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CrazyBecca ...
Admin Becca!
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...   Erstellt am 08.12.2006 - 20:28Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


So mal wieder eine fertige ff.
Diesmal ist sie von einer jungen Dame namens Mely ihr nick war Krazy_Mely und ich hab die natürlich gelesen und ich kann sagen die ff ist sehr gut aber auch sehr traurig.

Viel spaß beim lesen!






Hey Shorty,

du hast mir doch versprochen, dass du mich mal hier in London besuchen willst! Jetzt ist DIE Gelegenheit.
Du hast doch jetzt auch bald große Ferien, stimmts? Also, dann könntest du, wenn’s bei dir passt, die ganzen Ferien, also die 6 Wochen bei uns wohnen. Mum und so haben nix dagegen.
Schreib mir die Antwort bitte bald.

Love,
Lee XxX

Jeder normale Mensch hätte jetzt vor Freude laut gejubelt. Ich nicht. Ich freute mich still auf meine Art. So schnell ich konnte rannte ich zu meiner Mum runter in die Küche und zeigte ihr den Brief.
„Ist ja super! Dein Dad und ich müssen eh weg. Auf einen Ärztekongress in Japan. Du möchtest doch hin, oder?“ Ich nickte heftig. „Soll ich sofort Lee’s Mum anrufen, oder möchtest du ihm erstmal schreiben?“
„Hmm. Ich schreibe Lee einen Brief, und du rufst seine Mum an, aber sie soll ihm bitte noch nichts sagen!“, erklärte ich Mum auf meine Art. Sie grinste und nickte. Dann griff sie zum Telefon…

Ich sah auf meine Uhr. In 5 Minuten müsste ich in London sein. Besser gesagt, in London war ich schon, in 5 Minuten würde der Zug endlich halten und ich könnte meinen besten Freund wieder in die Arme schließen. Ungeduldig zog ich mein Gepäck schon mal hinter mir her zur Tür.
Endlich!! Der Zug hielt. Die Türen sprangen auf, und ich schleifte meine Tasche die Stufe runter. Suchend sah ich mich um. Doch da wurde ich auch schon von hinten umarmt und geknuddelt. Lee! Strahlend drehte ich mich um und umarmte ihn auch.
„Ich hab dich sooo vermisst, Kleine!!“ Ich nickte. Das hieß: „Ich dich auch!“ Lee verstand es. Eine kleine Freudenträne bahnte sich ihren Weg aus meinem Auge. „Hey, du musst doch nicht weinen!!!“, meinte mein bester Freund grinsend.
Aber es ging nicht anders. Seit er vor 4 Jahren nach London gezogen war, hatte ich ihn nicht mehr gesehen. Aber ich musste zugeben – er sah gut aus. *g*
Währenddessen waren wir schon weiter runter zur U-Bahn-Station gegangen. Lee besorgte mir noch eine Fahrkarte und ab ging die Post.
Nach ca. einer halben Stunde waren wir dann bei ihm zu Hause angekommen. Wir hatten kaum geklingelt, da wurde schon die Tür stürmisch von innen aufgerissen. „Mely!! Wie schön dich zu sehen! Wie groß du geworden bist! Eine richtige junge Dame! Wie…“ „Mum!! Lass uns doch erstmal rein, oder willst du, dass wir hier draußen verschimmeln?“, wurde sie dann aber von Lee unterbrochen.
Später am Abend lag ich in dem Gästezimmer auf meinem Bett und hörte Musik. Fast alles war wie früher. Wie ganz früher. Alle hatten mich total herzlich aufgenommen. Der einzige Unterschied war einer, den ich eh nicht ändern konnte. Plötzlich kam Lee zur Tür rein. „Sorry, ich muss noch mal los!“, meinte er. „Wohin?“, fragte ich auf meine Art. „Treffe mich mit den Jungs zur Probe.“ „Kann ich mitkommen?“ Es kam zwar kein Ton über meine lippe, doch Lee verstand mich. „Klar, wenn du willst!“ „Aber versprich mir eins – sag keinem etwas von meinem kleinen Geheimnis. Bitte!“ Er nickte, dann zog er mich hinter sich her…

Schon von draußen hörte man Stimmen. Schienen keine leise Truppe zu sein, die Jungs von Lee. „Hey Guys! Da bin ich. Habe noch wen mitgebracht. Jungs – das ist Mely!“ Ich lächelte schüchtern in die Runde von 8 Boys, von denen einer besser aussah als der andere. Stille. „Ääähm, hallo? Wollt ihr euch nicht mal vorstellen? Tztztz, sowas von unhöflich, die Jugend heutzutage!“, meinte Lee grinsend.
„Ich bin Mus!“ – „Chris!“ – „Ollie!“ – „James!“ – „Sam!“ – „Thommy!“ – „Marcel!“ – „Last but not least – ich heiß auch James!“
„Hey, wo isn Stu schon wieder abgeblieben?“ „Der ist noch nicht da. Bist ausnahmsweise mal nicht der letzte!“, erwiderte Sam grinsend auf Lees Frage. „Auch gut…“
„Woher kennst du Lee?“ „Wie alt bist du?“ „Woher kommst du?“ „Was hörst du für Musik?“ „Hast du nen Freund?“ Die Fragen prasselten nur so auf mich nieder. Verzweifelt sah ich zu meinem besten Freund, und der verstand mich. „Sie kommt aus York, ihr wisst schon, da hab ich gewohnt, bevor ich hergezogen bin. Mely ist 17 und hört eigentlich alles. Soweit ich weiß, ist sie noch zu haben, also haltet euch ran.“*g*
Die Boys waren so verwirrt darüber, dass nicht ich geantwortet hatte, dass sie noch nicht einmal fragen konnten, warum das so war. Als sich der Erste wieder gefangen hatte, und die Frage loslassen wollte, wurde die Tür aufgerissen und noch ein Boy stürmte rein. Total außer Atem ließ er sich auf den nächsten freien Sitzplatz plumpsen. „So, Shorty, das ist Stu, der letzte im Bunde. Jetzt hast du ihn mal in Aktion erlebt.“ Lees Stimme und das folgende Gelächter der anderen hörte ich nur wie durch Watte. Die ganze Zeit musste ich diesen Stu anstarren. Plötzlich blickte er auf und guckte direkt in meine Augen. Ich lief knallrot an und sah weg. „Shorty?“ „Ihr Nickname.“
„Also, wie gesagt, ich bin Stu. Nett dich kennen zu lernen!“ Vor mir stand der Boy, und grinste frech. Vorsichtig nickte ich. „Wer bist du?“, fragte er. „Das ist Mely aka Shorty, meine beste Freundin aus York.“





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Unsere Träume können wir erst dann verwirklichen,
wenn wir uns entscheiden einmal daraus zu erwachen!!!



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CrazyBecca ...
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...   Erstellt am 08.12.2006 - 20:29Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Verwundert sah Stu zu Lee, dann nickte er und sie fingen an zu Proben. Ich musste zugeben – sie waren echt gut. Die Musik von ihnen musste man einfach mögen.
Als sie eine Pause machten, ging Lee weg um etwas zu Trinken zu holen. Sam setzte sich neben mich auf die Couch. „Und – hat’s dir gefallen?“ Ich nickte und hob meinen Daumen. „Rappst du auch? Oder kannst du gut singen?“ Stumm schüttelte ich den Kopf. „Echt nicht? Oder hast du’s einfach nur noch nie probiert?“ Verlegen sah ich weg. Ich saß in der Falle. Zum Glück kam in diesem Moment Lee zurück und rettete mich…

Ein paar Tage später ging ich shoppen. Alleine. Lee hatte keine Zeit, der Rest seiner Family auch nicht. Als ich vor einem Schaufenster stand, rempelte mich jemand an, und meine Taschen fielen auf den Boden. Die Person bückte sich und half mir beim aufsammeln.
„Sorry! Wollte ich nic… Oh, hi Mely!“ Mus… Super… Was jetzt? Weit und breit kein Lee, der mich retten könnte… Verzweifelt sah ich ihn an…

„Tut dir irgendwas weh? Hast du dich verletzt? Du guckst so komisch!“, fragte Mus unsicher. Ich lächelte leicht und schüttelte den Kopf. „Hey, bist du sauer auf mich, oder wieso redest du nicht mit mir?“ Ich schenkte ihm einen letzten verzweifelten Blick, packte meine Sachen und lief weg.
Mus sah mir verwirrt hinterher. Bei Lee schmiss ich mich sofort auf mein bett. So konnte es nicht weitergehen. Es ging einfach nicht. Das waren Lee’s beste Freunde, er hing dauernd mit ihnen rum. Und da Lee halt mein bester Freund war, hieß das, das ich wohl auch noch öfters mit ihnen zu tun haben würde. Da konnte man zwar Geheimnisse verbergen, aber nicht so eines, wie ich es hatte.

Schweren Herzens ging ich zu Lee. Ich erklärte ihm alles. Und er verstand. „Morgen ist eh wieder Probe, da können wir es ihnen sagen. Hey, cheer up! Die Jungs werden dir schon nicht den Kopf abreißen.“ Niedergeschlagen ließ ich den Kopf hängen. Prüfend sah Lee mich an. „Hmm. Es ist wegen Stu, stimmt’s?“ Ich nickte. „Du magst ihn wohl sehr?!“ Wieder nickte ich. Langsam bahnten sich die ersten Krokodilstränen ihren Weg über meine Wangen. Lee nahm mich in den Arm. „Komm, Shorty… Er mag dich auch. Verlass dich drauf!“
„Aber wenn das stimmt, dann… aber da wusste er noch nichts von meinem Geheimnis!“, „erwiderte“ ich…

Beim Frühstück am nächsten Morgen bekam ich kaum etwas runter. Die Bandprobe und große Beichte vertrieben mir den Appetit. Ich würgte ein paar Cornflakes hinunter, dann ging es los. Als wir vor dem Probenraum standen, tastete ich nach Lee’s Hand. Er ergriff meine und drückte sie aufmunternd. Langsam öffneten wir die Tür. Alle anderen waren schon da, auch Stu. Sie bemerkten uns nicht. Sie saßen zusammen, und diskutierten. Wortfetzen drangen zu uns hinüber… „…habe sie noch nie sprechen hören…“ „…hat kein Wort gesagt und ist weggelaufen…“ „…will sie nicht mit uns reden?“
Ich schluckte. Die redeten über mich. „Doch, Jungs. Sie will mit euch reden. Aber sie KANN nicht.“
Alle wirbelten herum und sahen Lee und mich an, als wären wir vom Mars. „Was… was meinst du damit?“, fragte Sam vorsichtig.
„Shorty kann nicht reden. Sie ist stumm.“
Keine Reaktion. Meine Angst wurde immer größer. Doch dann kam Sam auf mich zu und nahm mich in den Arm. „Ist doch nicht schlimm“, meinte er. Die anderen nickten zustimmend. „Aber warum hast du es nicht gleich gesagt?“
Ich holte Zettel und Stift, die ich vorsichtshalber immer in der Tasche hatte, raus, und fing an zu schreiben.

Ich kenne euch ja noch nicht so lange. Und ich hatte Angst, dass ihr mich als Krüppel oder so seht, wenn ihr das erfahrt. Das ist mir schon oft passiert. Ich mag euch total gerne, und wollte, dass wir Freunde bleiben.

Geschockt sahen die Guys mich an. „Sowas denkst du von uns? Sind wir wirklich so schlimm?“, fragte mich Stu ungläubig. Ich schüttelte den Kopf. Dann liefen mir kleine Tränen über die Wangen. Ich war so erleichtert, dass die Jungs das alles so locker sahen. Total glücklich warf ich mich dem nächsten in den Arm. Vorher hatte da noch Lee gestanden… Jetzt war ich aber bei… STU IM ARM!!! Geschockt blickte ich ihn an. Alle anderen grinsten sich ihren A**** ab. Doch ich hätte Sam nicht so schnell so doll gemocht, wenn er mich nicht auch aus dieser Situation gerettet hätte. „Kannst du mir mal erzählen, wie das ist, wenn man stumm ist? Das würde mich mal interessieren“, meinte er und zwinkerte mir zu.
Dankbar sah ich ihn an. Dann fing ich wieder an zu schreiben.

Am Anfang ist es total ungewohnt. Wenn man den Mund aufmacht, um etwas zu sagen, kommt kein Ton…

Weiter kam ich nicht. „Willst du damit sagen, du warst nicht immer stumm?“, fragte Mus. Ich nickte. Dann bat ich Lee die Sache zu erklären, da die Story ziemlich lang war…

„Shortys Eltern sind Ärzte. Erfolgreiche, berühmte. Als Mely 1 Jahr alt war, begann ihre Mutter wieder zu arbeiten. Ihre kleine Tochter ließ sie bei ihrem Vater, also war Shorty die ganze Zeit bei ihrem Opa. Mit ihm war sie tiefer verbunden als mit ihren Eltern, die ihr zwar jeden Wunsch erfüllten, aber nie Zeit für sie hatten. Sie waren oft im Ausland. In den Ferien fuhr Shorty immer mit ihrem Opa weg. Als sie einmal wieder auf dem Weg zum Flughafen waren, um in den Urlaub zu fliegen, hatten sie einen Unfall. Ein LKW kam ihnen entgegen. Warum ist bis heute nicht geklärt. Jedenfalls wurden sie stark gerammt. Shorty erlitt zwar schwere Verletzungen, aber die heilten wieder. Ihre erste Frage, als sie aus dem Koma erwachte, war, wie es ihrem Opa geht. Als die Ärzte ihr dann mitteilten, dass der bei dem Unfall sofort tot war, sprach sie kein Wort mehr. Es besteht zwar theoretisch die Möglichkeit, dass sie wieder sprechen könnte, aber seit dem Unfall hat sie kein Wort mehr gesagt. Ihr Opa war ihr Ein und Alles, ihre Eltern fast Fremde für sie. Mittlerweile hat sie sich einigermaßen damit abgefunden, dass sie ohne ihren Opa leben muss. Und dass sie stumm ist. Ihre Mutter ist jetzt öfter zu Hause. Tja… jetzt wisst ihr die ganze Story.“





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...   Erstellt am 08.12.2006 - 20:30Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Unsicher sahen mich die Jungs an. Sie hatten keine Ahnung, wie sie reagieren sollten. Aber als sie sahen, dass ich weinte, nahmen sie mich einfach nur in den Arm…
Von da an waren die 10 Jungs und ich unzertrennlich. Als wir dann mal feststellten, dass wir nur noch 3 gemeinsame Wochen hatten, waren wir mehr als geschockt. Mittlerweile wussten Sam, Mus und Lee (logischerweise) von meinen Gefühlen für Stu. Andauernd redeten sie mir ein, er würde mich auch mögen, ich solle halt mal auf ihn zugehen blablabla……. Nee, danke…. Lächerlich würde ich mich bestimmt nicht freiwillig machen. Am Schlimmsten war es bei den Proben. Die 3 Guys machten echt eindeutige Bemerkungen. 2 Wochen vor meiner Abreise wussten es alle, außer einem. Komischweise hatte Stu keinen blassen Schimmer.
Ich war, ehrlich gesagt, froh darüber. Denn ich hatte echt keinen Bock auf eine Abfuhr. Da war mir echt lieber, es geheim zu halten, anstatt Liebeskummer zu haben. Ich hatte mich mit meiner Situation abgefunden, wer nicht so glücklich darüber schien waren die Jungs.
Als Stu einmal am Ende der Probe ziemlich schnell weg musste, hielten mich die restlichen 9 fest. „Duuu… Shorty… also… na ja, das mit Stu und dir kann doch echt nicht so weitergehen“, fing Mus an.
„Genau“, stimmte Sam zu. „Andauernd guckst du zu ihm rüber. Kaum guckst du wieder weg, guckt Stu zu dir. Das ist echt nicht mehr mit anzusehen. Wir MÜSSEN euch helfen, verstehst du uns nicht?“ Geschockt blickte ich in die Runde. 9 Gesichter mit unwiderstehlichen Dackelblicken strahlten mir unschuldig entgegen.

„Ich glaub das alles nicht!! Habt ihr sie noch alle? Okay, dass ich in Stu bin ist anscheinend bekannt, aber ihr könnt ihn nicht zwingen. Er will nichts von mir, also lasst ihr die Sache gefällig, verstanden?“, schrieb ich. „Aber er mag dich echt!“, versuchte es Olli.
„Nein, er mag dich nicht. Er LIEBT dich!“, warf jetzt Sam wieder ein.
Wieder schnappte ich mir Zettel und Stift. „Selbst wenn… was will er mit einer, die noch nicht mal reden kann?“
Ich warf ihnen den Zettel hin, schnappte mir meine Jacke und lief weg…
Betreten sahen die Jungs sich an. Mit so einer Reaktion hatte wirklich keiner gerechnet. Während die anderen 8 noch starr dasaßen, schnappte sich Lee auch seine Jacke und rannte hinter mir her.
Als ich nach ca. 10 Minuten an einen Park kam, setzte ich m ich auf die erstbeste Bank um mich auszuruhen. Erschöpft schloss ich die Augen um ein wenig zu dösen, als ich jemanden keuchen hörte und die Person sich kurz darauf neben mich fallen ließ.
„Man, Shorty, du bist echt so langsam zu schnell! Boah, ich kann nicht mehr!“, ächzte… Lee! Ruckartig drehte ich ihm meinen kopf zu. Mit ihm hatte ich wirklich nicht gerechnet. Aber irgendwie war ich ganz froh, dass er da war. Lee verstand mich eigentlich in jeder Situation.
„Hmm, was war das denn gerade für ein Abgang? Du kannst den armen Jungs doch nicht so etwas an den Kopf knallen!“, find Lee sanft an. Zum Glück musste ich bei ihm meine Antworten nicht aufschreiben.
„Aber es stimmt doch!“, antwortete ich. „Stu kann sich doch noch nicht mal richtig mit mir unterhalten!“
„Hey, komm… jetzt sei mal nicht so unfair. Die Jungs kommen alle super damit klar. Auch Stu. Für sie gehörst du einfach dazu, bist normal.“
„Aber das bin ich nun mal nicht! Was will er mit einer, mit der er sich sein ganzes Leben lang nie unterhalten wird?“ Jetzt wurde Lee sauer. Wütend funkelte er mich an. „Du weißt ganz genau, dass du gute Chancen hast, irgendwann wieder sprechen zu können! Der Arzt hat gesagt, du musst nur dran glauben!!! Dann tu das auch mal und lass dich nicht so hängen. Du wurdest von uns bis jetzt immer unterstützt, aber du selber musst auch mal was dafür tun!“ Bei den letzten Worten hatte seine Stimme angefangen, leicht zu zittern. Er weinte. Ich hatte ihn noch nie weinen sehen, und ich hatte das Gefühl, dass eine eiskalte Hand mein Herz umklammern würde.
Ich schluckte und sah weg. Ich wollte ihn nicht weinen sehen.
„Mely, komm zu dir! Das ist dein bester Freund!! Er hat dich auch schon tausendmal weinen sehen, und dich immer getröstet! Sei auch mal für ihn da“, rief ich mich selbst zur Ordnung. Doch als ich wieder zu ihm blickte, war er verschwunden. Ich sah gerade noch, wie er hinter der nächsten Kurve verschwand…
Na super, da hatte ich ja was angerichtet. Schnell lief ich hinter Lee her. Ich hatte mich noch nie mit ihm verkracht, und das sollte auch so bleiben. Mittlerweile waren wir nicht mehr im Park sondern auf einer belebten Straße. Zwischendurch sah ich immer wieder einen Zipfel seiner Jacke, dann war er wieder in der Masse versunken. Da mir das zu doof wurde, quetschte ich mich einfach zwischen den ganzen Leuten durch. Manche riefen mir irgendwas hinterher, doch das war mir egal.
Endlich! Ich stellte mich vor Lee. Er sah fertig aus. Seine Augen waren vom Weinen rot und verquollen. Schnell sah ich mich um, um festzustellen, wo wir überhaupt waren. London war schließlich groß. *g* Zu meiner Überraschung waren wir gar nicht so weit von Lees Home entfernt. Ich zog ihn in die nächste Seitenstraße, und wenig später kamen wir endlich bei ihm an. Ich schob ihn in mein Zimmer, drückte ihn aufs Bett, kniete mich vor ihn (nein, es folgt kein Heiratsantrag^^) und sorgte dafür, dass er mich angucken musste. Widerwillig tat er das dann auch.
„Lee, es tut mir leid! Ich wollte das nicht. Aber du musst mich auch verstehen. Stell dir vor, deine absolute Traumfrau würde vor dir stehen, und spricht dich an. Was würdest du tun? Genau, ihr antworten, die mit ihr unterhalten. Das kann ICH aber nicht. Immer wenn Stu dabei ist, will ich mit ihm reden oder so. Aber dann denke ich: Mely, du kannst nicht mit ihm reden, und mach dir auch sonst keine Hoffnungen. Stu könnte mit mir doch gar nichts anfangen!“
„Mir tut’s echt Leid, dass ich vorhin ausgerastet bin. Aber mich regt das halt auf. Die Ärzte haben klargestellt, dass du wieder reden könntest. Du musst nur dran glauben. Und dann kann ich einfach nicht verstehen, warum du nicht dran glaubst!“ „Willst du wirklich wissen, warum nicht?“ Er nickte heftig. Oh oh… so langsam musste ich die Wahrheit rausrücken….





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...   Erstellt am 08.12.2006 - 20:30Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Also gut… Jetzt konnte ich nur noch hoffen, dass er es verstehen würde.
„Hmm, wenn ich wieder sprechen könnte, hätte sich mein größter Traum erfüllt.“ „Na also!“, rief Lee erfreut.
„Aber versteh mich doch – ich hab voll Panik. Dran glauben, würde nicht reichen. Ich müsste alles darein stecken. Meine ganze Kraft, meinen Glauben an mich und diese Welt, alles!“
„Hmm, aber wir würden dich doch unterstützen!“ „Schon, aber… Lee, was ist, wenn es nicht klappt. Wenn es wider Erwarten einfach nicht klappt? Und dabei dann rauskommt, dass ich NIE wieder reden kann, auf keinen Fall?! Was dann? Ich wär verloren, Lee. Ich hätte keinen Glauben mehr an irgendetwas, keine Kraft zum weiterleben. Ich hab mich mit meiner Situation abgefunden, so wie sie ist. Okay, ich muss in einigen Dingen zurückstecken, zum Beispiel bei sowas wie der Sache mit Stu. Aber ich hätte wenigstens irgendwo immer noch einen kleinen Funken Hoffnung an den ich mich klammern könnte. Wenn es schief geht, Lee, muss ich mich erst wieder in meinem Leben zurechtfinden. Und ich weiß nicht, ob ich das schaffe. Außerdem erlischt dann mein letzter Funke an Hoffnung für immer. Wozu sollte ich dann also noch weiterleben?“
„Für uns!“, antwortete Lee. „Was sollen wir ohne dich machen, hm? Außerdem hat der Arzt doch gesagt, dass es unwahrscheinlich ist, wenn es nicht klappt!“
„Schon, aber…“ „Kein Aber“, unterbrach Lee mich. „Versprich mir eins, Shorty, bitte! Du versuchst es, und wir werden dich alle unterstützen. Und FALLS es wirklich nicht klappen sollte, dann kriegen wir das wieder hin. Du musst nur dran glauben! Bitte! Nach dem Unfall haben wir das doch auch wieder hingekriegt!!!“ Ich nickte niedergeschlagen. Lee würde eh nicht locker lassen, das wusste ich. Er war genauso stur wie ich. Doch dann fiel mein Blick auf die Uhr an der Wand. Der heutige Tag war echt schnell vorbei gewesen. Wieder ein Tag weniger, den ich in London verbringen konnte. Also war ich nur noch 5 Tage (!!!) hier bei den Jungs. „Lee… ich bin doch nur noch 5 Tage hier! Dann muss ich das ja ohne euch schaffen!“
Er schüttelte den Kopf. „No, Shorty. Wir werden die ganze Zeit an dich denken und dir die Daumen drücken. Bei der eigentlichen Therapie könnten wir dir sowieso nicht helfen! Und wir kommen dich so schnell wie möglich besuchen, ja? Wir alle!“ Wieder nickte ich. Ich wollte sie nicht enttäuschen. Und das hieß, dass ich es schaffen musste, komme was wolle…

Die letzten Tage flogen. Zweimal hatten die Jungs noch Probe und ich verzweifelte an meinen sinnlosen Gefühlen für Stu. Zudem kam noch etwas anderes. Mit niemandem hatte ich bis jetzt über den Unfall gesprochen. Auch nicht mit Lee. Am Anfang konnte ich mich an nichts erinnern, und dann musste ich erstmal mit der Zeichensprache klarkommen. Und als ich dann soweit war, zog Lee nach London. Jetzt, nachdem alles wieder hochgekommen war, zerbrach es mich fast innerlich. Ich MUSSTE mit jemandem darüber reden. Eigentlich wollte ich das mit Lee tun, doch er war so schon ziemlich fertig wegen mir, da wollte ich ihm das nicht auch noch antun. Bei der letzten Probe, in der Pause ließen uns die Jungs alleine. Mich und Stu. Ich weiß nicht, was in mich gefahren war, jedenfalls…
„Hey, was ist los? Ich merk doch, dass du irgendwas auf dem Herzen hast!“, fing Stu an. Ich machte ihm klar, dass ich Zettel und Stift bräuchte, doch er schüttelte den Kopf. „Brauchst du nicht. Ich kann Zeichensprache. Aber – das bleibt unter uns, ja?“ Total überrumpelt nickte ich. Eine zeitlang saßen wir schweigend da. Dann fing ich an zu „erzählen“…
„Es war vor ungefähr 5 Jahren. Eigentlich sogar ziemlich genau. Die Sonne schien von einem strahlend blauen Himmel, als wir von zu Hause losfuhren. Wir waren nicht unterwegs in den Urlaub. Ich wollte meine Ferien bei einer Freundin verbringen. Opa hätte gar nicht zu fahren brauchen, da ich eigentlich mit dem Bus fahren wollte. Doch er wollte, dass er dabei ist. Meine Freundin wohnte ungefähr 3 Stunden entfernt. Die Gegend war nichts Besonderes, aber ganz nett. Als wir klingelten, war niemand da. Die Nachbarn erzählten uns, dass sie im Urlaub wären. Ich war todunglücklich.“
Ich machte eine kleine Pause. Die Bilder kamen wieder hoch, alles spielte sich vor meinem inneren Auge ab. Und es tat so schrecklich weh.
„Dann fuhren wir nach Hause. Inzwischen hatte sich das Wetter geändert. Sturm war aufgekommen und der Himmel hatte sich mit dunkeln Wolken bezogen. Während der Fahrt fing es auch noch an zu regnen. Opa fuhr sehr langsam und vorsichtig. Er machte sich Sorgen um mich. Wir fuhren gerade um eine Kurve, als es passierte. Der Sturm erreichte so eine Kraft, dass er mehrere Bäume entwurzelte. Opa tröstete mich gerade, da ich so enttäuscht von meiner Freundin war. Da passierte es. Ein Baum traf unsere Kühlerhaube. Der Wagen kippte zur Seite… Irgendwie bekam er so einen Schwung, dass… ich weiß es nicht. Ich weiß nur noch, dass Opa neben mir schrie. Ich habe in meinem ganzen Leben zuvor noch nie meinen Opa schreien hören. Ehrlich, es klang wie ein verzweifelter Hilferuf! Ich nahm gar nicht wahr, was um mich herum vor ging, ich hörte nur noch den Schrei meines Opas. Ich musste ihm helfen, konnte aber nicht. Das Letzte, woran ich mich erinnern kann, war, wie ich aus dem Auto geschleudert wurde und das Auto einen Abhang hinunterrollte, dann wurde mir schwarz vor Augen.“
Mir liefen Tränen übers Gesicht und ich nahm Stu gar nicht mehr wahr. Mit den Gedanken war ich weit weg, bei jenem Tag, an dem der Unfall passierte.
„Ich wollte ihm helfen, aber konnte nicht. Er hatte mich nie im Stich gelassen, immer unterstützt, getröstet, egal was los war. Und da brauchte er einmal meine Hilfe, und ich lasse ihn im Stich! Als die Ärzte mir nachher sagten, dass er tot war, wollte ich nicht mehr sprechen. Ich sah es als gerechte Strafe. Am liebsten wäre ich auch tot gewesen!“
„Hey, sag sowas nicht! Du bist nicht Schuld!“, meinte Stu erschrocken und nahm mich in den Arm.
„Doch, bin ich. Ich hätte locker mit dem Bus fahren können. Oder sie vorher anrufen, dann hätte ich gemerkt, dass sie nicht da ist. Opa wäre zu Hause geblieben. Er hätte in seinem Garten gearbeitet, wie er es immer tat. Er würde es jetzt noch tun!“
Die Tür öffnete sich und die Jungs kamen wieder. Doch Stu machte ihnen mit einer Handbewegung klar, dass sie wieder gehen sollten. Das taten sie dann auch. Ich löste mich aus der Umarmung und vergrub mein Gesicht in meinen Händen. Es war mir unsagbar peinlich, vor ihm zu weinen, doch es ging nicht anders. Ich hatte mit irgendjemandem reden müssen. Dass dabei die Narbe in meinem Herzen wieder aufgerissen war, war kein Wunder. „Tut mir Leid!“ „Hey, schon okay. Ich bin immer für dich da, ja?“ „Danke!“





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...   Erstellt am 08.12.2006 - 20:31Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Seit dem Moment war ich mit Stu stärker verbunden als mit den anderen, außer Lee natürlich. Doch das änderte nichts daran, dass ich am nächsten Tag nach Hause fahren musste. Am Bahnhof stand ich dann zwischen den 10 Jungs und konnte meine Tränen nicht zurückhalten. Ich hatte sie alle so lieb gewonnen. Jetzt waren die Ferien vorbei, jetzt kam eine harte Zeit. Meine Mutter wusste bereits von Lee, dass ich die Therapie endlich machen wollte und war sehr froh darüber. Sie hatte alles so geregelt, dass ich direkt nach den Ferien damit anfangen sollte.
Ich umarmte einen nach dem andern. Am schwersten fiel es mir bei Sam, Stu und Lee. „Vergiss uns nicht, Kleine. Denk dran – wenn du mal Nachhilfe in Jokes brauchst – meine Nummer hast du ja“, flüsterte mir Sam ins Ohr. Da musste ich trotz allem grinsen. Sam hatte die ganze Zeit versucht, ein schlagfertiges Wesen aus mir zu machen, dass in jeder Situation einen Spruch auf Lager hatte. Die Anfänge konnten sich schon mal sehen lassen. *g*
Dann kam Stu. Er umarmte mich. Dann sah er mich einen Moment total lieb an, als ob er noch etwas sagen sollte, doch dann drehte er sich um und ging. Nein, er lief. Die andern 9 sahen ihm total verwirrt hinterher, genau wie ich. Doch es half nichts. Ich konnte nicht hinter im her rennen, ich musste los. Lee… Er nahm mich ganz lange in den Arm. „Du schaffst das schon! Wir glauben an dich. Und mach dir keine Sorgen wegen Stu. Der verkraftet nur nicht, dass du fährst, nimm’s ihm nicht übel, auch Jungs weinen mal!“
Dann schob er mich in den Zug, der auch dann schon losfuhr. Total verdattert ließ ich mich auf einen Sitz fallen. Wie bitte? Was hatte Lee da grade gesagt?
Die Zugfahrt verschlief ich zum größten Teil. Als mich Mum vom Bahnhof abholte, fiel sie mir erstmal um den Hals, um mir zu sagen, dass sie es total klasse fände, dass ich das mit der Therapie doch machen will. Als sie sich endlich wieder eingekriegt hatte, ging es endlich nach Hause. Auch unsere Köchin war froh. Das lag aber hauptsächlich daran, dass sie froh war, wieder eine Person mehr bekochen zu können. *g*
Am nächsten Tag ging es direkt zu diesem Therapeuten. Er ließ sich von mir alles genau erklären, von dem Unfall und wie mein Leben danach weiter gegangen war. Dann nickt er und sah mich ernst an.
„Du hast schon noch eine Chance, wieder sprechen zu können, aber dann musst du ganz fest dran glauben. Dadurch, dass mittlerweile 5 Jahre vergangen sind, wird die Therapie anstrengender, als wenn du sofort gekommen wärst. Das soll jetzt kein Vorwurf sein. Nur standen da die Chancen natürlich besser. Aber wir werden das auch so hinkriegen“, meinte er und hielt mir seine Hand hin. Als ich einschlug hatte ich das Gefühl, eine Last von 50 Tonnen wäre von meinen Schultern genommen worden…
Doch meine Zuversicht schwand schnell. Es war schwer. Sehr schwer. Es gab Tage, da sackte ich heulend zusammen und setzte mich in eine Ecke. Andy, wie ich meinen Therapeuten nennen durfte (den will ich auch als Therapeut – INSIDER), ließ mich dann heulen. Aber nach spätestens 10 Minuten ging es weiter. Der Kontakt zu den Jungs stand immer noch, doch in keinem Wort erwähnte ich meine Therapie, auch wen sie mich oft danach fragten.
Wer mir außer Lee und Sam total regelmäßig schrieb, war Stu. Nach 8 Monaten Therapie waren wir soweit voran geschritten, dass ich schon Töne summen konnte. Am letzten Tag vor den Ferien war ich soweit, dass ich schon reden konnte. Ich hatte zu Hause fleißig geübt, da ich meinem Therapeuten danken wollte. An dem Tag stellte ich mich besonders doof an. Als er am Ende meinte: „Tztz, was ist denn heute mit dir los? Du warst in den letzten Tagen aber eindeutig besser! Na ja, üb fleißig in den Ferien, eigentlich müssten so langsam schon Wörter kommen…“, da holte ich tief Luft und machte den Mund auf. Ich nahm alle meine Kräfte zusammen und konzentrierte mich. Am Anfang kam mir kein Ton über die Lippen, doch dann ließ ich ein „Danke“ hören. Auch, wenn es sich ziemlich komisch anhörte, ziemlich kratzig und so, war ich total happy. Andy drehte sich wie in Zeitlupe rum. „Sag das noch mal!“, murmelte er ungläubig. Wieder versuchte ich es: „Danke, Andy!“ Dan fielen wir uns in die Arme… Wir hatten unser Ziel erreicht, jetzt konnte es nur noch verbessert und trainiert werden…





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...   Erstellt am 08.12.2006 - 20:31Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Mein achtzehnter Geburtstag stand vor der Tür. Reden konnte ich schon wieder richtig gut, nur wenn ich aufgeregt war kam kein Ton oder ich fing an zu stottern.
Die Jungs hatten mir alle schon per Post gratuliert. Irgendwie war ich enttäuscht. Wenigstens Lee hätte doch kommen können, oder? Es waren schließlich Ferien, und unser Haus war ja eindeutig groß genug. Ich wollte nicht, dass die Jungs wussten, dass ich reden konnte. Ich wollte sie überraschen, wenn ich sie das nächste Mal sah. Hehe, okay, einem hatte ich es verraten. Sam… Wir telefonierten seitdem täglich, und er brachte mir immer mehr Witze und Sprüche bei.
Als ich dann an meinem großen Tag aufwachte, stand schon meine allerbeste Freundin Kati in meinem Zimmer.
„Happy Birthday, Honey!“, flüsterte sie und umarmte mich. Als ich ihr Geschenk auspackte, fielen 2 Karten heraus.
„Blazin’ Squad Konzert“, murmelte ich. „Kati, wer bitte ist Blazin’ Squad?“ „Wirst du dann schon sehen!“ Mehr bekam ich aus ihr nicht heraus. Aber den absoluten Hammer brachten meine Eltern. Sie waren schon zur Arbeit, aber auf meinem Platz in der Küche lag ein Brief.

„Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Liebes!
Pack schon mal deine Sachen. Kartons und Kisten stehen im Keller. Da wir wissen, wie sehr du Lee und seine Freunde vermisst, die ja in London wohnen, erlauben wir dir hiermit, nach London zu ziehen. Wir haben dir eine kleine Wohnung besorgt.
Bedingung ist, dass du dort weiterhin zur Schule gehst, also das letzte Vierteljahr nach den Ferien, und dass du eine Freundin mitnimmst (wie wär’s mit Kati?).
Tut uns Leid, dass du nicht mehr von uns bekommst, aber wir hatten keinen Plan, was man dir schenken könnte.
Mach dir einen schönen Tag, wir sehen uns heute Abend. Packt schon mal.

Love, Mum & Dad

PS: Beeilt euch lieber mit packen. Übermorgen ist der große Umzug…“

Sprachlos drehte ich mich zu Kati um. „Nee, oder?“ Sie nickte. „Du hast es die ganze Zeit gewusst? Man, bist du unfair!“, meinte ich, doch ich grinste dabei. Wir verbrachten den ganzen Tag mit Packen. Erst half sie mir bei meinen Sachen, dann sahen wir nach, ob sie noch etwas brauchte. Gepackt hatte sie schon vorher.
Als meine Eltern abends nach Hause kamen wurden sie erstmal von mir „überfallen“. Sie wussten, was sie mir für eine Freude gemacht hatten. Das konnte man gar nicht in Worte fassen.
In der Nacht schlief ich ziemlich schlecht, ich war zu aufgeregt. Lee und Co. wussten nichts. Kati und ich würden den Rest unseres letzten Schuljahres auf dieselbe Schule gehen wie die 10 Jungs und wollten sie überraschen. Das Blazin’ Squad Konzert hatte ich total vergessen…

Kati nicht. Wir wohnten mittlerweile eine Woche in London, die Wohnung war echt schön. Wobei sie gar nicht so klein war, wie meine Eltern behauptet hatten.
Es war Samstag, am Montag sollte die Schule wieder beginnen. Am frühen Nachmittag kam Kati in mein Zimmer, und fragte mich, ob ich schon fertig sei. „Häh? Wofür denn?“, fragte ich verwirrt. Sie lehnte sich an die nächste Wand und schlug mit der Stirn leicht dagegen. „Autsch“, murmelte sie, und ich hatte keine Ahnung ob sie ihren Kopf oder meine Vergesslichkeit meinte. „Weißt du noch, was ich dir zum Geburtstag geschenkt habe?“, seufzte sie. Ich dachte nach. „2 Konzertkarten, oder?“ Sie nickte. „Und wann ist das Konzert?“ Ich schüttelte den Kopf. „Keine Ahnung!“
Wieder seufzte sie. „Heute, du Schussel. Mach dich endlich fertig, die Karten hab ich.“
Um sie nicht noch mehr zu verärgern machte ich mich innerhalb von 5 Minuten fertig. Dann ging’s los. Als wir die Mädchenmassen vor der Halle sahen, schluckte ich. Ich hatte Platzangst, und frag nicht nach Sonnenschein. Aber da musste ich durch. Ich habe keine Ahnung, was Kati den Securitytypen erzählt hat, aber sie ließen uns durch. Da standen wir dann. In der riesigen, leeren Halle, erste Reihe. Nur ein paar Minuten später kam dann eine riesige Welle von hinten, die uns fast erdrückte. Aus Langeweile lauschten wir Gesprächen der anderen Mädchen in der Reihe hinter uns.
„Krazy is sooo geil!“, schwärmte eine. „Nee, sorry, aber Spike-E ist eindeutig besser!“
Ich grinste. Krazy würde perfekt zu Lee passen, und Spike-E war eine treffende Beschreibung für Sams Haare. *g*
„Was grinst du so?“, fragte mich Kati. „Nix wichtiges!“
Die Zeit bis zum Beginn flog. Als dann 10 Jungs die Bühne stürmten und das Geschrei anschwoll, hatte ich das Gefühl, eindeutig im falschen Film zu sein…

Vor mir auf der Bühne standen Blazin’ Squad. Blazin’ Squad a.k.a. Sam, Lee, Stu, Mus, James, James und Co. „Ich glaub das nicht! Ich glaub das einfach nicht!!“, murmelte ich immer wieder. Bei dem ersten Song ging es noch einigermaßen, aber am Anfang des zweiten sah Mus mich und stupste Sam an. Der Lee und Lee Stu. Als sie mich dann so ansahen, schuldbewusst, ungläubig, verlegen, da wollte ich nur noch weg. Ich versuchte mich durch die Menge zum Ausgang zu quetschen, doch es war zu voll. Irgendwo eingequetscht kam ich nicht weiter. Und das bei meiner Platzangst. Ich bekam Panik. Ich spürte nur noch, wie ich aus der Menge gezogen wurde, dann wurde es mir schwarz vor Augen…
As ich wieder aufwachte, lag ich in einem Raum der anscheinend im Backstage-Bereich war. Um mich herum standen 4 Leute. Kati… Lee… Sam… und Stu. Ich schloss wieder die Augen, wollte nur noch weg. Was kam jetzt? Entschuldigungen? Beteuerungen, dass sie es mir noch sagen wollten? Und ich Esel wollte sie damit überraschen, dass ich wieder reden kann. Wollte ihnen eine Freude machen. Das war mir gründlich vergangen.
„Shorty, wir…“, fing Lee an. Doch ich schüttelte den Kopf. „Spart euch eure Erklärungen!“, zischte ich wütend. Lee und Stu sahen mich an, als wäre ich ein kleines, grünes Marsmännchen. „Seit wann kannst du wieder reden?“, stotterten sie. „Seit ein paar Wochen“, antworteten Sam und ich gleichzeitig. „Aber das tut ja jetzt nichts mehr zur Sache!“, fügte ich hinzu und sprang auf. Ich wollte weglaufen, doch Stu hielt mich fest. „Mely, wir… ich…“, fing er hilflos an, doch ich unterbrach ihn. „Ich dachte, wir wären Freunde. Ich dachte, ihr vertraut mir. Aber da habe ich mich wohl geirrt!“, schluchzte ich. Ich heulte wie ein Wasserfall. Dann riss ich mich los und lief weg…





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Unsere Träume können wir erst dann verwirklichen,
wenn wir uns entscheiden einmal daraus zu erwachen!!!



Es gibt etwas gutes in der Welt
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...   Erstellt am 08.12.2006 - 20:32Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ich saß in meinem Zimmer und heulte immer noch, als Kati kurz nach mir nach Hause kam. Außer Atem hetzte sie in mein Zimmer und nahm mich in den Arm. „Und ich dachte, sie vertrauen mir!“, murmelte ich immer wieder. Was bitte hatte ich ihnen getan, dass sie mir so etwas Wichtiges verschwiegen hatten? Vertrauten sie mir so wenig? Dachten sie so schlecht von mir? Ich seufzte und wischte mir die Tränen weg. „Was soll’s. Anscheinend sind sie es nicht wert, dass man ihnen eine Träne nachweint! Vergesse ich sie halt!“, sagte ich trotzig.
Kati schüttelte nur noch ihren Kopf. „Du weißt, dass das nicht geht. Außerdem – am Montag fängt die Schule wieder an. Wir sind alle auf der gleichen Schule, ummelden geht nicht mehr! Vielleicht sind wir nicht in einer Klasse, aber wir werden uns garantiert mal über den Weg laufen!“
Ich starrte sie an. F**k, das hatte ich ja voll vergessen. „Hmm, du hast Recht… Na ja, ich wird sie halt ignorieren… Bleibt mir was anderes übrig?“
„Du könntest vielleicht mal mit ihnen reden. Das hilft meistens!“, versuchte mich Kati zu überzeugen.
„Vergiss es. Da gibt es nichts mehr zu reden!“

Wir standen vor der Schule. Noch einmal tief Luft holen, und dann auf in den Kampf. Wir fragten ein paar Schüler nach dem Weg zum Sekretariat, den sie uns mehr oder weniger freundlich beschrieben. Als wir dann beim fünften Anlauf auch dort ankamen, war ich total aufgeregt.
Wir meldeten uns, und die Sekretärin brachte uns nach dem Gespräch mit dem Schulleiter zum Lehrerzimmer, damit unsere Klassenlehrerin uns mitnehmen konnte.
Zum Glück war Mrs Barnes total nett. Sie fragte uns, wie alt wir wären, ob wir schon Freunde in London oder auf der Schule hatten und so weiter. Dann machten wir uns auf den Weg zu unserem Klassenzimmer. Vor der Tür blieb sie stehen und grinste. „Die wohl bekanntesten Schüler dieser Schule sind de 10 Jungs von Blazin’ Squad. Trotz ihrem Erfolg machen sie noch ihre Schulausbildung fertig. Sie sind total verrückt. Stört euch nicht dran. Behandelt sie ganz normal.“
Wir sahen uns verwirrt an. „Wollen Sie damit sagen, dass die in unserer Klasse sind?“ Sie schaute verwundert. „Ja klar. Freut ihr euch denn nicht? Viele Schüler wollten extra die Klasse wechseln um zu ihnen zu kommen, und ihr…“ „Äääähm, Mrs Barnes, das ist nur die Aufregung!“, beruhigte Kati sie.
Unsere Lehrerin nickte. Sie wollte schon die Tür öffnen, da drehte sie sich noch mal um. „Ach ja. Ich würde euch gerne auseinander setzen, damit jeder von euch neben einem Schüler sitzt, der schon etwas länger hier an der schule ist. Ich weiß nicht genau, wie weit ihr an eurer alten schule mit dem Stoff wart, und so können sie euch helfen.“ Wenig erfreut nickten wir.
Dann betraten wir die Klasse. Alle saßen auf ihren Plätzen. Verwundert sahen wir uns an. „Keine Angst, das machen sie sonst nicht. Aber sie wissen, dass zwei neue Schülerinnen kommen“, flüsterte Mrs Barnes amüsiert. Dann standen wir vorne vor der ganzen Klasse. Als wir unsere Blicke schweifen ließen, blickten wir in 18 freundliche Gesichter und 10 offene Münder…
Die 10 waren ganz schön blass geworden. Tja, Pech gehabt, Jungs!
„Okay, dann… Kati, du setzt dich am besten neben Lee und du, Mely… du gehst neben Stuart. Sam und Mus, ihr setzt euch nebeneinander in die Bank neben der von Stuart und Mely. Und quatscht nicht wieder so viel!“ Ich konnte mich selbst schlucken hören. „Ich… ich soll neben Stu?“, krächzte ich. Mrs Barnes blickte mich erstaunt an. „Aber natürlich. Oder hast du irgendetwas gegen ihn? Erzähl!“
Doch ich schüttelte nur matt den Kopf, wartete, bis Sam einen Platz weiter gerutscht war und setzte mich zwischen ihn und Stu. Angstschweiß lief mir über den Rücken. Ich wollte nie wieder mit ihnen reden, und jetzt saß ich zwischen ihnen. Was hatte ich getan, dass mich Gott so hasste?
Kati sah neben Lee auch nicht gerade erfreut aus. Sie saß mir gegenüber, af der anderen Seite der Klasse. Dann sah ich, wie Lee ihr einen Zettel zuschob und sie anfing zu lesen. Danach sah sie ihn prüfend an. Doch er nickte nur. Dann flüsterten sie. „Kati, Lee, schön, dass ihr euch etwas austauscht, aber ich glaube kaum, dass Stuart und Mely etwas mit unserem Unterricht zu tun haben!“, meinte Mrs Barnes amüsiert.
Geschockt blickte ich zu Stu. Er sah genauso verwirrt aus, und mal wieder total cute. Ach Quatsch, was dachte ich da. Ich hatte mein Leben mit ihnen beendet.
Kati und Lee waren rot angelaufen, doch auch sie grinsten. Irgendwie hatte ich das Gefühl, als hätte Kati sich mit Lee und Co. Versöhnt. Es war ein dummes Gefühl. Ich kam mir so… ausgeschlossen vor. Kati hatte mir doch versprochen, nicht mit ihnen zu reden. Halt! Hatte sie gar nicht! Sie hatte nur versprochen, dass sie nicht zu ihnen gehen würde.
Ich machte mich auf meinem Platz so klein wie möglich. Nach rechts rücken konnte ich nicht, sonst hätte ich bei Stu aufm Schoß gesessen, und von links beobachtete mich Sam.
Am Ende der Doppelstunde liefen alle gleich raus in die große Pause. Mrs Barnes hielt mich zurück.
„Mely, ich… du kennst die Jungs von Blazin’ Squad?“, fragte sie mich vorsichtig.
Ich sah aus dem Fenster und nickte. „Ja. Vor allem Lee. Er war fast 18 Jahre mein bester Freund.“ Irgendwie hatte ich Vertrauen zu meiner neuen Klassenlehrerin.
„Hmm. Ich habe zwar keine Ahnung, was zwischen dir und den Jungs vorgefallen ist, aber… Ich habe von dem Gespräch zwischen Lee und Kati alles mitbekommen. Wenn du mich fragst, dann haben die 10 alle ein verdammt schlechtes Gewissen. Gib ihnen eine Chance. Jeder macht mal Fehler. Vor allem habe ich keine Lust, sie jetzt jeden Tag mit so traurigen Gesichtern zu sehen. Vor allem Lee, Sam und Stuart. Das tut ja sogar mir richtig weh!“ sie zwinkerte mir zu, dann schob sie mich aus dem Klassenraum.
Ich starrte auf den Boden und dachte nach. Langsam schlenderte ich zur Pausenhalle. Besser gesagt, ich versuchte es. Der Boden war echt interessant. Plötzlich sah ich ein paar Füße (in Schuhen versteckt, logischerweise), und kurz darauf lief ich auch schon in eine Wand…
Oooooh nein, bitte nicht. Diese Schuhe kannte ich. Die „Wand“ hatte mich vor dem interessanten Boden gerettet *g*, indem sie mich aufgefangen hatte. Ich ahnte schon, bei wem ich da im Arm lag. „Sam“, flüsterte ich (eine Person wusste schon vorher, dass es Spike-E ist… die hat jetzt ‚ne Waschmaschine gewonnen ). Er grinste. „So heiße ich, mit Nachnamen Foulkes. Wegen meiner Haare auch Spike-E genannt. Ich habe am 18.11. Geburtstag und bin fast einen Kopf größer als du. Genauer? Termine gibt es nur auf Anfrage.“ Ich musste grinsen. Dieser Verrückte brachte mich eben immer zum Lachen.
„Lachst du jetzt mit mir, oder über mich?“, fragte er unsicher. Da fiel mir wieder ein, dass ich eigentlich stocksauer war. Ich seufzte. Schon möglich, aber Sam… wenigstens ihm musste ich verzeihen. Ohne seine Hilfe in den letzten Wochen hätte ich so einen Auftritt wie bei den Jungs am Samstag nie hingekriegt. Ich brauchte meinen Lehrmeister.
„Also? Lachst du jetzt mit mir oder über mich?“, wiederholte er seine Frage. Ich lächelte. „Mit dir, Sam. Man, ich hab dich soooo vermisst!“ Den Rest konnte man nicht verstehen, da ich den in sein T-Shirt nuschelte. Ich war nämlich in einer fetten Umarmung versunken. Nach einer Runde Knuddeln meinte er: „Ich hab dich auch vermisst. Und… die anderen vermissen dich auch, Kleine. Gib ihnen ‚ne Chance!“
Ich schüttelte ungläubig den Kopf. „Habt ihr euch abgesprochen, oder wieso labert ihr alle das Gleiche?“ Er sah mich fragend an. Dann erzählte ich ihm von meinem Gespräch mit Mrs Barnes. Mittlerweile waren wir durch die Pausenhalle auf den Schulhof geschlendert. Wir setzten uns auf einen großen Stein. Am anderen Ende des Hofes standen die restlichen 9 Jungs und Kati. Alle blickten immer wieder traurig zu uns rüber. Es brach mir das Herz, sie so zu sehen, doch sie waren es ja selbst Schuld. *trotzig sei*
„Shorty… ich… ich möchte dir erklären, wie es so weit gekommen ist, ja? Und warum wir dir nichts erzählt haben…“ Ich nickte. Stockend fing er an.
„Du warst ja letztes Jahr immer bei den Proben und so, stimmt’s?“ Wieder nickte ich. „Na ja, irgendwann… Wir hatten kurz nach den Ferien unseren ersten Auftritt. Irgendso ein hohes Tier war dabei. Ich weiß eigentlich gar nicht genau, wie alles ablief, jedenfalls hatten wir plötzlich einen Vertrag. Eigentlich wollten wir dich besuchen kommen, und dir alles erzählen, aber… na ja… aber Stu… er ist voll in dich verknallt. *g* Und er wollte nicht mit, frag mich aber bitte nicht, warum. Aber zu neunt wollten wir auch nicht kommen…“ Warum nicht?“, unterbrach ich ihn. „Weil… weil… ach, ich weiß es doch selber nicht mehr!“ Hilflos sah er mich an. Das Ganze war ihm sichtlich peinlich, er war knallrot angelaufen (zu Meli zwinka). „Weiter“, drängte ich.
Er holte Luft. „Als wir Stu soweit hatten, dass er doch mitkommt, konnten wir nicht mehr. Morgens hatten wir Schule, nachmittags meistens Termine. Und wenn wir mal keine Termine hatten, mussten wir lernen.“
„Ihr hättet auch anrufen oder einen Brief schreiben können!“ Er ließ den Kopf hängen. „Shorty… Wir haben alles falsch gemacht, was man falsch machen konnte. Nobody’s perfect, aber so dusselig sind echt nur wir. Wir dachten, du wüsstest entweder schon lange von Blazin’ Squad, oder du würdest es nie erfahren. Haben wir zumindest gehofft!“, fügte er leise hinzu. „Also habt ihr es mir gar nicht erzählt“, murmelte ich. Ich versuchte, die Tränen zu unterdrücken, doch es ging nicht. Es war einiges schief gelaufen, soviel war schon fast gar nicht mehr möglich. Sam nahm mich in den Arm.
„Kannst du uns noch einmal verzeihen?“, fragte er mit Dackelblick, als ich mich wieder beruhigt hatte. Ich nickte. „Aber die anderen müssen sich selbst entschuldigen. Und, Sam, wehe, du redest ihnen rein! Da sollen sie selber drauf kommen!“ Schuldbewusst duckte er sich, doch dann grinste er mal wieder.
Die Pause neigte sich dem Ende zu und wir schlenderten zurück zur Klasse. Hand in Hand, wie das beste Freunde halt manchmal tun. Es sagte auch keiner was dazu, bis wir in die Klasse kamen. Ich setzte mich auf meinen Platz und rutschte möglich weit nach links, zu Sam.
Kurz darauf setzte sich Stu neben mich. „Was sollte das mit dem Händchen halten gerade?“, fragte er Sam hinter meinem Rücken. „Man, Alter, krieg dich wieder ein. Darf man hier nicht mal mehr mit der besten Freundin Hand in Hand gehen?“, fragte Sam genervt. „Seit wann ist sie deine beste Freundin?“, fragte Stu ungläubig.
„Seit er sich vorhin entschuldigt hat. Aber dazu seit ihr ja alle zu feige!“, mischte ich mich ein. Dann sprang ich auf und lief weg. Weglaufen war seit dem Unfall eines meiner größten Hobbies geworden, wie es schien. Aber ich konnte mir das nicht länger ansehen. Ich wollte nicht, dass sich die Jungs wegen mir stritten.
Auf dem Gang traf ich Mrs Barnes. „Mely! Was machst du hier? Hast du geweint?“ Ich nickte. „Mrs Barnes, mir geht es nicht gut. Darf ich nach Hause?“, fragte ich. Sie nickte. „Aber natürlich. Ruh dich aus, dann geht es dir bald besser. Du bist auch total blass.“
Sie legte mir die Hand auf die Stirn. „Und Fieber hast du auch!“, meinte sie erschrocken. So langsam fühlte ich mich echt krank. Meine Beine waren aus Pudding, mein Kopf dröhnte und mir tat alles weh. „Soll ich dich nach Hause bringen? Ich habe jetzt eine Freistunde!“ Ich schüttelte den Kopf, was mir die Kopfschmerzen reichlich dankten. „Schon okay“, murmelte ich. „Ist nicht so weit!“ Das war zwar gelogen, aber das musste sie ja nicht wissen. Als ich den Schulhof überquerte wurde mir speiübel. Alles drehte sich. „Meeeelyyyyyy! Warte!“
Ich drehte mich langsam um. Verschwommen sah ich Stu auf mich zukommen. Alles drehte sich schneller, immer schneller. Der Boden wankte… Stu war bei mir angekommen. „Mely? Alles ok? Du siehst so komisch aus!“, fragte er besorgt. „Stu… mir ist so komisch“, flüsterte ich. Dann wurde alles schwarz…





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...   Erstellt am 08.12.2006 - 20:33Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ich öffnete meine Augen. Grelles Licht schlug mir entgegen. Schnell schloss ich sie wieder. Wo, verdammt noch mal, war ich? Ich blinzelte und drehte meinen kopf ein bisschen nach links. Ein stechender Schmerz folgte. Ich biss die Zähne zusammen. Anscheinend war ich im Krankenhaus. Aber warum? An der Tür standen Mrs Barnes, Stu und ein Arzt. Sie unterhielten sich. Ich konnte nur einige Wortfetzen hören.
„… hohes Fieber… zur Beobachtung…“ „Was hat sie denn?“ „… Stress… Belastung…“ „…. Heißt das konkret?“ „Nervenfieber… sorgen Sie dafür… nicht aufregen… muss sich ausruhen…“ Dann verschwand der Arzt. Prüfend sag stu zu mir. „Hey, du bist ja wach!“, meinte er überrascht. „Hmm“, murmelte ich. „Wie geht’s dir?“ Mein Kopf dröhnte. „Es ging mir schon mal eindeutig besser.“
Er grinste. „Kann ich mir vorstellen.“ Mittlerweile hatte er sich auf die Bettkante gesetzt. Mrs Barnes war lächelnd gegangen.
„Und sonst?“ Ich verdrehte die Augen, was wiederum von stechenden Schmerzen bestraft wurde. „Stu, was willst du? Ich kann mich nicht erinnern, dass wir uns vertragen hatten.“
Er wurde rot. „Was… was meinst du damit?“ „Ich sag nur Sam…“ Er schüttelte leicht den Kopf. „Ich glaube, ich muss dir was erklären“, fing er zögernd an.
„Das glaube ich allerdings auch!“, knurrte ich. „Na ja… warum wir dir nichts erzählt haben, weißt du ja sicher schon von Sam. Ich… Als du und Sam vorhin Händchen gehalten habt, da hatte ich das Gefühl, ich würde explodieren. Ich hatte so eine Wut auf Sam!“
Man, wenn der so weitermachte, saß er morgen noch da. „Und warum? Mit Lee habe ich auch immer Händchen gehalten!“
Verlegen sah er auf den Boden. Nanu, der coole Stu war verlegen? Das ich das noch erlebte. „Ja schon, aber…“ „Aber?“ „Bei dir und Lee war bekannt, dass ihr nur beste Freunde seid. Aber als du und Sam… ich…. Ach, f**k, ich hab halt gedacht, dass ihr…“
„Das wir zusammen sind?“ Stu nickte. Mittlerweile sah er aus wie eine Tomate mit Augen und Haaren. „Oh man… Denken könnt ihr Jungs echt nicht besonders gut!“, stöhnte ich.
„Tut mir Leid“, murmelte Stu. „Wobei ich aber auch nicht weiß, was so schlimm daran gewesen wäre, wenn Sam und ich wirklich zusammen wären!“, ärgerte ich ihn.
*lol* Und er stieg natürlich voll drauf ein. Das war eindeutig nicht sein Tag.
„Du weißt genau, dass ich dann gestorben wäre!“ „Wieso?“ Herausfordernd sah ich ihn an. „Weil doch eh jeder weiß, dass ich…“
„Mensch, Kleine! Was machst du nur für Sachen!“ Total außer Atem stürmte Sam ins Zimmer. Kurz nach ihm folgten Kati und 8 bekannte Jungs, die ziemlich elend dreinschauten.
Sam umarmte mich. Kati zögerte kurz, dann umarmte auch sie mich. „Jetzt erzähl mal, was ist passiert?“ Neugierig sahen sie uns an. Ich wollte schon beginnen, da meinte Stu. „Sie darf nicht so viel reden. Was dagegen, wenn ich es ihnen erzähle?“, wandte er sich dann an mich. Ich schüttelte den Kopf. „Ich weiß doch selbst noch nicht mal, was ich genau hab.“
„Wie ihr vielleicht mitgekriegt habt, hatten Sam und ich einen kleinen Streit in der Klasse. Na ja, irgendwann ist Mely das zu viel geworden und sie ist raus gelaufen. Ich bin dann hinter ihr her, aber dann stand sie bei Mrs Barnes. Also… also hab ich gewartet, bis unsere Lehrerin weg war. Auf dem Schulhof hab ich Mely dann eingeholt. Sie war ziemlich blass, und als ich sie gefragt hab, ob sie ok wäre, ist sie mir voll in die Arme gekippt.“ Alle grinsten. „Was gibt’s da zu grinsen? Ich war ziemlich erschrocken, als sie ohne Vorwarnung umgekippt ist. Na ja, Mrs Barnes hat uns wohl von drinnen beobachtet. Wir haben Mely ins Krankenhaus gebracht, auch weil sie so hohes Fieber hatte. Der Arzt hat uns dann mitgeteilt, was ihr fehlt. Mely hat insgesamt, seit sie umgekippt ist, 5 Stunden geschlafen. Das Fieber ist trotzdem nicht gesunken.“
„Was hat sie denn jetzt?“, drängte Lee. „Nervenfieber. Der ganze Schei*, den wir gebaut haben, der hat sie wohl voll fertig gemacht. Na ja, und irgendwann konnte sie dann nicht mehr…“
Die Jungs, außer Sam, sahen schuldbewusst auf den Boden. Dann schubsten Mus und James Lee nach vorne. Er stand jetzt zwischen Stu und Sam. „Shorty, wir… wir wollten uns entschuldigen. Wir wollten das alles nicht, aber…“ Er suchte verzweifelt nach Worten. Es machte irgendwie Spaß, ihn da so leiden zu sehen. Doch da die anderen ja auch beteiligt waren, wäre es unfair gewesen, wenn Lee jetzt die ganze Strafe abkriegen würde. „Lee!“, flüsterte ich. Er sah auf. „Hör auf. Ich kenn die Geschichte.“
„Entschuldigung angenommen?“, fragte er vorsichtig. Ich nickte. „Entschuldigung angenommen.“ Dann wurde ich endlich wieder von meinem allerbesten Freund umarmt. Man, wie hatte ich ihn vermisst.
Die anderen fingen an zu klatschen. Die Erleichterung stand ihnen ins Gesicht geschrieben. Als ich alle durchgeknuddelt hatte, stellte Mus eine interessante Frage: „Wann kommst du eigentlich hier raus?“


Fragend sah ich Stu an. „Sobald das Fieber wieder runter ist und sie sich erholt hat.“ „Und wann ist das?“, fragte ich ihn. „Bin ich Jesus, trag ich Latschen?“ „Geiiiilll…. Unser Stu is ‚ne kleine Zicke!“, kreischte Sam. Als er dann anfing, sich vor Lachen wegzuschmeißen, konnten wir alle nicht mehr. Lachen tat zwar bei dem Fieber höllisch weh, aber es ging halt nicht anders. Außerdem ist Lachen ja bekanntlich die beste Medizin. Als wir uns nach ca. 10 Minuten wieder beruhigt hatten mussten sich alle Tränen wegwischen. „Sorry, Stu, nimm’s nicht persönlich!“, kicherte Sam. Als keine Antwort kam, blickte er auf. „Leute, wo ist Stu?“
„Der ist grade hier rausgerannt!“, meinte Kati. „Seit wann haut Stu ab, wenn man über ihn lacht? Ist er doch sonst auch nicht?!“, fragte Sam mit hochgezogener Augenbraue. „Schon, aber da haben nur wir über ihn gelacht, nicht Mely“, rückte Mus mit der Sprache raus.
„Alter, du hast Recht! Das hält Stu im Leben nicht aus. Der ist ja schon gestorben, als sie letztes Jahr nach York zurück gefahren ist!“
F**k, ich wollte doch nicht, dass Stu sauer auf mich ist! Um nicht direkt wieder zu heulen biss ich mir auf die Unterlippe.
„Äääh, Mely, du blutest!“, meinte Lee und zeigte auf meine Lippe. „Ich wollte doch nicht, dass Stu abhaut!“, stammelte ich. „Hey, mach dir mal keine Sorgen. Der kriegt sich auch wieder ein!“
„Hehe, vielleicht ist es ja ganz gut so!“, grinste Tommy. „Warum?“, fragte ich misstrauisch. „Na ja, was mit Stu los ist, wissen wir ja alle. *g* Aber wie steht’s eigentlich mit deinen Gefühlen?“
„Das musste ja kommen“, stöhnte ich. „Also?“, fragten mich die Jungs.
„Grrr, wenn ich hier raus bin folgt meine Rache. Und die wird fürchterlich! Aber wenn ihr’s unbedingt wissen wollt. Ich fühle mich beschissen, mein Kopf tut weh wie sonst was, ich fühl mich total schlapp…“ Die Gesichter von ihnen waren zum Schießen. „Komm schon, Shorty, gib’s endlich zu!“
Ich seufzte. „Okay. Ich bin in ihn verknallt, schon seit letztem Jahr, zufrieden?“ Alle nickten.
Dann kam eine Schwester, die sie ermahnte, mich nicht zu überanstrengen, und sie daran erinnerte, dass die Besuchszeit in 5 Minuten vorbei war.
Schweren Herzens verabschiedeten sie sich, und sie gingen. Nur Sam, Lee und Kati blieben noch da, da ihre Verabschiedung etwas länger ausfiel. „Du, Sam, wieso grinst du eigentlich so? Du hast jawohl nicht vor, Stu und mich zu verkuppeln, oder?!“ Unschuldig riss er die Augen auf. „Iiiiiiiiiich? Wie kommst du denn dadrauf?“ „Ich kenne dich!!“
Entsetzt sah er mich an. „SOWAS traust du MIR zu? Dem unschuldigen, immer lieben Sam?“ Ich grinste. „Tu nicht so. Vor mir kannst du nichts verbergen!“ „Na ja, wir gehen dann mal! Machs gut, Kleine! Hab dich lieb!“ nanu, Sam hatte es aber auf einmal eilig.*g* Im Rausgehen hörte ich ihn zu Kati und Lee sagen: „Hehe, und ich hab auch schon einen Plan!“
Ich räusperte mich und Sam drehte sich noch mal um. „Ist was?“, fragte er scheinheilig. Doch ich grinste nur und schüttelte den Kopf.

5 Tage später wurde ich endlich entlassen. Das waren eindeutig die langweiligsten Tage meines Lebens gewesen. Stu hatte sich auch wieder eingekriegt. Da Samstag war, war keine Schule. Trotzdem konnten mich die Jungs aus unerklärlichen Gründen nicht abholen. Termine hatten sie zwar ausnahmsweise mal keine, aber sie hatten halt keine Zeit. Na ja, okay, ein bisschen enttäuscht war ich schon, aber was nicht ging, ging halt nicht. Aber Kati hatte versprochen, mich um 8 Uhr abzuholen. Mittlerweile war es halb neun. Ich wollte es mir grade wieder gemütlich machen, da kam sie angerannt. „Sorry Süße, die Jun… die U-Bahn hatte Verspätung!“ skeptisch zog ich eine Augenbraue hoch. Hatte sie da grade „die Jungs“ sagen wollen?
„Ah ja. Na ja, jetzt bist du ja da.“ Während wir uns auf den Weg machten, quetschte ich sie über Lee aus. Selbst ein Blinder mit Krückstock sah, dass die zwei ineinander verknallt waren. 
Nachdem wir das Krankenhaus verlassen hatten, schlug ich den Weg Richtung U-Bahn-Station ein. Doch Kati zog mich in die andere Richtung.
„Hallo? Was geht denn jetzt ab? Ich war zwar fast eine Woche im Krankenhaus, aber ich weiß immer noch, wo die U-Bahn ist!“ Sie grinste. „Wer sagt denn, dass wir mit der U-Bahn fahren?“
Super, jetzt rallte ich gar nicht mehr. „Häh? Ich check nichts mehr. Falls du ‚nen Angriff auf die Menschheit planst, halt mich da raus, so fit fühl ich mich jetzt auch wieder nicht!“ „Hihi, man merkt, dass du immer mit Sam rumhängst?“ Konnte die heute auch mal EINMAL englisch reden, und nicht die ganze Zeit chinesisch?
„Woran das denn schon wieder?“, fragte ich genervt. „Du hörst dich genauso an. Solche Sprüche feuert der auch immer ab.“ Ah ja. Wenn sie meinte… In einer Nebenstraße hielt sie endlich an. „Kati? Was, bitte schön, machen wir hier?“
„Wir werden hier abgeholt. In genau… 2 Minuten.“ „Von wem?“ „Wirst du dann schon sehen!“ super, jetzt war ich voll im Bilde.
Na ja, aus den 2 Minuten wurde dann doch 7. Aber man kennt das ja. Dann ruckelte ein Bus um die Ecke. Kein normaler, ein… anderer halt. *g* Die Fenster waren abgedunkelt, also konnte man noch nicht mal erkennen, wer drin saß. Vor uns blieb er stehen und die Türen öffneten sich. Kati schnappte meine Tasche und stieg ein.
Dann drehte sie sich um. „Willst du nicht einsteigen?“ Hallo? Ich? Einsteigen? In einen Bus, von dem ich noch nicht mal wusste, wer drinsaß? NIE IM LEBEN!
„Wieso sollte ich? Ich steig prinzipiell nicht in irgendwelche komischen Busse mit abgedunkelten Fenstern. Schon gar nicht, wenn ich keinen Plan habe, wer drin sitzt.“ Demonstrativ lehnte ich mich an die Wand hinter mir und verschränkte die Arme vor der Brust.
Kati stöhnte auf. „Ich glaub das alles nicht! Also gut… wer kommt wohl auf so eine ausgeflippte Idee?“ Trotzig sah ich in die andere Richtung.
„Auf solche Ideen kommen eigentlich nur Lee oder Sam“, murmelte ich und starrte angestrengt ans andere Ende der Straße.
Aus dem Bus drangen plötzlich seltsame Laute. Ich kannte diese Geräusche. Und wie ich die kannte. Ich stürmte an Kati vorbei in den Bus.
Das war ja klar gewesen. Musste ja so kommen. Alle 10 Jungs lagen quer im Bus, sahen irgendwie krank aus und heulten vor Lachen. Aber der Hammer war eindeutig Sam. Er lag quer über Stu, Ollie und Tommy, heulte wie ein kleines Kind, hielt sich den Bauch und kringelte sich vor Lachen. Schnell holte ich mein Handy raus und machte ein Foto von ihm. Alle hatten es bemerkt, nur er selbst nicht.
Ich räusperte mich laut, und endlich schnallte auch er, dass ich mittlerweile im Bus war. „Haha, Shorty, der Auftritt war Hammer! Du hättest deine Fresse sehen sollen!“ Und schon fing Sam wieder an zu kichern. Kurz darauf hatte er den nächsten Lachkrampf, der mal wieder alle ansteckte. Ich schüttelte den Kopf und teilte dem Fahrer mit, dass wir jetzt fahren könnten…





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...   Erstellt am 08.12.2006 - 20:34Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


***zwei Wochen später***

Lee und Kati waren endlich zusammen. Ein echt süßes Pärchen.  Zum Glück hatte Sam noch nicht mit seiner großartigen Verkupplungsaktion angefangen. In der Schule wurden wir auf die letzten Arbeiten vorbereitet, deshalb nahm ich an, dass er es einfach vergessen hatte. Doch ich hätte ihn besser kennen müssen.
Es war ein Samstag, Kati und Lee waren shoppen, also hatte ich die Wohnung für mich alleine, als ich eine SMS bekam.

„Hey Kleine! Können wir uns in einer halben Stunde im Probenraum treffen? Bin so einsam. HDL Sam“

Da ich öfters solche SMS von ihm bekam, machte ich mir keine großen Gedanken. Mir war eh langweilig, also…
Eine halbe Stunde später war ich im Probenraum. Als ich die Tür öffnete saß dort aber nicht Sam, sondern Stu…

„Ist Sam nicht da?“, fragte ich ihn, obwohl ich genau wusste, dass das alles geplant war. „Keine Ahnung. Er hat mich für“ er sah auf die Uhr „… für genau jetzt hierhin bestellt.“
„Na, dann sind wir ja schon mal zu zweit!“, seufzte ich.
Er sah mich an. „ahnst du, was ich ahne?“ Ich nickte. „Wenn ich den erwische…“
„Was ist dann? Dann knutscht ihr mich vor Freude ab? Nee, danke, da ist mir mein Hund lieber. Also, ihr zwei, wünsche euch eine schöne Zeit. In 2 Stunden komme ich wieder und gucke, ob ihr noch lebt. Macht’s euch gemütlich!“, kam Sams Stimme von draußen. Wir stürmten zur Tür, doch in dem Moment wurde draußen ein Riegel vorgeschoben…
In dem Moment wusste ich nicht, ob ich lachen oder weinen sollte. „Suuuper. 2 Stunden!“, stöhnte ich. Reepa sah mich an. „Ist meine Gesellschaft so schlimm?“ Schnell schüttelte ich den Kopf. Im Gegenteil. „Nein, das nicht, aber… du weißt doch genauso gut wie ich, warum wir zwei hier eingesperrt wurden, oder?“
Er nickte. „Was… was wäre eigentlich so schlimm, wenn sie ihr Ziel erreichen würden?“, fing er vorsichtig an.
„Stu!“, rief ich entsetzt. Er ließ den Kopf hängen. „Verstehe schon. Du magst mich nicht! “ Ich musste grinsen. Wann lernten Jungs eigentlich mal denken?
„Doch, klar mag ich dich. Sehr sogar, aber…“ „Aber?“
„Ach, ich weiß auch nicht. Seit einem Jahr wünsche ich mir, einmal mit dir alleine zu sein, aber… Ich hab doch eh keine Chance!“, flüsterte ich. Stu kam auf mich zu. Als er vor mir stand hob er mein Kinn, so, dass ich ihm in die Augen sehen musste. „Bist du dir sicher? Ich bin da nämlich anderer Meinung!“, murmelte er.
Man, dieser Blick. Meine Knie wurden richtig weich. Ich schluckte. Sein Gesicht kam meinem immer näher. Ich konnte schon seinen Atem auf meinem Gesicht spüren. Nur noch 3 Zentimeter, noch 2…
„Leute, alles okay da drinnen? Ihr seid so ruhig!!!“, rief Sam kichernd. „Ja“, knurrten wir im Chor. Draußen fingen Leute an zu lachen. Es waren eindeutig mehrere. „Dann ist ja gut!“, rief jetzt Mus. Super, saßen die alle da draußen?
Ich wollte grade etwas erwidern, doch Stu legte mir einen Finger auf den Mund. Er sah mich an. Wie hypnotisiert blickte ich ihm in die Augen. Noch 3 Zentimeter, noch 2, noch einer… ich wartete schon wieder auf Sams Rufen oder so, doch stattdessen spürte ich nur Stus weiche Lippen auf meinen… die restliche Zeit bekamen wir locker rum.
Als endlich der Riegel wieder weggeschoben wurde, saßen wir auf der Couch. Stu hatte seinen Arm um meine Schultern gelegt und mein Kopf lehnte an seiner Schulter. Und wer kam rein?
Sam… Mus… Ollie… James, James, Tommy… Chris und Marcel… Lee und Kati. ES WAREN ECHT ALLE DA!
„Na, hat es was gebracht?“, fragte Sam neugierig. „Saahaaam!“, stöhnten die anderen auf. „Sieht man jawohl, oder?“
Sam lief knallrot an, doch das waren wir schon gewöhnt. „Wurde aber auch Zeit! Das konnte man ja nicht mit ansehen!“, meinte Mus. Stu und ich lächelten uns an. So glücklich war ich noch nie gewesen. Ich liebte ihn so, dass tat schon richtig weh…

„Endlich Ferien!“, rief ich erleichtert. „Nicht nur das, Sweetie. Nie wieder Schule!“, lachte Stu. Ich war so glücklich. Der letzte Schultag war vorbei, ich war mit der Liebe meines Lebens (*schnulz*) zusammen, was wollte ich mehr?
Was ich mehr wollte? Ich wollte einen Freund, der zu Hause ist, der nicht andauernd an den Wochenenden quer durch England zieht. Einen Freund, der nicht berühmt ist, einen Freund, der nicht an jeder Ecke nach einem Autogramm gefragt wurde. Einen Freund, der auch mal Zeit für mich hatte. Ich wollte einen Freund, den ich nicht mit tausenden von Fans teilen musste. „Was ist los?“, fragte mich Stu. Er merkte aber auch alles. Ich seufzte. „Müsst ihr wirklich morgen schon los? Können die Fans nicht mal warten?“
Stu lachte. „Ohne unsere Fans wären wir heute nicht da, wo wir sind.“ Nein, dachte ich todunglücklich, ohne eure Fans wärt ihr immer zu Hause. Aber ich verkniff mir einen Kommentar. Es machte mich so schon fertig, dass er nie zu Hause war. Stu umarmte mich. „Komm schon, cheer up! Wir kommen ja wieder!“ „Ja!“, lachte ich bitter. „Ihr kommt wieder. Und wann? In 2 Monaten? In 3?“ „weiß ich nicht genau. Erst die Tour durch Großbritannien, und danach geht’s nach Deutschland.“ Schuldbewusst sah er mich an, als ich meine Tränen nicht mehr zurückhalten konnte. „Ich halt es nicht mehr aus! Ich halt es einfach nicht mehr aus! Ich will dich nicht immer mit tausenden von Fans teilen müssen!“, heulte ich in sein T-Shirt. Hilflos sah Stu mich an. Im Trösten war er nicht grade ein Meister der Taktik. Energisch schubste Sam ihn weg und knuddelte mich. Trösten konnte Sam eindeutig besser als Stu. Nachdem ich mich an seiner Schulter richtig ausgeheult hatte, waren wir alleine. „Ich habe den anderen gesagt, dass ich mal mit dir reden möchte“, erklärte Sam. Ich nickte.
„Du, meintest du das grade ernst?“, fragte er besorgt. „Was?“ „Dass du es nicht mehr aushältst?“ Ernst sah ich ihn an. „Ja. Ich kann einfach nicht mehr, Sam. Ich habe ihn ja so schon kaum gesehen, aber wenigstens in der Schule. Und jetzt? Jetzt sehe ich ihn jedes Jahr an Weihnachten, oder was? Das hat doch alles keinen Sinn!“ Erschrocken sah Sam mich an. „Du willst doch nicht Schluss machen, oder? Das würde Stu nie durchstehen!“
Ich biss mir auf die Lippe, ehe ich antwortete. Dann sah ich auf den Boden. „Doch, Sam. Ich mache Schluss!“

Verzweifelt sah er mich an. „Das… das geht nicht! Das kannst du uns nicht antun! Bitte nicht!“, bettelte er. „Wieso EUCH?“, fragte ich verständnislos zurück. „Weil Stu dann unausstehlich wird!!!“ „Sorry, Sam, es geht nicht anders!“
„Könnt ihr… könnt ihr nicht einfach noch mal über alles reden?“, fragte er hoffnungsvoll. Ich seufzte. Der gab es auch nie auf. „Was soll das bringen? Es wird wohl kaum was an eurem Terminplan ändern!“ Enttäuscht sah Sam mich an. „Hast ja Recht. Aber denk dran, du kannst jederzeit zu mir kommen, ja?“ dankbar sah ich ihn an. „Danke, Kleiner!“
„Heyyyyy… du bist hier die Kleine, nicht ich!“, protestierte er.
„Na ja, ich muss dann mal… weißt du, wo Stu ist?“ Er nickte zögernd. „Die sind alle im Probenraum.“

Langsam öffnete ich die Tür. Es waren echt alle im Probenraum. Als Stu mich sah, fing er an zu strahlen. Man, der machte es einem auch nicht grade leicht. „Könnt ihr… uns mal alleine lassen?“, fragte ich die anderen. Überrascht sahen sie mich an, dann gingen sie.
„Was ist los?“, fragte Stu ängstlich. „Ich… man, Stu, ich kann nicht mehr. Mir wird das alles zu viel. Nie bist du mal zu Hause. Das einzige, was ich von dir hab, ist en Handy voller SMS. Aber das reicht auf die Dauer nicht…“ Eine kleine Träne glitzerte in seinem Augenwinkel. „Mely… was willst du damit sagen?“, flüsterte er. „Es ist aus, Stu. Tut mir Leid, ich kann nicht mehr!“ Fassungslos sah er mich an. „Das… das ist nicht dein Ernst! Wir waren doch glücklich!“ Jetzt heulten wir beide. „Doch, Stu, das ist mein Ernst. Sorry!“
Mit einem Blick, der mein Herz durchbohrte, sah er mich noch einmal an. Dann sprang er auf und rannte weg. Heulend sackte ich auf der Couch zusammen. Ich wusste, dass ich gerade zwei Leben zerstört hatte. Aber es ging nicht anders.
Die anderes rissen mich aus meinen Gedanken. „Was war DAS denn eben?“, fragten sie entsetzt. „Stu“, flüsterte ich. Ungläubig sahen sie mich an. „Der heulende Tornardo war Stu?“ Ich nickte schluchzend.
„Häh? Kann mir mal einer erklären, was hier los ist?“, fragte Mus total verwirrt.
„Mely hat gerade mit Stu Schluss gemacht!“ Alle drehten sich zur Tür. Sam kam auf mich zu. „Komm her, Kleine! Alles wird gut!“ ich warf mich ihm um den Hals. Auf Sam konnte man sich immer verlassen, egal wie verrückt er manchmal war.
„Irgendwann… irgendwann findet Stu eine neue Freundin… mit der er glücklich ist!“, schluchzte ich. „Ich glaube kaum, dass Stu wieder glücklich wird. Und wohl kaum mit einer anderen!“, meinte Lee und alle nickten.
Ich umarmte alle noch mal. „Macht’s gut Leute! Danke für alles! Haltet die Ohren steif!“, schniefte ich, dann zog ich Sam hinter mir her zur Tür raus. Im Probenraum hinterließ ich 9 Leute, die gar nichts mehr schnallten.

„Sam, du hast mir doch deine Hilfe angeboten!“ Er nickte. „Gut. Jetzt brauche ich deine Hilfe!“ Ich erzählte ihm, was ich vorhatte. Sehr begeistert war er nicht, aber er konnte mich verstehen. Während er alles regelte, packte ich meine Sachen und telefonierte mit meinen Eltern. Ich überließ es Sam, nachher allen zu erzählen, was los war.
Dann riefen wir ein Taxi und fuhren nach Heathrow. Zum Flughafen…
„Und du bist dir ganz sicher?“, fragte mich Sam noch einmal. Ich nickte. „Ich kann in der Wohnung in Orlando wohnen. Job brauche ich keinen, meine Eltern haben genug Geld. Und wenn mir langweilig ist, werde ich schon was finden! Erklär es den anderen, aber sag keinem, wo ich bin, ja?“ Wieder nickte er. Und dann sah ich ihn zum ersten Mal weinen.
„Machs gut, Kleine. Pass auf dich auf! Und halt mich auf dem Laufenden, ja?“ Ich nickte. „Du mich auch, ja?“ Auch er nickte. Dann fielen wir uns heulend in die Arme.

„Letzter Aufruf für die Passagiere des Fluges LH4781 nach Orlando!“

„Das ist dein Flug!“, murmelte Sam. Ich knuddelte ihn noch mal, dann musste ich los.
Als das Flugzeug abhob, hinterließ ich meine große Liebe. Die besten Freunde der Welt, und mein altes Leben…





Signatur


Unsere Träume können wir erst dann verwirklichen,
wenn wir uns entscheiden einmal daraus zu erwachen!!!



Es gibt etwas gutes in der Welt
und dafür lohnt es sich zu kämpfen.


Lieb euch meine Mädels hoffe ihr vergisst mich nie, ich vergesse euch auch nie!

CrazyBecca ...
Admin Becca!
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Sam und ich schrieben und telefonierten regelmäßig. Er war der Einzige, der von meinem kleinen Geheimnis, das mit der Zeit immer größer wurde, etwas wusste. Am liebsten hätte er es Stu sofort erzählt, aber da er wusste, dass ich ihn dann gekillt hätte, ließ er es bleiben. Er versprach mir, mich so schnell wie möglich zu besuchen. Stu hatte angedroht, Blazin’ Squad zu verlassen, doch die anderen konnten ihn wieder überreden zu bleiben. Sam war in dieser echt schweren Zeit, eine riesige Stütze für mich. Ich glaube, ohne ihn hätte ich das nicht durch gestanden. Von den anderen konnte mich keiner mehr erreichen. Das einzige, was sie hatten, war meine Handynummer, und die hatte ich geändert.
Sam hatte zwar alles versucht, aber vor dem nächsten Frühling schaffte er es nicht, mich zu besuchen. Oder besser gesagt uns.
Es klingelte. ENDLICH! Schnell öffnete ich dir Tür. Dann fiel ich Sam um den Hals. „Hey! Man, ich hab dich sooo vermisst!“
Er grinste. „Ich dich auch! Das kannst du mir aber glauben!“ Wir gingen ins Wohnzimmer. „Setz dich“, meinte ich und deutete auf die Couch. Dann holte ich Danny aus seinem Zimmer. Sam erwartete uns schon ungeduldig. Als er uns sah, fing er an zu strahlen. „Ist der goldig!“ Ich lächelte. „Darf ich vorstellen: mein Sohn Danny, das Ergebnis einer einzigen Nacht mit Stu.“
Sam nahm den Kleinen auf den Arm. „Wie alt ist er jetzt? 4 Wochen?“ Ich grinste. „5 Wochen!“ „Man, da hat Stu aber echt ganz Arbeit geleistet. Der sieht ihm ja voll ähnlich. Die dunklen Haare, und vor allem die Augen.“ Da musste ich ihm Recht geben. Mein kleiner Sonnenschein sah seinem Dad wirklich total ähnlich. „Man, zu so ‚nem Kerlchen kann man ja nur gratulieren!“, meinte Sam. „Danke!“
Sam wollte ihn schon gar nicht mehr hergeben. Er hatte einen echten Narren an Danny gefressen. „Wann wird der kleine Teddy eigentlich getauft?“
„Nächste Woche. Wo wir grade bei Taufe sind… Du wirst ja Patenonkel?!“ Jetzt strahlte sam echt wie ‚ne 1000-Watt-Glühbirne. „Jetzt im Ernst?“, fragte er ungläubig. „Klar“, lachte ich.
Danny schien Sam auch zu mögen. Jedenfalls schrie er nicht einmal, sondern schlief auf Sams Arm wieder ein. „Komm mal mit!“, meinte ich leise. Dann führte ich Sam in Dannys Zimmer. Oder besser gesagt in mein Schlafzimmer. „Leg ihn in sein Bett“, flüsterte ich.
„Man, da habt ihr aber ‚nen süßen Fratz fabriziert!“, meinte Sam fröhlich, als wir wieder im Wohnzimmer waren. Wir tranken beide unser Spezialgetränk, was wir bei meinem ersten Besuch in London erfunden hatten.
„Du… willst du es Stu wirklich nicht sagen?“, fragte Sam vorsichtig. Ich seufzte. Dadrauf hatte ich gewartet. „Was will Stu mit einem Kind? Sam, er ist 20 und ständig unterwegs!“
„Schon, aber er würde sich riesig freuen. Außerdem vermisst er dich wie die Hölle!“ Ich schluckte. „Vielleicht später!“
„Hmm, ist deine Entscheidung. Aber du kannst Stu nicht sein Kind verschweigen!“

Ich wusste, dass Sam Recht hatte. Aber ich war noch nicht so weit. Es war ein ziemlicher schock für mich gewesen, al sich in Orlando erfahren hatte, dass ich schwanger war. Aber abtreiben kam nicht in Frage, das wäre ja Mord gewesen. Als Danny dann endlich auf der Welt war, musste ich mich erstmal daran gewöhnen, jeden tag in Stu’s Augen zu gucken, ohne dass er es ist. Aber auch da gewöhnt man sich mit der Zeit dran.
„Hmm… Sam? Ich denke schon, dass ich es Stu irgendwann sage. Aber jetzt noch nicht. Irgendwann werde ich auf einmal in London sein. Mit Danny. Aber erst, wenn er etwas größer ist. Okay?“ „Okay“, seufzte er. „Am liebsten hätte ich es zwar, dass du sofort mit mir nächste Woche gekommen wärst, aber du bist genauso stur wie Stu.“
„Ich weiß. *g* Und wetten, dass Danny mal genauso stur wird?“ Er verdrehte grinsend die Augen. „Bei den Eltern kann da auch nichts anderes bei rauskommen!“ Dann lachten wir beide los. Ich bot Sam an, im Gästezimmer zu pennen, bis er wieder flog, und er nahm das Angebot dankend an. Es waren 1 ½ herrliche Wochen mit Sam. Die Taufe, einfach alles. Doch jeder Urlaub geht mal zu Ende, vor allem der eines Stars.
Danach ging mein Leben nach einer tränenreichen Verabschiedung erstmal ohne Sam weiter. Meine Sehnsucht nach Stu wurde mit jedem Tag größer. Jeden Tag stellte ich mir die Frage, was passiert wäre, wenn ich damals nicht Schluss gemacht hätte. Wie hätte Stu auf seinen Sohn reagiert? Und die anderen? Wären wir immer noch zusammen, oder hätten wir uns trotzdem irgendwann getrennt?
Doch immer, wenn ich grade anfing, in Tagträumen zu versinken, riss mich Danny daraus. Er hielt einen echt auf Trab. Ein richtiger kleiner Wirbelwind. An Weihnachten kam dann endlich wieder Sam zu Besuch. Als er feststellte, dass Danny mittlerweile anfing laufen und sprechen zu lernen, hatte er nichts Besseres zu tun, als ihn den ganzen Tag anzufeuern. Na ja, irgendwie gelang es ihm sogar. Danny war Feuer und Flamme. Am 23. und 24. Dezember bekam ich Sam und Danny fast gar nicht zu Gesicht. Die zwei hatten eindeutig ein Geheimnis. *g*
Aber am Morgen des 25. kam ich dahinter. Denn da gab es die Geschenke…





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