donnerstag möchte ich euch zugänglich machen:
Denkverbote helfen nicht
Von Dieter Lintz
Benelux, die Schweiz, bald wohl auch Frankreich: Die Zahl der mitteleuropäischen Länder, die Sterbehilfe, in welcher Form auch immer, erlauben, wächst.
Nicht, weil Sitten, Moral und Zivilisation dort verfallen. Sondern weil eine wachsende Mehrheit der Bevölkerung das Recht für sich in Anspruch nimmt, nicht um jeden Preis weiterleben zu müssen, wenn dem Betroffenen das Leben nicht mehr lebenswert erscheint. Und weil gleichzeitig der feste Glaube, das Leben sei ein Geschenk Gottes, über das der Mensch nicht verfügen dürfe, derart an Verbreitung verloren hat, dass er nicht mehr beanspruchen kann, die gesamte Gesellschaft zu binden.
Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Diskussion mit aller Macht auch in Deutschland ankommen wird. Irgendwann wird das historische Tabu, das durch den furchtbaren Missbrauch der Euthanasie hierzulande entstanden ist, seine Wirksamkeit endgültig verlieren. Und der Leidensdruck wird angesichts stetig steigender Lebenserwartung und immer neuer technischer Möglichkeiten der Lebensverlängerung wachsen.
Wer will, dass ihn diese Debatte nicht irgendwann wie eine Flutwelle überrollt, tut gut daran, keine Denkverbote aufzustellen oder Glaubensbekenntnisse abzuliefern. Gerade Sterbehilfe-Skeptiker sollten nicht reflexhaft mit der Moralkeule winken, sondern argumentieren. Zum Beispiel damit, dass hohe Hürden bei der Sterbehilfe auch eine Versicherung dagegen sind, dass der Tod irgendwann als Vorgang nach Kassenlage behandelt wird. Liebe Oma, lieber Patient, Du wirst uns zu teuer. Wie wär's mit sozialverträglichem Ableben? Gibt auch eine nette Prämie für die Nachkommen.
Klingt absurd? Vor ein paar Jahren erschien es auch undenkbar, dass der Anspruch auf ein künstliches Hüftgelenk vom Alter und der Zahlungsfähigkeit abhängt. Das ist inzwischen anderswo in Europa längst Praxis.
Wer will, dass die Menschen sich nicht aus Angst auf die aktive Sterbehilfe stürzen, muss dafür sorgen, dass es Alternativen gibt. Palliativmedizin, offensive Schmerzbekämpfung auch im ambulanten Bereich, Hospize. Nicht als ferner Stern am Horizont, sondern jetzt und für jeden, der es beansprucht. Er sollte auch akzeptieren, was die Palliativmedizin längst praktiziert: Dass in einem bestimmten Stadium die Wirksamkeit von Schmerztherapie wichtiger ist als die Lebenserhaltung.
Und, vielleicht das wichtigste überhaupt: Er muss das Recht Todkranker anerkennen, ihr Schicksal selbst zu bestimmen, so lange sie es aus eigener Kraft können. Dazu gehört auch das Abschalten von Geräten aufgrund von Patientenverfügungen. Es wäre hilfreich, wenn vor allem die Kirche sich in diesem Bereich bewegen würde.
Wenn all das gewährleistet ist, besteht vielleicht eine Chance, zu vermeiden, was aktive Sterbehilfe unvermeidlich mit sich bringt: dass Menschen, die weiterleben, die Verantwortung für den Tod anderer Menschen übernehmen müssen.
Quelle: Trierischer Volksfreund, 21.2.2008
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Lavida 

Status: Offline Registriert seit: 14.12.2006 Beiträge: 3915 Nachricht senden | Erstellt am 01.03.2008 - 17:52 |  |
Wer wünscht sich nicht in Würde zu sterben?
Es ist nicht die Angst vor den Schmerzen, die werden heute von fast allen Medizinern durch Morphium verhindert.
Es ist aus meiner Erfahrung mehr, die Angst vor dem nicht sterben können, weil es Geräte verhindern.
Es ist die Sorge, den Angehörigen diesen Anblick über Monate manchmal Jahre, zu ersparen.
Die Legalisierung der aktiven Sterbehilfe, halte ich für bedenklich. Ist sie ein Freifahrtsschein dafür, Schwerstkranke, pflegeintensive, kostenintensive Patienten, zu "entsorgen".
Ich möchte als Angehöriger auch nicht die Entscheidung, und die damit verbundene Verantwortung über Tod und Leben übernehmen.
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<Gästin> unregistriert
| Erstellt am 02.03.2008 - 10:35 |  |
Aus welchen Gründen sollte man einem todkranken Patienten den Wunsch nach Sterbehilfe verwehren?
Gästin Jutta
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Delfin unregistriert
| Erstellt am 02.03.2008 - 11:01 |  |
Liebe Lisa, für eine Legalisierung der Sterbehilfe würde ich auch nicht stimmen.
Die Gründe dafür hast du ja schon genannt und ich muss - leider - sagen,
dass diese Angst nicht unbegründet ist.
Was ich befürworte und unterstützen würde,
dass die Patientenverfügungen ernster genommen werden
und sich die Ärzte verpflichten, sich auch danach zu richten.
Und zwar OHNE, dass sie Angst vor Strafverfolgung haben müssen.
Leider ist es aber oft so,
dass diese Verfügungen rechtlich nicht anerkannt werden,
die Ärzte sich einem Gewissenszwiespalt befinden
oder die Familienangehörigen sich dagegen wehren,
die Geräte abzuschalten.
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<LiteraTour> unregistriert
| Erstellt am 25.04.2008 - 13:57 |  |
Lebe Dein Sterben jetzt!
Es war 1999 als ich im Hospizdienst Da - Sein e.V. München an einem Fachvortrag über Altersvorsorgevollmacht, Betreuungs- und Patientenverfügung teilgenommen habe.
Die medizinischen, juristischen und ethischen Unsicherheiten wurden im Zusammenhang mit der Diskussion über aktive und passive Sterbehilfe in den letzten Jahren immer offensichtlicher.
Endlich 6 Jahre später hat das Bayerische Staatsministerium der Justiz 2005 eine Broschüre über Vorsorge für Unfall, Krankheit und Alter durch Vollmacht, Betreuungsverfügung, Patientenverfügung herausgegeben, die bundesweit Gültigkeit hat, und die ich persönlich für das Beste auf dem Gebiet halte, was zu diesem Thema zu finden ist.
Es ist ihnen, meines Erachtens, gelungen, eine allgemein verständliche Grundlage zu schaffen, damit wir als Patienten wieder selbst über unser Leben und Sterben entscheiden können. Die Broschüre wurde von einem interprofessionellen Arbeitskreis zusammengestellt, sodass die Vollmachts-, Betreuungs- und Patientenverfügungsunterlagen medizinisch und juristisch abgesichert sind.
Broschüren hier erhältlich
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Tagtraeumerin unregistriert
| Erstellt am 24.09.2008 - 12:18 |  |
Wohin mit Vater ?
Ein Buch, das auch zur Sterbehilfe gehört, denn oftmals können unsere Eltern zunächst nicht mehr in ihrer eigenen Wohnung bleiben, und wir haben keinen Platz. Was bleibt, ist die Suche nach einem Pflegeheim.
Leseprobe Wohin mit Vater - ein sohn verzweifelt am pflegesystem
Dieser Tag wird kommen. Für beinahe jede und jeden. Der Tag, an dem die alten Eltern nicht mehr können, krank werden, Pflegefälle sind. Alle Töchter und Söhne wissen, dass es irgendwann so weit sein wird, aber kaum jemand bereitet sich darauf vor. Und mit dem Tag X kommen Hilflosigkeit, Ohnmacht, Selbstvorwürfe: Was tun mit dem Vater, was tun mit der Mutter?
Ein Pflegeheim will man den Eltern ersparen, häusliche Pflege ist unbezahlbar – aber den Beruf und das eigene Leben aufgeben, um die Pflege selbst zu übernehmen?
In eindrucksvoller Offenheit erzählt der Autor das Drama einer Familie und berichtet, mit welchen grundlegenden Fragen er sich plötzlich konfrontiert sah.
Er schildert packend die Gewissenskonflikte und auch die bürokratischen Schwierigkeiten seiner Situation. Und er schlägt Alarm angesichts der Untätigkeit, mit der Gesellschaft und Politik vor einer der großen sozialen Fragen unserer Zeit stehen.
Pressestimmen
[Dieser Beitrag wurde am 24.09.2008 - 12:24 von Tagtraeumerin aktualisiert]
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Gestriger unregistriert
| Erstellt am 24.11.2008 - 08:22 |  |
Muss die Freitodhilfe, wie sie in der Schweiz praktiziert wird oder die aktive Sterbehilfe, wie sie in Holland legalisiert ist, auch in Deutschland legalisiert werden?
Aktive Sterbehilfe ist immer ein TUN eines anderen.
Nirgendwo anders ist ein Mensch so abhängig, so schwach und verletzlich wie in der Gesundheitspflege. Und gerade dort, sollte der Schutz des Lebens immer da sein.
Die Gesundheitspflege sollte es das letzte Gebiet sein, wo ein Mensch einen anderen tötet.
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<Gästin> unregistriert
| Erstellt am 24.11.2008 - 08:54 |  |
Die Frage ist, wie kann ich im Falle einer tödlichen Krankheit, vermeiden, dass ich langsam und qualvoll dahinsieche, bewegt mich seit dem Tod meiner Oma.
Eine Patientenverfügung gab es damals noch nicht.
Wer den Freitod, wie in der Schweiz wählt, ist für sich allein verantwortlich und zieht keine Angehörigen in die Schuldgefühle.
Aktive Sterbehilfe ist etwas anderes.
Ärzte möchten diese Schuld, einen Menschen vorsätzlich getötet haben,nicht auf sich nehmen.
Aus welchen Gründen sollte man einem todkranken Patienten den Wunsch nach Sterbehilfe verwehren?
Ich glaube, dass die moderne Medizin das Sterben verhindert.
Gästin Jutta
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<Christ> unregistriert
| Erstellt am 25.11.2008 - 19:39 |  |
Ein Herz steht still, wenn Gott es will....
Prediger 8, 8:
Der Mensch hat keine Macht, den Wind aufzuhalten und er hat keine Macht über den Tag des Todes.
Hiob 34,20
Plötzlich müssen die Leute sterben und zu Mitternacht erschrecken und vergehen; die Mächtigen werden weggenommen ohne Menschenhand.
1.Samuel 2,6
Der Herr tötet und macht lebendig
Psalm 90,3
Der Du die Menschen lässest sterben und sprichst: „Kommt wieder Menschenkinder!"
Psalm 90,5
Du lässest sie dahin fahren
Hiob 14,5
Im Voraus setzt Du fest, wie alt er wird, auf Tag und Mond hast Du es beschlossen
Psalm 54,6
Gott steht mir bei, der Herr erhält mein Leben.
Matthäus 6,27:
Wer ist unter euch, der seines Lebens Länge eine Spanne zusetzen könnte, wie sehr er sich auch darum sorgt?
In diesem Sinne bedenke jeder, dass er sterben muss und mache vorher Frieden mit Gott.
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Paula 

Status: Online Registriert seit: 23.04.2008 Beiträge: 1303 Nachricht senden | Erstellt am 25.11.2008 - 19:40 |  |
In diesem Sinne bedenke jeder, dass er sterben muss und mache vorher Frieden mit Gott.
Vielen Dank, Christ.
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