losingmymind

Status: Offline Registriert seit: 30.07.2008 Beiträge: 2 Nachricht senden | Erstellt am 30.07.2008 - 14:34 |  |
Hallochen zusammen,
erstmal vorweg, ich bin mir nicht ganz sicher, ob der Thread in diese Kategorie passt. Falls jemand einen besseren Platz dafür kennt (außer vielleicht das archiv *g*), so möge er ihn doch bitte dorthin "umsiedeln", danke.
Und nun zum eigentlichen Inhalt:
Ich bin Lehramtsstudent (Deutsch und Englisch; Grund-, Haupt-, Real- u. Gesamtschule) und zurzeit bei der Vorbereitung meiner Examensarbeit zum Thema "Das Verbale im Spielfilm und seine sprach- und mediendidaktischen Aspekte für den (Deutsch-)Unterricht der Sekundarstufe I".
Ein Großteil der formalen Filmanalyse beschäftigt sich vorrangig mit der Art und Weise, in der der Film Bedeutung erzeugt – d.h. wie er aus den Beziehungen seiner darstellerischen Mittel zueinander Sinn gestaltet. Der Film bietet eine ungewöhnlich ausgeprägte Fülle künstlerischer Elemente, weshalb Cineasten ihn auch als die „Synthese aller Künste“
bezeichnen. Doch dieser enormen Vielseitigkeit zum Trotz konzentrieren sich die Untersuchungen von Filmsprache in den meisten Fällen vorrangig auf die vielfältigen Formen ihres visuellen Instrumentariums, welche sehr genau analysiert, beschrieben, definiert, klassifiziert und interpretiert werden. Dem Ton wird dabei in der Regel nur marginale Aufmerksamkeit geschenkt, obwohl er – in Form von Musik, Geräuschen und dem gesprochenen Wort, das gemäß des Titels im Fokus dieser Arbeit stehen soll – das Filmerlebnis maßgeblich mitgestalten kann.
Meine Suche nach (altersgerechten) Filmen, in denen gesprochene Sprache auf besonders auffällige Weise vorkommt (oder eben auch nicht vorkommt, ohne jedoch ein Stummfilm im eigentlichen Sinne zu sein) verlief bisher nicht sonderlich erfolgreich; Filme etwa, die von einer markanten Erzählerstimme begleitet werden. "Die Fabelhafte Welt der Amelie", "Uhrwerk Orange", "American Beauty" und "Nach Fünf im Urwald" etc. sind mir bei meiner Recherche schon oft begegnet. Besonders interessieren mich weniger geläufige Titel. Oder Filme, in denen die Stimme eine besondere Funktion hat oder irgendwie skurril erscheint, wie etwa in den Filmen von David Lynch. Für Hinweise auf Filmzitate, die in die Alltagssprache eingegangen sind, wie das Angebot, das man nicht ablehnen kann (Der Pate) oder evtl. auch noch ein "Schau mir in die Augen, Kleines" (obwohl Bogart das ja nie so gesagt hat, auch nicht die englische Entsprechung) wäre ich ebenso sehr dankbar.
Was mich interessiert ist, wie Sprache im Film die Rezeption beeinflusst, wie die Prosodie das Filmerlebnis prägt, wie sie etwa zum Entstehen von Komik beiträgt (hierauf würde ich gerne, nach bisherigen vorstellungen, den schwerpunkt meiner arbeit legen) und den filmischen Raum mitgestaltet bzw. zu dessen Durchbrechung führen kann. Wie kann man die Erkenntnisse der Filmwissenschaft didaktisch fruchtbar machen? Dies sind einige der Fragen, denen ich in meiner Arbeit nachgehen möchte.
Es wäre mir daher eine große Hilfe und Freude, wenn euch das ein oder andere Beispiel dazu einfallen würde, ihr mir mit Literaturhinweisen dienlich seien oder mir weitere Anlaufstellen nennen könntet, bei denen ich in dieser Angelegenheit auf positive Resonanz stoßen könnte.
Sprache im Film ist wirklich ein interessantes und umfangreiches Thema.
Hier mal mein bisheriges Inhaltsverzeichnis:
1. Einführung
2. Als die Bilder sprechen lernten
3. Das Verhältnis von Wort und Bild im Film
4. Formen von Sprache im Film
4.1. Der Dialog
4.1.1. Der Charakter des Filmdialogs
4.1.2. Die Aufgaben des Filmdialogs
4.1.2.1. Dialog und Emotionen
4.1.2.2. Dialog und Informationsvermittlung
4.1.2.3. Dialog und Figurendefinition
4.2. Der Kommentar (off-stimme)
4.3. Der Monolog
5. Funktionen von Sprache im Film
5.1. Illusion der Kontinuität des filmischen Raums
5.2. Die Durchbrechung der Illusion
5.3. Sprache, Mimik und Gestik
5.4. Sprache und Komik
5.5. Sprache und Ambiente
5.6. Synchronisation
6. Sprach- und mediendidaktische Aspekte
7. Fazit und Ausblick
Was haltet ihr davon? Welcher Aspekt fehlt? Auf welchen Punkt könnte man verzichten? Welchen sollte/könnte man besonders intensiv behandeln? Wäre die Arbeit so gut strukturiert?
Es würde mich sehr freuen, wenn ihr mir in meinem bemühen, eine schöne arbeit zu schreiben, etwas behilflich sein würdet. darüber hinaus ist es einfach ein interessantes thema, über das sich vortrefflich reden/diskutieren/grübeln/lachen etc. lässt.
Also los!
Und an alle, die sich an diesem Thema beteiligen werden, schonmal ein großes 
Cineastische Grüße
Losingmymind
[Dieser Beitrag wurde am 30.07.2008 - 15:46 von losingmymind aktualisiert]
|
TheLoRDTheVAPoR 


Status: Offline Registriert seit: 05.02.2005 Beiträge: 8646 Nachricht senden | Erstellt am 04.08.2008 - 00:44 |  |
da ich ein fan von shakespeare bin, muss ich an dieser stelle die sehr mtv-hafte version von romeo und julia mit leo empfehlen, denn ich finde shakespeare ist ein unnereichter poet (zumindest im englischen). in diesem film wird der text in seiner unverfälschten form dargestellt, nur die inszenierung des stücks ist eben gewöhnungsbedürftig anders.
wie du sicherlich meinem post entnehmen kannst, bin ich was die deutsche sprache angeht auf wackligen beinen unterwegs, englisch, physik und mathe sind eben eher mein ding, daher kann ich im prinzip nicht viel tun. für mich ist jeder teil deiner gliederung wichtig, wenigstens die die ich verstehe ich finde jedoch dass du näher auf die deutsche synchronisationskultur eingehen solltest, da sie in der form meines wissens nach in keinem anderen land der welt existiert, hier wird kaum mit untertiteln gearbeitet (höchstens mal auf arte und mtv).. in anderen ländern wie frankreich oder dänemark sieht das ganz anders aus... bei den meisten anderen punkten fällt es mir jedoch lediglich schwer mir etwas genaues darunter vorzustellen, wie du wahrscheinlich bei compton-effekt und frank-hertz versuchen durcheinander geraten wirst... ich hoffe ich bin dir trotzdem eine hilfe 
ach ja und dein threat passt hier schon hin, allerdings könnte man ihn auch in den chat packen... bin mir nich so sicher, mal sehn was der admin sagt 
Signatur
 |
losingmymind

Status: Offline Registriert seit: 30.07.2008 Beiträge: 2 Nachricht senden | Erstellt am 07.08.2008 - 16:45 |  |
ich danke dem Herrn (lord) für seine hilfe. *g*
ja, synchronisation ist schon ein interessantes thema.
die frage, was nun besser ist (synchro, untertitel oder einfach blos originalton ohne alles) ist wirklich schwer zu beantworten. es hat alles so seine vor- und nachteile. das thema werde ich auch recht ausführlich behandeln, denke ich.
|
TheLoRDTheVAPoR 


Status: Offline Registriert seit: 05.02.2005 Beiträge: 8646 Nachricht senden | Erstellt am 11.08.2008 - 23:13 |  |
bittesehr.
hoffe die anderen members werden auch mal dieses threats gewahr... hier ist mal wieder sommerloch 
mir is noch was eingefallen: du könntest dich auch mit loriot beschäftigen, allerdings habe ich das aus der ego-perspektive damals im klassenraum erlebt, und ich fands gelinde gesagt eher so mittel, wahrscheinlich weil ich nich so auf loriot stehe... aber er schaffts halt den konflikt und somit die komik schritt für schritt aufzubauenm, was dann sehr anschaulich ist. aber kommunikation als thema habe ich gehasst, bin mir also nicht so sicher bei meiner urteilskraft 
[Dieser Beitrag wurde am 11.08.2008 - 23:14 von TheLoRDTheVAPoR aktualisiert]
Signatur
 |
n2deep 


Status: Offline Registriert seit: 02.12.2007 Beiträge: 156 Nachricht senden | Erstellt am 24.09.2008 - 12:02 |  |
zu Synchronisation kann ich nur sagen:
Ich weiß, daß Deutschland mit die besten Synchronisation hinzaubert,
solange der Film ein Hollywoodknüller war (ist).
Doch bei Roadmovies oder B-Movies sieht es schon anders aus.
Manche Filme sollte man definitiv nicht synchronisieren,
da sie sonst ihre Kraft und Message verlieren - ein OmU ist da perfect.
Aber nochmal zu Deinem Anliegen:
Wenn ich ich Dich richtig verstanden habe suchst Du auch Zitate aus Filmen,
die den Sprung ins reale Leben geschafft haben
und umgangsprachlich geworden sind?!?
- Donnie Brasco "piss die Wand an"
Eine andere Sache zum Thema Sprache im Film:
Was hälst Du von Filmen wie "La Haine- Hass"?
Klar ist es warscheinlich für manche eine sehr gossenhafte Sprache,
aber der Film hat soviele versteckte Botschaften
und gleichzeitig viele Winke mit dem Zaunpfahl,
er besitzt ob auf französisch oder auf deutsch so eine Wortgewandheit,
die man erst beim zweiten oder drittenmal mitbekommt
- da man zuerst das gossenhafte hört.
Mich würde Deine Meinung zu diesem Film sehr interessieren ob Du so etwas suchst...
Signatur "...5 Dollar, man das ist ya ein scheiß Lohn - da verdien' ich ya mehr wenn ich nichts tu..." |