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CrazyBecca 
         

Status: Offline Registriert seit: 20.10.2006 Beiträge: 1223 Nachricht senden | Erstellt am 08.12.2006 - 20:35 |  |
Irgendjemand saß auf meinem Bauch. Verschlafen öffnete ich die Augen und blickte in das hellwache Gesicht von Danny. Dann blickte ich zur Tür, wo Sam grinsend stand. „Sorry, ich konnte ihn nicht mehr festhalten!“, meinte er entschuldigend.
„Jaja, wer’s glaubt wird selig, wer’s nicht glaubt kommt auch in den Himmel!“, knurrte ich. Dann hob ich Danny hoch und ging mit ihm und Sam Geschenke auspacken. *g* Sam bekam von mir 10 Flaschen Cola, Sprite, Mountain Dew, und was man noch für unseren Spezialmix brauchte, und ein Fotoalbum mit ganz vielen Fotos von Danny, von Orlando, von Sam und mir, eigentlich von ziemlich allen. Auch welche von Stu und Co. Waren dabei. Und als Krönung klebte hintendrin eine Vergrößerung des Fotos, was ich damals im Bus mit meinem Handy gemacht hatte. Als Sam das sah, kriegte er mal wieder einen seiner hysterischen Lachkrämpfe. Dann grinste er mich an. „Ääähm, ja, zu deinem Geschenk. Lalala, ich glaube, wir hatten dieselben Ideen!“
Das Gefühl hatte ich allerdings auch. Denn zum Vorschein kamen… 10 Flaschen für den Spezialmix und ein Fotoalbum.
„Die Bilder habe ich in den letzten 1 ½ Jahren gemacht, seit du weg warst. Ein paar haben die anderen gemacht, aber sie wussten nicht, wofür die Bilder sind. Damit du siehst, was bei uns so abging!“ Zögernd öffnete ich es. Einerseits freute ich mich darauf, meine Freunde „wieder zu sehen“, aber andererseits waren auch garantiert Bilder von Stu dabei.
Die Bilder waren echt gut. Lee und Kati, wie sie glücklich waren. Die Jungs, wie sie Schei** bauten, Sam, wie er mal wieder vor Lachen auf dem Boden lag und heulte… Sam, wie er von den Jungs verfolgt wurde, anscheinend hatte er mal wieder einen seiner berühmten Sprüche abgelassen. Gespannt beobachtete Sam mich. Kurz darauf wusste ich, warum. Auf der nächsten Seite waren nur Bilder von Stu. Auf denen danach auch.
Er sah nicht besonders happy aus. Dunkle Augenringe, zerstrubbelte Haare, ein müdes Gesicht, er lächelte, und trotzdem sah er aus, als ob er am liebsten heulen würde… Dünn war er auch geworden. Und trotzdem waren das für mich die schönsten Bilder des ganzen Albums. Wieder einmal merkte ich, wie sehr ich diesen Typen vermisste. Doch dann… dann kamen Nahaufnahmen von Stu. Dieser blick. Einfach nur herzzerreißend. Er sah so traurig aus, so verletzlich… Am liebsten hätte ich mich in den nächsten Flieger nach London gesetzt. Aber das ging nun mal nicht.
Als ich dann die letzte Seite des Albums aufschlug, wurde mir bewusst, dass Danny seinem Daddy echt total ähnlich sah. Denn dort klebten Fotos von stu, wo er noch ein baby war.
Dann stand Sam auf und kniete sich zu Danny… „Startklar, Kleiner?“
Auch wenn ich bezweifelte, dass Danny wusste, was Sam von ihm wollte, sah ich ihnen amüsiert zu. Doch dann fiel mir mein Unterkiefer auf den Boden. Sam setzte Danny auf dem Boden ab und kniete sich ein paar Meter entfernt hin. „Komm“, lockte er ihn. Danny sah strahlend zwischen Sam und mir hin und her. Dann tapste er einen Schritt nach vorne. Ziemlich wackelig, aber er schaffte es. Glücklich fiel er Sam in den Arm. Total überrascht ging ich zu ihnen. „Was war das denn?“ Sam grinste. „Na ja, wir haben in den letzten Tagen halt fleißig geübt. “ „Mummy“, quengelte Danny und streckte seine Ärmchen nach mir aus. Das war so ziemlich sein Lieblingswort, ok, so viele andere konnte er auch noch nicht. Lächelnd nahm ich den kleinen Sonnenschein auf den Arm. „Danny Mummy liep!“, flüsterte er mir ins Ohr.
Ab 11.00 am sah Sam die ganze Zeit auf seine Uhr. „Erwartest du wen, oder was geht hier ab?“, fragte ich ihn gereizt. Es war ganz schön nervig. Man konnte sich nicht mal vernünftig mit ihm unterhalten, da er die ganze Zeit nur auf die Uhr sah.
Als es dann um viertel nach Zwölf klingelte, sprang er wie von Mus gekniffen auf und rannte zur tür…
Ich verstand gar nichts mehr. Wen bitte schön erwartete er? Als ich kurz darauf Stimmen vernahm, ahnte ich Schreckliches. Denn diese Stimmen kannte ich…
Vorsichtig schlich ich zur Tür und sah um die Ecke. Oh nein! Ich hatte recht gehabt. Die Stimmen gehörten wirklich zu Lee und Kati. Was, verdammt noch mal, machten die hier? Seufzend nahm ich Danny auf den Arm und ging in den Flur, wo die drei immer noch standen.
„Hallo! Wenn ihr schon hier seid, dann könnt ihr direkt ins Wohnzimmer kommen und braucht nicht hier rumstehen!“, meinte ich. Sie drehten sich um. „Mely! Endlich! Man, haben wir dich vermisst! Was war das denn eigentlich für ein Abgang? Und wer ist der kleine süße Fratz da?“
Ich seufzte und ging wieder ins Wohnzimmer. Sie folgten mir.
„Also?“, fragten sie nach einer ausgiebigen Begrüßung. „Eins nach dem anderen, okay? Ich bin nicht so ganz mitgekommen. Wenn ihr was fragen wollt, dann bitte schön der Reihe nach!“, grinste ich. Irgendwie war ich froh, dass sie wieder bei mir waren. Wobei ich sie nachher auch noch zur Rede stellen würde. *g*
„Okay… Frage Nummer 1: Wer ist der kleine Teddy da?“, fragte Kati. Lee grinste. „Sieht aus wie Stu in klein. Der sah mal genauso aus.“ Ich schüttelte den Kopf. „Stu isses nicht.“ „Sondern? Stus Sohn, oder wie?“
„Genau!“ Lee fiel vom Sofa. „Wie bitte? Wie geht das denn?“ Ich verdrehte die Augen. „Ganz einfach. Danny ist das Ergebnis meiner einzigen Nacht mit Stu.“
„Und er weiß es nicht?“, fragte Kati mit weit aufgerissenen Augen. Ich schüttelte den Kopf. „Na ja, wie auch immer. Erstmal herzlichen Glückwunsch!“, meinte Lee und umarmte mich. „Danke!“
„Man, da hat Stu echt ganze Arbeit geleistet.“ Ich grinste. „Ihr hört euch an wie Sam. Das hat der vor ‚nem Dreivierteljahr auch gesagt. Wo wir grade bei Sam seid… hat er euch eigentlich gesagt, wo ich bin, oder woher wisst ihr, dass ist hier bin?“ Kati und Lee sahen sich an.
„Das ist ‚ne lange Geschichte… Wir haben durch Zufall das Fotoalbum entdeckt, dass er dir zu Weihnachten geschenkt hat. Und dann hat Kati bei deinen Eltern angerufen und sie gefragt, wo du bist. Du hättest uns eingeladen, nur hätten wir die Adresse verloren und so weiter. Als wir dann wussten, dass du in Orlando bist, haben wir mit Sam gesprochen. Na ja… und hier sind wir…“
„Shortyyyy? Bist du mir jetzt sehr böse?“, fragte Sam kleinlaut. Er sah aus wie ein kleines Kind, das etwas angestellt hatte. „Nee“, grinste ich. „Eigentlich bin ich sogar froh. Und jetzt kommt MEINE Weihnachtsüberraschung für euch alle…“
Ich zog einen Briefumschlag aus der Schublade des Wohnzimmerschrankes. „Was ist das?“ „Guckt rein!“, meinte ich grinsend. Dabei war mir gar nicht nach Grinsen zumute. Aber wie heißt das so schön? Gute Miene zum bösen Spiel. *g*
„Boah, ist ja geil!! Hach, hab ich sie nicht gut erzogen?“, meinte Sam stolz. Wir alle nickten spöttisch. „Was ist das denn jetzt? Ich hab’s noch nicht gesehen!“ „2 Flugtickets nach London. Für heute Abend. Eins für Danny, eins für mich.“
„Du willst zu Stu?“, fragte Lee hoffnungsvoll. Ich seufzte. „Ich will nicht. Aber ich denke, ich muss. Ich hab ihm Danny schon viel zu lange verschwiegen. Wenn er es gut auffasst, wird er froh sein, seinen Sohn vor dessen ersten Geburtstag zu sehen, wenn nicht… na ja, reden wir nicht drüber!“, meinte ich niedergeschlagen.
„Hey Kleine! Kopf hoch! Er wird sich freuen, verlass dich drauf!“, wurde mir jetzt von 3 Seiten zugeredet. „Werden wir ja dann sehen!“
„Kommt ihr auch mit, oder wollt ihr hier bleiben? Von mir aus könnt ihr euren Urlaub hier verbringen. Die Wohnung steht euch zur Verfügung. So lange ihr wollt. Ich habe euch nämlich noch nicht alles erzählt“, fing ich zögernd an. „Was denn noch? Geiler geht’s jawohl nicht!“
„Guckt mal im Schlafzimmer in die Schränke!“ Sofort sprangen sie auf und rannten ins Schlafzimmer. „Die sind ja leer!“, rief Sam. „Hast du so wenige Klamotten, dass du alle mitnehmen musst?“ „Saaaam!“, stöhnten Lee und Kati mal wieder. Sie kamen zurück. „Du kannst… ähm, ihr könnt natürlich wieder zu mir in die Wohnung ziehen. Ist ja eigentlich sowieso deine!“ „Danke!“ Ich fiel ihr um den Hals.
„Häh?“ lol, Sam checkte gar nichts. „Sie zieht wieder nach London, du Dussel!“ „Aaaah, sag das doch glei… was? Du ziehst wieder zu uns nach London? Iiiiiist ja krass!“
Wir anderen schüttelten nur noch die Köpfe. Der Typ war einfach nicht normal.
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Unsere Träume können wir erst dann verwirklichen,
wenn wir uns entscheiden einmal daraus zu erwachen!!!
Es gibt etwas gutes in der Welt
und dafür lohnt es sich zu kämpfen.
Lieb euch meine Mädels hoffe ihr vergisst mich nie, ich vergesse euch auch nie!
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CrazyBecca 
         

Status: Offline Registriert seit: 20.10.2006 Beiträge: 1223 Nachricht senden | Erstellt am 08.12.2006 - 20:35 |  |
Lee und Kati wollten noch eine Woche in Orlando bleiben. Sam buchte sich für den gleichen Flug wie den von Danny und mir, ein Ticket. Am Abend standen wir dann zu fünft am Flughafen. Okay, zu viert. Danny war auf Sams Arm und schlief selig. Den konnte kein Krach aus seinen Träumen holen.
„Also, macht’s gut! Bis nächste Woche! Haltet die Ohren steif!“
„Ihr auch! Mach dir keine Sorgen, Stu liebt dich über alles, er wird sich über Danny freuen! Glaub mir!“, Lee umarmte mich noch mal. Dann mussten wir los…
Sam und Danny schliefen auf dem Flug entweder, oder sie spielten zusammen. Echt ein crazy Pärchen. Irgendwann wurde es Danny aber dann doch zuviel und er schlief wieder ein.
„Mely… wie willst du das in London eigentlich anstellen? Einfach zu Stu gehen und mit der Tür ins Haus fallen, oder…?“ Ich schüttelte den Kopf.
„Ich weiß es noch nicht genau. Als erstes werde ich die Koffer in die Wohnung bringen. Dann ist es so ca. 11 Uhr morgens (ich hab keinen Plan ob das so ist, mit Zeitverschiebung und so…). Du, kannst du nicht einfach alle zu ‚nem Bandtreppen in den Probenraum rufen? So um 12 Uhr?“
Sam strahlte. „Klar! Kein Problem!“
In London regnete es. Wie hatte ich das vermisst. Es regnete in Wirklichkeit zwar gar nicht so oft, wie alle behaupteten, aber für mich war der Regen in London schon immer etwas Besonderes. Während wir mit einem Taxi zu Katis und meiner Wohnung fuhren, telefonierte Sam mit Mus, der alle in den Probenraum bestellte.
Es war ungewohnt, wieder in der Stadt zu sein, in der so viele Erinnerungen an die schönsten und traurigsten Tage meines Lebens waren. Aber es war wunderschön.
Wir waren wirklich um 11 Uhr in der Wohnung, und obwohl ich im Flugzeug nicht viel geschlafen hatte, war ich hellwach. Eine halbe Stunde vor der geplanten Zeit waren wir beim Probenraum. Total aufgeregt lief ich immer hin und her, während Danny seelenruhig mit seinem Patenonkel spielte.
„Ach, übrigens… Ich hab Stu erst für halb eins bestellt. Dann kannst du erstmal mit den anderen reden, okay?“, meinte Sam so ganz nebenbei. Erleichtert ließ ich mich auf die Couch fallen. „Ja, super! Danke! Man, warum hast du das nicht früher gesagt, dann hätte ich mich gar nicht so verrückt machen müssen?!“
Um viertel vor Zwölf trudelten sie alle ein. Alle zusammen. Fröhlich redend und lachend betraten sie den Raum. Anfangs bemerkten sie mich gar nicht, aber dann blieb Mus abrupt stehen und alle rannten in ihn rein. Kurz darauf hingen mir 8 Jungs um den Hals. Als ich alle freudig begrüßt hatte, murmelte Sam grinsend vom Boden hoch: „Jap, ich bin auch da. Aber das merkt ja keiner!“ „Du hast es erfasst. Du bist halt unwicht… wer isn der Kleine?“, fragte Chris. „Ist ja geil. Der sieht aus wie Stu!“, lachte Mus.
„Ist das ein Wunder?“, murmelte ich. „Wie jetzt? Das ist deiner?“
Ich nickte. „Ja, das ist mein Sohn Danny.“ „Dann ist Stu…“ „stu ist der Daddy, 100 Punkte für den Kandidaten.“ „Cool! Hehe, ein echter kleiner Prachtkerl. Aber warum hat uns Stu nichts davon erzählt?“
„Weil Stu es nicht weiß! Bis gestern war ich der Einzige, der von Danny wusste“, rief Sam wieder vom Boden hoch.
„Er weiß nicht, dass er Daddy ist?“, fragten sie im Chor. Ich schüttelte verlegen den Kopf.
„Wer weiß nicht, dass er Daddy ist?“, fragte eine, mir allzu bekannte, Stimme von der Tür.
„Stu!“, riefen alle wie aus einem Mund. „Jap, so heiße ich. Was ist denn hier los?“
„Wir haben Besuch, falls du es nicht bemerkt hast. Aus Orlando!“, meinte Mus. „Nein, kein Besuch. Wir bleiben in London!“, murmelte ich.
Stu, der vorher mit dem Rücken zu mir gestanden hatte, drehte sich wie in Zeitlupe um. „Mely!“, flüsterte er. Als ich ihm in die Augen sah, bekam ich ein sauschlechtes Gewissen. „Ja, ich.“ Verlegen sahen wir beide in der Gegend rum. „Was meintest du mit „wir“?“
Vorsichtig schielte ich zu Danny. Er saß bei Sam im Arm auf dem Boden und blickte mit großen Augen hin und her. Zum Glück hatten sich die anderen Jungs so gestellt, dass Stu ihn nicht sehen konnte.
Aber Stu konnte ihn hören. Denn kurz darauf weinte Danny los. „Mummy!“ Das waren eindeutig zu viele neue Leute auf einmal für ihn. Ich ging in die Hocke. „Komm her, Danny!“ Schnell tapste er auf mich zu, Sam „zog“ er hinter sich her. Dann nahm ich meinen Sohn auf den Arm. Den Ausdruck in Stus Gesicht werde ich wohl nie vergessen. Verwirrt, geschockt, ungläubig… Er wollte es nicht glauben, und doch wusste er genau, was los war. Jedenfalls dachten wir das alle.
Er schüttelte den Kopf, sah uns an, sah weg, sah wieder hin. „Das… das kann nicht wahr sein! Das… das geht einfach nicht!“, stammelte er die ganze Zeit vor sich hin. Ich schluckte. Jetzt kam die schlimmste Aufgabe von allen… „Sam, kannst du den Kleinen nehmen?“ Er nickte. „Aber immer doch!“
Dann flüsterte ich: „Stu, ich glaube, wir müssen mal miteinander reden.“ „Das Gefühl habe ich auch!“
Mit zitternden Knien folgte ich ihm nach draußen. „Kannst du mir mal sagen, was das grade war? Oder besser gesagt, wer?“, fuhr er mich an.
„Das… das war Danny…“ „Soweit war ich auch schon. Jetzt weiß ich, warum du Schluss gemacht hast. Kennst du ihn schon lange?“ Hä, was ging denn mit dem ab? Oh oh, er ahnte etwas. Aber eindeutig das Falsche. „was… was meinst du?“
„Tu doch nicht so unschuldig! Während ich in England unterwegs war, hast du dir ‚nen Neuen angelacht. Wahrscheinlich als Ausgleich, weil wir so viel unterwegs waren. Erst betrügst du mich, dann haust du Hals über Kopf ab, hast die ganze Zeit einen anderen, und jetzt auch noch ein Kind von ihm!“, schrie er wütend. „Das du mir dabei das Herz gebrochen hast, scheint dir ja egal zu sein!“ Zornig sah er mich an. In seinen Augen schimmerte es feucht. Dann liefen ihm die ersten Tränen über die Wangen. Wütend wischte er sie weg. Seine Hand zitterte. Nicht nur seine Hand, er zitterte insgesamt. „Stu… das stimmt doch gar nicht!“
„Neiiiin, nur nicht. Ich bin vielleicht berühmt, aber nicht blöd!“ „Jetzt lass mich doch mal erklären!“, fuhr ich ihn an. So langsam wurde auch ich wütend. Genau so hatte ich es mir vorgestellt. Ich bereute es, nach London gekommen zu sein. Und wie ich es bereute. Wieder versuchte ich, ihm alles zu erklären, doch er unterbrach mich. „Spar dir deine Lügen! Davon hast du ja schon genug verbreitet! Geh doch wieder nach Orlando, wird doch glücklich mit deinem… deinem…“
„Jetzt halt aber mal die Luft an!“ Stocksauer sah ich ihn an. Er weinte immer noch. Es tat weh, ihn so zu sehen, aber in dem Moment war ich nur noch enttäuscht von ihm.
„Wieso sollte ich? Ich sag doch die Wahrheit. DU lügst immer!“
Das reichte. Das war eindeutig zu viel. Ich baute mich vor Stu auf, was garantiert lustig aussah, da er ungefähr einen Kopf größer war als ich. Aber das war mir in dem Moment egal. Er wollte es nicht auf die normale Tour erklärt haben, bitte, ich konnte auch anders.
„Weißt du was? Du spinnst ja! Ich sag dir jetzt die Wahrheit, und wehe, du unterbrichst mich!“ Etwas eingeschüchtert sah er mich an. „Ich habe es nicht mehr ausgehalten, dass du nie da warst. Dauernd warst du unterwegs, und es ist auch nicht grade super, dich mit Tausenden von Fans teilen zu müssen. Meine Eltern haben eine Wohnung in Orlando, da habe ich mich einquartiert.“
„Mit deinem Casanova? Oder wie?“ Spöttisch sah er mich an. So hatte ich ihn noch nie erlebt. Okay, da kriegte er es halt kurz und schmerzvoll. Und zwar nicht, weil dann der Überraschungseffekt größer wäre, sondern weil mir auch schon Tränen in den Augen standen und ich nicht wollte, dass Stu sie sah.
„Damit du es weißt: ich hatte keinen anderen, habe keinen anderen, und werde auch nie einen haben! Falls du es nicht gemerkt hast – ich liebe dich immer noch. Und daran wird sich wahrscheinlich auch nie was ändern. Aber das ist DIR ja egal!“ Wütend stürmte ich zur Tür. Mittlerweile heulte ich wie sonst was. And er Tür drehte ich mich noch einmal rum. Fassungslos starrte Stu hinter mir her. „Nur zur Information: Danny ist dein Sohn. Kann man ja wohl unschwer erkennen!“
Dann lief ich, ohne Jacke oder Sonstiges, in den kalten Regen Londons hinaus…
Total verdattert sah Stu mir hinterher. Mit allem hatte er gerechnet, aber nicht DAMIT. „Hey, was’n hier los?“, fragte James, der auf einmal auftauchte. „sie, ich… man, ich bin so ein Idiot!“
„Stu? Alles okay? Ist ja das erste Mal, dass du es offen zugibst!“ „Das ist nicht witzig!“, explodierte Stu.
„Oh oh. Komm, geh mit rein und erzähl uns alles, okay?“ Niedergeschlagen gehorchte Stu. Am liebsten wäre er mir sofort hinterher gerannt, doch er hatte keinen plan, wo ich mittlerweile war.
Als er ihnen alles erzählt hatte, meinte Rocky: „Was sollte DIE Aktion von dir denn? Die war ja wohl voll daneben! Ich denke, du liebst sie!“
Stu seufzte. „Das tue ich auch. Und wie! Aber ich bin ja so ein Idiot!“ Da grinste Sam. „Hey, jetzt hör aber mal auf! Sei doch lieber froh, dass du so ‚nen kleinen Sonnenschein hast!“ „Bin ich ja auch! Komm mal her, Kleiner!“ anscheinend wusste Danny, wer da mit ihm redete. Freudig watschelte er auf Stu zu und fiel in die ausgebreiteten Arme. „Daddy!!!“, quietschte er. Alle Köpfe drehten sich zu Sam. „Was? Hab ich ihm doch gut beigebracht! Ich bin echt stolz auf mich!“ Alle grinsten und sahen wieder zu Stu und seinem kleinen Sohn.
Die zwei knuddelten ausgiebig auf der Couch. „Sweet!“, flüsterte Mus. Alle stimmten ihm zu.
„Du, Stu, ich will ja nicht stören, aber willst du dich nicht mal bei meiner Kleinen entschuldigen?!“, fuhr Sam fünf Minuten später ungeduldig dazwischen. „Hmm.“ „Nicht Hmmm…. JA! Hör zu… ich ruf sie an, okay? Irgendwie krieg ich schon hin, dass sie kommt. Ach ja, wann wollten eure Girls eigentlich kommen?!“
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CrazyBecca 
         

Status: Offline Registriert seit: 20.10.2006 Beiträge: 1223 Nachricht senden | Erstellt am 08.12.2006 - 20:36 |  |
Als ich in die Wohnung kam, war ich klitschnass und mir war arschkalt. Schnell stellte ich mich unter die heiße Dusche. Ich saß grade auf der Couch und machte mir Vorwürfe, als mein Handy klingelte. Sam, wetten wir?!
„Ja?“ „Hey Kleine!“, kam eine fröhliche Stimme vom anderen Ende der Leitung. „Hi Sam. Was ist los?“
„Na ja, du hast bei deinem stürmischen Abgang Danny vergessen. Der brüllt sich da drinnen grade die Seele aus dem Leib. Deshalb bin ich auch nach draußen gegangen. Na ja, wir würden ihn ja vorbeibringen, aber Taxi ist ja bekanntlich zu teuer, und mit so ‚nem Brüllwürfel U-Bahn fahren ist auch nicht grade der Hit!“
„Ah ja. Das heißt, ich soll ihn jetzt sofort abholen?“ „Geeeeenau! Wir sind noch alle im Probenraum…“ „Stu auch?“ „Nee, der ist gegangen. Erst hat er sich selbst verflucht wie sonst was, dann hat er die ganze Zeit mit seinem Kopf gegen die Wand gehauen. Aber jetzt ist er weg!“ „Na gut. In einer Viertelstunde bin ich da, okay?“
Außer Atem kam ich beim Probenraum an. Das von Sam angesprochene Geschrei hörte ich nicht. Langsam öffnete ich die Tür. Super, ich war mal wieder in eine von Sams Fallen getappt. Da hatte ich auch echt Talent zu.
*grml* 10 Jungs, darunter meine große Liebe und mein Sohn, und 4 Mädels blickten mir fröhlich entgegen. Okay, 9 Jungs. Stu sah eher nervös aus. „Saaam! Was ist das schon wieder für ‚ne Aktion?“, fragte ich genervt und verdrehte die Augen. „Darf ich vorstellen“, meinte der. „Das ist Mely wie sie leibt und lebt. Die bessere Hälfte von Stu.“ „Danke, Sam!“
„Sorry, er hat sich geirrt. Ich WAR die bessere Hälfte von Stu. Mittlerweile bin ich „eine absolute Lügnerin“, die ihn betrogen hat“, meinte ich. „Also, Sam, was soll das hier? Ich habe kaum das Gefühl, das Danny sehr unglücklich ist.“
Das war er wirklich nicht. Fröhlich hüpfte er auf dem Schoß seines Daddys rum. Und der passt zärtlich darauf auf, dass sein kleiner Sohn nicht runter fiel.
„Na, irgendeinen Grund um dich herzulocken brauchte ich doch!“, grinste Sam. „Er hat Recht. Wenn du den wahren Grund gewusst hättest, wärst du nie gekommen!“, warf Stu ein.
„Ach ja. Was ist denn der wahre Grund?“, fragte ich. „Ich… ich wollte mit dir reden.“ Die anderen machten sich vom Acker. Danny nahm Sam mit.
„Und warum? Willst du mir mal wieder erzählen, was für Lügen ich immer verbreite?“, zischte ich. „Ich… Bitte, lass mich ausreden. Ich war so ein Idiot!“ „Da hast du allerdings Recht!“
„Ich war so rasend eifersüchtig. Ich dachte, du hättest einen anderen. Und den Gedanken habe ich einfach nicht ertragen. Mely, ich liebe dich mehr als mein Leben, da kann ich nun mal nichts gegen tun!“, murmelte er verzweifelt. Ich musste lächeln. Es sah echt süß aus, wie er sich einen abbrach.
„Hmm. Ich war ganz schön enttäuscht, dass du sowas von mir gedacht hast!“ „Ich war nun mal ein Volltrottel. Und das bin ich immer noch.“
„Was sagst du eigentlich zu deinem kleinen Sohn?“ Die Frage MUSSTE ich einfach stellen. Sie lag mir schon die ganze Zeit auf der Zunge.
Stu fing an zu Strahlen. Das war mir Antwort genug. „Er ist ja sooooooo goldig! Kein Wunder, bei der Mum!“, fügte er hinzu. „Kein Wunder, bei dem Daddy!“, neckte ich zurück. Das eis war gebrochen. Stu stand vor mir, strahlend, und breitete die Arme aus. Erleichtert ließ ich mich hineinfallen…
Dann erklang Applaus. Sam! Irgendwann würde ich mich an ihm rächen! Und wie! Grinsende Gesichter tauchten auf. „Wurde aber auch Zeit!“, meinte Sam. Er ließ Danny runter, und der lief sofort auf uns zu. Als er vor uns stand konnte er sich nicht sofort entscheiden, zu wem er wollte. Also nahm Stu ihn einfach auf den Arm und umarmte mich…
„Sorry, ich habe wahrscheinlich einen ziemlich schlechten Eindruck gemacht! Tut mir Leid!“, murmelte ich an die 4 Girls gewandt. Doch sie lächelten nur. „Ist schon okay. Kann man gut verstehen in der Situation! Ich bin übrigens Nicky!“ Ich lächelte zurück. „Ich bin Mely, aber ich denke, das ist bekannt. *g*“ Nicky und ich umarmten uns zur Begrüßung. „Hey, ich bin Dani!“, meinte die nächste. Dasselbe Spielchen. Genauso bei Vicky und Alex. Die Mädels waren echt klasse drauf. „Zu wem gehört ihr eigentlich?!“, fragte ich neugierig.
„Ich gehöre zu Mus!“, meinte Vicky. „Dani gehört zu James aka Kenzie, Alex zu James aka Flava und Nicky gehört zu Chris.“ „Gut zu wissen!“, antwortete ich grinsend.
Es wurden herrliche Ferien. Die Jungs hatten ausnahmsweise mal frei, und Stu, der sich vorher mit Lee eine Wohnung geteilt hatte, tauschte mit Kati.
Auf dem ersten Konzert nach dem Urlaub wollte Stu den Fans alles erzählen. Sie sollten von Anfang an Bescheid wissen. Die Reaktion fiel eigentlich ganz gut aus. Die meisten gönnten es Stu und freuten sich für ihn. Danny wurde zum neuen Liebling der Fans.
Doch nicht alle waren uns so wohl gesonnen…
Es fing damit an, dass eines Morgens ein Brief in unseren Postkasten flatterte. Ein Drohbrief.
„Lass die Finger von Stu, er gehört uns. Du denkst wohl, nur weil du ein Kind von ihm hast, hast du was zu sagen!“
Ich ignorierte ihn und erzählte keinem etwas davon. Bestimmt hatten nur ein paar Fans einen Scherz gemacht. Eine Woche später kam wieder ein Drohbrief.
„Ich würde diese Briefe ernst nehmen! Sonst passiert dem Wichtigsten in deinem Leben etwas Schlimmes!“
Da wurde mir doch etwas mulmig. Was wollten die Stu antun? Als Stu an dem Abend nach Hause kam, bemerkte er sofort, dass etwas nicht stimmte. „Hey, was ist denn los?“ Ich biss mir auf die Lippe. Ich durfte es ihm nicht sagen. Es ging einfach nicht. „Ich… ich hab Kopfschmerzen. Nichts weiter!“, antwortete ich und lächelte gequält.
„Achso. Du, ich hab mich mal wegen einem Kindermädchen umgehört. Damit du mal mit uns kommen kannst.“ Ich seufzte. Darüber hatten wir schon tausendmal diskutiert. „Du weißt genau, dass ich Danny nicht bei irgendeinem wildfremden Kindermädchen lassen will. Warum können wir ihn nicht einfach mitnehmen? Das ist doch immer nur eine Tagestour!“
„Das wäre viel zu anstrengend für den Kleinen. Wir können uns diese Nancy ja mal angucken, vielleicht ist sie doch gar nicht so schlecht!“ „Von mir aus. Aber oft lasse ich Danny nicht mit ihr alleine, klar?“
Am nächsten Tag luden wir diese Nancy zu uns ein. Sie ging als erstes auf Danny zu und knuddelte ihn. Ich kochte. Ich mochte es nicht, wenn wildfremde Leute mit Danny knuddelten.
Stu war von dieser Nancy vollkommen begeistert. Aber mir gefiel irgendetwas an ihr nicht. Ich wusste nicht, was es war, aber ich hatte so ein komisches Gefühl im Bauch. Doch Stu und Danny waren begeistert von ihr, also ergab ich mich. Meistens riefen wir Nancy morgens an und abends ging sie wieder. Eines Tages lud uns Lee alle zu einem Fußballspiel ein. Arsenal gegen Chelsea. Ich kam mir ziemlich verloren vor. Die Jungs, und auch die Mädels fieberten richtig mit. Nur mir lag irgendetwas im Magen. Was es war, wusste ich einfach nicht. Danny… war wie immer mit Nancy zu Hause. Stu… saß neben mir.
Wahrscheinlich waren es die Drohbriefe. Besser gesagt, die Fehler, die ich begangen hatte. Ich hatte mit niemandem geredet. Auch nicht mit Stu. Ich dachte, es wäre ein dummer Scherz. Aber dann kamen Forderungen.
„Überweise 10.000 Pfund auf dieses Konto. Dein Freund hat ja genug Knete. Zöger nicht, sonst passiert deinem Schatz etwas.“
Was hätte ich tun sollen? Ich wollte nicht, dass Stu etwas zustieß, außerdem ging ich davon aus, dass es danach mit den Briefen aushören würde. Stu hatte mir erlaubt, seine Karte zu benutzen, falls ich irgendwann beim Shoppen mal etwas Schönes finden würde.
Also ging ich zur Bank. Mit Stus Karte. Ich überwies die 10.000 Pfund.
Dann war zwei Wochen Ruhe. Ich war total erleichtert, dachte, der ganze Horror wäre vorbei. Aber gestern, da war wieder ein Brief da.
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„Na also, hat doch super geklappt. Dann ist es ja bestimmt kein Problem für dich, noch mal 20.000 Pfund zu überweisen. Denk an deinen Schatz!“
Ich wollte sofort zur Bank gehen, doch dann kamen auf einmal Lee und so wegen dem Fußballspiel. Morgen, wenn sie wieder normal unterwegs waren, wollte ich sofort zur Bank gehen. Ich hoffte nur, dass Stu in der nächsten Zeit keine Kontoauszüge holen würde.
Nach dem Spiel war ich dann total beunruhigt. Die anderen wollten noch etwas trinken gehen. „Stu, bitte, lass uns gehen. Ich will nach Hause! Wir können doch alle bei uns was Trinken!“ Ich wollte einfach nur nach Hause. Und da ich immer noch Angst um Stu hatte, wegen den Briefen, wollte ich ihn bei mir haben. Alle sahen mich verwundert an, doch sie stimmten zu.
Die Jungs fuhren in anderen Autos als wir Mädels. Sie wollten noch schnell etwas erledigen. Als wir endlich zu Hause ankamen, ging ich rein. Irgendwas stimmte nicht. Das spürte ich sofort. Ich schloss die Wohnung auf. Stille. Kein lachender Danny, keine Nancy… Wo war mein Schatz? Mein Schatz… War Stu gar nicht gemeint gewesen? Wo war Nancy mit Danny?
„Wo sind Danny und Nancy?“, fragte ich Alex mit zitternder Stimme. „Keine Ahnung. Vielleicht spazieren? Wieso bist du so blass?“
„Hey, Süße, du siehst gar nicht gut aus. Komm mit in die Küche und trink erstmal was!“, meinte jetzt Dani. Wir gingen in die Küche. Es sah aus wie sonst. Nur hatte sonst nicht ein Brief auf dem Küchentisch gelegen….
„Habe ich nicht gesagt, du sollst 20.000 Pfund überweisen? Selbst Schuld, jetzt habe ich deinen Schatz. Ich bin mit Danny abgehauen. Ein Brief wird gleich folgen. Nancy“
Ich brauche einige Momente, damit mein Gehirn das kapiert, was da eben in es eingedrungen ist. Danny weg. Nancy ist mit Danny weg. Die Welt ist total in Watte gepackt. Alles erscheint mir total gedämpft und weit weg. Die Hektik, die um uns herum ausbricht, die schreienden Leute, wer auch immer sie sind. Jemand rüttelt mich, schreit hysterisch einen Namen, aber ich schüttle nur den Kopf. Was wollen die alle von mir? Und warum ist Danny weg? Ich hatte ihn vor kurzem doch noch auf meinem Schoß. Das kann doch gar nicht sein. Ich werde weiter geschüttelt, gedrückt und verzerrte Gesichter erscheinen vor meinen Augen. Ich nehme sie aber nicht wahr. Das geht doch nicht. Mein Danny. Mein Sohn. Werde würde ihn mir wegnehmen? Es ist..... „Mely!!!!" Ich schrecke auf. Mein Gesicht ist triefend nass. Ich sitze auf einer Couch. Stu hält ein Glas in der Hand, kniet vor mir und sieht mich erwartend an. „Ist.....ist er wirklich weg?", frage ich müde und sehe Stu bittend an. Das ganze ist bestimmt nur ein Albtraum. Er atmet hörbar schwer auf. „Ja, sie haben Danny entführt. Mely, hast du eine Ahnung warum??" Er nimmt meine Hände in seine. Das Nachdenken ist äußerst anstrengend, zumal ich das nicht gerne mache. Vereinzelte Gedankensblitze erscheinen vor meinem inneren Auge. Kurze Augenblicke, die die ganze Angelegenheit doch eindeutig machen. Als ich alles soweit zusammen habe, dass es zumindest etwas verständlich für Außenstehende ist, kommt mir Chris dazwischen. „Mely, hat der Brief hier eventuell etwas mit der Entführung zutun?" Er wedelt mit einem Umschlag, auf dem mal wieder groß und breit steht „Nur für Mely", natürlich wieder mit ausgeschnittenen Buchstaben. Als ich aufsehe, bemerke ich, dass unser Haus sehr besiedelt ist. Lauter Leute aus der Crew, die ich noch gar nicht mal mehr kenne. Sie sehen mich alle erwartungsvoll an, einschließlich Stu, der noch immer regungslos vor mir sitzt. Ich schlucke, beobachte den an Chris Hand baumelnden Umschlag. Dann nicke ich ergeben. Anstatt mir den Fetzen Papier zu geben, reißt Chris ihn nun selbst auf. Er räuspert sich einmal, nachdem er das Blatt aufgefaltet hat und liest dann laut vor:
„Ich denke, du weißt selbst, dass du es dir selbst zu zuschreiben hast, dass dein Sohn weg. Ich habe dich oft genug gewarnt. Jetzt musst du auch die Konsequenzen daraus ziehen. Sorry." Chris hebt fragend den Kopf aus dem Blatt Papier. Beschämt sinke ich in mir zusammen, mein Kopf fällt auf Stus und meine Hände. Zwischen Weinanfällen und Schluchzern, kreische ich wütende „Ich hasse dich, Nancy!" in den Raum. Ich schaue von meinem Freund auf in den Raum. Er ist in eine gespannte Stille getaucht. Die Blicke liegen auf mir. Ich richte meinen Blick wieder auf Stu, so, als ob es im Moment nur ihn und mich gibt. Ich weiß, dass das hier jetzt die letzte Gelegenheit ist, ihm alles zu erzählen. Dann beginne ich, leise und mit einer kratzigen Stimme: „Ich.....Es begann vor ein paar Wochen, keine Ahnung wann genau." Stu sieht so lieb zu mir hoch, dass mir jedes Wort gleich doppelt so schwer über die Lippen kommt. Wie kann er mich so lieb anschauen, jetzt, wo sein Sohn wegen mir weg ist?! „Ich fand diesen Brief in der Post. Es war an einem Tag, wo du mal wieder unterwegs warst. Stus Kopf sinkt in meinen Schoß. Ich lege meine Hände in sein Haar, ganz ohne Rücksicht auf die Frisur (*looool*). „Sie forderten 10.000 Pfund, aber ich nahm es nicht ernst. Es soll ja schon vorgekommen sein, dass Fans solche abartige Witze reißen." Ich muss eine Pause machen. Stu in meinem Schoß ist so ein dummes Gefühl. Ich glaube, er weint. Auf einmal fühle ich mich so hilflos. War Stu nicht immer die Person, an die ich mich kuscheln konnte, wenn etwas mich bedrückte? Und jetzt liegt er hier in meinem Schoß, weint selbst. Ich denke, so ein Gefühl hat ein Kind, wenn es zum ersten Mal ein Elternteil heulen sieht. Völlig hilflos sehe ich auf, aber alle um mich herum können entweder nicht fühlen, was ich fühle oder wollen wissen, wie das Ende der Geschichte ist. Deshalb fahre ich fort: „Am nächsten Tag kam aber wieder ein Brief, ich sollte nicht über den Brief lachen. Mir ist es bis jetzt nicht klar, wie der Schreiber des Briefes weiß, dass ich über das Stück Papier wirklich gelacht habe." Meine Stimme beginnt immer mehr zu zittern, allen schon wegen der Tatsache, dass ich leise Aufschluchzer von Stu aus meinem Schoß höre. Ich strubble ihm weiter durch sein Haar, das total verklebt. „Da wusste ich, diese Briefe waren kein dummer Scherz eines Fans, die waren alle echt. Panisch habe ich also das Geld überwiesen, als......." Ich stocke. Wie wird Stu reagieren, wenn ich jetzt damit beginne, dass ich Geld vom ihm genommen und überwiesen habe? „Ja?", hakt Stephen, ihr Manager nach. Die ganze Truppe ist hier, Manager, Sicherheitsdienst… Jetzt keinen Rückzieher machen, Mely, du kannst es dir nicht erlauben. „.......als Stu weg war. Ich habe die Kreditkarte, die ich von ihm bekommen hab, benutzt, um an das Geld zu kommen." Es ist raus, aber Stu hat seinen Kopf immer noch in meinem Schoß verborgen. Nichts, er macht nichts. Ich atme einmal tief durch. „Ja, ich weiß es war falsch, niemanden etwas zu sagen. Aber es ging nicht. Sie haben mich erpresst. Sie haben gesagt, meinem Wichtigsten würde etwas passieren. In meiner Sorge um Danny und Stu war ich natürlich still. Dann kam der nächste Brief. Doppelt so viel Geld diesmal. Im Trubel von gestern ging es unter. Jetzt hab ich meinen größten Albtraum erreicht. Und ich bin schuld!"
Bei dieser Erkenntnis wird mir alles schlagartig klar. Danny ist wegen mir entführt worden. Wegen mir. Mein eigener Sohn!!! Urplötzlich überkommt mich ein mieses, schuldiges und elendes Gefühl. Ich beuge mich wieder vor, platziere mein Gesicht neben Stus in meinem Schoß. Es ist mir ganz egal, dass etwa 30 Leute mir dabei zuschauen, mich jetzt immer noch beobachten, sich vielleicht betroffen ansehen. Stu wendet sein Gesicht zu mir, zumindest spüre ich, dass er seinen Kopf bewegt. „Mely....?!" ,sagt eine trockene Stimme. Ich kann sie nicht zuordnen. Es scheint mir, als ob ich den Besitzer dieser Stimme gar nicht kenne. Die Neugierde siegt schließlich nach einiger Zeit und ich hebe den Kopf.
Sam ist von der Menge der Herumstehenden hervorgetreten. Sein Gesicht ist seltsam verzerrt. Ich nicke ihm nahezu unmerkbar zu. „Nein!!!" Einen Moment brauche ich Zeit, um festzustellen, woher der Einspruch kommt. Als Stu vor mir den Kopf wieder hochhebt, ist es eindeutig. Seine Augen sind rot verweint. Ich kann mir es nicht anschauen, wenn er leidet. Deswegen fixiere ich die Blumenvase neben seinem Kopf auf dem Couchtisch. „Nein, das darf nicht sein!" „Doch, und ich bin Schuld!“, kreische ich ihn hysterisch an, um ihm im nächsten Moment um seinen Hals zu fallen.
Er umarmt mich, streichelt mir beruhigend über meinen Rücken. Nur die Jungs von Blazin’ Squad, Dani, Nicky, Alex, Kati, Vicky und Stephen sind nun da. „Meinst du.....?!" ,meint Stephen vage, lässt sich neben Stu auf der Couch nieder. Der nickt, den Blick starr auf den Boden gerichtet. „Ich rufe die Polizei an", antwortet er mit einer fast weinerlichen Stimme. Dann greift er in seine Hosentasche zieht sein Handy und wählt.
Ich kann ihm nicht ins Gesicht schauen. Ich würde es nicht ertragen. James geht in die Hocke und streicht mir über mein Haar. „Du bekommst Danny wieder. Glaub mir!" Ich weiß nicht, ob es Einbildung ist, aber es sieht so aus, als ob Tränen in James Augen glitzern, auch wenn er mir zulächelt. „Ach James", krächze ich leise zurück. Mir ist so gar nicht danach, dennoch lächle ich auch.
Die Polizei kam, sie vernahm uns. Wie in Trance wiederholte ich alles. Dann sackte ich heulend zusammen. Stu redete nicht mit mir, er sah mich auch nicht an. Er ignorierte mich.
„Ich bin daran Schuld, dass mein Danny weg ist, ich bin Schuld. Mein Danny!!“, schluchzte ich. „Hey, du bist nicht Schuld! Ssssscht…“, redete Sam auf mich ein. Beruhigend nahm er mich in den Arm.
Etwas später zog mich Stu mit ins Schlafzimmer. Ausdruckslos sah er mich an. Seine Augen starr und leer.
„Hör zu, ich zweifle nicht daran, dass ich anders gehandelt hätte“, begann er leise. Stu sah aus dem Fenster. Tränen kullerten über sein Gesicht. „Aber findest du es okay, einfach Geld von dem Freund zu nehmen? Nein, unterbrich mich nicht. Unsere Beziehung kann so nicht weitergehen.“ „Warum nicht?“, frage ich müde zurück. „Warum, warum… Weil du kein Vertrauen zu mir hattest! Und das ist das Wichtigste! Sorry, Mely, ist eine dumme Situation, aber…“ Schluchzend stürmt er aus dem Zimmer…
Die Tage vergingen. Ich wohnte bei Sam, zu Hause hielt ich es nicht aus. Stu ignorierte mich, überall lagen Dannys Bauklötze, alles war von der Polizei verkabelt. Ich zog mich in ein Schneckenhaus zurück, ließ keinen mehr an mich ran.
Aber am vierten Tag zog mich Sam zur Haustür, zog mir meine Jacke an und brachte mich zu unserer Wohnung. „Was soll das?“
„Sie wissen, wo Nancy und Danny sind“, antwortete er. In der Wohnung wurde ich auf die Couch gesetzt, der Fernseher lief. „Wir haben eine Videonachricht bekommen“, meinte ein Polizeibeamter.
Kurz darauf sah ich Danny. Fröhlich saß er auf einer Couch und spielte mit seinen Bauklötzen. Dann erklang Nancys Stimme.
„Ihr seht, dem Kleinen geht es gut. Und das wird so bleiben, wenn ihr meine Anweisungen befolgt!“
Zum Abschluss winkte Danny noch einmal in die Kamera…
„Und woher wisst ihr jetzt, wo sie ist?“
„Hast du den Fettfleck auf der Couch gesehen? Den hat Mus fabriziert, als wir in der Garderobe waren!“ den Rest erlebte ich wie durch Watte. Alle wurden zusammen getrommelt, dann ging es in Polizeibussen zur Konzerthalle…
Schon von weitem sah man überall Blaulicht. Ich wollte weg. Ganz weit weg. Mit Danny… und auch mit Stu. Wohin das Auge reichte rot-weißes Absperrband, Fotografen, Reporter. Ich deutete auf einen Pulk Menschen. „Da sind Stu und Co", schrie ich Sam zu und rannte noch schneller. Ich musste nicht mal mehr auf 10 Meter heran kommen, um jedes Wort, das Stu in seiner Wut, in seiner Angst, in seiner Hysterie, aus sich raus brüllte, zu verstehen. Lee und Marcel an jeweils einer Seite von ihm, versuchten ihn zu beruhigen, aber ich war mir sicher, dass sie das nicht schafften. Nicht jetzt. „Was ist los?", keuchte ich. Betretene Gesichert begegneten mir. „Sie haben uns die Nachricht zu kommen lassen, dass, wenn die Polizei nicht sofort abhaut, Danny noch diese Nacht etwas zustößt." „Bitte was?", fragte ich ungläubig. Der Polizist mit dem Funkgerät in der Hand nickte. „Es ist wahr. Wir wissen noch nicht so recht, was wir machen sollen." Ich schüttelte den Kopf. „Das kann doch nicht sein. Sie sind die Polizei, Sie sind für so was zuständig. Sie müssen doch etwas tun können." Ich funkelte den Polizisten wütend an, der nur unschuldig die Hände hob. „ICH darf alleine nichts machen oder entscheiden."
Dann sah ich den Eingang zur Halle. Versperrt durch kilometerlanges, grelles Absperrband. Versperrt durch Polizisten, die schwer bewaffnet waren. Warum war es so schwer, da rein zu kommen? Ich verstand das nicht. Nancy würde Danny doch nicht wirklich etwas tun. Dazu liebte sie Kinder zu sehr. Da war ich mir sicher. Ich hab ihr Glitzern in den Augen gesehen, als sie auf Danny aufgepasst hat. Nein, das sind alles nur leere Drohungen. Bestimmt. Es konnte doch nicht anders sein.
Völlig überzeugt und mit aufgebautem Mut stürmte ich auf Lee und Stu zu, drückte sie auseinander, rannte weiter, kletterte über das erste Absperrband, dann über das zweite. „Meeeeely!! Was machst du da???" „Stopp!! Halten Sie sofort an!!" Nur noch diese Polizisten trennten mich von dem Eingang, ein paar dumme Polizisten. Bisher hatten sie mir aber immer noch den Rücken zugedreht..... Ich schloss die Augen, stürmte zwischen den Polizisten durch auf die Tür zu, drückte sie auf und betrat das Gebäude. „Spinnst du, Mely? Komm zurück!" Draußen brach Panik aus und die Polizisten, die die Tür bewacht hatten, hatten mich natürlich auch schon bemerkt. Jetzt hieß es Beine in die Hände nehmen und rennen. Ich stolperte durch die vielen, weißen Gänge, die mir wie ein Labyrinth vorkamen. Es musste nicht mehr weit sein. Hoffte ich zumindest. Die Schritte und Schreie hinter mir wurden immer lauter und näher.
Zum Glück war keine Zeit zum Zurückschauen.
Da! Das war die Tür, die zur Maske führte. Ich riss sie auf. Nancy saß neben Danny auf der Couch. Ihre Augen weiteten sich, als sie mich sah. „Muuuuuuuummy!" Vergnügt klatschte Danny sich in seine kleinen Patschhände und für einen Moment strahlte ich meinen Sohn an. Die Realität holte mich aber schnell wieder zurück. Die Meute hinter mir hatte einige Meter neben mir im Gang Halt gemacht. Der Polizist hielt mit ausgebreiteten Armen alle zurück. Verwirrt starrte ich erst zu meinen Verfolgern, dann wieder zu Nancy und Danny und dann doch wieder zu den Leuten auf dem Gang. Alle starrten mich mit großen Augen und offenem Mund an - außer einer: Danny. Er rutschte langsam von der Couch und wollte zu mir laufen. Doch Nancy hielt ihn fest.
„Hier geblieben, mein Kleiner. Und du verschwindest mit deinen Anhängseln sofort wieder aus diesem Gebäude, sonst knallt’s!" „Mely!!!" Ruckartig sah ich zu Stu herüber, der mich mit seinem Blick anflehte, zurück zu kommen. Aber ich sah Nancy, sah, wie sie eine Pistole aus der Tasche zog und das konnte ich nicht verantworten. Wenn sie Danny nur ein Haar krümmte, dann krümmte ich ihr alle!
„Nimm die Knarre weg, du kleine, miese......" Ich suchte nach den passenden Worten, aber für Nancys Verhalten wird es die wohl nicht geben.
Jetzt fing Danny an zu schreien. Die letzte Woche war zuviel für ihn.
Er schrie. So hatte ich ihn noch nie schreien hören. Ein Schrei, der ins Herz ging. jedenfalls bei mir. Es war mein Kind!! Ich machte einen unvorsichtigen Schritt auf ihn zu.
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Unsere Träume können wir erst dann verwirklichen,
wenn wir uns entscheiden einmal daraus zu erwachen!!!
Es gibt etwas gutes in der Welt
und dafür lohnt es sich zu kämpfen.
Lieb euch meine Mädels hoffe ihr vergisst mich nie, ich vergesse euch auch nie!
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CrazyBecca 
         

Status: Offline Registriert seit: 20.10.2006 Beiträge: 1223 Nachricht senden | Erstellt am 08.12.2006 - 20:37 |  |
Ein Schuss fiel. Leute schrien.
Ein letztes Mal wirbelte ich herum, sah in Stus Augen, die einen unbeschreiblich traurigen, verzweifelten, ungläubigen, ängstlichen Ausdruck besaßen. Ein letztes Mal sah ich zu Lee hoch, der sich die Hand vor den Mund hielt und Kati, die eine Hand nach mir ausstreckte. Ein letztes Mal sah ich in die Augen meiner Freunde, bevor ich zu Boden ging und alles schwarz wurde.....
Das Bild gehörte mir nicht – ebenso wenig wie die vielen Blumen und Gräser. Jedes Mal wenn ich, schweißgebadet und mit rauschendem Kopf, erwachte, brauchte ich einige Zeit, um mich zurechtzufinden.
In der Ferne schimmerte und wogte es blau. Ich verengte die Augen um besser sehen zu können.
Natürlich – die Vorhänge !!! Ein dünner Sonnenstrahl zwängte sich durch einen Spalt in der Mitte. Wie tausend Flöhe tanzten Staubkörnchen auf und ab. Draußen musste jetzt ein herrlicher Tag sein.
Draußen ......
Ich seufzte. Ich wusste nicht, wie lange ich schon hier war. Tage? Wochen? Das letzte, woran ich mich erinnerte, war mein Danny. Und die Konzerthalle..
Alles war so schnell gegangen. Danny, seine Schreie, Nancy, die Pistole, der Schuss… Etwas traf mich. Plötzlich wirbelte ich herum. Ich sah in die Gesichter meiner Freunde, in die Augen von Stu…. Ich stürzte. Mein Körper wurde von einer riesigen Zange erfasst und durch die Luft geschleudert. Messer schienen sich in meinen Kopf zu bohren. Dann wurde es dunkel.
Irgendwann war ich aufgewacht. Ich konnte mich nicht rühren. Wie abgestorben waren Arme und Beine. Auch der Kopf gehorchte nicht meinem Willen. Keine Bewegung gelang. Mir war, als sei der ganze Körper mit schwerem Sand bedeckt. Nur die Augen konnte ich öffnen. Wie Scheinwerfer bohrten sie sich in die Finsternis. Endlich hatten sie das Dunkel durchdrungen. Umrisse wurden sichtbar: eine Wand, ein Fenster, eine Tür. Ich stöhnte. Wieder stießen die Messer in den Kopf.
Nach einer Weile schlug ich erneut die Augen auf. Jetzt hatten sie sich an das Dämmerlicht gewöhnt. Ich erkannte die blauen Vorhänge, die beiden Stühle am Fußende des Bettes, den kleinen Tisch, auf dem etliche Flaschen, Dosen und Gläser standen – und ich erkannte das Bild...
Es hing neben dem weißen Schrank und hatte mich sofort in seinen Bann gezogen. Zuerst hatte ich im Rechteck des Rahmens nur eine Bewegung wahrgenommen. Ein weißer Pfeil schien von einem grünen Untergrund in die Luft zu schnellen. Es sah aus, als zuckte ein Blitz durchs Zimmer. Erst allmählich war es mir gelungen, das Bild wirklich zu erkennen. Was ich für einen Blitz gehalten hatte, war ein Schimmel, der über einen Bach sprang.
Dies allein wäre gewiss nichts Besonderes gewesen. Was das Bild so fesselnd machte, war der erregende Moment des Absprungs: mit den Hinterbeinen stemmte sich das Pferd gegen den Boden einer kleinen Koppel, während der übrige Körper bereits den Zaun überflogen hatte und im Begriff war, auch den direkt dahinter liegenden Bach mit einem gewaltigen Satz zu überqueren. Die Mähne und der Schweif wehten im Gegenwind, die Vorderläufe wirbelten in der Luft. Es war mir, als spürte ich den heißen Atem des Tieres und als hörte sie das ungestüme Wiehern. Mit seinem waghalsigen Sprung schien der Schimmel aus der Gefangenschaft in die lang ersehnte Freiheit zu stürmen. Hinter dem Bach nämlich erstreckte sich eine Weide, die
nur vom Blau des Horizonts begrenzt wurde.
Es war fast ein Rausch, der mich erfasst hatte, als ich das Bild zum ersten Mal betrachtete. Doch es gab noch etwas. Etwas so Unerklärliches, so Rätselhaftes und Geheimnisvolles, dass ich bis heute nicht wusste, ob alles nur ein Traum oder ob es Wirklichkeit gewesen war. Ein Traum? Gegen den Traum sprachen die Landschaften, die ich nie zuvor gesehen hatte, die ich nie zuvor in meinem Leben gesehen hatte, die Erlebnisse, die mich lachen und weinen ließen. Konnte man so etwas träumen?
*bei den anderen*
„Kann ich zu ihr???“, fragte Stu, als er sich wieder gefasst hatte. „Nein, sie darf nicht besucht werden, solange sie nicht aufgewacht ist. Erst dann können die Ärzte sie noch mal genau untersuchen um festzustellen, ob sie noch mehr Verletzungen hat“, antwortete eine Schwester.
„Aber ich kann doch nicht die ganze Zeit hier rumsitzen und nichts tun, während Mely um ihr Leben kämpft!!!“, rief Stu verzweifelt.
„Hören Sie, ihre Freundin wurde angeschossen. Hätte diese Frau etwas besser gezielt, wäre ihre Freundin jetzt tot. Sie hat eine schwere Operation hinter sich und schwebt weiterhin in Lebensgefahr. Aber die Chancen stehen gut. Es ist, als ob sie ganz tief schläft. Außerdem ist sie tapfer. Ich habe gehört, was sie getan hat, das ist wahre Mutterliebe. Wer weiß, wie es sonst für Ihren Sohn und Sie alle ausgegangen wäre?“
*bei mir*
War also doch alles wirklich geschehen? Nein, dachte ich. Gegen die Wirklichkeit sprach die Gewissheit, dass es sich nur um ein Bild handelte, das an der Wand neben dem weißen Schrank hing.
Die Augen! Ja, es waren die Augen des Pferdes, die mich magisch anzogen und auf fast unwiderstehliche Weise in die Weite der Landschaft zwangen. Im Sprung hatte der Schimmel den Kopf dem Betrachter zugewandt, als wolle er ihn auffordern mit ihm zu fliegen.
„Nur Mut, hab Vertrauen!“, schien es zu rufen.
Das Rauschen in meinem Kopf verstärkte sich. Die Schläfen pochten. Unter dem Druck der Schmerzen drohte die Schädeldecke zu zerspringen. Mir wurde es schwarz vor Augen. Ein breiter Schatten fiel über das Bett.
„Mely...“, flüsterte eine Stimme. „Mely...?“
„Lassen Sie sie schlafen, Schwester.“ Der Arzt fuhr mit der Hand vorsichtig über meinen Kopf. „Sie braucht viel Ruhe. Sie hat eine schwere Operation hinter sich. Und die Gehirnerschütterung vom Aufprall auf dem Boden ist sehr schwer.“
Vorsichtig zog die Schwester den Spalt zwischen den blauen Vorhängen zu, so dass es im Raum völlig dunkel wurde. Die beiden entfernten sich auf Zehenspitzen und schlossen leise die Tür.
Ich aber hatte längst das Krankenzimmer der Intensivstation verlassen und war der Einladung des Schimmels gefolgt.
Auf seinem breiten Rücken flog ich mit ihm durch das Bild in den Himmel. Als wir über den Wolken auftauchten sah ich wieder diese Landschaft.
Weite Sandstrände, blaues Meer........
Der Schimmel blieb stehen. „Steig ab. Dir wird hier nichts passieren. Wenn es Zeit wird, wieder zu gehen, hole ich dich ab.“
„Wo sind wir? Wer lebt hier?“, fragte ich den Schimmel.
„Wir sind auf einer Insel, die du nicht im Atlas oder auf der Landkarte finden wirst. Hier leben ganz normale Menschen und Tiere.“
Weg war er.
*bei Dr. Smith und Sr. Denise*
„Herr Doktor, die Chancen stehen nicht gut oder???“
„Mely ist tapfer. Ich kenne sie. Sie lag als Kind mal nach einem schweren Autounfall hier. Und die Verletzungen von dem Schuss werden verheilen, die inneren Blutungen konnten wir stillen. Aber so eine schwere Gehirnerschütterung habe ich noch nicht erlebt. Sie macht mir echte Sorgen. Sie haben Recht. Wenn sie nicht innerhalb der nächsten Tage aufwacht, wird sie nie wieder aufwachen.“ Doktor Smith schluckte.
„Bei dem Unfall ist ihr Großvater gestorben. Mely hat sich die Pulsadern aufgeschnitten, aber das weiß niemand außer ihren Eltern. Sie wollte es geheim halten. Ich konnte sie nur noch in der letzten Minute retten. Sie hat es immer noch nicht verkraftet. Es ist schon lange her, sie wird es nie verkraften. Die Narben in ihrer Seele sind tief. Wenn sie noch einmal enttäuscht wird, werden alle Wunden wieder aufreißen. Und dann kann selbst ich sie nicht mehr retten!“
*wieder bei mir*
Plötzlich tauchte ein Junge auf.
„Willkommen am Ufer der Rettung! Bist du gut aus dem Bild gekommen?“, fragte er mich, nachdem er sich als Fabian vorgestellt hatte.
Im ersten Moment wusste ich nicht, was er meinte. Doch dann erinnerte ich mich an das Zimmer mit den blauen Vorhängen, an die Koppel. „Ja“, sagte ich lächelnd. „Der Schimmel war fantastisch!“
Fabian nickte. „Ich kenne kein Pferd, dass es mit ihm aufnehmen könnte.“
„Wie bist du hierher gekommen?“, fragte ich ihn neugierig. Er beschrieb das Zimmer der Klinik so genau, dass ich es deutlich vor Augen hatte. „Ja“, sagte ich, „blaue Vorhänge...“
Und dann zählte er jede Einzelheit des Bildes auf: Die Koppel mit dem Zaun, der mächtige Sprung des Pferdes, seinen zur Seite geneigten Kopf, die braunen Augen.
„Ich weiß nicht, wie lange ich auf der Intensivstation lag. Irgendwann bin ich mit dem Schimmel geflohen und nicht mehr zurückgekehrt. Er hat mich zur Insel der doppelten Hoffnung gebracht...“
„Und das Krankenhaus? Man kann doch nicht einfach verschwinden!“
Fabian schwieg. Er hatte die Augen geschlossen, als versuchte er, sich an etwas zu erinnern.
„Am meisten tun mir meine Eltern leid“, sagte er schließlich. „Es muss entsetzlich für sie sein. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass wir uns eines Tages wieder sehen!“
Ich verstand nicht, was er meinte, und sah ihn fragend an. In seinen Augen hatten sich Tränen gesammelt. Langsam lösten sie sich.
„Ich...ich bin damals gestorben“, sagte er leise.
„Gestorben?“
„Ja, in eurer Welt bin ich tot.“ Allmählich gewann Fabian seine Fassung zurück. Er schnäuzte sich. Über seine Wangen huschte ein verschmitztes Lächeln. „Hier ist mein Leben weitergegangen. Ganz anders als vorher. Aber wie du siehst muss ich nichts entbehren.“
„Mein Opa ist vor ein paar Jahren gestorben. Kann ich zu ihm?“, fragte ich ihn hoffnungsvoll.
„Nein, hier ist der Teil der Kinder und Jugendlichen. Der Teil der Erwachsenen ist am anderen Ende der Insel. Für so eine lange Reise bist du zu schwach. Du müsstest dich erst ein paar Monate erholen!“
„Fabian?“ Ängstlich blickte ich ihn an. „Bin ich jetzt auch tot?“
Er schüttelte den Kopf. „Keine Angst. Du wirst in eurer Welt bleiben. Deine Verletzungen sind bis jetzt nicht sooo schwer, dass du stirbst. Du wurdest rechtzeitig operiert. Zu uns kommen nur die Kinder, die gestorben sind. Hier geht für sie das Leben weiter. Sonst wäre ihr Tod ja sinnlos...“
Ich schwieg. Zu unglaublich war das, was Fabian erzählte. Ein Leben nach dem Tod??? Darüber hatte ich nie nachgedacht.
„Wie viele seid ihr denn?“, fragte ich nach einer Weile.
„Keine Ahnung.“ Fabian hob die Schultern.
„Bisher kenne ich nur die Leute von dieser Insel. Natürlich sind die meisten keine Kinder mehr, wir werden ja schließlich alle erwachsen.“
„Sind sie auch mit der Hilfe des Schimmels hierher gekommen?“
Wieder hob Fabian die Schultern, „Tut mir leid“, sagte er. „Auch das weiß ich nicht. Ich glaube jedoch kaum, dass in jedem Krankenzimmer ein Bild des Schimmels hängt.“
„Sprecht ihr denn nicht darüber?“
„Hin und wieder schon. Aber eigentlich haben wir Wichtigeres zu tun. So, ich schlage vor, wir gehen jetzt schlafen. Du musst entsetzlich müde sein.“
Ich nickte. Dann kuschelte ich mich in die Decken, die Fabian mir gegeben hatte.
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CrazyBecca 
         

Status: Offline Registriert seit: 20.10.2006 Beiträge: 1223 Nachricht senden | Erstellt am 08.12.2006 - 20:37 |  |
*Bei Dr. Smith und Lee*
(Dr. Smith kannte Lee noch von damals)
„Herr Doktor, ich möchte jetzt wissen, wie die Chancen wirklich stehen!!!“, sagte Lee eindringlich zu dem Arzt.
„Mely geht es ganz gut! Die Chancen stehen 50:50!!“, meinte er.
„Das stimmt nicht, das sehe ich Ihnen an!! Also, wie sieht es aus??“
„Nicht gut. Wenn Ihre Freundin nicht innerhalb der nächsten Tage aufwacht, haben wir sie verloren!“, flüsterte Dr. Smith.
Im Schock ging Lee zu den anderen zurück.
„Und, was hat er gesagt??“, fragte Kati gespannt.
„Wenn sie nicht in den nächsten Tage aufwacht, haben wir sie verloren!!“, sagte Lee tonlos.
*wieder bei mir*
Als ich am nächsten Morgen aufwachte blickte ich in die Augen des Schimmels. Aber ich erschrak nicht. „Es ist Zeit zu gehen!!“, sagte er sanft.
Noch vieles wollte ich Fabian fragen, doch plötzlich überkam mich eine so bleierne Müdigkeit, dass ich wie gelähmt war. Sternchen tanzten vor meinen Augen und fielen herab in die Dunkelheit. Ich hörte nur noch, wie Fabian rief: „Leb wohl, Mely!! Denk an unser Geheimnis, aber verrate es nicht!!! Kommt gut ins Bild zurück!!!“
Als ich erwachte, schmerzte mein Kopf nicht mehr. Zum ersten Mal seit vielen Tagen bohrten sich keine Messer in den Schädel. Auch das Rauschen hatte aufgehört. Ich öffnete die Augen: Der Porzellanbecher mit dem roten Henkel, die Nachttischlampe, die blauen Vorhänge........ Ja, ich befand mich noch im gleichen Zimmer.
In Armen und Beinen spürte ich ein Pochen und Kribbeln, als liefen Tausende von Ameisen über meinen Körper. Ich versuchte, die Hand zu heben. Die Muskeln spannten sich, doch die Hand rührte sich nicht von der Stelle..........
Wieder versuchte ich es. Nichts, die Hand wollte sich einfach nicht von der Stelle rühren.
„Endlich!! Sie ist aufgewacht.“ Ich drehte den Kopf zur Seite. Eine Krankenschwester hatte sich über das Bett gebeugt.
„Na, Mely? Wie fühlst du dich?“ Die Stimme des Arztes, der hinter der Schwester stand, war weich und zärtlich.
Da erkannte ich sie. „Dr. Smith, Sr. Denise!!! Mir geht’s besser. Aber ich kann meine Hände nicht bewegen!“, flüsterte ich.
„Das ist normal. Deine Muskeln und deine Kraft müssen erst neu aufgebaut werden. Du wirst auch nicht richtig laufen können, am Anfang.“ Dr. Smith sah mich beruhigend an.
„Die Tiere....“ Ich deutete zum Bild neben dem weißen Schrank.
„Pssst...“ Der Arzt legte den Zeigefinger auf die Lippen und zwinkerte mir zu. „In ein paar Tagen kannst du die Intensivstation verlassen und kommst in ein normales Krankenzimmer. Du warst lange genug auf der Intensivstation.“, sagte er.
„Wie lange denn?“, fragte ich verwundert. „8 Wochen. Du lagst 8 Wochen im Koma. Jetzt sollten wir aber mal deine Freunde anrufen.“ Er nickte Sr. Denise zu, die sofort davoneilte.
Ich sah erneut zu dem Schimmel, der wieder zum Sprung über den Zaun angesetzt hatte. „Die Insel – Fabian...“ Meine Stimme war kaum zu hören.
„Ein schönes Bild, nicht wahr?“ Dr. Smith schmunzelte geheimnisvoll. „Inseln der Hoffnung gibt es aber auch bei uns“, fügte er leise hinzu.
Ein Lächeln huschte über mein Gesicht.
„Pssst“, machte ich und zwinkerte ihm ebenfalls zu.
Der Arzt verließ das Zimmer. An der Tür blieb er noch einmal stehen. „Es gibt viel zu tun“, rief er. „Darum musst du rasch gesund werden!!“
Ich nickte.
Lee und Co. Hatten einen Auftritt. Sie hatten 2 Wochen Pause gemacht. Doch da es nicht abzusehen war, wann ich aufwachen würde, mussten sie aber dann weitermachen. Sie kamen von der Bühne, als Stephen angelaufen kam. Er sah ziemlich aufgeregt aus. „Was ist los? Was mit Mely?“, fragte Stu sofort.
Stephen nickte. „Sie ist aufgewacht.“
Leise kam Sr. Denise wieder ins Zimmer. „Wie geht’s dir?“ „Ich weiß nicht. Vorhin ging’s mir besser.“
„Na, wir gucken gleich mal. Da draußen wartet Besuch für dich. Ein ziemlich aufgeregter Junger Mann mit seinen 9 Freunden, 5 Begleiterinnen und einem Kleinkind.“ Ich strahlte. Ich konnte es kaum erwarten Danny zu sehen.
Und Stu… er hatte Schluss gemacht. Was würde jetzt sein? Würde er mir Vorwürfe machen, dass ich Danny in Gefahr gebracht hatte? Das ich so unvorsichtig gewesen bin?
Sr. Denise ging und kurz darauf ging die Tür wieder auf. Sam und Lee.
„Hey Kleine! Auch endlich wach?“ Ich nickte leicht. „Wie geht’s euch?“ „Uns geht’s gut, aber das interessiert hier nicht. Wie geht’s dir?“
„Ich hatte ja nur eine Gehirnerschütterung, also nur ein bisschen Kopfschmerzen.“ Sam und Lee sahen sich an.
„Komm, du weißt genau, dass du nicht nur wegen einer Gehirnerschütterung hier liegst!“ Ich drehte den Kopf leicht und sah zum Bild.
„Ich… ich weiß nicht, was in mich gefahren ist. Es… es war so unvorstellbar leicht in die Halle zu kommen. Und dann… Danny… seine Schreie. Und dann fiel ein Schuss…“, flüsterte ich. Tränen liefen mir über die Wangen. Sanft wischte Sam sie weg. „Hey, es ist doch alles gut!“
„Nicht ist gut! Stu hat Schluss gemacht, das wisst ihr genauso gut wie ich. Was, wenn er mir jetzt auch noch Vorwürfe macht, dass ich mit meiner Aktion Danny in Gefahr gebracht habe? Wenn er mich nie wieder sehen will?“
„Hey, mach dir wegen Stu mal keine Gedanken. Die ersten zwei Wochen saß der Tag und Nacht hier. Und danach mussten wir ihn hier rausschleifen. Freiwillig wär der nie gegangen. Naja, und immer wenn wir für den Tag mit arbeiten fertig waren, ist er sofort ins Krankenhaus. Danny hatte er manchmal dabei, nicht immer. Ich bezweifle auch, dass das sehr gut gewesen wäre. Der war dann meistens bei Sam“, meinte Lee.
„Aber… ein bisschen sauer ist Stu doch bestimmt?!“, fragte ich ungläubig. Sie schüttelten grinsend die Köpfe. „Der ist übrigens ganz hibbelig draußen“, grinste Sam. „Wollen wir ihn mal von seiner Qual erlösen, oder?“, grinste Lee zurück. Lachend nickten sie sich zu, dann verabschiedeten sie sich und gingen.
Dann ging die Tür wieder auf. Zögernd kam Stu rein. Danny hatte er auf dem Arm.
„Hey!“ Lieb sah er mich an. „Hey! Wie geht’s euch beiden?“ „Danny geht’s gut, und mir… so naja… Aber wie geht’s dir?“
„Ganz gut.“ „Muuummy. Mummy bald wieder bei Danny?“ Ich lächelte. „Ja, Mummy ist bald wieder bei Danny!“ Strahlend patschte er sich in die Hände.
„Du… wir müssen reden“, fingen Stu und ich gleichzeitig an. „Erst du“, meinte ich. „Nee, mach du mal.“
„Ich… also… ich weiß nicht, was ich mir dabei gedacht habe. Es war halt. Du standest vor der Halle und brülltest rum, und Danny war drinnen. Er war doch das Einzige, was ich noch hatte, weil du ja… Schluss gemacht hast. Aber daran lag es wohl nicht so ganz. Du wirst nie verstehen können, wie es ist, wenn man als Mutter weiß, dass dadrin der kleine Engel sitzt und in Gefahr schwebt. Man… ich konnte einfach nicht anders. Wenigstens versuchen wollte ich es. Naja, ich hatte nicht wirklich damit gerechnet, dass ich wirklich an den Polizisten vorbeikommen würde. Als ich dann drinnen war, hatte ich keinen Plan, was ich machen sollte. Aber dann war da die Maske. Und dann saß da Danny. Als er anfing zu schreien war’s echt vorbei. Ich MUSSTE zu ihm. Dann fiel ein Schuss… Leute schrieen. Mehr weiß ich nicht mehr… Und ich… Ich kann verstehen, wenn du jetzt stocksauer bist, weil… ich Danny in Gefahr gebracht habe, aber…“
Heulend lag ich da. Stu wusste nicht genau, was er machen sollte. Als Danny sah, dass ich weinte, fing auch er an zu weinen. Da war Stu dann eindeutig überfordert. Er brachte Danny raus. Dann kam er wieder.
Zärtlich nahm er meine Hand in seine. Dann begann er zu reden…
„Ich… ich war am Anfang ganz schön enttäuscht von dir. Ich meine, klar, ich hab dir die Karte gegeben, damit du sie benutzt. Aber du hättest mir von den …Briefen erzählen müssen! Das hast du nicht, also hast du mir nicht vertraut. Sowas tut weh… und eine Beziehung ohne Vertrauen bringt nun mal nichts. Dabei bezweifle ich, dass ich anders gehandelt hätte. Aber ich war in dem Moment so… so überrollt… jedenfalls meinte ich es nicht so. Die Trennung und die Sorge um Danny haben mich fast fertig gemacht. Vor der Konzerthalle konnte ich nicht mehr. Ich musste einfach alles rausbrüllen. Und dann… dann bist du gekommen. Und auf einmal warst du weg, bist auf den Eingang zugelaufen. Ich dachte, die Polizisten würden dich stoppen, aber… naja, als du drin warst sind dir alle hinterher. Und dann wart ihr alle da. Nancy, Danny und du. Als Nancy die Pistole zog, da hatte ich solche Angst. Am liebsten hätte ich dich da wieder raus geholt, die Zeit zurück gedreht. Doch es ging nicht. Und dann… hast du diesen Schritt gemacht…“ Seine Stimme zitterte. „Nancy hat… abgedrückt. Ich sehe noch ihren Finger vor mir. Und dann bist du herumgewirbelt. Die Polizisten haben den Raum gestürmt. Als du dich noch mal umgedreht hast, und dann da lagest. Als der Notarzt alles versucht hat, wir dachten, du wärest… du wärest… du wärest tot…“
Jetzt liefen ihm die Tränen über die Wangen. Am liebsten wäre ich ihm um den Hals gefallen, doch die ganzen Schläuche verhinderten das.
Energisch wischte er sich die Tränen weg. Nervös fummelte er in seiner Hosentasche rum. „Suchst du was?“, fragte ich amüsiert. Er nickte. Seine Finger schienen das Gesuchte ertastet zu haben. Seine Hand umschloss etwas, aber ich konnte nicht sehen, was…
Mittlerweile war seine Hand nass vor Aufregung. Er fühlte sich echt nicht wohl in seiner Haut. Und ich hatte keinen Plan, warum...
Er holte tief Luft. „Mely…. Ich… wir… man, ich hatte solche Angst um euch! Wenn dir oder Danny was passiert wäre, ich… ich weiß nicht, was ich getan hätte… mir ist klar geworden, dass… na ja… ach, weißt du… was ich eigentlich sagen will: Willst du mich heiraten?“ Wie ein kleiner Hund blickte er mich an. Unwiderstehlich. Langsam verzog sich mein Mund zu einem breiten Lächeln. Dann nickte ich…
„Hey Alter, was strahlst’n du so?“, fragte Mus, als Stu aus meinem Zimmer kam. „Sie hat ja gesagt, sie hat ja gesagt“, jubelte der vor sich hin. „Nee, oder?“, fragte Lee nach. Stu schreckte aus seinen Gedanken. „Hast du was gesagt?“ „Wozu hat sie ja gesagt?“
„Wozu wohl!“, sang Stu happy. „Leute, ich finde, wir sollten Mely warnen. Ich glaube, sie weiß nicht, auf was sie sich da eingelassen hat!“, grinste Marcel. Die anderen nickten lachend. „Macht doch was ihr woohoollt, macht doch was ihr woohoollt!“, summte Stu weiter.
„Oh man, mit dem kann man echt nichts anfangen!“, stöhnte Chris. „Lasst mal gucken, ob seine Angebetete genauso drauf ist!“
Die Neun machten sich auf den Weg zu meinem Zimmer. Dann stellte sich ihnen eine Schwester in den Weg. „Halt! Nicht alle auf einmal! 3, mehr nicht!“, meinte sie energisch.
Verträumt betrachtete ich den Ring. Für Schmuckdesigner oder so mochte es irgendein Ring sein, aber für mich war er etwas ganz Besonderes.
Ich konnte immer noch nicht glauben, dass Stu mich gefragt hatte. Alles war wie in einem Traum. Aus diesem wirklich schönen Traum rissen mich 3, mir nur zu bekannte, Jungs.
„Eeeeeinen wunderschönen Guten Tag, die Dame!“, riefen Lee, Mus und Sam grinsend. „Ob der wirklich so schön für sie ist? Immerhin hat sie Stus Frage mit JA beantwortet!“, flachste Mus. „Stimmt. Ich würde nur noch heulen“, meinte Lee. „Lach, ihr seid gut. Ich hätte erst gar nicht JA gesagt, ich bin doch nicht schwul!“, meinte Sam gespielt entsetzt. Dann folgte einer unser berüchtigten Lachanfälle. Mus und Lee betrachteten uns mit hochgezogenen Augenbrauen, und schienen echt zu überlegen, ob sie den Arzt rufen sollten. Wir waren knallrot, hechelten nach Luft, heulten und lachten weiter. „Keine Angst, die Männer in den weißen Kitteln sind nicht weit weg!“, beruhigte uns Lee. Sam und ich sahen uns an und wieder kam ein Lachanfall.
Nach 10 Minuten hatten wir uns endlich wieder eingekriegt. „Na, wieder normal? Und was war jetzt bitte soooooo lustig?“
„Nix“, meinte ich und wischte mir die Tränen aus dem Gesicht. „Aber Sam und ich müssen immer lachen, sorry!“
„Naja, erstmal – alles Gute! Ich will nicht wissen, was du mit Stu gemacht hast!“, grinste Mus. „Wieso?“, fragte ich unschuldig.
„Der ist verrückt nach dir. Hättest den grade sehen müssen. Wie ein besoffenes Huhn!“, giggelte Sam, und jetzt lachten die 3 Jungs
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Unsere Träume können wir erst dann verwirklichen,
wenn wir uns entscheiden einmal daraus zu erwachen!!!
Es gibt etwas gutes in der Welt
und dafür lohnt es sich zu kämpfen.
Lieb euch meine Mädels hoffe ihr vergisst mich nie, ich vergesse euch auch nie!
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CrazyBecca 
         

Status: Offline Registriert seit: 20.10.2006 Beiträge: 1223 Nachricht senden | Erstellt am 08.12.2006 - 20:38 |  |
Eine Woche später wurde ich entlassen. Aber erst musste ich dem Arzt versprechen, dass ich mich noch schonen würde und so weiter… Na ja, nichts tun konnte ich nicht. Dann wäre ich vor Langeweile gestorben. Also machte ich mich schon mal laaaaaaaaaaangsam an die Planung unserer Hochzeit. Stu wollte so schnell wie möglich heiraten und hatte den Fans und der Presse schon alles erzählt. Die Kommentare fielen besser aus, als ich es erwartete hatte. So ziemlich alle freuten sich für uns, und ich bekam viele Briefe von Fans, in denen sie schrieben, dass sie froh waren, dass ich wieder gesund war. Ich war echt total gerührt. Ich meine – die kannten mich doch gar nicht. Nur aus der Presse!
Es gab wirklich nichts Schlimmeres, als eine Hochzeit zu planen. Nach ein paar Tagen war ich so verzweifelt, dass ich mir Vicky, Nicky, Alex, Dani und Kati zu Hilfe holte. Die hielten alle Planungen vor mir geheim. „Hey, darf ich vielleicht auch noch ein bisschen an meiner Hochzeit mitplanen?“, fragte ich entrüstet. „Nein!“, kam es einstimmig zurück.
Wenigstens das Kleid durfte ich mit aussuchen. *g*
„So, Süße, halt mal kurz die Luft an!“, säuselte Nicky unschuldig. Ich hielt also die Luft an und – RITSCH – der Reißverschluss war zu. Ich kam mir vor wie in einer Zwangsjacke. Am Anfang traute ich mich gar nicht auszuatmen, weil ich immer Angst hatte, dass dann die Nähte platzen würden. Doch als ich so langsam Atemnot bekam, blieb mir nichts anderes übrig. Plötzlich kam ein komisches Geräusch, und sofort zuckte ich zusammen und hielt wieder die Luft an. „Sorry Leute!“, grinste Vicky. „War mein neuer Klingelton…“ Und schon verschwand sie. „Das kann Stunden dauern. Da stand eindeutig „Musi-Schatzi ruft an“. Also müssen wir wahrscheinlich erstmal ohne sie auskommen!“, grinste Kati. Wo sie Recht hatte, hatte sie Recht. Wenn Mus und Vicky einmal getrennt waren, telefonierten sie fast die ganze Zeit. „Die Handyrechnung will ich nicht kriegen“, meinte ich erleichtert, dass es nicht die Naht gewesen war, sondern das Handy. „Der war gut!“, lachte Dani. „Du und Stu seid ja auch nicht grade viel besser. Wenn ihr mal nicht zusammen hängt, hängt ihr beide an der Strippe.“ „Echt? Ist mir noch gar nicht aufgefallen!“, meinte ich verwundert. Da klingelte mein Handy. „Gibst du es mir? Ist in meiner Tasche!“, bat ich Kati. Sie fischte mein Handy aus meiner Tasche. „Lollipop ruft an… ist ja interessant. Lollipop… Mal gucken, wer das ist“, grinste sie. „Hallo? Lollipop?.......... Ähm, Stu, oder Lollipop, wie auch immer, du kannst aufhören zu reden. Die restlichen Pläne für die Hochzeitsnacht erzählst du besser deiner Zukünftigen… genau, ich bin Kati, nicht Mely… Mely? Ääähm, das ist zur Zeit nicht möglich… sie ist beschäftigt… darf ich dir nicht sagen… woher weißt du das?... Lee? Na warte, wenn ich die Petze erwische… wie sie aussieht? Fantastisch… nein, es gibt keine Details. Sorry Stu, ich muss aufhören. Tschau!“
Grinsend legte sie auf. „Das wird ne heiße Hochzeitsnacht, Sugar!“ Die anderen saßen in den Ecken des Zimmers verteilt und lachten sich schlapp. „Lollipop… Stu ist ein Lollipop!“, giggelte Nicky die ganze Zeit. „Ah, aber bitte Apfel! Oder irgendwas Saures!“, bettelte Dani. „Ich hab Hungeeeeer!“
„Tztz, seid ihr kindisch. Das ist MEIIIIIN Lolli, und der Geschmack… hmm… schwer zu beschreiben. Schmeckt nach Lollis…“
Ich hakte mich meinem Dad ein. Jetzt war es soweit. Der angeblich schönste Tag unseres Lebens sollte folgen. Und das war er auch. Wir betraten die Kirche. Alles war geschmückt, ohne dass es protzig oder kitschig wirkte. Langsam kamen wir Stu immer näher. Er sah… umwerfend aus. Wieder einmal merkte ich, wie sehr ich diesen Typen doch liebte.
Den Anfang bekamen wir gar nicht richtig mit. Unsere Augen führten Gespräche, was der Pfarrer sagte, war erstmal egal. *g*
„So frage ich Sie, Stuart James Baker, möchten Sie die hier anwesende Melanie Johnson zu Ihrer…“… „Und möchten Sie, Melanie Johnson, den hier anwesenden Stuart James Baker…“ „Ja, ich will!“
Es war wunderschön. Nicht zu beschreiben. Dann durften wir uns küssen. Der Kuss benebelte meine Sinne. Ich konnte nicht mehr klar sehen, denken oder hören, alles war verschwommen, weit weg. Alles drehte sich, alles wurde grau, immer dunkler. Dann war alles schwarz.
Ich wachte auf. Vorsichtig blinzelte ich. Grelles Licht schlug mir entgegen, ekliger Geruch stieg in meine Nase. Und diese Schmerzen. Irgendwas tat unbeschreiblich weh. Mein Oberkörper brannte wie Feuer, ich hatte das Gefühl, vor Schmerzen keine Luft mehr zu kriegen. „Sie kommt zu sich“, hörte ich eine Stimme, die langsam die Wand aus Watte um mich herum zerbrach. „Wollen wir es ihr sagen?“ „Nein“, krächzte eine andere Stimme. Die schönste Stimme, die ich kannte. „Nein, bitte. Bitte nicht!“
„Mr Baker, ihre Freundin hat ein Recht darauf, es zu erfahren!“ Die Hand, die meine die ganze Zeit fest hielt, fing zitternd an, meinen Handrücken zu streicheln. „Bitte Doktor! Sie…“ Der Rest wurde immer unklarer. Wieder entfernte sich alles. Wieder wurde alles schwarz…
Ich weiß nicht, wann ich das nächste Mal wieder zu mir kam. Waren Minuten vergangen? Stunden, Tage, Wochen? Ich hörte Stimmen. Doch dieses Mal hatte ich nicht mehr die Kraft, um meine Augen zu öffnen. Auch die Hand, die meine immer noch festhielt, konnte ich nicht drücken.
„Operation war zu spät. Schuss war zu nahe am Herzen. Sollen wir die lebenserhaltenden Maschinen abstellen? Es hat keinen Sinn mehr!“ „Nein, Doktor!“ Sam! Das war eindeutig mein Clown! „Solange sie nicht noch einmal zu sich gekommen ist oder so. wir haben noch Hoffnung, verstehen Sie?“ „Schon Mr Foulkes. Aber wer weiß, wie lange sie noch im Koma liegt? Es hat keinen Sinn sich etwas vorzumachen. Sie wird es nicht überleben.“ Wieder driftete ich ab… und jetzt träumte ich etwas… Es kam mir so bekannt vor. Und es tat so weh in meinem Herzen.
Schon von weitem sah man überall Blaulicht. Die junge Frau sprang aus dem Wagen. Sie wollte weg. Ganz weit weg. Mit ihrem Sohn… und auch mit ihrer großen Liebe. Wohin das Auge reichte rot-weißes Absperrband, Fotografen, Reporter. Sie deutete auf einen Pulk Menschen. „Da sind Stu und Co", schrie sie ihrem besten Freund zu und rannte noch schneller. Sie stolperte, fiel hin. In dem Moment, wo sie auf dem Boden aufschlug, durchzuckte ein stechender Schmerz mein Knie. Das war keine junge Frau. Das war ich. Ich sah die junge Frau nicht mehr, ich sah wieder durch ihre Augen. Durch meine Augen. Ich musste nicht mal mehr auf 10 Meter heran kommen, um jedes Wort, das Stu in seiner Wut, in seiner Angst, in seiner Hysterie, aus sich raus brüllte, zu verstehen. Lee und Marcel an jeweils einer Seite von ihm, versuchten ihn zu beruhigen, aber ich war mir sicher, dass sie das nicht schafften. Nicht jetzt. „Was ist los?", keuchte ich. Betretene Gesichert begegneten mir. „Sie haben uns die Nachricht zu kommen lassen, dass, wenn die Polizei nicht sofort abhaut, Danny noch diese Nacht etwas zustößt." „Bitte was?", fragte ich ungläubig. Der Polizist mit dem Funkgerät in der Hand nickte. „Es ist wahr. Wir wissen noch nicht so recht, was wir machen sollen." Ich schüttelte den Kopf. „Das kann doch nicht sein. Sie sind die Polizei, Sie sind für so was zuständig. Sie müssen doch etwas tun können." Ich funkelte den Polizisten wütend an, der nur unschuldig die Hände hob. „ICH darf alleine nichts machen oder entscheiden."
Dann sah ich den Eingang zur Halle. Versperrt durch kilometerlanges, grelles Absperrband. Versperrt durch Polizisten, die schwer bewaffnet waren. Warum war es so schwer, da rein zu kommen? Ich verstand das nicht. Nancy würde Danny doch nicht wirklich etwas tun. Dazu liebte sie Kinder zu sehr. Da war ich mir sicher. Ich hab ihr Glitzern in den Augen gesehen, als sie auf Danny aufgepasst hat. Nein, das sind alles nur leere Drohungen. Bestimmt. Es konnte doch nicht anders sein.
Völlig überzeugt und mit aufgebautem Mut stürmte ich auf Lee und Stu zu, drückte sie auseinander, rannte weiter, kletterte über das erste Absperrband, dann über das zweite. „Meeeeely!! Was machst du da???" „Stopp!! Halten Sie sofort an!!" Nur noch diese Polizisten trennten mich von dem Eingang, ein paar dumme Polizisten. Bisher hatten sie mir aber immer noch den Rücken zugedreht..... Ich schloss die Augen, stürmte zwischen den Polizisten durch auf die Tür zu, drückte sie auf und betrat das Gebäude. „Spinnst du, Mely? Komm zurück!" Draußen brach Panik aus und die Polizisten, die die Tür bewacht hatten, hatten mich natürlich auch schon bemerkt. Jetzt hieß es Beine in die Hände nehmen und rennen. Ich stolperte durch die vielen, weißen Gänge, die mir wie ein Labyrinth vorkamen. Es musste nicht mehr weit sein. Hoffte ich zumindest. Die Schritte und Schreie hinter mir wurden immer lauter und näher.
Zum Glück war keine Zeit zum Zurückschauen.
Da! Das war die Tür, die zur Maske führte. Ich riss sie auf. Nancy saß neben Danny auf der Couch. Ihre Augen weiteten sich, als sie mich sah. „Muuuuuuuummy!" Vergnügt klatschte Danny sich in seine kleinen Patschhände und für einen Moment strahlte ich meinen Sohn an. Die Realität holte mich aber schnell wieder zurück. Die Meute hinter mir hatte einige Meter neben mir im Gang Halt gemacht. Der Polizist hielt mit ausgebreiteten Armen alle zurück. Verwirrt starrte ich erst zu meinen Verfolgern, dann wieder zu Nancy und Danny und dann doch wieder zu den Leuten auf dem Gang. Alle starrten mich mit großen Augen und offenem Mund an - außer einer: Danny. Er rutschte langsam von der Couch und wollte zu mir laufen. Doch Nancy hielt ihn fest.
„Hier geblieben, mein Kleiner. Und du verschwindest mit deinen Anhängseln sofort wieder aus diesem Gebäude, sonst knallt’s!" „Mely!!!" Ruckartig sah ich zu Stu herüber, der mich mit seinem Blick anflehte, zurück zu kommen. Aber ich sah Nancy, sah, wie sie eine Pistole aus der Tasche zog und das konnte ich nicht verantworten. Wenn sie Danny nur ein Haar krümmte, dann krümmte ich ihr alle!
„Nimm die Knarre weg, du kleine, miese......" Ich suchte nach den passenden Worten, aber für Nancys Verhalten wird es die wohl nicht geben.
Jetzt fing Danny an zu schreien. Die letzte Woche war zuviel für ihn.
Er schrie. So hatte ich ihn noch nie schreien hören. Ein Schrei, der ins Herz ging. jedenfalls bei mir. Es war mein Kind!! Ich machte einen unvorsichtigen Schritt auf ihn zu.
Ein Schuss fiel. Leute schrien.
Ein letztes Mal wirbelte ich herum, sah in Stus Augen, die einen unbeschreiblich traurigen, verzweifelten, ungläubigen, ängstlichen Ausdruck besaßen. Ein letztes Mal sah ich zu Lee hoch, der sich die Hand vor den Mund hielt und Kati, die eine Hand nach mir ausstreckte. Ein letztes Mal sah ich in die Augen meiner Freunde, bevor ich zu Boden ging und alles schwarz wurde.....
Tränen liefen aus meinen Augen über meine Wangen. Das meinte der Doktor also. Das war der Grund, warum ich hier lag, das war der Grund, warum Stu neben meinem Bett die ganze Zeit heulte. Das war der Grund, warum ich alle alleine lassen musste…
„Hey, nicht weinen“, flüsterte Stu. „Was ist denn los?“ Ich wollte es ihm erzählen, wollte ihm soviel sagen. Aber ich hatte keine Kraft dazu. Stumm bewegte ich meine Lippen.
„Mr Baker, ihre Freundin ist zu schwach. Sie kann Ihnen nicht antworten. Es kann nicht mehr lange dauern.“ Ich wollte schreien. Wollte schreien, dass ich nicht sterben wollte, dass ich leben wollte. Ich wollte sagen, dass ich bei ihnen bleiben wollte.
Ich nahm alle meine Kräfte zusammen und öffnete meine Augen. Es waren nicht viele Leute da. Eindeutig Intensivstation. Stu blickte mich an. Genau wie 2 Ärzte, 3 Schwestern, Lee, Kati und Sam. Alle sahen so… anders aus. So ernst, traurig, verzweifelt. Was sollte ich denn da sagen?
„Stu…“, flüsterte ich. Aua, tat das weh. Messer bohrten sich in meinen Körper. Diese schrecklichen Schmerzen!
„Ja?“ „Ich… ich… liebe dich… und… werde dich… immer lieben. Pass… auf Danny auf… sag ihm… dass ich ihn lieb hab“, presste ich hervor. Warum tat das so weh? Warum tat das nur so verdammt weh?
„Sam...Lee… ich… danke… für alles. Ohne euch… hätte ich das alles… nie geschafft…“ Stu, Sam, Lee und Kati heulten Rotz und Wasser, und auch die Ärzte und Schwestern wischten sich verstohlen über die Augen. Das wollte ich nicht. Ich wollte nicht, dass alle wegen mir so unglücklich waren. „Kati… danke… danke für alles… mach… meinen Lee… nicht unglücklich, ja?“ Sie nickte schluchzend.
Diese schmerzen. Es tat so unheimlich weh. Und es wurde von Sekunde zu Sekunde schlimmer. Das regelmäßige Piepen neben mir, wurde immer ungleichmäßiger, immer schneller. Alles fing an sich zu drehen, wurde schneller und schneller. Plötzlich sah ich mich, als kleines Mädchen, wie mich Lee immer im Sandkasten ärgerte, indem er meine Sandburgen zerstörte. Mein ganzes Leben, alles Schöne und Schreckliche, lief noch einmal vor meinen Augen ab. Bis ich da ankam, wo ich jetzt war...
„Ich liebe… auch… vergesst mich nicht… es tut so weh“ Am Ende versagte meine Stimme. Das letzte, was ich sah, war, das die Ärzte und Schwestern Stu und Co. Beiseite schubsten und auf mich zustürzten. Dann wurde alles schwarz. Ich fiel und fiel, immer tiefer. Doch es kam kein Aufprall. Plötzlich sah ich ein Licht, es wurde immer größer, kam immer näher.
Und dann war ich da… auf der Insel der doppelten Hoffnung.
„Leute, wie zum Teufel hat die Presse davon erfahren?“, fragte Sam aufgebracht, als er ins Krankenhaus stürzte. „Das ist doch eh egal, Sam!“, meinte Stu müde.
„Findest du vielleicht, ich nicht!“, entgegnete Kati und riss Sam die Zeitung aus der Hand.
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CrazyBecca 
         

Status: Offline Registriert seit: 20.10.2006 Beiträge: 1223 Nachricht senden | Erstellt am 08.12.2006 - 20:40 |  |
BLAZIN’ SQUAD BANGEN
Blazin’ Squad bangen um das Leben ihrer Freundin Melanie Johnson (Freundin von Reepa). Sie wurde bei einem, uns noch unbekannten Ereignis, angeschossen und lag im Koma. Gestern wäre sie fast gestorben, die Ärzte konnten sie nur noch in letzter Sekunde retten, das erfuhren wir aus sicherer Quelle. Was passiert ist, und ob sie durchkommen wird, ist noch unklar. Sie liegt wieder im Koma, und niemand weiß, ob sie je wieder aufwachen wird.
„Fuck… woher wissen die das?“, fluchte Lee. „Aus sicherer Quelle… also, von uns war es jawohl keiner…“, überlegte James. „Haltet doch mal eure Klappe! Das interessiert doch kein Schwein! Man könnte meinen, ihr hätte Herzen aus Eis“, schrie Stu genervt und stürmte aus dem Warteraum, wo er und die anderen auch die Nacht verbracht hatten.
Betreten sahen die sich an. „Es ist für ihn noch schwerer als für uns. Wir hätten Rücksicht nehmen sollen“, murmelte Sam schuldbewusst…
„Herr Doktor! Wie geht es ihr?“ „Ah, Mr. Baker. Tut mir Leid Ihnen das sagen zu müssen, aber es sieht nicht gut aus. Es war gestern verdammt knapp, und wir wissen nicht, ob sie aus dem Koma wieder aufwachen wird.“ Stu schluckte. „Kann ich zu ihr?“
Nachdem Stu in meinem Zimmer war ging Sam zu dem Arzt. „Herr Doktor, jetzt mal ganz ehrlich. Wie sieht es aus? Wird sie es schaffen?“
Der Arzt seufzte. „Kommen Sie mit in mein Büro, ok?“
„Setzen Sie sich!“ Nervös hockte Sam sich auf die Stuhlkante. „Ich will es mal so sagen. Bis jetzt ist ihr Zustand einigermaßen stabil. Aber ich weiß nicht, ob sie es schafft. Es kann jederzeit sein, dass sie uns einfach wegschläft, sie kann aber auch nach Monaten oder Jahren aus dem Koma aufwachen und kurz darauf sterben, oder es geschieht ein Wunder und sie überlebt. Ich habe es ihrem Freund nicht gesagt, der junge Mann bricht uns sonst noch zusammen. Ich würde Ihnen ja gerne Hoffnung machen, aber wir müssen realistisch bleiben!“ Niedergeschlagen nickte Sam.
„Danke. Ich… gehe dann mal…“ "Kann ich noch etwas für Sie tun?" "Nein... nein... es... geht schon."
„Hey, was geht denn mit dir ab?“ „Das wollt ihr nicht wirklich wissen!“, murmelte Sam. Dann erzählte er ihnen, was ihm ein paar Minuten zuvor der Arzt erzählt hatte. „Meint ihr, wir sollen es Stu sagen?“, fragte Kati.
„Was sollt ihr mir sagen?“ Die anderen wechselten unsichere Blicke. Dann nickte Lee leicht. Sam holte tief Luft. „Also… ich habe vorhin mit dem Arzt gesprochen…“
„Und? Gibt es gute Nachrichten?“, fragte Stu mit leuchtenden Augen. „sie wissen noch nichts Genaues!“, wich Sam aus. „Ach so. und was war daran jetzt so geheim?“, fragte stu enttäuscht. Dann ging er wieder.
„Warum hast du es ihm nicht gesagt?“, fragte Lee fassungslos. Sam schluckte. Dann sah er Lee ins Gesicht. Und in dem Moment sah Lee die Tränen, die Sam seit Tagen unterdrückte, die dunklen Augenringe, den Schmerz in seinen Augen. „Ich konnte es nicht, Lee“, flüsterte Sam erschöpft. „Stu hat genug Sorgen, es reicht, wenn andere daran kaputt gehen.“ Dann fing er an zu zittern, immer stärker. Dann liefen endlich die ersten Tränen. Seine ganze Wut, Verzweiflung, der ganze Schmerz der letzten Tage und Wochen brach aus ihm heraus. Die anderen sahen ihn erschrocken an, während Lee ihn ganz fest in den Arm nahm und den anderen deutlich machte, dass er mit Sam alleine sein wollte. Widerstandslos standen sie auf und gingen, nicht ohne Sam noch einmal einen besorgten Blick zuzuwerfen.
„Jungs… habt ihr Sam schon mal weinen sehen?“, fragte Kati leise. Mus schüttelte den Kopf. „Nein. Und ich wünschte, es wäre so geblieben.“
„Ich hätte nie gedacht, dass Sam weinen kann“, warf Kenzie dazwischen.
„Natürlich kann er weinen“, fuhren ihn Kati und Tommy im Chor an. „Ja, schon… aber… von ihm hätte ich es am wenigsten erwartet!“, stotterte Kenzie hilflos.
„Wenn ich ehrlich bin warte ich da schon seit Tagen drauf. Sam hatte in letzter Zeit den engsten Draht zu ihr. Er war für sie da, als wir anderen sie im Stich gelassen haben. Er war IMMER für sie da. Und er war immer stark.“ „Stimmt“, meinte Marcel. „Sam hat immer alle wieder aufgemuntert, wenn wir zum Beispiel am Ende der Tour total fertig waren, wenn wir alles hinschmeißen wollten. Er hat uns immer Mut gemacht, ohne zu zeigen, wie fertig er selbst war.“
„Und jetzt das… Gestern wäre sie beinahe… Das hält selbst der stärkste Charakter nicht aus. Sam muss doch seelisch und auch körperlich total am Ende sein!“
„Sam, was ist los? Willst du drüber reden?“, fragte Lee besorgt. Was los war wusste er eigentlich selbst. Aber er wollte, dass Sam es ihm sagte, dass er es ihm anvertraute. Zuerst schüttelte Sam schluchzend den Kopf, doch nach ein paar Minuten fing er an zu reden. Er wusste, dass er es irgendjemandem erzählen musste, und er vertraute Lee.
„Als… als ich Mely kennen gelernt hab, da dachte ich, ich träume. Sie war für mich wie eine Schwester. Wie die Schwester, die ich mir immer gewünscht hatte. Und dann wurde sie zu meiner besten Freundin. Ihr konnte ich alles erzählen, egal worum es ging. Wenn ihr sie fragen könntet, sie würde euch nie etwas verraten. Aber sie weiß von Dingen, von denen ihr keine Ahnung habt. Ich… ich war doch mit Tina zusammen, als ich Mely kennen gelernt hab, weißt du noch?“ Lee nickte. „Klar. Aber es war doch kurz darauf schon vorbei, oder? Weil du zu oft weg warst und sie das nicht verkraftet hat.“
Sam fing wieder an, heftiger zu weinen. „Das denkt ihr. Das ist es, was ich euch erzählt habe, aber… es war doch ganz anders. Ihr habt mich als herzlos bezeichnet, als ich sie nach 3 Jahren gehen gelassen hab. Aber…“ Beim Gedanken an Tina, an die Wahrheit, wurde Sam von einem neuen Heulkrampf geschüttelt. „Sie hat mich betrogen“, flüsterte er. Lee starrte ihn mit weit aufgerissenen Augen an. „Was?“
„Ich bin einfach zu früh von der Tour zurückgekommen Sonst würde sie wahrscheinlich heute noch mit mir spielen.“ „Wie meinst du das? Zu früh von der Tour zurückgekommen?!“, fragte Lee nach.
„Ich habe sie gesehen. In MEINER Wohnung. MEINE Freundin und MEIN bester Freund. Sie haben mich gar nicht bemerkt, so beschäftigt waren sie.“ Er lachte bitter. „Sam… wie lange ging das schon?“ „Wie lange das schon ging? 3 Jahre, Lee, 3 Jahre!“
„Das heißt, sie hat…“, fing Lee fassungslos an. „Genau. Sie hat mich die ganze Zeit ausgenutzt, mit mir gespielt, mich wie einen Gegenstand behandelt.“
„Und dann bist du umgezogen…“ Sam nickte. Energisch wischte er sich die Tränen weg. „Ich habe es nicht mehr ausgehalten. Alles erinnerte mich an die „schönen Stunden“ mit ihr, nachher hab ich mich gefragt, wie ich so blind sein konnte. Wenn ich öfter zu Hause gewesen wäre…“ Wieder fing er an zu schluchzen.
„Hey! Dich trifft keine Schuld!“, murmelte Lee hilflos. Er wusste nicht, was er tun sollte. Nie hatte Sam Hilfe benötigt oder irgendwem von seinen Sorgen erzählt. Und niemand hatte gefragt, ob er Probleme hätte. Es war normal, dass Sam nie irgendwas hatte. Er war immer fröhlich, immer für die anderen da. Und jetzt das. Warum hatten sie es nicht gemerkt? Warum hatten sie nicht bemerkt, wie fertig Sam gewesen war? Sie waren seine Freunde, sie hätten doch etwas merken müssen! Aber wie konnte jemand ihren Sam so behandeln? Ihn so behandeln, als wäre er ein Ding, mit dem man machen könnte, was man will. Wie konnte man ihm so etwas antun?
In den nächsten Tagen wurde Sam behandelt wie ein rohes Ei. Doch er nahm es nicht wahr, er nahm gar nicht mehr wahr. Er litt, hoffte, kämpfte. Er wusste, dass er jederzeit zu Lee gehen konnte oder auch zu den anderen, aber er sprach nicht gerne über seine Gefühle. Er kam sich immer so… hilflos dabei vor, anderen ausgeliefert. Und dieses Gefühl machte ihm Angst. Reden konnte er nur mit einer Person. Und die konnte ihm nicht antworten. Also schrieb er alles auf. Es befreite ihn, er schrieb sich seinen Kummer von der Seele. Wenn Stu nachts widerstrebend nach Hause ging, und Sam an meinem Bett wachte, schrieb er.
Da die Ärzte nicht genau sagen konnten, wann und ob ich wieder aufwachen würde, mussten BS nach 8 Wochen wieder ihren Job machen. Es blieb ihnen nichts anderes übrig, und insgeheim waren sie wohl auch froh über die Ablenkung. Es lief gut für sie, sehr gut. Durch die Sache mit der Entführung waren anscheinend noch mehr Leute auf sie aufmerksam geworden und kauften ihre Platten. Als nach 5 Monaten, in denen mein Zustand unverändert blieb, das Album rauskam, interessierte es keinen von den Jungs wirklich…
Lustlos blätterte Lee im Booklet des neuen Albums. „Hey, was ist los?“, fragte Kati sanft. Er seufzte. „Ich… ich dachte, die Arbeit würde uns ablenken. Hat sie ja auch ein bisschen. Aber die Sorge um Mely zerfrisst mich innerlich, sie macht mich kaputt.“ Kati umarmte ihn. „Ich kann dich ja verstehen. Aber alles wird wieder gut!“
„Kati! Verstehst du es eigentlich nicht? Sie liegt seit 7 Monaten im Koma! Seit 7 Monaten! Wo soll das noch hinführen? Stu und Sam stehen kurz vor einem totalen Zusammenbruch, wir anderen haben keine Lust. Es geht einfach nicht. Wir können nicht so weiter machen, als wäre nicht gewesen. Verstehst du das denn nicht?“ Geschockt sah Kati ihn an.
„Bin ich Schuld oder wieso brüllst du mich so an? Meinst du, mir wäre die Sache mit Mely egal?“ Ihre Stimme wurde immer lauter. „Ich war mindestens genauso gut mit ihr befreundet wie du. Es tut weh, es tut unerträglich weh. Aber das Leben geht weiter, Lee! Ob du es willst oder nicht, das Leben geht weiter. Du kannst nicht die Zeit zurückdrehen.“ Den letzten Satz flüsterte sie. Dann ging sie ins Wohnzimmer. Kati saß heulend auf der Couch, Lee packte mit tränenblinden Augen einen Koffer. „Machs gut, Kati. Wir sehen uns bestimmt bald wieder“, murmelte er. „Ist gut. Pass auf dich auf.“ Keine Frage, warum oder wieso, keine Frage, für wie lange, sondern einfach nur das Wissen, das es so am besten war.
Kati weinte nicht mehr. Die letzten Wochen hatten schon zu viele Tränen gefordert, als das sie jetzt noch lange weinen könnte. Was dachte Lee denn? Das alles spurlos an ihr vorübergehen würde? Ich war ihre beste Freundin. Außerdem ging sowas an niemandem spurlos vorüber. Sie starrte vor sich hin. Denken konnte sie nicht mehr. Keiner von ihnen konnte noch denken. Wozu auch?
Aus Langeweile nahm sie das Booklet, in dem auch schon Lee vorher geblättert hatte. Bei fast jedem standen dieselben Texte, wen sie alles grüßten, das sie sich Sorgen um mich machten und so weiter. Fast alle Texte hatten auch dieselbe Länge. Nur der von Stu war anders. Kürzer. Mit einem tieferen Sinn.
Vergessen!
Ich rede mit mir selbst,
damit die Stille nicht so laut ist.
Ich träume mich in Gedanken woanders hin, wo alles in Ordnung ist,
damit ich das alles ertragen kann.
Ich versuche, mich an nicht an große Hoffnungen oder Träume zu binden, damit ich es leichter vergessen kann.
Denn ich weiß, dass ich vergessen muss
damit ich wieder leben kann.
Signatur

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