| Ersteller | Thema » Beitrag als Abo bestellen |  |
shellfire

Status: Offline Registriert seit: 24.02.2006 Beiträge: 10 Nachricht senden | Erstellt am 24.02.2006 - 19:31 |  |
Sehr geehrte Damen und Herren, meine Problematik sieht wie folgt aus: Ich habe sehr starke Hodenschmerzen und keiner weiß genau woher.Urologoisch ist alles abgeklärt und wurde nichts gefunden. Nun ist es bei mir der Fall dass mein ISG ständig rausspringt und bei mir folgendes Diagnostiziert wurde: LWK 3/4: Beginnde dorsale Bandscheibenprotrusion; keine absolute Spindelkanalstenose. LWK 4/5: Nach dorsal breitbasige Bandscheibenprotrusion, die sowohl links als auch rechts zu einer beginnenden Neuroformina führt. Allenfalls diskret beginnede Fecettengelenksarthrose. LWK 5 / SWK 1 : Medio-dorsale Bandscheibenprotrusion, keine absolute Spindelkanalstenose. Allerdings war ich bei einem Neurochirurgen, der mir sagte dass alle diese Vorfälle nicht so weit ausgeprägt seien dass der Nervenstrang davon betroffen sei. Wenn ich Sitze sind die Schmerzen eigentlich am schlimmsten und zwar was mich sehr wundert, oberhalb des STeißes und am unteren Ende des Steißes, sowie auch im rechten Hoden.Ich habe das Gefühl als säße ich nicht auf dem PO, sondern balancierte auf dem Steiß... Allerdings habe ich bereits "normale" KG versucht, nur wurden die Schmerzen dadurch nur schlimmer...Ich weiß langsam nicht mehr weiter, da die schmerzen nun seid September da sind und ich von Arzt zu Arzt geschickt werde und jeder denkt es sei etwas anderes ?!
LG
shellfire
|
|
|
DrLudwig 

Status: Offline Registriert seit: 03.06.2005 Beiträge: 272 Nachricht senden | Erstellt am 25.02.2006 - 08:16 |  |
Guten Morgen,
Ich gehe davon aus, daß ernsthafte Erkrankungen an Becken und LWS schon ausgeschlossen wurden. Die Beschwerden können von den benachbarten Strukturen ausstrahlen. Meist sind es myofasziale Triggerpunkte aus der LWS oder dem Gesäß-Becken-Hüftbereich. Diese Diagnose ist klinisch zu stellen.
Natürlich könne sich Beschwerden zu Beginn einer Therapie erstmal verschlimmern.
Lassen Sie sich nach muskulären Triggerpunkten untersuchen und dehnen / lockern Sie sich regelmäßig. Arztwechsel bringen meist nichts, da sich jeder Arzt wieder ein neues Bild machen muß und meist keine (klinischen, verwertbaren)Informationen der vorherigen Untersuchungen vorliegen. Am besten Sie bleiben bei einem Orthopäden / Chirotherapie und einem guten Physiotherapeuten.
Sollten Sie Rennrad fahren, wäre das eine wichtige Zusatzinformation.
Bei Neurochirurgen sind Sie sicher fehl am Platz. Jeder Arzt kann Ihnen das sagen, was er eben aus seinem Fachgebiet weiß.
Gute Besserung
Signatur Dr. med. Claudia Ludwig |
shellfire

Status: Offline Registriert seit: 24.02.2006 Beiträge: 10 Nachricht senden | Erstellt am 25.02.2006 - 10:07 |  |
Hallo, danke für die schnelle Antwort.
Das Problem ist ja, dass ich jedesmal meine CT-Bilder dabei habe und den Befund des Radiologen, dass also jeder Arzt bei dem ich war, die gleiche Grundlagde der Diagnose hat. Nun sagt einer, es käme von den Vorwölbungen, einer mainte es käme keinesfalls von diesen, sondern von den ständig wiederkehrenden ISG-Blockaden, und einer meinte es käme vom Steiß... Das Problem ist halt dass man nicht weiß wem man glaube soll...
|
DrLudwig 

Status: Offline Registriert seit: 03.06.2005 Beiträge: 272 Nachricht senden | Erstellt am 25.02.2006 - 13:05 |  |
Guten Tag,
das meinte ich eben nicht, ich meinte die manuelle Untersuchung der Lendenbeckenhüftregion.
Was soll man mit CT-Bildern, wenn diese Region beispielsweise garnicht beschwerdeauslösend ist, anfangen. Es gibt nämlich oft eine erhebliche Diskrepanz, was man mit den Händen ertasten kann und was sich auf den NMR/CT-Bildern abbildet. Zur Beurteilung der Statik im Lendenbeckenhüftbereich gehört ein konventionelles Röntgenbild des Beckens im Stand mit LWS im Stand; zur Beurteilung der knöchernen Strukturen des Kreuzbeins, des Schambeins und des Steißbeins eine einfache Röntgen-Beckenübersichtsaufnahme.
An einer klinischen (manuellen) sorgfältigen Untersuchung geht kein Weg vorbei; meist braucht es dann auch keine Bildgebung, nur in den Fällen wo die Beschwerden sich verstärken und länger anhalten, dann sollte weiter geforscht werden, um ernstere Veränderungen aufzuspüren.
Viel Erfolg
Signatur Dr. med. Claudia Ludwig |
shellfire

Status: Offline Registriert seit: 24.02.2006 Beiträge: 10 Nachricht senden | Erstellt am 25.02.2006 - 13:19 |  |
Kennen sie gute Orthopäden in der Region um Mainz oder Ludwigshafen/ Mannheim an die ich mich wenden könnte ? Ich hatte mir überlegt in die Poliklinik der Uni Mainz für Orthopädie zu gehen und dort eine Untersuchung durchführen zu lassen. Nur denke ich wenn ich den Befund mitnehmen schieben sie das vielleicht auf die Banscheiben ?! Können Sie aufrgund des Befundes des Radiologen ausschließen dass die Schmerzen von den Bandscheibenvorwölungen kommen und kann das ISG soche Schmerzen auslösen ?
Was besagt eigentlich der Befund ? Das hat mir noch kein Arzt richtig Übersetzt.
Vielen Dank für die Beantwortung meiner Fragen und für die Zeit die Sie sich nehmen!
LG
Shellfire
|
shellfire

Status: Offline Registriert seit: 24.02.2006 Beiträge: 10 Nachricht senden | Erstellt am 25.02.2006 - 17:53 |  |
Ich habe eben in einem Buch gelesen dass Hodenschmerzen und Erektionsstörungen und andere Geschlechtsschmerzen vom Bereich L2-L3 kommt; allerdings wurde bei mir nur ein Ct vom Bereich L3-S1 gemacht...Könnte die Ursache hirdrinn zu finden sein, dass die Ursache vielleicht nicht abgebildet wurde????
|
DrLudwig 

Status: Offline Registriert seit: 03.06.2005 Beiträge: 272 Nachricht senden | Erstellt am 25.02.2006 - 19:29 |  |
Guten Abend,
nochmals in aller Deutlichkeit: der klinische Befund ist relevant, nicht die Bildgebung! Sie finden auch bei Gesunden reichlich eigenartige Veränderungen im CT und NMR, weshalb eine Zuordnung nur nach sorgfältiger klinischer Untersuchung erfolgen sollte. Man muß also zunächst immer die Hände bemühen, nicht den Radiologen.
Sollten bei der manualmedizinischen Untersuchung segmentale Störungen in L 1 / 2 oder L 2 / 3 nebst typischen segmental zuordenbaren Muskeltriggerpunkten / übertragene Schmerzzonen zu finden sein, sollte ein NMR der gesamten LWS angefordert werden, kein CT.
Gute Besserung
Signatur Dr. med. Claudia Ludwig |
shellfire

Status: Offline Registriert seit: 24.02.2006 Beiträge: 10 Nachricht senden | Erstellt am 25.02.2006 - 19:39 |  |
Vielen dank für Ihre Geduld mit mir,
ich glaube dass genau darin das Problem liegt!Der Orthopäde bei dem ich war hatte nie auch nur eine Hand an mich gelegt...Deswegen bin ich eben sehr verunsichert!Denken Sie ich sollte die Untersuchungen Stationär oder in der Poliklinik der Uni Mainz machen lassen... Worauf sollte ich bei einer Untersuchung achten und worauf (welche Untersuchungsmethoden) soltte ich bestehen ? Nachdem ich bei dem letzten Orthopäden so schlechte Erfahrungen gemacht habe...
|
DrLudwig 

Status: Offline Registriert seit: 03.06.2005 Beiträge: 272 Nachricht senden | Erstellt am 25.02.2006 - 19:48 |  |
Guten Abend,
das Problem ist daß die Ärzte die Zeit, die sie aufwenden zu einer gründlichen Untersuchung, die im übrigen häufig zahlreiche teure Verfahren einsparen ließe, nicht adäquat bezahlt bekommen, oder daß sie sich manualmedizinisch (segmentale Untersuchungen betreffend) nicht gut auskennen.
Ich schlage vor einen Orthopäden / Chirotherapie oder ggf. einen Osteopathen aufzusuchen und ggf. eine gründliche Untersuchung selbst zu zahlen. Mehr als 20-30 Euro sollte es beim Orthopäden eigentlich nicht kosten nach der aktuellen Gebührenordnung. Beim Osteopathen dürfte das Honorar um einiges höher liegen.
Es tut mir leid, daß unser Gesundheitssystem in dieser Beziehung viele Idealvorstellungen von guter Medizin - mit den Augen sehen, mit den Ohren hören und mit den Händen tasten - nicht ausreichend bewertet.
Viel Erfolg
Signatur Dr. med. Claudia Ludwig |
shellfire

Status: Offline Registriert seit: 24.02.2006 Beiträge: 10 Nachricht senden | Erstellt am 07.03.2006 - 17:31 |  |
Ich war heute in der Uniklinik und dort meinte man, man müsse erst nochmal ein MRT machen, weil man auf den Röntgenbilder und dem CT nichts sehen kann und man eigentlich nichts fühlt außer ein wenig verhärtetest ISG ?!
Hmm... jetzt bin ich wieder genausoweit wie vorher.
|