RaoulYannik  Registriertes Mitglied


Status: Offline Registriert seit: 14.07.2006 Beiträge: 12 Nachricht senden | Erstellt am 17.07.2006 - 18:06 |  |

„Ich sitze hier zwischen Verbrechern. Aber es ist ungerecht. Meine einzigen Verbrechen waren Sünden. Aber es gibt kein Gesetz gegen Sünden.“ Tamara Nadja Treufleisch, zur Zeit in Stammheim
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„Ich hasse Bananen. Ich könnte kotzen, wenn ich die kleinen Dinger sehe.“ Die Witwe Tamara Nadja Treufleisch war sauer und dabei ihre Kontenance, auf die sie so stolz war, zu verlieren. Es war wie ein magischer Zwang, aber beim Anblick der in kleine Stücke geschnittenen Bananen, musste sie an ihren Ehemann Kuno, Gott habe ihn selig, denken. Das kleine, glattgeschliffene Kreuz aus dunklem Holz schmeichelte ihren empfindsamen Händen und das schwarze Band an dem Kreuz glitt langsam durch ihre gepflegten Finger. Dann dachte sie an die Worte der Seelsorgerin, die ihr Mut zugesprochen hatte: „Die Wege des Herrn sind nun mal unergründlich.“ Dem war nichts hinzuzufügen, denn es konnte auch bedeuten, dass die Chance bestand, dass er in der Hölle schmoren musste. Es war wie ein Lächeln, das einen Moment über ihr Gesicht huschte und fast hätte sie ihre Gedanken laut ausgesprochen: „Eines ist sicher, zurückkommen wird er nicht.“
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Kuno Treufleisch war zu seinen Lebzeiten ein erfolgreicher Unternehmer und mehrheitlicher Gesellschafter, der von seinem Vater ererbten Treufleisch GmbH. Der imposante Firmensitz befand sich in einer kleinen Gemeinde am Weinsberger Autobahnkreuz in unmittelbaren Nähe von Heilbronn. Mit unermüdlichem Einsatz und seinem Gespür für Trends konnte Kuno aus einer kleinen Landmetzgerei ein weltweit agierendes Unternehmen aufbauen. Am Erfolg nicht unwesentlich beteiligt war seine Erfindung der patentierten Treufleisch-Megawurst, die mit dem bekannten Firmenslogan: „Treufleisch Fleischwurst groß und mächtig, die schmeckt lecker und ist prächtig“ weltweite Beachtung, und besonders in Japan eine große Anhängerschaft fand. „Is das ne Wurscht“ war Kunos zufriedener Lieblingsausspruch, wenn er stolz das Erreichte betrachtete.
Sein Herzglück fand er im Jahre 1970 in einer ländlichen Diskothek im schwäbischen Leonberg. Als er die blutjunge und in Lebens- und Liebesdingen unerfahrene Tamara das erste mal sah, sagte er zu sich: „Die will haben, die oder keine. Meine Wurst und diese Frau müssen ein Paar werden.“
Ihre optische Anziehungskraft war so stark, dass er alle metzgermeisterlichen Vorsichtsmaßnahmen außer Acht ließ und ihr acht Wochen später auf Knien einen Heiratsantrag machte. Die von diesem Gefühlsausbruch vollkommen überraschte Tamara setze ihren Verstand ein und entschied sich gegen eine über alles geliebte Jugendliebe, mit dem sie das damals populär werdende Petting ausprobiert hatte, und für den reiferen, und nach der Meinung ihrer Mutter erfahreneren Kuno. Gehorsam den mütterlichen Worten folgend, dass man sich die Eltern nicht aussuchen könne, aber den Ehemann, und außerdem ein junges Fräulein nur ein einzig erstrebenswertes Lebensziel habe, den heiligen Stand der Ehe.
Alles sah gut aus, und wenn Kuno seine Tamara und ihre Formen betrachtete, war er sehr angetan und nannte sie zärtlich „meine TNT“. Seine Regungen verleiteten ihn des öfteren zu fast unbeschreiblichen Gefühlsausbrüchen. Dann rief er seiner Tamara sein Lieblingszitat zu: „Schau her, is das ne Wurscht“, und er wies Tamara ihren Platz vor ihm zu. Vielleicht ohne zu ahnen, dass die attraktive TNT nur mit dem richtigen Docht sexuell leicht entzündbar war, aber als Trinitrotoluol die üble Eigenschaft eines lebensgefährlichen Sprengstoffs besaß.
Später, als er sich an den Umgang mit den kleineren und größeren Gefahren der Ehe gewöhnt hatte, nannte er Tamara auch „meine Titten-Tussi“. Vermutlich weil Tamara über markant hervorstehende, und auch heute noch bemerkenswert feste Brüste verfügte.
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Am Anfang ihrer Ehe dachte Tamara noch oft an ihre Jugendliebe aus Kindergarten- und Schultagen. Mit wehmütigen Gedanken erinnerte sie sich an die Ausflüge an den kleinen romantischen, tief im Wald versteckten Hölzersee, der so herrlich zum unbeschwerten Nacktbaden und Sonnen im Schilf bei den großen Eichen einlud. Manchmal, wenn sie sich an die lauen Sommernächte erinnerte, war ihr ganz kribbelig und sehnsuchtsvoll. Unvergessen waren auch die abendlichen Spaziergänge auf den kleinen Hügel, hinauf zu der verschwiegenen Bank mit Blick über den Ort, der von den Einheimischen hinter vorgehaltener Hand als Verlobungsberg bezeichnet wurde. Sie erinnerte sich mit einem Lächeln, wie sie ihre unbeholfene Jugendliebe behutsam führte. Und sie sah in ihrer Erinnerung seinen verblüfften Gesichtsausdruck, als er es das erste Mal wagte sie zu küssen. Er hatte auf der verschwiegenen Bank seinen Arm um sie gelegt und vorsichtig ihre Bluse geöffnet. Aber statt ihrer damals schon beachtlichen Brüste, hielt er einen Drahtbügel ihres BHs in der Hand. Und wie durch Zauberhand begannen in diesem Moment die Kirchenglocken der Martinskirche zu schwingen.
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Wenn sie nicht schlafen konnte, sah sie in ihren Gedanken seinen sportlichen Körper und es war, als ob sie seine sensitiven Finger spüren würde, die ihr das eine oder andere mal größerer Freude bereitet hatten. Aber das waren Erinnerungen, denn Tamara war jetzt Ehefrau. Dann sah sie den neben ihr im Ehebett ruhenden Kuno an. Sie sah auch den auf dem Dach des Firmengebäudes in großen, leuchtenden Lettern ins eheliche Schlafzimmer scheinenden Firmenwahlspruch: „Groß und mächtig und schmeckt prächtig.“
Tamara war damals erst wenige Monate verheiratet und in Lebens- und Liebesdingen noch sehr unerfahren, aber sie begann zu zweifeln. Konnte es sein, dass Werbung manchmal nicht der Wahrheit entsprach?
Auf ihre diesbezüglichen Hinweise, dass sie nicht immer nur zu Hause sitzen, sondern auch gern mal mit Freundinnen zum Tanzen ausgehen wolle, reagierte Kuno mit verständnislosem Kopfschütteln. Manchmal, wenn Tamara zu hartnäckig ihrem Tanztrieb nachgehen wollte, ließ Kuno sich zu dem Ausspruch hinreissen: „Kümmere dich darum, das deine Titten und dein Arsch fest bleiben, und nicht um das neumodische Herumgehopse.“ Aber Tamaras insistierendes Verhalten blieb nicht ohne Wirkung. Er nahm an, dass seine junge Tamara nicht ausgelastet wäre. Damit sie nicht auf dumme Gedanken käme, wie junge Frauen nach seiner Meinung oft kommen, beschloss er zu handeln. Tamara musste zeitnah geschwängert werden. Außerdem war es nach seiner Meinung auch angebracht, dass endlich ein kleiner Treufleisch heran, und ins Unternehmen hineinwachsen sollte.
Kuno dachte zu langsam und es geschah wie es geschehen musste. An einem strahlenden Sonntagmorgen gestand Tamara freudestrahlend, dass sie in gesegneten Umständen wäre. Am 2. Februar 1971, an einem Dienstag, morgens um 11:37 Uhr kam zwei und einen halben Monate zu früh zwar kein Stammhalter, aber eine damals sehr hübsche Tochter zur Welt, der die überglücklichen Eltern den Namen Salome gaben. Nach dem dies geschehen war, ging Kuno wieder zu seinen Fleischwürsten und Tamara lächelte still vergnügt vor sich hin und beschloss, über das was geschehen war für immer zu schweigen.
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Seine Umgangsformen, die Tamara in den ersten Monaten ihrer Ehe noch als amüsante Marotte eines rundlichen Unternehmers aus der Fleisch- und Wurstwarenbranche abgetan hatte, empfand sie zunehmend peinlich und in den letzten Jahren ihrer Ehe nur noch als eine unerträgliche Last. Sie konnte sich nicht daran gewöhnen, dass Kuno sie vor Angestellten, obwohl das noch hinnehmbar gewesen wäre, aber auch in der Öffentlichkeit als seine „Arsch-und-Titten-Tussi“ bezeichnete. In ihren Augen war es ungehörig, wenn er ihr ungeniert, zum Beispiel im Restaurant, oder beim Jahrestreffen des Verbandes der Geflügelmetzger an die Brüste griff, oder ihr mit der Bemerkung „meine Stute“ einen kaum überhörbaren und lautstarken Klaps auf den wohlgeformten Po gab. Nur um aller Welt zu demonstrieren, dass er seinen Besitz nach Belieben nutzen, und was er bei seinen Kunden hasste, die Dekoration anfassen könne, wann und wie ihm danach war. Tamara sagte nichts, aber beschloss, dem Ochsen die dazugehörenden Hörner aufzusetzen.
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Tamara verstand es, sich auf eine ihr eigene, distinguierte Art zu revanchieren. Da war zum Beispiel sein Lieblingsspielzeug, eine Harley Davidson Fat-Boy. Kuno hat sie mit allerlei exotisch verchromtem Zubehör so umgebaut, dass sie zu teuer war, um sie aus der klimatisierten und mit Hochflauschteppichboden ausgelegten Garage heraus an die frische Luft zu bewegen.
Spöttisch und mit einem Gesichtsausdruck, der ihre degoutanten Empfindungen nur unzulänglich ausdrücken konnte, nannte sie sein Lieblingsspielzeug ein monströses Selbstbefriedigungsspielzeug für Männer, die Katzenfelle an den Nieren brauchen, weil sie ansonsten vor Gicht nichts mehr reiten könnten.
Süffisant lächelnd stand sie daneben, wenn Kuno einem staunenden, vorwiegend weiblichen Publikum, bestehend aus seinen Sekretärinnen oder seinen weiblichen Auszubildenden, die Griffe aus gediegenem Sterlingsilber, fein ziseliert und mit der Inschrift „Treufleisch, groß und mächtig“, als eine originalgetreue Nachbildung seines erigierten Penis vorstellte. Tamara empfand das im strahlenden Licht der Lampen glitzernde Silber durchaus als erregend. Aber hinter vorgehaltener Hand konnte man ihre Bemerkung hören: „Das Original ist ein schrumpliges Heilbronner Würstchen mit unangenehmem Geschmack.“
Dabei war Kunos Hang zur Detailtreue und Präzision durchaus beeindrucken. An den Endstücken der Griffe seiner vergötterten Harley-Davidson war sogar der Prince Albert Ring nachgebildet, den er sich vor vielen Jahren, angeregt durch den spontanen Einfall einer von ihm oft frequentierten und geschätzten Domina durch seine Eichel gestochen hatte.
Das alles und noch viel mehr fand Tamara so unausstehlich, dass sie den inneren Zwang verspürte zu handeln. In einer unbewachten Minute gelang es ihr, die Alarmanlage der gut gesicherten Garage abzuschalten, nur um sich zu der Maschine zu schleichen die sie so sehr hasste. Ihr kürzlich in einer exquisiten Boutique in der Stuttgarter Calwer Straße erstandenes, schwarzes Etuikleid von Issey Miyake erschien ihr für den weihevollen Anlass das Richtige zu sein. Nach einem kurzen Moment des Überlegens zog sie es bis zu den Hüften hoch und schwang sich, obwohl es ihr streng verboten war, auf den mit schwarz-weißem Kuhfell bespannten Sitz der Harley. Tamara spürte das Fell an ihren Schenkeln und sie empfand das flauschige Gefühl es als eine überraschend angenehme Erfahrung. Sie blieb einen Moment nachdenklich so sitzen und sie spürte ein angenehmes Kribbeln. Aber dann musste getan werden, was getan werden muss, auch wenn der neue, hauchzarte und sündteure rote LaPerla-Slip beim anatomischen zurechtrücken ruiniert werden könnte. Tamara begann genüsslich auf die verhasste Harley zu urinieren.
Die Entdeckung des schweren Frevels lies nicht lange auf sich warten. Zu Tamaras größtem Vergnügen waren die Leiden des Fleischwurstherstellers Kuno so groß, dass seine Schreie: „Wenn ich die Sau erwische“, die wie von einem waidwunden Tier klangen, im weiten Umkreis um die Treufleischvilla zu hören waren. Tamara verzog keine Miene. im Gegenteil, es gelang ihr sogar ein bestürzter Gesichtsausdruck und für Kuno tröstende Worte, die der mit einem: „Halts Maul blöde Kuh“ kurzerhand unterband. Tamara gehorchte wie ihr befohlen und dachte: „Du bist doch zu doof. Wenn du wüsstest.“
Aber trotz inquisitorischer Fragen und vielen Verdächtigungen blieb die Suche nach dem Harleyschänder erfolglos. Letztendlich einigte man sich auf zwei Tätergruppen. Der schlimmen Untat verdächtigt wurden streunende Katzen oder spielende Ratten, die wie auch immer die Alarmanlage überwinden konnten, um dann die geheiligte Stätte zu entweihen. Kuno beschloss zu stärksten Mitteln zu greifen und begann an allen Ecken der luxuriösen Garage Rattengift auszulegen.
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Mit nüchternem Kalkül und einem Quentchen Restintelligenz hätte die Zukunft für Tamara durchaus erträgliche Perspektiven gehabt. Aber ausgerechnet die silbernen Harley-Griffe beeinflussten das Schicksal zu ihren Ungunsten. Eine Gruppe Versicherungssachbearbeiter aus der Abteilung Schadenregulierung der Stuttgarter Volkswohlfühlversicherung, die einen Firmenausflug ins schöne München unternahm, landeten über viele Umwege und spät in der Nacht in einem überregional bekannten Etablissement in der Rosenheimer Landstraße. Die Attraktion der gastlichen Stätte war eine dunkelhäutige Aktrice, die im blitzenden Licht einer mit Spiegelplättchen versehenen und sich drehenden Kugel, auf einer sich ebenfalls drehenden Bühne mit einer senkrechten Stange, einen lasziven Tanz aufführte. Beeindruckend waren die akrobatischen Verrenkungen die der verheiratete Versicherungssachbearbeiter unter Berücksichtigung der geringen Kenntnisse weiblicher Möglichkeiten, anatomisch gesehen, für nicht ausführbar gehalten hätte. Bei näherer Betrachtung der Details und nach mehrmaligem Reinigen seiner beschlagenen Brille erkannte Manfred M. (der aus Datenschutzgründen nicht mit vollständigem Namen erwähnt werden kann) die bereits beschriebenen Griffe der Fat-Boy. Beachtlich war, wie die Aktrice diese, diesmal ohne Harley, abwechselnd in insgesamt drei verschiedene Körperöffnungen einführte. Die Ringe, durch die jetzt lustige Bändchen gezogen waren, und die feine Ziselierung mit dem treufleischschen Firmenmotto ließen keine Zweifel über die Herkunft und den Eigentümer aufkommen.
Der Zufall wollte es, dass wenige Tage vor dem Ereignis, ausgerechnet Manfred M. die Harley von der Witwe Tamara Treufleisch als frech gestohlen gemeldet bekam und der Vorgangsakt wegen Arbeitsüberlastung, aber ausgestattet mit Bildern der außergewöhnlich schönen Harley noch unbearbeitet auf seinem Schreibtisch lag. Er konnte sich an die Griffe noch gut erinnern, denn die Harley und „get your kicks on Route Sixty-Six“ waren seit vielen Jahren sein heimlicher Wunsch. Er hätte fast alles dafür gegeben, nur um ein einziges Mal im Leben mit dieser Harley und einer jungen, langbeinigen Blondine in äußerst knappen Shorts und mit großen Brüsten, die auf keinen Fall seine Ehefrau sein sollte, die Route 66 bis Santa Monica zu fahren. Aber seine voluminöse Frau, seine vier gefräßigen Kinder und mehrere Hypotheken hatten ihm die Träume gründlich ausgetrieben.
Die sofort herbeigerufene Kriminalpolizei konnte die Griffstücke aus der nur spärlich bekleideten Aktrice entfernen und alle Drei in Gewahrsam nehmen. Eine Überprüfung ergab, dass die Harley, inzwischen in viele Einzelteile zerlegt und bis auf zwei blanke Gussräder größtenteils weiterveräußert, von einem Stuttgarter Hehler stammte. Die Aktrice kam mangels gültiger Papiere und da sie nicht nachweisen konnte, dass sie bayerischer Abstammung war, in Abschiebehaft. Dagegen versicherte der Stuttgarter Geschäftsmann seine Unschuld, und beschrieb unter dem Zwang einer Anklage wegen Hehlerei, dass er die damals noch vollständige Maschine von einer sehr gepflegten Dame, die den Accessoires nach zu urteilen den besseren Kreisen zuzurechnen war, auf einem einsamen Autobahnrastplatz zwischen Stuttgart und Heilbronn für zweitausend Euro bar auf die Hand erstanden habe. Pech für die Dame war, dass sie einen Tag zuvor, und wie es sich für eine frische Witwe gehört unter wohldosierten Tränen, die gut versicherte Harley als gestohlen gemeldet hatte. Bei einer ernsten Befragung und unter Androhung schwerster Konsequenzen gestand der Hehler, dass die Verkäuferin Tamara Nadja Treufleisch gewesen war, und mit der er eine langjährige Geschäftsbeziehung unterhielt.
Für die trauernde Witwe begannen sich die Ereignisse zu überschlagen. Die bereits vorbereitete Einäscherung Kunos sterblicher Hülle konnte von den Ordnungskräften gerade noch verhindert werden. Im Zuge der weiteren polizeilichen Nachforschungen ergab sich, dass der wenige Tage zuvor, bei einem tragisch verlaufenden Vorgang der körperlichen Erleichterung verstorbene Kuno Treufleisch etwas zu viel, und zwar fast fünf Gramm feinstes Thallium in seinem Körper hatte, die da nicht hingehörten. Die aus der Mehreinnahme resultierenden Sehstörungen hatten dazu geführt, dass Kuno Treufleisch den falschen Ort aufsuchte, um sich zu erleichtern. Wie bekannt hat Thallium nicht nur die unangenehme Eigenschaft den Blick zu trüben, sondern auch abwechselnde Durchfälle auszulösen und Verstopfungen zu verstärken. Die unglückliche Wahl des Erleichterungsorts war darauf zurückzuführen, dass Kuno sich auf einer Bergwanderung in den Zillertaler Alpen befand.
Bei der sofortigen Rekonstruktionen des tragischen Unglücks, meldete sich auch die Lehrerin Rosamunde P. aus Finkenwerder (Name aus Zeugenschutzgründen gekürzt). Sie war nach eigenen Aussagen zur gleichen Zeit in unmittelbarer Nähe, um im herrlichen alpenländischen Sonnenlicht selten schöne Exemplare des Gletscherfingerkrauts (Potentilla frigida) und des Flattnitzer Hungerblümchens (Draba flatniziensis) zu fotografieren. Auf einem der Fotos konnte man bei genauerer Betrachtung und unter Zuhilfenahme starker Vergrößerungen des Bildhintergrunds erkennen, wie eine blonde Dame mit beachtlichen Brüsten einem in sitzender Haltung verharrenden, etwas korpulenten, älteren Mann sozusagen den letzten Tritt verpasste, der daraufhin etwa eintausend Meter tiefer mit heruntergelassenen Hosen gefunden wurde. Das Fass zum Überlaufen brachte die Durchsuchung des Kellers des Treufleischschen Anwesens, bei dem eine alte Tüte mit Rattengift gefunden wurde. Pech war, dass die Tüte aus den Jahren stammte, in denen dem Rattengift noch Thalliumsulfat zur besseren Wirksamkeit zugesetzt worden war, und man darauf die Fingerabdrücke der Witwe fand. Die Polizei und die energische Staatsanwältin Dr. Karin von Stahl begannen unangenehme Fragen zu stellen.
Das alles hatte dazu geführt, dass Tamara Nadja Treufleisch seit drei Wochen, zusammen mit einer obdachlosen Prostituierten, die zwar ohne Höschen, vermutlich weil sie es immer wieder ausziehen musste und darum seit Jahren keines mehr angezogen, aber mit Stiefelchen an den Füßen in denen man Maden fand, weil sie diese schon seit Jahren nicht mehr ausgezogen hatte, und einer fünffachen Kindesmörderin die sich an nichts mehr erinnern konnte und darum unablässig laut jammernd ihre Unschuld beteuerte, im obersten Stockwerk des Stammheimer Untersuchungsgefängnisses, im besonders gesicherten Frauentrakt einsaß.
Das kleine Holzkreuz hatte sie von der Gefängnisseelsorgerin zur Läuterung der schuldigen Seele umgehängt bekommen. Zur Belohnung für ihre Bereitschaft zur Reue hatte Tamara noch zwei Schachteln Zigaretten, die sich als Tauschware besonders eigneten, erhalten. Gleichzeitig musste sie versprechen, am Morgen und am Abend in sich zu gehen und ein Bußgebet an den Herrn zu richten. Daran wollte sich Tamara auch halten, aber zuerst und vor dem Gebet wollte sie Kuno, dem sie die besten Jahre ihres Lebens geopfert hatte, noch einmal ausgiebig verfluchen. Dann erinnerte sie sich wieder an die Bananen, die in vier Stücke zerschnitten vor ihr auf dem Plastikteller lagen, damit sich die Frauen diese nicht in nicht dafür nicht vorgesehene Körperöffnung stecken konnte. Sie dachte an ihre Tochter Salome, die mit einem guten, anständigen Mann verheiratet war und an die schönen Tage ihrer Jugendzeit.
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In eigener Sache: Es gibt keine Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen. Auch vermutete Ähnlichkeiten mit aktuellen Ereignissen oder Märchen aus tausendundeiner Nacht sind rein zufällig und nicht beabsichtigt. Alles hier Geschriebene, die Erlebnisse, die handelnden Personen, die Namen, Orte und Zeiten sind frei erfunden. Falls doch der Eine oder die Andere glaubt, sich irgendwo wieder zu erkennen, ist das ein reiner Zufall. Ich kenne Den- oder Diejenige nicht. Ich habe Sie noch niemals gesehen, gehört, gerochen, gespürt oder geschmeckt. Sollte also jemand vermuten, sich oder nahestehende Personen in diesem Text wieder zu erkennen, dann fühle ich mich wegen meiner blühenden, aber realitätsnahen Phantasie geschmeichelt. Aber der oder diejenige hat sich geirrt oder lügt. Ansprüche, welcher Art auch immer, können daraus nicht abgeleitet werden.
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Signatur Lieber Leser, alles stimmt nicht und kann nicht stimmen. Schüttle nicht gleich mit dem Kopf, wenn es bei dir ein bisschen anders ist – das ist ein Zufall. Wenn du aber sagst: „Das muss ich ausschneiden und Carsten schicken, dem Blödmann!“ dann ist der Autor reichlich belohnt.
Zitat frei nach Kurt Tucholksky

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