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Political Correctness = Selbstzensur Ein gutes Beispiel für Sprachpantscherei in der deutschen Sprache: In Deutschland ist aus Political Correctness ein Tugendterror geworden, der die Freiheit zu ersticken droht. Die selbsternannten "politisch Korrekten" wähnen sich im Besitz der alleinigen Wahrheit und verweigern deshalb jedes Recht auf Widerspruch. Dies gilt in erster Linie für die in Deutschland herausragenden Tabuthemen, wie der Schriftsteller Martin Walser aufgezeigt hat. Hierunter fallen vor allem die nationalsozialistische Geschichte Deutschlands, sowie die Themen Frauen und Ausländer. Und wenn man sich diesen Themen doch aufgeschlossen nähert, schlägt unbarmherzig die Faschismuskeule nieder. Ist man mit diesem Totschlagargument als Faschist, Rassist oder Sexist erfolgreich verunglimpft worden, wird man zum Aussätzigen degradiert, der nicht mehr zu Diskussionsrunden eingeladen wird, mit dem man nicht mehr im selben Medium publiziert. So einer bekommt keine Gelegenheit mehr, seinen Standpunkt darzustellen. Ein Meinungsaustausch findet nicht statt, ein selbständiges Denken wird somit nicht mehr ermöglicht. Das Fatale an der Political Correctness für die geistige Weiterentwicklung des Menschen ist, daß manche Auseinandersetzungen und Diskussionen von vornherein nicht oder nur in Form einer Diffamierungskampagne oder eines Schauprozesses stattfinden können. Dieses verordnete Denkverbot, diese Unterdrückung von Meinungen und Medien, führt schließlich dazu, daß oppressive Debatten ihre Wurzeln im Untergrund schlagen und damit weder von einer öffentlichen intellektuellen Betätigung noch von einem Beitrag zum politischen Willensbildungsprozeß ernsthaft gesprochen werden kann. Heutzutage gilt politische Korrektheit in Deutschland als eine (hauptsächlich von sogenannten Antifaschisten, Feministinnen, Vergangenheitsbewältigern und Trauerarbeitern) verordnete Verhaltensnorm, die besagt, das eigene Denken, die eigene Meinung entsprechend dieser einengenden Schablonen auszurichten. Man darf deshalb feststellen, daß die politische Korrektheit ein Instrument der geistigen Gleichschaltung ist und somit in der modernen Kulturgeschichte einen außergewöhnlichen Präzedenzfall zensorischer Manipulation im politischen Willensbildungsprozeß des Menschen darstellt. Political Correctness ist aber im Grunde nichts anderes als eine ordinäre Realitätsflucht. Ihre Verfechter zimmern sich ein dualistisches Weltbild zusammen, eine infantile Disney-Idylle, mit guten und mit bösen Menschen, mit Gutmenschen und Nazis. In diesem Spektrum gibt es nur noch Schwarz und Weiß, dazwischen scheint kein Platz vorhanden zu sein. Political Correctness bedeutet also keineswegs Korrektheit, sondern tatsächlich Inkorrektheit. Sie kommt einer Liturgie der inhumanen Denk- und Kampfschablonen des linken Konformitätsdrucks und letztlich der Zensur und eines Sozialrassismus gleich. Etwas schlichteren Gemütern vereinfacht sie aber ihr eigenes Denkschema. Verdeutlichen wir anhand einiger Beispiele die praktische Umsetzung der Political Correctness und ihre Auswirkung auf die freie Meinungsäußerung und damit auf die gesamte geistige Entwicklung in Deutschland. Führen wir uns vor Augen, wie die politische Korrektheit zur Selbstentfremdung der Deutschen beiträgt: In Deutschland ist es seit geraumer Zeit aus vermeintlich antidiskriminierenden Gründen nicht mehr korrekt, von Negern oder Zigeunern zu sprechen. Aber nur im Deutschen gilt dieser Begriff als ein diskriminierendes Schimpfwort, obwohl es die vermeintlich Betroffenen sowohl untereinander, als auch in ihrer eigenen Selbstdarstellung nach außen selbst verwenden. Im schleswig-holsteinischen Ministerium für Wirtschaft, Technik und Verkehr war man sich nicht zu schade, im Frühjahr 1996 die Gemeinde Lutterbek bei Kiel darauf hinzuweisen, den Begriff "Fremdenverkehr" von nun an durch "Tourismus" zu ersetzen, da das Wort fremd negativ besetzt sei. Man denke dabei an Fremdenfeindlichkeit, so die Begründung des Ministeriums. Keine Absurdität scheint in Deutschland mehr dekadent genug zu sein, um sie nicht als neue und allgemeingültige Verhaltensmaßregel vorstellen zu können und sich dabei nicht nur der Lächerlichkeit preiszugeben, sondern sich auch noch in ihrem vermeintlichen "Erfolg" zu suhlen. Die direkte, in vielen deutschen Medien täglich zu erlebende Konsequenz der Durchsetzung politisch korrekter Verhaltensweisen ist die Bildung einer geschlechtslosen und aussageschwachen Einheitssprache, hinter der nichts anderes als politisches Kalkül steht. So avancierte der ursprüngliche Fremdarbeiter über den Gastarbeiter zum ausländischen Arbeitnehmer, Immigranten und ausländischen Mitbürger und wird heute endlich als "Mitbürger mit Migrationshintergrund" gehandelt. Der ehemalige Lehrling wurde im Zuge der sozialistischen Gleichstellung ein pseudoaristokratischer Auszubildender, der allerdings rasch zum infantilen Azubi verkümmerte. Einen kometenhaften sozialen Aufstieg erlebte die Putzfrau, die über die Raumpflegerin als Parkettkosmetikerin natürlich nicht mehr putzt, sondern sich nun der innenarchitektonischen Schönheitspflege widmet. Ebenso verfemt sind Witze, die beispielsweise auf Kosten anderer Volksangehöriger, ethnischen Minderheiten oder auf Kosten von Blondinen basieren. Es geht freilich nicht darum, deswegen die Political Correctness zu bekämpfen, weil man nicht auf rassistische oder sexistische Witze verzichten möchte. Nicht jeder aber, der beispielsweise über einen Judenwitz lachen kann, ist deshalb notwendigerweise gleich ein Verbrecher! Es geht darum, gegen Denkverbote anzukämpfen! Dies gilt insbesondere für solche in Wissenschaft, Zeitgeschichte, Forschung und Lehre. Gerade auf diesen Gebieten verhindert die Political Correctness in Deutschland seriöses Agieren, da hier gewisse Forschungsvorhaben und Problemkonstellationen von vornherein stigmatisiert und tabuisiert werden, also schlicht nicht zu erforschen sind. Die selbsternannten Tugendwächter haben es zwischenzeitlich geschafft, ihren Einfluß auf alle hohen Ämter und Positionen auszubreiten. Da wundert es denn nicht, daß selbst der deutsche Staat seit einigen Jahren mit Hilfe seines Amtes für Verfassungsschutz diejenigen diffamiert, die sich gegen die politische Korrektheit stemmen. Nach der bedenklichen Auffassung der staatlichen Obrigkeit, oder besser: dieses Inlandgeheimdienstes, soll die angebliche Abwehr von Political Correctness die eigenen extremistischen Auffassungen gegen Kritik immunisieren. Mit dieser denunzierenden Aussage wird aber nicht nur dem politischen Gegner und kritischen Wissenschaftler, sondern grundsätzlich jedem unvoreingenommenen Zeitgenossen, der von seinem Recht auf Informations- und Meinungsfreiheit ungeniert Gebrauch machen will, pauschal unterstellt, ein Extremist zu sein. Mit diesem Stigma behaftet, wird nicht nur der freie Meinungsaustausch, die geistige Auseinandersetzung und damit die geistige Weiterentwicklung außer Kraft gesetzt, nein, vielfach sind schwerwiegende persönliche Sanktionen wie beispielweise die völlige Diskreditierung von Mitbürgern und Diskussionsteilnehmern die Folge. Trotzdem möchte ich euch einen "freien Meinungsaustausch" auf euerer köstlichen Plattform wünschen! Viele "liberale" Grüße vom Wachmann! | |||||||
Minotaurus ![]() Hausherr und Gastgeber ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Status: Offline Registriert seit: 13.06.2006 Beiträge: 1550 Nachricht senden |
@ Wachmann,
Walter Krämer befaßt sich aber nicht nur mit liberalen Wirtschaftswissenschaften, sondern auch mit der Sprache jenes Landes, welche manche Deutschen so sehr lieben, daß sie am liebsten nur die ERSTE Strophe davon singen würden.
Ja, ja, ist ja schon gut! ![]() Jedenfalls kennt dieser Herr Krämer keine Sprachpantscher, sondern nur Sprachpanscher. Na, so eine kleinliche Krämerseele, nicht wahr? ![]() Aber wie Du siehst, schlägt hier bei KUNST-WERK keine "Faschismuskeule" zu.Nein, ganz im Gegenteil: Hier bekommst Du (neben sachlichen Rezensionen für Deine "Geschichten") sogar noch eine öffentliche Präsentationsplattform für Deine Weltanschauung geboten. Na, ist das nichts? ![]() Signatur ![]() Worte, Worte, nichts als Worte! Dazwischen manchmal ein Gedanke. (Marcel Reich-Ranicki) | |||||||
<Wachmann> unregistriert |
Wundert dich das? Gerade du müsstest doch dieses "demokratische Symptom" bereits bestens kennen: Sobald sich der Fuchs im Stall befindet, schweigen die Hühner. Sie ducken sich und ziehen ihre Köpfe ein. Und genau wie im Hühnerstall ist es die heldenhafte Aufgabe des Gockels, seine Hühner zu verteidigen. ![]()
Na, das freut mich aber! Herzlichen Dank für diese "Gnade!" ![]() Dafür schlägt hier offenbar die "literarische" Keule zu? Und zwar in der Form, dass der "Große Zampano der Literatur" (mangels anderer Angriffspunkte) hier einen banalen Tippfehler auf´s Korn nimmt.
Vielleicht solltest du bei dieser Gelegenheit deine eigene Grammatik mal etwas genauer hinterfragen? Schaden kann es auf gar keinen Fall! Und, ja, es heisst "Sprachpanscherei!" Bist du jetzt zufrieden?
Ich bin jedenfalls sehr zufrieden! ![]() | |||||||
Minotaurus ![]() Hausherr und Gastgeber ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Status: Offline Registriert seit: 13.06.2006 Beiträge: 1550 Nachricht senden |
@ Wachmann, Signatur ![]() Worte, Worte, nichts als Worte! Dazwischen manchmal ein Gedanke. (Marcel Reich-Ranicki) | |||||||
Minotaurus ![]() Hausherr und Gastgeber ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Status: Offline Registriert seit: 13.06.2006 Beiträge: 1550 Nachricht senden |
...und hier noch einige Gedankengänge des Journalisten und Publizisten Henryk M. Broder zu diesem Thema "politically correct" oder zu Deutsch: "vorauseilendem Gehorsam." Signatur ![]() Worte, Worte, nichts als Worte! Dazwischen manchmal ein Gedanke. (Marcel Reich-Ranicki) | |||||||
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