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kahraba 



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...   Erstellt am 12.09.2008 - 14:53Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo Sascha,

Ich habe folgende Frage:
Stahlyacht Eigenbau
Wir möchten Unebenheiten im Decksbereich ausgleichen, leider stellt sich das an einigen Stellen als schwierig heraus.
Bisherige Schritte:
Mechanische Entrostung (Flex-Fächerscheibe), dann Shop-Primer , dann Oldopox Zink-Epoxyd-Grundierung aufgebracht.
Dann mit Epoxydharz + Fasern Unebenheiten verspachtelt.
Nun hält das an manchen Stellen hervorragend, hat den Untergrund wohl gut versiegelt(?) an einer Stelle hebt es sich immer wieder, will nicht haften. Haben es nach dem ersten Versuch und wieder Schleifen, Säubern nun auf dem blanken Stahl versucht. Es hält nicht. Mein Mann würde es auch weiter irgendwie versuchen, ich FRAGE lieber mal nach. Woran könnte es liegen?
Vielen Dank für die Hilfe!!

Kahraba




Sascha 





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...   Erstellt am 15.09.2008 - 10:44Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


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[Dieser Beitrag wurde am 08.03.2009 - 14:44 von Sascha aktualisiert]




kahraba 



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...   Erstellt am 16.09.2008 - 08:09Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo Sascha,

also erst einmal vielen Dank für die schnelle und ausführliche Antwort! Das finde ich wirklich sehr sehr nett! Hier die Fabrikate:
1. Shop-Primer (kein Zinkoxid) ist von Kluthe - Rostosan.
2. Oldopox von Relius, zum Zeitpunkt dieser Beschichtung hatte die Sonne schon mehrere Tage richtig intensiv geschienen.
3. Epoxyd-Spachtel heißt glaube ich E45L? Wenn das wichtig ist, morgen arbeite ich dort, dann schicke ich dir diese Bezeichnung nach.
Wir haben zum Reinigen Aceton genommen. Trychloräthylen können wir besorgen.
Viele Grüße Kahraba




Sascha 





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...   Erstellt am 17.09.2008 - 12:46Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo Kahraba,

der Rostprimer Rotosan von der Firma Kluthe ist meiner Meinung (muss ich sagen) kein Shop-Primer der auf eine Stahlyacht gehört. Dieses Produkt ist besser bei der Bauchemie aufgehoben (altes Garagentor) und nicht im Schiffbau. Es ist eine chromatfreie Rostschutzgrundierung auf Basis von einem Standart-Kunstharz (das kann alles und nichts sein). Chromatfrei bedeutet, es sind keine Korrosionsschutzmittel wie Chrom, Chromsäure,Zink usw. enthalten. Im Seewasserbereich schaden oft solche Produkte mehr als diese nützen. Z.B. ein Rostumwandler hat auf einer Stahlyacht die dem Seewasser ausgesetzt wird nichts verloren. Der ist stöchimetrisch und setzt bei Reaktion mit FE-Oxyd Säure frei und bewirkt dann das Gegenteil.

Auf dem Rostprimer eine Zink Epoxyd Grundierung von Relius die einen kathotischen Schutz bilden soll, was so kaum möglich ist und darüber dann eine 2 Komp. Epoxydfaserspachtel,das passt nicht zusammen.

Ich habe mir die Datenblätter angesehen, das eine ist ein Kunstharz, das andere eine 2 Komp. Epoxydharz-Dispersion. Die Inhaltsstoffe werden von Kluthe nicht genannt. Darauf dann eine 2 Komp. Epoxydspachtel.

Offen gesagt, da passt nichts zusammen. Beide Firmen Kluthe und Relius haben vorrangig mit der Bauchemie zu tun, wobei Relius zusätzlich ein kompl. System auch für den Schiff-Stahlbau anbietet das die Aforderungen erfüllt. Es gibt nur wenige Firmen, die ein komplettes System das zueinander kompatibel ist, aller Komponenten für den Schiffsbau anbieten. Das ist nun mal Hempel/Hempadur mit BASF, Jotun,Hansa Schiffsfarben in Hamburg und Sikkens in Holland, Nippon in Japan.

Diese drei verwendeten Produkte haben eine unterschiedliche Dehnung oder Schrumpfung die von 0,5% bis 7,5% geht.
Kompatible Produkte haben immer die gleiche Trägerkomponente, Lösungsmittelarm, aber auch das gleiche Lösungsmittel zu ca. gleichen Anteilen, auch in etwa die gleiche Schrumpfung und Elastizität. Das ist Notwendig, damit sich keine Unterschiedlichen Spannungen bilden können.

Ein weiterer Grundsatz ist, Stahl sollte nicht gespachtelt werden. Diese Erfahrung haben wir alle gesammelt noch in den 60-ziger Jahren, wo wir immer unsere Autos mit Spachtel bearbeitet haben. Es hatte nie funktioniert. Nach kurzer Zeit ist uns die Spachtel immer abgefallen.

In Deinem Fall könnte natürlich die Entfettung mit dem Trichloräthylen die Haftung ein wenig verbessern und nach Möglichkeit die Spachtel nicht mehr verwenden. Ansonsten ist meiner Meinung das Kind in den Brunnen gefallen.

Das Problem Heute ist eine Vielzahl von Produkten die dann von Verkäufern oder Händlern angeboten werden. Kein Unternehmen aus dem Maschinenbau, keine Werft aus dem Stahlbau würde sich z.B. an International - Akzo -SVB - Schwenkner - Segelladen - Dr. Keddo - Aggrü und wie sie alle heissen wenden um sich dort dann beraten zu lassen. Das sind Kaufhäuser wie der Baumarkt ohne fachliche Beratung. Auch die Hotlines die von der Sportbootschifffahrt z.T. angeboten werden, sind kein Fachpersonal, sondern da arbeiten Studenten oder Angelernte einen verkaufsorientierten Frage- Antwortbogen ab, ähnlich wie bei der Hotline Vodafone. Wenn Fragen, dann z.B. Hansa Schiffsfarben, - Nippon, - Hempel/Hempadur aber da nicht den Studenten sondern Abteilung Industrieprodukte. Da hat es dann einer mit den Masch.Ing. - Chemie-Ing. oder mit dem Farbenchemiker zu tun.

Grüße Sascha

Nachtrag:

Beschichtungsaufbau einer Stahlyacht, Industriestandart an den Werften, wie er auch von Hempel und Hempadur vorgeschlagen und auch angewendet wird. Die Standzeit beträgt dabei 15 Jahre.

Über Wasser,
- 1 Lage 2 Komp. Epoxyd-Zinkstaub
- 1 Lage 2 Komp. Epoxyd-Hämatit
- 4-6 Lagen 2 Komp. Reinepoxyd, das auch gespachtelt werden kann,
- 2-3 Lagen 2 Komp. Polyurethan-Acryl (seewasserfest)

Unter Wasser,
- 1 Lage 2 Kom. Epoxydstaub
- 6 Lagen 2 Komp. Teerepoxyd, oder Multicolor das ein Epoxyd ist ohne Kohlenwasserstoffverbindungen,
- 1 Lage 1 Komp. PVC-Vinylteer
- 3 Lagen eines SPC-Antifouling

Z-Antrieb neu,
- 1 Lage 1 Komp. PVC-Vinyl
- 3 Lagen SPS-Antifouling

Z-Antrieb alt,
- 3-5 Lagen 2 Komp. Multicolor
- 1 Lage 1 Komp. PVC-Vinyl
- 3 Lagen SPC-Antifouling

[Dieser Beitrag wurde am 20.09.2008 - 10:25 von Sascha aktualisiert]




sevenseas ...



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Registriert seit: 23.08.2008
Beiträge: 6
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...   Erstellt am 21.09.2008 - 12:21Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo!
leider habe ich noch keine eigene Erfahrung mit der Bearbeitung von Stahlyachten (wird sich in den nächsten Monaten wohl ändern - das Boot kommt ), durch meine Erfahrung als KFZ-Mechaniker kann ich mich aber nur wundern, warum im Yachtbereicht offensichtlich so viel gespachtelt wird?? Im Kfz-Bereich spachtelt eine gute Werkstatt nur im Zehntel-Millimeterbereich. Alles andere ist Murcks. Warum sollten auf Yachten grössere Schichtstärken funktionieren? Was spricht eigentlich gegen vernünftige Bearbeitung mit Schwemmzinn und folgender FEINarbeit mit Spachtel? Zu teuer?




Sascha 





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...   Erstellt am 22.09.2008 - 14:43Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo Sevenseas,
mit der Spachteldicke hast Du natürlich recht. Es funktioniert nur im Zehntel-Millimeter Bereich. Das mit dem Schwemmzinn funktioniert nicht, da wir bei einer Stahlyacht bei weitem nicht den Reinheitsgrad eines Tiefziehbleches wie bei einem Auto-Kotflügel haben und die Korrosion von "Innen" erfolgt. Vor Jahren wurden mit diesen Verfahren noch die Ungenauigkeiten bei der Formgebung ausgeglichen. Ich kenne noch die BMW 700 in den 60-zigern, da wurde das Zeug auf die Türen oft gleich 10 mm dick aufgetragen und darunter ist dann alles korrodiert.

Daher brauchen wir bei einer Stahlyacht immer den Kathodischen Schutz und das ist nun mal Zink, das dann entsprechend geschützt werden muss. Zink auf Zinn geht nicht, umgekehrt auch nicht.

Wenn im Maschinebau gespachtelt wird, dann wird der Stahl immer zuvor ausgeschwitzt. Bei den Spachtelmedium handelt es sich dann in der Regel um E-Metalle, das sind Epoxyde mit hochtoxischen Zusatzstoffen mit geringer Schrumpfung die mit bis zu 90% mit Silizium angereichert werden. Damit lassen sich dann z.B. Löcher oder Kavitationsschäden bei Pumpen oder auch Schiffsschrauben der Berufsschifffahrt verschliessen. Die Kosten für 250 qcm ca. 165,-Euro.

Sascha




Kaeptnchaos ...



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...   Erstellt am 26.09.2008 - 11:09Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo zusammen,

generell denke ich ist es unerlässlich den Stahluntergrund sandzustrahlen. Dieses nicht nur wegen des erforderkichen Reinheitsgrades sondern auch wegen der nachher aufgerauhten Fläche. Flexscheibe oder Fächerscheibe verdichten ja quasi, während Sandstrahlen einen "Zahn" erzeugt Einfach mal drüberfühlen, merkt man sofort. In solchen Oberflächen kann sich dann die richtige (das setze ich voraus) Beschichtung richtig verkrallen. Es gibt zum Strahlen von kleineren Flächen auch light-Lösungen, einfach mal informieren.





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